Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1949 (19.7.1924)
- Date
- 1924-07-19
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2981032--19755-3006927- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
” s t V ' e - -; t-I I ' 7 , , •, ~>r- - - " ~> 1 ‘ 1 ■'■■■'■; Nr. 1949 Wien, SamM- — (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Grand-Hotel „Bellevue" Kurort Vöslau, angenehmster Dommeraufenthalt, Fünf-Uyr-Tee, zivil« Preise. *Das neueröffnete Cafä-Restanrant.,Söison"» 2.Bez., Vereinsgassv 1b, verabreicht feinen Gästen exquisite Speisen und Getränke zu mäßigen Preisen. Der gute Ruf des Besitzers. L. Feintuch, bürgt dafür, daß jeder Gast in der zufriedenstellendsten Weise bedient wird. . Vereine, Vertrüge und Versammlungen. F r a ü e n g rm p p e der zionistischen B e- 8 i r k 8 s e k t i o n L a n d ft r a ß e. Die Mitglieder der Frauengruppe werden aufgefordert, sich am Gange zum Herzl- Grabe zahlreich zu beteiligen. — Kartell der Z. T. B. Jordonia, Awodah, Jeremia. Heute, 7 Uhr abends, Fertalkonvent. Besprechung des Herzl-Ganges, anschließend gemütlicher Bubenabend. — Zionistische Sektion Prater, 2. Bez.. Jungstraße 8. Heute, l/t9 Uhr abends, im Heim, 2. Bez., Jungstraße 8, Herzl-Gedenkfeier. Festredner: Dr. Josef Löwenherz; Jiskor: Oberrautor MargulieS. Eintritt frei! — Kulturgruppe der zionifttschen Bezirkslektion Brigittenau, 20. Bez., Karl Meißlstraße b. Heute, 4 Uhr. nachmittags. Besprechung zwecks Herzl- Grabgang. Erscheinen, speziell der Sammler, Pflicht! Morgen, 7,7 Uhr früh, Abfahrt der Sammler, 7,8 Uhr abends, der übrigen Teilnehmer zum Herzl-Grabgang. * Lernt retten! Im Strandbad Kritzendorf wird bei gutem Wetter, heute ' um 7,6 Uhr, ein' Inhaber des LehrscheineS der Deutschen Lebeusrettungsgesellschaft einen öffentlichen unentgeltlichen praktischen Vortrag Über das Rettungsschwimmen und Wiederbeleben abhalten. Di« zionistische Sektion Zwischenbrücken ist im Begriff, eine Jugenbgruppe zu gründen und ersucht daher Jugendliche, die sich dafür interessieren, beizutreten. Besonders werden die ehemaligen Mitglieder des Sportklubs Rejtm eingeladen. Zuschriften sind zu richten an Isidor Dirnfeld, 20. Bez., Universumstraße 34/14. Heute, 3 Ubr nachmittags, im Cafe Park, 20. Bez., Allerheiligenplatz 2, große Jugendversammlung. Referent Hans Kanbl. Bühne und Kunst. Konzert im Burggarten. Miartin Spörr, dessen Programme eine interessante ZufaMmenstellu-nig ausweis.m, brachte die Orchesterlieder ,M>e>genlied", „Fenstevpromenade" und „Dir" des früh verstorbenen, sehr begabten Wieners E. Pamer zu Gehör. Den Gesangspart führte Fräulein Sophie Braun aus. Dvorak 8 Symphonie ,Aus der Neuen Welt" und Poppers Cielloikonzert, von Richard Krotlschak gespielt, umrahmten die bemeckenslwerte' Uvaüsführung. Graphische Kunst. Ausstellung im Oefferreichischen Musemn für Kunst und r. Industrie. , Eine Ausstellung von Erzeugnissen technischen Gewerbes, Möchte man glauben, kann nur den Fachmann interessieren, den Maschinenmeister und Drucker, den Farbenchemikec, vielleicht sogar den Verleger. Das aber, was der Verein der Maschinenmeister und Drucker anläßlich seines 50jährigen ^Bestandes im Oesterreichischen Museum für' Kunst und Industrie darbietet, geht weit über den Rah inen einer fachlichen Schau hinaus: die Druckwerke beweisen die hohe Entwicklungsstufe der Reproduktionstechniken und -Druckversahven aller Art und stellen der österreichischen Leistungs-- fähigkeit auf diesen Gebieten das günstigste Zeugnis aus. In einem Lande, dessen künstlerische Produktion nicht jene Zonen erreicht, welche die internationale Welt als Maßstab höchster Kultur bewertet,- kann die .Kunst der Reproduktion Werte erzeugen, die an und für sich bestehen können. Das Entscheidende: . das Reproduktionsverfahren ist jeweils dem Charakter des Originals angepaßt. Die erfordert natürlich höchste Einfühlung, also auch schon eine gewisse Stufe künstlerischen Empfindens und Geschmacks. Wir sehen Farbenholzschnitte und Handdrücke nach japanischen und chinesischen Originalen, Farbendrucke nach Holzschnitten, Drei- bis Achtfarbeiidrucke nach Oelbildern, farbige Autotypien für Reklamezwecke, Offsetdrucke nach farbigen Stichen, Schabkunstlblätter, Photo- und Hello-' gravüren, Farbenlichtdrncke nach. Miniaturen, Schnellpressentiefdrucke, die für die Illustrativ neu der Tageszeitungen Verwendung finden, Tapetendrucke für die Tapetenindnstrie, Faksimile-Farbenlichtdrucke nach Originalgemälden; als neues technisches Verfahren, dem ein durchschlagender Erfolg beschieden sein wird, die sogenannten „B e l v e d e r e - F a k s r mite" auf Holz oder Leinwand nach Galeriewerken, volkserzieherisch von großer Wirkung und Bedeutung. Allererste Firmen sind mit Spitzenleistungelt vertreten. In vorderster Reihe stehen die Staatsdruckerei, die Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, der Verlag für Jugend und' Volk; ihnen. schließen sich die Kunstdruckanstalten Wolfrumverlag, Ehr. Reißers Söhne, Angerer und Göschl, A. Krckmpolek, Friedrich' Jasper, Graphische Union, Waldheim-Eberle, Max Jasfe an. Das neue photomechanische Verfahren der Belvedere-Faksimile wird nach Würthle Int' Kartographischen Institut angewendet. Die technischen Fähigkeiten sind hier mit gediegener .Auswahl vereinigt. o. r. Wiener Moraen^eitnng. 19. Juli 1924 Seite 1 Mitteilungen aus dem Publikum. Geschäfts h and wagen jeder Banart, viernnd zwelräderlg, steil nnd gefedert, in orstklasslgater Ausführung, zn ganz konkurrenzlosen Preisen, stets lagernd Klosterneuburger Wagenfabrik A. G., Wien, 12. Bezirk» Grieshofgasse 16, Telephon 82-4-39 m HalmkreuWg gegen Max Lieberman«. Die hakenkreuKerifche Berliner „Deutsche Zeitung" veröffentlicht unter der Ueiberschrsst „Der Akademie-Skandal — Zur Mischen Entwicklung der Akademie der Künste" ein längeres Feuilleton ihres Mitarbeiters Alfred Mühr, das mehrfache Anwürse geigen den Präsidenten! der Akademie der Künste, Prof. Max Lieb ermann, enthält. In dem Arti'M wich ausgeführt: „Die zum sechsten Male erfolgte Wiederwahl des Kubischen Staatsbürgers Max Lielbermann zum Präsidenten der Berliner Akademie der Künste gibt Anlaß zu notwendigen Auseinandersetzungen mit diesem .seit Jahren zersplitterten und unfertigen Organismus... Die Ausstellungen bringen regelmäßig nur Arbeiten aus ein und denselben (meist jüdischen) Clique einzelner Routiniers und Kraftjongleurs... Man lohnt jeden jungen deutschen Znstronr ab. Man will dort unter sich bleiben. Darüber geht die Entwicklung deutscher Kunst vor die Hunde! Die Berliner Akademie der Künste ist unter Führung Max Lieberimanns zum Sammelpunkt jüdischer Künstler geworden, deren Ziel dahin geht, das Berliner, bczichmrgsweise deutsche Kiunstlcibeu völlig zu unterdrücken. Liebermann ist Jude. Für sein Madomieprästd'mm besteht dev klaffende rassische Widerspruch zwischen Germanen und Juden. Die Knust zeigt den stärksten Ausdruck der Rasse. Alls Leiter der Akademien der Künste müssen wir 'Lielbermann instinktiv ab lehnen. Ein Jude kann niemals die Ziele germanischer Kunst vertreten... Es Muß einer siebenten Wahl vorigebeugt wecken! Sie ist bei «dem man gellte eit völkischen U eberblick deutscher Kreise möglich ... Wir müssen dvntsche Kunst auszüchten, die den jüdischen Modernen mit den reinen Waffen der Bcdeuständiakeit und dem Heimatsrecht entgegentritt. Dicke junge vöWsche Kunst muß in der Akademie ein Heim finden, Freunde und ■ Berater... Liebermann behält als Jude vorwiegend die Ziele seiner Rasse int Auge und die widersprechen unserem Volkstum. Deshalb ist sein Präsidium eine völkische Schande." Aus den Theatern. Volksoper. Heute, 7*8 Uhr abends, Prager Nationaloper, Smetanas „Die v e r k a u s t e B r a u t". Morgen statt Tschaikowskys „Eugen O n e g i n" „D i e v e t { a u f t e Brau t". . . 4. - y-.. K a m merspiele. Täglich, 8 Uhr abends, „W a 8 F r au e n t r ä u m e n". E a r l- T b e a t e r. Heute und - morgen amerikanischjüdisches Kunsttheater „Der große G e w i n st" von Schalem Alejchent. Montag und Mittwoch Henrik Ibsens „G es p e n st e r". Dienstag wird auf vielseitigen Wunsch „T e tv j e, der „M i l ch m a n n" wiederholt. T b e a t e r in der Io s e f st a d t. Heute bis Dienstag „M n t t e r l i e b e", „D i e Spieler", Ein Heiratsantra g". Das Leichenbegängnis der Elsa Szamosi. Donnerstag vormittags wurde -die einst gefeierte Sängerin Elsa S z amosi auf dem Bndapester jüdischen Friedhof bestattet. Die Künstlerin, die, als sie noch im Vollbesitze ihrer herrlichen Stimme war, Jen Stol« der Bndapester könialichen Oper bildete und diesem Kunstinstiint so vielen Ruhm brachte, wurde, fast könnte man sagen, mit Ausschluß der Künstleruttd Sängerwelt zu Grabe getragen. Weder das königliche Opernhaus, das einst so stolz ans'sie war, noch auch irgend ein anderes der übrigen Theater, an denen Elsa Szamolft gewirkt hat. war bei -dem Leichenbegängnis der jüdischen Künstlerin vertreten. Bloß der Opernchor widmete dem einstiigen Star ein Abschiedslied, sonst war kein einziges Wbschiedswort der ehemaligen Kollegen am Grabe hörbar' geworden. Desto größer -war die Beteiligung des großen Publikums, das oie Glanzzeit der Künstlerin, die auf so tragische Weise, aus den: Höhepunkt ihrer Erfolge ihr künstlerisches Wirken infolge Verlustes ihrer Stimme jäh hat abbrechen müssen, dankbarst in Erinnerung erhalten hat. Es war ein jüdisches Leichenbegängnis einer' jüdischen Künstlerin, die den Undank ihrer mchtjüdischen Umwelt schon-in den Tagen ihrer seelischen Mt so schmerzlich hat empfinden müssen. Das Ungarn Horthhs hat sich wieder in seiner ganzen Kulturwidrigkeii gezeigt. Der Nachruf des Oberrabiners Dr. Simon Hevesi hat eni-en unt so tieferen Eindruck geübt. Der französische Literaturpreis. Ter französische Schriftsteller Abel Bonnard erhielt von der Mademie den Literatnrpreisfür das Jahr 1923. Bonnard ist in letzter Zeit mit lhrischen Dichtungen, Novellen und Essays hervorgotreten. Ein unbekannter Brief Glucks. Unter den interessanten Stücken, die der 'französilscha Sammler Malheube der Bibliothek des Pariser Koüservatovvttms pm Geschenk gemacht hat, befindet, sich auch ein ebenso langer wie bedeutungsvoller Brief Glucks, von dem leider die letzten Seiten schien. Er zeigt, mit ivelcher Ueberlogmtg der Kontponist seine Texte boarbeiteie. Der Boies ist aus Wien Pom 1. Juli'1775 datiert und an den GesandtschaftssÄretär du Nonllet, seinem späteren literarischen Mitarbeiter gerichtet. Das Schreiben, das Muck als einen Brief in drei Akten bezeichnet, wird duwch eingehe>nde MitiMmgen über Textänderungen der „Alcesie" eingeleitet. Es folgt der Entivuvf eines abgeänderten Schlusses des Text bnchcs der „Ateeste", die Gluck mit dem . großen Chor _ beschlossen haben will. „Nachher," so schreibt er,^ „bars nichts ntehr kommen, als etwa noch eine Chaeonue für den Tanz. Dann Schluß: Denn es ist unmöglich, daß das Publikum nach >dem. was es hörte, noch etwas genießen Ikann. Man sollte schon nach Jphigente nichts weiter hören, und hier ist es noch etwas ganz anderes. Ich selbst wecke fast wahnsinnig, wenn ich -das Werk durchsehe. Die Nerven bleiben so lange gespannt und die Ausmevösamkeil ist vom ersten Wort bis zum letzten ununterbrochen gefesselt. Diese Oper gleicht einem Faß gefrornen Weines, dessen Kraft, Geist und Blume tu den Mittelpttnkt zuriückgewichen sind, und der vorzüglich, aber zu gehaltvoll ist, als daß man viel davon trinkeu kömtte. Der erste Akt dauert nur 40 Minuden, der dritte bis zur Ankunist Apollos 20 Akinuten. Die „Alceste" wird also niemals eine füllende Op et sein, was ganz nach meinem Herzen ist. Wir werden sie geben, sobald ich angekomnten sein wecke. Wenn ich ans die Aufführung länger warten sollte, so würde das mich verrückt machen. Seit einem Monat läßt mich die Oper nicht mehr^ fchtafen. Meine Frau ist verzweifelt. Es ist mir. als ob ich im Kopfe einen Schwarm von Bienen mit mir herumtra>ge, der ohne Unt'nlaß snnimt und brummt..." tzerichtssaal. Nie Soldeinlage« der alte« Sparers. Ein vorsichtiger Einleger. Johann PetriE, am bescheidener kleiner Sparer, hatte bei der Filiale Floridsdorf -der ZentraHpavkasse der Gemeinde Wien noch lange vor dem Kriege seine Ersparnisse in Gold h in terlegi. Wie viele kleine Leute, die aus alte Kriegszeilen zuriückblickten, wollte der alte Mann aber auch die Zusicherung haben, daß er bei Abhebungen wieder - iem eingelegtes Gold znrückerhalte, und der Kassier versicherte auch, daß er, da ja Gold immer vorhanden sei, auch Gold zurückerhalten würde. Bei den ersten vier Einlagen, dir ans den Jahren 1909, 1910, 1911 und 1912, im ganzen mehr als sieb e nhundert G o ld>k r o n e n ersolgten, wucke in dem Eiulagenbnch ausdrücklich der Vermerk „in Gold" hinzugesetzt, der dann allerdings bei Einlagen in den späteren Jahren unter'blieb. Als nun im Jahre 1921 der alte Mann seine Einlage von 1100.30 Go-Mronen zurückverlangte, bot man ihm nach dem Grundsatz: „Krone ist Krone", Papier« krönen/ Der alte Mann klagte die Zentralsparklasse der Gemeinde Wien aus Zahlirng von 1100.30 GoiMronen beim Zivillaudesgericht, wogegen die beElagte Spackasse in der Verhandlung einwendete, teaß Krone gleich Krone sei und daß eine Verpflichtung zur Rückzahlung der Einlagen in Gold nicht übernommen worden sei. Der Einzelrichter Landesgevichtsrat Dr. Eugen Richter hat nun der Klage t ei lw e tlf e st a t t gelgeb en und die Sparkasse verurteilt, den Betrag von stieben hundert Kranen, bei tvelchem das Emlagebnch den Vermerk „in Gold" enthält, auch in Gold zurückzuzahleu. ' Falsche „Aeghptische". Vor einem Schöfifensenat wurdegestern ein Rechtsfall verhandelt, dem folgender Sachverhalt zugrunde lag: Vor zirka einem Jahre tauchten in Wien, hauptsächlich in Kaffe Häusern des sechsten Bezirkes, massenhaft Zigaretten aus, die sich als ägyptische Sorte 3 präsentierten, jedoch sich dadurch von den anderen Aegyptischen unterschieden, daß sie billiger.warSn als die in den Trafiken erhÄtlichen. Gegen dreizehn Personen wurde beim Sträflandesgericht die Untechnchnug wegen Verbrechens des Betntges geführt. Dieses Verfahren wurde mangels eines betrügerischen Tatbestandes eingestellt, wo-raüf der Brtndeslschatz durch die Finaulzproknratitr gegen stelben Personen den Strafantrag ivegen Vergehens gegen das Mackettschutzgeisetz stellte, worüber gestern verhandelt wucke. Die Angeklagten gäben zn, mehrere hunderttausend Zigaretten gewerbsmäßig erzeugt und verkauft - zu haben, und erklärtem, auf Ibiöfc Idee dadurch verfallen zusein, daß sie in >den Zeitungen lasen, daß andere Personen mit falschen Zigaretten einen schwutt>gha!sten Handel trielben. Der Bundesschatz erblickte im Verhalten der A-ngelklagten einen Eingriff in das Mackcnrecht, und zwar deshalb, weil -das auf den falschen Zigaretten ansgedvitckte Jbisbilld mit den' Nurschrist „Aegypt>iiiche Zigaretten" sowie das Wasseckvttck- - Zeichen „Oesterreichische Tabakre-gie" zugunsten des Bundesschatzes als Marke registriert sei. Sechs Angeklagte wurden zu Geldstrafen im Ausmaß von 400.000 bis 3 Millionen Kronen und -jeder von ihnen zn einer Geldbuße von 3 Millionen! Kronen an die Täbakregie verurteilt. Eine Angeklagte wurde sreigesprochen. Der Mistbauer eine. Amtsperson. Eine Hanshesorgorin , nnd deren Sohn waren wegen A>ntsehrenbeleiidignng nach tz 312 St.-G. verurteilt worden, weil sie einen K eh r i ch t aufl e g er der Gemeinde Wien, wie dev Titel eines modernen Mistbauers heißt, tätlich gelegentlich. seiner dienstlichen Verrichtung bei der Kehrichtabsuhr beleidigt hatteut Gegen dieses Urteil/welches in Rechtskraft erwachsenwar, hat die' G e n e -r a l P r o k u r a t u r die N i ch t i g f e i t §- ' b rschwe-rde zur Wahrung dos Gesetzes bei dem -Obersten Gerichtshof erhoben und davgelogt, daß dem Mistbauer nicht der Charakter einer Amtsperson zuizueckennen sei- Zweitens fehle in dem Urteil des Bezicksge-vichtes die Feststellung, daß sich die Angoklaigten bewußt waren, daß der K'ehrichtausloger als -eine Amtsperson handle. Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil auf und verwies die Sache zur neue-rlichen Verhandlung an das Bezirksgericht, indem er eMärte, daß der Miststauer als Amtsperson zu betrachten sei, da-er ein Interesse der öffentlicheit Oridnn-ng uttd Sanitätspf-lege ver« . sehe. Das Urteil sei jckoch trotzdem ausz nheb eir, weil nicht festgestellt erscheine, bb die Beleidiger sich bewußt waren, daß sie es mit einer Amtsperson zn hm hatten. ♦ Spenden nimmt entgegen: Anrean der Keren Kajemeth l' Zsrael, 2. Bezirk, Muegaffe 33 rrletzhü« Rümmer 45>B06 <ßnftfaarfs'f2n?niita 100238