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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-19 · Heft 1949 (19.7.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1949 (19.7.1924)
Date
1924-07-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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KCefle« Wien, SamSkag Wiener Mosgenzettnnsf. is. Zurr im Nr. 1949 TAUSENDE Der Kampf gegen das Arsenal. Um das Wöllersdorfer Panama r« vertusche«. — Las Arsenal vollkommen aktiv. — Wen «tngefShr eine Billion. vaüassene, schmucklose Srilber beweisen» daß die liebevolle Erinnerung a» bie Verewigten audllirit. Mt Armut darf niemand seine GleichMkigleir und GesLhlSlosigkeit entschuldigen, denn die Kunstlleinsabrik „ASRA“, Wien, I. Stuben ring Nr. Ifi DerkausSfiliale r ZI« Limmeringcr Hauptflr. 351a bwS liefert vtntzlerisch aurgesührte» garantiert wetterfeste Grabsteine -n beispiellos bwlge» Preise«. U Besichtige di« ständige Ausstellung! wurden vereinzelte Pfuirufe und Drohungen laut. Am Schmerlingplatz löste sich der Zug auf» die Angehörigen der Zentrale Berggasse zogen geschlossen, die übrigen in kleinen Gruppen ab. Nach 11 Uhr wurde die vor dem Parlanient postierte Polizeimannschaft zurückgezogen. Es dürften 2000 Personen — darunter sehr viele Frauen — an der Demonstration teilgenommen haben. Am 12 Uhr wurde der Dienst wieder aufgenomm e n. Die nichtsozialdemokratischen Angestellten haben sich an dem Streik nicht beteiligt. Eine Deputation erschien beim Vizekanzler Dr. Frank, der.mitteilte, daß noch nachmittags durch den Generaldirektor Hoheisl die Verhandlungen wieder ausgenommen werden. Abends fand eine Vertrauensmännersitzung der Technischen Union statt, die sich mit diesen Verhandlungen beschäftigte. Von dem Ergebnis dieser Beratungen hängt die weitere Haltung der Technischen Union ab. Jer Monarchist Padasaunig verhaftet. Degen gefährlicher Bedrohung des Schriftstellers Karl Kraus. Gestern wurde der Kanzleidirektor der ehemaligen Kabinettskanzlei, Stephan Padajaünig, dem Landesgericht eingeliefert, da er am 16. d. in einem Stadtcafe den Schriftsteller Sfonl Kraus durch Zurufe gefährlich bedroht hat. Padajau-nig ist infolge eines Rückenmarkleidens nicht arrestsähig und mußte deshalb dem Jnquisitenspital übergeben werden. Padajaünig pflegte mit Ansichtskarten, die das Bild des kleinen Otto Habsburg trugen, in den Kaffeehäusern zu hausieren. Erst jüngst wurde er im Cafe Landtmann ungehalten, da sich Gäste über sein renitentes Benehmen beschwerten. Krise in der Srganisatiov der Straßenbahner. Babinec tritt zurück. Der Obmann der „Organisation der Straßenbahner W-ens", Karl Babinec, hat sein Mandat zurückgelegt und Siefen Schritt damit begründet, daß einzelne Vertrauensmänner aur die Taktik des „revolutionären Blocks" als die einzig richtig« anerkem.'Ln wollen. Diese revolutionäre Taktik sei bisher von de'' überwiegenden Mehrheit der Vertrauensnränner »bgelehnt worden, weil sie die Ansicht vertreten, daß die „nichtrevolutionäre" Tätigkeit zwar langsam, aber sicher zur teil* veisen Besserstellung geführt habe. Da aber die revolutionären Vertrauensmänner, obwohl sie bisher auf keine Erfolge Hinweisen können, nicht müde.werden, die Vorteile ihrer Tätigkeit in allen Tonarten anzupreisen und dies schon zu stürmischen Vorgängen geführt habe, wolle er (der Obmann), um diesen Zuständen - ein Ende zu bereiten, den Gegnern Gelegenheit bieten, die Leitung der Organisation in die Hand zu nehmen, um den Beweis zu erbringen, daß ihre Tätigkeit nicht richtig ist. Da auch die beiden Obmann-Stellvertreter sich weigerten, die Obmannstelle zu übernehmen, wird Babiniec bis zu der Neuwahl, die in der am 1. September stattfindenden Generalversammlung vorgenommen .wird, die Geschäfte der Organisation weilerführen. Sine Protestversammlnng der Filmleute. Zugunsten der in Frankreich verhafteten Filmgesellschaft. Wir. haben über die Verhaftung mehrerer Wiener Film- ,chauspieler in Versailles wegen Mitwirkung an angeblich unsittlichen Filmaufnahmen berichtet. Gestern fand nun in dieser Angelegenheit im Restaurant ,Air goldenen Glocke" eine Protestv ersammlung.statt, die von dem Bund der Filmindustriellen in Oesterreich, der Bereinigung der künstlerischen und kunsttechnifche>n Mitarbeiter der Filmerzengung Oesterreichs, dem Verband de« Filmdarstekler und -der Union des Kino- und Bühnenpersonals einberusen worden war..Die Versammlung in der außer österreichischen, auch ausländische Mitarbeiter der Filmindustrie anwesend waren, verlief sehr erregt. Die Verhaftung der Künstler wurde als Konkurrenzmanövev einer Pariser Fi-lmsirrma bezeichnet. Es wurden wiederholt Worte des Tadels über das laxe Verhalten der österreichischen Gesandtschaft in Paris laut, die sich nicht mit dem nötigen Eifer für die sofortige Freilassung der widerrechtlich verhafteten Künstler eingesetzt halbe. Es wurde von den Ders-ammbuugsteilnehrner«, unter denen sich auch mehrere Franzosen befanden, über die geeigneten Mittel zur Befreiung der gefangenen Schauspieler beraten und schließlich eine Resolution beschlossen, die auch der französischen Prasse und der französischen Gesandtschaft übermittelt wirb. In der Resolution erhebt die Versammlung Einspruch gegen die aus nichtigen Gründen erfolgte Verhaftung ihrer Kollegen, verwahrt sich insbesondere gegen die I n f i n u a t li o n, daß Vertreter der österreichischen Industrie den Versuch gemacht haben sollten, unsittliche Filme öder Szenen zu. drehen und verweist darauf, daß- Firmen, Regisseure, Schauspieler und 'Techniker aller Auslandsstaaten, insbesondere jedoch solche Frankreichs, in Oesterreich nicht nur ungestört arbeiten konnten, sondern auch stets'gastfreundliche Aufnahme und größtes Entgegenkommen fanden. Sie fordert gleichzeitig die einschlägigen Behörden auf das dringendste auf, gegen die ungerechtfertigte Verhaftung ihren Kollegen Einspruch zu erheben und alle Hobel in Bewegung zu setzen, damit dieser unlwürdige Zustand jo rasch als möglich beendigt werde. Sollte in kurzer Vor einigen Tagen wurde die Wiener Oeffentlichkeit plötzlich mit Meldungen über den ungünstigen Stand der Arsenalwerke überrascht. Zuerst war nicht klar, was diese Nachricht bezwecke. Nun ist die Ursache dieser Veröffentlichung festgestellt. Man wollte nicht, daß über die Wöllersdorfer Affaire so viel gesprochen werde, die m das Ressort des Handelsministers gehört. Und so wurde von einer großdeutschen Korrespondenz eine Mitteilung über die Arsenal- Werke gemacht, die auf diese Weise in den Mittelpunkt der Diskussion gezogen werden sollten. Die Sache ist mißlungen, im Mittelpunkt der Diskussion standen nur die groß" deutschen Minister. Tie Hakenkreuzler haben die Kampagne gegen das Arsenal verloren und Herr Tochwadt, der Führer der Wöllersdorfer Hakenkreuzler, wird vor der Wirtschaftspolizei über das Wöllersdorfer Panama auszusagen haben. Wir haben kein Interesse an dem Arsenal und können darum vollkommen unbefangen feststellen, daß dort g earbeitet wird, was man bei Wollersdorf nur von einigen Betrieben sagen kann» uitb daß int . Arsenal nichts gestohlen oder abverkauft wurde. Generaldirektor Oberbaurat Ried, der die gememwirtschaftlichen Unternehmungen mitbegrüudet hat, und sein Gehilfe Direktor Fischer sind keine praktischen Fachleute gewesen, ihre Nachf olger werden die bisher begangenen Fehler gutzumachen haben. Die Arsenal-Werke sind ebenso wie andere Unternehmungen durch die gegenwärtige Arbeitskrife in finanzielle Schn ürigkeiten geraten. Sie sind ganz auf sich angewiesen, da seit dem Herbst des vorigen Jahres die Unterstützung des Bundes vollkommen ansgehört hat. Nun hat si chdie Leitung des Arsenals jnst die Unterstützung der Eskompte-Gesellschaft, wohl mit Hilfe Breitne rs, gesichert, die Verhandlungen über ein großes Darlehen sind beinahe beendet und die Fortführung der Arbeiten des Arsenals gesichert. Einer unserer Mitarbeiter teilt uns mit: Das Arsenal hat 140 Objekte, Nichts wurde verschleudert. Maschinenverkäufe haben überhaupt nicht stattgefunden. Es find Tochtergesellschaften gegründet, wie zum Beispiel die Holz- Werkegesellschaft, die- Sattler- und Lederwarengesellschaft, die Kupfer- und Zinnhütte-Gesellschaft, die Wiener Kunst-E-rzgießerer-A.-G. usw. Die Lebensfähigkeit des Arsenals geht daraus hervor, daß es möglich war, Linnen vier Monaten ein komplettes Kleinauto — das A m i l e a r- Auto— als beste mitteleuropäische Marke zu erzeugen. 12 Stück sind bereits gebaut, 500 werden bis En.e 1024 fertig sein. Der,Preis beträgt 70 bis 76 Millionen. Ferner werden Motoren der Type Deutz und Müllereimaschinen erzeugt. Diese drei Neuerzeugungen erfordern natürlich Betriebskapital. - Ter Jahresumsatz des Arsenals wird auf un< gefähr 90 Milliarden geschätzt, wobei ein allerdings nicht großer Gewinn, berechnet äst. 1700 Arbeiter sind in den Werken beschäftigt. Die finanziellen Schwierigkeiten sind vor allem auf das seinerzeitige Mitglied des ständigen Ausschusses Dr. Schechnec, des Präsidenten der Warcnverkehrsstelle, znrückzuführen, dem es das Arsenal zu verdanken hat, daß durch lange Zeit anstatt mit Fabrikationsproblemen mit phantastischen Ideen von Konzerngründungen und Tochtergesellschaften gearbeitet wurde. Aus dieser Zeit stammen noch Werte in der Höhe von 30 Milliarden, wie Pflüge, Fuhrwerke ustv., deren Verkauf nicht so rasch möglich ist. Jetzt wird nur ans Bestellung gearbeitet. Das jetzige Programm lautet: Ruhige, solide Fabrikation, losgelöst vo n aller politischen Problemen. Die Meldungen, daß zu billige n Preisen Nob ver käu f e erfolgt sind, sind unwahr und tendenziös. Gegenüber den Wöllersdorfer Werken fällt eines sofort auf: Hier ist Arbeit, ohne staatliche Unterstützung, wenngleich es sich nm ein- Unternehmen handelt, an welchem der Staat mit 100 Prozent beteiligt ist, doch in Wollersdorf herrscht nur das Bestreben der Dachgesellschaft, möglichst viel wertvolles Material in die Hände einer reichsdeutschen Unternehmung zu bringen. Hier ein Betrieb, der über eine Billion repräsentiert und in den Händen des Staates geblieben ist, dort ein Betrieb, der vielleicht einen noch höheren Wert repräsentiert hat und dem Staate beinahe ganz aus der Hand genommen wurde. Es ist 'klar, daß man infolgedessen eine gedeihliche Arbeit des Arsenals wünschen muß, das in seiner Tätigkeit durch Unkenrufe von Wöllersdorfer Anhängern nicht gestört werden darf, die gerne die Wöllersdorfer Frage auf ein Nebengeleise bringen und dann ganz verschwinden machen wollen. Zeit die Intervention der angerufenen Stellen keimen Ertfckg bringen, so könnten sich die Verbände der Filmindustrie nicht dafür verbürgen, daß das bisherige reibungslose Arbeiten mit den fraitzösiischen Filmunternehinen, Schauspielern und Regisseuren sich in den bisherigen Formen vollziehen werde. Im Falle die Resolution nicht die gewünschte Wivkunlg ausüben sollte, werden die genannten Organisationen gemeinsam mit den hier lebenden französischen Künstlern einen Demonst-raiionszug zur französischen Gesandtschaft veranstalten. * Wie uns aus Paris gemeldet wird, hat qest-'rn der Untersuchungsrichter die sechs öst-erreichschen FilmlüMr verdorr. Die drei Damen der Gruppe wurden gegen ein: K^'l.:on vm 2000 Fanken in Freihell gesetzt. Las Wetter. Die Verschlechterung der Wetterlage hat weitere Fortschritte gemacht. Das Regengebiet erstreckt sich von den Alpen bis zur Nordsee. Die Voraussage lautet auf trübes regnerisches und kühles Wetter. Wi -e n. 19. Juli. * Das neue städtische Kinderübernahmsamt. Wie wir erfahren. ist das neue städtische KinderÄbernahmsamt in -der Ayrenhoff- und Sobieskigasse nunmehr baulchi vollendet und es -soll schon in den nächsten Monaten die bisher in der Siebenbrunnengasse in Margareten untevgebrachte Kinderübernahmsstelle aufgelassen werden. Das neue städtische Kinderheim repräsentiert sich als ein überaus schmucker Bau. * Die landwirtschaftlich« Musterschau. Die Landwirtschaftskammer . veranstaltet, wie im Vorfahre» im Rahmen der Wiener Herbstmesse eine la n dw >i rts ch a ftlich e Musterschau, die auf dem Wesbaelände der Wiener Rotunde stattfinden und einen Ueberblick über die Tätigkeit der österreichischen Landwirtschaft geben wird. Die Aufstellung der Gegenstände muß am 6. September beendet sein. ^Schwindel mit Sommerwohnmtgen. Gestern wurde in der Person eines gewissen Anton W oller aus Jenbach ein Schwindler festigestellt, der Personen unter dem Vorgeben, ihnen S o m m'e r w o h n u n >g e n zu verschaffen, G -e l d herausgelockt hat. So hat ihm ein Postofsizial 200.000 Kronen als Angabe für ein Zimmer in Meierhofen im Zillertal übergeben. Als der Offizial mit seiner Familie in Meier- Hofen eintraf, war weder ein Zimmer zu haben» noch Woller zu sehen. Der Offizial erleidet durch die erfolglose Reise einen Schaden von zirka zwei Millionen Kronen. * Jugendwanderherbergen in Salzkammergut. Am 20. d. werden längs der Salzkamm -ergu 1 b ahn durch das Wiener Jugendhilfswerk acht Jugendwanderherbergen eröffnet, vie allen- Wandergruppen, gleichgültig .welchen -Organisationen sie angchören, zur Verfügung stehen sollen. Es ist dies der - erste Versuch in Oesterreich, eine Reisekinie planmäßig mit Herbepaen für jugendliche Wanderer ouszustatten. Die Nächtigun-gsgeviihr beträgt bloß 3 000 Kronen pro Bett und Nacht. * Die Robert Stolz-Bühne. Ueber die Umwandlung von „Max und Moritz" fit ein Vaudevilletheater wird uns noch mitgeteilt. Robert Stolz hat die Räumlichkeiten von der Edition Bristol A.-G. gepachtet. In dem neuen Theater wird vorzugsweise das französische Vaudeville gepflegt werden. Bühne, und Zuschauerraunt werden gänzlich umgestaltet. An Stelle der Tische werden Sesselreihen treten und das Orchester wird bedeutend vergrößert. Stolz beabsichtigt^ zirka 20 Künstler in einer zehnmonatigen Spielzeit zu beschäftigen. Er wird selbst dirigieren. Die Eröffnung findet am 1. Oktober mit einem Vaudeville von Bruno Hardt und Karl Farkas statt. — Die Possenbühne „M a x und Moritz", die aus der Budapester Orpheumgesellschast hervorgegangen ist und früher in den Räumen der jetzigen Roland-Bühne untergebracht war, wird im Herbst wieder dorthin zurückkehren. * Blitztelegramme im Verkehr mit Deutschland. Im Verkehr Mit Deutschland fft der Blitztelegrammverkehr versuchsweise ausgenommen worden. Diese Blitztelegramme müssen in offener, deutscher Sprache abgefaßt sein und sollen nicht mehr als etwa 30 Textwörter enthalten. -> Als Adresse ist nur das Bestimmungsamt anzngeben. Der Name des Empfängers und die Bezeichnung seines Fernsprechanschlusses müssen die -ersten Textworte sein. Der eigentliche Text ist durch einen Doppelstrich zu trennen. Die G e b ü h r betragt das Neunfache eines gewöhnlichen Telegrammes nach Deutschland. Das Wort „Blitz" ist gebührenpflichtig. Blitztelegramme können werktäglich längstens bis 18 Ilhr aufgegeben werden. Die Zustellung muß mittels Fernsprechers möglich sein. . * Der Jüdische Nationalfonds (Keren Kajemeth l'Jsrael) wird ferne Werbetätigkeit in nächster Zeit.in allen Kur- und Badeorten Oesterreichs aufs nachdrücklichste aufnehmen. Es handelt sich darum, an joden Kreis heranzuikommen, der mir irgendwie unseren Zielen zu gewinnen ist. Das Wiener Bureau (3. Bez./Zirkusgasse 83) glaubt, daß es hiev aus die tatbereite Unterstützung aller Gesinnungsgenossen rechnen darf, und bittet joden, der unserer Dache dienen will und den Sommer in irgend einem Kurort verbringt, so rasch als möglich, das heißt sofort, Namen und Aufenthaltsort bekamt kpigcben. Die hohe Verpflichtung, die wir Ussischkin gegenüber aus uns Mtommen.Haiden, und die ernste Lage in Palästiita fordern gesteigertes Dor>antwortlichkeitsgefühl und geswigerte Hingabe an unsere Alltagsarbeii für Erez Israel. * Die Grabrede des Täuflings auf dem Preßburger jüdischen Friedhof. Anr 13. d. wurde der in Preßiburig plötzlich verstorbene Herr S zold, DiMtionsmit-glied der Zuckerfalbrik in Sereth -an der Waag, unter großer Beteiligung am Friedhöfe der israe'l-itUchen Religwnsgemeinlde bestattet. Die Chewva Kadischa dieser Gemeinde hatte nun sonder.barertveise gestattet» daß der Diwktor der Dios-zeger Zuckeosobrik, der seit Violen Jahren getaufte. Herr Kuss u e r, in der jüdischen Loichenhalle die Grabrede halte» was auch geschah. In der Preßlburger jüdischen Bevölkkerung hat dies große Empörung über diches Vorgehen der Chowra Kadischa. hervorgerufen. * Die Mörder der zwei jüdischen Familien bei Zieleniec ergriffen.-Me I. T. A. aus Warschau berichtet, ist es der Polizei von Siedlec nach längeren Nachforschungen gelungen» der Moder der zwei a-uf der Chaussee zwfichen Zieleniec und Wenarowo getöteten -jüdischen Familien habhaft zu werden. Der Polizei stellte fest, daß in der Kolonie Gorbuwka drei Brüder Golosnek wohnen, die mit dem ermordeten Milchhändler Budnh in ständigem Streit lagen. Die Polizei hat zunächst die beiden Brüder Stanislaw und Boleslaw G o- I o s n eck verhaftet, während es dem ältesten der Brüder, Joscs Golosnek, gelungen war, ztr flüchten. Die Mörder leugnet-e-n znerst^ doch als sie an den Ort der Tat -gebracht wurden» und man ihnen die am^ Tatort gefundenen, von ihren Kleidern herrührenden Knöpfe vvrz-eigte. gestanden sie den Mord ein. Später wurde auch Josef Golosnek verhaftet, der aber ein- Mitschuld leugnet.

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