Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-07-16 · Heft 1946 (16.7.1924) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1946 (16.7.1924)
Date
1924-07-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981029--19714-3006883
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

91». 1946 ■ M«>>, Miitwoch _ Wiener MorgeUzeltnng. 16. ®utt 1924 __Teils 9 Rußlands Schulde«. (Eigendimst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 15.- Juli. In der gestrigen -s Sitzung, der britisch-rus s ischon Konferenz wurde' eine endgültige Entscheidung über die Privatforder u n g e n erzielt. Nach dieser Entscheidung sollen die Verhandlungen zwischen den Privatpersonen und der Svwjetvegi ertrug ein Jahr lang geführt werden. Gleichzeitig' finden auch die Verhandlungen bezüglich der Regelung der B o rkrie gs schulden statt.- „Westminster Gazette" behauptet, die Sowjetdelegation sei zur Anerkennung der Ver- Mchtungen und zu weiterem Entgegenkommen bereit.-.Die Sowjets wollen ein feierliches Versprechen abgeben, die BorkriegHschulden nach einem bestimmten Abstattungs- 'modus zu bezahlen, lven-n dadurch die neu« Anleihe . ermöglicht würde. Irr Bürgerkrieg in Milien. New-Iork, 14. Juli. (Wofff.) Wie aus Santo8 gemeldet wird, war der letzte Kampf inSaoPaolo, außerordentlich heftig. Die Zahl.der Toten unter den Truppen und Zivilpersonen wird auf 3000 geschätzt. Das große Hotel ,/§ s p I a n a d e", das in ein Spital umgewaudelt Wurde, sei voll von Verwundeten. Fbüchtl-inge bestätigen die Nachricht, daß 600 Mann Gundestruppen, die in der vorigen.Woche aus Santos nach Sao Paolo zur Unterstützung abmarschierten, von den Aufftändischen niedergemetzelt worden seien. Die Zahl der Aufständischen, .die Sao Paolo verteidigen, werde auf 34.000 geschätzt, während, die Bundestvuppen einschl-ießlich derjenigen,-die sich noch auf dem Marsch gegen-Sao Paolo befinden, 24.000 Mann, stark fein durften. - Sao Paolo wird werter bombardiert. tEigen-lüenst der „Wiener Morqemeiiuna".) London, 16. Juli. Auch die verstärkten Regievungskvuppen vermochten die Aufständischrn in Sao Paolo nicht zu besiegen, die laut amerikanischen Berichten über 20.000 Mann statck sein sollen. Die Aufständischen beabsichtigen, vorläufig Santos nicht anzügveifen, sondern marschieren auf Rio d e I a n e i r o. Auf ihrem Marsche heben sie unablässig neue Truppen aus. Während der ersten Straßen'kämpft in Sao' Paolo gab es ungefähr 3000 Tote. Die Regieru ngstruppen setzen das Bo mbardem e n t der S t a d t f o r t, wodurch die empörte Einwohnerschaft den Aufständischen zugetvieben wurde. Zwischen den Aufständischen und den Marinetvuppen in Parana ist eine n e u e S ch l a ch t entbrannt. Die Truppen von Rio Grande sympathisieren mit den Aufständischen, dadurch erscheint, auch die Lage in Südbrastlien für die Regieru-rvg> gefähvdet.;; * AchechW-dentsche BeWrechnngen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Prag, 15. Juli. Heute, begaben sich Vertreter einiger Ministerien nach Berlin, um, wie gemeldet, mit Deutschland die vereinbarten handelspolitischen Bespre chung e.n auszunehmen. Die Beratungen werden sich vorderhand lediglich aus wichtige Fragen des Bewillignngsregimes beschränken, während die definitive Revision der bestehenden Verträge und der Abschluß eines umfassenden Tarifvertrages im Herbste erfolgen soll. Zdtzlle in der Schmiede. Perez Hirschbeins „Des Schmiedes Töchter", aufzekührt vom New-Iorker Jüdischen Kuristtheater (Gastspiel im Carl-Theater). Der Dovfschmied Rachmen Ber hat zwei Töchter, ZwMngskinder. ,Äeje Tobe -ist mehr erwachsen als i-hve kleine Schwester Selbe, die um ein Paar Stunden früher das Licht der Welt erblickt hat. Aber Seide, die'zusammen mit ihrer Schwester in-der freien Natur ausgewachsen ist, hat um etliche Menfchenalter mehr weibliche Reise-als ihre große Zwillingss-chwester. Bon dieser wie ein Kind behütet wächst sie stets -über sie hinaus, gar dann, wenn - es mm einen Mann geht. Aber Selbe genügt in ihrem unschuldigen Weibwesen ein Mann nicht; sie lockt und zieht, ohne Arges zu denken, die beiden Männer immer an, welche bei ihrem Vater in der Schmiede avbeilen^, ebenso wie sie den Bauernbürschen -dazu bringen könnte, um ihretwillen Jude zu werden. Den beiden Schmiedegesellen sind die 'Köpfe verdreht und es entstehen zwischen ihnen die kleinen Eifersüchteleien, die enger Raum Vevstattet. Aber Lese Dobe, die ihr weibliches Recht, Männer zu fesseln, fordert, will sich von -der Schivester nicht in 'den Schatten stellen lassen. Sie kämpft um einen Mann (der Schwester fällt jeder mühelos — verzeihen Sie, nach Wippchen, das harte Wort in den Schoß), kämpft mit der Schwester und kämpft mit den Männern; selbstverständlich gewinnen beiden Schwestern die Männer ihrer Neigung. Diese an Goldsmith mahnende Idylle hat Perez Hirschbet n,- der das jüdische Theater mit einer Reihe, von volkstümlich gehaltenen Stücken, die aber im Kern alles eher als volkstümlich sind, versorgt hat, zu einem Lustspiel für das Theatev gestaltet. Der Grundfehler dieser Dichtung (als solche kann diese Idylle, die ganz reiMlle Szenen, enthält, angespvochen werden), besteht darin, daß! ♦ Sie letzten Kurse. (Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung".) London^ 1b. Juli. Bei wenig bewegtem'nnd abwartendem Geschäft war die auuffallendste und allgemein beachtete Erscheinung der starke Rückgang der ' ungarischen Anleihe wegen der beute gemeldeten amerikanischen Bemühungen, ihre Tranche in London zu placieren. Die ungarische Anleihe schloß mit einem Disagio von ly* Prozent. Brasilianer bliebrn weiter angeboten, aber wegen des Reichtums des Landes meinen die Finanzblätter, daß eine baldige Erholung wahrscheinlich sei. Sonst waren Sao Paolo-Eisenbahn weiter rückgängig. Tabakaktien waren auf Gewinnrealisationen und RubLeraktien wegen des billigeren RohproLnktenpreises nach der letzten Steigerung schwacher. London, 15. Juli. Dev i >1 e n s ch l u ß k u r s er Wien 310.500, Prag 148, New-York 4.37»/,. Paris 84,25, Brüssel 97'/,. Rom 101, Zürich 28.74'/,. Madrid 32.84'/,, Amsterdam 11,57, Kopenhagen 27,20'/„ Christiania 32,55'/,, Stockholm 16,44'/,, HelsingforS 174, Berlin 18,12'/, Billionen, Bukarest 962. Wechselkurse; New-York 4,3675, Paris 84,60, Brüssel 95,875, Berlin 18,125 Billionen. Wien 310,500, Prag 147/0, Amsterdam 11,525, Ehristianicr 32,47, Stockholm 16,44, Kopenhagen 27,20. Schweiz 23,95, Finnland 174,50, Nom 101,125, Warschau 22,75, Sofia 600, Athen 257,, Bukarest 967,50, Konstantinopel 861, Budapest 340.000 bis 370.000, Riga 22 67. O e st e r r e i ch i s ch e Anleihe 88.75. tschechische deutsche 3°/,ige 21, Royal Dutch 29,25, Shells 4, Centremining 11, Debeers 12,126, Generalmining 12, Rio Tinto 33, Diamons 17. Metall markt Kupfer Standard prompte Ware 60,17,6 bis 61, dreimonatig 61,17.6 bis 62, Elektrolyt 64,15 bis 65, Zinn Standard prompte Ware 226,5 LiS 226,10, dreimonatig 227,15 bis 228, Blei englisches 84, ausländisches 32,15 bis 30,5, Messing ausländisches 32.2,6, bs 91,15. Baumwolle; Liverpool, Amerikanische Terminware, Umsatz 5000, importiert 7263 Ballen. Anfangs 3 bis 5 Punkte später schwächer wegen amerikanischer Manchesterverkäufe. 12 Uhr 16 Min. 9 bis 3 Punkte niedriger, 2 Uhr 1b Min. 9 bis 4 Punkte niedriger, Juli 16.42, Oktober 14.09, Jänner 14,22, März 14,11, Fullmibdling 17,08. Paris, 15. Juli. Di« heutige Börse war etwas belebter als an den vorangegangeuen Tagen, besonders infolge Orders aus der Provinz, welche sich während der börsenlosen Tage angehaust hatten. Die leichte Entspannung der Devisen hat noch zugenommen, was insbesondere französischen Renten zugute kommt. Auch französische Kreditanstalten sind sehr fest. Die internationalen Valutenpapiere, welche infolge der Abschwächung der Kurse logischerweise hätten rückgängig sein sollen, zeigten einen bemerkenswerten Widerstand' und verloren nur ganz unwesentlich an ihren Positionen. Die russischen Wertpapiere waren sehr behauptet. Der russische Markt war verhältnismäßig fest. In der Kulisse machte sich eine leichte Re- . aktion auf allen -Kursen der Valutapapiere bemerkbar. Diese war jedoch viel geringer, als sie im Vergleich zum Rückgang des englischen Pfunds hätte sein müssen. , London 84,53, Now-Aork 19,35, Prag 57,40, Bukarest 9, Wien 27. Paris. 15. Juli. (Radio.) Effektenschluhkurse: Banane de. Trance —, Pragobanka —, Credit Lyonais 16,20, Suez 14,490, Platine —, Dabrowa 781'.—, Banane Ottomane 778, Central Mining 961, Rio Tinto 2842, Le Rapbta rufie 415, Succeried Egypte 1115, Caut^choues fin 166,60, Chartered 49.50, Debeers ordin. 10,59, Goldfields 83,75, Huambakas 358, Jägers Fontain 268.—, Malacca ordin. 169.—. Maltzoff —, Mexican Eagle 77,75, Padang 383, Rand Fontain —, Randmine 264.56, Silva plana 182. Tanganyika 167.—, Tubice soie 652.-, Utah Ccpper 1457, Shell 347.-, Royal DutÄ 25,300,. Burmah —. Aew-Vork» 15. Juli. (Radio.) D e v is en s ch lu ß kurser Tagaeld 2°/<>, Wechsel auf London 4,36,87, 60 Taae-Wechiel 4,33,87, Paris 5,16, Amsterdam 37,80, Berliner Schlußkurs 23V,. bis 24, Silber 67'/^. Prag 2.95'/,. New-Borlr,14. Juli. Effektenbörse. Canadicnr Pazific 148,125, Union Przific 136,375, Union Steels 100,25, Royal Dutch 46,60, Atchinson 104,375, Baltimore and Ohio 60,375. Eary 30,75, Milwaukee 14,50, Cheaspeake 86, Greath. Northern 63,376, Southern Pacific 93. sie ganz und gar nichts Dramatisches in sich hat; w gewisser Beziehung aber dann dies als ein Vorzug gewertet. werden, da dieses Spiel die Möglichkeit gibt, die feinsten seelischen Fäden von Szene zu Szene, von Stimmung zu Stimmung zu ziehen. Gewisse neue französische Stücke arbeiten /mit der gleichen bewußten Vernachlässigung des Theaters. Der Hauptvorgug des Stückes (der von manchen jüdischen Theaterfanatikern als Mangel ausgelegt werben mag), liegt ldarin, daß seine Stimmungen -und Situationen über das Jüdische hinaus ins Menschliche, oft ins Physiologrsch-iMenschliche reichen. Es gibt da eine Szene, wo die „zurückgesetzte" Zwillingsschwester dem Manne, zu dem sie ihre Neigung zieht, ihre Kraft beweisen .will und ihm anbietet, ihn aus 'dem Zimmer z-u drängen; dem Auer- , bieten folgt die Tat auf dem Fuße. Physiologische Psychologie, wenn man so sagen darf. Noch einmal: Ein Vorzug dieses Stückes ist, daß es in seinem Grundwesen nicht am Milieu klebt; allerdings, die jüdischen Milieufexe, die es hüben und drüben leider Gottes „in Unmenge gibt, werden auch bei diesem Stück auf ihre Rechnung kommen; denn es spielt seinem Wesennach eigentlich rein!zufällig) in einer jüdischen D>ovfschmiede, in der sich dörfisches Judentum mit harter Arbeit mengt. „De's Schmiedes Tochter" sind übrigens das einzige. dramatische Werk Perez H i r s ch b e i n s, das über die schemenhafte Leblosigkeit seiner bisherigen dramatischen Vorwürfe hinausgeht, die, je mehr sie sich in Sinn und Wesen jüdischen Volkstums und jüdischer Volkssage versrüken. desto lebloser und starrer werden. (Siehe das auch in Wien durch die Wilnaer Truppe bekannt gewordene BoMstück „Die puste Krejtschme") Zum ersten Male ist es Hirschbein gelungen, lebensvolle Stimm-ung auf die Bühne zu bringen, nicht die aus Sagenmhstik konstruierte Dämmerspielerei mit Symbol und Beziehung. Vielleicht/steht dieses Stück, obwohl doch immer, diesmal' ganz überflüssig, ein Symbole redender oder singender, bei Ser Gebranch der Mischen Sprache in Wen. (Cigendienst der „Wi^er Morgenzcitung".)- Warschau, 15. Juli. In der'Sejmsitzung, im welche, die Sprachengesetze zum Beschlüsse erhoben wurden, hat der Sejm auch eine vom Verfckss'ungsausschuß vovgeschtagene R e s-ol u t i o n angenommen in welcher die R e. g i e« ru ng ausgefordert wird, eine Verordnung über den Gebrauch der jüdischen Sprache in Versa mm l u n g e n herauszng^ben. (Bekanntlich ist insbesondere in -Galizien von den Ortsbehörden mehrfach der Gebrauch der jüdischen ^Spräche in Versammlungen derboten worden, was vielfach zu Beschwerden der parlamentarischen Vertreter der Juden'schaft im Sejm führte, welche ^darauf h'mwiesen, daß verfassu-nasmäßig der Gebrauch der Muttersprache keinem Staaisl'ürger verwehrt 'werden dürfe.-Einheitliche Weisungen der Negierung an die Lokalbehörden sind daher notwendig.) , Ausländischer Mnsyrich Jt« die Bodenenteignunq in Lrttlund- Wie die Wiener Politisch-' Korrespondenz-erfahrt, wk« in Lettland gegenwärtig eine Agrarroform burch^führt. die eine e n t s ch ä-d i g u n g s l o s e E n t e tg n u n g-/'- de- Großgrundbesitzes Vorsicht. Gegen dieses Vorgehen haben verschiedene Staaten, daruntcr Frankreich und Italien, Protest erhoben. Nach n-e-'eren Nachrichten soll setzt die lettländische Regierung ans dem Star.dp'.wfte-stehen, daß auZländischen Grundbesit^rn eine E n t s ch ä d i g u n g zu bezahlen sei, und ein Gcsitzmiwurs zur Regelung dieser - Frage soll vorbereitet werden- O e st e r r e i ch i s ch e MndeKangehorige, . die durch eine derartige Enteignung in Lettland betvos^en sind, mögen sich Mr Wahrung ihrer Rechte an das Bundeskanzleramt wenden. . Knirsch und Patzelt unter Hochderratsanklaae. Prag, 15. Juli. Gegen bie.Abgeordneten Knirfch und Patzelt wurde wegen Teilnahme an dem deutschen Tag in Salzburg die Anklage wegen Hochverrates erhoben. Die genannten Abgeordneten sind auch nach dem Gesetze zum Schütze d^r'Republik - wegen Hochverrates angrklagt. Es zeugt nicht gerade für politische Klugheit, aus den Haken kreuz lern Märtyrer zu machen. Sie Agrarreform in Ungarn. (Ei-gendienst der ,M:eNer Morgenzeitung" ) . Budapest, 15. Juli. Heut« findet beim Ministerpräsidenten Grasen Bethlen eipe Beratung statt, in der die Gegensätze zwischen dem Finänzminister Korany i und dem Ackerbaukninister Szabv über d:e Hohe der Ablöjegelder für die durch die Bodenreform geschaffenen Patellen ausgeglichen werden sollen. Die Gegensätze sind zurzeit noch ziemlich schroff. Die Ablösungssumme muß, von den mit Gütern beteilten Personen innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren entrichtet werden. Dies erscheint jedoch, falls die vom Fmanzminister KoraNyi geforderte Ablösnnassumme wirklich in, Geltung tritt, unmöglich. Es soll "nun ent. Kompromiß zustande kommen, wonach die Summe höher sein soll als der Ackerbaitminister ursprünglich plante. Die Titgungsdaner soll jedoch auf eine Zeitdauer von 30 bis 40 Jahren, erhöht werden. Hirschbein geradezu lunvermeitzlicher Großvater darin herumgeistert, deshalb so kräftig dem bisherigen Schaffen dieses Dichters fern, weil Hrrschbems Talent, bas zuidyllischer Schilderung neigt, sich bei diesem Vorwurf kernen Zwang antun mußte. Dieses Lu-stspielidhll ist eine drr erfreulichsten Begegnungen des jüngsten dramatischen Schaffens in der jüdischen Volkssprache. Morris Schwartz hat bei der Aufführung^ dieses Stückes den Beweis erbracht, daß -seine Regie auch Detailarbeit Hervorbringen kann, kleinen Details setzt Schwartz ganz vorzüglich die Grundstimmung des Stückes zusammen, die, einem von Helles Sonne durchwoben-en Grün gleichend, den grazilen Bau per drei Akte durchzieht. Da und dort ist diese GrunLstinrmUng von der Regie zum Vorteil der Theaterwirlung etw<!ls vergröbert worden; dann und wann merkt man etwas zu viel Absichtlichkeit; aber die-Aufführung als Ganzes kann'wirklich und wahrhaskig nicht nur als Leistung jüdische Theaterkunst, an die mau gewöhnlich mit dem herablassenden Maßstab „ut ThsbanuS qn-idem" heran-tritt. der so gern zu etlichen MauicbelProben von hüben und drüben führt, sondern auch als Leistung t« der Theatevkunst überhaupt angefeben werden. Im einzelnen wäre zu bemerken, daß die Männer den schwerloün Stil, der für diese Luftspielidylle taugt, besser beherrschen als die Frauen. Morris Schwartz' feiner Lustsp:efton, der seine Hauptstärke bildet, kommt hier ganz vorzüglich zur Geltung; feinen Nebenbuhler stattet Elias Ten nenholz mit reichen Gaben talwDoller darstellerischer Ruaneürung aus. Wieder einmal sei mit Vergnüäen eindr:nglichst auf eine köstliche Epi'sodeUsignr bin«wiesen, die Mark - Schweid aus einem fahrenden Bücherhausierer formt: sie dampft geradezu vo-n LebeU. Drese vorzügliche- Darstellung. verhaft dem jüngsten Hi^schbe-in zu einem starken Erf-olg; sie ist auch, bisher der Höhepunkt im Gastspiel der Schtvartz-schen Künstlerschar. Siegfried S ch m,i tz. Tretet insgesamt an die ergebene Arbeit heran, die der Vergrößerung der 3ahl unserer SKekehahler gewidmet sein soll. Denn dmch den Schekel werdet ihr unser Volk organisieren und seine aktive» Röste für den Wiederausba« «uferes Lander gewinnen, (is. Naiditsch)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.