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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-13 · Heft 1943 (13.7.1924) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1943 (13.7.1924)
Date
1924-07-13
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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MM Wien, WonMtz WpMCM^chyM.,-, IS. Juli im Seite 11 W WMr. ,, Dos v[ ch q n e W d!t t c rhalt' au Vünib' Wir-Ü wo^l einige Seit andauern. Es wird TewperatüHunahme und bevorstehende Hitze von der Meteorologischen'Zentralanstalt augekündigt. ■ Ein FernLeLen Gestern Wh registrierte der Seisnwgraph der Universität Jir'nsbrmk ein heftiges Erd beben mit Beginn u*tt 20 Uhr 54 Minuten. Die Entfernung des Erdbebenhevde's beträgt ungefähr 6100 K i lo m e t e r. Unwetter in Italien. " Rom, 12. Juli. Infolge der letzten Stürme Uitb Regengüsse sind die Verbindungen in Kalabriern sänitlich unterbrochen. In PalMm wurde die Badeanstalt vollständig.zerstört. Bei Biella erlitten mehrere Gemeinden schwere Flurschäden. 15 Häulser wurden abgedeckt. . ' - MWMAMM ÄLM MbWA. KamMe8elmanri Dai/id Finkeis tein Wien, rurreit Buer W. Bochum i. W. i Verlobte ■ Juni 1924 - r' Wien, 13. Juli. * Der jüngste Ehrendoktor. Das Doktorat der Kriegshondelswissenschaft ist vor einigen Jahren ehrenhalber an etliche Krtegshändler a la Conrad v. Hötzendors .verliehen worden. Damals ging Herr Heinl, ein Kriegshändler und -Patriot dazu, leer aus. Aber in seiner Brust brannte ungestilltes Schnen, das selbst ein Ministerfrack nicht stillen tonnte. Es dem vergötterten Conrad gleickHutnn, ist, ein Ziel, aufs innigste zu wünschen; und da der Händel mit dem.Krieg in zwischen durch den Handel im Nachkrieg abgelöst wurde, den Herr Heilst so trefflrch für sich und.seine Freunderln, einznrichten verstaind, so war es selbstverständlich, daß der treffliche Bakkalaureus der Hcmdelswissenlchaft für ein Doktorat solcher Disziplin am besten prädestiniert sei. Aber leider — es gab fein Doktorat der Handelswissenschaften in Oesterreich. Was tun? Das Genie fühlt die Lücken seines Zeitalters und füllt sie. So tat, Herr Henri. Er ruhte nicht, bis das Doktorat der Handelswissenschaften geschaffen ward, das -eine empfindliche Kulturlücke der alpenländischen Geistesbildung ausfüllt.. Ein Doktorat braucht einen Ehrendoktor; wer anders als He ul kann es sein? So haben wir ein neues Doktorat und eineu neuen Ehrendoktor. Neben dem Kriegsgeiwexbeförderer Conrad den Nachkriegsgewerbofördever Heinl. Seien wir froh, baß lvir gleich zwei solche Ehrendoktoren haben'. * Die Promotion des Herrn Joses Deutsch (Zionistische Sektion 1) zum Do Stör der Rechts findet Dienstag den 13. d., um 11 Uhr vormittags, im großen Festsaale der Universität in Men statt. . ... * Im Zirkus erschossen. Aus Gloggnitz wird uns berichtet: Bor einigen Tagen gastierte hier der Wanderzirkus Henry, in welchem sich auch die Artistin Elly Kran: als. Kunstschützin produzierte, indem sie auf ziemliche Entfernung 15 brennende Kerzen durch Schüsse.zum Verloschen brachte. Der. Vorstellung wohnte auch der 16jährige Sohn eines 'Zirkusmusikers bei; um besser zu sehen,-.verließ er seinen Sitzplatz und suchte den erhöhten Orchesterraum auf,, unter welchem sich die Scheibe mit den Kerzen befand. Ms die Schütz in nach dem achten Schuß repetierte, entlud sich plötzlich durch einen unglücklichen Zufall' das Gewehr und der-Schuß traf den Knaben, der sofort zu Boden stürzte. Trotz -raschester Hilfe, war der Knabe nach 15 Minuten tot. Die Vosttellung.wurde sofort, abg eb rochen und die unglückliche Schützin in Haft genommen. Zufälligerweise waren in der Vorstellung auch einige richterliche,- Furcktjonäve. ,des.-Bezirksgerichtes -Gloggnitz' an-' wesend,, welche sofort einen.-Lokalaugenschein Vornahmen.-Das Publikum yahm in der lMaftesten Weife Stellung, für die unglückliche Artistin, die durch einen unglückseligen Zufall. ein Menschenleben vernichtet hat. Elly Kraut würde am dritten Tage wieder auf freien.Fuß gesetzt. - * Von einem Auto getötet. Gestern wurde in der Wolfczanggasje in Meidling beim Uebersetzen der Fahrbahn eine zirka 30jährige unbekannte, Frauensperson von einem Geschästsanbo A17 14 erfaßt, üb er fahren Md derart schwer verletzt, daß sie noch vor Eintreffen der Rettungsgesellschaft ihren Verletzungen erlegen ist. „Die Selbstwehr". Die dieswöchige - Nummer dev Prager „Selbstwchr" enthält unter anderem folgende Artikel: Der Sitz der Zentrale; tue Lage des palästinensischen Arbeits- . Marktes im letzten Jahre; zur Produktivierung der jüdischen Massen; Rassen-, Mhtho-PaHologie; eine Sk-Ge von Perez „Der wiedererrichtete Galgen", Feuilleton „Jüdische Schauspieler" von S. Meisels, politrsche Nachrichten aus In- und! Ausland, ZronWca, Frauen- und Sportzeitung. Nächste, Woche erscheint dre HerA-Ge-denckuummer. Bestelllmgen bei den Verkaufsstellen: A. Goldschmied, Wien. st. Bez., Wollzeile, und Lagler, Wien, 1. Beg., Knntzgasse. * Theodor Reinach, Professor am College de France. Wie I. T. A. ans Paris Ibe-richtet, hat die' smiHÄsissche Aoademie des Jnseriptions vf Belles-Lettres Herrn Theodor Re in ach, einen.Bemandten Joses Remachs, in das C o l l e >z e d e France berufen. Theodor Neinachlbchetzt 'dort einen vakanten Lehrstuhl Gr antike Müngikunde. Eine Universität in Saloniki. Der griechische Unterrichtsminister hot in der Nationalversamlung einen Gesetzentwurf . über die Gründung einer Universität in Saloniki eingebracht, an der vor allem die praktischen, die politischen und die volkswirtschaftlichen Wissenschaften gepflegt werden sollen. k- * Ein Zufallsabgeyrdneter. Aus.Warschau schreibt man uns: Die stattliche Zahl der Sejindeputierieu wurde jüngst um einen vermehrt, dev seinen Sitz im Sejm aller-, dings nicht der Gunst der Wähler, sondern — seiner Orts-' Unkenntnis verdankte. Ein Jude vom Lande suchte im Sejm den Abgeordneten Wrslicki vom indischen Klub; er wurde ins Wartezimmer geführt und harrt« ,-seines" Deputierten. Ms aber längere Zeit verstrich und Wislieki nicht kam. machte sich der Besucher selbst auf die Suche; er kam in die Couloirs, in die Klubzimmer, aber von „seinem" Deputierten keine -Spur. So geriet er in den Sitzungssaal des.Sejm: wohl war der Gesuchte auch dort nicht zu finden, aber ein anderes Bild fesselte den Eintretenden: die Gesetzgeber an der Arbeit'. So nahm er denn behaglich aüf einen: leeren Sitze Platz.,Es wurde gerade 'abgestimmt und da der Wetter vom- Lande die andere»: gelegenMch die! Hände heben sah, hob er auch von. Zeit zu Zeit die Hand. Mit der Abstimmungsmaschinerie nicht der? traut,' gab er sein« wertvolle Stimme bald der Linken, bald der Rechten. Diese.an keinerlei Klnbmeinnng gebundene, Unbekümmertheit wurde nun Loch bemerkt und man konstatierte, daß es ein fremdes Gesicht sei. das die „Freiheit der. Ab-; stimmung" für sich in Anspruch nahnr. Bald. löste sich das Rätsel uüd unter schallendem Gelächter des ganzen Hauses fand die Abgeordnetentätigkeit, des selbsternannten Deputierten ein Ende. * Der beste Dienst fürs Vaterland. Hermann Bang erzählte -einmal folgende.authentische Geschichte: Als Norme g e n beschlössen hatte, sich von der, Union mit Schweden, vn lösen, hatte der Hauptführer der.Bswegung, per nach- , malige norwegische Ministerpräsident Michelsen, sein Regine Mierg Reinrich Mmn Bochum Bochum Verlobte Juni 1924 Irma Mährer Leo Singer Verlobte Wien, im Juli 1924 Möbelfabrik 1 L Spirä '! , /Feine .ns Wies,I.,SisliBDSlmjassE 1~3 Wohnungs&inrichtungen, (Ecke Karl Schweighofergasse) Äiiiänicisp Importeure G kaufen am vorteilhaftesten 58$ ununimäntel erstklassige Gummierung lind Ausführung bei ÜECIMJIW, Qumminiäiifelfabrik Wien, Hl., Heiimarkt 7, .Beatrixgasse.26. Telephon .585 ,g,f. ^«v-4 rfl.» > herrliche. 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Paltramplatz 6 ' gairzes diplonratisches Geschick darauf verwenden müssen, daß - sowohl Schweden wi-e die übrige Welt nicht vorzeitig von dem bevorstehenden Ereignis etwas-erführen^ Vorsichtshalber hatte Michelsen die.. Chefredakteirre läruilicher norwegischer Blätter nachts zu -einer Sitzung in einer Kirche in Christiania ein» aeladett/ wo sie'feierlich einen Cid leisten mußten, mit .keinem Laut auf die beabsichtigte Trennung ai'.zuspi-eleu. Bei dem verschlossenen und selbstbenwußten Ch-arakt-er der Norweger hatten Die Bemühungen Michelsens den gewünschten Erfolg,, eine Sorge aber drückte auf ihn schwer:. gerade der größte lebende Norweger, - der „ungekrönte König", Björnstjerne Björnsou, - warbekanntlich keine verschwiegene Natur. Es mußte dafür ^g-esoW-werden,- daß -der Dichter -,von „lieber unsere Kraft",' der glncklich-evwelse gerade in Rom -weilt-e,.. nichts. Näheres -über die geplante Trennung von Schweden zu 'Ohren bekäme.. Di-rs war natürlich schwer zu vermeiden: Björnsvn bekam Wind von der . Sache-und drahtete an Michelsen: „Was kann , ich. -in dieser ernsten Stunde.-fürs Vaterland, ^tun?"'. Michelseü drahtete'- sofort mtd dringend zurück: „Mund halte n." S dobotheto | Versteigerungs-Einteilung^1.4 Bis auf weiteres Pretiosen nur I Dienstag .bis Freitag; Jeden Di ' Slttier und Cliinasilber; jeden Ml Brillanten- und Perlentolunuok im Franz-Saal. Täglioh Qebrauohsgogana-tKnde Im Ludwigstorff-, Hösaler- und Koloirrat-Saal; jeden Dl aohöne Wäsche, Kleider, Perserteppiche, | Nähmaachlnan, Fahrrädsr. - IMlflwooh den 23. Juli Photaapoarate, Operngläser, Trleder. Mikro- I skope, Reisszeuge, stlirelhnia* sohinen im Ludwigstorff-Saal. Do den 24. Juli. SchSnes Mobiliar, Pertertepplohei Luster, Klaviere, Pianino, Gemälde, Arbeiten des Kunstgewerbes, im Franz-Josef-Saäle. Jeden Di u. Fr. im Hooh-Saal: Kuiistgewerbe, Gemälde. Reotoduktionen,Antlquitätefi.TeppicIie. Jeden Di im Qlashof: Möbel, Luster, Beleuchtungskörper, Bilder, Hausgeräte. Fr. den 25. Juli; Jagdwaürn, Qeweihe.Sportausriistungen,Fahrräder, Reit- und Sattelzeuge, Pelze im Ludwigstorff-Saal. Mo. den 21, Juli: Büche» ausser Katalog im Deohau-Saal. Täglich Schaustellung von 1 Uhr an y aucli Im Franz-Saal A Beainn der Versteigerungen (wo nlcltts anderes werkt) tn 3 Uhr Näheres in den „Mitteilungen“ und „Nachrichtenblättcrn“. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Z i o n i st i s ch e S e k t i o n Z tv i f cf) c n 6 r ü ä e tt, 20. Bez., Allerheiligenplatz 3, Cafö Park. Heute, 1 Uhr nachmittags, .Ausflug. Treffpunkt am Merheiligenplatz, vis-ü-vis Cafe Park. Gäste sehr willkommen. — Z i o u i st i s ch e S e k t i o u 8. und 8. B e z i r k. 8. Bez., Bermoplatz 1. Dienstag, *1,9 Ufvc Herzl - Geden ff eiet Festredner Dr. Josef Löwe nh e r z. Mitwirkende: Oberkantor Ä. M a r g n l i e s, Prof. Leo Birkenfeld, Prof. Karl L o s n e r, Philharmoniker Ludwig Wittels und Artur P r e i ß. $ Jüdischer KultuEub. Mitglieder erhallen Anw eis trugen für Theaterkarten (Carl--Theater) täglich von 5 bi« 6 Uhr im Geschäftslokal des Bereiusfunktionärs Herrn G.. L u b e tz k y, 9. Bez., Liechteusteinstrahe 85. Gartenfest des Jüdischen Elternvereins für. den 9. Bezirk. Zu das Inserat, welches für heute im Kasino Zögernitz das Gartenfest des Jüdischen ElternvereiueS ankündigt, hat sich wie uns mitgeteilt wird, ein. Irrtum eingeschlicheu. 'Bei diesem Feste wirkt daS Hak o a h »Ö r ch.e st e r, das gegenwärtig Ferien hat, während fein Dirigent S. BraSlawSki auf einer Konzertlournee in Amerika weilt, nicht mit. Das übrige reichhaltige Programm gelangt vollständig zur Absolvierung. Gemäldelotterie des Vereines Wahre Httfe. Bei der am 10. Juli stättgefundenen Ziehung der Gemäldelotterie des Vereines Wahre Hilfe fiel der Treffer (das Kolvssalgamälde von P. Dnrmaschkin) auf das Los Nr. 5761

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