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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-11 · Heft 1941 (11.7.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1941 (11.7.1924)
Date
1924-07-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Schließlich wurde folgende Res o lu t i o n a ng enommen: Die Versammelten fordern: Sofortige Räumung aller Wohnungen in den n e u e n ft ä d tischen Häusern von Parteien, die aus unkorrektem Wege in den Besitz der Wohnung gelangten. S t r e n g e U n t e rsuchung aller bisherigen Zuweisung e n durch ein rv n p a r t e i i s ch e s Forum. E n t f e r n u n g aller Nurpolitiker. Uebergabe der Leitung des Wohnungsamtes an die Organisationen der Mieter. Ferner wrnvde gegen die barbarischen Delogierungen des Wohnungsamtes protestiert, die mrr die Armen treffen. 8^ i e n, 11. Juli. * Dr. Gustav Harpner gestorben. Gestern verstarb im 81. Lebensjahre 'der Präsident der niedevösterreichischen Advrckatenkammer Dr. Gustav H a r p n e r. Ein altes Herzübel hat nach einer anscheinend völlig überstaniden-en Lungenentzündung, die vor einigen Wochen Dr. Harpner aufs Krankenlager warf, dem Leben dieses tätigen und energischen Anwaltes ein unvermutetes Ende -bereitet. Dr. Harpner - war einer der bekanntesten Wiener Anwälte; sein Hauptgebiet war der Zivilprozeß; in Strafsachen trat er wenig hervor, genoß jedoch auch aus diesem Gebiete großes Ansehen. Zuletzt hat er im Kadivec-Prozeß den Assistenten Dr. Bächstez verteidigt. Harpnen war sozialdemokratischer Parteianwalt. * Sin schwerer Straßenbahnunfall in Meidling. Gestern nachmittags wollte in der Meidlinger Hauptstraße die Gastwirtin Anna Anders auf einen fahrenden Straßenbahnzug. aufspringe». Sie kam zu Fall und gerät unter den Beiwägen. Die Feuerwehr mußte die schwerverletzte Frau nnter dem Beiwagen |eflcgepett. Sie wmde in bewußlosem Zustande in das Spital * TÄÜche Unfälle. Am 7. d, MrAe der' ZimmermannsgMse Josef Mayer bei Dachdeckerarbeiten in die Tiefe und erlstt derart schwere Verletzungen, daß er vorgestern starb. — Der HllstaÄetter Nathan Hut schule r, der, wie berichtet, infolg e einer Explosion einer Behälters in der Sodawafferfabrik in der Franzensbrückenstraße schwer verletzt wmde, starb im Spitäle. * Die Decklichtbele-uchtunq der Automobile. Nach den neue» Vorschriften der Polizeidtrektion müssen die Nummern-- lampen der Antomobile künftig so eiirg-richtet sein, daß sie vom Wagenlenker oder den Wageninsassen währendder Fährt auch durchgewaltsamen Eingriff nicht ausgelvscht werde» können. Diese Bestimmung, der wegen technischer Arbeiten erst bis zum «Februar IM entsp rochen werden muß. verfolgt den Zweck, die AutowMinqe, die sich nach Unfällen bei Dunkelheit der Verantwortung zu entziehen suchen, besser fassen zu können. ' * Der Fleischverkauf an Sonntagen. Der Unwille der Bevölkerung wächst von Tag zu Tag in den jetzigen Hitzeperiode an Smmtcvgsn schlechtes Fleisch essen zn müssen oder das teure Stückchen Fleilsch «iilbechanpt nicht mehr' gnießm zu können, weil an Sonnbagen der Meischvevkauif verboten und nicht einmal «das Aufheben des am Samstag vovgelkauiften Fleisches im Eisikaistm -des Fleischhauers gestattet ist. In der letzten Sitzung der Bezivksvevtretung Neuibau wurde ein Antrag, beim Magistrat die Bewilligung zu einem kurzen Oeissnen .per Fleischerläden an Sonnta.gen zu verlangen, einstimmig angenommen. Die Fleischselchergenossenschast läßt gegenwärtig bezirksweise eine'schrfftlrHe AbstinMUng unter ihren Mitgliedes in dieser Frage Vornehmen, worüber am 26. d. in einer Bezirksoibmännetzkoniferenz berichtet werden wird. Es ist wicht zu erwarten, daß in Hinkunft an Sonntagen wieder frisches Fleisch zu genießen sein wird, da die Genosse ns chasisvorsvehung selbst «für die vollständige Sonntagsruhe ist.. Trotzdem wird Wohl auch in Hinlkunft bei vielen Fleischerladen an Sonntagen Fleisch durchs ‘ ,Hinter.türl" zu halben sein. Diese Unaufrichtigkeit, bei 'Abstimmungen gegen die Neischvera>bfolgung an Sonntagen zu stimmen, tatsächlich aiber e s selbst heimlich gn tun, gereicht dem fteischveraribeitenden. Gewerbe nicht zuri Ehre. Interessant ist übrigens auch ldie Haltung der Genossenschastsvorstehung der Fleischhauer, die selbst Vevlantbart, daß sie jene Fleischselcher, die ihren Kunden Fleisch für Sonntag ausbewahren, sofort dem Marktamt mit dem Ersuchen, ,Me notwendigen Schritte einzuleiten", an zeigen wird. * Wiedereinführung der ersten Wagenklass«. Auf der Salz- Lammevgutstrecke Attnang—Puchheim — Stainach—. Jvdning werden, wie die Generatdirektion der Bundesbahnen, mit teilt, ab 1b. d. bis auf weiteres alle pevsonenführeyden Züge wieder die erste WageMasie — wie in der Vorkriegszeit — führen. * Postanweisnngsverkehr mit Italien. Mit Wirksamkeit vom 16. d. wird der Postanweisungsverkehr mit I t al i e n unter den für den übrigen AuSlandSverkehr geltenden 'Bestimmungen in beiden Richtungen wieder aufgewommen. Der Höchstbetrag für Postanweisungen aus Oesterreich nach Italien beträgt 1000 italienische Lire, jener der Postanweisungen aus Italien nach Oesterreich beläuft sich -auf den jeweiligen Gegenwert von 1000 italienischen Lire; es werden - daher! '. bis auf weiteres Postanweisungen aus Italien, deren Betrag- 3,2 Millionen Kronen nicht übersteigt, ausgezahlt werden. .Telegraphische Postanweisungen sind nrcht zugelassep. * Das hebräische Gymnasium in Munkaeew«. Wie bereits berichtet, hat der Gemeindeausschuß von Ntunkacewo. für den Bau emes hebräischen Gymnasiums' dorts-elbst 60.000 'tschechische Kronen bewilligt. Nun haben einige jüd ische Gemeindenausschußmitglieder gegen diese Subvention beim Bürgermeister Protest erhoven mit der Motivierung, daß die finanzielle Lage der Stadt eine solche Belastung nicht vertrage nnd daß der Beschluß des Gemeindeausschusses nicht Wiener Morgenzettltng. parkümerls Savonnerie Führende Marken: Eau de Cologne Russe Eau de Cologne Chypre Creme Lorignon Creme Lorignon-Chypre Lorrain*ToIj[dteseife, Badeseife, Speikseife Alletnerzenger der C /ID RasierseUen in Stangen bestbekannten DriftIfl und Wörfelu Wien, XX. Taborstrasse Nr. 93 ---------------- Telephon Nr. 42-1-65 ------------------ Völlig geschäftsordnnngsmäßig zustande gekommen sei. Der jüdischen Bevölkerung der Stadt hat sich ob dieses Verhaltens der betreffenden Gemeindevcrtreter große Erregung bemächti'gt, die sich in heftigen Willenskundgebungen Luft machte. * Neuerliche antisemitische Ausschreitungen in Czernowitz. Aus.Czernowitz wird gemeldet, daß sich dort neuerlich schwere antisemitische AuZschreitnngen ereignet haben. , Rumänsche S t n d e nten versammelten sich nachts im städtischen Park nnd zogen dann gegen das Zentrum, um die Kaffechäuser zu stürmen. Die Polizei zerstreute die Menge, worauf die Demonstraten in kleinen Gruppen gegen die Inden vorgiugen. Es entstand ein erbitterter Kamp:, in dessen Verlauf zahlreiche, Juden und der H a u p t a g i t a t o r der antisemitischen Studenten schwere Verletzungen erlitten. Schließlich trennte die Polizei die kämpfenden Gruppen und verhaftete drei Juden, die an der Schlägerei tcilnähmen. Bnkarester Blätter melden, daß die antisemitischen Unruhen in Siebenbürgen noch immer andauern. Es finden noch immer blutige Ausschreitungen gegen jüdische Reisende statt und vor allem entfalten die G h m n a s i a l s ch ü l e r unter den auf dem Wochenmarkte versammelten Bauern wüste Pogromhetzen. * Ein merkwürdiger Mumienfund. Ter amerikanische Forschungsreilende Kapitän I. F. Sheridan berichtete in amerikanischen Blättern über einen sonderbaren Mumienfund, von dem er die kühne Behauptung anfstellt, er bringe das von Darwin geforderte „missing link" bei, das „fohlende Glied" zwischen Mensch und Tier. Es handelt sich mm die gelblich braune, verschrumpelte Mumie eines neugeborenen Kindes, dessen Kopf und Beine ineuschlich sind, dessen Hände und Füße aber Klauen zeigen und ganz tierisch geformt sind. Sheridan hat die Mumie in dem noch wenig erforschten Darteugebict des Isthmus von Panama gefunden, wo man ä<!tzt auch die „weißen I n d i a n er" entdeckt hat. „Ich stieß auf eine Grabanlagc, die schon dem Amßeren nach besonders Wichtiges zu enthalten schien, und fand in einer Tiefe von etwa acht Fuß einen,Hohlramm, in dem eine Art Krypta angelegt war. Die Mumie, die in einer Kiste lag. war meisterhaft einbalsamiert. Es war augenscheinlich das Kind einer besonders mächtiaen Persönlichkeit, das hier beigesetzt war. Das Kind muß einer Rasse von Baumbe-wohnem angehört haben, deren schöne Tongesäße bereits eine hohe Zivilisation erkennen lassen. Die heutigen San blas-Indianer, die das Gebiet bewohnen, haben Noch denselben langen Körper und die kurzen Beine, die sich auch an dieser merkwürdigen Mumie finden. * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorsgafle 42. _____ (Entgeltlich.) Äüsfritte aus E Mdentüm. TscheInitz Seiet, geb. 28. Juni 1863, Wien, Fabrikant, 7. Bez., Vurggasse 12. M a tz n e r Elsa, geb. 3. Mai 1889, Wien, 2. Bez., Volkertstraße 3. Brauchbar HanS Dr., geb. 13. Jänner 1880, Wien, Arzt, 2. Bez., Pillersdorfgasse 10. M e tz l Georg, geb. 24. September 1894, Wien, Magazineur, 19. Bez., Heiligenstädterstraße 41. Ko b l e r Rob., geb. 23. August 1894, Wien, Kaufmann, 14. Bez., Bramchirschengasse 41. Wessels' Julius, geb/ 18. Jänner 1699. Wien, 2. Bez., Vereinsgasse 36. B e n e d i k Alexander, geb. 18. April 1900, Wien, 2. Bez., Stuwerstraße 47. Körner Ernst, geb. 27. September 1901, Wien, 2. Bez., Nestrohgaste 9. Glückauf Anna, geb. 8. Dezember 1901, Wien, 3. Bez., Löwengasse 2 h. S ch n e k e r Elisa, geb. 31. Mai 1902, Wien, 3. Bez., Untere Viaduktgasse 1. Graf Wilhelm, geb. 28. September 1903, Wien, 2. Bez., Czerninpatz 3. Beck Herbert, geb. 2. Dezember 1904, Wien, 8. Bez., Weißbergergasse Nr. 32. Vereine, Vortrvge und Bersammlungen. Jüdischer H o ch s ch n l a u s s ch u ß. Die Verbandsansschußsitznng fiir den Monat Juli findet morgen um Va3 Uhr nachmittags in der Mensa academica, 9. Bez., Zimmermannplatz 8, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Statut des Studentenheimes in der Baracke 33; 2. Aenderungen der Judäastatuten; 3. Bericht des I. H. A.; 4. Eventuelles. Astronomische Nacht w a n d e r u n g. Die zweite astronomische Nachtwanderung unter der. Leitung von Professor Dr. O. Thomas mußte neuerdings verschoben werden. Sie findet morgen statt, im Falle nngtinstiger Witterung Samstag den 19., beziehnngSweise 26. d. Versammlung 10 Uhr abends in Pötzleinsdorf, 41er Linie. Es empfiehlt sich die Mitnahme eines Mitternachtsimbisses. * Umo Espanola. Morgen um 8 Uhr abends im Weißen Saal des Hotel Continental Vortrag „Ueber die Bedeutung der jüdischen Presto" mit besonderer Berücksichtigung der Sephardim Jüdisch-arabische VerstLndignngsaktion. Die Kovve>fpon-. denzstelle ist bis auf weiteres bei Herrn Dr. Leo Goldhammer, Rechtsanwalt, Wien, 1. Bez., Stubeming 14. An JDle Zionisten in der Leopoldstadt! Das' Zionistische Landeskomitee richtet an uns die Atlfsord.erung, die Schekelaktion möglichst rasch abznschließen. Wir wenden uns daher an alle Mitglieder wie auch an alle zionsftenndliche Juden des Bezirkes mit dem Ersuchen, ihre Schekelpflicht zu erflillen. \ ' Die Zionistische Organisation des 2. Bezirkes veranstaltet in der Zeit vom 15. W 22. Juli eine Aktion inr ganzen Bezirke und wir richten an sämtliche Mitarbeiter das Ersuchen, sich dieser Arbeit anzuschließen. Anmeldungen werden jeden Nachmittag zwischen 4 bis 6 Uhr abends, im Sekretariat der Sektion, 2. Bez., Taborstraße 20», Zimmer 6, entgegengenommen. Für die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt: Dr. P'laschteS^ Obmann. N. Gärtner, Sekretär. Leon Schräger, Schekelreferent. 11. Juli 1924 | Reise- und Somnieraufenthaü Bad Reichenhall RESTAURANT UND PENSION streng MARKOVICS streng-iCD Sommerbetrieb ab I. Mai eröffnet! Telephon Nr. 252 10654 KURORT HOTEL miumo best empfohlenes Haus ersten Range -, zentralster Lage/Pension / Vorzügl.Küciit: JOSEF HÖTZL, Hotelier in schönster, ' Z vile Preise Schweiz, Schuls-Tar asp Karlsbader-Kuren — Höhenluft HOTEL VICTORIA Haas I. Ranges, 70 Betten, Mod. Komfort 15. Juni bis 15. Juli bedeutend herabgesetzte Preise Oefl. illustrierten Prospekt verlangen. A. KEMPLER . 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Emmy S ch l e in i tz, eine gute Chargenspielerin, führte als Hebamme ein strenges Regime über alle Familicumitgliedcr. Der Beifall des gut besuchten Hauses entsprach der Oualilät des Stückes. -dt. kin Festabend zu khren der Rew-Vorler Wischen KunMeaters. Der Wiener jüdische Kulturbund veranstaltete zu Ehren des New-Yorker jüdischen Schauspicierensembles, welches gegenwärtig am Carl-Theater gastiert, Samstag den 5 d. nach der erfolgreichen Eröffnungsvorstellung im Gesellschaftsfaal des Cafe Silier ein Bankett, das einen überaus herzlichen Charakter trug und den geschätzten Gästen bewies, welche Bedeutung ihrem künstlerischen Wirken beigemessen wird. Es wurden zahlreiche Ansprachen gehalten, die insbesondere dem Führer und Erzieher des New-Aorker jüdischen Kunsttheaters, Herrn Morris Schwarz, galten. Treffliche musikalische Vorträge wechselten mit ernsten und humorvollen Reden. Besonders bemerkenswert war die Dankrede, welche Morris Schwarz hielt. Er wies darauf hin, daß allen seinen künstlerischen Mitarbeitern der nämliche Anteil an den bisherigen Erfolgen des New-Porker jüdischen Knnsttheaters zukomme, wie ihm selbst und daß es ihm höchste Genugtuung sei, ein Ensemble hingebcnder und kunstverständiger Schauspieler führen zu dürfen. Während..des Gastspiels m London und Paris hätten seine Künstler und er gefühlt, wie sich die Beziehungen zwischen Bühne und Publikum von Aufführung zu Aufführung enger knüpften und es würde seine Künstle-rschar mit großer Freude erfüllen, wenn dies auch in Wien der Fall wäre. Sehr eindrucksvoll waren auch die?lusführungen des Schriftstellers und Schauspielers Jakob Me fiel, welche der Entwicklung des jüdischen Theaters aalten. Erst in den Morgenstunden schloß der osfizicile Teil der schönen Veranstaltung, welcher'von Schriftsteller M. G roß humorvoll geleitet würde. Aus den Theatern. Im Sch önbrnnner Schloßtheäter gelangt beute, 7*8 Uhr, der Schwank „Unsere kleine Fra li" zur Aufführung. Volksoper. Heute „D e r B a r b r e r v o n S e» Dill a". Morgen „D e r l u st i g e K r i e g". Carl-Theater. Heute gelangt durch das C^vicirbfc de? amerikanisch-jüdischen .Kunsttheaters aus New-Bor' mödie „Schwer z u sein ein I n d e" v>... . ,

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