Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1941 (11.7.1924)
- Date
- 1924-07-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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''^'V^7- $4*^\ V?\' \*? f^f'^xw^V'yv, »$ V-*“V‘f Nr. 1941 Wien, Freitag nicht früher beginnen, als bis genügend Münzen vorhanden waren; heute wird eine „vorübergehende" Sistierung der SchMngausgabe das künstliche Geldagio, das die geschickte Währungspolitik hervorgerufen hat, Nicht beheben. Nach WSllersdorf das Arsenal! Nach dem Prinzip: ,Hau'st du meinen Juden, hau' ich deinen Juden!" läßt der HandelSminister Dr. S ch ü r f f durch die großdeutsche Parteikorrespondenz folgende Nachricht in Umlauf sehen: „Bor einiger Zeit mußte der Direktor des Arsenals, Fescher, seine Stelle niederlegen, weil seine Geschästssührung für das Arsenal sich nachteilig gestaltete und die Fortdauer dieser Art von Geschäftsfühvung zum Zusammenbruche des Arsenals hätte führen müssen. An feine Stelle trat der bekannte sozialdemokratische Jndustriesachmvnn Llberbaurat Ried, für den insbesondere Abgeordneter Dr. Ellenbogen eingetveten ist. Auch dessen Geschäftsführung war so wenig glücklich, daß das Arsenal jetzt Vörden größten finanziellen Sorgen steht und nur durch Verkauf von Material und Notverkäufen die laufenden Regien decken kann. Oberbaurat Ried wird in der nächsten Zeit von feiner Stelle zurücktreten und die Verwaltung des Arsenals eine grundlegende Veränderung tx? fachen. Die Arsenalleitung ist in der letzten Zeit andre Großbanken nnd an die Regierung wegen Beistellung neuer Betrreb'smittel herangetreten. Daß biHer keine Betriebseinstellung erfolgte, ist darauf zuvückKNführen, daß Stadtvnt Br ei tu er, beziehungsweise die Gemeinde Wien, finanzielle Aushilfe leistete." Eine LMlkorvespondenz, welche, anscheinend inspiriert, diese Nachrichten der Schüvff-Loute bestreitet, führt aus, daß die Arsenalbetriebe trotz eines durchaus gLnstrgen Auftrags st andes und der damit zusammenhängenden guten Beschäftigung der Betriebe unter der würgenden Geldknappheit leiden. Gegenwärtig schweben Verhandlungen wegen Erlangung eines größeren Betriebskredits, die als erfolgversprechend bezeichnet werden können. Generaldirektor Ried befindet sich seit einigen Tagen auf einem mehrwöchigen Urlaub. ß WerbetAbomentensürdie I! „Wiener Morgenzeitung" I Tagesbericht. Las Wetter. Die Lage hat sich gebessert. Die Voraussage kündigt langer anhaltendes Schänwetter an. Unwetterkatastrophe in Italien. In der Umgebung von Mailand ging gestern abends neuerlich ein starker Hagelschlag nieder. In Genua schlug der Blitz in den Mastbaum eines Schiffes und zerschmetterte ihn, glückliche Meise ohne Menschenopfer zu fordern. In Spezia wurden sämtliche Licht- und Fernleitungen zerstob, so daß die Stadt die ganze Nacht im DunIet ldg, An der dalmatinischen Küste wurden MAder und Gärten stark verwüstet. In Neapel hat eine Sturmflut die niedrig gelegenen Gebiete überschwemmt. Die MordnMre Haarmann. Untersuchung flegen Me Kriminalpolizei von Hannover. Die Mordaffäre Haarmann hat, wie wir aus Berlin erfahren, durch die Entsendung von Polizeibeamten der Polizeiabteilung des Ministeriums des Innern nach H a n n o v er einen sensationellen Anstrich erhalten. Die Beamten haben den Auftrag, die gesamten Maßnahmen, die die Polizei bisher in dieser Angelegenheit getroffen hat, einer genauen Nachprüfung zu unterziehen. Außerdem hat der Oberstaatsanwalt von Hannover, im Einvernehmen mit dem preußischen Ministerium das gegen den verhafteten H a a rmann eingeleitete Strafermittelungsverfahren auch' auf die Ermittelungen und Maßnahmen der hannoverschen Kriminalpolizei ausgedehnt. Wiener Morkenzeitung. 11. IM 1924 Sette 8 Letzte Nachrichten. Sie Slympischen Spille. Prag, 10. Juli. (Havas.) Finale im Laufen Wer 1«500 Metcr: DU cm: ^Finnland) in 3 Min. 53,60 Sek. (olympischer Rekord). Un^rlcgen sind: Sckiarrer (Schweiz), Stallard, Lowe (England), Burker, Halin, (Ver. Staaten). Ringen: Haussan (Schweden) schlägt Magyar, Easnady schlägt van Harren (Holland), Radvany schlägt Bali (Estland). T: -ikhochsprung: Barn» (Vereinigte Zi.iaten) 3,95; Graham (S^mnigte Staaten) 3,95: Brocker (Vereinigt» Staaten) 3,90; Patterson (Dänemark) 3,90; Pickard (Kanada) 3,80; Sparow /Bereinigte Staaten) 3,70. Finale im Laufen über 500 Meter: Nurmi (Fimnland) 14:31,2 (olynvvischer RÄord); Ritola Ginnland) einen Meter zurück, dann Wide (Schweden); Raming (Vereinigte Staaten), Sopala (Finnland), Elipon (England). Ringkämpfer Bantamgewicht: Herschmann (Oesterreich) wirft Olsca (Schweden). Mittelgewicht: Stenberg (Oesterreich) wirft Domas (Frankreich). Leichtgewicht: Gaupeth (Norwegen) schlägt Sesta (Oesterreich) nach Punkten. Finale im Hammerwerfen: Bootell (Vereinigte Staaten) 53,29 Meter; Mac Grath (Vereinigte Staaten) 50,84; Nokce (England) 48,875; Erickson (Finnland) 48,74; Skold (Schweden) 46,285, Maccacaerl (Vereinigte Staaten) 45,225 Meter. Die letzten Kurse. Re Höllenmaschine i« Lemberg. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Lemberg, 10. Juli. In Angelegenheit des Dhnamitanschlages gegen die I a n o w e r Muniti o n sdepots dauern die Verhaftungen an. Bisher wurden fünf Personen in Hast genommen. Die Polizei hat Beweise in Händen, daß das Attentat der Auftakt einer Welt amgelegten Sabotageakt io n sein sollte. Bei dm Verhafteten wurden größere Vorräte an Munition und Waffen vorgefunden. Wie die „Gazeta Lwow'ska" meldet, stand die aufgedeckie Organisation unter direkten Weisungen .aus Moskau. Die Attentäter sollten nach der Sprengung der Munitionsde-poks durch bolschewikische Emissäre über die Grenze nach Sowjetrußland gebracht werden und dort als Anerkennung größere Landgüter sowie einige taufend Dollar Pro Kopf erhalten. London, 1V. Juli. Der Generalrat der Federation britischer Industrieller schrieb an den Gouverneur der Bank von England, daß die Anregung Wrender Finanziers, den Bankzinsfuß zu erhöben, die Industrie sehr beunruhigt. Tatsächlich wird die Erhöhung immer noch erwartet und deren Ausbleiben überraschte dreimal bei den allwöchentlichen Bcmksitzunaen. Dies sowie zahlreiche Neuemissionen von Anleihen drücken sämtliche Obligationen. Das Agio der ungarischen Anleibe verschwand. Die heutige erste offizielle Notierung betrug 88. Die alte tschecho-slowakische Anleihe war um eine Kleinigkeit höher mit 98,60, die uene wies ein Disagio von einem Achtel aus. Das ' gleiche Schicksal trifft alle Neuemissionen, noch mehr aber die englischen Jndustrieobligationen. Der Aktienmarkt war bei kleinen Umsätzen sichtbar befestigt. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf Rubberaktien, da das Rohprodukt plötzlich stieg. Teeaktien sind unentwegt steigend, besonders kombinierte Tec-Rubb^-Plantagen. Der Bericht von Mexikan Eagle drückte die gewöhnlichen Anteile auf 14,6, die- Vorzugsanteile auf 13,6, Royal Dutch 30,26, Lobitos (ex Dividende) 11,6875, Shells (ex Dividende) 4.0525, Oesterreichische Anleihe 89. Prager Anleihe 89,50. Skoda 88, Bankverein 7,9, Bodenkredit 18. Der Minen,narkt war allgemein fest. Kaffiers unverändert. Centralmining 11, Diamonds 16,6, Deebers 12,26, GenreerS 12,23, Genrmining 12,3. Wechselkurse: New-Pork höher 4.34373. Paris 85,10,Briiffel 96,125. Wien 306.300, Berlin 18 Billionen Prag 147.75, Amsterdam 11,5025, Ehristiania 32,605. Stockholm 16 33 Kopenhagen 27,225, Schweiz 24.035. Finnland 173 25, Rom 101.75, Madrid 32,755, Warschau 22,575, Athen 255, Sofia 600. Bukarest 1047,50, Konstautinovel 863. Budapest 840.000 bis 370.000, Riga 2260. Silber stieg prvüpt und Termin um ein Sechzehntel Penny. Gold war um zwei Pence niedriger. Metallmarkt notierte: Kupfer Standard prompt 61 bis 61,2,6, dreimonatige 62, bis 62,26, Elektrolyt 65 5 bis 65,10,0, Zinn Standard prompt 229,10,0 bis 220,15, ' dreimonatige 222,10 bis 222,15,0, Blei englisches 34,10,0, ausländisches 33,7,6 bis 30,10, Messing ausländisches 31,17,6 bis 31,11,3. Baumwolle: Nach den offiziellen Schätzungen dürfte die Baumwollernte der Vereinigten Staaten 71,2°/, der normalen Ernte betragen; eine Voraussage schätzt die Ernte auf 12,144.000 Ballen, was die größte Ernte seit 1920 wäre. Der Baumwollmarkt wies steigende Tendenz ans. Fullmiddling London 17,26/ amerikanische Termiuware anfangs 23 bis 28 Punkte höher Juli 16,54, August 15.77, Oktober 14,66, Jänner 14.19, März 14,08. 11 Uhr: 30 bis 25 Punkte höher. Mittags ebenso. Um 13 Uhr 15 Min.: 32 bis 22 Punkte höher; um 14 Uhr 13 Min.: 32 bis 23 Punkte höher: Juli 16,61, August 15,77, Oktober 14,58, Jänner 14,16, März 14.06. New- Yorker Effekten: Canadian Pacific 149,125, Union Pacific 137,125, United Steels 101,125, Royal Dutch 49.75. London, 10. Juli. D e v i s e n s ch l u ß k u r s e: Wien 307.500, Prag 147,75, New-Pork 4,34V/, Baris 84,925, Brüssel 96,—, Rom 101,8125. Zürich 24,145, Madrid 32,775, Amsterdam 11,3023, Kopenhagen 27,225, Christiania 32,605, Stockholm 16.325, Helsingfors 173,25, Berlin 18,125 Billionen, Bukarest 1045. Paris» 10. Juli. Die heutige Börse war vollkommen uninteressant. Es fanden fast keine Umsätze statt, was sich durch das Herannahcn der drei Feiertage erklärte. Trotz des GeschastsmangelS war der Grnndton der Börse fest. Französische Renten waren rückgängig, französische Eisenbahnen leisteten Widerstand, während srauzösische BanNverte Fortschritte aufwiesen. Aegyptische Bodenkredit besserten sich aus Grund des PfundkurseS, russische Staatsanleihen waren etwas weniger angeboten, Petroleumwerte behauptet. In der Kulisse war der Grundton fest, obwohl die Umsätze dort ebenfalls unbedeutend waren. London 85,14, New- Aork 19,61, Prag 58,20/Bukarest 8,15. Paris, 10. Juli. (Radio.) Effektenschsußkurse 7 Banque de France —, Pragobanka 410.—, Credit Lyonais 15.98, Suez 14.340, Platine 780, Dabrowa —, Banque Ottomane 781, Central Mining 966, Rio Tinto 2813, Le Naphta ruffe 413, Sueceried Egypte ■ 1120, Cautichoues ftn 159, Charternd 49,75, DebeerS ordin. 11,75, Goldfields 75.—, Huanchakas —Jägers Fontain 262.56, Malacca ordiu. 156,—, Maltzoff 4:0, Mexican Eagle 75.—, Padanq 373, Rand Fontain 92.50, Randmine —,—, Silva plana 177,—. Tanganyika 160.50, Tubice soie 641.—, Utah Copper 1484, Shell, 340.—, Royal Dutch 26,400, Burmah —. Aew-Vorkr, 10.Juli.(Radio.) Devisenschlußkurse. Taggeld 2%, Wechsel auf London 4,34,75, 60 Tage-Wechsel 4,31,75, Paris 5,10, Amsterdam 37,67, Berliner Schlußkurs 237/* bis 24, Prag 2.93°/» Silber 66T/„. Reisefieber. Ich möchte schon im Wartesaal elttgrkeilt steh«, di« Rocktaschen abtastend, ob nichts vergessen oder verloren isst Fahrkarten, Paß, Zigarren, Streichhölzer, Fahrplan. Und die Leute mustern, die ebenfalls den Blick auf den Herrn Pförtner heften, mich empören, wenn sie andere Ungeschicktere, Harmlosere zu übertölpeln wissen und mir nichts dir nichts mir Koffer und Rucksack plötzlich ganz hart neben den Herrn Pförtner stehen. (Bin ich indessen nicht selbst um ein bemerkenswertes Stück näher gerückt?) Ich möchte mü meinen Leuten schon im Wagenabteil installiert sein, rasch noch Abendblätter kaufen, die ich bestimmt nicht lesen werde eine Flasche Mineralwasser, deren Inhalt schal und ungenießbar wird, wenn man durstig geworden ist'"und füi diese außerordentliche Nacht zwei außerordentliche Zigarren deren Deckblatt kapnt sein wird, wenn ich sie aus der Brusttasche hole, in die ich sie hastig, gedankenlos gleiten ließ Ich möchte schon das Gewirr der Stimmen hören, di« nach dem Träger rufen, mich über die kreischenden Plage« geister der Nummer 35 ärgern und an der Gelassenheit bei Nummer 35 ergötzen, die in Seelenruhe ihr Kosserwägelcher von Waggon zu Waggon schiebt. Ich möchte schon die Schaffner mit ihren Laternen das Abfahrtszeichen geben sehen unfc den Zug amollen fühlen, an Hütteldorf vorbeisausen, der ersten Tunnel passieren. Ich möchte schon die letzten Handgriffe meines Gegenüber erleben, das mit dem Inst rllie.-öl' der Bagage in St. Pölten noch nicht'fertig ist, mit Ordnungmachen, Nachtmahlfuttern aber erst in Aisst'lten. Ich möcht, schon den Schnarcher bewundern, dessen Sägewerk prompi in Betrieb gesetzt ward, die Dame, die ihn. wütend mnsteri und unentwegt das Kleid über die Fußspitzen zieht. Ich möchte mich schon'über sechs ausgestreckte Beinpaare hinwegturnen und im Wagengang ans Fenster lehnen, in die pechschwarze Nacht starren — der Himmel wird ja bestimmt verhängt sein, es wird alsbald zn regnen beginnen — und mich der vielen munteren und verärgerten, sanften und wilden Geräusche freuen. Heller Diskant beim Passiere: eines Stationsgebäudes, dumpfes Grollen, wenn der Zug eine Brücke unter den Rädern hat, plötzliches Aufrauschet' eines GeUrgswassers, rasendes Wüten eines vorüberflitzenden Gegenzuges. Ich möchte schon den Morgen kommen sehen, die graue, schwere Dämmerung, den erquicklichen Lichtftreifen am Hori. zont, die goldenen Wipfel der Tannen und die rosigen Bergspitzen. Ich möchte schon die festliche Stunde am See genießen» wenn das beleuchtete Schiff über die dunkelglitzernden Welle» heranschwimmt und wieder in der Nacht verschwindet. Ich möchte wieder in einer Stadt, die ich zum ersten Male gescheu, durch die Gassen wandern, Menschen beobachten, derer Sprache ich nicht kenne, in einem Hotelzimmer erwachen, das ich am späten Abend bei plötzlicher Unterbrechung der Reise bezog, zum Fenster eilen und mich davon überraschen lassen, daß der Marktplatz, die. Kirche, der Brunnen, die Bewohner ggnz anders ausschen, als ichs mir Vorgestell! hatte. Ich möchte wieder von Opcina die Adria sehen und den wunderschönen Hasen von Triest, oder in Capo d'Jstrio herumschlendern, oder Venedig aus dem Meere auftauchen sehen. . Ich möchte auf dem Wege zum Tuper-Joch Enzian pflücken und die Schneefelder in greifbarer Nähe haben, de» Ziller^rund genießen, in einem Bergsee baden. Vor allem aber möchte ich, daß die Stunden jetzt zu Sekunden schrumpfen, die Quäl der Wahl beendet ist und das herrliche, böse Fieber durch eine nüchterne Berech-nng der verfügbaren Unsummen geheilt wird. - O.- A. Horthtz als Schutzengel. . In Steinamanger erscheint das ungarische Tagblat! „Vakvarmeghe", das von dem magyarischen Rassenschützler mit dem urgermanischen Namen, dem Abgeordneten L i nda n e r, herausgegebien wird. Lindauer verhöhnt in diesem Blatt tagtäglich die Ohnmacht der u-ngarischen^ Regierung, indem er aus die Macht' der eigenen ,Partei hinweist. Im Leitartikel einer der jüngsten Nummern dieses antisemitischen Schmutzblattes tut dies Linda-uer, indem er ^eine Parallele zwischen zwei Begebenheiten, die sich jüngst in Steinamanger zugetragen haben, zieht. Lindauer erzählt: . Am Peter- und Paultag hat in Steinamanger ein ehemaliger Ossizier, derzeit beim Militär angestellter Zrvilzeichner, namens Kenessey. ein junger Mensch, aus sehr, guter Familie, ein jung es Mädchen ans offener Straße geohrseigt, weil er es für eine Jüdin hielt (und auch, weil er betrunken war), so daß infolge des Skandals die Polizei intervenieren mußte. Obgleich das Publikum empört Genugtuung für die Insultiert» forderte, verweigerte die Polizei den Journalisten jede Auskunft über die Strafe, die Kenessey zuteil wurde. Demgegenüber, fährt Lindauer in feiern Aufsatz fort, hat es sich zugetragen, daß. a^§ zur Zeit der Gemeinderatswahlen acht Mitglieder der so naldemokrcitischen Partei im Kaffeehause mit roten Neklen im Knopfloch erschienen, die Polizei alle acht in Verwahrungshaft iwfan, mit Hausdurchsuchungen gegen sie vorging, sie unter Pollzeiaussicht stellte, und eine laugmächtige Untersuchung einleitete, als deren Ergebnis die gewählten fünf sozialdemokratischen Gemeinderäte aus dem Rathaus gewiesen wurden. Dieser Kenessey, schließt Lindauer seinen Attikel. ist -wahrhaftig ein Jüngling, den sein Schutzengel besonders beschirmt. Dieser Schutzengel — dies sei zur Ansklärung bemerkt — ist kein -geringerer als das Staatsoberhaupt -von Ungarn/'der Reichsderweser Nikolaus v. Horthy. D ie Schekelakllon säume, seinen wird foa§d abpesehSossen! Keiner ver Schekel für dieses Jahr zu bezahlen ■