Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1940 (10.7.1924)
- Date
- 1924-07-10
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 1940 Wien, Donnerstag Bereinr, Vorttkge und Versammlungen. Union espa^uoia. Samstag, V--8 Uhr abends, Vortrag über die Bedeutung der Wischen Presse. Hotel Continental, weißer Saal. , ' - . ■ ■, > und „M Wen Gehiinglr«." Erstaufführung durch das New-Iorker Jüdische Kimsttiheater. , Nach der Dramatisierung des Schalem Alojchemschen „Tewije" bringt Morris Schwartz' Künstlertheater., das jetzt im Carl-Theater gastiert, wieder eine Dramatisierung; . diesmal Wunde Leonid Andrejews Erzählung ,/D i c s io b e n Gehn ngten"sin szenische Form gegossen. Mit den Dramatiisi«- runpen ist cs eine eigene Sache: Je vollkommener.das Werk, aus dem sie geformt werden, desto weniger gelingen sic. (Eine Binsenwahrheit,'die aber anscheinend doch ew ig men Ueibst . weil es noch immer zu viel Dramatisierungen gibt.) Dieser Umstand kompliziert auch das AuffÄhr'ungsProblem bei solchen.dramatischen Zwittergeschöpfen; was in der Epik wurzelt, kannsauf der Szene nur schwer züm'Ausdruck gebracht werden. Die lebhafte Maschinerie dr^ Theaters zerstört sehr ost das.Gewebe, welches die epische Kunst geknüpft hat, es. entstehen Risst und, wo sie durch Theätratik verdeckt werden sollen, unschöne Flecken und Stopfknoten. Die Moskauer haben es versucht, stir eine szenische Wiedergabe der Dostojeiwski>chen „Brüder Karamasow"' einen eigenen Stil zu schaffen; aber trotz prachtvoller Einzelheiten was das Ganze doch eigentlich unzulänglich. Ändrejews Erzählung bietet s vom Standpunkte des Theaters wenig dankbare Möglichkeiten. Per Kontrast zwischen Todesfurcht und - Todesbercitschaft, welche bis ■ zum llebenwinden des Todes führen kann, vst in dieser Erzählung -ganz-ausgezeichnet gefaßt; aber der Epiker legte es naturgemäß nie. auf einen Konflikt an. Und.das Theater braucht Konflikte. Da ist ein Minister, der von fünf terroristischen Revolutwnären getötet werden soll; der Man wird entdeckt, der Minister davon verständigt. Seine Furcht vor.dem Tode bringt ihm den Tod. Die.Terroristen werden vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. "Sie suchen ihn durch den Glauben an die Idee, der sie dienen, zu überwinden. Nur einer Frau gelsng.t Hes ganz; und wir sehen den Todekweg der Fünf, sehen, wie jed-w der Tod anders, zeichnet je nach der Stärke des Widern staAdech. den se^m^Jde-e.in i-hm..weckt. Mit den. Fünfen...gchen den gleichewWss zweb Verbrecher, die gemordet haben, den Tod kennen' und ihn doch nicht ertragen; eimer begegnet..ihm-,, mit deuBerdweiflun^, der andere mst HUfl-ostm Trotz. ..-'/ Diesen aus Stimmungen nnd.Wortschwmgupgen mösaikärblg zusammengesetzten Drldern, die die Erzählung eindringlich gemalt hat, gibt das Theater eine überdeutliche Plastik, die aber in diesem Fälle eher Mdnkb denn Bvi^ug ist/ 'DK^'Mv-Yoke, KüMlercheater Hab' in dev Aufführung die -Deutlichkeit heS ^^^»../^.k-MÄodi>e-'.^.:Äsortä^.gin-g, wieso oft auf dem Theater, tvenn es zu deutlich werden muß, Verloren.-Die New- Borker jüdischen Schauspieler sind auf eindeutigen Naturalismus gestimmt. Dw M-olVeutigkeit des Wortes ist, wie die gestrige Aufführung zeigt, nur weniger klar geworden. An erster Stelle ist .)kr Markus Schwe id zu nennen der in einer Episode durch Eigenart in der Ärstattung das Tlndrejewsche Original diestr...fünf szenWnvÄMr erraten ließ.. Bine'AbWnoDsch hat so .-viel -davstellerffcheni Reichtum. daß. sie auch diesmal'eine Grstalt schuf,' pW' eWeifest' koiinte/ Iyn Abstand stvst H^Mmal MoU-is 'SH w-w tz zu meinen, der ausgezeichnet'charakterisiert, aber zu viel Wirklichkeit in Ton und Geste hat, als daß er dem syirkbdlischen' Schemen,' 'M Mdrejew Merchnet hat, beikäme. Anna A p p e l und Elias Tannenholz halsen sich mit ihrer n^ürlichen BeM-mg i L'bMdie Fährttchkeiten ihrer Figuren hiitweg. Das Szenenbild Mach eindringlicher als die Darstellung, besonders m den letzten drei'Bildern. In den ersten zwei ließest Gegenstände und Menschen manchmal Haltung vermissen. Im ganzen: An iMeveffoNter Versuch, der Begrenztheit des Thvat'ers eist-Mhr 'nn Stimmung übzuringen, nicht immer geglückt, aber stets von dem Ernst getragen, den der Glaube an eine Senduüg'weÄeiht. Das zahlreiche Publikum empfand dies und gab dankbaren Beifall. ' Siegfried Schmitz. den Theatern. Heute, ,, „ .§ ck ö n b r n u n e r S ch l o tz t b e a t e r. *!%$ lihr abends, „U nser e kleine Fr kt u" ^Ä^.sowrr. HeM „Der Troubadöur". - Morgen (Fwttäa) ,D e r V ,a r b i e r v o nSevill a". Die E r t * % ühne bringt im Ralmüud-Dkeater morgen Freitag die Komödie' von Hermann Kienzl „H § h n i m D mrl^zur Erstausführung. Der Dieter wird der Vorstellung ’ Buvggarien. langt am 18. d. Auf der Freilichtbühne im Burcwarten g> . unter Hans Nodenbergs (Dentfwk VMtWttzt) LMung das älteste Mmtsche Mhnettwe, M a r r e ch e n d o n. N y » weg e tt" ixt der deutschen Utzbtzi tragung von Fr. M. Hübner zur österreichischen Uraufführung. Ae Wiener Reise des Komponisten Pietro Mosevgn Der Koinpömst Pietro M a s e a g n i..kömmt am 18. d. nal WM, um die ö-tötzen Festspiele, die auf der H ö h e n W ä r t stattiinden -sollen, zn dirigieren. Ditz-Proben zu dtzv Hpc „Aiida". bei der mehr als.1060 PtzrfvNeu Mitwirken WtzMt begrumri sofortnach seiner Ankunft. ■ - Dur tschechische MtioNaloprr in Witz«» Die MitWeder der Wochstchep Nationaloper in Prag veranstalten VVM 16. bis W. Imi an der Wiener Volksoper -ein- Ensemblegastspiel. .Har Enjewble besteht ans dem Sölöpersouül, dem- Chor'und Ballett der.Prager Oper, zusammen Über 100 Pcrsotttzn. Unter den tBöltsten befinden. sich.die' ersten Kräfte der Prctqtzr Natiönal. oper, ,und zwar die Damen: Bogncka, Ugrova, Czhoba, . Hör- Pwonkova und Bood^cka sowie die Herren Kubla, Marak, Wurstt. Störs.- Burian. Fifka. Huml und Polltzrt. Als Eronnuirgsvorstölluttg wird Smctönas „Verkaufte Brnni" gegtzbeu F-.rner getan gen SmetavaS „Der Kuß" und „Das Ökljcim* ttia'' und Di'chailowskps „Eugen Dncgi-n" und -„Pigue Dame". Wiener Movgenst^ittNK. 10. Juli 1924 Seite 8 Alle Arten von Kommandite der Kroatischen Eskomptebanki Agram Bankgeschäften!■ Telephone» 60-4-132, 60-4-93, 63-4-85, 64-4-42, 63-4-78, 69-4-82 Kredituna (Eäim°J?ablSSe WsLren9eschäfte icm65 Teleg^amniadresse; Frapobank •mit der Originalbesetzung des Prager Nationaltheaters zur Auführung. Die Prager. Gäste bringen die prächtigen -Originalkostüme mit. Dirigent: Herr Josef Winkler. Regie: die Herren Wurser und Pollert. . Die Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst. Das BundeskstiMeriuM für Unterricht hat de'n Studien beginn, der neu errichteten Hochschule an der Akademie für Musik und darsteltenr-e Kunst' ans den 1. Oktober 192i’ festgesetzt. Tschaikowskys Oper „Pique-Dame", eme der musikalisch besten und dramatisch wirkungensvollsten Werke des russischen Komponisten, ist von dem bekannten Dichter Rudolf L a uck n er. neu übersetzt und für die Bühne bearbeitet worden. Die Berliner Große Volks oper wird die neue Bearbeitung bereits zu Beginn der nächsten Spielzeit unter der Leitung von Professor T o b r o w e. n, einem russischen Dirigenten, zur Erstaufsuhruug bringen. <— Max K t o h n § neuestes 'Werk „E rlösune", ein Mysterium für Soli, Ehor und Orchprer, wurde vom Ge-iteralmusikdirektor Rudolf S ch u lz - Do r n bur.g in Bochum zur Uraufführung angenommen. . ' Bankier Reich kan der brtrLierische» Krida sreigesproche». Wegen fahrlässiger Krida verurteilt. Gestern wurde nach zweitägiger Verhandlung das Urteil gegen , den Bankier Markus Reich gefällt. Der Belchuldigte hatte sich mehrere Jahre in Amerika ausgehalten und dort die Staatsbürgerschaft-erworben. Im Jahre 1919. kam er nach Wien, gründete zuerst ein Export- und Importgeschäft, dann, ein Bankhaus und betrieb zugleich den Lederhandel. Er soll nun Einlagen von- KomÄrttenten, sowohl Barbeträge wie Effekten, für sich verwendet habend Insbesondere die Verwandten eines jungen Mädchens, mit dem sich Reich, obwohl , er verheiratet ist, verlobt hatte, kamen mit großen. Beträgen zu- Schaden. In der Anklage wurde -gesagt, . daß Reich ein luxuriöses Leben führte, sich zwei Autvs hielt, in einer Pmsion/chn' Opernring wohnt-e und mit Damen verkehrte,. die 'große finanzielle Ansprüche an ihn. stellten.- ,■< ' ' Der Angeklagte hatte sich nichcschul-Vig erklärt. Er se: berechtigt gewesen, über die Kontos seiner Kvmmittcnteu zu verfügen, nur . die. traurigen' wirtschaftlichen Verhältnisse in Wien und verfehlte Spekulationen 'seien der Grund seines Niedevbruches gewesen. - Er wurde - vom Verbrechen 'der L e 1 rüg er ischen Krida und vom Verbrechen der Veruntreuung freigesprachen und. wegen fahr lä s s i g e r Krida und mangelhafter. Buchführung zu vier Monaten strengen Arrests verurteilstdie durch die Untersuchungshaft als verbüßt erscheinen. Der Staatsanwalt meldete die Nichtigkeitsbeschwerde und gegendie Freilassung die Berufung an. Der Krakauer Monsterprozeß. Aus Krakau, 7. d., wird uns geschrieben: Die heutige VerhaMung gegen die Teiluchmer an den "blutigen Novemberunruhen in Krakau brachte eine stnsationelle Wendung. Nach Beginn der Verhandlung, erklärte nämlich namens der. Verteidigung der Abgeovdnete und Verteidiger in dem Prozesse, Dr. Lie-bermaun, die Verteidigung hätte in Erfahrung gebracht, daß >der Staatsanwalt Dr. Sozanski sich privat an einige Geschwürntz gewandt hätte und sie dazu hätte verleiten wollen, K r a u k H t i t vorzuschützen, um dadurch den weiteren Gang der Verhandlungen Unmöglich, zu machen. In einem solchen Falle hätte der Staatsanwalt in der Weise eine neue ÄnKageschrift ausftrtigen können/ daß mehrere Angeklagte vor -das gewöhnliche Tribunal gestellt worden wären. Auf die di-esbezügliche Anfrage des VtzchenM-ngsleiters er-, klärte Staatsanwalt Dr. Sozäyski, daß er in Ädstr Angelegenheit nichts zu sagen habe. Die Geschworenen zogen sich hitzräuf zu einer Beratung zurück NNd'erklärten nach ihrer Rückkehr, - die Annahme. der entsprechenden Anträge der Hert'tzidigung zu tztnpsehlen. Der Vorsitzende unterbrach sodann die" Verhandlung. aus eine Stunde. Nach Mederaufnühme dtzr Vechandlung nahm Staatsanwalt Dr. Sozanski an ihr nicht mehr teil.' Was iw de« Stetnen geschrieben steht. Wie gelangt man zu Schönheit, Reichtum und Macht? Zu erfragen bei der. Dame, die gestern dar dem.Bezirksgericht stand.. Sie schaut erst in die Sterne,' dann schaut sie wieder weg. Perkauft Glückssteitte kstzhr billig! 50.000 K. das Stücks, die Schönheit. Macht und Reichtum verschaffen und vor jadem Mgtzmach schützen; wahrscheinlich anch .-Rundfunk" an.alle —' vor KvNktlrs und Insolvenz, da mBB a n k i e r aus Athen zu ihren, langjährigen Klienten gehört. Sie weiß, waün Man geboren wurde, wenn man ihr düs Geburtsjahr sagt. Stellt den: Richttzr ein Horoskop: „Herr Richter/ Sie sind unter der Regentschaft dtzs Planeten M e r k u r geboren. U-ntea. diesttn Planeten . werden nUr lauter Patrizier und durchwegs nur gebildet« Mtznschön gtzbören. Alles deutet daraus hin/daß.Sie Glück hüben Werden." Welcher Richter könnte dä widevsteheu? Üt» teil: Freispruch mit der Begründung, daß die weise Frau nich t die Absicht hat, andere Personen-zU betrügen und selbst an den Ernst ihrer Tätigkeit glaubt. Wer's glauben will,, gehe zu der Glücksverkünderin hin! Adresse wird nicht hekaNntp-eg^ben. sonst' riecht es. näch Reklame. Jnteressenttzn mögen bei Gericht »affssragen. Wen man aber für einen Plebejer und ungebildeten- Vltzuschen hält der protestiere Mit der Begründung, er sei unter dem Planeten. M c r k u r geboren! m»- ' Polnischer WirtschastsSericht. Feste Börse. — Flüssiges Geld. — Andauernde Jndustrickrist. — Bankensüsionen. Die ip der vorigen Woche eingetretenc Besserung der Stimmung in Wien Mud! die damit zusammenhängenden 51urserholungen der Wiener Effekten, übten stine günstige Wirkung auf die Kurseutwicklung der polnischen Arbitragowerte ans. Diese erholten sich im raschen Tempo und manche verzeichnen Kurserholungen von über 20, einzelne vor: 25 u.ujd 30 Prozent. Diesen folgen auch . andere, heimlsche Werte. Aber anch im Jnlande wurde die Stimmung lebhafter, da infolge der neuen Verordnung der Regierung über die Höhe des Zinsfußes größere Betrage aus der Jndnstric zurückgezogen wurden und den Effektenplätzen zur Verfügung standen. Das Interesse des Publikums, welches in der letzten. Zeit, pieles zu wünschen übrig liest, wurde durch die Kurserholuügen angespornt und es würden größere Aufträge erteilt, wobei auch die Spekulation nicht' rm Hintergrunds verweilen wollte und Meinungskäufe ausübte. Der neue Zinsfuß darf nicht mehr wie 24 Prozent pro anno betragen. Für Ueberschreitungen dieses Satzes sind hohe Geld- und Kerkerstrafen angedroht. Die Regierung hofft, mit dieser. Verordnung eine Verbilligung der Produktionskosten bei der Industrie zu erreichen, da diese bis jetzt Äetriebskcrpitälirn zu horrend hohen Zinsen beschaffen mußte. Die Geldgeber wieder vergaben die Beträge lieber der Industrie zu hohen Zinsen und zogen von den. Börsen ab, die keinen größeren Nützen gewähren konnten. Jetzt sieht man aber, daß Geld da ist, .da sofort nach. Erscheinen dieser Verordnung auf allen Platzen bas Geld so flüssig war, wie. man es seit längem nicht, mehr bemerkt hat. Auch den Börsen fehlte nur der Ansporn, da die ÄustvärtsbÄvegung sofort einsetzte und die Kurse rapid in . die Hohe, stiegen. Ausnahmen, bildeten nur, Banken, uud Handelspapiere,.-die auf ihrem /Tiefstanb verbleiben. Im Vordergrund 'der., Mrssteigerungeu standen . Arbitragchverte.' Unter diesen Zieleniew.ski-Aktien, di^ Liber 30 Prozent sich gebessert haben und 8 Zloty notieren. Gali.zrsche Mp nt an konnten sich von 3.65 auf 4.40 bessern. Warschau er E skon t b a n k von .4L0 auf 5,50. Ch od o ro w von.3.30 auf 4 Zloty, Von den inländischen Effekten erholte sich'Govka um 24 Prozent, Eegielski um 20 Prozent, Tr.zebinia um 8 Prozent, Polska Nafi r zeigt sogar einen Gewinn von 40 Prozent. Petrolenmwerte weisen auch größere Kursgewinne, besonders G azy^Aktien, die sich rasch erholten. Falls nicht neue ErschütterungLN eintreten, - kann man auch mit. einer weiteren 'Tendenzbesserung rechnen,- Hdenfalls scheint es, d<rß die ©ffcflen ihrtzn tiefsten KursftaW bereits erreicht haben. Die JnLustriekrife Lauert zwar an, die Regierung scher ut sich jedoch zu einer.Intervention vorzubereiten, was ja die höchste Zeit wäre, da die jetzigen Zuistände bei einem längerem Andauern unkedingt zu. einer Katastrophe führen, müßten. Die i Regierung ordnete an, Laß Mieri der Bank Polski sowohl bei Kautionen anläßlich von Verpflichtungen an den Staat wie auch bei Zollbehörden usw., hinterlegt werden können, und zwar werden sie mit 75 Prozent ihres Wertes berechnet. Die Verhandlungen bezüglich von Bankensüsionen schreiten langsam nur weiter und nur in einem Falle wurden sie bereits beendet. Die Warschauer Kreditbank beschloß, sich mit der Bank für Handel und Industrie zu fusionieren, wobei das neue'Institut den Namen Kreditbank für Handel und Industrie führest wird. 'Der Valuten- und Devisenmarkt zeigt keine größeren Veränderungen. C-hataktrristisch ist nur, daß die Valutenküvse in Krakau Und Lemberg immer etwas höher sind wie die vöü- Warschau. In Warschau notiert der Dollar immer dst Parität stow 5.18,5 Zloty', wogegen ln Galizien der Kurs . bis zu 6.86 -Zloty gestiegen ist. Auch die österreichische Krone notiert für 100.000 in Warschau 7.32 Zloty, in Krakau 7.38Z Zloty. Die Bank Polski interveniert manchmal, cs herrscht jedoch in der letzten Zeit ein Dollarmaugel, da wenig exportiert wird. Dagegen ist in anderen ausläudischen Valuten ein Ueberslust, da die Industrie wenig Valuten infolge der Prodüktlönsstocküng zur Deckung der Fakturen benötigt. m. s. Zer Umtausch der Polenmark in Zloty. .. Wien, 9. Juli. Zufolge'der Gesetzesverordnnng des Präsidenten der polnischen Republik vom 14. April d.-J. hört du polnische Mark ab 1. Jttli 1924 auf, ein gesetzliches Zahlungsmittel zu fein. Das. Vechält-uis der Polenmavk zum-Zloty, der. neuen Währungseinheit der polnischen Republik, ist gesetzlich festgelegt mit 1,800.000 Polenmark gleich 1 Zloty. Ter ll-n>- lausch. beginnt am 1. Juni und endigt Mt 31. Mai 1925. De.' Umtausch von Zloty gegen vom Ausland gesendete od.'r trattsportierte Poleitntark erfolgt an den Schaltern der Bank vor Polen in Warschau unter nachfolgenden Bedingtlugen: 1. Der Gegenwert der ans den» Ausland gescnderen.Poleumark wird: a) auf Konto dkr Person-oder der Firma, welch« die Polenmark übersendet, sofern sie ein Kon:e bei tar Baw