Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1940 (10.7.1924)
- Date
- 1924-07-10
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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tzem Io Wien. ^:oitttcr§fa<j jcm Polen oder brr einer anderen von der Partei angegeben?n Bank ht Polen besitzt, in Einnahme gestellt werden; b) wird in Zlotybanknoten «st die angegebene Adresse übermittelt wer- , den oder c) wird an die angegebene Adresse in einem in fr-em-- der Währung gezogenen Scheck, berechnet zum Kurs des Tages, i an welchem der Umtausch vollzogen wird, gesendet werden.' 2. Für den Austausch wird keine-Gebühr eingehoben l werden, nur im Falle der Uebersendung des Gegenwertes in Banknolen oder Schecks ins Ausland wird die Bank von Polen die effektiven Korrespondenz-, Porti. und Versicherungskosten obziehen. Mit Rücklicht darauf, daß die Uebersendnngskosten Zumindest einen Zloty betragen, wird die Uebersendung nur * stattfinden, wenn die umzuwechselnde Summe 1,800.000 Mark übersteigt. 3. In Uebercinstimmung mit den bestehenden Devisenvorschriften wird die Bank von Polen den Beweis darüber besitzen müssen, daß die nach obigen Vorschriften umzuwechselnden Polennrark aus dem Ausland stammen. Als Beweis hierfür genügen die den Poststempel des Aufgabeortes ircrä'rden Br.efe oder Pakete oder die Bestätigung der Zollbehörde. Le? neue Mtgrif. Kala- — Kaffee — Tee — Zucker. Tie Verhandlungen wegen beschleunigter Erledi^u-ng des Zolltarifs wurden gestern fortgesetzt und sollen'heute, wenn es naä d:m Wunsche des Handelsministers Doktor Schürfs geht, Zum Abschlüsse gebracht werden. (Astern begann der Zollausschuß die Spezialdebatte und zag zunächst die erste Gruppe „Kolonialwaren" (Kakaobohnen. Kaffee, Tee) in Verhandlung. Berichterstatter H e i n l beantragte, die Position „Kakaohohnc n, roh" statt mit 60 K. mit 55 K. und die Post „K.-kaobchnen, geröstet, gebrannt" statt _ mit 70 K. mi' 60 K., festzusetzen und die »dortigen Positionen in d:n^ von der Negierung vorgeschlagenen Ausmaße allzu nehmen. Abg. E'.imü' Freundlich stellte den Antrag, den Zoll arff rohe Kakaobohnen mit 30 Goldkronen und für geröstete und gebrannte Kakaobohnen und Schalen mit 40 Goldkronen festzusetzen. Tie Erhöhung des Kaffee- und Terzallcl i\ absolut unangebracht und nicht gerechtfertigt neshalt die Sozialdemokraten die Wiederherstellung der aliw Zollsätze von 90 K. für rohen und 130 K. für gerösteten (gebrannten) Kaffee und von 200 K. für Tee beantragen. . Fn'anzmrnister Tr. Kienböck verwies daraus, 'daß in der Fraa<- d< r F i n a n z z ö l l e die Tendenz der Regierung Mir, Nahrungsmittel, die für die Velksernähvung wichtig sind, aus finanzpolitischen Gründen nicht zu belasten, was insbl'so.nsere für den Zuckerzoll zutrifft. Unser Zuckerzoll ut verglichen mit anderen Staten, wesentlich niedriger Hingegen halten wir es für richtig, die Geuußmittc! in durchaus mäßiger Weife etwas stärker herällzuzühen. ' ' Abg. Emmh Freundlich vermißte in dan.Ausführungen des Finanzminister's die Beantiwortrrng' der Frage, ob eine budgetäre Notwendigkeit für die Erhöhung der Finanzzölle vorliege. Wfener' F'''an;m:ng'ter Dr. Kienböck erklärte, die budgetäre Notwendigkeit einer Erhöhung der Finanzzöllc mit, Rücksicht daraus, daß da s G l e i chg e w i ch t n o ch n i cht' h e r g e st e l l i ist für durchaus gegeben. Bei den großen Anforderungen, die an die Stäatsfinanzen gestellt werden, besteht wohl/ die Veypskichtung^ solche, legitime Quellen, wie Finanz zolle auf Genußmittal, in einem Äusmäße aus- : znschöpfen, das erträglich ist. Bei der Abstimmung wurde die Position „Kakaobohnen" in der vom Berichterstatter beaistragten Höhe unter Ablehnung der Anträge. Freundlich a n g e n o mm e n. Die Position ,F a f f e e" und „T e e" in der Fassung. der RegierÜügsvorlage zum Beschluß e rhoben. Die Gruppe 2, „Gewürze", und 3, „Südfrüchte", wurden in der Fassung der Regierungsvorlage angenommeni Devisenttttb Balutenkurse. (Mitocteilt von der Oesterreichischen Natiollalbank.i 9. fttto ■ 8. .Tn1l v«Sta Celd Ware Oeld Ware AmMerd*™ 1 Holl. Gulden 2C761.- 7fg6^ _ 267.60,- "8850.; fleram I iu^. vronen ... p-5<»._ o3?.- r^,., »in.— pel«-er>d I Tv„.,r .... .“98.■ - 3? '30.- Perllr* 1 PnlM.ciwark IfiW, >6"^.- 1687->—> 160'N.- NrN-.ei ' «"'^Nrlip 8rnne« ' 3>9« 319<t?200.- P-Hdnoppt*'* * iincarl^che Kronen **4.50 85.50 84x|. PtiVurmt I l e> . ... l . 283 -?85.-?«4.-' ’8R.- nirl«tlnn!ii 1 nnrwe<*. Kronen 91*0.- o72n. 07*o.- oz>-n. Kopenlinwen 1 rtJInl««»’. Krdrinf KOSi.« ti"29.— 1M3o,— MO20.- l.nnrfriTi 1 nftm4 Sterling . , 3nr o._ 3oR7’'0.— 3f75 ’o,_?rfl50N.- ^nrfrld 1 Po'iMn* . , . , , 018.1.^ 0720.— 91Rf»,_ 0770 Mailand i l.lr»* . . , ... 3^32, _?M4.- " 26.- Varir t NnNar. . . . . 70»^.- 71l8>i.- 7rP3S._ 7,144.- frrls 1 Frani*« , . . . , ,?.ß07, _ 3657.- '673.- Pr*« 1 tapl’Pi'lifl-alpw. Kronen oOi.— 7061. - '<91.- 1 I ((»>.1 ...... 5 '0.. . -In., 508.- 5N.- Sln^M'oit” * «rlivWUffieKTonrif 'ifiTp . ,31*0,- 13»iM "671.- "-681..- 'V«r«P^n,•*** i nnlnlarhe Märt 13«Ro - 13^50.— Ellrich 1 «clm-elrerlsdie Franc* . 12700.-^ '27n 1-670. >7727.- Noten Anieflkan. Notrr v. |-'ollnr r.utw. 7»4 80.- 7f 8WI,— 7"46". _ o»n.',.. i „ Ho^nrre , , , 70^.— 7078».— 7f3«0._ 75-760.- Felplrrlip Noten 100 Pr.mi*« . . 314". - 3170. _ 311-'-.- 3l8n.- Rtilcsrlsrlie Noten r.n 10no i.eva , 4--8. 496.- 400. - 498.- p .100 . . . lUelnrr«. . . 4*13. - 476.- 470.- 478.- I^nfroh* Nolen 100 Kroner , . 1PR-.- 1093“'.— 'W'o.- I008\ - DeiifRohe Noten*.. 16410.- 16560.- 16440.— 16561.- . . . mn . . . . . kleinere* ... 168 "i.- Iß(8p.- J834“.— I646O.- Pncl. Nolen von 5 Uvrent. «iilw. W<\\- 307500.- .5(57oo.- 3' 73-".- „ .. kleinere ..... 305 9- 3"7’OO.3065' o... 307100.— Frar>?*«l«riip Noten 100 Frnnä* -, 3f<P.- 787 - 8640. - 3^0. - *v ■-.M«rtie Noten 100 rinMen . 26150. - 26”0— 26400,—?pro 1-1 'e •'•he Noten i». W!.Ire anfw. 3 {r\- 3-6 7025.-?0'5.- , Heiner» . . . 30"?.- 3036.- 2994.-?.ftr»,-!nos’. Noten nnt'eal.iii 1000Dtn** 8i .- 838.- ‘32. r38.- . . ’im . . , . kleinere , . - 7. - 8':*.- 872.- «’8.- Nnrweirl*rhe Note«* ton Kroner . 0 — oi«-.- 9140.— 0220. - Polnlscl e Noten * * ..... IMS .- 18810.- |18400,— 13'40.- . . Heiner»** . .. . 13- 0.- 1331 13200,- 1334'.- RumBntsche Noten r.ii>00- ,,.500|.el 27'. 78?.- 278.- .'87.- . . Heiner» . . 238.- 272.- 269.- 272.- Pu*s. Nolen (Roman.) ru 500 Rubel —«— —. - - . . . . 100 ' — —. - . . ► . kleinere . -. Schwedlache Noter 100 Krenor , 18410. 185'0 - |f!4'0,- >8517.- Schwel7.erl«rhe Noten KHi Franc*. 127CO, - 12730.-. 12665.- ,2745. - Stianlsclie Noten 100 Pesetas . , 9080.- 9140.- <86n. 9140.- Tsclierlm-alow. Not. rU05X) aufnr.?c77. - ■ 7 91.- 2069.- >5-84.- . kleinere ■5-7>._ "3 83.- 7‘ 63. - 7079,- Türkische Pf»-d-No*en ..... 34!Ci.~ 349 . - 342".- 350 0.— lineal.Noiei.**(n. Jim.!7.11 KlOOKr, 8 86.- 83.- 88.- .111 10.000 Kr. ... . , kleinere 73— 81 i- 78 - 81-; * »C-ftr eine Bission Mark ** fit 1^0 imaarische Kronen *** für 1 Zloty aufwärts. § bis 2000 voll, darüber nichts zugeteilt. ’^rr~ to. J.,n 1921 ■ Nx 1940 ... Ästl gestrigen Priraiverkrhr von Bureau zu Bureau lautete die Taxation schwächer bei vorherrschender Geschäfts, losigke it. Lod/glich Petroleumwerte wiesen behaupteten Preis, stand auf. Ein Frankenclearing für Juli. Die Einrichtung de« Fräukenarrangements hat sich bei der technischen Abwicklunx der Terminschlüsse in Kabelzahlung New-Aork gegen Zah. limg Pari? derart bewährt, daß die Wiener Börsenkammei beschlossen hat, diese Einrichtung auch für die wenigen, noch pro Ultimo Juli ^924 lanfenden Schlüsse beizube.halten, obzwar, die Gesamthöhe der Differenzen pro Ultimo Juli, ms den gegenwärtigen Kurs gerechnet, annähernd nur 2,000.000 französische »Franken beträgt und demnach nur einen kleinen Bruchteil jener Beiräge darstcllt, die für die früheren Termine in Frage kamen.' Krupp in Spanien. Wie die „Journee Industrielle" aus Mwri-d erfährt, ha. die unter der Leitung Krupps gegründete Gestllschast „Unwn Navale de Lev'ente" die größten metab» lu rqi'chanFaürikett in Barcelona unc> Schiffswerften in Karrgona und Valencia erworben. Außrrdim hat dieselbe Gesellschaft in VÄ-.rieiä auch die Kvmvagnie für MittelmLerschiffahrt angekauf.. Bis setzt har die Gesellschaft die Obli-garionen für eine Gesamtiu'nme für \i Millionen Pesetas emittiert. Nrunnchr such-, die Firma Krupp, wie „Finanznachrichten" erfahren, in Nrcdst.^nien Fuß zu fassen. Die Verhandlungen mit den metallu:r-'h«n. und chemischen Fabriken sind im Gange. Fcinstahlwerke A.« G. Der Zusammenbruch der Allgemeinen Depositenbank hat, wie verlautet, dien Feinstahhwerken A.-<s kemerlm Schwierigkeiten-verursacht, da die Allgemeine Deposit-abänk über ei.r verhältnismäßig kleines Aktienpaket vr.'ü?:r Di- .Finanz'e'-ung der Feinstahlwerke A.-G. dürfte nunm-'br' durch .*tret andere patronisierende Institute, und »war durch d'- A n g lo - A ust r i a n B a nch und durch die Krednanstalt übernommen werden. Die Werke in Leobersdorf werden 'N keinen orderen Besitz übergehen. Die Feinstahlwerke g'lör?n dem Elfenkartell, und da ihre Quote derzeit nicht die voll- Lntt'.rng^'täh'skeit dec Unternehmung erfordert, so wenden die Wapwerke, welche 300 Arbeiter beschäftigen (die Ämternel ü inö umfaßt msgesämt 1>600 Arbeiter), eingestellt werden un) )ie Arbeiter entlassen Verhandlungen über tschecho-slowakische Forderungen ln Polen. Der Generalisekvetär der Prager Handel- und Gewertbekammer Dr. Same! weilt, wie der „ustrf Qzn." meldet, gegenwärtig in Polen, um unter Beieiligunig der dortigen Hanidelskammern über ein Uabere-in!kom.men in der Fragte der Me. cho^liowakischen Forderungen gegenüber den polnischen Schuldnern Berhaudl-ungen zu Magen und ein privat-vechtuches Uebereinkommen zu erzielen. Einfuhr von russischem Flachs nach England. Wahrend der ersten Monate dieses Jahres sind auS Rußland, wie „Rußpreß" erfährt, 979 Tonnen Flachs nach England gegen 1Y2 Tonnen im Jahre 1923 ausgeführt worden.. In der FlachSeinfuhr' hat Rußland auf dem englischen Markte die fünfte.Stelle inne. Der italinenisch-russische Handelsvertrag. Die Firma „Societa Rmnama Solfati" (Ramifche Gefellschaft für Schweseilsäuresal.zeri'.euWng) verlangte eine Konfiskation der ihr vom dem russischen Außeicha-ndelskommissariat vevkauften Waren, da diese Waren früher ihr gehörten mi)b durch die Sewsetve^ierurig beschlagnahmt wurden. Das Kassationsgvvicht hat, wie Rutzpreß 'berichtet^, das zuungunsten der klägevischen Firma g-elfällte Urteil bestätigt, da Waren, welche aus der Sowjetunion nach VIIN.I.ADU*«AMK » Utmfon Nr 73244» SEIDE $TOff£ ' J Copyright diachdrurk brrt'Otcri.,; Äüd-|ch,r Berln«, Berlin. ' 38. FortictznUg. . Von Sammp Gronemann. Es darf bei alledem nicht außer acht gelassen.werden, daß solche Maßnahmen nicht nur für die Disziplinierung der Zivilbevölkerung von Bedeutung waren, sondern, auch auf uns Mannschaften einen sehr wesentlichen erzieherischen Einfluß ausüben nrußten. Die innerlich: Zucht...und Selbstbeherrschung wurde entschieden gekrüstigt, wenn sie so auf harte Pro Len gestellt: wurde. Es gehörte schon, ein hohes Maß von 'Selbstübevwmdung dazu, wenn ein kultivierter Turchfchnlttseuropäer derartige Dinge ansa-h, ohne sich von seinen Gefühlen überwältigen und zu ebner -im- Pulisiveu Aktion Hinreißen zu lassen, die ihn notwendig vor's Kriegsgericht hätte bringen muffen. Die Erziehung zur Feigheit ist die Grundlage jeder militärischen- Disziplin. . - . Ich kann wohl zur Ehre des alten -deutschen Hrexe.s sagen, daß bei weitem die meisten Mitrtärpersenen.: Offiziere und Mannschaften, keinerlei Freu-dc an solchen Maßnahmen hatten, wie ich sie geschildert habe. Die Bsvölkerung, zum mindesten die jüdische, welche nicht gegen die Derfchen verhetzt lvar und sie beim Einzug als Befreier dom rnssischen Joch freudig begrüßt hatte, fühlte das auch und trotz aller Verbitterung kam sie jedem. Deutschen, der sich einigermaßen verträglich zeigte, lieberswürdig entgegen. Jmnierhin erschien es ihnen als ein^ Ausna'h-meisall, wenn man sich zu ihnen gut stellte, und mit umso größerer Uebernrschung und Dankbarkeit wurden Fällevon erwiesenen Frsund'lichkerten, an denen es nicht' fehlte, bemerkt und weiterarzählt. Ich weiß, wie beispielsweise das Lob eines humanen Stadthauptmanns in Bialysiok gesungen wurde. Und als Herr v. Wilpert seinen Mrtsleuten und dann auch einem erkrankten alten Rabbiner einige Lie'besdienstc erwies, ging die Erzählung davon von Mund, zu Munde Es war ja so leicht, diese Menschen zu gewinnen, statt dessen zog wa-n es vor, sie zu „erziehen". Bon den Appellen für die im wehrpflichtigen Alter st'.'h-.'ndc männlsche Bevölkerung und der Art, wie diese gehandhabt wurden. will ich. gar nicht erzählen, auch nicht, wie einzelne »Herren mit ihren Quärtierwirten umsprangen. Andere waren dafür umso rückisichtsvoller. upd oft bildete sich auch hier ein enges f-reundsrha'tlichcs Verhältnis heraus. Aber schlimmer als alles war das bittere Elend, das von Tag zu Tag wuchs. Es war nicht ganz-so schlimm wie in Wilna, aber viel schlimmer als in Kowno, Unaufhörlich klang.das St-erbeglöcklcin von dem Turm der , katholischen Kirche, die unserem Dienstgebäude benachbart . war, und unaufhörlich ertönte das Jammergeschrei der Klaaetve.'lber, die dem jüdischen Leichenwagen folgten. Hier haste wenigstens noch nicht, wie in Wilna die fromme Bestattungsgrsellschast, die Chewm Kadischah, ihre Tätigkeit Wegen der Unmöglichkeit, die Fülle der Arbeit zu bewältigen. einstellen müssen. Aber auch hier nahmen die Todesfälle, infolge von Unterernähriung so zu, daß auch die Laien eine höchst erstaunliche Sicherheit in der Prognose bekamen. Am den Türschiwellen sitzend, starrten sie ergeben vor sich hin, und alte. Leute erklärten ganz ruhig, an welchem Tage sie sterben würden, am fürchten Tag oder in acht Tagen. Die Symptome der zunehmen-den Entkräftung waren ihnen durch Beobachtung allmählich geläufig geworden. Es gab eine Men?.e von Hisfs'institutionen, aber sie waren diesem Elend gegenüber machtlos. Sie hätten ihre Tätigkeit ganz einstellen müssen, wenn nicht die deutschen Behörden, aus ibren Lagern umfoicht oder zu billigen Preisen Vorräte für die öffentlichen Küchen od^c Maisenhäustr zur Vevsügung gestellt, hätten. Wie die besser gestellten Bürger, gaben auch die Soldaten, jeder einzelne nach .Kräften und ich sah mehr als einmal, wie sonst recht robuste Kameraden alles, was sie von ihrer Nation nur Erübrigen lonnlen. an Kinder austeillen. „Wenn ich wieder nach Deutschland komme," sagte ein älterer Laudfturmmam' sonst Schisferknechi. „will ich nie wieder klagen. D haben es bei uns doch die ärmsten - Lou-te fürstlich gegen d'^ Menschen hier." Am besten hatten es' die Familien, deren Ernährer ihre Kinder waren. Schließlich bettelten d'o;rf? '::v R'-m'l'nk'n-renz den Tai ülor im'Nler nach etwas zusammen. Ich chatte schon meine besindkverr. frennds-chaftlichen Bedungen zu einer Schar von zerlumpten. Jungen, die wtrum die Mittagszeit auflauerten. lTer Schivarm >wn-chs bedeMich und ich -bestimmte kategorisch, daß jeder von. ihnen nur an xedem zwe'ten Tage von mir eine Gabe haben dürfte. Dies Abkommen wurde, soweit ich es übersehe» konnte, auch ge- - Wissenhai!, ei-ngehalten. Aber ein prächtiger. Bursche -~ Struck.hat', ihn im Bilde festgehalten — kam an xedem Tage, da er nicht an der Reihe war, herangespvnngen, um mir die Hand-zu reichen, und rief, gleich vorbeugend: „Hakt belümm ich nicht!" Der Schlaukopf! Heinrich Auerbach fragte einmal am Sabbat ein kleines, vielleicht fechSjähriges Mädchen^ die ihn anbettelte, wieso sie am Sabbat Geld, haben.wolle. Am Sabbat fasse man doch kein Geld an. „Wenn.' ich nichts zu essen habe, ist für michkein Schabbes!" antwortete die kleine Ernährerin ihrer Familie. Schlimm war es, wenn die letzten Lumpen der Kleidungsstücke so zerfallen waren, daß die armen Leute sich nicht mehr auf die Straße wagen konnten. Einest folchrn Fall, in dem eine fünstöpfige Familie absolut nackt in einem unterirdischen Loch kauerte, entdeckte Dr. Rcfenack/ indem et einem ganz kleinen, "bettelnden W-urm nachging. In diesem Falle, wurde natürlich eingegriffen, für drei Mitglieder der -Familie noch rechtzeitig. Man muß sich nun aber nicht etwa vorstellen, daß die beste luden und zerlumpten Kinder mit erbärmlichen Mienen.jammerten und um Almosen flehten —- höchstens stand wohl-einmal solch kleiii-es, blasses Mädchen nrit den unnatü.rljch großen, ernsten Augen still an der Ecke und hielt die Hand ans , die-Bialystoker Betteljungen waren eine lärmende. lustige Gesellschaft. Sie balgten sich auf dem Marktplatz um zugeworfene Gaben, wie die- Spatzen und veranstaltetLn wilde Wüttläuse über den ganzen Platz, wenn irgendeine, als gebefreudig bekannte Persönlichkeit.auftauchst. Was man ihnen gab, nahmen sie als ebensoselbstverst-ä-ndlich ait, wie die alten Bettler im. Tempel, die von jedem Beter ihren. Beitrag als ihr gutes Recht streng und würdig einzukassieren gewohnt Ware/. ,!''.i fp(H,N