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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-10 · Heft 1940 (10.7.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1940 (10.7.1924)
Date
1924-07-10
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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I' ... , -»^ -.1, V«. *■>.' > >, .% ", «y ' y'' •" ‘. i * ’!•• . ’ T\‘" ' ’4 Nr. 1940 Wien, Dmnerstag SBfawe* Mnni»-en^jtnnn. 10. Juli 1924- Seite 8 Ae letzten Kurse. Nabiodienst der „Wiener Morgenzeimng^.l London, 9. Juli. Devi s e u sch I ußkurs e: Gieu 807.600, Prag 148. Rew-York 4,83'/., Paris 85,25, Brüssel 86,37'/^. Rom 101,68'/», Zürich 24,24. Madrid 32,74, Amsterdam 12.48'/., Kopenhagen 27,19V», Christignia 32,57'/», Stockholm 16.83'/,. HelsingforL 173'/», Berlin 18,12'/, Billionen, Bukarest 1060. Paris, 9. Juli. Die heutige Börse war sehr sttll. Das Geschstft begann wieder abzuflauen, waS wieder mit dem Anfang der Ferien zusammenhängt. DaS Anziehen des Pfundes wirkte belebend auf alle internationalen Papiere. Französische Banken waren sehr fest, Rio Tinto ebenfalls, während Elektrizitätswerke sttll lagen. Insbesondere bewirkte daS Steigen des Pfundes ein allgemeines Anzieben des Kurses auf dem südafrikanischen Mtnenmarkt. Gegen Schluß flaute die Börse leicht ab, weil das Pfund etwas fiel. Paris, 9. Juli. (Radio.) Effektenschlußkurse: Banque de France —, Pragobanka 413.—, Credit Lyonais 15.85, Suez 14,340, Platine 4,74, Dabrowa 773, Banque Ottomane 780, Central Mining 960, Rio Tinto 2780, Le Napüta ruffe 418, Succeried Egypte 1109, Cautschouesfin 166,60, Chartered 49,80, DebeerS ordin. 10,52, GoldfieldS 81.25, HuanchakaS 345, Jägers Fontain 263.60, Malaeca ordin. 151,—, Maltzoff 450. Mexican Eagle 79.—, Padang 384,60, Rand Fontain 91.50, Nandmine 264,—, Silva plana 177,—. Tanganhika 156.-, Tubice Tote 634.-, Utah Copper 1440, Shell 350.-, Royal Dutch 26,200, Burmah —.—. Wechselkurse: London 84,82, New-Dork 19,64, Prag 68,10, Bukarest 8,05, Wien 28.-. Aew-Bork. 9. Juli. (Radio.) Devisenschlnßkurse. Taggeld 2%, Wechsel auf London 4,34, 60 Tage-Wechsel 4,31, Paris 5,06, Amsterdam 37,71, Berliner Schlußkurs 23T/S bis 24, Prag 2,93'/» Silber 66,59. Me Höllenmaschine im Lemberger Mnnttio n». lager. . (Eigendienst der „Mener Morgenzeitung".) Lemberg, 9. Juli. Der Lemberger Sichechertsbehörde ist es, wie bereits kurz berichtet, gsl-rmgen, einem furchtbarem Unglück dadurch borzubvugen, daß sie eine in dem Muu:tiv>nslager in der Janower V-orstadt aufgestellte Höllenmaschine, deren Explosionsmechanismus auf 4 Uhr nachmittags eingestellt war, unschädlich machte. Der Täter wurde verhaftet und gab an, daß er die Höllenmaschine von einem ukrainischen, kommunistisch organisierten Eisenbahner erhalten habe. Die' militärischen Sachverständigen erklären,. daß durch die Explosion der in dem Magazin aufgespeicherten Sprengmittel und Artilleriemunition von beiläufig 200 Waggons ganze Stadtteile hätten vernichtet werden können. In Lemberg herrscht große Erregung. Der Vorort I a n o w wird , hauptsächlich von Inden und Arbeitern bewohnt. Gegen 8 Uhr früh legte ein Arbeiter, der in dem Janower Munitionsdepot beschäftigt war und ein ehemalig er W a ch tmeister der polnischen Armee ist,- an das-Munitionsdepot, in welchem sich über 200 Waggons mit Artilleriegeschossen und Dynamit befinden, eine Höllenmaschine, deren Zeiger auf4 Uhrnäch mittags zur Explosion eingestellt war. Ein zweiter Arbeiter, der diese verbrecherische Manipulation beobachtet hatte, machte. der Polizeibehörde sofort hievon Mitteilung. Die Polizeibeamten machten vor allem die Höllenmaschine unschädlich und verhafteten den Mann. Dieser gab bei der polizeilichen Einvernahme zu, daß er im Aufträge von Personen, die er aber nicht nennen wolle, die Munitio nsmagazine in die Luft sprengen wollte. Schließlich gab er noch an, die Höllenmaschine sei ihm von einem ukrainischen Eisenbahner übergeben worden. Dieser Eisenbahner sowie drei andere Personen wurden verhaftet. Mit Rücksicht-auf den Gang der Untersuchung werden die Namen der Verhafteten vorläufig geheimgehalten. Im Zusammenhänge mit dieser Affäre erfährt Ihr Korrespondent von der Lemberger Polizeidirektion, daß die dortigen Polizei- und Militärbehördenschon seit längerer Zeit davon Kenntnis hatten, daß in den nächsten Tagen eine gesteigerte Sabotageaktion seitens ukrainisch-bolschewistischer Elemente zu erwarten sei. Auf Grund dieser Nachrichten hat die Lemberger politischePolizei ihre Wachsamkeit erhöht und vor einigen Tagen eine weitverzweigte ukrainisch-bolschewistische Organisation ausgegehoben, die für die nächsten Tage eine Reihe von Sabotageakten und Attentaten geplant hatte. Die Anschläge sollten vor allem gegen militärische Objekte gerichtet sein. Wenn die Explosion der Höllenmaschine tatsächlich erfolgt wäre, so wären nicht nur die Munitionsdepots, sondern auch eine Reihe von D h n a m i t-, Ekrasit- und anderen Explosionslägern in die Luft gegangen, die sich im Janower Vorort in größerer Zahl befinden. Nach dem Urteil der fachmännischen Kreise würde diese Explosion die vollständige Vernichtung des Stadtteiles Janow bis zum städtischen Theater nach sich gezogen haben. I --' Die Mrarvower Werke. T lhau, 9. Juli. (Tel.-Komp.)^ Der Untersuchungs- <uu; 1)4 des Sejm, der die Gewährung von Darlehen an die Zhrardower Werke zu Prüfen hakte, beschloß, den ehemaligen Finanzmimster K u ch a r s l i, der diese Darlehen gewährt hatte, unter Anklage zu stellen. Durch die Devalvation der an die Zyrardo'wer Merke geliehcmn Beträge habe der Staat einen Schaden von 2,5 Millionen Schweizer Franken erlitten. VIA RADIO NACH POLEN Die Radio-Austria A O. befördert Telegramme nach POLEN mittels ihrer neuen, für automatische Schnelltelegraphie ausgerüsteten Sendestation. Der Radioverkehr ist zunächst mit eröffnet und bietet die Möglichkeit, alle nach Galizien gerichteten Telegramme in Vorteilhafter Weise drahtlos zu übermitteln. Die Worttaxe ist die gleich e wie im Drahtverkehr. Die Aufgabe der für die drahtlose Beförderung bestimmten Telegramme findet beim neuen statt. Die telephonische Aufgabe kann mit der Radio-Austria A.G. vereinbart werden (Tel. Nr. 27-5-60 Serie). Die Gesellschaft übernimmt auch auf Wunsch die telephonische Zürn i 111 u n g der aus Polen drahtlos einlangenden Telegramme. Weitere Auskünfte erteilt die E. RENNGASSE 14 MDIO ABSTRin deren Vertreter auf Wunsch jeden Interessenten besucht Die Radio-Austria A G. führt* nunmehr den radiotelegraphischen Dienst mit sämtlichen Ländern von Nord- und Südamerika . sowie mit England. Deutschland, Russland, Polen, Rumänien und Bulgarien. Die Eröffnung weiterer drahtloser Relationen steht bevor T Die Mindecheitrgesetze in Polen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 9. iJüli. Die im Verfassungsausschuß des Sejm eingebrachten Sprachen- und Schulgesetze für die Minderheiten in den Randgebieten haben von den Vertretern der Ukrainer, Weißrussen. D e u t s ch e n und Juden im Ausschüsse entschiedene Ablehnung erfahren. Die jüdischen Vertreter im Verisassungsausschuß wiesen darauf hin. daß die Forderungen der Inder: überhaupt nicht in den Negierungs- Vorschlägen berücksichtigt seien. In einem Gesvräcb mit Wischen Deputierten erhärte der Führer des K^ubs Wyzwoleme, Deputierter T h u g it t. die Expertenkormnisiwn für die Randgebiete werde im H e r b st wieder zusammentreten und erst dann die Beratungen über d i e j ü d i s ch e Frage a u f n e h m c n': die Rcgieri'ng Wolke zunächst die Minderheitsfrageu in den Randgebieten erledigen. Dre Sprachengesetze im Sejm angenommen. Warschau, 9. Juli. (P. T.-A.) In der gestrigen Scjmsitzung wurde in zweiter Lcluug das Budgetpräliminare genehmigt. In der heutigen Sejm-sitzung wurden in zweiter Lesung drm Gesetze betreffend den Gebrauch der we'ßvussischen, ukrainischen und litauischer Sprache in der Verwaltung sowie im Gerichts- und Scbnlwesen iu den Ostniarken Polens angenommen. Die Annahme der Gestik erfolgt - mit einer bedeutenden Stimmenmehrheit.. D'-e Vertreter der nationalen Minderheit^ haben sich der AbstimnMng enthalten. Erregte Szenen an der Budaprster Börse. (Eigendienst der „Wiener Morgenzcnnng".) . Budapest, 9. Juli. An der heutigen Börse spülten sich wüste Szenen im Zusammenhang mit gewissen Manipulationen ab, die mit den Aktien der Holzaesellschaft Köresbanha betrieben Erden. Gegen Börfenschluß entstanden plötzlich große Fluktuationen, über deren Ursprung verschiedene Gerüchte im Umlauf waren. Es entstand ein großer Tumult, in dessen Verlaus ein Döv'enmitglied einige Minuten vor Schluß des Verkchres b'e Glocke ergriff und den Geschäftsschlnß abläutete. Ter Disziplinär rat trar sofort zusammen um das eigenmächtige Vorgehen des Rörseubesuchers zu rügen. Sie Einfuhr von Getrewr nach der Tscheche' Slowakei. (Eigen>iensl der „Wiener Morgenzeinlna".') ' Prag, 9. Juki. Im Handelsministerium fand g.strrn über die Regelung der Einfuhr von Getreide und Mehl biS zur neuen Ernte eine Enquete statt. Zur Verhandlung stand ein Antrag, daß bis zur neuen Ernte und zwar bis 31. August neu-" Einfuhrbewilligungen für Getreide und Mehl nicht erteilt werden sollen. Zur Einfuhr zugelassen webensollen nach diesen Antrag lediglich bereits ans dem Wasserweg befindliche oder iw Zuge rollende Borräü.- Roggen soll jedoch überhaupt nicht eingeführt werden, da sich genügende Vorräte im Jnlande befinden. Eine Einigung wurde nicht erzielt, da die Vertreter der Konsumenten gegen diesen Antrag Stellung nahmen. Es wurde kein definitiver Beschluß gefaßt und dem Wirtschaftsnnnisterium überlassen, in dieser Fvage die Entscheidungen zu treffen Me Ermordung de Haans. Eine Anfrage im Unterhaus. London, 8. Juli. (I. T. A.) In der letzten Unterhaussitzung hat Li nu.-Colonel Howard Vary an den Staatssekretär für die Kolonien die Frage gestellt, ob er irgend-r welche Info r m atiorien über den M o r d an dem bekannten A n t i z i o n i ft e n Tr. de H a a n zu . erteilen in der Lage wäre; ob er wußte, daß de Haan, im Begriffe war, nach London zu reisen, um dem Kolonialamt die Einwände der orthodoxen amtizionistischan Juden gegen jene Verordnungen darzübruraen, die geeignet wären, diese 'Juden unter eine zionistische Herrschaft zu stellen; endlich, ab er unverzüglich die nötigen Schritte zur Ergreifung des Mörders emkeiten wolle. ■; Eine Antwort wurde in dieser Sitzung n i cht erteilt. BerkehrsArerk in PalSstkna. Dem wegen übermäßiger Erhöhung der Autosttuer ausgebrochenen Streik der L o h n a u t -o s in ganz Palästina, über den wir bereits berichteten, haben sich, wie „Pa-Iestine Preß Offize" meldet, nun auch die Besitzer und Kutscher der Fiaker- und Lastfuhrwerke in ganz Palästina angeschlossen. Dadurch ruht der Verkehr auf den palästinensischen Straßen vollkommen. Patrouillen der streikenden Juden und Araber durchziehen die Straßen der Städte um jeden StreMruch zu verhindern. Nur die' 2 ebensmittelzufuh r und der Wagen öffentlicher Institutionen ist gestattet. Charakteristisch und interessant ist es, daß es selbst unter den Arabern, welche die Disziplin der Arbeiterorganisation erst seit kurzem kennen, keine Streikbrecher gibt. Beamte und Arbeiter, ja selbst Kaufleute legen die weiten Strecken nach und von ihren Beschäftigungsvrtm oder die Reisenden zu den Bahnhöfen auf Eseln, Maultieren oder Käme len zurück, doch verlautet, daß sich, schon heute auch die G'eltreiber den Streikten, den a n s ch l i e ß e n werden, um ihren Kamps zu nn er- >i -'en. C-C

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