Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1939 (9.7.1924)
- Date
- 1924-07-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Men, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. 9. IM 1924 Nr. 1988 Wehrmacht debattiert wird, bewahrheitet sich das Wort Strickers/ das dieser als Mitglied der konstituierenden Nationalversanl'msllng in kluger Voraussicht aussprach, d i e W e h r'ul a ch t w e r d e e i u ewiger Z a n k a P s e l der Par te ie n sein. Hier der Sitzungsbericht: Zur Verhandlung stand eine dringliche Anfrage der Sozialdemokraten betreffen-d Soldateumitzhandlutzgen. Darin heißt es unter anderem: „In der letzten- Zeit treten Soldatenselbstmorde immer häufUer auf. Es ist unverkennbar, daß in den Kasernen Zustände eingerissen sind, die den Soldaten, besonders jüngeren, das Leben zu einer Qual machen. Sokdatenmißhcmblungen und Dekaturen werden in einem Maße und mit eurer Grausamkeit geübt, die an die schlechtesten Zeiten der Monarchie gemahnen. Die Fortdauer dieses Zustandes ist' unerträglich. Cs wird daher an den Minister für Herrwesen die Anfrage gerichtet: Was gedenkt er zu veranlassen, damit den immer »häufiger auftretenden bruta len Soldatenmißhandlungen Einhalt getan wird? Ist er bereit, die Schuldigen Mr 'Verantwortung zu ziehen?" M sDr. Dentfch führte zur Begründung der Anfrage eine Reihe von Soldaiemnißhandlungen und Beschimpfungen an. So wurde ein junger Rekrut in K r e m s, der einige Gewehrgriffeschacht machte, auf Befehl des Abrichters von _ seinen Kameraden a n ge spuck t, von. dem Mrichter b e sch i m p s t'. und 'mit dem Bajonett geschhagetn Vertrauensmänner, die sich an den Parlamentskoinmissär wenden wolleic, werden in Disziplinaruntersuchttng gezogen. Als Folge der Soldatenmißhandlnugen häufen, sich, nn Lause, der letzten Zeit immer mehr die Sold ate'n selbst morde, deren Zahl in erschreckendem Unrfange zugenoulmen hat. Im Jahre 1922 gab es im ganzen zwei Soldatenselbstmorde mit tödlichem Ausgang, im Jahrx 1923 als man die Pflege der Tradition und des , alten Geistes zur Hauptaufgabe für die Offiziere iuri> Unteroffiziere machte, gab es bereits 3 3 Soldatenselbstmorde, davon 29 mit tödlichem Ausgang, und in den ersten Monaten 1924 gab cs 16 Soldatenselbstmörde, davon 1 4 mit tödlichem Ausgang. Am 4. Juli hat sich ein Pionier namens Richard Cerny erschossen. Richtig ist wohl, daß der Mann an dem Abend vcr dem Selbstmord vier Krügel Bier getrunken hat, aber davon kommt ein Soldat gewiß nicht in den Zustand,'daß er sich das Leben nimmt. Die Aeßten Worte des Sterbenden waren:' Ich habemich wegen des' S t a b s w ach t m eisters Skar; l erschossen. Der Pionier habe schon seit Monaten gejammert, er halte die Sekatur des Stabswachtmeisters Skarzl, der .. ein Hakenkreuzler ist, nicht'aus. Er müsse sich das Leben nehmen.,Wie die Verantwortlichen im -Heere über die Soldaienselbstmorde denken, zeigt ein Schreiben, das der Höchstkommandierende der 6. Brigade, Oberst S.nttner, an das Ministerium gerichtet hat, in 'welchem er anaibr, nach reiflichem Nachdenken über die Gründe der Soldatenselbstmorde zrr. folgendem Resultat gekommen zu.sein- Es ist nicht von der Hand zu. weisen, daß die den Soldaten gebührende, so außergewöhnlich > ehrenvolle, und hervorragende Art des B r g r a b n i s s e s bei schwankenden,' überreizten Gemütern, 'auch den Anlaß gibt, sich um den Mittelpunkt einer effektvollen ZerMöttie i zrr stellen und sich in einem phantastischen Anflug derart aus W Welt zu'schaffen.. Abg.- Forst'n e.r: Der. ist. ja zu blöd zu einem Pfeifen- . ' deckelt (Andauernde Zwischenrufe. .' t.'s ch: In dem. Schreiben' des.Brigadiers heißt es tofyfti:-: JA habe' in - me ineyr' Befehlsbereich kürzlich den Fast erlebt/Mß'riu Nene in gerückter, der am. Vormittag eingekleidet wüM'iund"'Mittag'dieses Tages 8ie Kaserne, verließ, sich... in dev daraüffolgendeü^ Nachterschossen hat.. Ich habe in die-'' sem Nsönderön FoM'-dsW dien'Wohl die Kreuz- und Sargträger beistellen lassen, doch habe ich den Kondukt -- Ab- - teilung mit Musik — nicht beistellen lassen, mit der Begründung, daß.der Unglückliche noch nicht als Soldat angesehen werden kann.. ..Charakterlich^ für die Mentalität dieses Brigadiers ist, was er nun beantragt, um künftighin Soldatenselbstmorde hinanzuholten. Er. schreibt: Dieser Fall insbesondere gibt mir den. Zlnkaß/l beim Bündeswinisterium für Heereswesen eine Verfügung zu beantragen, wonach Selbstmördern außer Krtuz- und Sargträgern kein weiterer militärischer Kondukt bei gestellt werden soll. . . Eine amtliche Selbstmordstatistik. Heeresminffter V ä u g'o,i'n. gab zü.' daß in der letzten Zeit nicht bloß im Volke überhaupt, sondern auch im Bmrdesheere die Soldatenselbstmorde sich häufen. Im Jahre 1922 haben sich im ganzen sieben Soldaten durch Selbstmord getötet.. Selbstmordversuch gab es einen. Im Jahre 1923 gab cs 28 S el.hst m örd er, aus unglücklicher Liebe 7, wegen unglücklicher! Fümillenverhältnisse r>, wegen unheilbarer Leiden 3,'wegen eigenmächtiger Entfernung 2, wegen Schulden 4, im Rausche 5 und unbekannt 2. Selbstmordversuche waren in diesem Jahre 4 im Rausche, aus nnglttcklichLr Liebe, wegen unbehebbarer DienstUntaNglichleit und wegen unklarer Lage im Magaziu.sie einer. Im , Jahre 1924 sind bis inklusive Juni. 2 0 S elstst mord c vorgekommen, aus unglücklicher Liebe 3, wegen Schufen 3. wegen Diebstählsverdachtes 3, wegen Nervenleiden .2, unbekannt 8, im Rausche 2. Bezüglich des Falles Czerny teilte der Minister mit:.. Czerny-war arg verschuldet. Von seinem Gesamteinkommen pro Juli in der'Höhe von 1,3 Millionen hat Czerny ein Verbot von -.4LZ.0M K.; dazu kommt noch ein Tisziplftmrabzug von 160.000 K> Auch wurden vier ErekUtionsbewilligUngen bei -Czerny vörgefundeu. Man sieht also, ohne daß ich dem Toten etwas Böses nachsagen will, daß die Schuldenlast die H a u P.Nl r f a ch e sein dürfte, warum Czerny.zum Selbstmord gegriffen hat. Dazu kam noch, daß Czerny wegen ähnlicher Leichtsrnnsdelikle vor neuen DiszipliUciruntersucknlNaen stand.- Bielleicht sind wir hier dem Grunde seines Selbstmordes .näher. gekommen. Ich bin der erste, der jede S.stdateümißhandluug, auch jede'Söldntenbesrhimpsung verurteilt, ich bin der erste, der die Schuldigen zur Verantwortung ziehen wird. Aber wenn aus zwei. Fällen.von. Coldatenmißhandlunaen — nein, Soldaten-. befchiMpfungen. — hier vom Vorredner ein System konstruiert wird, an dem unsere Wehrmacht leidet, daun Muß ich sagen: Es gibt wohl keine Armee in der Welt, in der nicht hie und. da solche .Fälle .Vorkommen würden. ..AbAKu.ns ch ak erinnerte an den Artikel der „Arbeiter-, zeitUrig" über Oberst Köfiter, der wegen Mordes an er st e M-P rv l e t a r i e r der Verachtung allen a n st ä u d i g e u Menschen ü b e r a n t w o t1 c t w u r d e. ' Große Lärmszenett. Aba. Zetenkn: Das gehört nicht hierherk Ein L u m.p, find S i^e, ein Lügner . sind Sie, .ein D e in ago ges we 'n tt S ke d a s sagen! <St nr m i sche ' En trüstüngsrufe' bei btn Christlichsozialen. GegeNNtse bei den SvKialdemokraten. Lärm.) Mg..,Sever:' S,ia wissen, daß -das ein Gerichtsurteil war. - Abg. Ansterlih: Das ist eine schuftige Verdrehung! S i c s ch u f r: g e r L ü g n c r, reden Sic von den anderen Justizmorden, die Ihre Frcuwde begangen haben; Ein Erlaß des Landeshauptmannes Seih. Der Bürgevmeister als Landeshauptman-n von Men hak all den VizePräsid'etrten -der PoligeidireMn, Hofta-t P a m me r, der für den beurlaubten PoliMprälsidenten Schober die Geschäfte führt, noch Montag abends folgenden Erlaß gerichtet: „Die erbitternden Vorfälle, die sich in Klosterneuburg z-ugetragen hadert, ^machen es allen Organen, denen die Sorge für die öffentliche Ruhe und Ordnung geisetzlUch obliegt, zur Wicht, Vorkehrungen zu treffen, die eine Wiederholung derartiger Vorfälle 'unmöglich machen. Wenn in einem Gemeinwesen M einem friMichen Fest versammelte Sbaaisbürger Gefahr laufen, gewalttätig Äbevsallen zu werden, so ist esffMstjversiänWch, daß mit den bisherigen Mitteln, Ruhe und Ordnuitg zu wahren, nicht mehr das Auslangen ge funden werden ictnn. Ich Ntuß arichmen, d a ß d e r Polizei alle Organisatio ne n samt -den Mitg-lied ern bekannt sind, die jetzt bereits zu wiederholten Malen unter dem Zeichen des sogenannten Hakenkreuzes' Ausrückungen veranstalten, bei denen die Polizei, insbesondere aus Anlaß van Mißbrauch von Waffen, ei-nschreiten mußte. Es ist daher bedauerlich, daß die Angehörigen dieser Verbindungen noch immer in der Lage sind, fcr ihren sogenannten Hebungen Massen zu tragen. Auch die geplante Veranstaltu-ng von ,/Uebungen", insbesondere der Aufmarsch von Wien, sollte der Poli-; e i n i ch t u n be ka ilii t bleibe n. Hieraus ergibt sich aber die Möglichkeit, Ausschreitungen wie die sonntägigen schon im Keime M ersticken. Schließlich ist es allgemein bekannt, daß die Führer, oder wenigstens die geistigen Urheber dieser Veranstaltungen zum großen Teil Ausländer -sind. Wenn auch in der Republik stets der Grundsatz, das AshIre cht nicht zu ve rletze n, hochgehalten werden muß, so muß doch andererseits von den Frsmden verlangt werden,, daß sie die erste Pflicht des Fremden, die Ruhe und Ordnung des Asylstaate's nicht zu gefährden und sich in die inneren Angelegeniheiten dieses Staates nicht zu mengeu-, erfüllen. In Wahrnehmung der mir obliegenden Pflicht als L a n d e s h a u p tül a n. n, rechtzeitig die geeignetsten Maßregeln, zu ergveisen, um jede . Störung der Ruhe und Ordnung und Sicherheit im Lande zu verhindern und wivksaim zu unterdrücken, lade ich Sie, sehr geehrter Herr Biizeprasident, daher ein, nngefästmt. ngchsolgeuide Verfügungen zu treffen: .1, Allen.bekannten Angehörigen dieser Organisationen, die Waffenpässe'besitzen, sind sie - zu entziehen. 2. Wenn Ve ran st alt ungen, Ausrückungen und Umzüge, wie sie Sonntag den 6. Juli und früher von Personen der bezeichneten Art unternommen worden sind, der Polize-i zur Kenntnis gelangen, sind sofort, wenn nötig im Einvernehmen mit der Gendarmerie des Nachbarlandes, alle Vorkehrungen zu troffen, daß ein Gebrauch von Waffen unter allen Umständen hintangehalten wird. Die Teilnehmer sind nach a l l f ä l I i g e m Waffenbesitz z u u n t e r s u ch e n. Gegen Persinen, bei denen Waffen gefunden werden, ist die S t r a f a m i s h a n d l u ng einzuleiten oder die Anzeige an das Strafgericht zu erstatten. 3. Die Veranstalter oder geistigen Urheber, soweit sie Ausländer sind, die das ihnen gewährte Asylrecht durch Verletzung der ersten Wicht des Fremden,' die Rühe und Ordnung des Asylstaates nicht zu stören, mißbrauchen, sind auf Grund der Bestimmungen aus Oesterreich ab z u s ch a fs e m war es, der in öffentlichen. Berachtuna s« eine Lu m p e r e l! (Neuerliche st ü r m i f ch e E u trüstungsrufe rechts; anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei den Sozialdemokrateu. Großer Larry.) Abg. K u it sch a k: Niemand anderer als der Herr Austerlitz der'.,.Arbeiterzeitung'" den Obersten Körner ..V .. überantwortet hat. (Stürmischer Veifall und Nufe: Pfui Austerli tu) ■ Abg. Aü st er l i'tz: Sie Lump Sie! Ich habe nicht einen solchen Artikel geschrieben; Sprechen Sie von allen. TaS ist eine Gemeinheit, daß Sie von einem Falle reden. Ich.. werde Ihnen das nicht znlassen, daß Sie meine Worte verdrehen!. ...(Neuerliche stürmische Zwislbenrüfe bei d e U C h r j st k i ch s o z i a l e n. Anhaltender Lärm.) Abg. Kunschak: Solche Verdrehungen können Sie Ihren Redakteuren gegenüber Vorbringen, - bei mir Verfängt das gar nicht. (Anhaltende stiirmischc Zwischenrnft.) Abg. Z e l e n k a: Er kann an unsere Aufrichtigkeit. nicht glauben und-begeht, die Lumperei, Äi-ese Sache hinetnzuziehen. das ist' eine Unaufrichtigkeit! Abg. Kunschak: Ueber Lumpereien zu reden, siitd Sie, der Sie doch ein Gefinnungsl:cmp sind, der allerletzte. Lassen, Sitz doch einen wirklichen Sözialdemokraten reden. Abg. Jelenka: Jetzt haben Sie die größte Lumperei begangen, sindenr Sie das gesagt haben. Daß ich seit zehn Jahren mit Ihrer Partei nichts zu tun habe, kann ich jeder-' zeit einen Brief feigen, den Sie Mir geschrieben häbert. Sie Schuft S el (Stürmische EittrüsttlNgsmfe bei den Christ-' lichsoziglen. Großer Lärm.) Präsident Eid er sch rief schließlich die Abgeordneten Austerlitz, Zelenka, Sever UNd Kunschak zur Ordnung.); Abg. Dr. Bauer verteidigte nun den General Körner. Dieser ha!w als Stellvertreter des Generals Wurm dos ~ o ö c S n i' l c I ’ " nterschrei b c n müss t\\, wollte er o-.y.-H chi::i 'l handeln. Abg. Dr. Deutsch, der Me iWe^uchANT^ Die^ PoliWÄrMou 'hat Mtern vörmittags den. Erl^' des Bürgermeisters erhÄten. Am Nachmittag fand eim Beratuaig der leitenden Beamten -statt, die insbesouder! der Frage der Ausländer galt.- Von seiten bei * Polizei wird mitgetei-lt, daß sich de'vzeät wach ihren In-- sormatronen keim Reichsdeutschen in veMchtiger Stell.me befinden. Unseres Wissens wimmelt es jedoch gerade jetzt von solchen „Zugereisten" in Wien, die hier aus dem Weg: zwischen München und Ataliie-n Station wachen. Gutem Bernehmen nach gibt es in Olk-eritnlien — man» nennt uns Ma iland oder Bologna — ganze Nester deutsch-hakerrkreuz'levischer Fomnationen. Die Untersuchung gegen die in Klosterneiuburgverhafteten 56 Hakenkrsuzl-ex sichrt 'das La-ndesgericht -2 und das Sichecheitsbureau. Bei vielen der Berchasteten wurde iw Rucksack ein ganger Zivilanzug gesunden, der offenbar dagu bestimmt ist,, im Falle der Notlwendrgkeis dem Träger ein anderes Auslsehen zu schaffen. In der Kanzlei der Nat-ionalsoziailisten im früheren Eisen-.. bahn min ist e riu m aus dem Schillerstlatz .wurden gestern Hausdurchsuchungen vorgenommen, die aber kein besonderes Ergebnis erbrachten. Die. Herrschastenhalben Zeit genug gehabt, das nötige verschwind e n zu. lassen. Das Haus, ein staatliches Gebäude, ist durch ein gvoßes Hakenikreuz geziert und z,w-ei Polizisten halten dort ständig Wache. ' Polizeipräsident Dr. Schober, der sich auf Urlaub befindet, kchrt in den nächsten Tagen mach Wien zu-vück. Die Budapester Bombenwenfer. (Eigeüdienst der „Wiener MörgeiMitung".) Budapest, 8 ^Inli. D-ie Staatsanwaltschaft! hat dsi Anklageschrift gegen den Bombenattentäter Josef M arsfy . und seine Genossen St-eph. Ch ria-sth, Josef Szaß, Kar! Marosi, Josef Horvath- Ha las, Franz Küss uns Franz Parga, drirchwegs Mitglieder des Ve'rerne\ der Erwachende n Ungarn, fertigUestellt. Die Anklage lautet auf achtfaches Verbrechen des Mordes, drein-MwanzigsaW Verbrechen des Mordversuches und gegen Mavffy überdies noch auf das Vevbrechjen de» schweren körperlichen Berlchnng-. Sie schildert eingehent den Tatbestand, befaßt sich mrt der sogerlannten'na ttonale n Schutza'bteilung d-e's Vereines deilsts Er wa chenden Ungar-nüm 9. BezjÄk, deren BffeMst- Haber Josef Marffh war. -Intevesfant: ist 'das M der' Anklageschvift erwähnte .Geständnis des Frauz'Kis s, wo- - nach er eine Belohrmng von-einer MrAion Kronen für die AuAfühvnng des Attentats gegen die tfchecho-flowakische Gesaudtschaft verlangt, diese Summe aber nicht erhalten habe, da 'sie von Mar-ffy und Genossen für zu hoch beifunden wurde. Aus diesem Grunde 'UnteMieb denn dieset Anschlag. Derselbe Franz Kiss gab auch an, daß Mavffy am Slammtisch im Cafe Baleria sMdig gegen die Auslandsanleihe und die Sanierungsaktion protestterte und offenbar zur Beveitliu-ng dieser Aktiondie Bombe in die Tor« ein-fahrt der französ'is.ch-en G-esandtschafi legen ließ. Schließlich wird in der AMagsschrift noch erwähnt, daß Mavffy eines Abends in der Fran-Mldt den Pvivatibeamten Äudwig Gaspar >M'. ohne-ijede-WeraNlassung mit einem Guinmiknüttel blutig, geschlagen hat. Das Verfahren wurde gegen Mehr als 50 PersEn, gegen die anonhme Anzeigen eingelausen waren, e i ng e st eilt. Zur Verhandlung wird die Vovladungvon 94 Zeugen beantragt. Die Verhandlung dürfte iw Laiufe des Herbstes abgehaltett werden. Staatssekretär im He-eresaMte war,! habe den Fall untersucht und gesunden^ daß Körner kein Vorwurf treffe, sondern das Gericht das, die Entscheidung fällte. Abg. AUsterlitz'bekannte sich als Autor des vom Abg. Kunschak zitierten Artiekls, fügte jedoch hinzu,,daß er' am anderen Tag durch sMeU KöllegoU Schürz eine sachliche Darstellung in de^ „ÄrheiterM-üng" erscheinen ließ, die sem eigenes Urteil vollständig crushob. . : Damit war die Anfrage erlchigt. Zu'Beginn der Sitzung wurde tzin Antrag auf Verlange- ‘ rung des Pachi-erschutzgesetzes beraten. Nächste Sitzung - Dienstag den 16. d., 8 Uhr nachmittags.- Tschecho-slowakischeGmeralversammlungen. Prag, 8. Juff. Me Miengesellschast für Tele p H o n- und Teiegraphene rzeugung -in Prag beschloß ' in ihrer heutigen Nneralvevsarmnlun-g den sich pro 1623 ergebenden'iPeMst von 57.377-Kronen aulf -neue 'Rechnung' vorzntragen. Im Bovjahre zahlte - die Gesellschaft 30 K. Dividende, - Die Prager Glaswerke Alktiengeseklls chaf t hielt gestern ihre Generalversammlung ab. Die vor-gelegte Bilanz weist für 1923 einen Verlust von 184;307 K. aus. Der Verlust aus dem Jahre 1922 im Betrage von 8,655.872 K. w-uck-e durch KaPitalsredMou von 11 <mf-2,2 Mllionen K. gedeckt. In der gestvtgm in Karlsbad abg-chaltenen Gen-e-- ralversamrrrlung der Kevag, keramische ExportMtiengesellschuft wurde beschlossen, die im Jahre 1923 entstandenen Vevluisttl in der Weise zu decken, daß das MiMaPital von 8 Millionen auf 320.000 K. reduziert wird.