Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1938 (8.7.1924)
- Date
- 1924-07-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Vck. 1936'. Lk Gesetzgebung..Englands. Die imvorigen Jahre. angenommene-- BaMrwollindüstrie-Utte sichert'^' Penny für je 500 > Pfund' eitctir;■.SgteiuttiiVoölte fijr: den -Reich,sveÄ>and für , BMnMoUpßänzupg^W Die ^Abgche>tvird?'von dchEcPMvo^ spinnereiet; erhöhen: Iilt^Sudan, in'Ost- und Vkstafrfta,uMf dp». Jnisedt-'ÄSrlsttMenS und in Australien wird eifrig'an.der, Änpslanzung von 'Baumwolle' gearbeitet. Die -größten^ Möglichkeiten liegen-im Sudan, wo 'große' VewSffevMlgSMlvgen gebaut werden, die' eine erfolgreiche Baumwollkultur dort erst ermöglichen sollen. Es wurden bereits etliche 100.000 Acres KolonialboLen Lew .Baumwollanbau nutzbar gewacht. Die ..PieisLüvegMg..Jqm-,'.Weltmärkte--konnte' hichurch, noch nicht 'merklich beeinflußt werden, weil die Ausfälledie in der 'Weltversorgung durch die Mißernten Amerikas entstanden!smd, Anbauflächen in ber AuLdehnung von Millionen Acres ^rsvvderm . - . UetteMufe der Rothfchttd-Smpiie in Budapest. Mz Budapest wird berichtet: Iw. Börsenkvnsen ist die Nachricht verbreitet/ daß das Haus Rothschild in Budapest -große Effekteuaufträge erteilte und auch in Wien bedeutende Transaktionen aüwickel-t. Wie verlautet, werden diese Käufe ander Budapester Börse fortgesetzt und hauptsächlich seitens des: Londoner Rothschild-Hauses veranlaßt.. Dieses Interesse der RothsMd-Gruppe wich in ungarischen -Finanzkreisen mit dem Gelingen der Krodittransaktion itt Verbindung gebracht. Die großen Budapester Banken haben mit ausländischen Firmen Verhandlungen bezüglich des' Ankaufes größerer Mierpakete ungarischer Gesellschaften gepflogen. Diese Verhandlungen führten bereits zu einem Resultate und, wie verlautet, wurden bisher bereits Kaufaufträge im Werte von BO Milliarden Kronen seitens -tschecho-siowakischer, italienischer, österreichischer, rumänischer nd Schweizer -Interessenten erteilt. Die Verhandlungen konnten zu einem entsprechenden Resultat führen, denn infolge der Abänderung, der Devisenverordnung wurde den Ausländem der Kauf ungarischer Effekten bedeutend'erleichtert. Vorläufig W Mr eine Nachfrage dach den Aktien der Großbanken, dann nach Wien der Textxltznd Maschinenindustrie zu verzeichnen, . 8in neues polnisches Kanalbauhrogmmm. ''. Die Danziger „Baltische Presse" schreibt: Seit der Verabschiedung des Gesetzes über den Ausbau polnischer Wasserwege durch den Schm ist die Frage des Kanalbaues aus Mangel an Kapital -nur. langsam vorwärtsgeschnitten, Es hat Ä -gezeigt, daß die Ausführung des ürspünglichen großen Planes, eÄe Verbindung zwischen Ostsee und Dnjepr, den Kohlenbecken von Dabrowa, Krakau und Warschau zu schaffen, dis. auf weiteres noch zurückgestellt worden müsse. Die erforderlichen Riesenmittel, sind.eben, in der zeit der Sanierungs- Mon und Ersparnismcßnahnren nur. schwer., aufzubringeu. ' Man gch jedoch die Pläne keineswegs auf und beschloß, in einen etappenweisen Ausbau des Kanalnetzes zu gehen, feer Gründungeiines Propagandavereines für den Bau der Wasserwege in Polen folgte die Bildung einer Aktiengesell- £ffFP', M- BeMteiL des',Schn Zudew Md dor! JtüMgLttz. W . Mith-; v. nw v W V f;V1 > im-. mt % folgeNder-Ä Bindung tzE.: Gös»d^ über- Mdgoszez,.und'-die . WarHe nach i Pozwän/ SSic- Schafwing'KMr schMbaren-' Wastevstraße-Zwischen Birg,, Km«ck ^KrolewM (KöAgZikaNal), Prjfteth, Dnjchr^uNd Wachchau, Äwicz, Leczhc'a, Mö,. KoNin; ferner einen KaM!aNfWch>, Linie ' -Leczhcn' Lodz, Ezestöchowa, Schlesien, ''^akow; iemchMMüdung' Krakow, 'San/.Lwbw,'Brddy, Syr, PvrypM' und'Hbießlich die KanM pK MM Wilnagebret. Dieses Programm ist . natürlich - nur m mehreren Jahrzehnten'-A be.-r. ^tväHgen. Aber seine allmähliche DurGMtzH ist für- W 'JMsiriWierun'g PoMs nolwsMg! ' . , n Senilen« und Balntenkmse. (Mitgeteilt von der Oesterreichischen Nationalbank.) Vista ^msteMaw k» 1 holl. vulden . ^xrsm l!«e. fronen , ,; Belgrad. 1,I)lnar ..... ‘ Berlin* I deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Francs . 1 Budapest** 1, ungarische Kroneni-?Bükarest I Lei , ... ♦ - Chrlstlanla ,1 norweg. Kronen Kopenhagen! dänische Kronor LomJon .l Pfund «erllng; Madrid 1 Pesetas . ,; VU ' Mailand ] Lire . , ,i, NewYoric 1 Dollar, . - Paris 1 Francs . ,?r . ■ Prag I tschecho-slow. Krönen ‘ Sofia I Lewa . . , .. . . ' Stockholiit t schwedlseheKronor Warschau*** 1. polnische Mark Zürich l schweizerische Francs . rfoten Amerika», Noten v. 5 Dollar attlw» _ . » » kleinere. . . , Belgische, Noten 100 Francs . ,, Bulgarische Noten zu 1000 Leva , ' » » .iOO;- a , _ B * kleinere» , . Dänische Noten 100 Kroner . , , Deutsche Noten*, , , , , , , » . ■ / » ,100 . 0 , , f „ . 0 kleinere* . , . Engl, Noten von 5 Livrest,. aufwv » kleinere . . franzOslsriie Noten 100 Francs , Holländische Noten 100 Qulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw, t -tu U ■. ’ * kleinere . . .. -lugosl. Noten ungest. zu 1000 Dinar 0 1 a ■ 0 m 100 , „ 0 . * 0 kleinere ,,,. Norwegische Noten lOO Kroner . Polnische Noten **•; . . „ 0 ' kleinere** . . . Pum.äulsehe Noten zulOOO u. 800Lei 0 . 0 kleinere . ... Russ» Ngten (Romani) zu 500 Rubel 0 0 0 100 0 -> 0 » v kleinere . . Schwedische. Noten 100 Kronor , Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Nöterr-100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not, v.1000 aufw, » ‘ 0 kleinere . . Türkische Pfund-Noten. . . . ■ . Ungar, Noten** (n.. Em.) zu lOOOKr, » * zu 10.000 Kr. , , . kleinere 7. Juli Geld Ware 26745.- 843,1- 843,— 36850.- 3194.- - 84.- 291.- - 9280.- 1098a.- 26845,— 847.- 847.— 16960.— 3205.— , : 85.- 293,- 932®.- 11020,— 4. Geld 26675,- 842.- 842.- 16.75 3214.- 0.82'/- AS.- 9480.- 10980.— 307]Oo;— 308100,— 307OOo)-_ 918». 3019.- 30935,^- 36 %- 2083,- 510.- 18670.- 13450.- 12670,-. 9220.- 3031.— 71185,- 3638,- 2093,— 514,— 18730.- 13550,- 12720.- 9180 3034.-: 70935,- 3652,- 2089.- 510.- '18720,— 13550,-0 12640,- Juft Wäre'' 26775.- 846.—' - 846,-7-, 17,05. Ä26.77' E 9520.- 11020.- 3Ö800Ö,-' „ 9220.-, '■* 3046,- 71185,4- 3668,-. 2099,- 514,-7- 16780.- ' 13650.- 12590.-, 70463.- 70360.- 3150.- 492.- 472!— 10850.- 16440»— 16340*.- 305300.— 30310®- 3595.— 26400.— 3l)40— 3010— . . .842.- Ml- 9160.- i^®-.r-. 13180.- 286,- 276.- 70860/—. 7076t)_ 3180__ 500,- ‘,48o!- 10930.- 16560.- 16460*— 306900.— ■Wfc 26^0.— 306a.— 3030.— 848.- 838!— 9240.— .13520.^ 13320.— 290.— 28a.r— 70460,- 70360,— 3170,— 492— 472*.— 10850.- 16.30 „ 16ÜÖ 305200,— 305000.- 3635.— 26400,— . 3045,— 3015,- 841.- 831^- 9360,- 13480.- 13280.— 281.- 271,- 70860.- 7CT60.- 3200.— 50O.t 480*-.. 10930.T- - 16,70 1ß!60 306800.- 306600.- 3565.- .26500.- 3065.— •aoäö.rr- . 847.-. . ■ 837.-7 9440.- ',13620.- 13420.— 285.-° .275.- ' 18480.- -18560.— ,8510.- .12685.^^12745.— 12625,- 9060,— 9140.— .. 9060.— 2067.- 2083.7- 2077.- 2062.- , 2078.— 2072,- 34200'.— 3500Ü.- 34200.— 83,- 86.- 0.81 Vs 78*50 81*.5a 0.76Vs * Für eine Billion Mark, ** für 100 amgarische ***. M l. Zloty auswärts. , ,;!Wfe 12705.- 9140;-' '2093.-7. 2688,—' 3ROO.—. 0.87V» .o.Ä: Kronen-, Wiener Börse. / s y MH>«, tUftMtfe . Rach der'^we-itäglgen Berdchrsunterbrechung nahm dli tB^ekulation das Geschäfr vir - der gestrigen Börse mangelt einer An-regung in ruhiger Haltung auf, wobei sich jedoch' tzii ' Kurse zu.bchaupten vermochten. Auf einzelnen'Gebieten ist den ungarischen - Werten zeigte sich erhöhtes' J-ntereste Än Hjm Kick auf die'vom Budapester Markte voLgelegenen ' höheren/. Anfangskurseu. Hingegen lagen die Werte tschechischex' Pro« ve-nienz in Uöbereinstiinmung mit Prag schwacher. Nach.Er« ledrgung der ersten Kurse nahm das Geschäft ruhigere formest 4M. Es trat' Rosevve in die,Erscheinung,,da gerüchtweise von Schwierigkeiten -einzelner schwächerer Firmen' verLMOe- Wch ' das Anziehen ' des Reportsatzes bis 0,76 Prozent. pro Woche trug vielfach zur Zurückhaltung bei. Diese Momente Vevam laßten zu Abgaben, welche im DereM, mit GÄvmnficheri stellungen zu einer Abschwächung der Tendeuz führten, so daß, auch die anfangs erzielten Besserungen wieder^ vevlvven gingen und . einzelne Esfektengattnngen zum Teil auch noch unter dem letztgemeldeten Niveau sanken. Das Angebot' hielt sich aber in den engsten Grenzen bei vocherrschender Ge« -schLftslosi^eit. Von den K u l t f s e w er tan verloren Anglobank 7ÖQ0 Kronen, U-niönbank 5000 K , Fchen 10^00 K,, Krichp 8500 K., Skoda 25.000 -K., Salgo 5000 iK.,, Brüuner Maschinen 34.000 Kronen, Karpathen Petroleum: 4000 K. und Semp-erit, welch letztere ex Coupon mit einem Abschlag von- 8000 K. gehandelt wurden, 6000- K. Im,Sch r-a uken hat bas Geschüst' nur teilweise nachgelassen. DemenWrechend gestaliete sich die Tendenz nicht einheit'lich. Durchwegs fest tendierten tschechoslowakische Textilwerte, von. denen Jute 30.009, Troppauer Tuch 38.000, Cos- Mnos 10.000,. Mbvberer 5000, Landeis und Spitze«' je 2000 K. gewannen. Bon den Transportaktien sind die Genußscheine der Donau-Wanchfschisfahrt um 20.000 K. hinaufgesetzt worden. Iung-Bunzlaner Profitierten von der Kurssteigerung an der Prager Börse und erhöhten. sich um 180.000 K. Dagegen büßten Brosche 16.000, hlng. albg. Kohle 90.000, WesWhmM Bergbau. 55.000, Gerharhus 29.000, Ung. Zucker 50,000, Kroat. Zucker 20.000, Galt eia 10.000 und NoMchn-Aktien 50.000 ,K. ein. Auf dem Anlagemarkte gewaM.die Dölkerbundauleihe ÜßOO Punkte, ferner war die Mairente und die österreichische Goldrente etwas-bester. ..Bon den E xo i e n notierten: 'HoMerband 9000, Knobloch 8000 bis Geld, Mrazniea 40.600 bis 45.000, Tepege 39.000' bis 44.000,. Universale 22.000 bis 33.000, ' - - '4 Verlegung der StellenvermittlungsabLeilung des Gre» mvtms dtt Wiener Kaufmannschaft. Die Stellenivermittlnngs«' abLsitung 'des Gremiums der. Wiener. Kaufmannschaft, fei«' Hren Wirkungskreis auch auf Industrie, Bankuistd Versichernn'gsgewerbe ausgedehnt . hat, böfindet sich nicht mehr im Hanse der KausMannfchaft, - sondern im 2. Betzirck, Mlrievten- : stvoße 1 schema-liges NormMichamt). Uwter der ' TÄchhon- : numimer 40-3-33 kann an WeMagen von 8 bis 3 Uhr di«' Zuweisung aller Kategorien von HandÄsangestellten,- Buveistu- MMrästen>. 'Handelsarbeitern: Md LchMnaen Vevlanat .weitden. . ' ■ «meN.i»AOLe r«ass»*« Trftfo« Mt 75245# Copyright Nachdruck verbot««» Jßdischev Berlag, Berlin. 36. Fortsetzung. Hawdoloh md ZMmftreich. Von Saumiy Gronemann. - l Was übrigens jem Armbinde mit dem roten Kreuz ltnlangt, so trugen die Herren st-e nicht etwa aus irgend ftner. Gefallsucht, sondern, das Tragen dieser Binde war seit einem ärgerlichen Zwischenfall in Kowno allen .ftemden Reisenden zur Pflicht gemacht. In Grodno näMch bestand die Grußpflicht der Landeseinwohner, gegenüber den Offisteren und da war es vorgekommen, daß ein Leutnant einmal auf der Straße mit seiner Reitpeitsche einem deutschen GroWaufmann den Hut vom Kopfe geschlagen hatte. Trotzdem der Offizier, als der Irrtum heranslaut, sich sehr höflich entschuldigte —, er hatte jene Bewegung beim Anblick eines nichtgrüßenden Zivilisten eben rein gewohnheitZkuaßig gemacht — schlug der Kaufmann Lärm. Darauf erschien dann jene Verordnung, daß künftighin jeder fremde Zivilist sich durch die Binde kenntlich zu machen hatte, um weiteren bedauerlichen Verwechslungen vorzubeugen. Solche Grußpflicht bestand übrigens weder in Kowno noch in Bialhstok, so daß die Reitpeitsche bei d i eser Gelegenheit keine Rolle spielen konnte. Die Einführung der Grußpflicht, wie. die Vechängung vieler anderer Maßnahmen hing eben ganz von dem Ermessen der Kroisgewaltigen ab und es wäre ein Umecht, die Oberste Heeresleitung für alle die drakonischen Anordnungen untergeordBeter «Wellen verantwortlich zu machen. Ich entsinue uüch eines Falles, itt dem der inzwischen verstorbene^ Generalmajor F. einen alten Inden festnehmen ließ, der ihn von der anderen iWraßenseite aus nicht gegrüßt hatte. Der Mann wurde ^damals sofort, freigelassen, als sich nach etwa vie^chntägiger Untersuchungshaft. herausstellte, daß er nahezu blind war. Danrals hat Lndendorff persönlich durchs Telephon .dem Herrn Geuevalmaijov in mehr als energischer Form seine Mißbilligung ausgesprochen. Aber die hohen Herren konnten nicht überall sein und ein gvößenwahustnniger-Kreishauptmann konnte inehr Unheil anrichteü und-dadurch den deutschen Namen in MiMedit. ^brinWt-s als, selbst BerständniK und Wohlwollen bdr den oberen.W-. ftonp voraus^etzt, MMnacht werdeN komM, - - Ich. muß hier der Äahrheit. gemäß feststellen, daß den oben erwähnte Fall nicht der einzige ist, m -ein von rben ' her zum Schutz nntzhandelter Juden eingegviffen ist. Die"! kleinliche Schikaniemng einzelner. Personen lag Wohl nicht ' im Sinne der Heeresleitung. Insbesondere hat der felige .; Ludendovff—■ bitte, das ist/kein Druckfehler: — Her selige,' nicht der unselige; ich spreche von dem Lwdendorff, wie er' damals.war, ctl§ cp: in jeder Beziehung auf der Höhe war —. ßichMtrchaus nicht etwa als Jüdenfeind MÄgt'- Er hak; inr Gegenteil oft bewiesen, daß er. jüdische Hilfe und Mt-' arboit'zu schätzen wußte und sich häufig mb gern jüdischer Hilfe bedient, er hat jüdische Künstler heranMogen, MML ihmn sktndenlang angeregt unhwhalten -und sich von ihnen Werke widmen «liassin. Er flt pNtch gegen antisemitische Ausschreitungen «mchr als einiwl esirgeschMen- und er hatte' damals volles VersMdnis daisür, daß durch den Eindruckinr neutralen Auslandes nicht nur,' sondern auch . von. anderen iGesichtspuEen betrachtet, ein antisomitrscheD Ge-. baren düs deutsche Interesse auf das empfindlichste schädigen würde. In Kowno war -sogar -durch Dr. Rosemck die' Ludsind o rff -K ü che' eräffnet, in derdie ganze ÖW-, pationsM hindurch täglich viele hundert Portionen an arme Juden ausgetM wurden. Der General hatte das Protektorat bereitwiMg übernommen , und bei der Evöff- , nungsseier war von allen deutschen Rednern betont, daß der SÜnke dieser Küche ein - Wahrzeichen ■ des Lauernden und tiefgehenden Interesses und ^Wohlwollens fern .softe,. , das der Protektor für' die^ jüdische^ Bevölkerung besäße... Bon hoher BewundeM-ng jüdischer Art erfüllt und voll DaWaMit für das, was hie -MWe -RWr' der^.HM..- gegeben habe, so etwa ließsich. Ludendorff durch' sejnen,! Bertreter vernehmen, — sei .er freudig beSvegtz daß so ein: Synchol. Muer und des Deutschen Reiches - dMerndex Sympathie für die Juden errichtet fei. .. . ' Ich wollte ja ■ aber davon sprechen, wie ich' ent«:, täuschte. Ich betätigte mich wederfoGial noch' pMtisch, und ich maßte mir. nicht-an, dort zu lchren 'nuL 'zu leiten. wo. ich mich ganz, klein und der Belehmng bedürftig VoMm. ' Mehr, und mehr sah ich eiu>-W wir aus 'W^mrop^' i Kommenden uns gar nicht aus' unseren Gödankenkreisen. losmachen-, können, . daß ^wi.r---mkt .imseren-ÄllaUtaben' M M WM AWHr arhettsnd, M WB besten Willen VMvirmng und Unheil gar zu leicht an*, richten können. Ich werde darauf vielleicht später zuruckkormnen, wenn ich vom Schulwesen rede. Ich hatte alfg die schönsten gmndfätzlichen und /ethischen Bedenken, die urrch an der Entfaltung größerer Tätigkeit hinderten. Ich will aber im übrigen gerne zugeben, daß mir das Spazierengehen und Flattieren große Freude machte und ich unter ilmständen eine Unterhaltung mit eimr schonen- und Augen Frau der Teilnahme an der ernsthaftesten Ausschußsitzung verziehe, insoweit also hatte Hans Goslar schon Recht. Ich will auch nicht verkennen, daß die anderen, die ' unbeWmnrert und unbeschwert von Hemmungen sich dort in den Dienst sozialer Arbeit stellten, viel Gutes geleistet haben,, bisweilen auch, wohl jene Herren aus Deutschland aus ihren Rettmrgsreisen. Mir brachten diese- Mionen die Freude, von Zeit zu Zeit angenehme Gäste von Daheim zu begrüßen urvd ich bewunderte oft genug aufrichtig die Einfachheit Md unproblematische Betrachtungsweise dieser Herren, Ich enttsinne mich an einen genußreichen Nachmittag mit Franz OPPenheiuver, der mit all der wundervollen Klarheit und Wucht, die seinen Stil und seine Persönlichkeit auszeichnen, prägnant und abschließend da Formulierungen fand, wo ich ans einem Zweifel in den andern geriet. , "V Auch andere Besucher hatte ich-bisweilen. So tauchte vor allem von Zeit zu Zeit Arnold Barth auf, der mich' damals in meiner Berliner Praxis vertrat. Da war es nun eine ganz besondere Freude, ihn herumzufühven und ihm jüdisches Wesen'zu zeigen,- wie es sich hier natürlich und harmonisch darstellte. Er empfand dieselbe Freude und Ueberraschung wie ich, als er wirÄich unbefangene Juden kennen lernte, die genau so ungezwungen ihr jüdisches Eigenleben leben, wie sonst nur Deutsche oder Engländer etwa ihrer Wesensart «achlebm. Gerade ihm, der aus dem orthodoxesten Krsife Berlins stammt, mag es wohl damals ausgegangen sein, daß es im Westen schließlich nur ein in ForiÄen erstarrtes Ersatz-Judentum gibt, das in jedem Momente als eilt in fvenchew Boden verpflanztes Gewächs offenbar werden kann. ' >. , , n (FoMtzmmWA- ' ß