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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-08 · Heft 1938 (8.7.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1938 (8.7.1924)
Date
1924-07-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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UM"Wö; :: mt PMWaDGnde. ly MM m BisuMbeschüffMg! . . t I /•’? &©&■■'.' iALoriisiisHe ExeckütM^e irr- London^ - i iDti uns mit: Bor kurzem htchm. nlHpepL. Sevsorwn durch . ' Bermittlung einer Mischen Bereinigung T o uv ist« nv i s ö n ach P! a l ä >st jft a erhalten, die istch jedoch als u n- - gültig erwiesen, so daß das VMM Konsulat in Triest'- ' dre Erlaubnis Ar die Weiterreise nach PalMna v e r- ^weigerte. Die Empfänger dieser Bisa mußM die / Rück reise antveten. Die Zionistische-,, Exekutive gibt i daher Le^annt, daß sie k e i« e r L e i/Bck rantwortung Ar Palästina-Reisende übernimmt, die sich' von anderen alS den gio n ü sti fchenDngani.fatio nen Visa geben lassem Personenwelche diese Warnung nicht beachten und dann, wie dies im obenerwähnten Falle ge- * schah, Schwierigkeiten haben, dürfen keinen Beistand seitens her Zionistischen Organisation erhoffen.. - Me SeMta der Tuberkulose in Wie«. ' Nach jüngst erschienenen Mitteilungen des Oberphysikus Dr. BÄHm zeigt die Tuberkülosesterblichkeit in Wien eine abnehmende Tendenz (7464 Tote im .Jahre 1920, 4630 tm Jahre 1923). Fm die nächsten Jahre muß man leider wieder mit einer erhöhten durch, die Tuberkulose veranlatzten Sterblichkeit rechnen, besonders da die Kriegskinder sich nun bald einer' Erwevbstätiigleit zuwewden werden und, wenn sie von «der Tuberkulose ergriffen sind, von der Krankheit nUr zu rasch niedevgermrgen werden. Seit 1920 wird beim städtischen Gesundheitsamt ein Kataster aller An'- -stalten geführt, die der Unterbringung von TuberkuloseerkraMen oder tuberkulöse bedrohten-Personen dienen. Gegenwärtig stehen für Tuberkulosekranke in Heilstätten der Ge-!««inde Wien 682 Plätze zur Verfügung, für Kinder und ^Jugendliche 730. Für Schwerkranke gibt es Wien zirka 8000 Plätze. Die Gemeinde Wim hat. eine Tuberkuloseabwllung von 260 Betten im eigenen Krankenhause sowie eine Abteilung von 250 Betten im Lainzer Versorgungshaus. Insgesamt wurden im Jahre 1928 rund 4000 Kranke in AnstMen untevgjebvacht. Der Aufwand der Gemeinde betrug 2g Milliarden 5promn. Auch die GeseÄlschaft der Freunde gewährt regelmäßige monatliche Spenden für die privaten Fürsorgestellen, und widmete jungst eine solche für solche Kind.pr-ftie nicht nach Wien zuständig sind.. Die Landes;entrale 'für die. Bekämpfung der KMgentuberknlose beabsichtigt, eiine innigere Zusammenarbeit von Krankenkassen und Fürsovgestellen herbchuführen. Starker MSsaug des vrotkonfumr in Me«. Seit einiger Zeit ist in Wien ein auffallend stärker Rückgang des BrotkoysumS wahrzunehmen. Wagen der Brotfabriken,'/die mit 200 Laib Brot ausfahren, bringen manchen Dag 160, ja sogar 180 Laib wieder zurück. Brot- Verkäufer, die noch vor einigen Wochen 50 Laib Brot pro Tag absetzten, verkaufen jetzt höchstens acht oder zehn Laib. Die-Ursache dieser Erscheinung ist nicht ganz klar. Wohl entfallt ein guter Teil -er Wiener Brotkonsumenten durch die Urlaube. Auch ist .es Tatsache, daß . in der Obstzeit der Brotkonsum alljährlich ein geringerer ist. Aber alle diese Umstände kehren jedes Jahr wieder und doch war der Rückgang deS Brotverbraüches nie ein derart auffallender wie Heuer. Man dürfte daher in der Annahme nicht fchlgchett, daß die Kaufkraft des Publikums.bereits eine derart ge-, ringe ist, daß die Bevölkerung selbst beim wichtigsten Nahrungsmittel, dssm Brot, aufs äußerste zu sparen, gezwungen, äst. Freilich, beim Alkohol und Tahak merkt man von dieser Einschränkung noch nichts. Mnstadt. y Won Ludwig Bato. Durch' bluürige, duftende Wiesen, grünes Gehölz, ährenbestandene reiche Aecker führt der Weg hinan nach der alten Freistadt, die sich am Hange waldiger Hügel sachte zu dem prachtvollen Schlosse «mporrankt. Dieser altchrwüvdige Sitz eines kunstsinnigen Fürstengeschlechtes lugt als ragendes Wahrzeichen Eisenstadts weit in die sonnenüberflutete Landschaft hinaus. Der erste Eindruck: schönes und reiches' Land. Wir nehmen unseren Weg durch eine verträumte, kleine Gasse, in der einst der große Haydn lebte und wirkte, und-die jetzt, seit Beginn der österreichischen Herrschaft, nach ihm benannt ist. In feiner barocken Bauart erinnert das Gäßlein an einen versteckten Döblinger oder Grinzinger Winkel, wie ja der Wiener Einfluß auf Schritt und Tritt zu merken ist. Wir schreiten weiter und da sind wir auch schon vor den Toren der Ju-enstadt. Tor ist euphemistisch', gemeint, denn es ist durch eine Kette versinnbildlicht, die am Freitag abends quer durch die Straße gezogen wird, auf daß kein Wagen die heilige Sabbatruhe des Städtchens störe. . Diese. politische Judengemeinde — Eisenstadt-Unterberg heißt sie offiziell — ist der letzte Rest eiüstiger politischer Autonomie. Eisenstadt ist eine alte jüdische Gemeinde, deren Anfänge ins 14. Jahrhundert zmückreichen. .1671 müssen die Judetl auf Pefehl -des Kaisers Leopold des Ersten zum Wanderstäb greifen und zerstieben nach allen Windrichtungen. Bon der ersten Siedlung ist nichts mehr erhalten bis auf ihren Namen, der in den Familien der Exulanten weiterlebt. ,-A s ch" ist die hebräische Abkürzung für Eisenstadt, der auch die Familie des jüdischen Dichters Schalem Asch entstammen dürfte. IM kehren die Inden zurück und werden von der Fr« -milie Eßterhazy, auf deren Gütern noch sechs andere Gemeinden entstehen, freundlich ausgenommen' und. mit. Privilegien ausgestattet. Ein Teil der Waldung neben dem Schlosse wird ausgerodet und .da entsteht eine neue jüdische Gemeinde, die fl | pZ Ci I$% s. f Dt h!' W . 8, GU8 Telepitbn 61.198 Telephon 61.198 j Bernhard Schimmermanri ^afon für feine Ö^ipfekleidung nach Mass , j . Laufende Instandhaltung der Kundengarderobe ■ 7.-" -7 ^7 -- ' V W I E N, l.^r ■ ■ 10704 Graben 29, Trattnerhof 2, Mezzanin 72-74 L; Mskümerltz MtORR/liHW Savonnerie Führende Marken: Eau de Cologne Russe Eau de Cologne Chypre Creme Lorignon Crfime Lorignon* Chypre Lorrain - Tolletteseife, Badeseife, Speikseife Allelnerzenger dei Rasierseifen in Stangen bestbekannten y|MfiDnnIjrl und Würfeln Wien, XX. Taborstrasse Nr. 93 Telephon Nr. 42-1-65 J . Herzl-Grabgang. .; Das Zionistische Landeskomitee -teilt mit:. Der , diesjährige Herzl-Grabgang findet Sonntag den 18. Tamus. (2 0. Juli) statt. Mit, der. Leitung der organisatorischen Vorarbeiten wurde das Mitglied des Landeskomitees Herr Paul Fold.es betraut. . ' . . ' , Sämtliche Bezirkssektionen,. Sonderverbände und Gesinnungsgenossen werden qufgefMert, am Gvabgang zahlreich tejlznuehmeN, üm den.20jährigen' Todestag unseres Führers in würdiger'Weise zu begehen. . . Zwecks Besprechung-dringender organisatorischer Maßnahmen findet m o r g e n Mit tw och um halb 8 Uhr abends eine' dringende Besprechung im Bureau' des Zivnistlschen Landeskomitees,' 2, Bez., Taborstväße 20 a, statt. Sämtliche Sektionen und Sonderverbände werden hiermit aufgefovdert, zu dieser Besprechung zuverlässig ihre. Vertreter, zu. delegieren. bald ln der Diaspora als eine ,,Stadt voller Weisen und Schriftgt.lchrte" bekannt wird. Zwei Leuchten der talmudischen Wissenschaft, die heute noch verehrt werden, erhellen die Eisen-> städter Gass': Rabbi Meir Eiseuftadt <1670—1744), abgekürzt: Macharam Asch oder, wie er nach seinem Werke genannt wird:-, Panim Meiroth (feuchtendes Antlitz"), der hier das Lehramt ausübt, und Rabbi Ak-ib a Eger (1761—1637), ein Eisenstädter Kind, der als Rabbiner von Posen seine Tage -Wir wandeln in den Spuren des kaiserlichen Hoffaktors. Simson W arth e im er (1658—1724) aus Wien, der^ ein Stohlün, ein beherzter Fürsprecher des Volkes in seinen Nöten ist. Er greift der jungen Eisenstädter Gemeinde, die zum größieu. Teil arme Flüchtlinge beherbergt, unter die Arme und unterstützt sie durch reiche Gaben bei dem Bau der Synagoge. Sie ist im ersten Stockwerk des Wolfschen Patrizierhauses gelegen: ein hoher Raum mit der traditionellen Ausstattimg und hübsch geschnitzten Holzleuchtern. Alte, reich gestickte Vorhänge der Bundeslabe — einer von ihnen deutet svgae auf die Nachklänge der von Sabbatai Zewi entfachten.. messianischen Bewegung hin — und brokatene Thoramäntel ans den Anfängen der neuen Siedlung sind Schmuck, und Stolz dieses Hauses jüdischer Treue. // ■ ' Dann schreiten wir wieder durch die Judengassedie' eine alte Spezialität aufbewahrt-hat: daß Schulklopfen.' Am jedem-Haustor ist ein kleines Blechtäfelchen befestigt,- woran' butt Beginn des - Gebetes dreimal uüd bei einem'Todesfälle-in' der.Gemeinde zweimal geklopft wird. Die Höfe mauchev-Haii-'- sw 'w-öisen- Erimverungen an die Baukunst der Rewaissäni:e> auf. In einem dieser Häuser hat einst der berühmte Preß burger Rabbi Mosche Sofer seine Hochzeit gefeiert. 3hm sind wir aber auch -schon in.der', groß en',Sy na-' 4 v^g C der - Gemeiude, da ja die Wertheimersche Gründung rrur für die ersten Zeiten ausveicht und heute als Hansshnagögs der Familie Wolf dient. Ein wundervoller, lichtüber- Mieter,' von Säulen .getragener Raum, dem alles Mystische fremd ist. 'Groß, geräumig und Von einem kunstsinnigen BauküMer äüsgeführt. Beim Eingang hängt van der Decke eine stMtwe - Büchse für Schaufädeu Herab, ein Gerät, bas selbst im 'Ostenzu den Seltenheiten gehört. ' ' .'' Wie schön' muß es hier au Feiertagen sein, wenn die alM-GesÄrge erklingen, in erneu, großen weißen Tallith eingchüllt, unter dem Volke dahinzuträumen oder sich' sammeln im herbstlichen Morgengrauen der Bußtage. Leise 'Erinne vungew an meine Kindheit steigen aus und ich sehe,' wie am Abend'des Tüscha bAw die Betpulte umgekippt werden', üm als Sitzgelegenheit zu dienen für die Trauernden um' unser verlöve'nes Heiligtum und unserr verlorene Heimat. - -! Dann geleitet uns unser Eicerone, der mit Liebe an sei nev' Gemeinde hängt, in die „Stahlkammer^, wo die silbernen Gerade /aufbewahrt werden. Da sieht man Kidduschbecher und Thoraschilder) Waschbecken für die-'Leviten und DhorakroneN, einen wundervollen, zweihundert Jahre alten gläsernen Hum Pen,' ein Geschenk -des Prager Heiligen Vereines, und so viele andere Beweise jüdischer Opferfvenbigkeit. Beim Eingang ist M' schön geschnitzter Stuhl für Beschneidungen aufgestellt.- -'Wir'- setzen die Wanderung fort:' Iw ersten Stock eines armseligen ''Hauses , ist -das Lehrhaus, das B e t h H a m' id r a sch, untevgebracht.. Einfache gehobelte- Bänke, ein' überguellender Bücherschrank und zwei kleine -Thoräschreine bilden die . dürftige Einrichtung. -Und ' doch, wie viel -Liebe -knüpft sich an diesen Raum, in dem so lange dev jüdische Geist gebildet -würde. Jch^ muß an die Verse BialikS denken, der'auf die Frage, was das. jüdische Volk-trotz der unsäglichen-' Qualen und blutigen Verfolgungen erhalten hat,; nur ' eine Antwort weiß: „Willst du es wissen? . . . Geh' ins alte Beth t« ' Der Zufall Will es,'' daß heute der' Sterbetag des'^toßA Mahavam Asch ist.und da. wird sein.Grab von einer Gruppt > lUgendlicher I e s ch i w ü s ch)N I -er aus. jDMtsch-tKreuz iist Burgenland besucht.''Die schmächtigen Jünglinge mit den Schläfenlocken erinnern uns an langstverschwundene Tage deS Westjudentnms und i an - ferne, ferne ostjüdi-sche Gassen. Wie viel Idealismus gehört dazu, im heutigen Zeitalter dös -krassen Materialismus, der „Geschäftskonjunkturen" dem alten, ach! o wenig einträglichen Studium der Lehre obzuliegen. Diese Jünger der Thoradie sich von ihren Genossen' in Polen kaum unterscheiden, sind ein lebendiger Beweis dafür, wne unbegründet das Gefasel von einem tiefgehenden Gegensätze zwischen Ost- und Westjudentum sei. Wir verlassen die Judengasse und; wenden uns den Dahingeschiedenen, dem „Hanse brs Lebens" zu. Der Meister jüdischer Familienforschung, der gelchrte -Doktor Wachstein aus Wien ist unser.sachkundiger Führer durch die. Gräber aus dem 17. und 16.- Jahrhundert. In der Mitte des Fri-ed-.- hofes liegt die Begräbnisstätte des Maharam Asch, die alseinzige mit einem eisernen Gitter-umgeben ist. Auf den Grabstein gelegte Steincheu sind Zeugnis päätetvoller Erinnerung späterer Nachfahren. . > Die meisten Grabsteine sind gut erhalten und weisen oft gemeißelte Rosetten oder andere Berzier-ungen aus. Auch hier ist der Einfluß'der Wiener Kunst unvevkennbar. Unser Führer macht uns auf Pie kunstvoll geschwungene und schattiertehebräische Quadratschrist auf manchen Grabsteinen, aufmerksam, die ebenfalls von gutem Grschmacke zeugt. Hie und da fallen ganz kleine, zierliche Steine auf, die jedoch durchaus. nicht die Gräber von.Kindern bezeichnen. Wahrscheiinlich ist ihr Ursprung in der materiellen Not der damaligen Zeit suchen. >. /, * Eine besondere Sehenswürdigkeit Eisenstadts ist das Patrizie rhaus Wolf. Haus ist -eigentlich.kein richtiger Ausdruck. Es erinnert, .in -gewissem Sinne an Florenz, wo man von der Galevie der Uffi-zi durch einen langen Gang, der durch -eine -ganze -Reihe von Häusern führt, ins Palazzo Pitti gelangt. Auch bei Wolfs beginnt der. Run-dgang im Stamm- Hause, der dünn in einer ganz anderen Gasse in einem entlegenen Hause endet. .Reichtum und Verständnis für Kunst, Wssenschaft und Literatur finden sich hier, wire sonst nur in seltenen Fällen, in harmonischer Vereinigung. Der auch in Wien als. Mäzen hochgeschätzte Nachkomme der nunmehr seit drei Jahrhunderten -in Eisenstadt lebenden Patriziersamilie hat hier in sach- und kunstverständiger Weise eine Sammlung angelegt, die nicht nur für den Fachmann, auch für den Laien eine Augenweide ist. Barbarische und römische Funde aus der Umgebung, Andenken an seine-Reisen in Italien und Griechenland, Gegenstände der kirchlichen Kunst, Geräte -der Zünfte sind hier wohlgeordnet aufgest-M. Die jüdische A b t e ilung, geziert durch prachtvolle- Aufnahmen aus dem neuen -Palästina, weist sehr schöne Stücke alter und neuer jüdischen Kultur auf. Kunstvolle. alte ,-Kethuboch", EhÄ)erträge^^ Chanukkaleuchter, orientalische Thvrcchandschristen aus -rotem Leder, prachtvoll gemalte Esterrollen aus Italien erfreuen den . Besucher.. Sehr-interessant sind die ersten Bücher des Handelshauses Wolf,.die durchwegs in -hebräischer Schrift geführt sind. Die verschiedensten Gebiete menschlichen Wissens und der Kuust umfaßt die reiche, in überaus geschmackvollen - Rahmen gefaßte Bibliothek. Auch in >den mitschonen Gemälden -geschmückten Wohnräumert — im Salon -hängt ein Girardot — herrscht überall erlesener Geschmack. Dieses 'HMs,! das von einer Loggia gekrönt ist, ist eine glückliche Synthese des Alten und des Neuen, der jüdischen 'Kultur und der der Wirtsvölker. ' - ...; Gin Spaziergang durch den Schloßgarten, der. eigentliich em gepflegter Natürpapk-üst und in. einem Tempel, ein Werk^ Can-ovas bcherbergt, gewährt uns einen enizückenden Einblickin die landwirtschaftlichen Reize der Umgebung. Dann geht es heimwärts. Im übervollen Eisenbahnwagen , haben, neben uns die Deutsch-Kreuzer Bachurim einen kleinen Abteil besetzt und stimmen schwungvolle, tzvehmütig-frohliche Lieder ohne Worte an. Eine eigentümliche Stimmung ergreift^ Mich nach all dem Gesehenen. Als wäre ich bei meinen Ahnen zu Besuch gewesen. - ~ Wien, 8. Juli.' * Oberbibliothekar Stern 68 Jahre alt. Um 6. d. feierte der Leiter der Berliner jüdischen Gomeindebibliothek und der jüdischen Kunstausstellung Oberbibliothekar Dr. Movitz Stern seinen 60. Geburtstag. Obevbibliochekar Stern, der früher Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Kiel dann Schuldirektor in Fürth und Berlin gewesen war, stcht -seit-1905 -im Dienste der jüdischen Gemeinde in Berlin. Vonseinen -zahlveicheu Schriften seien erwähnt: „Die -israelitisHe Bevölkerung der deutschen Städte". „Tabellen zur Geschichte der Juden und ihrer Literatilr." „Mkundliche Beiträge über die Stellung der Päpste , zu den Juden." * Professor Oppenheim. Professor Dr. M.' Oppenheim ist aus London zurückaekehrt^ wohin er-von der Londoner dermatologischen Gesellschaft -für einen wissenschaftlichen Börtrag berufen worden war... . : \ * Das Leopoldstädter Kinderspital. Wie wir. erfahren, wird gegenwärtig mit dem Verein, -der das Leopoldstädter Kinderspital führt, wegen der Uebernähme.,dieses Spitals; -dnrch die Gemeinde verhandelt. Die Verhandlungen stehen vor dem Abschluß. ' t * Ein vermißter Student. Gestern erstattete der Oberbanrat der Bundesbahnen M ö r t h im Sicherheitsbureau die -Anzeige, daß sein Söhn, der 20jährige Hochschüler der Technik, -Siegfried M ör.'th,' Obere- Viadukt gaffe 2 wohnhaft-''Samstag abends von Wien wegg-efahren und seither unbekannten - Aufenthaltes ist, so daß vermutet wird, daß andem jungen! Manne ein Verbrechen verübt würde? oder daß-Hm ein Un- . glück zugestoßen -ist/Der 'Student sollte über' Innsbruck nach Fulpmes zu seiner' Mutter - fahren, ist aber/ wie - eine -aus Fulpmes einäelangte Depesche besagt, dort nicht ein-getroffen. -... * Ein abgängiges Kind. Seit oem 4. d. ist her elfjährige , Volksschüler Wilhelm Gras l, 7. 'Bez., Zieglergässe 38, aus - der elterlichen Wohnung spurlos verschwunden. Das Kind war - äin Nachmittag auf der-Straße gewesen um zu spielen und ist seither nichts mehr zürückgekehrt. Cs besteht die Vermutung, daß der Kleine vielleicht baden geaa-i-ie'!! ist und ihm dabei ein Unfall zugestoßen sein muß,

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