Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1937 (7.7.1924)
- Date
- 1924-07-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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7. M WA fggfette*. MorWttMkmU. Wie«. Montag 5KS Mr-LÄ \%SSS *JÄ ROMAN VON SIDNEY HÖR Nachdruck Vorbehalten. 7. Fortsetzung. Richard Marr, der Schn Es -plötzlich '' '' '-- ver-mMe« GpMrlaWt-M, der inlfofge der ' Kränkung Äbtzr diese Bevluste einem Schlalgansall eÄag, ficht mittellos da. Der juWe Mann ist ’: , ein -Msgeze-ichneter Fußballer und entschließt - '. sich auf Gochchlag isemes früheren Trainers Johnny Bell, Profess-ronÄ zu w-erlden. Eine ErWk.chlun!g weist Richard Marr zu einem ' ' . ' ProviMtcrÄklllb namens Hollhivood. Dort ange-- » langt, triffj er den Manager des Vereines, mit; /• dem er in dessen Kanzlei verhandelt. Richard ' /- ■V Marr macht den Vorschlag, daß man ihn in '' ' einem PrMispiÄ prüfen möge. Der Manager iacht -darauf ein -und - führt Mcharid in den Um- Keiberaum zum Trainer Sage, der chn sreuMich i/';/> empfängt. Marr lernt steine zMnft-igen Gefahr- . ' 7 j" .• - ton kennen, davunter den beÄchmteu alten Jnternationalen Ben Warrmer, der -als sein Gegrn- Part Leim Bersuchsispisl auWstellt wird. Marr abisolviert Las BersuchLspiel glänzend, obwohl frj : i / sein zäher Gegner ihm schwere ArAoit gibt. ■}'i:8fiyc t§ auch ein glücklicher Zufall, daß ihm gegen GMdes Spieles die große Chance winkte, auf die er in HkuM/Jnnern gehofft und schirsÄchtig gewartet hatte? Vl.n-'weiter Paß seiner eigenen Verteidiger fetzte ihn in Bewegung. :Jm Nu war er am Ball und stürmte auch schon vs7/.Warriwer, der ihm wie ein Schatten auf den Fersen wär,; ' glitt beim Versuch zu rempeln aus und der 'blaue Stürrmr. lhatie freie Bahn vor sich. Geschickt mnsPiÄte Marr, eilnen gegnerischen Verteidiger, und.während er im raseüden -Lauf wuchtig und zielsicher schoß, entging er wn KraxeOreite einem Re-mpelversuch des zweiten Verteidigers/. " . Das Goal . . . unhÄltbar u-itb mit der Präzision einer Gewehrkugel in der Netzecke placiert. . . erschien den Hollhwood-Äeuten wie eine Qf-serübarung. Es ist eine seltsame /und 'beklagenswerte Tatsache, daß selbst die.'besten Stürmer-heutzutage an einem Mangel an Schußvermögen kranken.- Dieses Goal, aus einem schwierigen-Winkel und im rasenden Lauf geschossen, ließ den Hollhiwood-Veuten die Augen übergehen. Außer den Spielem gab.es noch zwei Männer,' denen die Ueberraschung, als sie das Goal sahen, die Fassung genont'.nen hatte. Der. eine hieß Sammet HrKister- und der andere «wr „Kanonier" Sage, der Trainer/ > „NM, was hüllest du davon'?" grunzte der Adanager. „Sieht beinahe so. aus, als-wenn der. heilige Niko- 'kans'uns.'den Mittelstürmer beschert-hatte, aus-den wir solange gewartet haben!" antwortete der Kanonier". Aber hier kommt der „Kurze", frag' ihn!.". Warriners Meinung war kurz und bündig. ,-H-alt ihn fest,/bevor die anderenihn schnappen. Biete Hm die haWe Erde und.die Kronstüvelen als 'Zugabe, aber linste M nicht mehr fort!" .Kein . Wort wurde zu Marr gesprochen, bis . er sich MMRleidet hatte; dann kam Sag«, der Trainer und berührte .ihn am Arni. „Der Chef will mit^dir sprechen, mein Junge," sagte er. '„Dü bist all right, kümmere dich also nicht darum, was -er sagt. Du weißt, es ist die -Ber-dau-u-ng! Und schau dazu,' daß du aus ihm herausschläAft, was du kannst." Mit diesem Segenswunsch -ging Marr hinüber in die Reiire Kanzlei, in welcher er am -selben Morgen seine evste Unterredung mit dem Manager von Hollywood gehabt, hatte. ' v „Nun also", sagte Hollifter, als Tick ein trat. „Derne Referenzen sinh nicht schlecht! Tu mußt natürlich noch viel lernen, doch ich will dich auf einen Monat zur Probe behalten. Nach Ablauf dieser. Zeit, wenn du dich brauchbar erweist, bekommst du 6 Pfund die Woche. Nun?" „Ich bin zufrieden," antwortete der andere; sechs Pfund' als regelmäßiges Wocheneinkommon erschienen ihm nach feinen vielen Enttäuschungen wie ein Geschenk des Himmels. „Du. bist eine.kuriose Neuheit bei der Branche, werW du -damit zufrieden bist," grunzte der Manager grimmig (wahrscheinlich war die Wechte Verdauung schuld daran) und wandte sich, -ohne ein Wort mehr zu verlieren, sem-en Papieren zu. /-ss Dnttes-KapW. 'st sAA: D e r Schatten hinter dem Klub. ' W Marr den Schlackenweg wieder hinabschritt, hörte er -einen feinen Naanen - rufen. Er blickte sich um und sich 'Warrmer auf sich zukommen. Der kleine Mann «sah -ohne seine Fußballdreß gantz -verändert aus; man hätte -ihn ruhig für einen Ueimn Gastwirt halten können, was er, wie Marr später erstchwn sollte, auch war. „Bist du mit Hollifter einlig geworden?" fragte der alte Internationale mit fo viel Wohldvollen in der-Stimme, daß der funge SpiÄer vor freudigem Stslg errötete. „Du hast dich brav.gehalten und wirst keine Schwierigkoite-n haben, dich auf deinem Posten zu bchaiupken, doch darüber wollen wir später sprechen. Wchiissör ist jetzt die -Frage, ob du schon ein Quartier hast. Gute Woihimngen find in Hollywood fo.selten wie Diamanten, aber wenn du -noch nichts hast, dann kann ich dich' u-ntevbringen. Ich führe dich zu Mrs. Cox — eine aste, gute Seele,.-die die weiften von uns in ihr mütterliches Herz geschlossen hat, obwohl sie meint, .daß alle Fußballspieler ein schlechtes Eride nehmen müssen. Soll ich dich hi übringen?" „Ich bin Ihnen sehr dankbar, Mr. Warriner, daß Die. sich die Mühe nehmen wollen,", antwortete Dick und hielt dem anderenbeide Hände hin. , „Das soll dir den Schlaf -nicht rauben," lachte -der Halfback. „Aber fetzt, wo du zu -uns gehörst, mußt du mich duzen. Nur Schiodsvichter, die ich nlicht gut kenne, fagen mir Mr. Warri-ner. Für' die anderen und vor allem für unsere Jungen heiße ich Be«n. Wird Mch für dich.gut genug fein, was?" '' „Das will ich meinen, Ben!" sagte Dick. ,^Zch heiße Marr." . ,Marr!?" wiederholte Warrmer und' Mch nachdenklich stie-hen. ,>Marr — Marr! aber natüMch! Jetzt weiß i'ch, woher ich den - Namen kenne. Du bist ja der Bmfche» der voriges Jahr für CoviniWans und Ötzford Untive-rsiM gespielt hat. Das wird Hollistier -mächtig intevestieven!" . ,Mau!bft.du? .Ms er mich heute fragte, für «wÄche Klubs ich schon gespie-lt hatte, verweigerte ich ihm die Auskunft. Ich sagte ihm, daß ich gern nach.rneinem Können beurtM werden uröchte, nicht nach dem. Rang meines früheren Klubs." ' .' ' - ,/Ha! Ha! Das wirh dem alten Bupschenimponiert ^haben," lachte ^Warrmer./ ,/Aber jetzt mußt du mir.schon erlauben, ihm zir erzählen, -wo du gespielt hast; ich hÄbe nämlich einen guten Grund dazu, sonst würde ich es nicht -verlangen." ' : ■ , : “ „Das kannst du ohne weiteres. Du kannst -ihm auch erzähltem wamm ich' mich entschlossen Me, Professional zu werden. Mem Pater hat fein .gaMs Geld durch Börsenifpekülationen verl-oren. «Er «wurde über Nacht betMavm u«ch -die Aufregu-ng -darüber hat Hn -getötet. Ich mnßite meine AnivevsiMZjstu-dim allfgeben. Ich suchte Änen Poisteu und, fand keinen. Darm kam. Ioyünh-Bell, unser Trainer, und gab' mir den Rat, Berüfsspi-Äer zu werden." „Nun, es gibt ärgere.Dinge als -das. Natürlich für einen vornehmen Herrn bsdeuiet ß nicht viel Geld, aber es ist ei» angenehmes, gesundes, Dasein Md.Mt dich ganz aus. Wer ich platudere da mit dir und «vergesse ganz, daß ich -dir eine Wohnung 'besorgen wollte — da kommt eine Trambaihn, di« -wird uns Weich hmbvvnge-n." iZshn Minuten später stiogsn fi^ in einer netten Bvrstadtftratze.aus, die aus zjwei' Reihen uiÄllicher kleiner Villen bestand. Vor einem Hänschen, das so sauber aussch, als «wenn es mit Seife' und Bürste gewaschen wordenwäre, Welb Warvine r stehen. ' ' '!' Mrs. Cox, mt freundliche WW-e von sechzig Köhren, öffnete und begrüßte, erfreut den alten Interna-tioMen, der scheinbar bet ihr in.besonderer Ofträfi stand. Warviner stellte fsrnen Geftchrion vor, und.es damrie nicht länge, so war Marr Besitzer von zjwei peinlich sauberen Zimmern, di e au BchaAchkei-t nichts zu «wünschen übvig ließen. Mt der ArchvsiungKsähiBeit der Fugend haÄe -er sich in die neuen BerM-tmsse hrneing'estMe-tr und die Evm-neruug M das vornelhme Palais. in London verblaßte langsivm und' Aieb.-in seinem BeiwuMestv; nur -als -de»---Wohnort'-WB . arryonboten Baters^KMn.^' '?*•: /’WSttS wäre also erledigt!" rväf-Warrmer '«fieut, M ' Dick »nun die Absicht kundgab, sein Gepäck zu holisn-ernd gleich evchutzwhön." Ich Au jetzt viekle Kchre vecheirate^ habe Vier prächtiige Rangen — aber, als ich «och'-^ng' geselle war, -hatte ich etwas dafür gegeben-, m .s«Kch «NM m'tten Quartier zu hänfen, wie dieses. Du wirst -Ach hier zu Hanse sWen, und das ist bei einem.Jumggeseyett,d« Hauptfach;. Hat man Te'me. gemütlich WüHmrng, dann treibt man sich in dm Wir-tshäufer-u herum und das ist gewöhnlich der Anfang vom Ende 'beim Fußball." /Ich bin dir ja so daMar, Ben!" ftkKe Marr. her den B-ornmnen seines Ksriühniten- Kollege» Wr Vtrilegch und zögernd anssprechn. 8sn nie'. . . . / „Den Da-nk kannst du dir schenken", war Ae ÄH« wort., „Als Kapitän hk Mannschaft ist es ikfim nach meinen Iungens zu -sehen. Wenn du heuiL abendh nichts Besseres zu tun hast", fügte er hinziy ,chkM komme zum Abendbrot zu mir. Aber zwing' dich nicht dazu V . , verstehst du?" .'! „Ich komme gern, Ben", antwortete Marr, gerührt durch die warmherzige und unkonventionelle Art/des/ anderen. '' ,; „Das wäre nun auch erledigt", sagte Warrmer. /Her ,-Schwan", das Keine Hotel, -gehört mir. Jedermann karyi Ar den Weg -weisen. -Die Trambahn - bri-ngt dich. M vor das Hans. Mso um acht Uhr, wenn >es dir patzig „Ich werde pünMch dort sein. Und rvoch einnM vielen Dank. Ich muß es dir sagen, «auch wenn nicht hören magst!" /,;//;' ,-Spar' dir das für -meine Frau! /- Weiber NMü-S/' etwas", scherzte der Halsback und wandte M Mm GeW) Als Dick seine wenigen WMWiten iu den phSr kleinen Räumen, aus denien fein Rerch bestarw, untzssigs«, bracht chatte, stopfte er sich eine PsÄse uÄd wWerch/ s» mchdeEKch rauchte, Mn er über Ne NWM VM HW» -smres Schicksals Hie merkwürdig urch u WtzWe WdchM 'str ftium LeLensbedingungH? Äie;WÄ/-- iffe er in Oxford an der pnÄchsWt verbracht'^klle, kWjtttz chm «wie ein särner' TrÄrrN.. Mnn chm MMW' /vor MpM esyem MoW WphMil -^We, doiß er H zwei.MÄDi möMerten ZimmeÄr WoWn Und seinen LeMNSUMtsrMk als -ProsrWonal-FußbÄWeler verdienen WKe — hatte den Weissager M verrückt ge«hMen. mch doA''dk es wahr'—- eHauMch'—>'verMffend wxtze. - -^ >». Er Ughm die -Pfeife , aus -dem Asiunde /und Lächte sröh« Uch/ aius. Ao «erMunüch Ne Latze faxte, fet der ge sich HesanÄ,- uoch bpL erstaunlicher war Ne,DcrtWe, düst er, ansM dppöiuMst Md ba'WmnDvt zu -sein, um dem Wechsel-«ür -strnem -SchiiDl^ «tatsächlich/zufrieden war! «Er hatte die l^.rte Kwbe iw Ähren beftarchen,! «war gut untevgebvaD mch /'/'! , / . 'Mwstlich' -eintveM?' Mgte eine StÄNM..' V " Wewiß, Mrs. Cox, Hoifsentlich stört es Sie nicht, daß W rauche?. Ich -darf ija wicht viel rauchen, «weil ich' Fußballer bin, deshaW wird es auch Jhverr HolDvtzen'NW". viel -«Maden." - - \ ./•(' The fvenMiche Frau bstvachtew Hu mtt einem Seufzer: /,WHmen We es mir nicht übel, Mr. Karr, aber es -ist doch jammerschade, >W ein -junger GenAe-mmr, wie Sie, sich mit dem Fußballspiel äbgi-bt. Es «ist ein Leben Mr Faulenzer und TagMe-be und führt WWM zn nichts Gutem:" ' - i -Sje^u^t «auif. Dann eMneAe er sich, /daß «Mrvmer chm auf die komische Abneigung der alten Dame - gegen Fußball «aüsmeMm gemacht hatte, . Md lächelte fo* MWett Sie sich MM, liebe Mrs. Cox, FuWll ist wi-Mch keine BeschWguutz für Faulenzer, -wie Sie glauben. Und dann ist «8 doch jetzt das einzige, womit ich mir mWen Mtevhckll verdienen kann. VÄwdvrs" — «fugte er Wtzu, «um ,schre sveMWche WirW vollends zu beruhigen — „hat mir Mr. Warviner versichert, daß ich -dkdurch Ms keium/Fall in Wechte «OMWaft geraten werde," «-•• -.••• i Bei t>er GvwühnMg von WÄMevS/.MW -Mrs. Cox. - Gochchunig fM)