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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-05 · Heft 1935 (5.7.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1935 (5.7.1924)
Date
1924-07-05
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Menev MoegMMtEg.^^ 8. Mi im Nr. 1985 Affe Xrfen von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram KrediTlna Wien, i. Seitzergane 4 War Warengeschäfte 1*93, 63-4-85, 64*4*42, 68-4*78, 69-4-82 ttuns Tpl^orattitnaHrwce«. BaanMksub Bankgeschäften Telephone: 60*4*82, 60*4*93, 63-4*85. 64*4-42, 68-4*78, 69-4-82 Telegrammadresse: Frapobank Bolkswitt. Veite 8 Wen, SamZiag Wien, 5. Juli. * Schachmeister Karl Alexander Takacs gibt heute um 8 Uhr abends im Cafe Lovrana, 8. Bez., Lowengasse, eine Blindspielprodilktion ge-gen IS starke Schachspieler. * Claude Montesiore — Doltor des jüdischen Rechts. Die jüdisch-theologische Hochichule von Cincinnati, in welcher die Reformrabbiner ausgcbiioet werden, hat, wie uns aus London berichtet wird, den Führer der englischen liberalen Inden Claude G. Montefiore „in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste aus dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft und Theologie, seiner unermüdlichen Gütigkeit im Interesse des „liberalen" Judentums" nsw den Titel eines Doktors des jüdischen Rechts honoris causa verliehen. * Neuerliche Herabsetzung der Finanücrnngsgebiihr im Dorotheum, Die vom Kuratorium des Dorotheums beschlossene weitere Herabsetzung der Psänüergebühren Mit Wirksamkeit vom 1. August d. I. besagt: Die bisher bei Darlehen von 500.000 K. bis 1,000,000 K. zur Einhebung gelangte ein* prozentige Fiuanziernngsgebühr wurde gänzlich aufgehoben, während bei Darlehen über eine Million an Stelle der bisherigen zweiprozentigen Finanzierungsgebühr nur mehr eine solche von einem halben Prozent berechnet werden wird. * Schuellgefpräche Oesterreich—Polen. Seit 1. Juli 1624 sind Schnellgespräche unter den für diese allgemein gellenden Bestimmungen auch im Verkehre zwischen Wien und Andrychau zugelassen. * Verteuerung der Preßhefe. Die Brauereien haben ab 1. d. den Preis für Brefchefe (Germ) um rund 20 Prozent erhöht. Ein Dekagramm Hefe kostet nun im Kleinhandel 300 Kronen. * Der größte Wasserfall der Erde. Der Niagarasall, der allgemein als der größte und großartigste Wasserfall der bekannten Welt gilt, wird bei weitem iiberdoten von dem Wasserfall des Schiräweati, der sich forschen Bombay und dem Kap Eomorto in das Arabische Meer ergießt. Während der Niagara 578 Meter breit ist, weist der Schiraweati durchschnittlich eine Breite von einer halben englischen Meile, das sind nahezu 830 Meter, auf. Die senkrechte Höhe des Schiraweatifalles beträgt nicht weniger als 830 Meter, im Gegensatz zu dem Niagarafall, der aus einer Höhe von „nur" 50 Meter in die Tiefe niedergeht. Der Schiraweatifall stürzt zuerst 100 Meter tief, jedoch in einem Winkel von 45 Grad herab und mündet 300 Meier tiefer mit gigantischem Tosen und Donnern in einen unergründlichen Schlund. (Ein annähernd so gewaltiger Wassersall soll sich in Labrador, an der Ostküste Nordamerikas, befinden. Red.) * Marsphantasien. Mit der Annäherung unseres Nachbarplaneten Mars an die Erde, der er am 23. August d. I. naher kommen wird als je wieder in den nächsten 100 Jahren, mehren sich die Phantasien der Leute, die sich einreden, mit dem Himmelskörper in Verbindung treten oder doch mindestens ermitteln zu können, was Mars bisher arglistig-er Weise ihrer Wißbegier vorenthalten hat. Er ist am Tage seiner Opposition ja „nur" 56 Millionen Kilometer von uns entfernt, und da meinen die Phantasten, das sei nahe genug, um sich mindestens drahtlos mit dem Nachbarplaneten in Verbindung setzen. zu können. Englische Blätter wissen.in bezug darauf ftu melden, daß auf dem Gipfel der Jungfrau eine drahtlose Station von besonders großer Stärke eingerichtet werden soll, die Hrrhsche Wellen von 15.000 Meter Länge mit der Absicht in den Weltraum senden soll, die verehelichen Marsbewohner zu drahtloser Rückäußerung zu ermuntern. Wie binnen sieben Wochen — soviel Zeit trennt uns noch von der Marsopposition — eine solche Kraftstation auf der Jungfrau errichtet werden soll, und wer die gewaltigen Kosten eines solchen Unternehmens tragen wird, das wird klüglich verschwiegen. Die ganze Sache ist natürlich Unsinn und kein ernsthafter europäischer Astronom denkt an solche Spielereien, aus dem einfachen Grunde, weil für derlei in dem verarmten Europa gar kein Geld vorhanden ist. Aber mich die Amerikaner wevden, soweit es sich um ernst zu nehmende Gelehrte handelt, es sich überlegen, Geld für Versuche auszugeben, an deren Erfolg sie selbst nicht glauben. Diese und ähnliche Phantasien erinnern an die Märchen, die vor 14 Jahren bei der Annäherung des Hallehschen Kometen an die Erde von wissenschaftlichen Scharlatanen in die Welt gesetzt wurden und die dazu beitrugen, bei der urteilslosen Menge die ernsthafte Wissenschaft zu diskreditieren. * Die Mordaffäre von Bab el Waad. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Im Gefängnis von Jerusalem harrte der Araber, der wegen der Ermordung von zwei englischen Polizeioffizieren bei Bab e l Waad zum Tode verurteilt worden war, der Entscheidung über sein Schicksal. Dieser,Tag-r wurde ihm nun mitgeteilt, daß sein Gnadengesuch zurückgewiesen und die Hinrichtung an geordnet worden sei. Bei dieser Mitteilung wurde der Verurteilte von einem Wutanfall gepackt; er zerbrach mit übermenschlicher Kraft die Ketten, mit denen er gefesselt war. und sprang, che ihn noch einer hindern konnte, aus-dem Fenster der Zelle fünf Meter tief m den Hof hinab. Einer der Wärter feuerte ihm einen Revolverschuß nach, der den Fliehenden auch verwundete. Ein zweiter Wärter war inzwischen in den Hof geeilt, hatte deu Araber ergriffen und mit den Händen erdrosselt. * Me man am leichtesten die Hohe eines Baumes mißt. Die Messung kann nur bei hellem Sonnenschein ausgeführt werden, liefert aber dann ein fast auf den Zentimeter stimmendes Ergebnis, beim höchsten wie beim niedrigen Baum. Man schlägt ein Stück von dem zu messenden Baum entfernt einen kurzen Pflock oder Stock in die Erde, worauf man mit einer Schnur, die ganz genau so lang sein muß. wie der über die Erde ragende' Teil des Pflockes, einen Kreis um den Pflock zicht, dessen Umriß man mit Steinchen, die man eng nebeneinander legt, möglichst genau bezeichnet. Sobald nun der Schatten des Pflockes au die um ihn gezogene Umrißlinie heranreicht, mißt man sofort auch den Schatten des Baumes, und zwar vom Grund des Stammes an, denn nunmehr zeigt auch er, ebenso wie der Schatten des Pflockes, die wirkliche Länge des Stammes. Wenn die Messung noch in derselben Minute, in der die Messung des Pflockes vorgenommen wurde, erfolgt, kann man sich auf ihr Ergebnis unbedingt verlassen. _. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reinborfgasse 42. * Grand Kotel „Aettsvue". Kurort VSslan. Angenehmster Sommeraufentheft. Fiv* o’clock tea. * Bei Otto Kaserer am Konstantinhügel (Prater) findet der Gesunde und der Krank? Unterhaltung, Erholung und Genesung. Suchen Sir Vrrgluft, Sonnenbad oder kühlsten Schatten. Waldaussicht oder Wasserausficht, Kaffeehausgetränke oder Restaurant mil vorft-glicher warmer oder kalter Küche, alles finden Sie hier, einige Schritte van der Elektrischen (Linie L, M, H, H2, Endstation). Treist'nnkt der besten Wiener Gesellschaft. Die künstlerische Sensation des Tages ist hier das weltberühmte rilsfische Studentenchor- und Balalaika-Orchester, welche? nach siegreichem Zuge durch ganz Europa festtäglich am Konstaniinhü^el konzertiert. Für LiWaber klassischer und moderner Wiener Musik sorgt die beliebte Wiener Kapelle W. Ganglberger. Bei schlechtem Mtter gedeckte, elegante, bequeme Räumlichkeiten. Vereine, Vorträge und Versammlungen. , Akademische Sektion der Hitachduth, 2. Bez., Zirkusgasse 33. Heute um Vs 8 Uhr abends, Vortrag l | Nathan Friedländer über: „Dichter dir Revolution". — s! Zionistische Jugendgruppe Leopold kt ad t. - Morgen, 10 Uhr vormittags, im Lokale, 2. Bez., Taborstraße 20 a, ' außerordentliche Generalversammlung. L e s e- und Rede- Halle jüdischer Hochschüler. - Heute, 7*10 Uhr abends, Ausflug in die Wachau per Schiff. Treffpunkt 9 Uhr abends (Neichsbrücke). OesterreichischeS Museum. Morgen Sammlungen einschließlich der Schairsamrnlung ehemaliger Hofmobilien, ferner Teppiche und Neu-Erwerbungen von 9 bis 1 Uhr (freier Eintritt). Ausstellung graphischer Kunst von 9 bis 1 Uhr bei freiem Eintritt. Urania. Heute, 6 Uhr (Großer Saal) r Im Lande der Pagoden und Elefanten. 8 Uhr (Großer Saal): Die Besteigung des Mount Everest. Bühne und Kunst. Spernaustühruag der Akademie. Vizets Ein-ackter „D ja mil eh" auftuiführen ist ein großes Vevdisnst, auch wenn das künstlerische Profil der Darstellung unpersönlicher gewesen.wäre, als es tatsächlich der Fall war. Das ortentalische Milieu in Müssets „Rane ou na" hatte es dem Komponisten angetan, als er sich von Louis Gallet das unbeholfene, unidramrtijsche Textbuch verfertigen ließ. Aber drei Jahre vor der Prsmiere der unsterblichen „Carmen" finden wir schon in diesem Werik die aiparte, in rhythmischer Mannigfaltigkeit schwelgende Phantasie des großen Tondichters, die sich «an dem exotischen Kolorit entzündet. Sinnvoll das ganze Werk durchziehende Leitmotive beweisen den Einfluß Richard Wagners, um dessen Werke damals noch ein heftiger Kampf tobte. Vom den einzelnen Nummern der Partitur sei der reizend instrumentierte Chor der Müsch Ger mit seiner schwermütigen Melodik, die Aüstvittsiszen-e der Djamikh, das Melodrama, dev Tanz und das Schbußjduett hervorgehoben. Kapellmeister Alwin interpretierte die Partitur mit vornehmer Rücksichtnahme auf Mangsschattlierung, düe RegiefuhNmg lag in den Händen des Proßessor Mais Hofmann. Der Opernanfführumg folgten Darbietungen der DanUchulen Grete Groß upd Gertrud Bold enwieser, deren Leistungen keinen Grund boten, unser Urteil gu revidieren, —dt. Aus den Theater«. D o l k s o p e r. Heute „T a n n h ä u s e r". Morgen „Der l u st i « c Krie g". In der Dienstagvorstellung „M i g n o n" gastieren Frau Ross M a t h 6 in der Titelpartie und Herr Arnoldo G e'v r g e w s k i von der Oper in Monte Carlo als Wilhelm Meister. Kammerspiele. Heute und die folgenden Tage, 7 Uhr abends, „Colett e", als Nachtvorstellung um 10 Uhr „W a s Frauentraumen". NeuesWienerStadttheater. Heute, V»8 Uhr abends, „D i e s p.a n i s ch e Flieg e". Sonntag, Uhr abends, „Bruder Martin". ' Theater i n der Josef st ad t. Heute, 7*8 Uhr abends, „O n k e l ch e n hat geträumt". Sonntag, 7»8 Uhr abends, *„M r. P i m tv i l l n i ch t st ö r e n". Montag „O n k e l ch e n hat geträumt" als Wohltätigkeitsvorstellung zugunsten der Hinterbliebenen der verunglückten Bergleute von Gloggnitz. R r i m u n d-T h e a t e r. Gastspiel der E x l-B ü h n er Heute, 7r 8 Uhr, „Die Kreuzelschreiber". Sonntag, */,8» Uhr, „Der heilige Flori an". Montag „D i e politischeWitwe". Dienstag „P a t e r I a k o b". Anton Ohorn gestorben. Jur Alter van 78 Jahren ist Anton O h o r n, der Verfasser des erfolgreichen Klosterstückes „Die Brüder von St. Bernhardt" gestorben. Ohorn,, der Sohn eines Amtsdiencrs, war bekanntlich katholischer Priester gewesen, ist aus Orden und katholischer Kirche ausgetreten und zum Protestantismus übergetreten. In Deutschland fanden sich Freunde für ihn (unter andern Gustav Freytaa), die ihm ein Lehramt verschafften und ihn in die Literatur einführten. So lebte Ohorn zuerst in Gotha, bis er nach Chemnitz übersiedelte. Gerichtssaal. AorublW und die Kontinentale Bank. Vor einem Monat wurde der Direktor der Kontinentalen Bank, Leo Korn blüh, wegen Veruntreuung von 1L0 Millionen Kronen zu acht. Monaten Kerker verurteilt. Er hatte sich Gelder von der Bank auszählen lassen und dafür Bons in die Koste gelegt. Komblüh behauptete, an die Bank größere Gegenfovderwngen zu haben. Sv habe er sich bei einer Frau Danzer 400 Millionen für die Bank ausgeborgt. Das Strafgericht nahm damals an, daß Frau Danzer das Geld der Bank gegeben habe. Nun hat die Frau den KorMüh auf Rückzahlung der 400 Millionen geklagt. Sie gibt an, daß sie der Bank daS Geld nicht gegeben hätte, sondern nur Kornblllh, der eine sehr wertvolle Wohnungseinrichtung besitze. Der Vertreter Kombli'chs bat, der Klage stattzu-geben, da Kvrnblüh ans Grurvd dieses vrteiles im Zivillprozeß die Wiederaufnahme des Strafprozesses verlangen werde, da seine Verurteilung, wie sich nunmehr heronsstellt, zu Unrecht erfolgt sei. Der Klage wurde «s MüKiäsfe/' Die Zustände im Werreichischen Bankgewerbe. Die Berichte des Sonderausschusses an den Nationalrat. — Die Forderung der Konzessionspslicht im Bankgewerbe4 — Die zivilrechtliche Haftung Lei Bankunternehmungen. Gestern wurden die Berichte des Sowderausschustes tot. Sinne des Bankkommissionsgesetzes (Obmann Dr. Ellenbogen) . veröffentlicht. Der Bericht über die Denkschrift der Bankkommission betreffend die dermaligen gespannten Verhältnisse :m Geschäftsbetriebe der Bankunternehmungen und die Frage einer einzuführe.nden KonzesstonspflichL des Bankgewerbes (Berichterstatter Allina) besagt u. a>: Natürliche Ursachen für die erschwerte Befriedigung des Geld-und Kreditbedarfes liegen :n der Währungstrennung und'steigenden Teuerung, welche für .Zwecke des Konsums immer, größere Geldmengen bei verlangsamtem Umlaufe bindet. Ein Rückgang des buchmäßigen bargeldsparenden Zahlungsverkehres infolge des Bestandes der Bankumsatzsteuer ist vielleicht ebenfalls hreher zu zähl e n. Als illegitime Ursachen kommen in Frage: Die aus Gründen des Mißtrauens in unsere Wahrung erfolgende Kapitalsabwanderung vom Jnlande in das Ausland, die in den breitesten Schichten der Bevölkerung ein gerissene Ausdehnung der Spekulation und des Börsenspieles, welche.zuerst in Valuten und nach der Kronenstabilisierung in Effekten sich betätigte, in neuester Zeit die sogenannte Frankenspekulation. Es ergibt sich die Notwendigkeit, die Periode des freigegebenen Bankgewerbes abzuschließen und zu einer das ganze Gebiet regelnden Gesetzgebung überzugehen. Dieses soll von der Grundlinie der Konzessionspflicht für den Bankgeschästsbetrieb' im ganzen Umfange ausgehen, mit Unterscheidung besonderer bestimmter Bankgeschäftszweige, für die eine befände r e K o n z e s s i o n s p f l i ch t und auch besondere materielle Vorschriften als Rahmen für den Geschäftsbetrieb innerhalb dieses besonderen Gebietes aufgestellt werden. Die bisher freien Teilgebiete des Bankgeschäftes, welche nunmehr unter eine speziell^ Konzessionspflicht gestellt werden sollen, betreften den Hhpothekarkredit und die Uebernahme, beziehungsweise Durchführung nicht vollbedeckter Esse ktengeschäfte. Die BanKommission soll mit größtmöglicher Beschleunigung den von ihr in der Denkschrift vom 24. März d. I. in Aussicht gestellten Entwurf eines Gesetzes über die E i nführung einLr Konzessionspflicht für das Bankgewerbe ausarbeiten und gleichzeitig swvohl dem Finanzministerium wie dem Parlamentarischen Sonderausschuß dorlegen. Der Bericht über den Gesetzentwurf betreffend zivilrechtliche Haftungen beim Betriebe der Baukunternehmungen führt u. a. aus: Die Bankkommission begründet die Notwendigkeit eines Spezialgesetzes auf diesem Gebiete mit dem Mangel an ausreichenden Bestimmungen in den gegenwärtig in Geltung stehenden Gesetzen, so daß dadurch die von der ganzen Oeffentlichkeit beklagten Mißstänide geradezu begünstigt erscheinen. Durch den vorgelegteu Gesetzentwurf sollte nun die Verantwortlichkeit der leitenden und der ausführenden Bankovgane geregelt und die innere Ordnung im Bankgeschäftsbetriebe sichergestellt werden. Die Erlassung spezialgesetzlicher Strafbestimmungen soll einem späteren Zeitpunkte Vorbehalte^ bleiben. Der Bericht über die Denkschrift betreffend die Frage der Bankenkonditionen sieht von der Stellung konkreter Anträge ab und beschränkt sich auf die Feststellung der beklagenswerten Uebelstände, wobei jedoch auch sehr beachtenswerte Wegweiser für eine Einflußnahme auf die Erstellung der Bankenkonditionen nicht fehlen. Der Sonderausschuß ist bei Beratung dieses Gegenstandes, der auf Las innigste verflochten ist mit Umfang und Art der Betätigung des gesamten Bankgvwer'bes, zur Ueberzeugung gekommen, daß eine gesetzliche Regelung dieser Materie zumindest 1 in Augenblicke nicht empfehlenswert erscheint. Das Ausmaß der Bankkonditionen i st kein von den Erscheinungen der Wirtschaft (öSzulösender Komponent. In erster Linie wäre eine Reihe von Maßnahmen im Verwaltungswege im Wege der Einflußnahme auf die Regelung der Geldabgabe seitens der drei größten öffentlichen Kreditinstitute anzustreben. Es sind dies die Nationalbank, die Postsparkasse und das Dorotheum. Eine Einflußnahme darauf, daß die von diesen Instituten verborgten Gelder nur volkswirtschaftlich nützlichen Zwecken zugeführt werden und dies zu einem Leihsatze, der bei Berücksichtigung einer entsprechenden Marge dem Zinsfuß der Geldquelle angepaßt ist, würde zweifellos ein hervorragendes geeignetes Mittel zur DerwiMchnng des an gestrebten ZieteL Wes. - 5988299009683975

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