Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1935 (5.7.1924)
- Date
- 1924-07-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1933 Men, Sa-mStag Wiener Morgenzeitnng. 6. Juli 1984 Seit. - aufbauen und eine Straße, die meinen Namen tragen soll. Bitte legen Sie mir Pläne und einen KostenvomNschlag vor. Ich sagte, damit ist uns nicht gedient, wir müssen momentan etwas leisten. Mit diesem Bescheid.bin ich weggeg-cmigen und HMn dies auch Herrn Stricker erzählt. Dieser sagte, Versprechen genügen uns nichts wir brauchen sofort Geld. Daraus ging ich neuerlich zu Basel und richtete ihm die Aeußeruna Strickers aus. B-olsel antwortete, .dieser Weg ist gangbar und ich werde mit meinen Leuten sprechen. Bors.: Ist.in den Unterredungen Kwis-chen Ihnen und Bosel die Rede davon gewesen, daß er etwas tun wolle, was als Entgelt dafür dienen sollte, daß ihn die „Wiener M-orgenzeuung" nicht mehr an-greife? Direktor Eppler: Nie! In meiner Gegenwart nicht mit einem Wort! Dr. Plaschke 3 : Sie waren am Sonntag um -hallb zwölf Uhr bei Bosel zum schwarzen Kaffee. Bitte genau um das Datum. Ing. Sirickcr: Am Dienstag waren die Herren bei mir und am Donnerstag waren wir Lei Bosel. Bitte zu sagen, war das am darauffolgenden Sonntag oder acht Tage spater? Zeuge: Am unnrittelibar darauf folgenden. Stricker: Habe ich bei der Unterredung mit Basel erklärt, da ßich bei ihm als Vertreter der ,Mr. Morgenzeitung" nichts zu tun habe, sondern Äs Präsident der Zionistischen OvgcmvMon die Pfl.cht halbe, jeden Juden an.sein Pflicht zu erinnern? Zeuge: Jawohl! Stricker: Ist in meiner Gegenwart überhaupt von irgend welcher Summe gesprochen worden? Zeuge: Nein. Stricker: Hat der Präsident Bosel die Unterredung nicht formal damit beendigt, daß er erklärt hat: „Diese Angelegenheit glaube ich mit dem Direktor Epler besser besprechen zu können." Habe ich Ihnen in der Zwischenzeit zwischen unserem Besuche bei Basel irgend eine Andeutung gemacht, daß Sie von Bosel Geld für irgend eine» Zweck verlangen sollen unter der Voraussetzung, daß Herrn Bosel irgend ein Gefallen durch die „Wiener Morgenzeitung" erwiesen würde? Zeu g e: Nein! Stricker: Habe ich Ihnen gesagt, daß die Unterredung mit Bosel meiner Ansicht noch nicht bei Basel, sondern in Ihrem Bureau stattfinden solle -und Sie Zeuge sein müssen, weil Sie ein Mann sind an dem sich die Verleumdung in gar keiner Form herannayen kann? Zeuge: Ja. Stricker: Habe ich Ihnen klar zu verstehen gegeben, daß ich Sie als Zeuge wünsche, nicht in Eigenschaft als finanzieller Mitarbeiter für die Zionistische Organisation sondern als Zeuge, um zu bestätigen, was vorgeht, daß ich also mrr eine Vorsichtsmaßregel. gebrauchte? N ' Dr. Braß: Warum waren Sie so vorsichtig? Ing. Stricker: Weil man sich die Gesellschaft, in die man geht, genau besieht . . Dr. Braß: Von denen man Geld verlangt. Stricker: Wo Geld alles und Ehrlichkeit sehr wenig ist. Dann schützt man sich vor Verleumdern! Herr Direktor, habe ich Ihnen selbst, nachdem Sie sich noch weiter bemüht haben, mit Bosel zu verhandeln, als er Sie warten ließ, gesagt, ich glaube jetzt ist es schon unter unserer Würde, das zu tun? Habe ich Sie in irgend einer Form ermuntert, die Verhandlungen mit Basel werterzuführen? Zeuge: ImGegenteil, abgehalten haben Sie mich, ich soll nichts mehr tun. ' ' , Dr. Braß: Konnte Präsident Basel den Worten des Herrn Stricker entnehmen, das; er hier nicht als Vertreter der „Wiener Morgenzeitung", sondern als Präsident der Zionistischen Partei fungiere? Warum hat Herr Stricker dann plötzlich das Wort „Morgenzeitung" in die Diskussion geworfen? Zeuge: Bosel hat gesagt, wenn die Angriffe in der „Wiener Margenzeitung" fortgesetzt werden, so werde er aus dem Judentum austreten. Dr. Braß: Bosel hat von den Angriffen in der „Morgenzeitung" gesprochen, bevor von den Leistungen die Rede war. Herr Stricker bat Sie, mit ihm zu Bosel zu gehen. Hat er Ihnen gesagt, warum? Zeuge: Er sagte, Bosel habe ihn geladen. Dr. Braß: Hat Ihnen Stricker nicht gesagt, warum er geladen -ist? Z e u g e: Ich konnte mir -es denken. Wir sind wiederholt an Herrn Bosel für zionistische Parteizwecke herangetreten. Er hat gesagt, ich gehe nicht allein zu Bosel. Dr. Braß: Hat er den Zweck gesagt oder nicht? , Zeuge: Nein, er hat ihn nicht gesagt. Ich konnte es mir -denken, weil wir wiederholt darüber gesprochen haben. Dr. Braß: Hai. Ihnen Herr Stricker von der Unterredung mit Herrn Schulz etwgs mitgeteilt, was er mit Herrn Schulz gesprochen hat und worüber er sprach, öder über 'den Grund seines Besuches? Zeuge: Nein. Dr. Braß: War Ihnen der Artikel in der „Morgenzeitung" bekannt? Zeuge: Gelesen habe ich ihn, Bosel hat ihn ja mir zugemutet. Dr. Braß: War zwischen Ihnen und Herrn Stricker bevor Sie zu Bosel gingen, von dem Artikel die Rede? Zeuge: Nein. Bosel erklärte, er hätte nicht Herrn Schul,) Schulz, sondern Herrn Schreier geschickt, aber dieser war auf Urlaub. Dr. Plasch k es: In welchem Zusammenhang hat Bosel den Namen Schulz genannt? Warum hat er die Namen Schreier und & ch u I z erwähnt? Zeuge: Eben deshalb, weil er statt Herrn Schulz Herrn Schreier schicken wollte. Dr. Pla -schkes: Bitte, sagen Sie mir, ob damals, als Bosel von den Angriffen der „Morgenzeitung" gesprochen und erklärt hat, er werde sich bestimmt finden, aus dem Judentum ausmtroten, Stricker aufstand und eine Geste machte, um zu gel'en? Z c u g e: Ja. - Dr. Braß: Haben Sie mit Herrn Schreier gesprochen? Zeuge: In einem späteren Zeitpunkt und in einem tn.de re n Zusamnien-h ang. Nächster Zeuge ist der Chefredakteur Julius Löwh der „Wiener Morgenzeitun-g". Bors.: Es ist bei Ihnen einmal Herr Schulz erschienen und wollte von Ihnen eine Unterredung in der Angeb'gricheit Stricker-Basel. Was hat Herr Schulz gesagt und was haben Sie darauf geantwortet? Zeuge: Ich bin am 1. April von der Redaktion vom „Tag" angerufen worden. Am Apparat meldete.sich Herr Schulz. Er sagte, ich habe mit Ihnen eine sehr dringliche Sache zu besprechen. Ich antwortete, ich bin jetzt mitten in der Ar beit, kann ich Ihnen nicht vielleicht in der Nacht zur Verfügung stehen? Darauf sagte er: Damit Sie sehen, daß die Sache sehr dringlich ist, schlage ich Ihnen vor, ein Auto zu nehmen und in die Redaktion zu mir zu fahren. Ich antwortete: Ist die Sache wirklich so eilig? Ich schlug ihm vor, gegen 10 Uhr in der Universitätsstraße in einem Kaffeehause zusammenzukommen. Herr Schulz ist aber schon gegen 9 Uhr gekommen und ich führte ihn in das Comptoir der Druckerei, 'bot ihm Platz an und er sagte: Sie werden staunen, wer mich zu Ihnen schickt. Auf meine Antwort hin, das wird doch nicht so schwer zu erraten sein, der Name fängt mit B. an — ich glaubte, er meinte Bettauer —, sagte er: jawohl und hört mit l auf. Also Bosel sagte ich. Herr Schulz fuhr fort, sa Bosel. Ich habe den Auftrag, mich mit der „Morgenzeitung" in Verbindung zu setzen. Ihr lttingt da seit einiger Zeit scharfe Artikel gegen Basel. Er verträgt solche Dinge nicht, seine Nerven sind dem nicht gewachsen. Es wird doch'eine Linie geben, ans der man sich treffen kann. Ihr Blatt ist doch das Organ einer Partei, vielleicht hat sie Bedingungen cmfzustellen, vielleicht einen Geldbetrag nennen ... Ich fuhr dazwischen: Die Frage, um die es sich hier handelt, ist eine politische, keine wirtschaftliche, und ich fügte hinzu: Sie wissen ja, was wir Journalisten in diesem Zusammenhänge unter wirtschaftlich verstehen. Die Revolveridee müssen Sie fallen lassen. Herr Schulz sagte: Wo Sie dabei sind, kann doch von einer Revolverei keine Rede sein. Aber ich wiederhole, vielleicht läßt sich doch -eine Linie finden. Ich antwortete Herrn Schütz, ich bin nur das Exekutivorgan einer Zeitung. Wenn Bosel von den Zionisten etwas will, muß er sich zu ihnen selbst bemühen, ich hübe hier nur meinen Dienst zu versehen. Darauf fragte er mich: An wen muß man sich wenden? Ich sagte, an Stricker. Er wollte ihn noch ( am selben Tage sprechen, doch ich wußte nicht, wo er austufmden fei. Da bat mich Herr Schutz, eine Unterredung mit Stricker zu vermitteln. Ich sagte dies zu. Er sagte mir noch, ich solle ihn um 1 Uhr mittags in «der RedcvMon des „Tag" aufrufen. Ich begleitete Herrn Schutz noch ein Stück und es schloß sich noch ein Privatgsspräch an. Unterwegs sagte er mir, eines möchte ich Sie noch bitten, ich habe Ihnen -geschildert. wie Bosel, aussieht, er hängt die ganze Zeit am Telephon. Ich möchte ihm wenigstens dre Beruhigung verschaffen, daß er heute nachts gut Wasen kann. Geben Sie mir die Versicherung, daß heute nichts mehr geschieht. Darauf sagte ich: Also Waffenstillstand? Na wir werden ja sehen. Ich frage noch nach Dingen in der Redaktion des ,Aa-g", er sagte mir, ja der Herr Schreier, der hat es besser, der ist jetzt in Brioni. Am selben Abend traf ich zufällig Herrn Stricker in einer Versammlung. erzählte ihm die ganze Intervention und sagte, daß ich Herrn Schutz an ihn g-ewies enhabe. Heer Stricker war mit meiner Haltung einverstanden und sagte': Verständigen Sie ihn, er kann zu mir kommen.,Am nächsten Morgen habe ich m -der Redaktion der Geschäftsführung, und zwar Herrn Bonldy, Mitteilung gemacht. Vors.: Ich werde an Sie eine Frage richten, auf die Sie mir, keine Antwort geben müssen. Ist Ihnen bekannt, daß Herr Stricker jemals in der Redaktion darauf Einfluß genommen hat, daß Artikel gegen Bosel verfaßt werden? Zeuge: Ich nehme in diesem Falle von dem Redaktiorrsgeheimms Abstand. Die Artikel sind unter meiner Beranwortu-ng als Chefredakteur erschienen. HerrSricker hat diesen Artikel mit keinem Wort und in keiner Weise inspiriert, kein D et a i l h i n z -u g e f ü g t, u n -d i b-n nich t z um Dr-n ck befv rd ert. Er hat erst nach seinem Erscheinen davon Kenntnis erhalten. Der Verfasser steht als Zeu-ge zur Verfügung.' Dr. Plaschkes: Ist von feiten des Herrn Stricker bezüglich des Herrn Bosel ein allgemeiner Auftrag an die Redaktion oder ein spezieller in diesem Falle ergangen? Zeuge: Nie. meiuesWiss-ens n i-e.' Dr. P-l-as chkes: Hat Herr Stricker an den Redakt-ionskonferenzen teilge-nornmen? Zeuge: Nein. Dr. Plas chkes: Wie sind die Artikel zum Druck befördert worden? Zeuge: Dr. Rosenberg hat sie geschrieben und mir in allgemeinen Zügen beiläufig den Inhalt bekanntgegeben. Er hat sie in seinem Privatbureau diktiert und selbst' in Satz gegeben. Dr. Braß: Bitte, sagen Sie mir, kommt Herr Stricker täglich in die Redaktion der „Morgemeitung"? Zeuge: Oft wochenlang nicht. Er ist als Chef der Partei außerhalb der „-Morgenzeitung" viel mehr tätig, als innerhalb der Redaktion. Diese ist so konstruiert, -daß die wichtigsten Ressorts seinen Parteifreunden anvertraut sind, ans die er sich unbedingt, verlassen kann. , Vom Standpunkt der Redaktion bedauerere ich es. daß icheine Feder von solchem Temperament nicht jeden Tag zur Verfügung habe. Dr. Braß: Bei der letzten Verhandlung hat Herr Stricker erklärt, daß ohne -sein Wissen nichts erscheinen kann, 'was wichtig ist. Zeuge: -lieber die Wichtigkeit einer An-galegenheit gehen dre Ansichten -auseinander. Er hat wohl zionistische Angelegenheiten gemeint. Die Angel cg e nheit Bose I wurde von der Redaktion allein behandelt. Bors.: Hat er bei den Redaktionsbesprech-ungen den Auftrag oder die Anregung gegeben, mau möge Bosel angvenfen, um ihn kirre zu machen, um ihn zu einer Spende zu bewegen? Zeuge: Nein. Er war ja gar nicht bei den Redaktionskonferenzen. Dr. Braß: Hat Stricker eine ans diese Angelegenheit abzieleude Aeußernng getan? f Zeuge: Es müßte mir bekannt sein. N i e. _ Dr. Braß: Halben Sie von der Unterredung Mischen Stricker-B-osel in der Zwischenzeit gewußt? 3 e itig e4 Ich konnte es annchmen, habe mich aber.weiter nicht dafür interessiert. Dr. Braß: Wußten Sie von dom Erscheinen des zweiten Artikels am 13. April. Zeuge: Ja. Dr. Bra-ß: Haben Sie vorher gewußt, daß Un-terhaMung-en zwischen Stricker und Bosel im Gonge, sind? Zeuge: Ich konnte es nur annchmen, da ich nie Jn!sormationen bekam. Ich n-cchm a-n, daß etwas geschehen sei, da doch Herr Schutz bei mir war und von mir an Herrn Stricker gewiesen worden war. Was geischchen ist. wußte -ich nicht und habe mich auch nicht darum gekümmert. Wenn etwas -geschehen wäre, hätte ich doch einen Einfluß nchmen '"üssrii. Dr. Braß: Haben Sie die Artikel Dr. R-osenbcrgs gekannt? Zeuge: Dem Inhalt nach ja. Dr. Rosenberg sagte mir- , ich schreibe heute das und das. und ich war einverstanden. Der nächste Zeuge Herr Karl Franz Bondh gibt nach Abgabe der Gen-erÄien auf die Frage des Vorsitzenden, w-as ihm -über dir Unterredungen Mischen Schulz und Löwh bekannt -sei. -au: Am.nächsten Tage ist Herr Löwh zu mir gekommen und hat, mir -über seine Unterredung mit Schutz -berichtet. Ich halbe sie zur -Kenntnis genommen und keine Deranlasfung gehabt, in dich er -Aug-clagetcheit etwas zu -tun» Dorf.: Welche Funktion haben Sie bei der ^Wiener Movgenz-eitung"? . Zeuge: Ich vertrete die Majorität dev Antei-lschviirbesitzer und bin leitender Geschäftsführer.. Vors.: Es.ist Ihnen bvk-amnt, daß einige ArMel erschienen sind, welche geigen die Geschäfts-gelbarung Bösels gerichtet sind. Ist Ihnen bebannt, ob Stricker auf dos Zustandekommen und die Drucklegung dieser Ärtt-Eei irgend welchen Einfluß genomm hat? Hat er irgend welche Entscheidung gesalbt? Zeuge: Nicht im geringsten. Er ist inkeine» Zusammenhang mit den Artikeln gekommen. Rach «dem Erscheinen des zweiten Artikels hat er mit mir darüber gesprochen und mit einer ärgerlichen Handbeweg-ung gesagt: Das hätte -nicht erscheinen sollen! Ing. Stricker: Bevor ich zu Bosel -gegangen bin, halbe ich Sie davon verständigt. Welche Motivierung habe ich gegeben, nachdem wir beide darüber übereingekommeu sind, daß das Verhalten des Herrn Löwy vollkommen korrekl war, daß sich die „Wiener Movgenzeitung" in keine Unterhandlungen einlass-e? Welche Motivierung dafür, daß. ich eventuell trvtzdem eine Einladung B-ofels amrchme? Zeuge: Nachdem Herr Löwy mir berichte* hat, habe ich Herrn Stricker verständigt und erklärt, daß ich mit der Ablehnung Löwys, -in Unterhandlungen mit Bosel eänzugehen, .einverstanden bin. Stricker war telephonich . damit einverstanden. Er billigte vollständig den Standpunkt Löwys und erklärte, wenn Basel ihn als Var-tejoibmann sprechen wolle, dann werde er nichts dagegen haben. Ing. Stricker: Habe ich Ihnen ge-ßcvgt: Ich tue es deshalb, weil endlich Gelegenheit gegeben ist, einem Juden . . . Zeuge.(rmtcribrechend): die Meinmcg -aller Inden über das VeHalten Basels zu.sagen. Aus der einen Seite U nt e > stützung . direkt h akenk reuz-le r is ch e r- G e ijinnu-ng, ohne aus den Numerus clausus, dm an der Universität gch-andhM wird, irgendwie Einfluß zu nchmen. Das Hot in der ganzen jüdischen Welt Verstimmung bervorgervisen Mit B-e- Aug darauf, hat Stricker die 2l>bsick>t g-chäbt. dos dem Bosel zu 'lagen. Er erklärte, die G e i e l l s ch' a f t. die u m. B o s e l ist, ist derart antijüdilsch gesinnt, daß ich vor chr mit.Bol'sl keine Untecha-Mungen führe, andererseits wolle er -nicht allein sprechen, sondern in.Begleitung, die eine genügende Gewälkr bietet. Dr. Plas chkes : Was für eine Gewähr? Zeuge: Daß das Ganze srriös -ist. : ' Ing. Stricker: Halbe ich nicht gesagt, daß das auch eine Vorsichtsmaßregel ist? Zeuge: Selbstverständlich. Dr. Braß: Wissen Sie vo-n den Artikeln Zeuge: Nein! Wenn diche Artikel d-urch Stricker beeinflußt worden wären, so hätte ich am Vormittag des nächsten Talges davon erfahren. r Ing. Stricker: Haben Sie den Bvsel-Ariikel als eine heikle Sache betrachtet? Z-eu-ge: Min. (Bewegung auf der Seite der Dertei-digun-g.) Dr. - Plaschkes : Die W-ahrheit kann man auch über. Herrn Bösel sagen. Das ist keine heikle Sachr. Redakteur Dr. Max Rosenberg wird vom-Vorsitzenden befragt: Es sind einige Artikel. eiv schienen, welche gegen Bose-l gerichtet waren. . Ist Ihnen bekannt, ob der Priva-Mäger Striäer aus das Zustaüdskommen -oder Erscheinen -der -Artikel Einfluß -genommen hat? Zeuge: Stricker hat nicht den geringste-n- Einsluß aus die beiden Artikel genommen, die von mir, -ohne von irgend jemanden beeiuplußr zu sein,' versaßt würben." Es sind die Artikel vom 1. April und 13. April Ich habe beide - Artikel nicht ei-nnral im -Redaktioirsraume geschrieben sondern -in meinem Privatbur-eou meiner Sekretäri-r diktiert. Erst als ich sie in 'der R-edakti-ou zur Drucklegung befördern ließ, hat -S e k r e t a r D r. Schmitz in dm ersten Artikel Einblick genommen, der -die Ualerschrist führt „Rückzug Basels aus die Hrndenburg-Linie" . Er.hat ihn gelesen, weil er ihn interessierte, ohne daß er auch nur eine Wendung des Artikels bömängelt hätte. V o r s.: Haben Sie vor der Bchörderung der Artikel.zum Druck mit Herrn Stricker gesprochen^ daß die Artikel erscheinen oder daß Basel angegriffen werden soll? . Z ein g e : -N ei n! Ich halbe mit Herrn Stricker ziemlich selten gesprochen. Ich habe mir sofort bei Eintritt in das Bl-att sie rmalbhäugilg-e Führung des volkswirtschaftlichen Teiles vorbchalten Ich habe die Artikel g-efchrieben, weil. sie äußerst -aktuell waren, besonders als ich sah, daß auch a n d e r e Blätter sich mit dem Problem befaßten. Ich bilde mir nicht em, originell gewesen zu fein. In beiden Artikeln habe ich mir zwei Artikel -anderer auch in vo-lkswirtschaftlichen Kreisen cm*" -gesehener Blätter zur Grundlage -genommen. Für den -ersten ArtAel diente mir der „B ol-k'sw rrt" vom 29. März ols Gvundlage, in welchem alle die Gegenstände, di-e ich erst -breiter gelschilldevt halbe, kurz bchandelt sind. Ich habe dvnlse-lben Artikel ckbgedruckt und nur kommrentiert. Mit Rücksicht auf die Er« fahrunig, die ich aus der Börse gesammelt halbe, um de-m Leser genau zu sagen, woher der Artikel kommt.uud um zu zeigen: das ist Plörsenme-inung! habe ich hinzugelfügt: ,,-Aus Börsenkreisen Äird uns gelschvieben". Den zweiten A-rtikel habe ich gesch-rieben, als schon allgemein publik war, daß zwischen Basel -und der alten Finanz ein Zweikampf ansgebrochen war. Dicher Zweikampf war das Tagesgespräch und h-a-t dazu geführt, daß die Kurse surchtlbar h i-n abs a usie n. Es herrschte damals die Meinung an der Börse, das Stützungskomi-tee habe erklärt: „Mir können Bosel seine Aktien nicht abn-ehm-en", Das halbe ich nicht nur va»r einer Söite gchört. Ich habe es sogar von M-itgliederm des Stütznugskomitees gchört. Darüber, daß das alte Kapital gegen das junge Kapital scharf vorgche, filldet man auch in einer Rede, dir der Börserat St nasser im Bövsever-e.in gchalten hat, eine Anldeutuvig. Sie ist im „Neuen Wiener Journal" enthalten (verliest -auS dem „Neuen Wiener Journal": „Bosel ist ein Problem für die Böri-c, er ist gezwungen Aktien Zu verkaufen. Siyghardt u>id Rochschilld känrplfen gegen den jungen Mann, dessen Anstieg rasch war, der ober kein Berantiwortnllgsg-esÄhl hat. Der Kampf gegen Beols sp-elt sich ans Kosten der Börse a-b." Der Artikel ist vom 8. Mai datiert. Dr. Pl asch-ke s : Hat damals irgendeine Vereinbarung' mündlich, s-ch-ristlich oder stillschweigend zwischen den Zeitungen bestaicden, daß Bolsel nicht angegriffen werden soll? Zeuge: Nein, mir ist von einem solchen Ucher-ein« kommen nichts bekannt. Ich habe Mch -nicht von anderen BoWwiittschalftll-ern gchört, daß in diesem Sinne an sie -herangetreten worden wäre. Dr. Plas chke s: Haben Sie bei der Niederschrift deS ersten oder des zweiten Artikels den Auftrag erhalten oder irgend eine Mot-rvierun-g zur Kenntnis genommen, daß Sie die ArMel schreilben sollen,' um durch sie aus Bosel für ft» -nanzielle Leistungen einzuwirken?. Zeuge.; Ueir^.