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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-05 · Heft 1935 (5.7.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1935 (5.7.1924)
Date
1924-07-05
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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) «Mit» .. ggTcnnr ^wrgenMlttmv«! Die letzten Kurse. RodiodreE der „Wiener Marge nzeitung".l 4. Aus der heutigen Londoner Wrie . er- Vr sranMiicben Renten undde- Der zerschlage« 0. fjfttJt TDOsr den StANdpnnkt Frankreichs ... ...u erft&etttt' Der vom Londoner Auswärtigen Amt verfochtene Ltz. das Entscheidungsrecht über Deutschlands eventuelle äugen .gegen den Daives-Bericht der ReParatronWArnrifftml zu'nehmen -und einer anderen objektiven Körperschaft M übertragen, hat m Paris starken Widevftandn Mfunden. Fqlls M. dieser- Frage kein Kompromiß erzielt werden sollte, befürchtet man' in' politischen Preisen in London, daß der rMze.it.ige Zusammentritt der Londoner Beratungen, ja die Konferenz seihst gefährdet erschaut. ' ' London. 4. Juli. Die Bei,e 4yqr der bescheidenen Umsätzen fester. Eriche'Kriegsanleihe ^votierte 101. 125. UntergrmMbahnaktien waren wegen der befriedigenden Dividende steigend, führende Petrolenmwerte ebenfalls. Die offizielle MittÄlung, daß China den Ainseiu^ensi u>,ld d>^ Amortisation der Anleihen wieder cmfnimmt, brachte eine Besepignn'g der chi-- ''MpMtzS-.sir'dHr. letzten Wochen wegen der MWschen'Emkärrfe der informierten Kreise bereits gestiegen wärest 'Mär; dieses Jahres strich der Börsenrat die Notierung der AnleihLn'von 1896, 1898 und 1911 wegen der unterbliebenen Zmfenzahlung. Die Notierung wurde heute wiedere ausgenommen. /'Französische Renten waren schwacher, ebenso wie der. Franken, weil der Protest gegen' die UebertraAtng des EHcheidunsgsr-eöhtes Mer DeüffchlandS Treu und Machest ^vvsi der'Reparationskommission auf eine andere objektwere Körperschaft,' wie sie das Außenamt vorschlägt, in Paris starken Widerstände findet und den Erfolg der alliierten Konferenz,-ja selbst den .Zusammentritt dieser' Beratung gefährdet. 'Deutsche' dreiprozeii-tige Anleihen, waren .erholt, cnrs 2t Bukarefter Devise weiter entwertet bis 1085. Öooöoit^ l. Suli. An der hentigen Börse notierten Prager Anleihe 69,50. Skoda 89, Bankverein 7.9, Bodenkredit 18. W e ch {e.l k u r s c: Neiv-Zvrk 4,33, Paris 85,05, Briiffel 96,375, Berlin 18,125 Billionen, Ehrlsttauia 32,325, Stockholm 16,32. Kopenhagen 27,325, Schweig 24,30, Amsterdam 11,4975, Finnland 172,75. Nom 100,825, Madrid 82,875, Wien 307,900, Prag 147,25, Warschau 22,55, Athen 255, Sofia 600, Bukarest 10,85, Konstantinopel 855, Budapest 340.000 bis 360.000, Riga 22,44. OesterreichischeAn leihe 89, tschechische 98,50, Chinesen von 1898: 80, 1912 : 69, 1913: 73,50, Royal Dntch 30,75, Shell 4,1875, Central Mining 11, Debeers 12,425 Diämons 16,6, General Mining 12,9, Rio Tinto 33. . . Metallmarkt: Kupfer Standard prompte Ware 60,15 bis 60,17,6, dreimonatige 61,15 bis 61,17,6, Elektrolyt 65 bis 65,10, . Zinn Standard prompte Ware 225,5 bis 225,10, dreimonatige 226— bis 226,5, Blei englisches 33,05, ausländisches 32 bis 29,10, Messing ausländisches 31,15 bis 31,10. - Baumwolle:. Liverpool: Fullmiddling 16,52, amerikanische Termiljware 1 Punkt niedriger bis 1 Punkt höher. 11 Uhr: Lo bis 7 Punkte niedriger, mittags 13 bis 8 Punkte niedriger. 2 .Uhr 15 Min. 15 bis 9 PMkte niedriger. Juli 15,62, OLober 14,09, Jänner 13,66, März 13,60. Umsatz 4000 Ballen. Aeghptische-20 bis 5 Punkte niedriger. ' Lottdsst, 'Juli. D e v i s e n s ch l u ß k u r s e, Wiest 308.000, Prag 147.25, New-Hork 4,32-/., Paris 85.35, Brüssel 96,375, Rom 101) : Zürich 24,30, Madrid 32,865, Amsterdam 11,495, Kopenhagen -27)375, Christiania 32,305, Stvckholck 16F25, Helsmgfors 172,75, Berlin 18,125 Billionen. Prag, 4. . Juli. Die Wien der Skodawerke stehen seft einigen Tagen!m Mittelpunkte des Interesses und die freundlichere Stimmung au der Börse kam in ihnen zuerst mrd am nachhaltigsten zur Auswirkung. Ihre über die allgemeine Besseiwig hmalisgehen.de Aufwärtsbewegung wurde durch Gerüchte begünstigt, die davon wissen wollten, daß die Forderungen der. Skoda-Werke gegen das ehemalige Militarärar in der nächsten Zeit mit einem Betrage von 150 Millionen Kronen befrredigt werden sollen. Wie das „Prager Tagülatt" aus authentischer Seite erfährt, entbchren diese Gerüchte insoferne einer.Grundlage, als die. Verhandlungen des Finanzministeriums mit der Schwerindustrie, die nunmehr seit drei Jahren geführt werden, noch nicht abgeschlossen sind. In den seinerzeitigen Beratungen beim Liquidationssenate in Wien erhoben die Skoda-Werke^ gegen das srüheve Mrlitärärar einen Anspruch .in der HÄhe. von rund einer Milliarde Kronen, welche vom Liquidierungsamt mit 500 Millionen sestgestellt, aber nicht zuerkannt wurden, weil der Senat den Grundsatz vertrag, daß der Schaden infolge des Verschwindens des Schuldners von den Lieferanten mitzutragen sei. Die tschechische Regierung Hat sich nach langwierigen Verhandlungen dazu verstarcheu,.. eine» Teil dieser 500 Millionen in Skoda-Werfe zu restituieren, ohne daß. bisher über die Höhe ds Betrages eine Eimgung erMt wuck^, da die Ansichten der Industrie und der Regierung stark ausemcmdergingen. MÄ 150 Millionen Kronen, von denen die Gerüchte sprechen, scheint Mer der Betrag, me echaNest-Men. zu hoch gegriffen zu sein. Gegenwärtig wird im Finanzministerium ein Gesetzentwurf bearbeitet, Mt welchem die Forderungen der Industrie überhaupt gogenWer dem Milftärärar beglichen werden sollen Ein konkretes Angebot wurde noch nicht erstattet, doch scheint bereits festzusteyeu, daß den einzelnen Firmen Renten cnrsqefolgt werds^-Me. Vom tschechischen Staat omittievt, ihnen an Zah, lungstatt^ Mgchen werden sollen. Ueber den Ansfuß dieser Renten^ift tebenfowemg wie über die gesamte Nommalhohe erne -.Abmachung getroffen worden.BMKPZ BFVKPZ SK der len emzelnen Unternehmungenauszufolgenden Renten en«.Abmachung getroffen worden. Jedenfalls 'wiirde der Kirrrswert der Renten selbst bei Abnahme fünsprozentiger Titres '-in Anbetracht der gegenwärtigen Ikurse der Staatsvaviere lveunter^Pavl^slch bewegen. Der Gesetzentwurf sott in der HervKesMr Dem .Parlament vorgele-gt .werden. Dieser Ersah der Forderungen ^der Skoda-Werke gegen das Mrlitärärar hat nichts-gemem mit den einigen hundert Mllionen KassenschLiuen. dfe das Unternehmen im Vorjahre an Zahlungsstatt von 2$*™« N'r s^ne Lieferungen anläßlich der slowakrfchen MobÄrsterung erhalten hat. ' Paris, 3. Juli. (Radio.) EffektenMußkurst. Banane de ^ce A-agobanka 410.- Credit Lyonais 16.00, Suez 14,380, P^tiue 609, Dabrowa 791, Banqne Ottomane 794- Central, Rrnivg 950, Rio Tinto 28,20. Le Naphta Russe 419, / Succerie d'Ewpte 1116, Bako» 27,12, Eautchoucs sin 159,— Chariered 50,—, Debeers ordin. 10,73, - Goldfields 82.50, Huanchakas 351, Jägers Fontain 262.50, Malacca ordin. 160,50, Maltzoff 450, Mexican Eagle 76.—, Padanq 889,-, Rand Fontatn 92.50, Randmiye 268,50, Silva plana 178,—. Tangantnka 166.— Tubice soie 666.—, Utah Copper 1470, Shell 364.—. Royal Dutch 26,350, Burnrah ' PartS, 4. Juli. Wechselkurse: London 86,15, Rew-Iyrk 19,6S, Wien kein Kurs, Prag 57,70, Bukarest 7,80. Gestern endlich konnte der Än Bettaper über höheren Auftrag erhobener: Erpressurrgsibeschuldiignnh gegen Ro» Sert Stricker der Wahrheit freie Bahn geschaffen werden. Es war kein kleines Mück Arbeit, dies zu erzielen. In dem krrrzen Zwischerrraum von acht Tagen, der zwischerr der am 28. Juni uuterbrocheneu Verhandlung und ihrer gestrigen Forfführung lag, regnete es von Anträgen der an der Erbringung des Wahrheitsbeweises interessierten Seite, die alle den Zweck einer neuerlichen Verschleppung offensichtlich bekundeten. Das hat alles nichts genützt. Die Frage, di-e zu beantworten tvar, lautete einfach: Hat Herr Stricker mit Hihse von Artikeln -der „Wiener Morgenzeitung" eine Erpressung an dem Präsidenten der UnionbaÄ Siegmnnd Basel verübt? Diese Frage wurde in der präzisesten und bündigsten Form beantwortet: Nein. Em Zeuge nach dem anderen trat vor und/verneinte disse Zentralfrage. Der Angeklagte nmßte, wollte er eine hohe Strafe' vermeiden, die Ehrenerklärung anbieten und im Gerichtssaal alles zurückziehen, was er bei der ersten Verhandlung im Zwang des Kreuzverhörs zu Protokoll hatte erklären nmssen. Die gestern abgegebene Erklärung larltet: ,^Jch habe mich durch die Ergebnisse des Belveisverfahrens überezugt, daß die von mir gegen den Privatkläger, Herrn Ing. Robert Stricker, erhobenen Bsschrildiguugen jeder Grundlage entbehren und unbegründet' sind. . Ich stehe nicht an, zu e^lären, daß ich gar keinen Grund habe, dem Privatkläger irgend eüvas Unanständiges und Ehrenrühriges vorzu-werfen. Ich bedaure daher die Vorfälle, indem ich die von mir getanen Aeußerungen zurücknchmc und ersuche den Privalkläger um Entschuldigung." Das ist das melancholische Ende der mit so großen Hoffnungen' begonnenen Kampagne gegen Robert Stricker, in dessen Person die Zionistische Organisation und die „Wiener Morgerlzeitnng" diffamierend getroffen werden sollte. Zu der gestrigen Verhandlung, die wieder in dem Gebäude des Strasbezirksgerichtes in der Schiffamtsgaffc stattfand, hatte sich ein außerordentlich starker Andrang des Publikums gezeigt. Für 10 Ahr vorrnittags war der Beginn der Verhändlung angesetzt. Schon eine halbe Stunde vorher waren die Korrfdore vor dem Verhandlungszimmer 29 so dicht gefüllt, daß sie gercmmt und durch GerichtMener abgesperrt werden mußten, mn stir Richter und Zengen eine freie Zirkulation zu ermöglichen. Um 10 Ahr eröfsnete LandesgerichtsratDr. Manfred Arj e die Verchaudlung, deren DurMchrung für Me Anwesenden infolge der drückenden Hitze fast zu einer unerträglichen Marter wurde. Die vorgeladenen Zeugen waren voltzählig zur Stelle. Nur Siegmund Bose-l nicht. Der Richter kovstatierte, daß die Vorladung au ihn ordnungsmäW ausgewiesen sei. Vielleicht wird es an-gezeigt sei», diesen „Geldfürstew^ zu belehren, daß GÄd nicht Mer die ErMung einer Pflicht Hinweghelsen kann. So weit darf es doch nicht kommen. " , Für den Angeklagten war statt des Rechtsawrvaltes Dr. Sch nepp, der bisher für ihn interveniert hatte, gestern der Anwalt Dr. Braß eingetreten. An der Seite Strickers nahm wie bei allen bisherigen Verhandlungen Genreinderat Dr. PI a s ch k e s Platz. Nach einem kurzen Resume des BerhaMungsleiters Dr. Arj e nahmen die jmÄffchen Vertreter der Parteien ReWütwliemngen des Standes der Angelegenheit vor. ' ‘ Gemeinderck Dr. Plaschkes) führte aus: In der ersten Verhandlung hatte B-ettauer erklärt, lrch war es >nrei>uem Cheif Sch-reier schumidijg, da er wegen des mir zngMMgteu Schutzes von Stricker ein feiger Verleumder genannt worden war, mich jetzt für ihn in die Brosche M stellen, und nachzuüveHsM, daß Stricker ein Berleumer ist, ich halte das, was Schrei« von Stricker gesagt hat, aufrecht und werde es 'böweisen. Das waren die Umstände und die Pagendienfte gegenüber Herrn Schreier, daß Beitouer vor dem Richter, und ich spreche hier unter Kontrolle des Gerichtes, aus-drücklich gesagt hat, er werde aller-eweffe«. ■- < Ob das Notumstände waren^ wenn sich Bettauer dem; Herrn Schreier gegenüber verpflichtet fühlte, überlasse ich ruhig der Auffassung des Gerichtes. Eines muß nur hervoraehoben werden. Der Vertreter der Gegenseite sagte, die A ft sä re B o fei - „M o r g e n'z e i tun 3" habe mit dem Artikel vom 1. April ibegonnen und sei am 13. April fortgesetzt iporden. Der erste Schuß war wirkungsvoll und der zweite am 13. April noch wirkungsvoller. Ich habe mit aller Raschheit aus den mir zur Verfügung stehenden Exemplaren der ,Mieuer Morgenzertnng" mir eine einige wenige Notizen heransgehoöen. die im Laufe der Zelt auf Basel Bezug nehmen und die vom oollswirtschaftlichen Redakteur geschrieben sind: Am 6. Se;ptember' 1923 „Die Verhandlungen Bosel-Korsanth", am 5. DezMvber 1923 ,Mosel in London", am 10. Februar 1924 „Das Duell Bo'stl und die Banken". Auch in anderer Beziehung hat sich die ,Miener Morgeuzeituug" mit Bafel eingehend besaßt, und es wird dem Fleiß: des Vertreters der Gegerrseüe obliege», >die Artikel herauszufiuden. die seit Bestand der ^Morgenzel« tuncfd beziehungsweise feit dem Jahre 1920 mit Bosel sich in wirtschaftlichem Sinne lbefaßt haben. Was die Behauptung betrffft, 'daß Stricker pe^önlich mit Bosel sprechen wollte und daß er die Unterredung mit Bosel veranlasst hat, so muß ich daraus Hinweisen, daß die Unterredung Strirker-Epler mit Boje! auf wiederholte Bitten seitens des Herrn Schulz und Bosel erfolgt ist. Es ist ganz abs,urd, daß bei dieser Unterredung zwei Milliarden verlangt oder daß überhaupt vom zwei Miluarden gesprochen wurde. Sie werden staun-en, wie kurz und bündig die Unterredung Slrtcker—Bosel gewesen ist. Eines muß ich sagen, der Vertreter der Gegenseite hgt uns m ctg'teilt — und »das ist das einzige, was er uns richtig nütgeimli vat —7. nämlich haß die Unterredung Bosel—Stricker—Epler mit der Erklärung gemdet hat, Herr Bosel werde mit Bettauerr WmerMnrn». Direktor Epler weite r s p r e ch e n. Das war am 11. Ap'ül. Am 13. A.irrl ist der Artikel-erschienen. Glauben Sie denn, daß Stricker oder Epler oder sonst jemand so' naiv ist. zu glauben, daß Bosel so rasch sich entjschliehen..werde, gl.rubeu Ivtin VnivffMfi Itt .KwtVr Par M Sie denn wirklich, daß ln dieser Frage der Aveite Artikel irgend etwas bezüglich der Leistungen Bösels bewirkt hat? Ich'werk« Ihnen etwas garn anderes beiveisen. Herr Basel hat bereiis Jahre hindurch n cht tnu der zionistischen Partei, sondern mit einem persönlichen M-eunde^ Perhairdlungen gepflogen, um der zionistischen Sach: Irgend eine iLeistüng zu erbringen, «n-. hat niemals, die von ihm pem-achteü Jnsageu eingehalten. Lanize nach diesrr Affäre, als die „Wiener Morgenzeitung" sich rmt Bass! üb:chaupt 'uch: mchr 'befaßte, als Stricker an Bosel! schon oergessen hatte, ist Herr Tyss eu'gekommen und hat erklärt, Basel habe ihm einen Brief gegeben. Herr Tyssen steht mit unserer Gruppe i-n gar keinem ZusWunenhang. er' ift . irc einer anderen Föderation organisiert. Herr Bosel hat dem Keren Hajessod 240 Millionen zugowendet. Die Gegenseite muß beweisen, daß -Stricker diese Artikel inspiriert' hat. Stricker diese Artikel veranlaßt, inspiriert oder selbst verfaßt hat, im allgemeinen und im besonderen, daß er den Austraig zur Verfassung gegeben hat. Sie müssen beweisen, daß Stricker dresen Artikel irgendwie benützt hat, um Bolsel einzuschüchtern. S:e haben . - . den vollen Beweis der Wahrheit > : zu erbringen, daß das Benehmen Strickers gogeuu-ber Basel unfair, abscheulich und einer Erpressung verflucht Ähnlich war.. Wenn die Gegenseite sich-heute/--cmf'Wrund ihres schlechten Gedächtnisses zu her Dchauptnng versterft,- gar kein anderes Blatt sich mit' der Gestion Bosel befaßt hat, so muß ich mich auf ein ihm nahestehendes Matt beziehe^ nämlich auf die „Arbeiterzeitung", welche nach meinem DafKV» halten auch ein Interesse cmr österreichischen - Kredit hat. Auch die ^Arbeiterzeitung" hat Artikel, die sich mit. .Bosel befassen, geschrieben und ein Bild dazu veröffentlicht. W ist. Je Karikatur eines Reiterstandbildes. Unten am Sockel .sicht „Sigi, in Deinem Lager ist Oesterreich". Das Pf-erd stolpert über einen Stein, auf dem das Wort ,-Fvankensturz". stcht. Herr Stricker hat wegen dieses Vorgehens her „Arbeiterzeft tnng". die Herrn.Bosel zu Dank verpflichtet ist, eineil Artikel für Bosel geschrieben, und zwar am IS. April. Er hat ihne geschrieben, es ist kein volkswirtschaftlicher Artikel, -dessen ntizität angezweifelt werden kann. Er sagt,'Herrn Basel: Siehst du, so geht es allen Juden. Erst nimmt man ihr. Geld, und dann läßt man sie über den Franken stürzen, daß sie bei der „Arbeiterzeitung" sich iden Kragen brechen. Dr-e „Arbeiterzeitung" hat sich buch in anderen Artikeln mit Bosel betzlßt, ohne daß Bettcmer den Herrn Austerlitz einen Erpresser geheißen hätte. Es war dies am.13. April in einer Interpretation eines Artikels von Dr. Stoilper. Sie werden den Chefvedaktour und den. volkSwiMchaMchen MhÄteur, hörest und Sie werden der „Wiener MorgenzeitMz* - das R-echt zubilligen müssen, daß sic^ die Wahrheit, sagt. Ich sage Ihnen unter meiner Verantwortung, und ich siche auch im öffentlichen Leben, jedes Wort, das in der „Wiener MorgengestrMg" stcht, ist wahr. Wir stchen auf dem Standsurnkt, oaß eine Zeitung' die Wahrh-Ät zu sagest hat, ohne Rücksicht darauf, ob sie den Herren Schreibe oder Bosel unangenehm ist. Stricker hat «men Artikel «schriebe^ in . dem er Bofelmchr als -dieser er verdielü in Schutz geuommen hat. Wir scheu , dem Wchcheitsbeweis vollkommen rsthig entgegen und es ist uns nur darum zu t-un, -daß die Gegenseite zn beweisen hat, ob Stricker, der Präsident der ZioMffchen OMstffation^ in Gegenwart des Präsidenten des PalLstina-AuOanfostds. Direktor Epler, irgend etwas «tan hat, was nicht der allevstrengsten Kontrolle auf EhrerchaftMeit siastdhalten koimte. Hierauf wird in das Zeugenverhör emgegangen. Als erster Zeuge wird der Nedakteur Schulz vom ,)Datz" ver- .n-ommen. Nach seiner Aussage» in der er über seine Unterredung mit Herrn Stricker mW Julius Lvwy berichtet, tritt eine kurze Pause ein. Um 1 Uhr mittags nimant Landesgerichtsrat Dr. Arje wieder die Verhandlung auf. In Fortsetzung des Beweisverfahrens wird zunächst Herr Bof«el awfgerufeu. Er ist nicht anwesend, da er sich, wie es heißt, m dvrngenden Angeleoenheiten «ach begeben mußte. Der nächste Zeuge ist Direktor SiSMUNd Epler. Borst: Herr Zeuge, Sie halben, mit Herrn Ing. Stricker den PrÄsideniten Bosel besucht. Bitte zu erzählen, was lbest dieser Unterredung vougejfallen ist, wovon die RÄe und was der Zweck des Besuches war. Zeuge: Herr Stricker kam zu uÄr und machte - Mir die. Mi iteilung, daß er von Basel zu sich gcbstden sei wnld - mich beziehen wolle. Wir gingen also ge-meinisam -ü. Bolsel und ich sagte ihm, daß er mich fälschlich in Verdacht habe, als ob ich der Veafaster der Artikel in »der „Wiener Morlgenjzeikmig" gewesen wäre. Bolsel antwortete mir, daß er auch' schon von anderer Seite gchört halbe, daß ich nicht der Verfasser fei, w# sich fteme, dies aus memew Munde zu hören. Bosel sagte, wenn di e Angriffe weiter fort geführt werden, so würde er aus dem I»den-tnm oustreten. Darauf erwiderte S t r ick e r: Halben Sie uns deswegen her? komrnen lassen? und machte eine Brwegu-ng, als. wollte er aMtchen. Boseil verlnenrte; er wolle sich nun ausjsprochen, worauf Stricker erwiderte, er sei der Prälsidont der Zionilstischen Organisation und halbe als . solcher die Pflicht, Jc&ctti' Jrilden an seine Pflicht zu mahnen. Daraulf sagte Bosel, ja, ich bin auch bereit, etwas Großes zu leisten,.werde aber die Angelegenheit mit Herrn Epler anstrggen. Heute ist ein Werktag und ich habe wenig Zeit, ich bitte Sie, Samstag nachmittags zu mir zu kommen. Damit war, wie sich glalube, die Unterredung beendet. Ich bin Samstag nachmittags zu Bosel gekommen und habe eine halbe Stunde gcw>aL1et. Dann ließ, ich dem Prii'sidenten dierch den Diener sagen, ich tvisse etwas ibesserds astznfangen, als in seinem Vorzimmer zu warten. Um acht Uhr Laim ich nach Hause in meine Wohnung und man eriMlte mir, daß Herr Bolsel angerusen habe. Bald daraus 'telephonierte mir Minister OpPenhei me r und bat im Namen des Prösidenieu Bosel um Entschuldigung, daß er verhindert war, mich z>r empfangen, und lud wich ein, am Bonntag vornlittags older Montag znm schwarzen Kaffee zu ihm zu kommen. Ich ailtwqrtete, Herr Minister, ich kann dieser Einladung nicht mehr Folge leisten, stehe aber zu jeder Stunde in nreiner Wohnung oder inmenem Vurequ zuv- Verfügung. Ein paar Minuten charauj ries, mich Herr Bosel p e r s ö n l i ch an, b a t n 0 ch.in a l s nm Entschuldigung und lud mich wioder zu sich.. Ich antwortete, ich «komme unter keinen llnfftänden. Schließlich habe ich mich doch überreden lassen nnd bin Smmtag zu ihm gegangen. Er sagte „Ich will etwas Großes ma'chelU. Ich will einen g a n z e n S t a d t t'e i l \ 11 P a l ä 1t -i nft

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