Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-07-03 · Heft 1933 (3.7.1924) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1933 (3.7.1924)
Date
1924-07-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981016--19558-3006714
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

JBelfc 8 Wien, D'onwerSkag * ©001 Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth isJsrgrl). Der Jüdische Nationalfonds wird s.:me Werbetätigkeit in nächster Zeit in allen Kur- und Badeorten Oesterreichs aufs nachdrücklichste aufnehmen. Es handelt sich darum, an Wen Kreis hrrailzukommen. der nur irgend unseren Zielen « gewinnen ist. Das Wiener Bureau (2. Bez., Zirkusgasse Nr. 83) ejlaubt, daß es hier cjuf die tatbereite Unterstützung aller Gesmnungsgenosstn rechnen darf, und Littet jeden, der unserer Sache dienen will und den Sommer in irgendeinem Kurort verbringt, so rasch als möglich — da§ heißt sofort — Namen und Aufenthaltsort bekannten geben. Die hohe Bervfbichtung, die wir Ussischkiu gegenüber auf uns genommen haben, und die ernste Lage in Palästina fordern gesteigertes Verantwortlichkeitsgefühl und gesteigerte Hingabe an unsere Mtagsarbeit für Erez Israel. ’ . * Erste Matura an der Frauenoberrealschule. Unter dem Vorsitze des Landesschulinspektors Dr., Brommer hat am 30. Juni die erste Reifeprüfung an der Frauenob e r r e a l s ch u l e in Hietzing stattgesunden. Von den ackit Kandidatinnen wurden drei mit Aus z e ich nun g nnd fünf mit Stimm eneinheligkeit für reif erklärt. Diese neue Matura besteht nicht nur aus einer schriftlichen Prüfung, wie die an den anderen Mittelschulen, sondern hat auch einen praktischen Teil. Kenntnisse im Kochen und in der Hauswirtschaftskunde, die Fähigkeit zur praktischen Arbeit im Kindergarten müssen erwiesen werden. * JA Pruth ertrunken. Aus Czernowitz berichtet I. T. A.: Professor G o t t l i e b vom Cizernowitzer jüdischen Itaatsgymnasium, eine der geachtetsten Peinlichkeiten in der^ Bukowina, ist am 25. Juni während des Badens im Pruth' ertrunken. * Ein Weltkriegsdenkmal in Peking. Dem Ung. Tel.- Korr.-Bureau wird aus London aemeld-et: Zirr Verewigung des Andenkens der -Teilnahme Chinas am Weltkriege ist im Zentralpark von Peking eine große Triunqchpforte errichtet worden. Der Hauptbrgen trägt in chinesischen Buchstaben die Aufschrift: „Der Sieg des Rechtes und der Gerechtigkeit." Die Pforte wurde ans den Steinen jenes Ket t e le r-Dem kin a l s erbaut, dessen Errichtung die Großmächte seinerzeit Lhina als Sühne für die Ermordung der Europäer im Boxeraufstande auserlegt hatten. Dieses Denkmal wurde von den Chinesen stets als ein Symbol ihrer Erniedrigung durch die weiße Raste betrachtet und die erwähnte Inschrift soll nun die Revanche Chinas an den Europäern anläßlich des Weltkrieges versinnbildlichen. * Eine amerikanische jüdische Siedlung wandert nach der Ukraine. In Moskau ist, wie I. T. A. meldet, eine Deputation der unter dem Namen „Herold" bekannten jüdischen stckerbausiedlung in den Vereinigten Staaten eingetroffen. Die Deputation führt im Namen der Mitglieder Verhandlungen wegen einer Ansiedlung in der Ukraine. Sie haben ein Uebereinkommen mit einer Abordnung der Gesellschaft .,O r t" in Moskau getroffen, nach welchem den Mitgliedern des „Herold" 9 0 0. D eg ' r t i ne u Land in >er Näbe von Cherson zur Ansiedlung' übergeben werden sollen. Die Mitglieder der Siedlung sind 'bereit, sofort ihre Reise anzutreten, um die Arbeit in der Ukraine zu beginnen. ' , Austritte am dem Zudentum. P.olitzer Annette, geb. 26. April 1903, Wien, Studentin, Stroh gaste-13. Neuer Robert, geb. 4. Juli 1878, Vten, Chauffeur, 10.59«., Gellertgaste 15. Schaff e r Adella, reb. 24. September 1892, Wien, Antiquitätenhändler, 8. Bez., Zosesttabterstraße 27. H e r s ch k o w i tz Hilda, geb. 18. Dezember 1994, Wien, Kontoristin, 8. Bez., Eßerhazygasse 12. Stein 2lga. geb. 27. Oktober 1897, Kgl. Weinberge, 4. Bez., Schaumburgergaste 13. F l ei s ch m a n n Matthias, geb. 22. Juni 1854, Wien, 13, Bez., Gehlingaasse 11. Großmann Ludwig, jeb. 21. Februar 1892, Wien, 13. Bez., Drechslergaffe 46. Weichherz Geza, geb. 2. Dezember 1899, Marikova, Bankbeamter, 8. Bez., Apöstelgasse 36. Stein Markus, geb. 8. Dezember 1871,-Vukovar, Direktor, 4. Bez., Schleifmühlgaste2. Bergmann Gustav, geb. 8. März 1887, Lipnitz, 13. Bez., TrauttmanSborffgaste 52. Dr. D äcker Rudolf, geb. 29. Oktoier 1898, Prag, Arzt, 8. Bez., Tulpengasse 6. Notier David,;eb. 17.. Mai 1886, New-Iork, Privatbeamter, 8. Bez., Buchfeldzaste 13. Fuchs Valerie, geb. 19. November 1902, Prag, . 3. Bez., Reisnerstraße 40. Pretzel Rosa, geb. 24. Mai 1887, Tarnopol, 5. Bez., Margaretenstraße 122. Schäfer David, leb. 3. Juni 187b, Sadagora, Kaufmann, 1. Bez., Riemergaffe 13. Dr. Fröhlich Stellaj geb. 18. Jvni 1699, Wien, RechtSsraktikant, K. Bez., Neulerchenfelderstraße 25. A l t m a »n Rosalie, geb. 7. Jänner 1903, Wien, Hilfsarbeiterin, 20. Bez., Univttsnmstraße 88. Beck Paula, geb. 28. Juni 1894, .Wien, 7. Bez.. Döblergasie 2. Beer Rudolf, geb. 1. November 1863, Proßnitz, Beamter, 20. Bez., Webergasse 13. Drechsler Rosa, geb; 11. August 1899, Czortkow, Fürsorgerin, 7. Bez., Neubaugaffe 84. Schütz Oskar, geb. 10. Jänner 1882, Wien, Bankbeamter, 8. Bez., Jofefstädterstraße 56. Ber an Richard Adolf, geb. 2. April 1897, Wien, Techniker, 1. Bez., Seitenstettengasse 5. Gelbwachs Gabriele, geb. 1. Jänner 1892, Wien, 18. Bez., Währingerstraße 83. Groß mann Gustav, geb. 24. April. 1892, Tarnopol, 18. Bez., Währingergürtel 72. Stur Alfred, geb. 3. März 1695, Leipnil, Elektromonteur, 9. Bez., Humboldtgasse 20. Hammerschlag Auguste, geb. 7. Juni 1393, Wien, Gänserndorf. V a n L e e r Josef Emannel, geb. 31. Oktober 1880, AmerSdorf bet Utrecht, Kaufmann, 3. Bez., Wickenburggasse 23. U n r e i ch Klara, geb. 3. Jänner -1889, Lemberg, Bankbeamttn, 16. Bez., Plenertzasse 24. Dr. D i e r st a y Viktor, geb., 13. Juni 1664, Budapest, Jurist, 1. Bez., Kolowratring 8. H o ch Hermann, geb. 20. Februar 1923, Wien, 12. Bez., Aichhorttgasse 12. Frankel Max. geb. 2. März 1876, Wien, Privatbeamter, 16. Bez., Hofstattgasse 2. Klausner Adele, aeb. 31. Oktober 1895, Wien, Kassierin, 8. Bez., Lerchengasse 2. M a d r i ch August«, geb. 1. Jänner 1898, Glanzhofen, Ciezyn. Schütz Margarete, aeb. 10. September 1895, Wien, 6. Bez., Josefstadterstraße 66. O c z e r e t Erna, geb. 37. Juli 1696, Wien, 6. Bez., Ziegelofengaffe 29. A p t e r Cäeilie, geb. 4. Dezember 1899, Wien, Beamtin. 19. Bez., Hetligenstädtersttaße 81. Stein Elisabeth, geb. 14. Dezember 1908, Wien, 3. Bez.. Jaequingasse 23. Lackenbacher Robert, geb. 13. Februar '917, Wien, 17. Bez., Siedlung Kruzwien. Vereine, Tortrirge und Betsammlmizen. Jüdischer Hochschulausschuß. Die Verb and 8 aussitz u ri g für den Monat Juli findet SamStag, 12. d., r nachmittags, in der Meusa aeademica, S, Bez„ Zimmermannplatz 8, mit folgender Tagesordnung statt; 1. Statut des Studentenheims in der Baracke 33, 2. AenderMg der. Zudäastatuten, 3. Bericht des jüdischen Höchschulausschuffes, 4. Eventnasta. Der Jüdische Etternverein für den 9. Bezirk veranstaltet -tag den 13. d. ein großes Gartens e st Eine Anzahl htter Kunstkräste, das Hakoah-Orch ester und der > i s ch e Gesangverein wirken Lei dem Feste mit, t ReinerträgM der Ferienkolonie für b e« f t i g e jüdische K i.n d e r zufließt. Karten . bei S w i t, 1. Bez., Rotenturmstraße. und am Kaffenschalter der ner Moraenzeitmia", 2. Bez., Taborstraße 1—3. .W^ner . 8,. Mi Mt,, „ Hr. IM Bühne und Kunst „MeMjen Hai gettSrnnt." Theater in der JoMadt. Onkelchen ist ein russischer Fürst mit einem Riesende rmögen. Ansonsten ist er ein Mummel^rets, ein täglich erneuertes . Kunstwerk seines Kammerdieners. Falsche.. Zähne, falscher Schnurrbart, falsches Auge hinterm schwarzen Monokel, Perücke, Mieder und vermutlich Skelettknochen unter den' parfümierten Handschuhen. Göttliche Dummheit und Selbstgefälligkeit, zwei wichtige Lebenskräfte, werden Liefen längst der Erde Verfallenen Körper noch einige Zeit über dem Rasen erhalten. Vermutlich viel länger als jene berechnen, die auf seinen Tod spekulieren. Ein Geschöpf DostojewskyZ, dieser verblödete, täglich frisch aufgetakelte, -noch immer geile und quietschvergnügte. Lastergreis. Marja Alexandrowna will ihn für die schöne Tochter' einfangen. Auch dieses Weib, zuckersüß und unerhört perfid, die Formen der „guten Gesellschaft" meistert und die Kunst der Verstellung, in christlicher Demut jeden Augenblick bereit, über Leichen zu gehen, ist ein Geschöpf Dostofewskh's. Nicht minder Paul, der „junge Mann aus gutem Hause", Onkelchens Neffe -und ebenso dumm wie er, aber — das blinde- Schwein findet doch auch hin und wieder eine Eichel — cm richtigen Augenblick listig genug, Onkelchen vor einer Dummheit zu bewahren und die Hochzeit mit Marja Alexandrownas Tochter zu hmtertreiben. -Onkelchen, du hast deinen Heiratsantrag nur geträumt", bringt er ihm bei. Onkelchen ist mtt Freuden davon überzeugt und sucht das Weite. Das Opfer der mißglückten Intrige, ein trauriges, edles Mädchen, beleidigt, zu tiefst verwundet von der Gemeinheit dieser schmutzigen Gesellschaft, in die sie hin-eingeboren ist, trägt heimlichen Liebesgram um einen jungen, kranken Menschen. Man hört in der vollsastigen Komödie, die Vollmöller aus dem Dostojew'skh-Stoff formte, in einer technisch plump eingefügten Szene einiges über diese Angelegenheit. Diese Mädchengestalt ist zu unwesentlich und zu puppenhaft, um Dostojewskys Schopferhrnd erkennen' zu lassen. Eine'Leiche, im Eiskeller vom Faulen geschützt, durch geheime Wundereffenzen für Stunden zum Leben geweckt — so sieht Gülstorffs Onkelchen" aus. Man hat diesen außerordentlichen Gharakterkomiker von einem früheren Wiener Gastspiel in bester Erinnerung/ Aber diese Leistung stellt alle seine bisherigen in den Schatten, trotzdem diesem hundertprozentigen Norddeutschen das russische Kolorit fehlt. Um diese Pvachtgestalt hat Josef Danegger, der Spielleiter, eine lebendige farbenreiche Aufführung gerundet. Ganz hervorragend Frau M o i s s i - T e r w i n als kuppelnde Mama, von eminenter geistiger Beweglichkeit, nach allen Richtungen lauernd und das gefährliche, hinderni'sreiche Manöver mit verbiMichstem Lächeln maskierend. Sehr bemerkenswert ferner Frau Ha.rt.mann als ordinäre, betrunkene Oberstensgattin und wunderschön, königlich in ihrer herben Traurigkeit Fräulein Binder. Sie gab der Rolle des verkuppelten Mädchens einiges von dem zurück, was ihr der Bearbeiter genonrmen hatte. Ein wenig blaß die Herren F r i e d e l l und Sima und kein glaubw-ürdiges russisches Zimmermädchen Fräulein Spi ra. — Nicht zu vergessen die sehr erquickliche Gesellhhastsszdne des Schlußaktes, von den Hauptdarstellern und den Damen Lewinsky, Streelen und Ostheim vortrefflich bestritten. Diese geglückte Vorstellung wird den Kampf mit der „'toten Saison" mit Erfolg bestehen. OttoAbeles. „Wenn der Hollunder blüht.. Metropoltheater. Mit einer sentimentalen Wiener Angelegenheit, die im Jahre 1764 spielt und auf die Tränendrüsen des Jahres 1924 zielt, hat gestern Direktor Gustav Müller die Sommersaison im M e 1 r o p o l 1 h e a t e r eröffnet. Das Libretto von Paul Knepler und I. M. Welleminsky bringt di« rührende Geschichte zweier rettungslos, trotz aller Hindernisse, für einander vorbüstimmter Liebespaare, die aus der Atmosphäre Wiens über alle sozialen Schranken hinweg den offenen Sinn für Dichterwort und Musik beziehen. Urwüchsige Typen, wie der gütige Volkssänger Stampfl, oder die Innung appetitlicher Wiener Stubenmädchen, beleben das Bild dieser sorglosen Stadt, die däS kostbarste Gut, Zeit, noch in verschwenderischer Fülle ihr eigen nennen tonnte. Die Musik von Paul Knepler erfreut durch die Anständigkeit ihrer Mache, di« ohne, überhebeude Prätention daS Kolorit der Rokokozeit festzuhalten versucht. Reizende Strophen-Chorlieder, das innig« Liöd deS Musikers, ein gut klingewdes Quintett, zarte Melodramen und das wirkungsvolle Annenlied behält man im Gedächtnis. Die Aufführung war ausgezeichnet. Schon di« Dekorationen von der Dheaterkunsttverkstätte in Hamburg und di« Kostüme nach EnWürfen de§ Professors Remigius G e yl i n g vom Burgtheater ließen den Gedanken nicht aufkommen, daß es' sich um eine Sommerdarbietung handelt. Trefflich in Gesang und Spiel war Louise Kraus als reizende Bürgerstochter, allerliebst Mizzi Ni aber- A n z e n g i u b e r als Wiener Siulbenmädchen. Alois R e s n i, ein routinierter, wirkungssicherer Komiker, der gut aussehende Ernst Nadherny, der stimmlich begabte Karl Schulz, Paul Steidtner als würdevoller Hoswa gen erzeuge r sind die Stützen deS guten Ensembles. Kapellmeister Robert Kürmann hatte für eine abgerundete musikalische Einstudierung, gesorgt, Direktor Gustav Müller ftir eine belebty Szene. .Der Beifall des voll besetzten Hauses war stark. -dt. . keim UvtrrbrechNAg der Vorstellungen der Bokroper. Dienstag erschien in der BoKsopsr glvich nach Beginn der Abendvorstellung eine Kommissicm der städttschew Steuer- Ibchövde, welche sämtliche eingegaugenev Beträge zugunsten trer rückstäMgen Lnstlbarkeitsabgade beschlagnahmte. Wir ersahven hierzu von Direiktor StiedrY fol'gendes: Die Volksoper schuldete dem städtischen Sieüerfiskus einen Betrag von ILMilltonen für LüstbatteAsstmer. Da wir Mi der Bszahlnng der Steuer nur sechs Tage im Rückstände waren, ist e§ eigentlich inchegrepflrch, warum die städtische Stenerbchörde gegen uns in dielser Welse vorging. Daß die Volksoper sich ebecho wie di« auderen Theater gegenwärtig in einer mißlichen finaniziellen Lagr befindet, ist wicht zu leugnen, doch sind die Schwierigkeiten kein.rslwe.gs derart, daß man von einer Krise'sprechen kann. Ich ^halbe nmnens des Berwabiunigsrates der BoMsoper A.-G-. ve>n Ovgainifativnen der Künstler und.Anigestellten den Vorschlag gemacht, im Juli eine kurze Unterbrechung der Spielzeit, etwa auf drei Wochen, Eintreten M lassen, wothnend welcher Pause die Angestellten und Künstler ihren Urlaub hätten verbringen können. Da sich während des Sommers infolge der Urlaube stets Schwiericfletten in der Rollenbesetzung ergeben, wäre dies in Mstllevischer Beziehung ein großer Vorteirl gewasen. Die Mitglieder der Bollsoiper wären dabei finanziell keineswegs zu Schaden gekommen, da wir während der UnisNbvechuug der Spieltzeit Wohl nur die halben Gagen ausgezahlt, im Winter jedoch den Rest nachgezahlt hätten. Die beteiligten Organäsationen haben sich jedoch aus prinzipiellen Gründen gegen die Berlwivklichmvg meines Planes gewehrt. . Die Direktion der Volksoper ersucht um die Feststellung, daß di« restlichen Juni-Gagen an das Personal im Laufe des gestrigen Tages teils gezahlt, teils angswiestn wurden. Die Vorstellungen werden sÄLstvevständlich fortgesetzt und es dürfte auch e«ine Unterbrechung der S p 4 e l z e i t n ä ch t e i n t r e t e n. » Die arme Finanzverwaltung von Men. Cs ist bedauerlich, daß die FiuanzveNwaltung der Strdi Wien "keinen anderen Weg als die Pfaardung der Togesrinnahnren gefunden hat, gogenübvr einem Jnistttüt, das der Stadt Wien.untevstcht' unld eigentlich ihr Eigentum ist. Ditzfes Vorgehen dürste mit den JntmÄanen des Bürgermeisters Seitz im Widepspruch stchen, der anläßlich der letzten Jubiläumsfeier des BsftmMs der Volksoper die wärmste Unterstützung der Gemeinde Wien zugesagt hat. Diese Unterstützung kann doch nicht darin bestehen, daß die Dasgesvinnahmen des Instituts gchfLndvt werden! ES bestcht'die Gsfahr, daß die Volksoper sperren Muß, wmn 'das Geld für den täglichen Bedaüf in Beschbaig genommen wird. Es ist antzunehmen, daß die ExKutions-tmoMung nicht vom FlinanzreserLNtlen Breitner stammt und übereifriM Ornue wieder einmal voreilig gewesen sind. Aus den Thratern. Schönbrunner S ch l o ß t h e a t e r. Morim. V.8 Uhr abends, „D i e K i n t> e r". BolkSoper. Heute^ „Der luftige Krieg". Morgen „Die l u st l g e n W e i b e r von Windsor" NeuesWienerStadttheater. Heute» ^/,8 Uhr abends, geht das Volksstück „Der H e r r g o t t s t L t e r" von Maximilian H artwich in Szene. Morgen gelaugt lei Schwank „I m w «i ß e n R ö s f e l" zur Aufführung/ JmEarl-The.ater gelangt morgen Freitag als letzte VorsteLuna in der diesjährigen Spielzeit die Operette „D i e K ü n i g i u d e r N a ch t" zur Aufführung. Freitag vormittags, ^»11 Uhr, findet vor geladenem Publikum eine Matinee des amerikanisch - jüdischen Kn n st t h e a t e r L statt und geht daS Lebensbild „T e w j e, d e r M i l ch mann" mit Direktor S ch w a r z in der Tttlrolle in Szene. Dieses Stück wird SamStag, Sonntag und Montag abenLs, 7*8 uhr, zur Wiederholung gebracht. JmTheaterinderJosefstadt findet Montag. 7. d., l/»B Uhr abends, eine Wohltätigkeitsvorstellung statt, deren Erträgnis Len Hinterbliebenen der in G l o g g n i tz verunglückten Bergleute gewidmet ist. Zur Aufführung gelangt die Komödie „Onkel chdn hat getränmtf'. Von btt Wiener Volksoper. Direktor S t i e d r y hat die Soubrette der Berliner Staatsoper, Fräulein L'sdner, vom Herbst a.n für die Wiener BolkSoper verpflichtet. Theater an der Wien. Die Unsterblichkeit einer ganzen bSingt sein Das Russische Ballett in Paris. Im Pariser Theater des Champs Elysee flihrte das Russische Ballett (Djaghilew) ein neues Werk, .betitelt „8 e Zx a \ tt Bleu" eine Tanzoperette Szenarium von Jean Cocteau, Musik von Darius Milhand, mit großem Erfolg ans. Milhand schuf eine geschmeidige, zarte Musik mit leicht faßbarem Rhythmus und einyänglichen Melodien. Zwischen dieser Musik und den Werken Milhauds besteht kein« Verwün-tsci.'aft. 'aaer am Dirigentensrult iirterpretierte die Partitur me!^erH-aft. Die Choreographie der Frau N i j insk a war prächtig. Neue Perspektiven sur das dramatische Ballett eröffnen sich. Die Russen führten außerdem mit großem Erfolg folgere Ballette auf: „L e s, B i ch e Musik von M. Poulanc, „Le8 Noees" und „Pulcinella^ von Igor S travinsky. ' Holland erhält eine Nationalopcr. Holland, das seit langen Jahren keine eigene Oper besitzt, bekommt im Haag von terbst ab eine nationale Oper. Dirigenr des Orchesters ist lbert van R ä a i t e, der soeben in Paris bedeutend« Erfolge erzielte. Die Spielzeit im Jahre beträgt fünf Monate. Das SanaerpersoMl besteht ausschließlich ans Hollättzdern. Auf dem Repertoire stehen Wagners Rmg, „Tristans „Lohenrin", „Tannhäuser". „Holläirder". weiters . „Samson und ilü", „Freischütz" um» „Tieslond". Die Eröffnung im .... m*»»*-'***^** findet am Dalilü", „Freischütz" und „Tieslond". Die Eröffnung Haager Gebäude fiir Kunst und Wiffenschafteu findet L Oktober statt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.