Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1931 (1.7.1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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/ . __.__ Ass den Äeateril. Schönbrunner Schloßtheater. Morgen, Vl$ Wr, ttD i e £ i tt b c t" von HermMN Bahr. — Der Voryßrkauf für das Schönbrunner Schloßtheater findet nunmehr statt r w Wochentagen an der Kasse der Bündestheater, 1 Bez., Brauner- Maße Ich, von 9 bis 2 Uhr und in der Buchhandlung A. Schäfer, 1Z, Btz., Hauptstraße 7, von 8 bis 1 und von 2 bis 6 Uhr; an Gönn- M Feiertagen an der Tageskasse der BundeStheater von 10 U§ 1 Uhr und an der Kasse des Schönbrunner Schloßtheaters on 9 bis '/,1 Uhr und von 2 bis zum Beginn der Mendvorftellnna. Theaterin der Josef st ad t. Heute, 7 Uhr qhends, Erstaufführung der Komödie in 3 Akten „O n k e l ch e n ha t -g et r ä u m L" nach F. M. D o st o j e w 8 k y von Karl Boltmöller. Volksoper. Heute Strauß' „Der lustige Krieg" in her Premierenbesetznng. — Morgen „B o h e m e . Dar Carl-Theater beschließt die diesjährige Overettenfpielzeit Freitag den 4. d. mit der letzten Aufführung der Operette „D i e K ö n i g i n d e r N a ch t". Samstag den 5, d. beginnt das Gastspiel des amerikanisch-jüdischen Kunstthegsers aus New-Dork. Es gelangt das Lebensbild „T e w j e, der Milchmann" mit Direktor Morris S ch w a r z in der Titelrolle, zur Aufführung. Die E x l - B ü h n e bringt heute, V»8 lihr abends, im Baimund-Theater zum ersten Male das ländliche Lustspiel „Der Ehestreik" von Julius Pohl zur Aufführung. Lustspieltheater. Heute Premiere der Schwankneuheit „D e r k ü h n e S ch w i m m e r" von Franz Arnold und Ernst Bach. Met ropoltheater. Heute, Uhr abends, Uraufführung der dreiaktigen Operette „Wenn der Hollunder blüht" von Paul Knepler und I. M. Wellemmsky, Musil von Paul Knepler. Im Deutschen Bolkscheater beginnt die SommerspielMi mit ainem Schönherr-Zyklius der Cx'lbühne, die ,Karnerleut'". „Erde", ^Sonnwendtag", ,Maulbe und Heimat", „Frau Huitner", „Der Weibenteufel", „Volk in Not", „Die BildfchMtzer" und ,Mnd«rtragöd1e" umfaßt. Für den Gesamt- Mlius <7 Vorstellungen) wird ein Abonnement zu ermäßigten Pressen für alle Sitzkategorien eröffnet. Am 16. August findet hie PKfftnmg der Spielzeit des Deutschen Volkstheaters unter -er neuen Direktion Dr. Rudolf Beer mit der Erstaufführung des noanantischen Lustspieles „Die Freier" von Eickendorfs. in der Bearbeitung von Otto Zoff, statt. Die Berchtesgadener, welche in der Renaissanvebühne ei» GMsPiel begannen, schuhplatteiln, singen, machen Musik. Außerdem und überdies spielen sie Theater. Alses ist urwKMg und doch — bis auf das Schuhp'latteln — nicht sonderlich Waten. Aber das Publikum unterhielt sich und spendete freudig Beifall. Die Schließung der Renaissaneebühne. Gestern blieb die RtzNaiffancMjhne geschlossen, angMich. wie bereits geiMW, Wegen baulicher Defekte, und 'wird agch bis aizf weiteres geschlossen sein. Von anderer Seite wird erklärt, daß finanzielle Schwierigkeiten infolge des Gastspieles der Berchtesgadener ouftauchen, da dieses Gastspiel bisher einen vollständigen Mißerfolg aufwies. Pächter der Bühne ist Herr Oesterreicher, der Konzessionär, der für die fälligen Gehälter die Verantwortung trW, ist Direktor Rodert, ' der gegenwärtig nicht in Wien wellt. t^ Neuimm«, smt dem Jahre 1609 «in sehr ve-rwtzMMeS Mitglied des Johann Strauß-Theaters, ist gestern dHDch gestorben. Der pflichteifrige Künstler ist auf der Rückfahrt von einem kleinen Ausflug, im Begriff, sich zur Vorstellung M begckben, einem Sch lag an fall erlegen. D« Gastspiel der Wiener Staatsoper in Nürnberg. Wir berichteten, daß das Gastspiel der Wiener Staatsoper in Nürnberg ajt politischen Einflüssen gescheitert ist. Nun sendet der Jirberchayt des Mrnbevger Stadttheaters Dr. Maurach verschnsdenen reichsdeutfchen Blättern eine Berichtigung, in der er die Mckgängigmachrmg des geplanten Gastspieles auf wirtschaftliche Gründe zurückführt und gleichzeitig erklärt, die VeryMspUgen zu einem späteren günstigeren Zeitpunkt wieder rmßpmHmen und verschiedene Wiener Künstler, einschließlich besHemn Direktor Schalk, in der kommenden Spielzeit als öäfte eiußuladen. Wchekind-F : im Modernen Theater. Am 24. Juli tvLv«. Frank Wedeturd 60 Jahre alt geworden. Anläßlich diese- G>edenktag!2M»--^lust<l'lte>t Direktor Robert Blum im Modernen TheatseMUtttte Juli eine Wedekind-Feier, bei her Üe Möwe des 'Viwrers, Frau Tilly Wedekind, auftreten wird. Die UebersiWirng des jüdischen Arbeitzerdichters Win- WyM nach muptEd. Wie I. t, A. aus Berlin mitiW,' fit dort Moritz Winschchvskh auf der Durchreise von RÄo<Äork nach Moskau zu kurzem Aufenthalt eingetroffen. Der Dichter, der jetzt 68 Jahre alt ist und seit langen Jahren i» NnävDork W>t, drückte vor einiger Zeit >den Wunsch aus, seinen ständigen Aufenthalt in Rußland xu nchrn-en. Daraufhm VWWgte ihm die Sowjetregierung eine Le-berrSreyte von 7S Achernowetz (ungefähr 75 Pfund) monatlich und 250 GoldrMel für Reisespessn. . Em MnfiEnmseAm in London. Northeott, der vor dM Kriege bei der Mniglichen Oper in London angestellt war, D znm Archivar für das Musikalische Museum ernannt wordrn, dgS eben gegründet wurde. Darin sollen alte Theaterzettel, Mamifkvipte von Lücken, die an der Londoner Oper kreiert worden sind, und alles, was mit der Geschichte des Königlichen Opernhauses verbunden und interessant ist, aMewahrt werden. Es soll ähnlich dem der großen Oper in Paris werden. Tine der interessantesten Reliquien, die eben jetzt erworben wurden, ist die sogenannte Adlermedaille, die vou Satttunt zu Ghren von Jenny Li nd geprägt worden ist, als er die berühmte Sängerin nach Amerika brachte. tzerichtssaal. ßntscheidende Wendung der BaloEerungesrage? Die Private Babette Wertheimer hatte im Jahre 1917 ihr Haus dem Kaufmann Markus Feuer um 863.000 K. verkauft. Auf Rechnung dieses Kaufpreises übernahm der Käufer eine Schuld' der Sparkasse pro 100.000 K., 163.000 K. erlegte er dar, sodaß noch ein Betrag von 100.000 K. verblieb, den Feuer im November 1923 znrückzuza'hlen sich verpflichtete. Da Frau Wertheimer am Fälligkeitstage die Rückzahlung in Papirvkronen ablehnte, erlegte Herr Feuer die 100.000 K. zu Gericht und klagte Frau Wertheimer auf Löschung der Hypo- W> Der Lösch ustgsNage wurde in beiden Instanzen sl^tt grgeb en. Die Revision der Gläubigerin schwebt beim OVMftzi Gerichtshof. Letzten Samstag fattd min beim Zivillandettgerichte die Verhandlung über die von ~ . Wertheimer 'mri,»!» jruiTwirrillpail'liti, iuii. WM« mmmmm WM» ' Kommandlte derKroatischenEskomptebank,Agram Kreditum Wien, I. Seitxergaffe 4!EÄbrsrs Wi,enJ^4fte Tejephone r 60-4-82, 60-4-93, 63-4-85, 64-4-42, 68-4-78, 69-4-82 10465 Telcgwmma4rp59e« Prap^WÄ Alle Arten von Bankgeschäften 10465 BHBWBBWiMMnMBMwurfUraMBBM i gegen Mavktls Feuer angestrengte Klage aus Valorisiernng der Hypothek statt. Der Klageanwalt Dr. Z a h l m a n n führte aus, daß durch das Urteil des Verfassungsgerichtshofes in der Angelegenheit der Bundesbahnpensionisten eine entscheidende Wendung in der ganzen Balorisiernngsfrage eingetreten fei. Die Gerichte, ebenso auch einige Senate des Obersten Gerichtshofes, stehen auf dem Standpunkt, daß Forderungen, welche in österreichisch-ungarischen Kronen <Goldkronen) begründet wurden, deshalb in österreichischen Kronen (Papierkronen) bezahlt werden können, weil der 8 4 der Schumpeter- Verordnung ausgesprochen hat, daß alle in Kronenwährung erfüllbare Verbindlichkeiten in Papierkronen nach dem Nennbeträge zahlbar seien. Die Gerichte stehen daher auf dem Standpunkte, daß der VolLzugsanweisung rückwirkende Kraft zukommt. Nnp hat aber der Verfassungsgerichtshos eine Verordnung des Finanzministeriums, welches sich selbst ausdrücklich die rückwirkende Kraft beilegte, als gesetzwidrig mit der Begründung aufgehoben, daß nur ein Gesetz mit rückwirkender Kraft ausgestattet werden kann und daß die der Regierung erteilte Ermächtigung, Normen zu erlassen, nur für die Zukunft, nie aber für die Vergangenheit gelten kann. Da nun die Gerichte der Vollzugsanweisung vom 15. März 1919 (Schumpeter-Verordnung) rückwirkende Kraft insoferne beilegen, als man ihr die Kraft zuspricht, auch solche Verordnungen zu regeln, welche vor ihrem Inkrafttreten entstanden sind, so muß im Sinne der erwähnten Entscheidung des Verfassungsg'erichtshoses sie als gesetzwidrig bezeichnet werden. Man verstehe erst setzt, warum der Finanzminister Dr. Steinwender, als er die Banknoten abstempelt«, in der B. A. vom 27. Februar 1819 sich die Regelung der Rechtsverhältnisse in einem besonderen Gesetze vovbehielt. Steinwender wußte, daß man im Wege einer Vollzugsanweisung unmöglich Normen für die Vergangenheit festsetzen kann, um so weniger als es sich hier um Eigentumsrechte handelt, die schon nach der Verfassung durch Vollzugsanweisung nicht beeinträchtigt werden dürfen. Der Klageanwalt bat daher den Gerichtshof, beim Verfassungsgerichtshos zu beantragen, den § 4 der Bollzugsanweifung vom 25. März 1919 auszuheben und bis zur Entscheidung des Verfasfnngsgerichtshofes das Verfahren zu unterbrechen. Der Gerichtshof unter Vorsitz des Hofrates Dr. S t e f f a n beschloß, die Entscheidung des Berfassungsgerichtshosts bezüglich der Bundesbahn- Pensionisten zu requirieren und nach Einsicht in dieselbe das Urteil den Parteien im schriftlichen Wege bekanntzugehen. khrenbeleidigungsklage eines Richter«. In dem. Ehrenbeleidigungsprozeß des Hofrates Doktor Eduard Granbart. Richter beim ZivrllandeIgericht Joselfstadt, g-egen Ing. Abel S u ch e st o w, über den wir füngst berichteten, war der Beklagte wegen Verspottung des Klägers zu einer Geldstrafe verurteilt, dagegen, von der^ Anklage bezüglich seines Ausspruches, daß der Kläger unwürdig sei, den Talar eines österreichischen Richters zu tragen, freigesprochen worden. Der Kläger hatte «gegen den freisprechenden Teil des Urteiles sowie wegen zu geringer Bestrafung die Berufung angemeldet. Nunmehx hat Hofrat Graubart durch eine Eingabe ans Strafb^irksgericht seine Berufung zur Gänze zurückgezogen, wodurch das freisprechende Urteil in Rechtskraft erwachsen ist. Die Heirfttsaussicht der ledigen Mutter. Der Obepste Gerichtshof hat .gestern der Revilion in einer Schadenevsatzklage aus 25 Millionen st attge geben, die die Braut eines Ermordeten gegen den Mörder ihres Bräutigams, dessen eigenen Bruder, mit der Begründung «ingelbracht hatte, daß, da sie ein uneheliches Kind von dem Ermordeten habe, ihre Heiratssähigkeit vermindert sei. Das Kreisgericht Krems und das Oberlandesgericht Wien hatten die Klage albgewlesen, letzteres mit der Begründung, daß bei der bäuerlichen Bevölkerung das Vorhandensein eines unehelichen Kindes keine verminderte Heirgtsaussicht für die Kindesmutler bilde. Der ' Oberste Gerichtshof hat die Sach« zur nochmaligen Bevhandlung an die erste Instanz verwiesen. In der Begründung wird der Ansicht des Berufungsgerichtes entgegengetreten, daß bei der bäuerlichen Bevölkerung das Vorhandensein eines unehelichen Kindes keine verminderte H^iratsauZsicht für di« Kindesmutter bilde, und erklärt, es «wäre daher Sache der Untergerichte gewesen, in die Durchführung der Beweise und Vornahme der Feststellungen über die Bermiögensverhältnisse des Getöteten und der Mägerin einznge'l)«n. Der Hund, d?r „groß«" Bruder und die Million. Angeklagt ist eine Dame, deren Hund während ihrer Abwesenheit irgendwie aus der versperrten Wohnung auf die Gasse gelangte. Natürlich hatte er Lei dieser Gelegenheit keinen Maulkorb mitgenommen uud hätte so auf einem Kinderspielplatz einen achtjährigen Knaben in den Arm gebissen. Die Untersuchung des Hundes ergab, baß er gesund sei und nur beiße, wenn er gereizt wevde. Wahrscheinlich war der Knabe einen Tag vorher bei einem Fußballmatch gew^en uud trainierte am Hunde die Behandlung des Gegners. Der Vater des Knaben erstattete die Anzeige. Als Zeuge erschien der gebissene achtjährige Knabe in Begleitung seines „großen" Bruders, eines 13jährigen Bürgerschülers. Richter: Hat es sehr weh getan? — Zeug e: No, so ein bissel! — N ich t er: , Hat man euch zu Hause gesagt^ ihr sollt Ersatzansprüche stellen? A>ie beiden Knaben rufen mit lauter Stimme unisono: Ja, eine Milli.m. — Richter! I?., w-.-ür denn? — Beide: No, für dieses Loch, für Schmerzensgeld und... (der Kleine den Richter unterbrechend): und und ich Hab' die Schul« versäumt. Komisch ist diese yeue Jugend! Zu Upferer Zeit hqtte man aus einem solchen Hnndebsß allerdings auch Kapital aeschlygen, in dem nian getrachtet Wie. me Schule zu versäumen, so bis zu den'großen Ferien.'Der Richter fällte einen Freispruch, weil'er annghm, der Hunp fei gereizt worden, mt den Effatzansprüchen wurde, der Vqtexder beiden Buben auf den Ztpilrechtsweg verwiesen. Bolkrwirt. ßine Znterpsilation der Großdeutschm ttegr» des Freispruches de« PMdenten Lustig. In der gestrigen Sitzung des Nationalrates brachten d>!< Adgeordneieu G l a il er, Pr. Waber und Genossen an tzen Bnndesminister für Finanzen eine Anfrage wegen der Entsckridting '-er Wiener Börsenkammer im Falle des siden:en der Zenträlbvdenkreditbank, Hugo Lustig, wegen Ite&eviuiuitg des Effektenverkaufes ein. Dve Anfrage hat nachstehcMl'N Wortlaut: Nach einer^Verlantbarung der Wiener Börsekammer dürfen vom 7. April 1924 ab Aufträge zum Verkauf von Effekten nur dann durch geführt werden^ wenn sich die zu verkaufenden Stücke bei Erteilung des Aufträgeentweder ''chr.n im Depot bei den Beauftragten befinden 'oder glcichzvttg mit der Erteilung des Auftrages hinterlegt werden. Das Lethgeschiift, bei dem sich der Entleiher bestimmte Effekten ausbedingt, ist ver>bpten und sowohl beim Entleiher als auch beim Verleiher strasihar. Börsettbesucher, die sich gegen diese Bestimmungen vergehen, werden gemäß § 17 Börsen« gesetz mit dem Ausschluß vom Bövsenbesuch bestraft. Am 25, Juni fand nun eine Sitzung der Börsebammer statt, in der sich die Kammer mit einer Anzeige zu beschäftigen hatte, welche gegen den Präsidenten der Zentralbodenkredib« bank, Hugo Lustig, wegen -Uebertretung des erwähnten Verbotes erstattet worden war. Nach einer unwidersprochen gebliebenen Meldung wurden der Versammlung folgende dveti Hauptfragen vorgelegt: 1. Ist Lustig schuldig, der Dadenbänk -den Auftrag gegeben zu haben, daß sie Effekten verkaufe? Diese Frage wuvde mit 12 gegen 2 Stimmen verneint. 2. Ist Lustig schuldig, der Bodenbank Effekten zur Ablieferung g-eliehen zu haben? Diese Frage wurde mit 16 gegen 6 DkiMnen bejaht. 6. Hat Lustig unter unwiderstehlichem Zwang gehanpelt? Diese Frage wurde mit 13 gegen 3 Stimmen bejaht. Wf Grund .dieser Abstimmung wnÄe Hugo Lustig speigssprochen, obwohl der Regieryngsvertreter, Ministerialrat Reißensbepger, für die Ausichließung von Börsenbefuche ^getreten war. Es» von einem B'örsenrate nach der Abstimmung gestellter Antrag, die Angelegenheit nochmals dem Disziplinarausschuß vorznlegen, wurde.trotz lebhafter Unterstützung, durch den Regierungsvertreter abgelchnt. Dieser Vorfall muß größtes Befremden heuvorvufen. Durch die Bejahung der zweiten Frage ist dar.getan, daß Hugo Lustig tatsächlich das Leihverbot übertreten hat. Der Freispruch erfolgte wegen „unwiderstehlichem Zwang", also we-gen U nz u r e ch n u n g s f ä h i g k e i t, ein Geisteszustand, in den die Bankleiter in der letzten Zeit regellmäßig zu verfallen pflegen, sobald sie wegen Verschlungen zur Verantwortung gezogen werden- Die Gefertigten richten deshalb an den Herrn Bundesminister für Finanzen die Anfrage: 1. Ist der Herr Minister bereit, echeben zu lassen und dem Nationalrat mitzuteilen, auf Grund welcher Tatsachen die Frage des unwiderstehlichen Zwanges gestellt und von der überwiegenden Mehrheit der Börsenkammer be-faht worden ist? 2. Welche Schritte gedenkt der Herr Minister, fall» Lustig tatsächlich an Zwangsvorstellungen leide, zu unternehmen, um den Genannten von der wichtigen und verantt wortungsvollen Stelle eines Präsidenten der Zentralbodsw« kreditbank zu entfernen? Sar Ausgleichrverfahrea der Mgemeinen 8n« dnstriebmk. Ausgleichsquote 70 Prozent. — Stürmischer Verlauf. Vertagung. Für gestern um halb 9 Uhr war die Ausgleichs- Lagsatzung der Allgemeinen Industviebanik aistberauimt. ES evwies sich bald, daß die WuMchLÄfen des gevichteS in der Riem« rgasse zu Äoin waren, mn die groß« Schar der Gläubiger, meist Kerne Leute, Einleger und Kassenscheinibesitzer, zu fassen. Die Bechandlung NUßte -in der großen AuktionshaHlle des Gerichtes durchgeführt werden, doch auch dieser geräumig« konnte kaum alle jene fassen, die erschienen wären, um ihr letztes erspartes Gut zu retten. Sogar ein Wacheaufgebot mußte im Saale bereiWstM werden, um die Vertreter der Bank zu schützen und die Gläubiger vor nn-Weril-egten Handlungen zttrückAuhLlten. Das BiH war dasselbe, das sich in den Mei vorherge-gangenen Gläubigerverlsaimmlungen bot, Nur die Erregung war poch gesteigerter, weil die Leute wußten, das; eß jetzt evnst sei und alles aus dem Spiel stehe. Wieder bekglm nra>n die Ruft „StaatsaniwM^, „Kriminail^ und ,/Landesgericht^- zu hören. Nur mit Mühe gelang es dem Vorsitzenden Hofrat Dr. Laub, die Ruhe ansrechizueritMten, Als erster kam der Anwalt der B-anf Dr. Schivarz zn Worte. Er-bot aps Grund der umeu Bilanz hW NÜU'' hiigeru yichfpft. uMAMch 60, sosMrn 7 0 Prp zq n t, aber Unvßrzjnst uud i>n 14 Wopals^ateu bMlhar, gn. Dieses Anbot wurde pou den MBtzer» mit lMasten WtrststuWsvusen HeWMpöM. Fu ftÄM -Mteraii.^ AstSführüngen «Märte Dr. Schwarz, daß ym.—' ■nw«m»w im,*tmmm*^*m***m*^~~*^'~*—T-' 7-ri-r—r —rrrnurrrmiiinnTniMnii m a 18651845