Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1931 (1.7.1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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v.vs;":?M DisiÄog Wiener Morgenzeitunz. p. M IM ■-r^a fe. IM Red Wert van Dr. Sanel Beer. ■ Ethlsch-wiriffchaftliche Aerzlefragen. Am Letzten Seminarabend, der im Rahmen der FortbMungsvorträge für praktische Aerzte an der Universität in Wim abgehaltrn^wurde, kamen ethisch-wirtschaftliche Fragen des ärztlichen Berrrfes zur Anssprache. Insbesondere wurde von dem namhaften Kliniker Prof. Wenkebach' das Verhältnis zwischen Ordinarius und Konsiliarius beleuchtet. Ueber dieses herrscht sowohl im Publikum als auch unter den Aerzten bisweilen eine falsche Auffassung. Zur Berufung eines Konsiliums mit einem Kliniker ist nach Ansicht des Vortragenden nur der behandelnde Arzt berechtigt und sollte der Hausarzt, was ja meist auch geschieht, selbst die Initiative in zweifelhaften Krankheitsfällen ergreifen. Hiedurch wird dem Ordinarius ein Teil der. schweren Verantwortung, die aus ihm seit der Uebernahme des Kranken in die Behandlung lastet, abgenommen und spateren Rekriminationen über den etwaigen bessern Ausgang einer Krankheit bei Zuziehung eines Facharztes vorgebeugt. Die Wahl des Konsiliarius werden Verständige Angehörige im allgemeinen dem Hausarzte überlassen und sich hierin nicht etwa von unerfahrenen, immer besserwissenden, die besorgten Familienangehörigen stets verwirrenden Bekannten und Verwandten beraten lassen, die jeder aus der Konsultierung verschiedener ihnen bekannter praktisches Aerzte oder Fachärzte hinter dem Rücken des Ordinarius bestehen. Durch diese übereifrige Vielgeschäftigkeit wird das für die Genesung des Kranken wichtige Vertrauen zum behandelnden Arzte zum Nachteile des Patienten untergraben und durch die unangenehme, unsachliche Einmischung fremder Leute in die Behandlung meist viel Schaden gestiftet. Der Ordinarius weiß am 'besten, welcher Kliniker bei dem vorliegenden Leiden durch seine besondere wissenschaftliche Qualifikation in Betracht komm und wird sich bestimmt nicht durch andre Momente als rein sachliche bei der Berufung eines Konsiliarius leiten lassen. Und sind alle Gerüchte, welche auf ein anderes Verhältnis des Praktikers zum Konsiliarius hindeuten wollen, im allgemeinen natürlich soweit sie den hoch achtbaren ärztlichen Stand in Wien betreffen, unbegründet. Nur der behandelnde Arzt, der den Patienten seit langem kennt, Beginn und Verlauf der Krankheit und die Eigenartigkeit des besonderen Falles verfolgt, kann dem konsultierenden Fachärzte die nötige Aufilärung über den Kranken geben, die notwendig ist, damit sich der Konsiliarius m kurzer Zeit ein Bild von dem vorliegenden Leiden mache.. In einer der gründlichen Untersuchung Nachfolgern intimen Aussprache treffen sich meist die Meinungen, um zu einer übereinstimmenden Anschauung bezüglich der Behandlung zu gelangen. In den seltenen Fällen der Unklarheit und Kompliziertheit des Krankheitsfalles, der Uneinigkeit in der Diagnosestellung werden Ordinarius und Konsiliarius nach Mitteilung dieser Tatsache an die Familienangehörigen die Entscheidung einem dritten beizuziehenden Kollegen überlassen. Das wichtigste bleibt immer, daß der Kranke von solchen ihn aufregenden Wechselfällen verschont werde. Auch hastet der Patient mit gespanntester Aufmerksamkeit auf den Lippen , und dem Angesichte der beratenden Aerzte und sucht jedes Mrnenfpiel und jede Körperbewegung in seinem Sinne zu deuten, weshalb in dieser Hinsicht die Aerzte sich der größten Beschränkung befleißigen müssen, um den Kranken nicht überflüssig zu irritieren. Der wahllosen Berufung mehrerer Aerzte zur angeblichen Beruhigung der Angehörigen — der Patient wünscht diese fast nie — soll der behandelnde Arzt energisch entgegentreten. Wo viele Häupter, da viele Meinungen. Jedes Wort von jedem mitbehandelnden Arzte wird aus 'die Wagschale gelegt, vielfach gedeutet, so daß meist gerade dadurch größte Beunruhigung entsteht. Der korrekte Arzt wird im Interesse des Patienten jede weitere Behandlung ablchuen, wenn er erfährt, daß hinter seinem Rücken andere Aerzte beigezoge^. wurden. Der Patient muß wissen, daß der Arzt nicht eine Ware ist, die heute bei diesem Greisler, morgen bei jenem bezogen wird. Die Erziehung des Patienten in diesem Sinne ist gleichfalls eine Notwendigkeit zum/Vorteile des Kranken. Im Verlaufe der Debatte kam auch die ökonomische Frage zur Aussprache. Mit Recht betonte Dr. Strizko, daß es eigentlich ein ökonomisches Verhältnis des Ordrnavius zum Konsiliarius nicht gebe. Es kommt nur die Entlohnung des Praktikers in Betracht. Daß der Konsiliarius sowohl für das Konsilium oder einen notwendigen operativen Eingriff entsprechend entlohnt werde, ist für das Publikum selbstverständlich. Die Rolle des praktischen Arztes aber findet in der Oeffentlichkeit nicht die gebührende Einschätzung, die sich in der nachträglichen Honorierung deutlich genug dokumentiert. Gerade der Hausarzt leistet die wichtigste, vorbereitende Arbeit. Er trägt die Verantwortung für den Fall, er muß wissen, wann und aus welchem Fache der Konsiliarius betzuziehen ist. Man braucht nur an einen schmerzhaften Zustand in der rechten Brustgegend zu denken. Es kann sich um eine Gallenblasen-, Nieren-, Blinddarm-, Eierstockentzündung oder um einen neuralgischen. Schmerz handelt:. Ob nun ein Chirurg, Internist, Frauenarzt oder Neurolog beiMiehen ist, das hat der Hausarzt zu ent- Wird ein-operativer Eingriff notweMg, >. so nimmt c. äls-Assistent tätigen Anteil, dessen Arbeit und Verant wortung gleich groß der des offiziellen Operateurs' ist. Er ist es auch, der die Nachbehandlung leitet. Für diese seine i ♦ Das ^Landeskomitee und Lokalkomitee haben in ihrer letzten Sitzung beischlossen, in ganz Wien für die Zeit vom 29. Juüi bis 15. Juli d. I.»einen Schekeldrive zu proklamieren. Der bevorstehende Kongreß hat die Frage der -Aufbringung einer der Größe und Wichtigkeit unserer Organisation entsprechenden Schekölzahl aktuell werden lassen. Während im letzten Jahre unsere LandeZorganisation über 26.000 Schäalim aufgebracht hat, .sink im heurigen Jahre bisher kaum 2000 Schekalim verkauft worden. Dieser Umstand -muß um so mehr wundern, als gerade in den letzten Monaten dank einer rührigen Propagandatätigkeit für den Keren Haftssod und Keren Kajemeth l'Jsrael das Interesse für Erez Israel und die Zionistische Organisation sicherlich beträchtlich Angenommen hat. Es ist daher Pflicht aller Bezirkssektionen, Sonderverbände und der einzelnen- Zionisten, gerade im gegenwärtigen Moment, wo die Frage der E r w eitern n g der I e w i s h A g e n e y einer e n d g ü l ti g e n L ö s u n g zugeführt wird, darauf, bedacht zu sein, die Organisation und ihre Institutionen, zu stärken. In diesem Augenblick müssen alle Zionisten sich des Ernstes -ihrer Ausgabe bewußt sein und.die diesjährige Schekelaktion mit Erfolg durchführen. Wir appellieren an die politische Reife aller Angehörigen der Zionistischen Organisation und fordern sie auf, mit aller Energie und mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Kräften sich in den Dienst des Schekeldvives zu stellen. Die Sektionen, Sonderverbände werden aufgefordert, ehestens eine entsprechende Zahl von Mitarbeitern zu organisieren - und einen systematischen Schekelverkauf in ihren Bezirken, hauptsächlich aber unter ihren Mitgliedern anzuovdnen. Die Zahl der vorjährigen SchekaNm (26.000) kann und muß bei einer systematischen und willigen Mitarbeit der organisierten Gesinnungsgenossen aufgebracht werden. Wir sind überzeugt, daß es einzig und allein von dem guten Willen und Arbeitseifer der Zionlstsu aibhängt, dem Schekel in dieisem Jahre die nötige Verbreitung zu verschaffen, um die Anzahl der verkaiffien Schekalim auf mindestens 26.000 zu bringen. Um diese Aufgabe vollführen' zu können^ wird der SchMdrive ProMa-- miiert. Wir-zweifeln nicht daran, 'daß die Bezirkssektionen und Sonderverbände alle ihre Mitarbeiter, in -den Dienst dieses kaum drei Wochen währenden Drives stellen werden. Es -ist die Pflicht eines jeden organisierten Zionisten, vor allem die Grundlagen der Organisation — und der Schekel zählt ja zu den wichtigsten Grundlagen unserer Bewegung — zu stärken. Wir appellieren an den guten Eifer aller Zionisten und hoffen, daß sie unserem Appell Folge -leisten und mit ihrem aAbewAhrten Arbeitseifer an dem Erfolg des Drives Mitwirken werden. ' Für das Zionistische Landeskomitee: ' Dr. Löw enherz.. Ing. Stricker, ' Für das Zionistische Lokalkomitee: ‘ Hans Kandl. Ing. Freundlich. aufopfernde, zeitraubende, verantwortungsvolle Arbeit gebührt dem ordinierenden Arzt auch eine im 'Verhältnis zum Qperationshonorare entsprechend hohe Entlohnung, die er als Mitarbeiter und nicht etwa als Vermittler verdient. Darüber ist die Oeffentlichkeit mangelhaft aufgeklärt und daraus resultiert jnc ungerechte Einschätzung, die die Tätigkeit des praktischen Arztes im allgemeinen erfährt. Es ist erfreulich, daß auch wissenschaftliche Kapazitäten es nicht unter ihrer Würde finden^ über diese in der Praxis wichtigen ethisch-wirtschaftlichen Fragen des ältlichen Berufes ihre autoritativen Ansichten zu äußern, die zweifellos viel zur Aufilärung der breiten Oeffentlichkeit über die Beziehung des Arztes zum Patienten beitragen helfen. «erMHrr Fragekasten. Ekzem. Diese Ausschläge der kleinen Kinder sind oft auf Ueberfütternng mit Milch zurückzuführen. Schränken Sie den Milchgenuß ein, verabreichen Sie mehr Gemüse, Suppen, rohe Obstsäfte. — Wikel K. Der Nabelbruch wird erst im zweiten Lebensjahr operiert, falls nicht' andere zwingende Ursachen für eine frühere Schließung.sprechen. — Wekke. Es kommt vor, daß die eine Keimdrüse (Hoden) aus der Bauchhöhle im Leistenkanal nicht herabsteigt. Meist erfolgt dies in einem späterem Stadium. Nichts machen. — LevpvlLfladt 47. Es gibt viele Mittel gegen Keuchhusten, aber bisher kein sicher wirkendes Heilmittel. Das Beste ist viel frische Luft. Das fiebrige muß der Arzt entscheiden. r:'*T ' " Wien, 1. Juli. * Unsere Montägsausgäbe hat gestern, wie wir mit Vergnügen' feststellen können, allgemeinen Anklawg gesunden. In unserer Redaktion liefen zahlreiche Bestellungen . für die Nummer ein, da sie im Straßen-und Trafikverkauf bald vergriffen war. Um den vielen Nachfragen nach unserem gestern zum ersten Male erschienenen sensationellen Fußballroman „Goal" zu genügen, teilen wir hier mit, daß wir neueintretenden Abonnenten, die bisher erschienenen Fortsetzungen des Romans auf Verlangen kostenlos nachliefern. Fermr sei einer Reihe von Fragestellern, geantwortet, daß unser Ronra-n „Goal" täglich im Sportteil der „Wiener Morgenzeitung" erscheint. 1 * Todesfall. Die Präsidentin der Wiener zionistischen Jrauenorganisation,. Frau Erna Patak, hat einen schweren Verlust erlitten.'Gestern.ist im 78.. Lebensjahre ihr Vater,, der ' Kausmänn AllE i!s e.n man n, verschiedet:. Das Leichenbegängnis findet Mittwöch'den 2.'Juli-um halb 11 Uhr vormittags auf dem Döblinger Friedhose (Dürkenschanzstraße) statt. Frau Patak sind anläßlich dieses Trauerfallcs zahlreiche Beileldskund- .gebungen Angegangen. . , * Bodenkauf österreichischer Juden in Palästina. Die vot einigen Monaten eingeleitete Aktion zum Verkaufe von Palästina-Boden (Bauparzellen am Karmel und ländlicher Boden) unter den österreichischen Juden wird mit gutem Erfolge fortgesetzt. Von Mitte Mai bis Ende Juni sind neuerdings Ländereien beider Art im Betrage von einigen tausend Pfund fest verkauft worden. Der Westkarmel ist so gut wie ausverkauft. Nur im Wiener Block ist noch eine Anzahl von Parzellen zu haben. In Deutschland, Polen, Litauen. Rumänien und in den Vereinigten Staaten ist von den diesen Ländern zugeteilten Blocks nichts mehr frei, so daß man sich künftighin nach dem Zentralkarmel wird orientieren müssen. Die in Wien jüngst begonnene Vevkaufsaktion ländlichen Boden in bereits bestehenden oder in Bildung begriffenen landwirtschaftlichen Kolonien hat gleichfalls bereits me ersten Erfolge'zu verzeichneu. So sind in Merchawia (Emek- Israel)' die -ersten Käufe erfolgt, mit anderen Reflektanten werden Unterhandlungen geführt.. Für Re Wiener Verhältnisse ist dies wohl nur ein kleiner, aber doch verheißender Anfang. Auskünfte und Aufträge täglich, mit Ausnahme Samstag, im Palästina-Referat des Zionismchen Landeskomitees (2. Bez., Taborstraße 20 a. Zimmer 8, Telephon 46-3-25) von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. * Das Memr Palästina-Ami teilt mit: Bis auf weiteres findet beim Wiener Palästina-Ämt der Parteienverkehr ausschließlich in der Zeit von 10 Uhr vormivtags bis hall» 1 Uhr mittags statt. , * Schwerer Unfall durch den Todessturz einer Katze. Ein ganz eigenartiger Unfall hat sich gestern in dem Lichtyof eines Hanfes in der Babenbergerstraße ereignet, bei dem durch den Todesiturz einer Katze vom vierten Stockwerk des Hauses ein im Lichthofe stehender 22jähriger Mann am Kopfe lebensaefährlich verletzt wurde. Im Lichthof dieses Hauses befand sich der Angestellte der „Arbeiterzeitung" Josef Pachinger und war damit beschäftigt, sein Fahrrad aufzupumpen. Er hielt sich in gebückter Stellung, als plötzlich ein schwerer-Gegenstand herabgesaust kam und hart auf seinen Kopf ausschlua. Der junge Mann sank lautlos zu Boden. Die Rettungsgesellschaft leistete ihm erste Hilfe und brachte ihn im bewußtlosen gnstande mit Zeichen einer schweren Gehirnerschütterung auf die limk Eiselsberg. Wie durch andere Personen im Lichtyose feftgestellt wurde, war es erne Katze, die vom Dache des Hauses in die Tiefe gestürzt und dem jungen Manne gerade auf den Kopf gefallen war. Das Tier war auf der Stelle tot.. Die Katze dürfte sich auf dem Dache des fünf Stockwerke hohen Hauses ^sonnt haben und dann durch eine ungeschickte Bewegung in die Tiefe gestürzt sein. Interessant ist, daß in dem gleichen Hause bereits zwei Katzen auf dieselbe Weise in den nämlichen Lichthvf abgestürzt find. * Bestellte Nachtgespräche zwischen Wien und Triest. Von heute an sind bestellte Nachtgespräche zwischen Wien und Triest unter den für solche Gespräche allgemein geltenden Bestimmungen zugÄassen. Die Sprechgebühr .für die Einheft beiträgt 237 Centesimi Gold, derzeit 34.200 K. Wir bemerken, daß vermalen solche Gespräche nur zwischen 1 Uhr 30 Mn. und 3 Uhr eingeschaltet werden können, weil während der übrigen Nachtstunden die Leitung auf jngosiawischem Gebiete besetzt ist. -Bestellungen sind ausncrhmÄ-os an das Fernvermi-ttlungS« amt ,P" in Wien, 9. Bez., Berggasse 36, zu richten. * Vorschriften über die Mitnahme von Zahlungsmitteln, Wertpapieren urrd dergleichen im Reiseverkehr. Bei der Ein- . reife nach Oesterreich ist die Mitnahme von österreichischen und ausländischen Zahlungsmitteln (Banknoten. Münzen, Schecks, Wechseln usw.) sowie von inmW ausländischen Wert-, papieren ohne Einschränkung zulässig, bedarf also keinerlei Bewilligung. Bei der Ausreise aus Oesterreich ist die Mtnahm-e von ansländschen Zahlungsmitteln ohne Beschränkung, die Mitnahme von öfterrerchischen Banknoten bis zum Betrage von vier Millionen Kronen sür jede Person ohne besondere Bewilligung zulässig. Dagegen bedarf 'die Mitnahme von österreichischen Banknoten in höheren Beträgen. dann von Schecks, Wechseln usw., die auf österreichische Kronen lauten, sowie von in- und ausländischen Wertpapieren -einer Bewilligung der österreichischen Nationalbank, Bankabtetlung. Für Personen, die nach Oesterreich einreifen, werden vom Eintrfttszollamt über mit geführte Zahlungsmittel, deren Ausfuhr einer besonderen Bewilligung bedarf, dann über Wertpapiere im Reisepaß Bestätigungen erteilt, auf Grund deren innerhalb vier Wochen die Ausfuhr ohne Bewilligung gestattet ist. * Die Parteien müssen den Hausbesorger bezahlen? Ein Hauseigentümer im 8. Bezirk hat mit Rücksicht auf die Größe des Hauses, welcher 78 Wohnungen u-nd acht Geschäftsläden enchalt, mft dem Hausbesorger neben dem gesetzlichen Reinrgungsgelde im Betrage von 800.000 K. ein besonderes Entgelt in der Höhe von 1,400.000 K. monatbich vereinbart und von den Mietern die Uebernahme dieser Ausgäbe unter den: Titel Betriebskosten" verlangt. Infolge Wei-gevung der Mieter, diesen ihnen aufgerechneten Mehrbetrag zu bezahlen, wurde der Antrag der Schbrchtimgsstelle zugewiesen, welche im Sinne des Ansuchens des H-auslbesitzers entschied. Die Mietkommission, deren Entscheidung nun von den Mietern angerufen, wurde, hat entschieden, daß im Sinne des Antrages des Hauseigentümers , die befond-ere Entlohnung des Hausbesorgers geboten sei. Im HinMck auf die Größe der Hauses fei der Betrag von 800.000 K. zu gering. Die vom Hausbesitzer den Parteien verrechnete -besondere Entlohnung sei gerechtfertigt. Es wird erklärt, daß diese Entscheidunig der Mietkommissioir durch kein Rechtsmittel angefochten werden kann. Bei aller Achtung vor den Entscheidungen der Metkommissionen muß festgestellt tverden, daß diese in der letzten Zeit eine ausgesprochen Mieter feindliche Tendenz zeigerr. Nirgends 'in der Welt haben die Parteien die Kosten des Hausbesorgers zu tragen. Nur bei uns in Wien wird der Versuch gemacht, die Entlohnung des Hausbesorgers den Parteien aufznhalsen. Dielser Versuch ist im obigen^ Falle scheinbar gelungen, jedoch nur scheinbar, denn es steht jedem Mieter des betreffenden Hauses frei, beim Bezirks-' gerichte auf Rückzahilung der ganz ungesetzlich angeforderten' Summe zu klagen, da der Mieter nicht verpflichtet ist, jeden Austvand des Hausherrn zu tragen. * Die Sascha-Truppe gerettet. Gestern ist ein Telegramm aus Kairo eingetrosfen, das mittM, daß die angeblich in der Wüste verschollene Sascha-Expedition aufgefunden wurde. Sie war von einem Sandsturm überfallen worden und befindet sich bereits.auf dem Wege nach Kairo. * Eine Applausmaschine. Phlegmatischen Naturen ist es in unseren Theatern oft recht unbequen: gewesen,^dm Schauspielern den wohlverdienten Beifall mft ebenen Händen spenden zu müssen. In Havanna mff Kuba bedient man sich einer sinnreichen Einrichftmg, um die Handflächen der Beifallsfreudigen von dieser Tatigkerit zu entlasten. Dort bekommt jeder Besucher eims Theaters Seim Eintritt ein Holzplättchen und einen Holzhammer ausgehändigt, und tonn nachher ,wit diesen beiden' Instrumenten ftinen Gefühlen so viel, Lust machen, wie er will. Wäre es nicht möglich, diese immerhin noch ansehnliche körperliche Anstrengung werter zu versinsächen, vielleicht durch eine Klatschmaschi-ne, die man einfach durch Druck auf einen elektrischen Kiwpf in Gang fetzt? Das wäre doch nock bequemer^ '