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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-01 · Heft 1931 (1.7.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1931 (1.7.1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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^T tfta^xrteW*«*r^jpt<i| Vfy?«^*»^ > *p<Hfp ,( tv'-r^j^ k) Nr. 1931 Wien, Dienstag Wiener Morgenzeitung. i Ae fünfte Session des MKrbrmdes. % Tagungsprogttmnn. /' Bern, 29. Juni. (SHweizevffche > Deip.-AgÄrltM-) lieber die Tagungen der VoAsöbuindorgaue Wird fobgendeS Programm 'begannt: 7. IM: ZehnteSession der temporären gemischten Kommission für MvüsMng,' Genf. 7. Julii: Tagung des SpeKiM-omrtees für die Aribsitszusammenlegung der temporären gemischten Komnrission urch der pernmnenten - beratenden Kommission, Genf. 17. Juli: Konferenz der Experten für den Austausch der Publikationen, Genf. 21. bis 24. IM: Tagung der Untev-! kommisfionen der Kommission für intellÄtuelle Zu-! sommenarbeit, Genf. 25. IM: Vierte Plenarversammlung der Kommission für intellektuelle Zusammenarbeit, Genf. 30. Juli: Tagung der Kommission für den Rechtsbeistand an Beidürftige, Genf. 26. Augulst: Dreizehnte Session des Wirtjschastskomitees, Genf. -1. September: Fünfte Versammlung des BMetbu-ndes, Genf. Das -provisorische Programm für die fünfte Völke rbund Versammlung siecht folgende Ber- ' chaMung Ägegenstände vor:! Die Vevsimrmbung wird in erster Linie die dom Rat ' seit dem September 1023 vollbrachte Tätigkeit einer Pvüfu-jtg unteHiechen. Ferner Mird sie von dm Maßnojhtmen Kenntnis nehme«, durch die die Beschlüsse der letzten Jahresversammlung durchgeführt wurden, iusbesondeve auf dem Gebiet der B e s ch r ä n k u n g der R ü st u n g e n, der Mterirationalen geistigen Znfammenavbeit uifw. Ferner werden die verschiedenen ständigen Kommissionen des Bundes ihre Berichte erstatten, so die wirtschasiliche und finanzielle Kommission, die Verkehrs- und Tvanfitkommission, die HygieneLommission, die Qp'mmkommission, di« Kommission zur Bekämpfung -des Frauen- und Kinderhaudels. - Tie provisorische Tagesordnung enthält ferner die von der britischen Regierung eingelbrachten Zlbänderuwgsanträge zu Art. 16 des Paktes (Wirtschaftspakte) sowie ein Gesuch der lrtau'ischsn Regierung betreffend die Ueberweifuug gÄvffser Fragen an den Internationalen ständigen Gerichtshof im Haag. Schließlich wird die VevsaMMlung die Wahl 'der sechs nichtständigen Ratsmitglieder vornehmen. Folgenide Staaten besitzen zurzeit einen nichtständigen Ratssitz: Belgien, Spanien, Schweden, Tschecho-Mowalei, Brasilien und Uruguay. Bis zur Stunde hat man keine Kenntnis von Auf- '«obmegesuchen neuer Staaten in den VöWevbund. Irr Kongreß der BölkerümWgen. (Eigendienst der „Wiener Morgen^eitung".) Lyon, 30. Juni. Beim Kongreß der Völkerbundligeu sind eine Reihe von Resolutionen eingebvücht worden, deren eine sich für den Eintritt -Deutschlands in den Ratdes Völkerbundes einsetzt. Eine andere Resolution behandelt die A br Ästung und'beantragt, der Völkerbund möge einen allgemeinen Abrütftungsplan ausavbeiten. Die argentinische Delegation schlägt in einer Resolution die Schaffung, einer internationalen Bank unter der Leitung des Völkerbundes vor. In einer anderen Resolution wird eine Untersuchungdes Völkerbundes über die Ursachen der Valutaschwankuugen und die Schaffung einer ei nheitlichen Goldwährung beantragt. MlMtter verlW die Münchener Universität. München, 30. Juni. Geheimrat W i l l st ä 1 t e r, der mit dem Nobel-Preise und dem „Pour le merite" ausgezeichnete berühmte Chemiker der Universität München, hat zum Protest gegen die antisemitischen Umtriebe im Lehrkörper der Hochschule sein Lehramt niedergelegt. Den unmittelbaren Anlaß dazu bot die Ablehnung zweier jüdischer G elehrtei durch den Lehrkörper der Universität unter dem Vorwand, daß si« Ausländer seien. Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung") London» 30. Juni. Die Börse war allgemein schwach. Die brasilianische Regierung wünscht zwecks Konsolidierung der schwebenden Schulden hier eine Anleihe oufzunehmen. Die hiesigen Finanzkreise sind diesem Plan .wohlgesinnt, und da die englische Finanzmission aus Brasilien günstige Berichte sandte, stiegen brasilianische Anleihen. Auch französische waren etwas höher. Dreiprpzeilttge deutsche Anleihe sank auf 21, Debeers waren weiter erholt, Rio Tinto steigend, Phönix profitierten von der Tatsache, daß das rumänische Bergwerksgesetz in seiner definitiven. Form viel günstiger ist als der Entwurf. Auch Royal Dutch waren leicht erholt. London, 30. Juni. Devise nschlußkurs er Wien 307,500, Prag 143.50, New-York 4,32%«, Paris 81,625, Brüssel 93,75, Rom 100,18, Zürich 24,355, Madrid 32,22, Amsterdam 11,5075, Kopenhagen 26,25, Christiania 32,10, Stockholm 16,276, HelsingforS 173, Berlin 18,10 Billionen, Wechselkurse: New-York 4,32,3776, Paris 8185, Brüssel 93,876, Berlin 18,125 Billionen, Wien 306,500, Prag 146,50, Amsterdam 11,507,5, Christiania 32,105, Stockholm 16,295. Kopenhagen 26,45, Schweiz 24,855, Finnland 173, Italien 200,187. Madrid 32,21, Warschau 22,525, Athen 2,51, Sofia 59,5, Bukarest 10,25, Konstantinopel 8,50, Budapest 340.000 bi? 400.000, Riga 22,41. OesterreichischeAnleihe9O, tschechische 98,50, Prag 89,75 Skoda 92,50, Wiener Bankverein 7,3, Bodenkredit 18.6 ex Dividende, Royal Dutch 28,75, Shell 4.-, Central Mining 11, General Mining 12,9, Debeers 12,375, DiamonS 16,6, Rio Tinto 33,26. Metallmarkt: Kupfer Standard prompt 61,15 bis 61,17.6, dreimonatlich 62,15 bis 62.17,6, Elektrolyt 66 bis 66.10, Zinn Standard prompt 226,5 bis 226,10, dreimonatlich 226,10 bis 226.15, Blei steigend, englisches 34,6, ausändischeS 33.7.6 bis 30,76, Messing ausländisches 32,3,9 bis 31,1,5. Baumwolle: Liverpool: Fullmiddling 17,04, amerikanische Terminware anfangs 24 bis 18 Punkte niedriger, Juni 16,57, Juli 16,47, Oktober 14,70, Jänner 14,21, März 14.10. Um 11 Uhr: 28 bis 15 Punkte niedriger, mittags: 27 bis 15 Punkte niedriger, um 2 Uhr 15 Min.: 35 bis 16 Punkte niedriger. Juli 16,38, Oktober 14,69, Jänner 14,21, März 14,10. Verkauft wurden 5000 Ballen. Aegyptische 14 bis 20 Punkte niedriger. Paris, 30. Juni. Die heutige Börse zeigte eine gewisse Belebtheit. Der Grnndton war große Festigkeit. Reportgeld war im Schranken zu 5»/,. in der Kulisse mit?»/« erhältlich. Französische Renten waren sehr fest, wahrend Suez ein klein wenig abbröckelten. Russische Werte im allgemeinen rückgängig. Wechselkurse: London 81,93, New-York 18.94, Prag 56,13, Bukarest 8,70, Wien 26.37. Aew-Vork, 30. Juni.(Radio.) Devisenschlußkurse: Taggeld 2%, Wechsel auf London 4,32,12, 60 Tage-Wechsel 4,29,25, Paris 5,27, Amsterdam 37,54, Prag 2,34, Berliner Schlußkurs 237/g bis 24, Silber 65'/«. . Aew-Bork» 30. Juni. Effektenbörse. Atchison 103,75, Canadian Pacific 148,26, Union Pacific 136, Union Steel 99,35, Baltimore 58,50, Greatb Northern Pacific 61, Northern Common 59,125, Southern Pacific 93,25, Milwaukee 14, Eary 27,75, Cbazepeake 83,875. ßme AbßimWMg flegelt London, 30. Juni. Das Reutersche Bureau meldet: Ir einem offensichtlich unbedeutenden Punkte des Budgets hat du Regierung heute im Unrerhause mit 220 gegen 165 Stimmen eine neue Niederlage erlitten. Eine Polemik Benefch gegen Kramrrsch. (Eigendienst der „Wiener Morgenzestung") Prag, 30. Juni. Sonntag fand in Prag ein große- Manifestationskangreß der t s ch e ch o - s l o w a k i s ch e i Legionäre statt. Im Legionärorgan veröffentlicht anläß lich dieses Kongresses Minister Benefch einen Aufsatz, ir dem er sich gegen jene wendet, die die Revolution nicht er faßt haben und nur ihren politisch-nationalen, nicht abe ihren sozialen und moralischen Inhalt geseher haben, und deshalb rechts bleiben. Benefch sagt weiter, dä die neue Demokratie weder hasardieren, noch Gewalt dnrä neue Gewalt ersetzen dürfe und ein Gleichgewicht der Element der Extremen von rechts und links sein müsse. So wende er sich deutlich gegen K r a m a r z und S ch m e r a l. Auk im „Ceske Slovo" veröffentlicht Benefch einen ähnlichen Ar tikel. Segen und für die devtsche Republik (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 36. Juni. Wie jeder Sonntag, so brachte dieser wieder deutsche Tage in verschiedenen St, des Reiches. In Neu-Brandewburg fand gestern ein scher Tag in Anwesenheit Ludendorffs statt. Dieser sche Tag war im allgemeinen wieder nichts als ein m tärisches Schauspiel mit Meldung, Ansprache, . schreiten der Front und Parademarsch mit Musik. Al; Zug schon fast zu Ende war, kam es zu einem Z u s m e n st o ß zwischen Völkischen und Kommunisten, di i ganze Zeit über die Internationale gesungen hatten. E Personen wurden durch S t i che und Hiebe zum schwer verletzt. Auch in Breslau fand eine Kundgebung statt, diesnral eine republikanische. Kundgebung, welche gleichzeitig als Rathenau-Feier gedacht war. Sie lvurde veranstaltet von der Bereinigung „Reichsbanner Schwarz - Rot -Gold" und nahm einen imposanten Verlauf. Zum ersten Male traten bei einer republikanischen Kundgebung in geschlossenen Formationen die I u n - m a n n s ch a f t e n auf, die in einer Stärke von zirka 1266 Mann erschienen. Ae kleine Entente. Belgrad, 30. Juni. (Ung. Tel.-Korr.-Bnr.) Nach dem „Beogradske Novosti" wird die Konferenz der kleinen Entente endgültig am 11. d. in Prag stattfinden. Jugoslawien werde durch Nin cic vertreten sein. Ministerpräsident Pasic sei vollauf durch die innere Politik in Anspruch genommen. Reduzierung der tschechischen Armee. Prag, 30. Juni. (Tschech. Presse-Bur.) In der heutigen S e n a t s s i tz u n g wurde das Gesetz, womit der F r i ed e ns stand der tschecho-slowakischen Armee vom 1. Oktober 1924 bis 30. September 1927 festgesetzt wird, in erster Lesung angenommen. Das Gesetz setzt bekanntlich den Frieden sstand der Armee von bisher 150.000 auf durchschnittlich 120.000 Mann herab. Paflr in Beides. Belgrad, 30. Juni. (Ung. Tel.-Korr.-Bnr.) Ministerpräsident Pasic ist gestern abends nach Beides abgereist, um dem König die politische Situation darzuiegeu und die Ermächtigung zur Ausschreibung von Neuwahlen zu erlangen. Die Resie Pasic' erregt um so grö ß e r es Aufs eh e n, als König Alexander dieser Tage nach Belgrad zurückkehren wollte. 1. Juli 1924 Seite 8 Die erste Ausfahtt de» Bundeskanzlers. . Heber das Befinden des Bundeskanzlers Dr. Seipel erfährt die amtliche Nachrichtenstelle um halb 8 Uhr abends: Der Bundeskanzler hat gestern um 11 Uhr vormittags eine einständige Ausfahrt unterncimnen. Nach dem mit gutem Appetit eingenommenen Mittagessm erquickender Schlaf; nachher völliges Wohlbefinden. Ae Bedingnnsen der ungarischen Auslands« anieihe. (Gigerldienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 36. Juni. An der Ausländsanleihe haben neun ausländische Staaten teilgencnunen. Frankreich hat sich nicht beteiligt, dagegen haben die Vereinigten Staaten teilgenommen. Die Beteiligungsquote ist folgende: Großbritannien 4 Atillionen Pfund, Vereinigte Staaten 2,25 Millionen Pfund, Italien 1,5 Millionen Pfund, Schweiz 1,25 Vcillioueu Pfund. Holland 500.000 Pfund, Tscheche«-Slowakei 500.000 Pfund, Schweden, Norwegen und Dänemark zusammen 240.000 Pfund. Die ungarische innere Zeichlluug beträgt 10 Millionen Goldkronen, das macht insgesamt 250,690.000 Goldkronen. Somit hat in Europa nach England die größte Tranche Ae Revision der kffeltenbeWnSe in Ungarn. (Eigendienst der „Wier'er Moroenzeituna".) Budapest, 30. Juni. Heute waren in BörstiUreisen Gerüchte verbreitet, nach denen die Kontrolle der E s s e k t e n d e p o t s der Bankcn auch auf die Effektenbestände der P r i v a t b a n k > e r s ausgedehnt werden solle. Nach an zuständiger Stelle eingezogenen Informationen unseres Korveisipondenten ist eine derartige Anordnung nicht ergangen nnd auch der Mi nisterrat hat zu dieser Angelegenheit noch keine Stellring genommen. Die Revslntkon m Albanien. (Eigendienst der „Wiener Morgenz'eitung".) Belgrad, 30. Juni. Der Expväsident der albanffchen Regierung A ch m e d Z o g u erklärte den Vertretern der Presse, die albanische Nevolntion war die Folge der Unzuifriedenheit einiger Offiziere, denen sich auch bedeutende Teile der Opposition angeschlossen hoben. Die Regierung wäre zunächst in der Lage gewesen, sofort bei den erstell Anzeichen diesen Aufstand zu unterdrücken. Sie' wollte jedoch ein Blutbad vermeiden, und so kam es, daß die Revolution gesiegt hat. Tie heutige Konstellation Fan Noli und seiner Genossen umfaßt so viel heterogene Elemente, daß sie sich schwerlich wird behaupten könne«. Weiter erklärte Achmed Zogn, er wolle jetzt nach Wien fahren, um sich dort mit Mitgliedern seiner Familie zu beraten. Etteikende SMere. («Eigendienst der „Wiener Moroenzeituna".) Athen, 30. Juni. Der Streik der Offiziere der Kriegsflotte dauert an. Das Marineministerium forderte sie auf, den Dienst wieder anz-utreten, was die Offiziere ablehnten. Ihre Verhaftung wurde angeordnet. Sie werden vor Gericht gestellt werden. Eine Mob ilifieruug der Flotte .ist wahrscheinlich. Nach Beilegung dieser Angelegenheit wird der Marineminister demissionieren. Ueber die Aufnahme an den galrzischen Mittelschulen. Warschau, 30. Juni. In der letzten Sitzung brachte der jüdische Deputierte So mm erste in eine Interpellation an den Unterrichtsminister ein, in der er darlegte, daß bei der Aufnahme in die Mittelschulen Osigaliziens, besonders in Lemberg, der Numerus clausus gegen die jüdischen SchAer angöwendet werde. Ein großer Teil der SchMeiter lasse die indischen Schüler gar nicht oder nur in sehr beschränkter Zahl zu den A u f u a h m s p r ü f u n g e u i« die Mittelschulen zu. Dies wird mit Platzmangel begründet, obwohl an manchen Mittelschulen Mangel au Schülem herrische. DeHntievter Dr. Reich interpellierte den Minister des Innern über das in Miele c (Osttzollz'en) erfolgte Verbot eines Theaterabends in jüdischer S p rache. Der bulgarische Sabranie. (Eigendienst der „Wiener Morgen^ei'nng".) Sofia, 30. Juni. In der Debatte über die Ermordung Petkows sprachen nach Z a n k o s f verschiedene Redner, die den politischen Mord verdammten. LilianÄw wollte das Wort ergreifen, was der Präsident jedoch nicht zuließ. Ta Lilianow daraus bestand, erhob sich ein heftiger Lärm und die Huissiers mußten gewaltsam d t e T r ibün e räumen. Nach Schluß der Debatte schlug der Kommunist S t o j a n o w ein Tadelsvotum gegen die Anwendung von Gewalt vor. Die Mehrheit beschloß jedoch, daß Stojanow für die Dauer von drei Sitzungen ausgeschlossen werde, worauf der Sobranje der Regierung ein Vertrauensv o t n m erteilte. ■ in der ff Wiener Morgenzeitung“ den sensationellen Fassballroman

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