Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1930 (30.6.1924)
- Date
- 1924-06-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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«pfpsp i! vi 7mr<ftr~'*'! " ee*r,i <* 1 - ' 1 » , \ \ 6 Mr« \ i^iii/ln^aB^r „ Memr MöeWnMMs?"" ■**m' ’W**->->■' oren ienuch anj Aepofitenöänket. Mo» AK. H ftfdßtf fiek'n, jttttt Anke» fttret Enkel, And hört mich a«, geliertes Anvttknm! Sch finge Gnch mein Depöfitenvänkel: So «ie man's treibt, fo geht es, «iimtttz krnmm. Jlnitntttj ^UfiiwBi 1 Ach «er ein Jüngettng «nd e-n' OrfaSrnng Als «n der volle« Schüssel ich Nahm Metz. Ich lernte als Direktor die chevernng, Und errettete, es «er für die Aetz! Katz, Aetz! Men« alles fiteg, den« -eve ich gewonnen, Die Seche ging ganz schön so jahrelang, Doch «ech der Arenkenschlecht iss es zeronnen, Merloren -et natürlich jetzt die Wank. Aevk, Aank! Aach dem Gestank verduften, ließe Prüder, Gelang nicht einem jeden, es ifi sched'! - Die Wenkdevife ward: De legst dich nieder! Getroffen «er fie vom Kerwaltnngs re d. Aad, Wad! Es hielt noch gestern eine lange Sitzung Der große HeneraldirektorstaS; Keut heißt es denn: Ks kommt die stch're Stützung, And morgen heißt es: In des kühle Hrrk. Graß, Graö! Ihr lieöen Leute fegt es jedem Knkel: Aelümmert ist stets nur des Publikum, Lebt nicht auf großem Zinsfuß, sagt mein ALnkel; So «ie man's treibt, so geht es, nämlich krnmm. Krumm, Krumm! Baukenschutz. ,Haben Sie gehört? Die Mavinebank wird nicht gestützt werden." „So, dann hat sie Chancen, daß sie davonkommt." Zurechtgekommen. Zu einem Fabrikanten kommt ein Inkassant, um einen Betrag einzukassieren. „Jetzt kommen Sie?" sagt er vorwurfsvoll. „wo rch heute die Monatsgehälter auszahlen soll?" Der Inkassant geht und kommt nach acht Tagen wieder. r „Was?" schreit ihn der Fabrikant an, „jetzt kommen Sie, wo ich erst vorige Woche die Gehälter ausbezahlt..habe?" Der Mann geht wieder. Nach weiteren acht Tagen erscheint er abermals. „Na hören Sie", sagt der Fabrikant, ,Me kommen kassieren, wo ich in 14 Tagen Geh alt sau szahluu gen habe!" Zum Ultimo stellt sich der Inkassant wieder ein. „Sie kommen gerade zurecht," empfängt ihn der Fabrikant schmunzelnd. „In einer halben Stunde beginnt die Gläubigerversammlung." Handel und Wandel. Wir leben in bewegten Zeiten. Heute bezieht ein Kaufmann noch Ware und morgen acht er in Konkurs. Kein Wunder, saß da neulich einmal bei einem Großkaufmann abends plötzlich fast alle Gläubiger erschienen. „Was heißt das?", ruft der Mann erstaunt. „Stch ich denn schon in den Abendblättern? Ich werde schon insolvent werden, meine Herren, aber drängen lasse ich mich nicht!" ' Mitteilungen ans dem Publikum. Telephon 61.198 Telephon 61.198 Bernhard Schimmermann Salon für feine Herrenkleidung nach Mass Laufende Instandhaltung der Kundengarderobe WIEN, I. wo* Graben 29, Trattnerhof 2, Mezzanin 72-74 BÜCHERSTUBE RATH&PRKGER «WIEN, H. 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Der Vizepräsident des steirischen Landesverbandes Kremser sagte, der Mieterschutz, im Kriege eine Notwendigkeit, habe derzeit jede Berechtigung v e r l o r e n. Die Zwangsgefetze haben keinen Nutzen gebracht und es wird auch, solange der zwangsweise Mieterschutz besteht, die Wohnungsnot bleiben. Es müsse neutral vorgegangen werden, denn die Hausbesitzerschaft stehe vor dem Zusammenbruch. In scharfer Weise nahm er gegen die Schaffung -eines Ausgleichssonds Stellung, den er als Sozialisierungsversuch bezeichnete. In scharfer Weise sprach Hausbesitzer Msißl gegen den' Refvrmbund der Hausbesitzer, dessen Leiter er beschuldigt, zwecks Erlangung einer Bankkonzession, der Hausherrenbank, die Standesinteressen zu verraten. Ein folgender Redner wandte sich gegen das Parlament und schlug die BeseitigUW des Listenwahlrechtes vor, durch welches nur die „politischen Schieber" begünstigt werden. Es sprachen sodann noch die Führer der „Wohnungsliga" und der Zentralorganisation der Obdachlosen, Landes und Fischer. Der erstere führte eine Reihe von Beispielen an, welche ein Parteimäßiges Vorgehen des städtischen Wohnungsamtes beweisen sollen, und bezeichnete als den einzigen Ausweg: „Weg mit dem Wohnungsamt, Schaffung eines freien Wohnungsmarkties, Entpolitisierung der wirtschaftlichen Fragen, Beseitigung der Berufspolitiker. Schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme, welche folgende Forderungen ausstellt: Die Bundesleitung wird ermächtigt, alle zum Abbau des Mietengesetzes ergreifbaren Mittel in Anwendung zu bringen. Die Hausbesitzer werden verpflichtet, der Organisation durch Vollmachten die Verwaltung ihrer Häuser zu übertragen, welche dann die weiteren Mittel ergreifen wird. Unglaublich, aber nicht Ivahr. Die akademischen Behörden haben die Abhaltung eines tein ^wissenschaftlichen Vortrages auf der Wiener Universität Einem armen alten Juden, der hier die Staatsbürgerschaft nicht besitzt, hat das Wohnungsamt ein Kabinett zugewiesen. Sin Chauffeur ist gemütskrank und Kokaimst geworden, weil er einen unvorsichtigen Passanten beinahe überfahren hat. In einem Theater erschienen dieser Tage zwei Besucher; einer mutzte aus die psychiatrische Klinik gebracht werden, weil er sich einbildete, für oie Karte bezahlt zu haben. Vorige Woche wurden wiederum einige Lokale gesperrt, um Bankgeschäften Platz zu machen. Zum ersten Juli sollen angeblich einige Wiener Familien aufs Land fahren. lA/ienenntf) VfmandasSt Wenn wart hei Nacht von der Arbeit zur Haltestelle der Rundlinie kommt und man dort im Regen eine gute halbe Stunde steht und es kommt kein Wagen nach, und man am nächsten Tage dann zufällig hört, daß die Rundlime wieder einmal einen anderen Weg nimmt.... * " Wenn auf der Straßenbahn die Leute noch ein- und aussteigen und der Schaffner unbekümmert darurndas Abfahrtssignal gibt... *' Wenn man in einem Theater, wo das Stück keine anbei Kreuzer wert ist, für ein Garderobestück 4000 K. bezahlen MUß , « , ,; -,?■ '■ Wenn das Publikum wegen einer größeren Bank in Sorge ist, Ivorauf sie so gestützt wird, daß sie endgültig zusammenkracht... Schließung der RenaiffaukebAne. Wegen Baudefekte. Die Renaissan cebüh-ne muß ab heute wegen plötzlich e-ingetretene r Baudefekte ihre Spielzeit unterbrechen und bleibt bis aus werteres bis zur Behebung de-rsMe-ir gefchloffen. Bovgelöste -Karten werden m der Direktionskanzlei rückvergütet. Sie jugendlichen Hakenlreuzler. Geistern würde in der Gersthoisevstraße ein Zug jugendlicher Hakenk«re>uKler von der Polizei zerstrE, da die Burschen provozierend -ihre „Parteisahne" vorantrugen. Nach der Intervention der Wache valliierte sich jedoch neuevliich eine Gruppe, die trotz des Verbotes wiedevuim die rote Fahne mit dem weiten Hakenkreuz e'nt°> rollen wölbte. Es kann ein zweitesmal zu evvegten Auseinandersetzungen zwischen den Nabionalsozialisten und der Pollizei. Schließlich gelang es aber, vollständige Ruhe heWstellen, die Gruppe konnte ihren Marsch ungehindert sortsetzen. _ 9ns KOIosignsuvgliick in Bruck a. d. L. Die drei bei dem Expldstonsinngllirck in Kaisersteiub ruch schwerverlletzten Soldaten wurden bereits auf der U-uMstabion des Hofrates Prof. Dr. E isels-- herg operiert und die Gprengstücke uus den Wunden ent- -ftrnt. Das Befinden der Verunglückten ist erfreulicherweise'günstig. * Sftiuittftftut Sumaitu Braun. 14. Bez., Reindorfgasse 42. (Entaeltlich.) V zy. Mn! M - - «»V RBDAK-flON ST IM ME DES LESERS Generalabwehr des Generalfturms. Geehrte Redaktion! Die „Wiener Morgenzeitung^ deckt in Erfüllung ihre^ publizistischen Pflicht mit dankenswerter Koni-eqnenz die ge. heim-en und offenen Verbindungen, die zwischen^ den antlsemitischen Hauptquartieren -der -einzelnen Zander bestehen, aus Sie konnte auf diese Weise feststellen, daß die mternatwnali antis-enmtische Verbrechergesellschaft, aus einer imd derielben Geldquelle, der amerikanischen, gelpeist wird und in München ihre europäische Zentrale besitzt. Diei-e Arbeit ist ucherlig wertvoll, um so wertvoller, als ip.dle anderen euro!paischei> Tagesblätter es verschmähen, sich dwier aufklarendeu Arbeit zu unterzichen. . . , _ . .. . Gestatten Sie mir jedoch, zu bemerken, daß es bei diesen Feststellungen allein nicht sein Bewenden haben kann. Wir sehen und spüren nur den Generülstnrni, ->ehen und wuren aber nichts von einer Gen-eralabwehr. Wohl gibt es da un dort sogenannte Rechtsschutzbureaus, deren Tätigkeit zedoch aus dem einfach-en Grunde wirkiin-gslos blerben mutz, weil dieie Rechtsschutzeinrichtnugen weder über ausreichende Geldmittel, noch über das ersordeÄiche ÄbwÄrmaterial verfugen, jschon dadurch allein nmssen sie -gegenüber dem Generalongrizf der vereinigten antisemitifchen Geheimbundeider Welt, die Uber fast unerschöpfliche Geldmittel verfügen und die Verleumdungspropaganda einhertlich betreiben, iin Hmtertres^n Meiben. Die Genevalabwehr soll jedoch nicht gur der Widerlegung der Verl-eumdungen 'bestehen, denn stnd so kratz und so nnglaubwürdig. daß kein Mensch aiich nur Primitivster Kultn, und mit dem geringsten Rechtsgesuhl diesen Lugen Glauben schenken kann. Man muß jedoch a>lch in der Abwehr der Pißchologie der Volksmassen Rechnung tragen. Die breiten Volksschichten sind gewöhnt, jeden DeMllogen, der gch ihnen mit Ausdauer ausdrän-gt. wie einen Eiligen, einen, Propheten anzuschen, der sich für eine große Fdee ops-eri. Wir willen wdoch daß alle diese antisemitischen DeMgogen, welcher Nation 1« auch angchören und in welcher Sprache, pe auch ihre zum Mord aufreizende Propaganda beMiben„mögen, nichts weniger' als Märtyrer einer Idee, höchstes Märtyrer chrer Habgier und ihres Sadismus sind. Man kann ruhig behaupten, daß kein einziger von den bekannten antl,emitiichen Aufwieglern makellos ist. Von ihren Mordknechten gar nicht zn reden. Man braucht nur die Gerichtsverhandlusi-gen in den letzten Monaten in Deutschland, Ungarn, Polen, Rumänien unb auch, schon m Amerika verfolgen, um festzustellen, was zur mne Galerie dunkler Ehrenmänner sowohl die ausübenden antis-emitischen Mörder, Echresser und Räuber als auft Hre hochstehenden Auftraggeber und Beschützer darstellen. Davon und ganz besonders, von dem Zusammenhang zwischen den Autoren der antise-mitiichen Verleumdungsschriften und diesen Geiellen erfahrt die breite Volksmasse aber in der Regel nichts. In..ihrem Hirn lebt der Demrgog nach wie vor als makelloser, Märtyrer. , Meine Anregung geht nun dahin: dem rnternationalen Generalsturm der Antisemiten ist ^eine internationale Abwehr entgegenzustellen. Der Verleumdung muß die Entlarvung, der Verleumder entgegengehalten werden. Genau so wie die Mörderzentralen von München. Budapest. Bukarest, Warschau u-nd den Zentren der Vereinigten Staaten miteinander kooperieren. indem sie mit dem gefälschten Verleumdungsmaterial aushelfen, so müßten in allen Staaten 'von jüdischer und im allgemeinen progressiver Seite Informationszeiitralen errichtet werden, die einander nicht pur über die auftauchende Verleumdung, sondern auch über die Verleumder seW mit Aufklärungsmaterial -unterstützen. Es nützt wenig, wenn sagen wir eine in München aufwirbeln^ Flugschrift an Ort und Stelle verfolgt, der Fälscher entlarvt wird, wenn dieselbe Flugschrift sofort in Hnnderttansertden von Exemplaren m den verschiedensten Sprachen >in alle Länder versendet wird und man außerhalb Deutschland von der Entlarvung der Falscher nichts weiß oder diese Kenntnis nicht zur Abwehr oder vorbeugend verwertet. Der .Wiener Moogenzeitung" als Weltblatt erwüchse in dieser gemeinsamen Erbest die wichtige Aufgabe, diese Fnformatio-nen ständig zu registrieren und aller Welt zu vermitteln. Es wäre eine dankbare Aufgabe, wenn sie etwa unter dem Generaltitel „So se'tzen sie aus" auf Gnuid authentischer Daten das getreue Klldder antiseinitsichen Führer und ihrer Werkzeuge liefern wurde. Eme ivlche Arbeit, sorgfältig und kons-equent durchgeführt, wäre sowohl vom historischen als auch vom Gesichtspunkt der Säuberung des öffentlichen politischen Lebens v-op unschätzbarem Wert. Es würde mich sehr freuen, wenn .meine bescheidene Anregung an den in Betracht kommenden Stellen Anklang finden würd Hlstoricus. Anstrittsbewegung und Kultusgemeinde. In Ihrem geschätzten Blatt lese ich von Zeit zu Zeit di'e Listen der aus dem Judentum Ausgetretenen. Ich gehe Wohl nicht fehl, wenn ich annchme. daß der Anlaß zu diefein Schritt ln vielen Fällen die S t e u erb o rs ch r eib u it g d e r K u I t u s g e m e i \i»e i st. Ich meine , die Art -und Weise, wie dies geschieht. Man bekommt eme Vorschrei'bung. daß mail diesen oder stnen Betrag zu zählen hat, ohne Angabe, warum, wieso und wozu. Bei den Protestanten läßt man zuerst -den Betreffenden sich s e lbst e i nschätze^ was bei jedem anständigen Menschen gewiß den Erfolg zeitigen wird, daß er sich nicht zu niedrig -einschätzen wird, vielleicht höher als ihn die Kultiisgemeinde einschätzt. Weiters sollte dem Steuerzahler doch gesagt werden, daß er ungefähr so -und so viel Prozent seines EinkomMns als M -i n t m u nt zn zahlen hat und falls die Vorschreibung unrichtig erfolgt ist. er dies durch Belege (Vorlage der Steuerquittnng oder sonst aus irgend eine Art) r i ch t i g st i l l e n kann. Bei iden Katholiken werden die Arlsgetretenen von zwei Damen oder Herren besilcht, uw sie,n-mzustimmen.. Bei den Juden begnügt man sich scheinbar mit der Registrierung. Es wäre vielleicht doch sehr interessant, die Beweggründe der Aiisgetreteneri zn wisseii. Ich habe irider nicht die Zeit, die Betreffenden aufzilisilchen, aber seitens der iK-nltusgenreinde könnte dies wohl veranlaßt werden. B. G. iTraget 704 Schuhe! mit eingebautem „BersOBM-Gumihi-Absatz