Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1929 (29.6.1924)
- Date
- 1924-06-29
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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v ■« «, -.- . .v j-.^^^ Seite U Wien, Sonntag Merrer MvvgÄrzelLuttg» §9. Zum 192^ Kr. m n 0 Pt k k R I ( h T » Neue Mode-Ideen. s Der Schal. — Schmuckphantasien. Der Achal kommt mehr denn je in Mode! Schals ieglicher Größe und jeglichen Formats, in allen Ausführungen, Schals, die verschiedene Pflichten haben, bald ein llllzu luftiges keglige zu verdichten, bald den Eintritt in :-inen Hotelsaal wirkungsvoller zu. gestalten, bald nur Hals and Nacken zärtlich zu umfangen — in allen Rangsstufen Xnd sie da: aus duftigem, weißeru Chiffon mit breiter farbiger Bordüre, ans geblümten Crepe Georgette, aus F l a u sch ft v f f in slawischen Motiven bestickt; g ehäkelt oder geblickt oder in Regenbogenfarben ab- L ■ (c q schauert; «ts schwere», handgeivebter Japan sei d e oder aus metallisch schimmernden Cloquestosfen, aus gelber und blauer Sckidtz, Llumenbestickt, sranssmmsäumt, VohemtenarLig um dfie Schrchterw geworfen stla Garmm für die Ländlichen Kurpronlenadst, sin spießerischer Lässigkeit pder vttnahbarer Würde getragen^ MiM hat schon längst entdeckt, daß ein großer Schal sine Toilette ersetzt: leicht umgewiMt, hier ein paar Druckknöpfe, dort eiine Sicherheitsnadel und eine echte Agraffe — die eiuzÄtte Schnur auch Vormittag zum Kostüm gestattet sransenumsäumtsr Crepe de Wne-Tüchern gibt es als Neuestes knbjist is-ch bemalte große Tücher, die quadraljischen Mstücher und Schals sind mit geometrisch durch-- SinandergÄv'ürselten Figureir bedeckt und schon beginnt das^ futtiristische Wüster den erstell Akkord für die Kerbstsaisoir anzuschlggm. i i ■. i. Schmuck, ein faszinierendes Wort! Besonders Perle«, Lire schon zur Toilette gehörig betrachtet w>e.chLn, dst die einzelne Schnur auch Vormittag zum Kostüm gestattet ist. Die doppelten, drei- und mehrfachen Ketteln dagegen bleiiben dem Nachmittag und dem Abend Vorbehalts und nur dein Abend gehört die letzte Mad-elaunv', d^r es gefällt, stkne lange Kette, mit einem Anhänger odvr einer Ouastej beschwert, rückwärts herabbaumeln zu lassen. Es haben sich bezüglich des Tragens von Schmuck allerhand neue Regeln herausgebildet, die streng zwischen Tages- und Ab e n d s ch m u ck unterscheiden. Das neunte Gesetz: auch bei Tag kann kostbarer Schmuck getragen werden: zu wstbaren Steinen einfache Fassung, bei komplizierter Fasson Zurücktteten des Wertes dev Steine. Sogar zur Sparttoilet te ist echter Schmuck gestattet, zum Beispiel in Gestalt von T-ieren, RakettS und 'neuestens von Monogrammen oder geschriebenen NamensMM. Die Ohrringe werden immer länger. Wer Boutons besitzt, läßt, sie an feinen Kettchen oder gegliedLrt'äir StMir befestigen. Kleine Kameen werden mit Brillantsplittern umrahmt-und am Ohrläppchen aufgehängt und das Haar wird mit einem kleinen!BrillantPfeil durchbohrt, dev allerdings auch schon in Riesendimensionen bei Hüten, Schals und Taillen austritt. Die .Perlkette baumelt rückwärts herunter, die Brosche steckt hinten am Kleidausschnitt,, auf der Achsel, am Gürtel, das geflochtene Perlbandschmückt dekorativ das Dekollete, das Medaillon hängt nicht am Hals, sondern am Fuß und die Brillantriviere ist auf den Kopf gewandert, So hat sich auch im Tragen des Schmucks eine Revolution vollzogen. ■ &’. Nenezell Alle Möbel. Zur MoLelaussteMttg im Bundesmobiliendepot. . Alte Möbel! Wie unappetitlich kann das Wort klingen, "wenn man es mit dem Beigrrff eines Trödlerladens bereinigt, und dadurch die Vorstellung von etwas Muffigem, Traurigem, Verwahrlostem ibekommt. Wie anders wirkt es auf uns ein, wenn wir uns die Zeit vergegenwärtigen, kr eme reiche Dynastie den Dräng hatte, den Prunk der Macht auch m ihre Gemächer zu tragen.und.MM Teil sogar!bie Richtungdes Stils selW zu erwecken. . Die Schausammlung von Wlöbeln. die vorgestern im B u n d e s m o b i l i e n d « p o t der Oeffdntlichle it zugänglich gemacht wurde, ist sozusagen ein Symbol der alten Macht und der Geschmacksrichtung der Jahrhundertwende. Sie enthält hauptsächlich Einrichtungsgegenstände aus der zweiten Hälfte des 18. und dev ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, zu geschlossenen Interieurs bereinigt: mit sinnreicher Hand und feinstem Formgefühl zusammengestellt, da auch Spiegel, Luster, Teppiche, Nippes, Stoffe, Vorhänge zur Ausschmückung des Raumes verwendet wurden, so daß eine stilech te Einheit zustande kam. Ein Unikum stellt die reiche Sammlung von S e ss eln dar, hauptsächlich aus der Biedermeierzeit, eine Thpensammkmg eigenster Art, die die Mamosfältigkeit der Thpest innerhalb einer Stilgattung in orrgmellster Weise HMmeuttert. Aber nicht die einzelnen Möbelstücke sind es, die UttstpU Interesse erregen. Vielmehr der Geist, der aus rhuetts atmet, der Charakterdet .Wohnungsknll die sie 'bezeugen. Die Sammlung ist-solcherart als Midungsstätte gäacht. Morsch und - erzieherisch gleich wMf voll. Wir. sehen, däß die - Zeit sichihren eigenm DHs geschaffen mck nicht irgend eine .wilMrlich hervovgeÄScht^ Form angeiwtmnen hat. Mensch und Heim bckWea erM Einheit. Die prunkvollen. Typen der Em p ft c z ei4 \ die erotisch betonten des Louis Seize, die zrerKchM der B i e d er: m e i e r e p o ch e — all -diese ErschemmrgyrI sind Reflexe einer ästhetischen Anschauung, welche kultur-elle und soziale ergänzten. Nicht nur für Leu 8äW Ndet also diese Schau ein wertvolles AnvegMlgZmrttch der Mobelerzeuger und der FrmenmchrM besitzest hiereinwaudft-erer Weise Studieuobj-ekte -ersten Ranges. ■ SSfc; handwerksmäßige Ausführung und die formali■ Durchführung schließen sich lückenlos aneinander. Sie he-! tonen eine Stilreinheit und Echtheit, die leider heute za-m größten Teil verlorengegangen ist, da sich ^der Geist der.' treuen Innenarchitektur, wie er beispielsweise, von W i e n e r K ü n st l e r n propagiert wich, noch nicht durch--. gesetzt hat.. Das Heim des heutigen Menschen, die' Wohnung der heutigen Gesellschaft neigt emenr MschumsH von Stilgattungen oder einer gedankenlosen Nachahmur^ überlebter sozialer Epochen zu. Vielleicht wird die ’ terieurschau im Bnndesnw'bilieirdepot hier erzieherisch-, korrigierend eingreisen. Sollte dies her j^in, dann - wäre ihr wichtigster Zweck erreicht. pr. \ Stilvolle Badekostüme. Ein flüchtiger DW auf da- . nwderne Familienbad anr Meere — und man kann es sehr leich t mit einer eleganten SÜr-andprommade '' verNPchsÄn. Denn das moderne Badekostüm ist kein echter Badeartzug zuür Schwiuunen mchr, sondern -ein schikes Complet aus schwa»eA- oder farbigem Taft, aus Seidentrikot und ähnlichen Stoffen:- es fetzt sich aus Kasak und Höschen mit kurzem Ueberrockchttr zusammen; raffiniert und geschmackvoll kombiniert, umt bunter Stickerei, hellen Seidentressen, farbig eingefaßten! .Volants, westen-artigen Einsätzen und langem Jumper. Der rücken-, lose Badeanzug ist die neueste amerikanische Modeschöpfung, bei welcher die Schulterträger auf demnackten Rückwr - sich. ■ kreuzen und - seitlich..'am, Rö.ckchen befestigt sind. Mchr - sieht auch TastWstüme. chrre- -.U-Ästvwckchen. -die Hofen ariginÄl. M.-.- .zeichnet, ein wenig Pierrotform mit bunten Bändchen rmv! 'Pufftir. an den A-ußennäht-en. Es kommt alfo bei den Badekostürnen mehr auf die Schönheit als auf $$ ZweckmWgfeit au-. . ' /' - ' ' ' . Eine neue. Modefarbe.. Eine der edelsten Färbest,. 4 die /es, , überhaupt gibt — das pompefaniisch-e Rot —- beginnt.ist. der Mode eine große Rolle zu fpielen. Zwischen Orange, und' Zinnoberrot fchwankestd, wird es kaum allgemeine Populaoi-täterreichän, demr. es fcheini ausgeschlossen, diese.IleuchtetchL urid-dabei dochdiskrete Färbe in' billigen' Stoffqualitäken auif den Marikt zu bringen. Schtvarz mii pompchanischem Rot Misammengestellt gilt als dernier chic; entweder bildet dieses Mot dick Grundfarbe der bedwlckten Stoffe oder Weiße Kleider werden - mit dem Rot besttät. Die eigenarttge- Farbe, die feit reher -be^ iynndert wurde, Hai nun auch in den Modesalons Erfolg. Bevor die PrMische Dame aufs Land geht, sorgt sie für die Komplettierung ihrer Toiletst, die: ohlte das typische' Wiener Hochsommerkleid unvollständig ist: -Dien bestrenommierte Firma Hela Silber, 2. Bez., -Wborstraße 18 (Hot-t N ai i-ona l), hat für diesen Zweck Mebesonders reiche Auswahl an Seiden in weiß und farbig, nroderne'Marocains und anderes vorbereitet und bietet.fpezW in Resten die gmrftigstc Eiukanfsgelegeicheit. - - MMMIL AUSSTELLUNG Kunstgewerblicher Arbeiten aller Art Binsen / Handarbeiten / Hippes Feine Damenwäsche Handgemalte Kleider und Tücher Hausindustrie EXPORT Hanna Menzel & Cie» Kunstgewerbe Wien, I. Burgpassage VIKTOR MEISE LMANN SALON FÜR FEINSTE MASSANFERTIGUNG KO ST ÜHE / MÄNTEL; KLEIDER / PELZE * Wien, 9. bezirk, hörlgasse 9, tür 12 TELEPHON NR. 3744/6 KAUFIN M .t' Komplette Brautausstattungen Dl B ITABOR/Tft. 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