Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1928 (28.6.1924)
- Date
- 1924-06-28
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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SamStvg Wiener Morgenzeitung. 88. Su«r ISS« Slr. ISS» SV Lote. — StrMcher Lelchtfinn. — -ns Telephon. Von unserem Tpezialberichterstatter. StrMcher Lelchtfinn Die- BergungSarbeiteZ für die Opfer der Gruben» tlüastrvphe bei Gloggnitz wurden gestern zum Abschluß ge» Lvachl. A l l e im Bergwerk noch eingeschlossen Gewesenen wuchen alS Leichen aufgestmden, mit Ausnahme eines Bergmannes, der ins Krankenhaus unter schweren VergiftrrngSerschemungen gebracht wurde und dort gestern vor< mittags starb.' Die Zahl der Toten beträgt insgesamt dreißig. DaS; LaNdeSjugendamt hat sofort den Auftrag erteilt, daß sämtliche Kinder, die durch den Verlust des Vaters in Not geraten in LandeSjugendhsi«« gebracht werden. Unter dm. unglücklichen Familien befinden sich solche mit sieben Kindern. ' Die gange Nacht über spielten sich vor dem Bergwerk bis zum Morgengrauen schreckliche Szenen ab. Frauen suchten ihre Männer und Kinder suchten die Eltern und erfüllten den ganzen Platz mit Wehklagen. Die Toten sehen aus, als würden sie schlafen, nur die Rötung des Gesichtes weist auf die Kohlenöxhdgasvergiftung hin. Ein Toter hat die Füße krampfhaft verbogen, ein anderer Hat die Hände zusammengekrampft. ■ Ein anderer. weist Verletzungen an den Rippen-auf,-wieder ein - anderer hat das Gesicht zerschunden. Seine Kameraden erzählen, daßer sich bereits auf dem retten-den Gerüst befand, als er wieder ab stürzte und so! den Tod erlitt. Ein Arbeiter namens Wolferl hat sich dadurch gerettet, daß er einen Sprung in einen zwölf Meter tiefen Schacht gewagt hat, der ihm auch gelungen ist. Interessant ist, daß derselbe Arbeiter bei dem vor vier Wochen stattgefimdenen Brand ebenfalls in Lebensgefahr schwebte und gerettet wurde, während sein Kamerad damals ums Leben kam. Die erste Partie war bereits eingefahren, als der Obersteiger mit seiner Partie folgte. Er merkte sofort einen auffälligen Geruch und ließ seine Partie umkehren. Wäre dies nicht geschehen, so waren alle achtzig Mann der Belegschaft zugrunde gegangen. Der älteste Verunglückte ist 72, der jüngste 19 Jahre alt. Ueber die Ursache» des Unglücks hat. das Revierbergamt St. Pölten, in dessen Gebiet das Kohlenbergwerk gehört, ein Gutachten abgegeben, wonach aus dem abgesperrten Grubenraum Kohlenoxhdgase in den offenen .Grubenraum traten. Dadurch wurden die Gruben mit Kohlenoxyd erfüllt und die in den Grubenräumen befindlichen Bergärberter durch Einatmen von Kohlenoxhdgas erstickt. , Di^eml Gntächten stehen die Aussagen der Betriebsräte gegenüber, daß: der Schacht einige Tage früher aus Weisung der Betriebsleitung abgedämmt, die Abdämmung jedoch am Tage-üor dem UDlM '., , - - ans BeMlaffimg der Direktion . geöffnet wurde.°M«'ch>ireKiön wurde wegen dieses Vorgehens gewarnt, da dies einen sträflichen Leichtsinn bedeute. Zur Zeit des'Unglücks war niemand von der Leitung anwesend. Der Direktor Ludwig, der gerade an einer Verwaltungsratssitzung terlnahm, mußte von Wien geholt werden. Wenn die Abdämmung des letzten Grubenbrandes, der vorkurzer. Zeit aus gebrochen war,'nicht in einer Weise durchgeführt wurde,' die den bergbehördlichen Vorschriften voll entspricht, so wüchse die Schuld an der Katastrophe die- Direktion, treffen. Vom Verkehrsministerium ist bereits «ne 11 n te r s u ch n n g 8 k o m m i s s i o n eingetroffen, die besonders .festzustellen haben wird, wieso es geschehen konnte, daß die Abdämmungsmauer durchbrach und die Rauchgase in den Stotzen eindringen konnten, wo gearbeitet wurde. . . Aus pen Erzählungen der Rettungsmannschaften ergibt sichdaß infolge . . .. , V-...',- mangelhafter Vorkehrungen das Rettirngswerk versagte, da nicht die entsprechende Bkn-fta h l von Ga S m a S k e n vorhanden war und die vorhandene -nicht in gebrauchsfähigem Zustand waren.- Auch war die Rettungsmannschaft des Bergwerkes nicht e n 1 s -p'-r e ch e n d g e schult itnfe infolgedeffen ganz ratlos. Die RettmrgSaPParate waren nicht in Ordnung, es waren keine .Sauerstofflaschen vorhanden und einer der Arbeiter, deh feinen ^vrivunglückten Kollegen zu Hilfe kommen wollte, erlitt selbst den Tod, weil er nicht entsprechend mit Hilfsmitteln ausgerüstet war. . 4- ■ 1' Auch das Telephon hat nicht ftrnriioniert. Das Unglück ereignete sich um dreiviertel iS tifit Mittags. Nun ist" in den 'meisten Landpostämtern von 12 bis 2 Uhr Mittagspause. Es konnte daher erst nach 8 Uhr nach Grünbach um Rettung gerufen werden. Die Rettungsmannschaft langte um halb 4 Uhr nachmittags ein. Der Todesmut der Kameraden. Nachts wird uns noch gemeldet: Die Bergung der Toten war gestern mn halb 7 Uhr früh beendet. Es kann nicht genug rühmend. hervorgchoben werden, wie tapfer und todesmutig sich die Bergleute benahmen und wie sie, ihr eigenes Leben nicht achtend, in ^n Stollen drangen, um die in Gefahr schwebenden Kollegen zu -retten. Zwei der Retter fanden dabei auch den Tod, der. Bizebürgermeister von Enzesreith Zwinz, der wiederholt Rettungsversuche unternahm, und der Bergarbeiter S ch-mi d t g r u b e r. Die Verunglückten wurden an Mz verschiedenen Orten vom Tode ereilt; manche in den unteren Stollen,, manche auf der-Flucht nach aufwärts. - Die Gefahvenzorre der brennenden Stollens war der Südwesttrakt der Bergwerksanlage. Die Leute, die im östlichen Plötzen arbeiteten, hätten sich durch einen gesonderten Schacht nckch auswärts retten können. Doch eilten viele von ihnen..in die Richtung der bedrohten Kameraden und fanden so den Tod. Vormittags wurde von den Beamten des RevierbergamteS eine eingehende Untersuchung und ein eingehendes Verhör der an' den Bergungsarbeisl n Beteiligten vorgenommen und gemeinsam mit der Bergwerksdirektion Maßnahmen in Erwägung gezogen, um den brennenden Flöh neuerdings vbzu- . dämmen und ein weiteres Umsichgreifen deS.Brandes im Bergwerk zu verhindern. Diese Arbeiten können wieder nur unter Lebensgefahr und unter Anwendung von Gasmasken vollzogen werden. Besonders schwer wurde die Familie S p r us i n a betroffen, von der der Vater und die beiden' Söhne der Katastrophe zum Opfer, fielen. Der vor einigen Wochen, wie es heißt, durch eigenes Verschulden im Bergwerk beim brennenden Flötz verschüttete Ra mb u r a, der bald darauf seinen Brandwunden erlag, war ein Schwager der Familie Sprusina, so daß diese Familie hinnen kurzem vier Mitglieder verloren hat. - ‘‘ Der Unfall, der bereits einige Wochen zurückliegt, ist ein Fingerzeig dafür, daß.das Gefahrenmoment in dem'Bergwerk ein großes war und nicht alle nötige« Vorsichtsmaßnahmen getroffen - wurden. Klarheit darüber kann erst die eingehende fachmännische Untersuchung schaffen, die sich aber äußerst schwierig gestaltet, da ein Vordringen zum Hauptort der Katastrophe mit großer Gefahr verbunden ist. Präsident Hainisch an der Unglücksstätte. Gestern nachmittags ist der Bundesprasident Hainisch in Gloggnitz eingetroffen. Er versprach die Hilfe des Staates und des Landes, was einigermaßen beruhigend auf die aufgeregten Gemüter wirkte. Der Aundespräsident sagte auch zu, an dem Leichenbegängnis der Opfer teilzunehmen. Die Unlersuchungskommission. Die fachmännische Untersuchungskommission besteht aus dem Hofrat Ing. Geefe'ldner, Vorstand deS RevierbergamteS in St. Pölten, Direktor Ing. Ott der Grünbacher Steinkohlenwerke, Sektionschef Rottkh vom BundeSmirriste» rium für Handel und Gewerbe, Oberbergrat Ing. Jppen von der Abteilung für Bergwerksinfpektion des Handelsministeriums, und Ing. Martini, Direktor der Statzendorfer Kohlenwerke. Die Untersuchung wird längere Zeit in Anspruch nehmen, da sämtliche Bergarbeiter, die zur Zeit der Katastrophe im Bergwerk waren, einvernommen werden müssen, was vor dem Leichenbegängnis unmöglich fein wird, weil die Leute . zu aufgeregt und nicht vernehmungsfähig find. Gegenwärtig wird'die Brandstelle,, von der die Katastrophe ausgegangen ist, durch Mauerdämme versichert, der Schacht ist daher momentan, gar nicht zugänglich. Erft bis diese'Sicherungsarbeiten durchgeführt sein werden, wird man. zur näheren Untersuchung schneiten können. DaS bergbehördliche Protokoll wird dann erst dem Gerichte übermittelt und dient der Staatsanwaltschaft zur Grundlage nnd zur Beurteilung, ob eine Fahrlässigkeit vorliegt, das heißt, ob eine Anklage gegen fahrlässige verantwortliche Prsonen zu erheben ist. Der Kaufmann Max Schnell hat sofort für die Hinterbliebenen eine Kollekte eingeleitet und sich mit einer Mlli m Kr.neu an die Spitze gestellt. Vom Rathaus in Gloggnitz weht die Trauerfahne. Die' Hinterbliebenen bekommen wie gewöhnlich heute die Löhne rusbszahlt. ' Die meisten der Todesopfer haben in der Sommerfrische Enzenreith gewohnt, wo fast kein Haus von der Katastrophe verschont blieb. Die in der Friedhosiapelle aufgebahrten Leichen werden fortwährend sowohl von Einheimischen als auch von Fremden besichtigt. Der Schacht, in welchem stch die Katastrophe ereignete, heißt Mute Hoffnung". Das Leichenbegängnis der Opfer findet morgen um halb 4 Uhr nachmittags statt. Das Befinde« des Bundeskanzlers. Um 8 Uhr abends wurde gestern witgeteilt: Den Tag hat her Bundeskanzler sehr gut und vollkommen fieberfrei verbracht. Befinden am Abend sehr zufriedenstellend. Einvernahme De. Seipels. Wie wir hören, wird wahrscheinlich schon am Montag den 39. d. eine Kommission mit dem Untersuchungsrichter, Laudesgerichtsrat Dr. Hess e l, den Bundeskanzler aufsuchen, um ihn über das Attentat zu vernehmen. Der Attentäter Jawure f befindet sich wohl. Er wurde bereits -zweimal einvernommen. Erdbeben. London, 27. Juni. (Reuter.) Von den Observatorien in Kapstadt und Sidney wurden gestern Erdstöße katastrophalen Umfangs verzeichnet, die mehrere Stunden dauerten,-nnd deren Herd etwa 5300 Meilen von Kapstadt entfernt sein -dürste. Amundsens kOedition Christiania, 27. Juni. (Wolfs.) Amundsen teilt mit, -daß die Nordpolexpedition bis auf weiteres aufgeschotzen worden sei, d-a er nicht-genügende finanzielle Unterstützung gefunden habe. Ae letzten Radi-odienst der „Wiener Morgenzeimng"? London, 87. Juni. Die Umsätze an der Börse war«^ minimal. Die heimischen Anleihen waren fest und um eine Kleinigkeit höher, ausländische unverändert^ Petroleumwerte etwas erholt. Trotz der Erklärung der deutschen Regierung, daß die. Hausse der deutschen' Anleihen vollkommen unberechtigt -ei. ftiegen die deutschen Anleihen weiter. Dreiprozentige um 22,6 Pence, vieuprozentige. um . IS,9 Pence. Die Presse-warnt vor vollkommen uwoeruechtiaten Optimismus. betont aber, daß der Markt sehr beschrankt' und die Nachfrage lediglich' vom Auslande stamme, sü baß di« englische Spekulation n.unberührt blerbe. Die ungarische Krone war wegen „ , cherte» Anleihe, und der überraschenden amerikam-. fchen" Mlnahme an dieser 'fester, die Blätter sagen einem großen Erfolg der englischen. Tranche voraus. Die Emission erfolgt nächste Woche. London, 27. Juni. D e'V i J.• » schl « ßk « r f e, Wien 307,500. Prag 146.50, New-Dyrk 4.83V„, Parts 81,825/ Brüssel 93,875, Rom 100,125, Zürich 24,40, Madrid 32,19, Amsterdam 11,515, Kopenhagen, 23,00L,, Christiania .31,975, Stockholm 16,295, Helsingfor» 178, Berlin 18,59 Billionen. O e st e r r e i ch i s ch e A n l e i hr 89,75 .tschechifche9S,50, neue Agio 0,25, Prag 89,76 . Skoha93,h0, Wiener. Bankverein 7,8, Bodenkredit 18,6, Central Mining 11, General Mining 18, Diamons 16,6, DebeerS 12,50, Rio Tinto 82Mb, Royal Dntch 28,75, Shell 4.-. ' ' . . ' - Metallmarkt: ' Kupfer Standaw prompt 61.5 bis 61,7,6, dreimonatlich 61.5 bis 62,7.8. Elektrolyt 65,15 bis 66, Zinn Standard prompt 224,12,6 bis 224,15, dreimonatlich 234,18 btt 224,7,6 Zinnplatten62.8. Blei englische- 38,10, auSändischer 38,2,8 bis 29,13,6 Messing ausländischer 32,5 bis 3113 9. Baumwolle: Baumwollbörse Schluß. Juni 16,98, Juli 16,89. Oktober 14.98, Jänner 14.50, Marz 14,36, Rew-York eröffnete Juli 29,50, Oktober 25,80, Dezember 24,62, Jänner 14,88. Um 11 Uhr notierte« Juli 29,63, Oktober 25,47, Dezember 24,25, JänNer 34,5. Während an der heutigen Börse die duetschen Anleihen weiter gestiegen find, trat auf bet Nachbörse eine starke Abschwachung ein. Deutsche dreiprozentige SchatzMeihe schloß 20/10, nachdem sie auf 23/6 ihren höchsten Stand erreicht hatte. Der Zuckermarkt war fest. Baumwolle: Liverpool: Fullmiddling 17.47, amerikanische Terminware anfangs 8 bis 11 Punkte niedriger, Juli 18,91, Oktober 14,98. Jänner 14,48, Marz 14,37. Um 11 Uhr: 8 bis 6 Punkte niedriger, mittags r 7 bis 9 Punkte niedriger, 1 Uhr 15 Min.r 7 bis 10 Punkte niedriger, 2 Uhr 15 Min.: 6 bis 8 Punkte niedriger, Juni 16,96, Juli 16.86, Oktober 14,97 Jänner 14,49; März 14,36. Verkauft Wurden 4000 Balle«. Aegypttfche 20 bis 12 Punkte niedriger. Paris» 27. Juni. Die Gefchästsstille hielt auch heute an. Französische Banken waren ziemlich fest, einzelne Valutapapiere wiesen kleine Kursgewinne auf, infolge der leichten Spannung der Devisen. Die Devisen behaupteten «wer allgemein ihre gestrigen 5kurse. Auch in der Kuliffe war allgemeine GeschästSstillebei be* "haupteten Kursen. . , London 81,94, New-Fork 18,91, Prag 56,76, Bnkarest 8,05, Wien 26,62V,. . Paris, 27. Juni. (Radio.) Effektenschlußkurfe:. Bangue de France —, Pragobanka .409.—, Credit LhovaiS 16,78, Suez 14,035, Platine 775, Dabrvwa 762, BanqNe' Ottömans 760, . Central Mining 920, Rio Dints SSM, . - Le . Naphta, Russe 412, Suceerie d'Eghpte 10106, Bakov 28,50, CautchoncS stp 148,60, Chartered 48,36, DebeerS ordin. 10,29, GoldsieldS 76:--, HuanchakaS 322, Jägers Fontain 249.—, Malaeeaordin. 186.—, Maltzoff 447, Mexiccm Eagle 66,63, Padang'332,—, Rand Fontain —, Randmine 262.—, Gilda plana 167,—, Tanaanyiky 159,50, Tubiee foie 611.-, Utah Copper 1863, Shell 331.50, Royal Dntch 26.350, Burmah —. Aew-Pork» 27. Juni.(Radio.) Devisenschlußkurse: Taggeld 2°/0, Wechsel auf London 4,32,26, 60 Tage-Wechsel 4,29,25, Paris 6,28, Amsterdam 37.50, Berliner Schlußkurs 23V, bis 24. Prag-2,95'/., Silber 68'/«. Rew-BorK, 37. Juni. Effektenbörse. Atchison 104,25, Canadian Pacific 148,25, Union Pacific 135,375, Union; Steel 99,76, Royal Dutch 47,35, Baltimore and Ohio 68,875, Greach Northern Pacific 62,25, Northern Common 68,75, Southern Pacific 93,76, Milwaukee 14,50. Eary 28,25, Chazepeakö. 83,375. Me englisch'Nlfiische Konserenz verschoben. London, 27. Juni. (Del. der „Wiener Morgenzeitung.") Die Plencrrsitznng der englisch-russischen Konferenz, die gesteru stottfinden sollte, wurde neuerlich aus unbefti-m-mte Zeit verschoben, da die Un-terkommissionen ihre Arbeiten nicht beendet haben. Es wird mitgeterlt, daß die Sowjetregierung Joffe zum Mitglied der -Londoner Delegation ernannt hat. Las Attentat ans die Frankfurter Shmgosr. Leipzig, 27. Juli. (Wolff.) Vor dem Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik in Leipzig wurde heute das tt 111 il in dem Prozesse wegen des .Attentates auf die Frankfurter Synagoge gefällt. Bän wurde sieben Jahre Zuchthaus und zu sieben Jahre Ehrverlust, R ullma n n, H i eile und M-etz g e r zu. je sechs Jahre Zuchthaus''undzu je sechs Jahre Ehrverlust verurteilt. '' Johnson über die WwanderungsdroMng. (Eigendiervst der „Wiener Morgen-zeitung".) Frankfurt,^. Jnni. In einer Sonderausgabe des „Kongressional Report" gibt das Mitglied des Reprä-sentantenha»ses, Johnson, detaillierte Erklärungen zn dem neuen Einwanderungsgesetz. Er sagt, daß die gegen -die Japaner gerichteten AuSschlußbestimmungen gleicherweise uuch . aus die Chinesen angewendet werden würden und gibt der Ansicht Ausdruck, daß die Ausfchlußklausel einen etwaigen Krieg Vorbeugen könne. Was die Einwanderungsguoten betreffen, fo. würdendie Ziffern schätzungsweise betragen: Für Oesterreich 785 gegenüber 7312, für Belgien 500 (1563), für Frankreich 4000 (5729), für Deutschland 81.200 .(67.607), für Großbriianni-en 3000 (77.342), für Ungarn 500 (5747), für den irischen Freistaat 26.000 (in den letzten Zahlen war Irland noch mit den britischen Besitzungen zusammengefaßt), -für Spanien - 150 lA2). X