Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1927 (27.6.1924)
- Date
- 1924-06-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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tt.f? Skr. 1S27 ■w~.. SKM, Freilag Las gustitutum Zudaimm »T der Berliner lluiversttSt. A« 28. Juni fand in der Berliner Universität die feierliche Eröffnung deS Jnstitutum Judaicum Berolinen f e statt. Das Institut war von dem verstorbenen berühmten Orientalisten Professor Strack begründet und war seinerzeit mit derJudenmissionverbunden. Nunmehr aber ist er aus diesen Beziehungen gelöst und samt seiner über 4000 Bände umfassenden Bibliothek der theologischen Fakultät einverleibt worden. Es soll nun rem w istse tisch astl ich en Zwecken dienen. Die Hauptziele des Instituts sind nunmehr: Historische Erforschung deS nachbiblischen Judentums, zunächst in der hellenistisch-byzantinischen Zeit. Ferner tohfo «S sich am dem von den Professoren Greßmann,!Lietzmann und Torczhner herausgegoben ,^Judaiea Monument« et Studia" beteiligen. Zur.Eröffnung erschienen im Aufträge des Kultusministers Staatssekretär Becker, der Rektor der Universität Professor Roethe, der Dekan der theologischen Fakultät Professor Deißmann und eine größere Anzahl Gelehrter. Nach der Begrüßung Professor Greßmanns hielt Staatssekretär Becker eine Ansprache. Gr betonte mit großer Eindringlichkeit di^außerordentliche Bedeutung, die auch das nachbiblische Judentum für die Entwicklung sowohl der europäischen wie der islamischen Kultur besitze und um derentwillen die Wissenschaft Vom Judentum schon längst eine' Stätte am den deutschen Universitäten hätte finden müssen, wies darauf hin, daß die Mitarbeit jüdischer Gelehrter für eine gründliche Erforschung des Judentums unerläßlich sei und schloß mit dem Wunsche, daß eine vertiefte Erkenntnis des Judentums auf ein üeffeves Verstand «iS zwischen Juden und Nichtjuden her- LsiMren möge. Sodann sprach namens der Universität ihr Revör Prof. Dr. Roethe, namens der theologischen Fakultät dev derzeitige Dekan Prof. Dr. De iß mann, namens der .Akademie der Wissenschaft des Judentums Prof. Dr. Guttmann und namens der Hochchule für die Wissenschaft des Judentums Dr. Torczhner. Die Herren Prof. Dr. Guttmann und Dr. TorcKuer gaben übereinstimmend ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, daß die geschichtliche Erkenntnis deß Judentums nunmehr auch innechalb des Rahmens der theologischen Fakultät der ersten deutschen Universität Pflege finden soll, Drachen die Hoffnung aus, daß aus dem Zusammenwirken jüdischer und christlicher Forschungen sich eine Belebung der wissenschaftlichen Arbeit ergeben werde und erklärten stch «amenS der von ihnen vertretenen Anstalten zur Zusammenarbeit mit dem Jnstitutmn Judaicum unter der Voraussetzung bereit, daß dieses seinem Programm treu bleibt und rmr objektiver, vorurteilsloser Erkenntnis zu dienen bemüht ist. Der Eröffnungsfeier, folgte ein, durch eine Fülle neuer Gesichtspunkte ausgezeichneter Festvortrag von Prof. Doktor Greßmann über ,&k Bedeutung des nachbiblischen 'Judentums in der hellenisch-römischen Zeit. Sie Wiederanfbmarbett des Verbandes „Sri". Der Verband zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden „O r t", dessen Leitung jetzt .ihren Sitz in Berlin hat, konnte in den letzten Jahren mit Hilfe 'der großen jüdischen Wohlfahrtsorgamsationen, wie des „Joint" und anderer eine intensive Tätigkeit für den jüdischen Wiederaufbau entfalten: „Ort" unterhält in Polen 28 Fachschulen mit 49 Abteilungen, in Litauen 10, in Lettland 4, in Rumänien 11, in Danzig «ine Fachschule; zusammen 54 Fachschulen mit 97 Abteilungen und 8179 Schülern. Dazu unterstützt ,L>rt" A) Fachschulen in Rußland, di« von 2100 Kindern besucht werden. Das monatliche Budget in den Randstaaten beträgt 6890 Dollar; in Rußland 6000 Dollar, also jährlich insgesamt 130.000 Dollar. Unter den erwähnten Schulen sind das Technikum in Wilna und die Musterwerkstätte für Möbelerzeugung in Warschau sowie die in den kleineren Städten besonders wertvollen Wan derundAustauschs ch u l e n und Kurse für ältere Handwerker hervorzuheben. In den sogenannten Randstaaten erhält der Verband eine intensive landwirtschaftliche Lehrtätigkeit. Die Liquidation der Hilfstätigkeit bei jüdischen Wohlfahrtsorganisationen für Osteuropa hat den Verband ,F)rt" in eine schwere finanzielle Krise gebracht, welche seine gesamte Arbeit zu unterbinden droht. Außer dem Jachschulbudg e t von 180.000 Dollar jährlich betragt das Äandwirtschaftsbudget deS ,F)rt" 60.000 Dollar. Von der Gesamtsumme von 190.000 Dollar wurden von >dem jetzt in Liquidation getretenen „Joint" 40 Prozent gedeckt. Um die Deckung des Budgets nunmehr nach der Einstellung der Subventionen des ,^Jomt" und anderer liquidierender WohlfcvhrtSinstitutionen aufzubringen, benötigt der Verband „Ort" einen Massenzuwachs von Mitgliedern. Wie I. T. A. berichtet, plant die Leitung d«S ,L)rt" zur Schaltung des bisherigen Umfanges der Arbeit, deren Verringerung schweren Schaden für den Müschen Wiederaufbau bringen würde, ebenso wie sie es bereits in Amerika getan hat, in Europa eine große Mitgliedes chaftSkampagne durchzuführen, um in der jüdischen ^Oeffentli^ikeit Europas durch Hinweis auf die Wichtigkeit der jüdischen Aufbauarbeit im Osten eine große Zahl von neuen Mitgliedern zu erwerben._ Ae De» tat Mel. Der Jngewins-Baukasten.; Hütten und Häuser streben empor, Paläste dehnen sich und Wolkenkratzer ragen auf, Brücken und Viadukt« tragen Eisenbahnen, Bahnhöfe, Hafenanlagen und Ozeandampfer ergänzen die Szenerie. All dies kann iu e i n e m Tage aufgelbaut - und wieder abgetragen werden. Kleine BauWötzchen, die eine sinnreiche klemmende Zusammensetzung ermöglichen, sind die Bestandteile dieser jetzt bei Gern groß ausgestellten Mi- LKe'Är MökgMMkunA ft. FM 1922 -inr^-- - Ttnrn'r—i > t. (Seife 5 Mitteilungen aus dem Publikum. .. .. 1 .. Parfümerie „LORR/IIN** Savonnerie ' Führende Marken: Eau de Cologne Russe Eau de Cologne Chypre CrSme Lorignon Creme Lorignon-Chypre Lorrain* Toiletteseife, Badeseife, Speikseife Alleinerzenger der C /tQ/fni RasiereelfeninStangen bestbekannten j^OnDnAln und Würfeln Wien, Taborstrasse Nr. 98 Telephon Nr. 43-1-65-j*u Telephon 61.198 Telephon 61.198 Bernhard Schimmermann Salon für feine Herrenkleidung nach Mass Laufende Instandhaltung der Kundengarderobe WIEN, I. . W704 Graben 29, Trattnerhof 2, Mezzanlti 72-74 niaturbauten, deren Wolkenkratzer die respektable Höhe von drei Meter erreichen. Ein neues Baukastensystem zeigt hier seine bunten Möglichkeiten. Die Konstruktion der Bestandteile sichert eine beruhigende Stabilität der Ausführungen, die nicht kartenhausartig Zusammenstürzen.. Die Elemente des Baukastens sind aus feinem Holzmaterial hergestellt, bröckeln nicht ab, sind handlich und fühlen sich nicht kalt und feucht an. Die Variationsfähigkeiten -des Baukastens sind groß und gestatten mannigfache und gefällige Formen, die nach vorhandenen Vorlagen, Zeichnungen oder nach eigener Phantasie aufgebaut werden können. Spiei! der Kinderstube, deren Welt sich dadurch erweitert, Unterhaltung im Familienkreise, Kombinationsversuche der studieve'nden Jugend werden -durch diesen Baukasten ermöglicht. Aber auch für eine einfache und nicht kostspielige Art des Modellierens und Borsührens von Bauwerken für Ingenieure und Architekten -ergeben sich hier Möglichkeiten durch den großen Baukasten, der 3000 Bausteine enthält und Modelle bis zu 3 Meter Höhe gestattet. Der Baby-Baukasten wird eine willkommene Bereicherung und Belebung der Kinderstube bedeuten. Der Phantasie der Kleinen ist hier ein Vielgestaltiger Spielraum gewährt, sie kann die Hütten und Burgen ihrer Märchen aufbauen, ihre Puppenspiele und Kinderromantik bildlich unterstützen und im Anschauungsunterricht des Spieles den Gesichtskreis aus-dehnen. Die Darstellung der Schule findet hier eine wesentliche Plastische Ergänzung. Dieser Baukasten führt von der Kinderstube zum Leben und von der Wirklichkeit zurück zur Kinderstube, die uns so oft nottu t. Ile Lebensmittelmärkte. Im Großhandel der Großmarkthalle sind gestern die Preise für alleFleischgattunqen zurückgegangen. Im Kleinhandel dürften sich diese Preisrückgänge erst SamStag fühlbar machen. Auf den Grünwaremnärkten sind. gestern gleichfalls unter dem Drucke des starken Angebotes die Preise für nahezu sänrtliche Gemüsegattungen zu rückgegangen. Die Butter- und Eierpreise haben keine Veränderung erfahren. Las Wetter. Gestern gab eS wieder einen schonen Sommertag. Für hellte ist heiteres, warmes Wetter zu erwarten. Zwei Erdstöße in Budapest. Gestern nacht's gegen halb 12 Uhr wurde vom Budapester meteorologischen Institut ein Erdbeben in der Dauer von zehn Sekunden festgestellt. Es wurden zwei Erdstöße verspürt. Die Fensterscheiben einiger Häuser wurden zertrümmert und die Einrichtungsgegenstände gerieten ins Wanken. Um halb 4 Uhr morgens verzeichnet der Seismograph der Buda-pester Erdbebenwarte ein ungewöhnlich starkes und langanhaltendes Fernbeben. Es wurde berechnet, daß das -Zentrum des Bebens ungefähr 18.000 Kilometer -weit entfernt, in Südamerika oder Australien, liege. Wien. 27. Juni. * Eine neue Herzl-Wogvaphie. Mm 22. Juli (20. Damus) wird in Palästina der 20. Todestag Dr. Theodor Herzls feierlich begangen ivevden. Ans diesem Anlaß hat der Jüdische Nationalfonds den hcibräischen Schriftsteller Rabbi Benjamin beauftragt, eine Biographie Herzls für die jüdische Jugend zu schreiben. Das Buch wird zuerst in hebräischer Sprache erscheinen, dann in andere Sprachen übersetzt werden. (I. T. A) * Eine abenteuerliche Expedition. Ein gewisser Algarsfon, der erst 26 Jahre alt ist, hat eine abenteuerliche Expedition ausgerüstet, die von Island über Franz Josefslaud und Grönland nach Amerika fuhren soll. Das Schiff, das er benützen will, ist ein alter Fisch-erkahn, der zjlveckmähig umgebaut wurde.. Mitarbeiter von Scott und Shackleton, die ihn besichtigten, betrachten das anspruchslose Fahrzeug als eines der besten Polavschiffe, die je gebaut wurden. Außer dem jungen Kapitän umfaßt die Expedition nenn Mann, die sämtlich noch-jünger sind. Sie nehmen Lebensmittel ftir 260 Tage mi-t Md hoffen anfangs Dezemlber New-Gork zu erreichen. Auf!den Landsttecken werden sie das Boot auf Schlitten transportieren, die sie selbst ziehen werden, da Pas Boot. zu klein rst, um Hunde mittzuführen. Die Wasserreis« werden sie, segelnd zurücklegen, da die Raumperbältnisse anch die Mitnahme geringster Brennstoffvorräte für den Schiffsmotor verbieten. Beim Gelingen der Expedition soll sofort eine zweite unternommen werden, die der Erreichung des Nordpols gelten s.oll. Den einzigen Komfort an Bord bildet die Radiostation, mit deren Hilfe die jungen Leute auch inmitten der nordischen Eisberge die Darbietungen der europäischen Sendestationen zu hören hvffen. * Ein Mordgeständnis. Am 24. d., abends, erschien der Mechaui'kevgebilfe Rudolf Karnicar bei der Palitzei und fragte nach emeim Enngran'tenverein. Er erzählte, daß er aus Aar gm geiflchen sei, weil er dort vor ewigen Dagen einen M^ord an einem jugoslawischen Studenten auf offener Straße dag äugen habe. Der Mann wurde ifs das Sichecheitsbureau gebracht und gab dort an, -daß er alS Anhänger ber kwaltifchnationalen Partei in Agram am 8. d. auf der Straße geweilt habe, als eben eine Demonstratio« der Anhänger der serbisch-nationalem Partei stat-tfand. Bei einer sich enMickslnden Schießerei halbe er den Mediziner Dusa-n Popovie erschossen und dann die Flucht ergriffen. Er sei ru Fuß an die Grenze gegen Oesterreich gekommen und schließlich nach Wien gelangt, wo ihm das Geld ausging. DaS Sicheyheitsbureau halt den Mechaniker dem Landesgericht eingeliefevt. * Unter dem Verdacht des Kindesmordes. Gestern wurde die Hausgehilfin Marie D. vom Kommissariat Floridsdorf verhaftet. Sie gab au, daß sie früh morgens ein Kind zur Welt gebracht habe, das jedoch noch vor dem Erscheinen ihrer Dienstgeberin tot war. Sie wurde unter dem Verdachte des Kin-desmovdes dem Landesgerichte eingeliefert. * KokainvergiftMg. Gestern nachmittags hat sich in einem Hause in der Praterstraße die Private Blanko N. aus un-bekannter Ursache durch Kokain zu vergiften versucht. Die Rettungsgesellschaft brachte sie ins Spital. * Die Tanzlehrer gegen die Eintänzer und Eintänzepinnen. Die konzessionierten Tanzlehrer Oesterreichs wenden sich -in einem Aufruf gegen den in Tanzlokalen und Bars unberechtigterweise abgehaltenen Tanzunterr i ch t, den sie als unlautere Konkurrenz bezeichnen. Sie verlangen, daß zu dem im September 1923* vom Nationalrate angenommenen Tänzle hrergeseh, das eine Regelung des Tanzmeisterstandes Vorsicht, endlich die Durchführungsverordnung erlassen werde. Die Beschwerden der Tanzlehrer richten sich vor allem gegen die Eintänzer und Eintänzerinnen, die ihnen angeblich das Geschäft verderben. * Eine zweiklasstge Handelsschule in Baden. In der letzten GeMeinderatsisitzung in Baden wurde 'beschlossen, eine zweiklafsige Handelsschule mit dem Beginn des Schuljahres 1624-65 zu eröffnen. * Elfte österreichische Klassenlotierie. Bei der am 26. b. ab gehaltenen Ziehung der I. Klasse gewannen: 70 Millionen Kronen das Los Nr. 28.732, 20 Millionen Kronen das Los Nr. 85.164,10 Millionen Kronen das LoS Nr. 74.164; je 6 Millionen Kronen die Lose Nr. 11.694 und 32.846; je 5 Millionen Kronen die Lose Nr. 19.739, 21.354, 21.893. 24.276 und 90.854; je 2 Millionen Kronen die Lose Nr. 11.615, 20.859, 22.973. 33.893, 45.876, 48.164, 55.165, 77.801, 82.847 und 86.847; außerdem wurden 2480 Gewinne zwischen 1 Million und 200.000 Krönen ans gelost. _ (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 42. * Die Sommerfrische kostet Millionen sowie viel Zeit und Mühe. Ohne viel Scherereien und Unbequemlichkeiten erholen Sie sich bei einem Aufenthalt im Schweizevhaus (Prater). Dre beste Wiener Gesellschaft unterhält sich da im Freien bei vorzüglicher warmer und kalter Küche. Erstklassige Getränke. Täglich Konzert des berühmten Deutschmeister-Orchesters Wacek Abwechselnd dirigiert vom jungen und alten Wacek. Vereine. Vortröge und Bersammlmgen. Talmud Thora d e 8 3. Bezirkes. Morgen, 5 Uhr nachmittags, Vortrag des Herrn B. I a h r im Bethause, 8. Bez., Hetzgaffe 40, über „Pirke Aboth"» Gäste willkommen. — Zionistischer akademischerVerein Hechawer. Heute, '/,9 Uhr abends, im Lokal der Lesehalle, 9., Dez., Türkenstraße 9, allgemeine Versammlung. Astronomische Nachtwanderung. Aus der zweiten astronomischen Nachtwanderung die morgen stattfindet, behandelt Professor Thomas die modernen Probleme vom Bau Md der Dimension der Welt, Werden und Vergehen der Gestirne, Bewohnbarkeit der Welten und das Meteorproblem. Versammlung um 10 Uhr abends bei der Endstation der 41er-Lrnie. Die Wiener Urania im Sommer. Die Vortragstätigkeit der Wiener Urania tvird in allen Borttagssälen bis 1. Juli fortgesetzt. Vom 2. Zull bis einschließlich 23. August werden nur im Großen Saale, und zwar um 6 und um 8 Uhr abends Uraniafilme vorgeführt. Führung durch die Reischek-Ausstellung im Naturhistorischen Museum. Der Verein der Freunide des Naturhistorischen Museums hat Herrn A. R e i s ch e k jun. eingeladen, zwei Führungen abzuhalten. Die erste findet Mittwoch, 2. Juli, 3 Uhr nachmittags, die zweite Samstag, 6. Juli, zur selben Stunde nachmittags statt. Versammlung der Teilnehmer im Vestibül, Eingang. 1. Bez., Burgring 7, präzise 3 Uhr. Mitglieder haben fteien Zutritt, Gastkarten sind bei der Führung gegen einen Regiebeitrag von 5900 K. erhältlich. Mhne und Kunst. „Iiagnose 18!“ R-laniMhile. „Zur Tagcsfrage der Kokain- und Mor-Phiuiusucht^, steht am Kopf des Theaterzettels. Es wird dramatisch dargetan. wie ein Morphium- und Kokamsüchtiger von Stuf« zn Stufe sinkt, Energie, Ehrgefühl, Gesundheit einbüßt. Kuppler seiner Frau wird, stiehlt, aber schließlich mit des Arztes und der Gattin Hilfe seiner Heilung entgegeusteht. Unter allen Stücken dieser Gattung ist dieses von «Felix Fischer verfaßte Drama bestimmt das geschmackvollste und bemerkenswerteste. — Ob der vom Autor ersehnte Zweck, Unglückliche vvM solchen Lastern zn befreien, durch diese Vorstellung erreicht wird? Wir wollen hoffen, daß jene höchst pikante Schäferszene (Liebe Plus Morphium) nicht die entgegengesetzte Wirkung übt. Carl Miksch ist als Morphinist ganz hervorragend. Eine klinische Studie. Der unglückliche Kranke ohne Virtnosenmätzchen außerordentlich gestaltet. Auch die tressliche Inszenierung ist das Werk des begabten Schauspielers. Aus dem Progw'MM ist nicht mit Sicherheit zu entnehmen, welche Damen und Herren die einzelnen Rollen kreierten. Besser, keinen Namen nennen, als falsche Lorbeeren verteilen. Also die Darstellerin der Olga war sehr verführerisch und „resolut", jene der Gattin des Morphinisten sehr tüchtig. Die Aufführung kann sich sehen lassen. A«> den Aeatem. B u r g t h c a t e r. Morgen, 7 Uhr, „C y ta n o u o h Vergera c". Schönbrunner Schloßtheater. Morgen, llhr, ,.D e r W i d e r s p e n st i g e n Z ä h m u n g".