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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-26 · Heft 1926 (26.6.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1926 (26.6.1924)
Date
1924-06-26
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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A^y^?5”rGW[? Y£- 'ipyigp * - WF^V^. ', k \'" ^7 r W *,. '-''p' F EWe I ~ ' SNm, DmmerÄag NiüelmSnzen für Polen. Haag, 25. Juni. (Wolff.) Die Linigliche Münzgießerei nr Utrecht hat den Auftrag erhalten, für Polen tritt 44 Millio neu Gulden Nickelmünzeu herzusieve«. Fudenexzeffe in kzeczin. Warschau, 25. Juni. (I. T. A.) Erst jetzt werden hier Nachrichten über antijüdifche Exzesse in C z e c z i n (Pol- Msch-Oberschlesien) bekannt, die sich noch am zweiten Schowuothtage abgespielt haben. An dem genannten Tage drangen polnische Studenten in die Synagoge ein und schlugen aus die betenden Juden ein. Die Exzesfe dehnten sich dann über die g a n z e S t a d t aus; in fast allen jüdischen Hausern wurden die Fensterscheiben eingeschlagen. Eine Gruppe Studenten drang in das Cafe „Central" ein und demolierte es. Das Ergebnis der EWsse ist folgendes: Der 50jährige Abraham Mehler ist tot; er hinterläßt drei unversorgte Kinder. Schwer verwundet sind Moses Juckermann, Solomon Süß, Klein und diele andere. Ae Mischen Gemeindewahlen in Warschü«. Wie bereits berichtet, hat die polnische Regierung da's Recht, für jede größere jüdische Gemeinde, also auch für Warschau, drei Mitglieder des jüdischen Gemeindevorstandes zu ernennen. Da nun verlautet, daß die Regierung in die Warschauer jüdische Gemeinde drei Virillisten entsenden will, die der assimilatorischen Richtung angehören, welche bei den Wahlen nicht nur in Warschau, sondern auch überall anderwärts vollständig, geschlagen wurde und es in der größten Judengemeinde Polens, in Warschau, nicht einmal zu einem Mandat gebracht hat, wurde, wie I. T. A. berichtet, im jüdischen Sejmklub die Stellungnahme zu dieser Frage besprochen. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Begründung der Regierung, Assirmlanten in den Gemeindevovstand zu entsenden, sei deshalb zweckmäßig, damit in der jüdischen Repräsentanz alle Richtungen im Judentum vertreten seien, durch den Wahlausfall, bei dem alle anderen jüdischen Parteien Mandate erringen konnten, jedoch die Assimilanten als völlig ohne Anhang dastehend deklariert wurden, hinfällig geworden sei. Es wurde beschlossen, daß keine der j üdis chen. Parteien eine Nominierung für die Virilistenvertretung annehmen solle und eine aus den Deputierten Grünbaum, . Dr. Thon und Kirschbraun bestehende Kommission gewählt, die dem Untervichtsminister den Vorschlag machen soll, daß die Nominierung der drei V-iribisten durch die j ü d i s ch e R e p r ä s e ntanz geschähe. - , ■ Ser Konvent der amerttanWe« Lemolraten. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) New-Uork, 85. Juni. Der Parteikonvent der Demokraten, der das Parteiprogramm verkündet und dem Präsidentschaftskandidaten der Partei nominieren soll, wurde in Gegenwart von ettva 20.000 Personen eröffnet. -Die Zahl der Stimmen der Delegierten beträgt 1098. Der Vorsitzende, Senator Harryfon, wich in seiner Eröffnungsänsprache der Bekanntgabe der endgültigen Parteigrundsätze aus und beschränkte sich auf Angriffe gegen die Republikaner. Die Abfassung der Grundsätze der Partei wird erst nach den Nominationsreden beginnen, da unter den Parteisührern starke Meinungsverschiedenheiten über die Haltung Amerikas zum Völkerbund und auch über verschiedene innerpolitische Fragen bestehen. Heathrott gegen Lodge. New-Dork, 25. Juni. (Reuter.) Im Ausschuß des ^mokratischen Konvents hielt Senator Heathcoit eine Rede, in der er für den Eintritt Amerikas in den Völkerbund eintrat. Als er den Senator Lodge heftig angriff, geriet er in derartige Aufregung, daß er einen O h nmachtsansall erlitt. 8i«e parlamentarische Schlchpe der Arbeiterregiernng. London, 25. Juni. (Wolff.) Die Regierung hat heute?M Unterhaus abermals eine Niederlage, die sechste während der gegenwärtigen Tagung, erlitten. Bei der Abstimmung über die Vorlage wegen Regelung des Londoner Verkehres wurden einige Bestimmun- M, gegen die sich das V e r k e h r s m i n i st e r i u m gewendet hatte, mit 196 gegen 163 Stimmen angenommen. Die Liberalen und die Konservativen hatten vereinigt für diese Bestimmung gestimmt. Der Niederlage der Regierung wird keine politische Bedeutung beigemessen. Dtt Papst und England. London, 25. Juni. (Lei. der „Wiener MovtzenzeituNg".) Jü der Westrit irrster- Kathedrale ist ein vom Papst eingesetzter kirchlicher Gerichtshof zusamMötlgeireten, welches über die Heiligsprechung voll 230 englischen Märtyrern zur Zeit der Katbölllenvevfölgungen unter König Heinrich 8. und dev Königin Elisabeth zu entscheiden haben wird. Rach protestantischer Auffassung wurden diese Märtyrer, meistens Geistliche, * aber auch zwei Frauen sowie Lord Stafsord, wegen Hochverrates hittgerichtej, weil sie die Autorität des Papstes für höher hielten als die des Monarchen. England bleibt in Sudan. London, 25, Juni. (Reuter.) Im Oberhause erklärte Lord Parmoor nachdrücklich, GroßMItannien werde den Sudan nicht verlassen Wiener Morgenzeitung. " Ser Hedfchar-Bertras. London, 26. Juni. (I. T. A.) Voreinigen Tagen >hat sich der Vertreter des Königs Hussein von Hedschas, Doktor Naji eil Assil, welcher einige Monate in London weilte, nach Mekka begeben, um Hussein über den Stand der Verhandlungerl mit der britischen Regierung zu informieren. Dr. Naji el Assil behauptet in einem Interview, das er kurz vor seiner Abreise gab, er nehme nach Mekka einen neuen- Entwurf des Anglo-Hedschas-Vertrages mit, welcher die formelle Anerkennung der vollkommenen Unabhängigkeit der Hedschas- Regierurigenthalte und eine Grundlage für eine Konföderation aller arabischen Länder unter König Hussein vorsehe; auch die Palästina-Frage sei in einer Weise behandelt, die alle beteiligten Kreise zufriedenstellen werde; es sei zu erwarten, daß die prompte Unterzeichnung des Vertrages erfolgen werde. Dazu ist zu bemerken, daß Naji el AM, der sich als akkreditierten Gesandten Husseins aüsgibt, von der englischen Regierung im Unterhause als solcher desavouiert wurde, da sie erklärte, daß sie einen Vertreter Hufleins nicht früher anerkennen könne, ehe nicht der Anglo-Hedschas-Vertrag unterzeichnet sei. Was nun den Inhalt des angeblichen neuen Vertragsentwurfes anlangt, so bringt dieser nichts wesentlich Neues; e's sehlt nur darin eine Grundbedingung, die die englische Regierung in parlamentarischen und außerparlamentarischen Erklärungen stets als fundamentale Voraussetzung für die Unterzeichnung des Anglo-Hedschas- Vertrages aufstellte: Die restlose Anerkennung des britischen Palästina-Mandats und der Ba lfour-Dekläration betreffendas jüdische nätiomale Heim in Palästina durch Huflein. Nationalrat. Die auf Grund der Arbeiten bet Ausschüsse ergänzte Tagesordnung bet heutigen Sitzung des Nationalrates lautet: 1. Uebereinkommen zwischen Oesterreich und der Türkei über die Regelung -er gegenseitigen wirtschafllichen Beziehungen. 2. Frermdschafts vertrag und Niederlassungs- Übereinkommen mit der T ü r k e i. 3. Staatsvertrag mit Ungarn über die Behandlung von Angestellten, Mtwen und Waisen aus dem von Ungarn an Oesterreich abgetretenen Gebiete. 4. Aufhebung des Gesetzes über die registrierten Hi'lfskaffen. 5. Gesetz, betreffend das Dienstverhältnis der kriegsbeschadigten Bundesangestellten und eventuell 6. internationale Konvention zur Vereinfachung der Zollformalitäten. NiederSfterrekchischer Landtag. Gestern hielt der niederösterreichische Lanidtag eine kurze Geschäftssitzung ab; vor Eingang in die Tagesordnung gab der Landtagspväsident der Teilnahme de's Hauses für Bundeskanzler Dr. S e i p e l Ausdruck. Nächste Sitzung Mittwoch den 2. Juli. Beamte and Regierung. Ein Ultimatum bis heute mittags. Der Fünfundzwanzigerausschutz der Bundesangestelltenorganisationen hat gestern folgende Beschlüsse gefaßt: Die gesonderte Behandlung der gegenwärtigen Pensionisten, die Aufhebung der Automatik sowie 'die Verlängerung der Dienstzeit erklärt der MufunLzwanzigerausschuß als gänzlich undrskutabel. Er fordert die Regierung ans, bis heute mittags die' Erklärung abzugebett, daß sie die in dieser Richtung erstatteten Vorschläge zurück ziehe, andernfalls Ware der Ausschuß gezwungen, sofort alle weiteren Verhandlungen abzubrechen. Unter der Bovan'ssetzung, daß die Regierung dieser Forderung Rechnung trägt, erklärt sich der FünsundzWanzigerausschuß bereit, über die noch strittigen Fragen der definitiven Besoldungsordnung mit der Regierung weiter zu verhandeln, jedoch mit dem Vorbehalt, daß durch die Fortsetzung dieser Verhandlungen die end- , gültige Stellungnahme des Fünfundzwanzigerausschufles zur definitiven BesokdungSovdnmg nichtprajudiziert erscheint. Unter diesem Vorbehalte ist der Wnfundzwanzigerausschuß in der Lage, zunächst über folgende Fragen zu verhandeln! G e h a l t s s ch e M ä , P e n s i o n sb «Messung's gr und läge und Ortsklasse ns y st e m. Zugleich fordert der FünsUttdzwauzigerausschuß die unverzügliche Vorlage der KategorisieMugsentWÜrse. Der Vorsitzende Hofvat Leih 'begab sich hierauf mit den übrigen Mitgliedern des Vollzugsaußschüsses zum Vizekanzler Dr. F r a u $ und überreichte ihm die Beschlüsse des Fünsundzwänzigerausschnsses. Die Mördnungerklärte, daß der FÜnfundzwanzigerousschutz insolange nicht in der Lage sei, über die BesölduNgsordnUttg W eiter zu verhandeln,«^ nicht die beiden Fragen, die der P e n s i onisten und die Verlängerung d e r- D i e n st z e i t, ausgeschaltet seien. Vizekanzler Dr. Frank nahm die Darlegungen der Abordnung zur Kenntnis und erwiderte, daß er momentan keine bindende Erklärung abgeben könne, da er .sich noch mit dem Finanzminifter und den übrigen Mtgliedern der Regierung ins Einvernehmen setzen müsse.. Gr hoffe jedoch, daß es gelingen werde, den Weg zur Verständigung zu finden. Sk WkschaftsveWndlMüM mit Rnmstnkn. Bukarest, 2o. Juni. (Del>Komp) Minister Ni stör ist heute aus Czernowitz nach W t k N ab gereift, uw die t U ift a it l s ch« österreichischenWirtschaftsverhanblüNgen zu Ende zu führen. SS. Juni tSSL . Skr.19SS MiMouenbetrLgereren mit verfSlschtea Gemälden. Der Inhaber der Firma Nedomanskh verhaftet. Das Wiener Sicherh'eitsbureau gelangte dieser Tage zur Kenntnis, daß von der Firma Gebrüder NedamanÄkY, i.' Betz., Wiedner Hauptstraße 23, in einem Zeiträume voN beiläufig einem Jahr größere Mengen von Bildern als Werke alter bekannter Meister in den Handel gebrächt und zu verhältnismäßig enorme-n Preisen abgesetzt worden find und von denen es hieß, daß sie nicht ganz einwandfrei seiend Es wurden einige Personen ermittelt, die von der Firnta NedomanSsy salche Bilder erstanden hatten, unter chnen auch ein Käufer, der für vier derartige Bilder zirka 10 Millionen Kronen cmsigelegt hatte. Es würde festgestellt, daß es sich hier tatsächlich um Bilder haMe, die ans der jüngsten Zeit stammten, die jedoch ruf alter Leinwand hevgestellt und dann nachträglich auf künstliche Weise „alt" gemacht und mit den Signaturen der alten Meister versehen wurden. Auf Grrind dieses Resultates wurde nun der Inhaber der Firma' Nedomansiky, ein Rittmeister a. D., Gaza Jen Vay, verhafiet. Gleichzeitig wurde in dem Geschäfte der Firma eine Revision Vovgenommen, bei der msgäsamt sechzig derartig verfälschte Bilder ausgefunden und sichergesteÄ werden konnten. Es tvnrde auch konstatiert, daß die Maler der Bilder im guten Glaiitben gehandelt hatten, da sie von Jenvay den Auftrag erhielten, sie je nach Bedarf nach Vorlagen, Stichen, Drucken, Mbildungen und Werken, aber auch nach eigener Komposition zu verfertigen und dann ihre Arlbeiten gewöhnlich nnsigui-ert ablieserten. Jenvay legte, schließlich das Geständnis ad, daß er diese Bilder seAst künstlich in Bilder, umgewandellt und mit den entsprechenden Siguaduren der Meister versehen habe. Dann hatte er auch noch die Unverschämtheit/auf einige solcher verfälschter Bilder in Messingplatten die Legenden der einzelnen Meister anstzufetzen, um so ihre Echthevt noch mehr zu de« kräsirgen. Der Schaden geht in die vielen Millionen Kran-en. Jenvay wurde dem Sr-ndLsgerichte eingeliesert. Sar Wetter. Das Wetter ist günstiger geworden. Für heute ist z l e m* li ch heiter es, r e i«t {b kühl es W etter unter Nachlassen der Winde angekündigt. Eine neue Wagenhalle der Strabenbaha. IS Milliarden Koste». Dem Gemeinderate liegt ein Antrag auf JÖaft einer Riesenvage«halle bet Straßenbahn in Rudolfsheim vor, deren Kosten mit denen für die Herstellung der Gleisanlagen zehn Milliarde« Kronen betragen werden. Die durch den Frequenzzuwachs erforderlich gewordene Vermehrung der Straßenbahnwagen hat bereits die Errichtung einer neuen Wagenhalle in Ottakring zur Folge gehabt. In der Zeit von V-8 b is 8 Uhr früh laufen allein nicht weniger als 27 00 Wagen auf den Strecken. Die Zchl der Fahrgäste ist von 326 Millionen, die sie im Jahre 1S13 erreichte, im vergangenen Jahre auf 800 Millionen gestiegen und wird in diesem Jahre diese Ziffer wett Überschretten. Der Antrag gelangt Freitag zur Annahme. Sk llrSffnmg der Floridsdorfer Brücke. Gestern fand die feierliche Uäbevgalbe der neuen Florids» doofer Brücke an die Gemeinde Wien statt, woibei Handels- Minister Dr. Schürsf und Blüvgermeifter Seitz Ansprachen hielten. Da8 Projekt für den Umbau der alten Franz JosefSbvücke dattevt noch aus dem Jahre 1912. Damals. wurden die Kosten mit 12 Millionen Kronen prälttnimert, zu denen die Gemeinde Wien vier Millionen beizutragen beschlossen hatte. Die Vorarbeiten wuvden im Mpvil 1913 begonnen,, die feierliche Gvunidstemltzgung fand im Juni 1938 statt. Die Kosten wurden infolge deS Krieges bedeutend übevschvttien und betragen zirka 7 M> i l l i a r d e n; 910 M il lionen Kronen. Die Bvücke ist 846,42 Met>er lang und 34 Meier breit. Die TvügfähWit der NLueü BvLcke entspricht einer Menschenlasi von 460 Kilogramm pro Quadratmeter und Mar Belastung durch Lastwagen bis 38 Tonnen Gesamtigewicht Bronnerr 8nthüstu«g bevorstehend. Eine Kaution von drei MiMavden. Der schon vor drei Wochen im Zusammenhang mit den Schiökrigtttten der L o m b r r du n d E 8 k o m p t e b a n k vschaftete GwßMönklr Heinrich B r o n n e r und der Direktor der Bank L e i ch n e r tverdr«, wie wir erfahren, in den nächsten Tagen Ms freien Fuß gösstzk. Die Gnthästüng erfolgt gegen eine Kauiiött von d r s i Milliarden für Bronner uni einer Williütds für DsichM. Der in Berlin wohnende Bruder Heinrich Brauners I s e q u e S srlkärte sich bereit, die Kaution für seinen Bruder zu erlegen. .. Auslassvng lltt BßttKbsdkMoa Wien du M HnsvaMBtiöN kt ÖösWrrWschM^AtMösbM^. hat verfügt, daß die VMMdiMiöß Men der SMahn Kb 1. Mi d. tz. Mfgelässen MÄ ihr Retz mit jemn der Buwdetz- 'bahudircktiM GtSttMO vminiigt wird. Der Sitz dicht Meiltlsn, dis vom gleichen Lage,a» die Bezeichnung Bundesbchndirs-ktiM OlöwchüdMch führen wlvd, ist von diesem Tage/ aar. Wie-N, öo. Baz., Ghögaplatz 4. 6914

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