Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1926 (26.6.1924)
- Date
- 1924-06-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3h* 1936 w' Wien, BMNerSW _ Muffokni bleibt. Umbildung des KMuetts angekündigt. (Gdgendtenst der ,Mener Morgenzeitung".) Rom, 25. Juni. In einer Versammlung der Mehrheit Sabge ordneten hielt Ministerpräsident Mussolini eine Rede, worin er zunächst auf das Merk hinwies, das von den Brhörden znr Sicherung der Gerechtigkeit! gegenüber allen Mitschuldigen an den gegen Matteotti »begangene n, Verbrechen vollbracht worden sei, und neuerdings den festen Willen der Regierung betonte, alle Verantwortlichkeiten festzustellen und alle SchuWgen zu bestrafen. Er erklärte, daß die Regierung auf ihrem Posten bleiben werde, denn ihre Demission würde durch jene Arb eit erd eput irrte n des Unterhauses erzwungen erscheinen, die sich zum erstenmal in der Geschichte in die Angelegenheiten eines anderen Landes eimnengen wollen. Die Regierung bedürfe jedoch neuer, sorgsam ausgewählter Männer, und diese Aenderungen und Umbildungen würden bald erfolgen. Die nationale Miliz, an deren Auslösung man nicht denken dürfe, werde -bald regelrecht in die Kaders der bewaffneten Macht eingereiht werden. Matteottis Ermordung. (Eigendienst der „Wiener Morgwzeitung".) Rom, 26. Juni. Der fünfte Mörder an Maiteotti, eer FaSzist Viola, ist gestern in einem Gasthause verhaftet worden. Er trug eine kleine Geldsumme -ei sich und mehrere Briese an verschiedene italienische Blätter, in denen rr seine Unschuld beteuert. Er sei in ein Haus gekommen, wo er Dum ini und Volpi gesehen habe. Diese hatten aber nicht über die Mordabsichten an Matteotti gesprochen. Er hatte einen politischen Auftrag auSzuführen, nämlich eine russische S o w j e t a g e n t i n über die kommunistische Propaganda in Italien auszufragen. In römffchen Gefängnissen befinden sich heute 22 Personen, die der Teilnahme oder Mitschuld an der Ermordung Matteottis bezichtigt werden. Finzi und General de Bono wurden als Zeugen einvernommen. Nach der „Populo" soll Dumini mit einer im Auto aufgefundenen Schere Matteottis Geschlechtsteile ab geschnitten und sie Filipelli, dem Direktor des „Eorriere Jteliano", gezeigt haben. Filipelli soll bei diesem Anblick in Ohnmacht gefallen sein. -Die Nachforschungen haben auch heute, zu keinem Ergebnis geführt. Die Witterungsverhältuisse haben die Marineflieger verhindert,, den Grund des Vjcosees zu durchforschen. ■ L-* ' v:;, Giolitti tritt nicht in die Negiernag ei«. (Eigendienst der „WienerMörgenzeitung".) Rom, 85. Juni. G i o li tt i und die liberalen Abgeordneten werden n i ch t in. das neue Kabinett Mussoll nis eintreten. ' ______ Liaeoln-rrebitsch. (Gegendienst der „Wiener Movgenzeitung".) Berlin, 25. Juni. Wie das ,Mevliner Tageblatt" berichtet, beginnt sich das Dunkel, das über der mysteriösen Persönlichkeit des Otto Chireios, der vor dem Ueberschreiten der Schweizer Grenze von den italienischen Behörden als Mitschuldiger an der E r m o r d u n g M a tteottis sestgenommen wurde, zu lichten. Gleich nach der Festnahme »hatte man bei der politischen Polizei in Rom den Eindruck, daß es sich um einen internationalen pMischen Abenteurer handle. Otto Chireios soll nun, wie eine Nachrichtenstelle berichtet, kein anderer sein als Ignaz Lineoln-Trebitsch, der Pressechef des Kapp- Putsches, der Vertrauensmann des Obersten Bauer, der antisemitische, ungarisch-jüdische, ehemalige Leitartikler der „Deutschen Zeitung". Lineoln-Trebitsch, den die Polizeibehörden aller Länder Europas kennen, soll eingestanden haben, daß er sowohl für die Faszisien wie für die Kommunisten gearbeitet habe. Mafaryk in Mikhrisch-Lftran. Mährisch-Ostran, 25. Juni. (Tschecho-slow. Preß-Bur.) Präsident M a s a r h k traf aus seiner Reise hier ein und wurde auf dem Marktplatze vom Regierung'skommissär Abgeordneten Prokesch begrüßt. Präsident Masaryk erwiderte: Sie haben unter anderem auch von U nzusriedenheit gesprochen. Es ist ein Unterschied zwischen Unzufriedenheit und Unzufriedenheit. Manxspvicht manchmal von heiliger Unzufriedenheit. Ich verstehe das in dem Sinne, daß das eine Unzufriedenheit ist, die durch eigene Arbeit, durch eigene Uebevlegung bessern Will, und ich glaube, daß gerade die Arbeiterschaft und ihre Partei den Beweis geliefert hat, daß sie vom ersten Anfang der Republik trotz der programmatischen Abweichungen von den anderen Spartetettvmtt der Regierung und mit mir positiv arbeitet. Seien Sie überzeugt, daß meine Politik und ihre Prinzipien sich weder durch einen Druck von links nochvonrechts bestimmen lassen. Ein organisches, arbeitschaffendes und überhaupt schöpferisches PrograwM darf nicht durch Augenblicksstimmung, durch Augenblicksströmuingeu, sondern muß aus dem Verstehen der ganzen Situation des ganzen Volles und nicht nur unseres Volkes, sondern ganz Europas hervovgehen. Wir müssen Weltpolitik treiben. Wir sind ein Teil der Weilt, und ich glaube, wir sind nicht der letzte. Deshalb danke ich Ihnen und erwarte von Ihnen und auch von Ihrer Partei, daß Sie in der Mitwirkung fortschreiten Wiener Morgenzektuns. ~. RBDIfBL’WAGE! KB Am IR M» 1 Miltton im Gebrauch Sie ist Erlösung und Wohltat für BerkLufer und Konsumenten. Sie beschleunigt, kontrolliert, spart und kostet nach S Wochen Gebrauch nichts l Jedem Wiener Geschäftsmann wird auf -r Tage unverbindlich und gratis über Verlangen eine Wage znr Probe zur Verfügung gestellt BERKEL-Vertrieb, Wien’, I. Biberstr. 9 Las Befinden des Bundeskanzlers. Die Amtliche Nachrichtenstelle teilte über das Befinden des Bundeskanzlers gestern um 8 Uhr abends mit: Tag gut verbracht. Fieberfrei. Der Bundeskanzler hat zwei Mahlzeiten außer Bett zu sich genommen. Die letzten Kurse. Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung" .l London, 25. Juni. Die Börse war heut? ausgesprochen verstimmt,.erstens wegen des teuren Geldes und der immer allgemeineren Erwartung einer Erhöhung des amtlichen Zinsfußes, zweitens wegen der Enttänichnng über Herriots Brüsseler Besuch, der die Aussichten einer schnelleren Erledigung der Reparationssrage nicht verbesserte, drittens wegen der rumänischen Minengefetzgebung, die ausnalmislos verurteilt wird und selbst die Phönixaktien fühlbar drückte, obwohl der Präsident dieser Gesellschaft erklärte, daß die Gesellschaft weniger davon betroffen sei, weil der Phönix Felder von Bauern pachtete. und die Neuregelung der. Gesetzgebung staatliche Verpachtungen betrifft. Die britische Anleihe war ebenfalls gedrückt. Ausländische Anleihen begegneten keinerlei Interesse uud wäre« naturgemäß etwas schwächer wegen der steigenden Zinsraten auf dem offenen Markte. Das Agio der neuen tschechischen Anleihe betrug daher knapp ein Viertel Prozent. Der Minenmarkt war ruhig aber fester. Der Wechselmarkt war gedrückt wegen der Reparationspolitik. Der ftanzösische und ebenso der belgische Franken waren schwach. Der Sterling war nachgebend, Holland befestigt, ebenso Schweiz. O e st e r r e i ch i s ch e A ml e i h e 90, tschechische 98-60, Prag 90, Skoda 92,50, Bodenkredit 18,6, Wiener Bankverein schwankend 7 bis 8,3, Central Mining 11, Rio Tinto 32,5625, Royal Dutch 29, Shel 4,125. Metallmarkt: Kupfer Standard prompt 60,125 bis 60,15, dreimonatlich 61,10 bis 61,126, Elektrolyt 65 bis 65,10, Zinn Standard prompt 221,178 bis 222, dreimonatlich 222,26 bis 222,5, Blei englisches 33,5, ausländisches 31,5 bis 29,76. Baumwolle: Liverpool: Fullmiddling 17,11, amerikanische Termin anfangs unverändert bis 4 Punkte niedriger, um 11 Uhr- 8 bis 1 Punkte niedriger, mittags 14 bis 4 Punkte niedriger, nämlich Juni 16,70, Juli 16,47, Oktober 14,78, Jänner 14,34, März 14,22. Umsatz 5000 Ballen. Ägyptische 4 bis 1 Punkte niedriger. London, 26. Juni. Devise nschlußkurse: Wien 307,500, Prag 146,25, Neiv-Hork 4,32, Paris 82,55, Brüssel 94,125,- Nom 100,375, Zürich 24,375, Madrid 32,19, Amsterdam 11,5225, Kopenhagen. 25,64, Christicmia 31,976, Stockholm 16,275, HelsingsorS 173,25, Berlin 18‘/8 Billionen. , Paris» 25. Juni. Wie die Agenee Ecconomique et Finaneiere nach Berliner Meldungen erfährt, ist die Festigkeit der deutschen Märkte dem Resultate zuzuschreiben, das der deutsche Botschafter' in Paris v. Hoesch in dvt Unterredung mit Herriot erzielte und ferner den Gerüchten, denen, zufolge der deutsche Reichskanzler sich am 5. Juli persönlich nach Paris begeben werde, um die Unterhandlungen zu beschleunigen. Paris, 25. Juni. Trotz der Spannung der Devisen eröffnet e die Börse sehr schwach. Die gestrige Kurssteigerung des Pfundes hatte zahlreiche VerkaufSorders au» der Provinz zur Folge, welche auf dem ohnehin sehr stillen Markte einen allgemeinen Kuäsrückgang bewirkten. Im Laufe der Börse besserte sich jedoch die Tendenz und die Börse schloß viel fester als sie eröffnet hatte. Zwar ist.der Geschäftsmangel im Terminbandel noch immer sehr fühlbar, doch beginnt das Publikum langsam per Kassa zu kaufen, waS die Kurse festigt. Französische Renten waren angeboten. Petroleumwerte waren fest. Rew-Bork» 25. Juni. Effektenbörse. Mchinson 103,25, Baltimore and Ohio 56,60, Greath Northern 61,50, Northern (Connon) 66, Southern Pacific 91,76, Milwaukee 12,60, Eari 29,25, Chazepeake 82,625, Canadian Pacific 146,625, Union Pacific 133,75, Union Steel .96,875, Royat Dntch 47,875. Aew-Borlr» 25. Jnni. (Radio.) Devisenschlnßkurser Taggeld 2°/„ Wechsel mf London 4.32,62, 60 Tcge-Wechsel 4,39,62. Paris 6,29, Amsterdam 37,49, Berliner Schlußkurs 23V« bis 24, Prag 2,96V». Silber 60V«. Geoden, in -der »wir gemeinsam sür die Arbeiterschastdes Staates Erfolge errungen haben, und.auf dieser Bahn will ich mit euch fortschreiten. Der Vertreter der deutschen politischen Parteien, Dr. Brixel, hielt in deutscher Sprache eine Ansprache an den Präsidenten, in »der er betonte, daß durch die gemeinsame Arbeit der ffchechischen und der deutschen Nation die Industrie des Ostrauer Kreises sich günstig entwickelt habe. Die deutsche Bevölkerung hege jedoch bestimmte Wüns ch e, die in einem dem Präsidenten überreichten Memorandum zusa-mmenge stellt seien. Der Präsident erwiderte in deutscher Sprache: Seien Sie und Ihre Landsleute überzeugt, daß in gleichem Maße für beide Nationalitäten alles in loyaler Weise geschehen werde, was der Verfassung gemäß gerecht und richtig ist. Wenn Sie irgendwelche Wünsche haben, daun ist durch Verständig-ung uud klare Diskussion über die Angelegenheit eine Einigung möglich. Sie Deutschnatlonalen gegen Masarvk. (Eigendiensi der „Wiener Morgenzeitung".) Prag, 26. Juni. Die Sitzung der Parteileitu-ng der deubschnationalen Parier faßte folgenden Beschluß: Die erweiterte Parteileitungssitzung erklärt, daß die Teilnahme von Parteimitgliedern bei den feierlichen Empfäng»en des Präsidenten der Republik mit den Parteigrundsätzen unvereinbar ist. Sie spricht jenen. Parteimitgliedern, die gegen diese Anschauung verstoßen haben, ihre schärfste Mißbilligung aus. Dieser Beschluß bezieht.sich nicht auf jene Parteimitglieder, die als Vertreter einer von der Staatsverwaltung abhängigen Stelle teilgenommen haben, LS. Jurit 1SK ........ gfefyl Das Urteil im Prager Benzinprozeß. Prag, 25. Juni. Heute wurde -das Urteil gegen zivilen Angeklagten im Benzinpro-eß ge< fallt."Es erhielten Dr. Svatek 13 Monate (er würde beb der Doktorate und aller seiner Auszeichnungen verlustig -erklärt), Kolben 20 Monate, Benoni 8 Jahre, Stuska 8 Monate, Nejedlh 10 Monate, Mal itr o 8 Monate, Frau Boubela, Gattin des Stabskapitans Boubela, 6 Monate schweren Kerkers. Alle Urteile sind u n b e d i n g t. Die übrigen Angeklagten, darunter Frau Svatek, wurden freigesprochen. Bor dem Divisionsgericht wurde die Verhandlung in der Benzinaffäre fovt-geführt. Nachdem die -von Oberstleutnant A da m angeführten Entlastungszeugen, »darunter seine Brüder, über des Angeklagten Bermögensverhästnisie und Lebensweise ausgesagt hatten, wurde der Borstand der Nachrichtenabteilung des Ministeriums für nationale Verteidigung, Oberstleutnant S o u k u P, einvernommen, der belastend für Adam.aussagte. Dieser geriet mit dem Zeugen in eine lebhafte Kontroverse, in »deren Verlaus er an den Vorsitzenden die Frage richtete, aus welchen Gründen ihn dieser Mensch belaste. Er erklärte den Zeugen für v o r e i n g e n o m m e n und verlangte die Konfrontation zwischen ihm und Nejedly. In der Zeit vom 26. bis 28. d. werden die beim Zivilstrasgericht verurteilten Teilnehmer an der Benzinaffär-e als Zeugen vor dem Divffionsgericht erscheinen. Generalversammlungen ln der Lschecho« Slowake!. (Eigeudiensi der „Wiener Morgenzertung".) Prag, 25. Juni. Die Laur in u. Klement A.-G. in Jungbnnzlau hielt heute ihre G e n e r a l v e r s a m mlu ng ab. Es wurde beschlossen, den nach Abschreibung von 1,300.745 K. verbleibenden Reingewinn pro 260.021 Kronen zuzüglich des Gewinnrestes vom Vorjahre im Betrage von 696.404 K. auf neue Rechnung vorzutvagen.^ In der Generalversammlung der Moldavia- Generali-Versicherungs-A.-G. wurde beschlossen, i den für das abgelaufene Geschäftsjahr erzielten Rein g e w i n n, der sich nach Hinzurechnung des Vortrages pro 520.805 K. aus 4,686.420 K. erhöht, wie folgt zu verwenden: 10 Prozent Dividende, das sind 50 K. (im Vorjahre 50 K.), Kapiialsreserve 1,749.999 K., .Verwaltungsrat 404.886 K>, Beamtenschaft 404.886 K., ein Drittel für Gründerscheine 834.780 K., VersorgungssondS der' Beamten 250.000 K. Auf neue Rechnung werden 271.887 K. vorgetragen._ Sas ungarische Srnsurgesetz. Budapest, 26. Juni. (Del. d. „Wr. Morgenzeitnng".) Die Verhandlungen des Textierungskomitees des parlamentarischen Justi-Msschussesüber die Preßparagraphen der neuen Strasnovelle sind in der gestrigen Nachmittagssitzuug des Komitees in eine Sackga sfe geraten. JustlMin-ister Paul Pest Hy »hat nämlich ein »bereits angenommenes Amendement zu dem Artikel 46, der über die Z eitun.gsverböte handelt, überraschenderweise verworfen und besteht namens der Regierung auf der urspvüüglichen, schärferen Fassung des Artikels. Abgeordneter Dr. Wilhelm Vacsonhi polemisierte neuerdings gegen das Preßgesetz. Die Möglichkeit, daß ein Gericht ein Zeitnngsunternehmen für drei Monate v!der langer verbietet, bedeute das Ende jeder Rechtssicherheit für die Presse. Wenn die Regierung die Zeitungen knebeln wolle, so möge sie gleich lieber auf die Präventivzensur zurückgreifen. Der Justizminister erwiderte auf die Ausführungen der Oppositionsredner, daß die Regierung durch das neue Preßgesetz lediglich den st a a t's s e i n d l i ch e n Tendenzen einen Riegel vorfchieben wolle. Die Debatte wurde sodann unterbrochen. Die Opposition beabsichtigt, ihren Kampf gegen den Justizminister m den schärfsten Formen sotzuführen. _ Magyarische khrenWndel. Budapest, 25. Juni. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Aus >den zahlreichen Ehrenaffären 'des Oberstleutnants Paul iPronah ist eine Duellangelegenheit entstanden. Die Sekundanten Pronahs, Prinz Ludwig Windischgratz und Georg Szmreesanyi'haben an ihren Mandanten einen Brief gerichtet, in welchem abfällige Aeußerungen über den Armeeoberkommandanten Reichsver»Weser Horthy enthalten waren. General der Infanterie Baron Paul N a g h, einer der Duellgegner Pronays, suhlte sich durch, diesen Brief beleidigt und hat durch zwei »Generäle »der nationalen Armee ritterliche Genugtuung von Windischgratz und Szmreesanyi gefordert. Sttchwahl in Raab. Budapest, 26. Juni. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Heute vormittags wurde das Resultat der Ersatzivahl in Ra ab bekannt gegeben. Auf den sozialdemokratischen Kandidaten M a l a s i t s entfielen 4126, auf den' Christlichsozialen Bern o t a k 3493 und auf den Kandidaten der Gewepbepartei 1143 Stimmen. Zwischen M a l a s i t 8 und» B e r n o l a k findet demnach eine Stichwahl statt, welche aus den 30. d. anberaumt wurde. Kn außenpolittscher Beirat in Pole». Kattowitz, 26. Juni. (Wolfs.) Wie die ,Fdattowitzer Zei» tung" meldet, verlautet in Sojmkreisen, die Regierung wolle dem Außenministerium einen Rat beigeben, der sich mit der Auslandtzpropaganda beschäftigen soll. Dieser Rat soll sich aus 30 Mitgliedern ans den Kreisen der Industrie und des »Handels, der polnischen Zeitungswelt und der jüdischen ' Kresse lusammensetzerr.