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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-23 · Heft 1923 (23.6.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1923 (23.6.1924)
Date
1924-06-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wiener MorqenzertunF.^!B8. Juui IM .. WG-» , 8Mn. M-nkV - Aevanchevorbereilungev. Zahlreiche Verhaftungen. : Paris, LE. Juni. Die Agence Havas meldet aus- Düsseldorf: In der frauzösrschen und belgischen Zone sind in den Lokalitäten nationalsozialistischer Organisationen und irr den Wohnungen von Angehörigen solcher Organisationen H a n s d n-r ch s u ch u n g e n .vorgenommen und zahlreiche Verhaftungen durchgeführt worden. lKu der belgischen Zone wurden Schrift st ticke entdeckt, die das Bestehen von Revanchevorbereitu Ilgen bezeugen. Sie ungarische Devifementrale aufgehoben. Die «me ungarische Deviserrordrumg. Budapest, 22. Juni. Die Regierung Hai durch eine Verordnung die D evisenzentrale aufgehoben und ihre Funktionen auf die Ungarische National bank übertragen. DerVerkchr mit ausländischen Zahlungsmitteln wird von der Nationalbank entweder direkt oder durch hiezu autorisierte Firmen abgewickelt. Es ist verboten, ohne Bewilligung der NationaDank ungarische/Kronenbeträge sowie Inlandsgeld (Münzen, Papiergeld oder Banknoten) sowie aus ungarische Kronen lautende Schecks, Wechsel und Anweisungen nach dem Auslande.auszusühren, ferner auf ungarische oder ausländische Währung lautende Effekten nach dem Auslande auszu führen, weiter die Einzahlung, Gutschrift oder Ueberweisung von auf ungarische-Kronen oder' ausländische Währung lautenden Effekten zugunsten einer im Anslande wohnhaften Person und schließlich die Gewährung eines ungarischen Kron-enkredites an eine ausländische Person. Im Reise- und Grenzverkehr kann Inlandsgeld bis zum Betrage von zwei Millionen Kronen ohne schriftliche Bewilligung ansgeführt werden. Ausländisches Geld und Auszahlungen dürfen gegen ungarische Kronen nur unter Mitwirkung der Nationalbank riugekauft und verkauft werden. '': Von dem Verbote ist die Ausfuhr von ausländischen Zahlungsmitteln oder ihr Umtausch gegen andere ausländische Zahlungsmittel nicht betroffen. Die Verfügung über ausländisches Geld, AuslandSauszahlungen oder Wechsel, sowie Wer.sonstige Nuslandsforderungen und Kredite unterliegt nur den-oben - erwähnten Beschränkungen. Valuten und Devisen dürfen nur zur Befriedigung von Ansprüchen, die von der Nationalbank als berechtigt anerkannt werden,- gekauft »der verkauft' werden. Die-Mrsfuhr von-Wertpapieren oder deren Deponierung sowie-auch die Ueberweisung zugunsten ausländischer Personen und Firmen ist an bie Bedingung geknüpft, daß der Exporteur "60-'Prozentdes Effektenwertes in einer ausländischen Währung bei der Natwnalbank gegen ungarische Kronenwerte erlegt oder sich hiezu verpflichtet oder der Nationalbank gegenüber die Verpflichtung übernimmt, daß der volle Wert des Wertpapiere auf eine Kronenforderung der im Auslande wohnenden Person beglichen wird. Die anS arwerweitigeu Exporten herrühreWen Zech, lüngSmittel (ExportdMta) -rauchen nicht eingelrefert werden. Ausländische Staatsbürger mit ständiger Auslandswohnung oder Aufenthaltsort dürfen über ihre, mit Genehmigung der Natwnalbank entstandenen, sowie auch über die im Sinne der bisherigen Bestimmungen bestehenden Kronen- und übrigen Forderungen wie auch über ihre derartigen Effektendepots frei verfügen. Im Jn'lande befindliche Niederlassungen ausländischer Firmen sind vom Gesichtspunkte der gegenwärtigen Verordnung den inländischen Firmen gleichgestellt. Vebertretungen dieser Verordnung werden mit 16 Tagen Arrest und mit einer Geldbuße von ung. K. 120.060 bestraft. Mischet Selegiertentag in Poprad. (Eigendienst der ,Miener Morgenzeitung".) Pretzöurg, 22. Juni. A>m 18. und 19. d. faitb m P oprad der Delegiertentag der jüdischen Partei und deS Voltsve-rbandes der Juden für die Slowakei statt. 44 Gemeinden hatten mehr als 100 Delegierte entsendet. Die Tagung nahm einen würdigen Verlauf und trug insbesondere zur Klärung einiger wichtiger Kulturfragender Judeuheit in der Slowakei bei. Die politischen Richtlinien bleiben unverändert. Die Tagung schloß mit der Annahme einer Reihe von Resolutionen', von diesen ist hervorzuheben die Begrüßung der GründungeinerjüdischenVölkerbundliga in d er tsche cho-slowakis chen Republik, welcher der jüdische VoKsverband für die Slowake, beigetreten ist. Ferner nahm der Delegiertentag folgende Resolution an: ,^Der Delegiertentag macht die Angelegenheiten jener Juden sich zu eigen, denen zufolge u nrichtiger Auslegung des Gesetzes seitens der Verwaltungsbehörden die G e m e i n d e z u st ä n d i gk e i t aberkannt wurde ünd fordert die neuerliche Untersuchung ihrer Angelegenheit." , Der Delegiertentag begrüßte ferner die Entwicklung des hebräischen Schul Wesens in Karp a t h o - R u ß l a u d und forderte die tatkräftige Unterstützung solcher Bestrebungen dort, wo es die jüdische Bevölkerung tvüuM. Er sprach sich auch für die Notwendigkeit Mitteilungen aus dem Publikum. Telephon 61.198 Telephon 61.198 Bernhard Schimmermann Salon für feine Herrenkleidung nach Mass Laufende Instandhaltung der Kundengarderobe (Bügeln, Entdecken, Reparaturen) WIEN, I. 10704 Graben 29, Trattnerhof 2, Mezzanin 72-74 Wfchkin itt Men. Heute um 5 Uhr nachmittags spricht J-ng. M. M.' Ussischkin im Cafe Reichshof, 2. Bez., Praterstraße 60, in einer Fraue nv e.rsammlung über das Thema „Die jüdische Frau und Erez Israel". der Errichtung einer staatlichen jüdischen Lehe r e r b i l d n n g s a n st a l t, möglichst schon am 1. Septem-! ber dieses Jahres, mit dem Sitze in N o w e Mesto a. B>, aus und beschloß die Herausgabe von für die jüdischen Schulen geeigneten slowakischen Lehrbüchern, Verbesserung des Mittelschulreligsons- Unterrichtes sowie eine Intervention Mm bevollmächtigten Ministerium in Bratislava, damit dichenigen jüdischen Schulen, denen wegen Verringerung der Schülerzahl die Subvention entzogen wurde, eine solche wieder erhalten. Nachdem -die Tagung noch die Bildung einer Zentralexekutive zusammen mit dem jüdischen Ratio n a l r a t i n Prag und der j ü d i s ch e n Partei in Karpatho-Rußland für gemeinsame Wahl- und Parteia ngelegenheiten beschlossen hatte, würde die Wahl der Leitung vorgenommen. Die neue Leitung konstituierte sich folgendermaßen: Volks verband: Präses: Knöpselma-ch er, Bratislava; Wist er, Nove Mesto n. V.; Vrzepräses: Bernhard Weiß, Bratislava, H. Tauber, Nove Mesto n. V., Dr. Fe r bst ein, Presow, Dr. Eisler, Hlohovec. Es wurde ferner ein Ikgliedriges Präsidium und eine 55gliedrige Präsidialkommission gewählt. I ü d i f ch e Partei: Präsident: Dr. Sipo s, Bratislava; Vizepräsidenten: Dr. Jellinek, Nitva, Doktor Ferbstein, Dr. Berenyi, Nitta, Dr. Kondor, Bratislava. Die. Exekutivkomm iffion besteht aus je fünf bis sechs Mitgliedern von jedem Wahlbezirk. Sufolge Kenterns eines Faltbootes ertrunken. Samstag nachts hat sich bei Nußdovf irr der Donau ein Faltbootunglück ereignet, bei dem vermutlich em junger Mann den Tod gefunden hat. Wir erfahren über den Fall folgende Einzelheiten: Gegen 10 Uhr nachts war das Postschiff bei der Schrffahrtsagentre Nußdorf eingetroffen und hatte an der Landungsbrücke angelegt. Gegen viertel 11 Uhr sahen nun der Revievinspektor Keßler und Oberwachmann Oertel, die dövt.den Dienst versahen, daß bei der Schiffsstation der Körper eines anscheinend leblosen Mannes in den Wellen getrieben wurde und sich an einem Drahtseile, mit dem die Landungsbrücke am Ufer vevankert ist, verfing. Sie Men sofort an den Rand des Ufers und gemeinsam mit dem Zeichner Otto Jesar sprangen sie rasch entschlossen in das Wasser, und es gelang ihnen, den Mann an Land zu bringen. Die Nsttungsgesellschaft wurde sofort berufen. Inzwischen stellten die beiden Wachebeamten Wiederbelebungsversuche an dem Bewußtlosen an, die schließlich von Erfolg begleitet waren. . Vom Jnspektionsarzt der Rettunggesellschast Doktob K i t t a g gelabt und einigermaßen erholt, gab der junge Mann, der 20jährige Photograph Johann Schreiweiß, 17. Bez., Neuwaldeggerstraße 4 wohnhaft, folgendes an: Er hatte abends gemeinsam mit seinem Freunde, dem 20jäheigen Präparateur Karl Walter, Haslingvrtzasse Nr. 13, in einem Faltboot bei Klosterneuburg eine Talfahrt auf der Donau unternommen. Trotz des heftigen Windes, der abends herrschte, ging die Fahrt gut von statten und als sie zur Dampfschiffstation Nußdovf kamen, bemerkten sie, daß dort eben das Postschiff hielt, das nach wenigen Minuten die Fahrt stromaufwärts autreten maßte. Da sie nun fürchteten, in die Wellen des abfahrenden Schiffes zu kommen und so zu kentern, suchten sie das User zu gewinnen. Bei der Fähre, die von -Nußdorf nach Jedlef-ee führt, wollten sie landen, stießen jedoch an den dort vertäuten Propeller an, so daß -dasBootkenterte. Beide stürzten in das Master und versuchten, schwimmend das Land zu erreichen. Während es nun gelang, Schveiweiß zu bergen, dürfte Walter ertrunken fein. Alle sofort angestellten Bergungsvevsuche blieben erfolglos, und da der junge Mann am Sonntag früh noch nicht zu Hause eingetroffen war, ist anzunehmen, daß er in den Wellen den Tod gefunden hat. Schreiweiß, der mit einem Rettüugsgürt-el versehen war, gab noch an, daß er Nichtschwimmer sei, während sein Kamerad schwimmen konnte. Er wunde Wr.W von der Rettungsgesellschast in seine Wohnung überführt. Das Faltboot wurde bald darauf '.eingekeilt' zwischen User und Landungsbrücke aufgefunden und der Agentie zur. Aufbewahrung übergeben. Die Nachforschungen nach der Leiche, des unglücklichen Walter werden fortgesetzt. Bechaftuns der Automobilschwiudlerr Auto« Amon in Lanzig. Wie seinerzeit berichtet, ist Ende März d. I. de< 30jährige Autohändler Anton Amon, Märzstraße - 48, flüchtig geworden, nachdem er auf Grund von Autoschwmdekeien Beträge von insgesamt 80.0 Millionen hevausgelockt hatte. Amon hatte damals bei verschie-denen Wiener Parteien vorgesprochen und sich Geldbeträge in der Höhe von 400 bis 600 MMonen Kronen ausgeliehen. MS Pfand gab er feinen: Gläubigern Automobile, die in seiner Garage in der Hollgasse standen. Später stellte sich jedoch heraus, daß diese Automobile gar nicht Eigentum. .deS Amon waren, forkderu daß er sie von verschiedenen P^ffonen zum kommissionsweisen Verkaufe übernommen hatte. In der letzten Zeit brachte das Wiener SicherhÄtsbuveaU in Erfahrung, daß sich Amon in Danzig aufhalten solle. ES wuvde sofort telegraphisch um die Berhaftzrng - des MMonenbetrügers ersucht.. Vorgestern ist nun hier eine Depesche singetröffen, die besagt, daß eS gelungen Hi, den Mann zu verhaften, * Selbstmord eines jungen Mädchens. In dem Haust Damngartenstraße 80 wohnt die 18jährtge Private Mizzi Ä. gemeinsam mit ihrer Schwester, einer Reifmdengattin, der sie die Wirtschaft führt. Die Schwester befindet sich gegenwärtig mit ihrer Familie in Vöslau zmn Sommeraufenthalt und hat auch die Verwandte mit hinausgenormnen. Gestern mittags kam mm wider Erwarten Mizzi A. nach Wien, begab sich in eine benachbarte Wohmma, wo die Schlüssel z« der Wiener Wohnung aufbewahrt waren und «zähltedaß ste fich umziehen müsse, um zu einer Hochzeit 3» gehen. Dann begab sie sich in ihre Wohnung. Abends verspürte eine Partei des Hauses ekten intensiven LeuchtgaSgeruch auf dem Gange und hötte auch den Hund der A. jämmerlich winseln. Als aus wiederholtes Klopfen und Läute» nicht geöffnet wurde, drang man gewaltsam in die Wohmmg ein. Man fand in der Küche das Mge Mädchen leblos auf dem Fußboden liegend, wahrend alle sechs Hähne deS Gasherdes geöffnet waren. Sicherheitswache verständigte sosott die Hietzinger RettungSgesellschast, doch konnte de? JnspertttuSarzt nun mehr den Gin t r itt d e S T 0 d e s feststellen. Wenngleich an der Leiche eine leichte frische.KratzwMde am Halse sichtbar war. liegt offensichtlich Selbstmord vor. Dar Motiv der Tat ist unbekannt. Auf dem Tische der Küche lag ein Buch, in. dem von einem Selbstmord die Rede war. .* Gegen das Wohnungsamt. Uwe VeMmMmg der. WohnMgsnga hat eme Demonstration gegen das WohnungSavrt angekündiigt. ES - hanhelt sich hier^ um eine Agitation eines aus dev soziwvdemMatischsn - ParttL emsHeschloffemn AvbeiterrateS. ' . * Tanzinstitut Hermann Braun. 14. Bez., Reindorfgaffe 4L. . - ■ , (Entgeltlich.) Vriestafte» der NümMmu AnSlünder A. A. Aufenthaltsbewilligung nicht «Stig. -- K. M.» Leipxig. Sie erhalten - das Gewünschte, bei den zuständigen städtischen Behörden. — Leseo 24. Stempel, von 3000 Kronen. — Schach. Dr. Emanuel Laster ist 1868 geboren und stammt aus der Umgebung von Brrllu. Vühne und Kunst. Ae kntwMung der Buches in den letzte« dreizehn Jahrhunderten. Eine Ausstellung i« New-Uork. Aus New-Aort wird «nS geschrieben: Im Metropolitan Museum of Art ist jetzt eine Ausstellung zu seihen, die einen übersichtlichen Ueberblick über die Entwicklung deS Vuches während der letzten dreizehnhundert Jahre bietet. Das älteste Meisterwerk in der Ausstellung ist ein Gvangelmm in lateinischer Sprache, daS jüngste ein illustriertes englisches Kinderbuch. Bon Drucksachen finden sich erste Guienberg- Drucke, sogar solche, die noch vor Gutenberg gedruckt wurden, dann Drucke aus allen späteren Jahchunderten bis zu den Produkten de? Druckmaschinen unserer Zeit. Auch die Ausstellung der BucheinbaMe fft sehr reichhaltig und lchrreich. Buchrücken aus der Werkstatt von Goldschmiedeu und Juwelieren des MtttelalterS eröffnen' die lange Reihe seltenster SchenAvückrgkeiten, die mit Kunstwerken modernster Richtung schließt. Zu den Schätzen , der Ausstellung gehört eine anschnliche Zähl historischer Bücher und Handschriften, die, bisher von Privaffammlern eifersüchtig gchütet, jetzt zum ersten Male vor die Oesfontlichkeit gelangen. Der größte Teil stammt aus der Sammlung des George Pierpont Morgan, aber''auch die.Sammlung des Morttmer Schiff und die Bibliotheken anderer reicher cmmikanischer Sammler sind gut vertreten. Die schönsten Einbände sind aus den Beständen Morgans und Morttmer Schiffs zur Verfügung gestellt worden. Es gibt überhaupt nur drei wirklich, an Schätzen reiche Sannnlungen von Bucheinbänden in der Welt: die Sammlungen des englischen Rothschild, Morgans und Morttmer Schiffs, und die Nöw-Yorker Ausstellung zeigt die wertvollsten Einbände aus dem .Besitze der genannten zwei amerikanffchen Sammler. Gar manches. vielbewunderte Ohjskt der Ausstellung war ursprünglicher Besitz eines gekrönten Hauptes, eines Papstes, einer berühmten politischen Persönlichkeit oder enter noch berühmteren politischen Couvtisane. So kamt man Bücher WiCN *.• t.

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