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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-23 · Heft 1923 (23.6.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1923 (23.6.1924)
Date
1924-06-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Elozelnamm er K12 0 0 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II^Taboratr.l-S, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, I. Bez, Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 85.000 Ts ch « ch o-S 1 owa k e i: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. Dinar 60. Polen: Mon. 31/* Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Fr an kr., Belgien: Mon. Frcs. 12 ' F "51S1 nK > I » ym* > / <■ , , ■ SICHERN SIE SICH M^WWlUWWW k GRAETZ ujl K PRÄMIE^ Po! eu^olnJft .350.000 ’ t a 1 i e n: Monatl. 12 Lire. Rumänien Mo». 150 Lei. Bulgarien Mon.80 Lewa» 8 c h w e i z und das übrig« Ausland monatlich Frts. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrassei—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds. 21-102,25-282 IX. Unlversltätsstr.6—8 (Druckerei Stelntnann) ■MF* Nachzahlungen dO bei Prctiertiötiunjreo Vorbehalten Oesterreichischea Postspar* kassen- Konto Nr. 150.698 Rr. 1923 Wien. Montag, 23. Zani 1924 8. Zahrgang •f n Das Befinden des Bundeskanzlers sehr zufriedenstellend. Bolle Kiniguns. — Cmberusung einer Kntentekonferenz skr Mitte 8«li nach London. Be! der Aussprache zwischen Wae Donald und Herr rot ist eine Einigung erfolgt. Der englische und der französische Ministerpräsident haben ein einvernehmliches Zusammenarbeiten beschlossen, das gegenüber Deutschland am deutlichsten zutage treten wird. Die Einberufung der Ententekonserenz nach London deutet darauf hin, daß im Juli die endgültigen Beschlüsse wegen der Räumung des Ruhrgebietes erfolgen werden. Nachstehend die eingelangten Meldungen: London, 22. Jnni. (Reuter.) Amtlich wird mitgeteiltr Die freundschaftliche und intime Anssprache zwischen dem Premierminister Mae Donald und dem Ministerpräsidenten H e r r i ot, die sich auf die durch den Sachverständigenbericht aufgeworfenen Fragen und die zu dessen Durchführung zu ergreifenden Maßnahmen bezog, hat die vollständige Uebereinst i m m u n g d e t: © esi cht spunkte der beiden Regierungschefs ergeben. Es war nicht mV gl ich, zuendgü l t i g en Be!fichlüssfe st zu g ekalisg e n, da es notwendig ist, vorher die belgische und die italienische Regierung zu befragen. Unter Vorbehalt der Zustimmung der übrigen Verbündeten wurde vereinbart, daß Mitte Juli eine Konferenz in London zusammentreten soll, um endgültig das einzuschlagende Verfahren zu regeln. Die beiden Ministerpräsidenten haben beschlossen, zur Eröffnung der Versammlung des Völkerbundes in Genf für kurze Zeit zusammen dorthin zu reifen. London, 22. Juni. (Havas.) Premierminister M a e D o n a l d und Ministerpräsident Herriot haben beschlossen, der amtlichen Verlautbarung folgende Erklärung hinzuznfügen: „Angesichts der Schwierigkeiten, die die beiden Länder und die ganze Wett bestürmen, sind wir übereingekommen, einen moralischen Pakt stetigerZufammenarbeit abzuschließen." Berlin, 22. Juni. Das Ergebnis der Zusammenkunft der beiden Ministerpräsidenten ist in den hiesigen politischen Kreisen mit großer Befriedigung ausgenommen worden, wenngleich es nicht in seinen einzelen Details bekanntgegeben worden ist.. Daß eine Aenderung in der bisherigen Haltung der Entente bevorsteht, beweist der Umstand, daß nach dem Londoner Berichten eine Zustimmung Belgiens und Italiens ' abgewartet wird. Wäre eine Aenderung nicht erfolgt, so wäre diese Zustimmung ja nicht erforderlich. Auch die Ankündigung der Reise der beiden Ministerpräsidenten nach Genf läßt vermuten daß sie bei der Eröffnung der Vblkerbundtagung mit dem ganzen Gewicht ihrer Autorität fM die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund einzutreten beabsichtigen. Was Frankreich betrifft, so ist aus. der veränderten Haltung in der auswärtigen Politik hin Rückschluß auf seine finanzielle Lage zu ziehen. Diese wird von den Ereignissen in London nicht berührt. Die materielle Hilfe kann nur aus Amerika kommen. Dieses fordert aber die Rückzahlung der französischen Schuld und ist im Augenblick umso weniger geneigt, an Europa Kredite zu gewähren, als es knapp vor den Wahlen steht und die Situation im Osten Europas nicht gerade Beruhigung einflößt. Paris, 22. Juni. (Wolfs.) Mch einer -Meldung des Brüsseler Korrespondenten des „Echo de Paris" wird Ministerpräsident Herriot Montag abends in-Brüssel Eintreffen und von König Albert empfangen werden. Die sranzösisch-beWschen Besprechungen würden Dienstag um 9 Uhr vormittags im Außenministerium beginnen und sich bis nachmittags auOehnen. Die Ermordung Matteottir. Der Pressechef Rosfi hat sich selbst gestellt. - Rom, 22. Juni. (Stefani.) Der frühere Pressechef R o s s i, der von der Polizei zeucht -wurde, hat sich heute nachmittags selbst gestellt. Rom, 22. Juni. (Privatmeldung der „Wiener Morgenzeitung".) Der Generalpolizeidirektor de Bono bestreuet auf das entschiedenste, daß er mit Filipelli Zusammenkünfte gehabt und diesem einen Paß ausgestellt habe. Ferner wird dementiert, >daß Dumeni ein Geständnis abgelegt habe. Im Gegenseile verweigert Dumeni vor dem Untersuchungsrichter jede Antwort. Wie verlaütet, ist Filipelli in den Hungerstreik getreten. Ein Teil der in Rom zusammengezogenen norditalienischen Fasziskmniliz ist wieder abgereist. Mns,solini hosft zuversichtlich, die Krisis zn überwinden, ohne Getvaltrrratznahmen anwenden zu müssen. Dagegen führt die Presse beider Lager eine immer gereiztere Sprache. Sogar der saszistische „Nuovo Paese" bringt einen pessimistischen Leitartikel, in dem ein zweites, weit furchtbareres Karfreit an die Wand gemalt wird. Rom, 22. Jnni. (Privatmeldung der „Wiener Morgenzeitung".) Mussolini hatte Heute eine Unterredung mit de Bono unddem General Guardino, der von den Blättern als der künftige Oberkommandierende der Nationalmiliz bezeichnet wird. Nach dem „Corriere della Sera" ist Guardino Berufsmilitär, und seine Ernennung könnte der erste Schritt für Schwere Anklage« gegen den Polizeidirektor. die Umbildung der Parteimiliz in eine staatliche Macht und für ein wahres Zusammenwirken zwischen Heer und Miliz bedeuten. Bis nach der morgigen Ministerratssihung ist jedoch mit einer Bestätigung dieser Nachricht nicht zu rechnen. Die regierungsfeindlichen und die oppositionellen Blätter bezeichnen die Stellung de Bonos als unhaltbar und verlangen nicht nur seinen Rücktritt, sondern auch die Klärung verschiedener Umstände durch den Untersuchungsrichter. Der katholische „Popolo" wirft de Bono vor, die polizeiliche Ueb erw a chung Mateo ttis gerade am verhängnisvollen Tage eingestellt und von d er Ermordung sofort Kenntnis erhalten zu haben, ohne sofort alles Erforderliche einzuleiten. Er Hab eso gar die E rm o rdmn g Mus folini gegenüber verheimlicht und im allgemeinen an der Verwirrung mitgewirkt. Ferner habe er d i e Flucht R o s s i s e r m ö g l i ch t und jene Filipellis nicht verhindert. Rom, 28. Jum. Die Chefs der obersten irtalliienischen Gerichtsbehörden haben an den Jnstizmiinister eine Kundgebung gerichtet, in der sie erklären, daß nur vollständige Unkenntnis -der itallemschen Vechältniffe die Annahme erklären könne, daß die italienischen Gerich t-e nicht vollständig u n a b h ä n g i g seien von der R egier a n g Undvon jeder Partei Pol i t i L. Der Kanzler dürfte, wie wir erfahren, schon in etwa acht Tagen das Wiedner Krankenhaus verlassen und in das Erholungsheim der Dienerinnen vom Herze» Zesu in Hütteldorf überfiedeln. Die Aerzte, die den Bundeskanzler behandeln, habest sich gestern nach Hütteldorf begeben, um das Erholungsheim des Klosters, dessen Subprior Dr. Seipel ist, zi liesichtigen und zu prüfen, ob es für die Aufnahme bei Patienten geeignet ist. Sie konnten, wie wir höre», fest-. teilen, daß es . sich für diesen Zweck vortrefflich eignet Die für Dr. Seipel in Betracht kommendest Appartements sind absolut trocken, sehr luftig und liegest nach der Sonnenseite. Der große herrliche Park, der zu dem Erholungsheim gehört, gestattet dem Kanzler, leicht, Spaziergänge zu unternehmen oder unter schattige» Bäumen im Freien der Ruhe zu pflegen. Ueber das gestrige Befinden des Bundeskanzler! Dr. Seipel erfährt die Amtliche Nachrichtenstelle u». 8 Uhr abends: Tag gut verbracht. Tros des günstigen Heilungsverlaufes legen die be. handelnden Aerzte das größte Gewicht darauf, daß bei Bundeskanzler, durch Besuche nicht allzusehr ermüdet werde. 9 Uhr vormittags; Nach 18 erquickende r S ch l a f. Am Morgensubjektives Befinden.. und objektiver Befund sehr günstig. - " > ' Verhandlungen mit Rußland wegen lleberlafinng dünKarpathorutzland? Ein russischer Korridor bis zur Tschecho-Slowakei. Budapest, 22. Jnni. ßßrtoüt!melibuttg der „Wiener Morgenzeitung".) „Nemzeti Wag" bringt eine Meldung, wonach die polnische Regierung vertraulich verständigt wurde, daß Dr. Benesch Verhandln» gen mit Rußland wegen Ueberlassung vor Karpathorußland Pflege und bereits in Rom, Paris und London über die Aussichten eines derartiger Planes sondiert. In Polen erweckt die Angelegenheit einiges Aussehen, zumal man befürchtet, daß Herriot all Russenfreund der Verwirklichung dieses Planes kein Hindernis in den Weg legen wird. An hiesiger informierter Stelle wird erklärt, daß -der tschecho-slowakische Plan als Neuauflage der Korridor- Politik angesehen wird, die jedoch insofern eine andere Form gewonnen hat, als nicht der tschechische Korridor bis Rußland verlängert, sondern eine Art russischer Korridor bis zur Tschecho-Slowakei g es chasfe, werden soll. Iemmftratione» gegen Znpaner in Amerika Zwei Japaner getötet. London, 22. Juni. (Reuter.) Nach einer Meldung des „Sunday Expreß" aus New-Dork haben in Los Angeles japanseindliche Kundgebungen stattgefunden. Aus einer Straße der Umgebung wurden die Leichen zweie, Japaner aufgesunden. In ganz Kalifornien ist eine japanseindliche Bewegung ausgebrochen. Zahlreiche Zuschriften und öffentlich« Anschläge fordern zu Repressalien für die gegen Amerikaner in Japan verfügten Mißhandlungen aus. In einem anderen Orte Kaliforniens wurde ein Japaner ermordet und in einem 50 Meter tiefen Schacht ansgestruden/ In einem Theater von Los Angeles wurden di, Japaner znm Verlassen der Vorstellung gezwungen. Wü verlautet, hat die Regierung einen Aufruf an die Bevölkerung vorbereitet, worin zur Ruhe aufgefordert wird. Mutige Schkllgereien in Pari«. 1 '; Paris, 22. Jum. (Havas.) Anläßlich einer kommw nistischen-antifasIlstischeu Kundgebung -in Saint« Geräts bei Paris kam es zn einigen Zusammen« stößen, wobei mehrere Manifestanten und Polizeileute verwundet wurden. Die Rulst wurde wiederheraeltellt

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