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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-21 · Heft 1921 (21.6.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1921 (21.6.1924)
Date
1924-06-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1921 Wien, Wiener Morgenzetlrmg. tu #m 19L4 MkV bevehelicht und auch das junge 'zwitschernd Verliebte Paar LeWnrnt seinen Degen. . Dieses belangte, langweilige Stück bekommt Schwung und Fände vom Darsteller des Mr.^Pim, der leider durch den schwerfälligen Mechanismus des* Dichters gestört wird, vom siebzigjährigen Hugo Thimig. Er stattet den-vergeßlichen alten Herrn mit einer Reihe feinster individuellster Züge aus, das Spiel der-Hände, die Bchagdichkeit in seinem Wesen, ist sein eigenster Stil, echtestes Bmgtheater in der Iosefftadt. Man fühlt, nicht nur die -Liebe ftcht über allen Gesetzen, auch die Kunst hat Anspruch darauf. Pauls en als Marden -war ein liebenswürdiger gezähmter -Polterer mit echtem Vollba-rt. Als Regisseur hat er stch glänzend oingeführt, das von ihm erdichtete Bühnenbild machte die Poesie der englischen Landgüter lebendig. Hermann Thimig spielte sich selber, Fräulein S p i r a verkörperte einen reizend verliebten, spitzbübischen-Backfisch, entzückend das Profil mit dem halbgeöffneten Mund und dem blonden Girljzopf. Gviba Wagner als Frau Marden überraschte durch -Untertöne von Schalkhaftigkeit und herber," reifer Süße. Eine stramme, männlichhavte Mrs. zeichnete Frau Hage n mit der Reitgerte. Den Erfolg-des Lustspiels, das drei Akte lang in Ba* nalen Dialogen plätschert, entschied Hugo Thimig, der als Jubilar auch während der Szene stürmisch bejubelt wurde. Man freute sich -über seine unverwüstliche Frische und zwang ihn sogar zu ein paar Dankesworten von der Bühne herab. Weniger entzückt war man vom Autor A. A. Milne, der fleißig in Bernard Shaw, aber auch in Dickens, Mark Twain und -in Goldfmiths seligem Landvrediger geblättert hat. Oskar R osenseld. „8nWenfhreidj," Neueinst-udiert im Deutschen Bolkstheater. Selbst die erlöschende Saison macht es nicht ganz begreiflich, daß man auf Stücke znrückgreift, die noch nicht historisches Interesse erwecken und doch den Anspruch auf Gegenwartsinteresse schon lange verwirkt haben. Der Soldatendrill, die überspitzte Standeschve^ die eng gezogenen Vorurteile — darüber sind wir nun doch schon hinaus uttb man fvug sich eigentlich den ganzen Abend: „was gcht das uns denn an?" Trotzdem ist Beyerleins „Zapfenstreich" imme-r noch „gutes Theater", das leine Wirkung nicht verfehlte. Die Aufführung war vortrefflich. Hedwig Keller als Härchen voll schlichter Innerlichkeit. Die Herren Günther, Hadank,- Schreiber, Rotenbe-rg. Scharwenka und Kutschera erwarben sich reiches Verdienst um den wohlgelungenen Abend. ES gab viel Beifall, mitunter sogar (zweiter Mt) etwas zu lange BerfallSstürm«. j K M. Bemerkenswerte Uraufführungen beim bevorstehende» Wiener Musik- und Aeaterfeft. (Tine neue Valletdkchtung Hoffmannsthals. — Ausführung von Dalerozes „Fest der Jugend und der Freude".) Hugo v. Hoffmannsthal hat eine Ballettdichtung „Die Ruinen von Athen" zu der Musik von Beethovens .-Prometheus" und ,/Die Ruinen von Athen" vollendet. Der Inhalt deS Ballets gibt die Geschichte eines Wanderers, der vor den Ruinen Athens in Betrachtungen versinkt. Das Bild verwandelt sich: Das klassische Athen mit der Mropolis ersteht und «in altgviechisches Festspiel setzt ein. Richard Strauß wird das Ballett anläßlich des Musikf-estes in Men in der Staatsoper dirigieren. — Eine interessante Bereicherung wird das Wiener Theater- und Musiffest durch die Uraufführung des Dalcroze-Spieles „Fest der Jugend undder Freude" erfahren. Es handelt sich hier um ein musikalisches Werk großen' Stiles und um eine neue szenische Kunstgattung. Es ist teils Oper und Schauspiel, teils Pantomime und Ballett, teils Oratorium und plastisch gewordene Symphonie und enthält auch eine Reihe von Kinderreigen. Zur Ausführung sind etwa 980 Personen notwendig. Mitteilungen aus dem Publikum. Bronia Heimann Kolomea empfehlen sich als Verlobte Munio Krämer in Fa. Kramer & Breuer Wien Selma Reiss Ung. Brock Luitpold Stern Jerusalem—Köln a. Rh. Ve r1o b te Telephon 61.198 Telephon 61.198 Bernhard Schimmermann Salon für feine Herrenkleidutig nach Mass Laufende Instandhaltung der Kundengarderobe (Bügeln, Entflecken, Reparaturen) WIEN, 1.- 10704 Graben 29, Trattnerhof 2, Mezzanin 72-74 SCHWEIZERHAUS Cafe-Restaurant im Prater 416 TÜKGLICH UfAfCKT Orchesterkonzert W Das beste Pilsner Bier in Wien, auch vorzügl. Wiener Biere sowie köstliche Weine / Kalte und warme Speisen dit^eOIAHJENG Strandbadehäusei* im stSdt. Strandbad Klosterneuburg mit einem und mehreren Räumen, Sommer , über bewohnbar, verkauft mit 20jährigcm Pachtvertrag; auf den Grund. Wir liefern auch Holzhäuser nach auswärts Klosterneuburger Wagenfabrik A. 0.» Wien, 12. Bezirk, Grieshofgasse 16, Telephon 82-4-39 ssi AnberRenaifsancebüHne spielt Gisela W erbe z i r k nur noch bis 28. Juni die Jetty H a t s ch e k in „Familie H a t s ch e k" von Armin ' Friedman». Am 28. Juni eröffnet das Oberbayrische Bauerntheater „D i« Berchtesgadner" sein Gastspiel mit „A l m e n r a u s ch u n d E d e l w e i ß". , W i e n e r K o m ö di e n h a« 8. Tätlich „Er braucht e i n e F r a u" von Hans Naderer. Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, „Das Abenteuer in China" von W. S. Maugham. A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen, 3 Uhr nachmittags, „G ar t e.n d er J u g e n d", »/,8 Uhr abends, »Am Teetisch" von Karl Sloboda. S ch ö n b r u n n er Schloßtheater. Morgen, 8 Uhr abends, „D e r Widerspenstigen Z ähmung". Staatsoper. Morgen, 6 Uhr abends, „S i e g f r i e d", ®rbfl t- Frau Marie Olszew 8 ka als Gast. Montag, 28. d., '/-8 Uhr abends, „D i e B o h ö.m e. Dienstag, 24. d., V,8 Uhr abends, „Schlagobers" und „Scheherazade". Mittwoch, 25. d., 7S8 Uhr abends, „Rigoletto. V o l k s o p er. Heute, 6 Uhr abends, „P a r fif a l". Morgen absolviert Jean Athanasia sein zweites Gastspiel als Scarpia in „T o 8 e a". Montag, 23. d., Uhr abends, „HosfmannS Erzählungen". Dienstag, 24. d., „T r a v i a t a". Mttwoch, 25. d., „C a r m e n" Deutsches VolkStbeater. Morgen, V,8 Uhr . abends, „Z « pfenstrei ch". Montag, 28. d., „S a p p h o". Dienstag, 24. d., „Tschaperl". ft; o m m c t f p i e 11. Täglich 8 Uhr abends, „C o l e t t e". Freitag, 27. d., 7 Uhr abends, „C o l e 11 e" und 10 Uhr abends, „W a 8 F r a u e n träumen", Revue in 10 Bildern von Karl FarkaS und Dr. Robert Kätscher. Musik von Dr. Robert Kätscher. Raimund-Theater. (E x l - B ü h n e.) Heute und morgen, V*8 Uhr abends, „D i e politische W i t w e", eine. lustige Bauernposse in drei Aufzügen von Hans Renz. Monlag, 28. d., l/,8 Uhr abends, „D e r Götz e". Dienstag, 24. d., ater Ja kob". Th e<vter in d er Josefstadt. Heute, morgen und Dienstag. 7*8 Uhr abends, „M r. P im will nicht störe n". Montag Erstaufführung des Volksstückes aus dem SeemannSleben in vier Akten „A n n a Christin e" von Eugene O'N e i l l. statt, bei welchem die Opernsängerin Fräulein Klara tin, die Kladiervirtuoisin Frau Rellh Friedländev Reich'!in Mitwirken, die Schwestern Elsh und Bally Stet» hebräische Melodien und Tänze zur DaMetung bringen, fewvr Oberkantor Alter jüdische Lieder vortragen wird. Das Programm umfaßt ferner eine- Szene aus Unoschis .Meb ÄDe". vargestellt von Jona R e i ß m a n n und Direktor S. P o dzamcze s-oiwie Rezitationen von Michael Preiß und Darbietungen des Humoristen Nachbar. „Sommernachtstrcmm" im Burggavten. Am Freitag den 27. d. gelangt im BurMarterr Shak-Meares ,Dommernachtstraum", Mulsik von Mendelssohn, zur Aufführung. Inszenierung Hans Sormenthal. Mozzarts „Cofi fan tutte" in der Musikakademie. Es gehört kein, geringer Wagemut dazu, dieses schwierige Singspiel, das an die Sänger die höchsten technischen Anforderungen stellt, von Schülern aufführeu zu lassen. Daß das Wagnis gleichwohl gelang, zeugt neuerdings für den Geist ernster künstlerischer Arbeit, der unter Dire-ktor Marx in die Mni'sikakademie eingezogen ist. Ein Gesamtloö verdieuien Ensemble und Inszenierung, denen man sorgfältige VorarbBit anmerkte, von den Solisten ge. fiel uns namentlich Her-r R « e p P als Alf»ufo, ein unbefangener, gemütlicher Philosoph voll Spiel- und Sangesfreude, recht munter Fräulein Kar e n i tsch als Despina, gewandt in Gesang und Ausdruck Fräulein Feiler als Fiordiligi, durch seinen angenehmen Tenor und feine musikalische Sicherheit siel Herr Josef S. Len gy-e l auf, mit ihnen teilten sich Frau Frauscher und Herr Kappel in den lebhaften Beifall. Gedenkfeier für Franz Kafka in Prag. Man schreibt uns ans Prag: In der Kleinen Bühne fand zur Erinnerung au den süngst verstorbenen hoffnungsvollen Prager Dichter Franz Kafka eine stimmungsvolle Trauerseier statt. Max Brod, einer der engsten Freunde des Berblicheneir, hielt die Gedenkrede. Aus den Werken des Dichters las H. Koch vom Neuen deutschen T-heat-er einige Stücke, darunter die Erzählung ,/§rstes Leild". Es war eine wiivdige und in Erinwer-nng an den Frühverstorbenen erschütternde Feier. Offip Schubin, die erfolgreiche, vielgeleseue Romanschriftstellerin, feierte ihren 16. Geburtstag. Die Schriftstellerin, welche mit ihrem bürgerlichen Namen Lola Kirsch ne >r heißt, trat schon im 16. Lebenslsahre mit ebner Novelle „Verkannt und verfehlt" in die Qeffentlichkeit, welche in der Prager „Bohemia" erschien. Wiederaufführung einer 300 Jahre alten Oper. Anläßlich des Tonkünstlerfestes in Fr ankfurt a. M. gelangte im Rokokotheater zu Bad Homburg Henry Püree fl § Oper „D i d o und A e n e a s" zur Aufführun.g. DaS AX) Jahre a ie Werk ist von dem angesehenen englischen Musikhistoriker Edward Denk für die Bühne bearbeitet worden; hier erlebte es nur eine konzertmäßige Aufführung, für die sich Hermann Scher che n mit Erfolg einsetzte. Eine Aufführung von Niebergalls „Datterich" fand dieser Tage in Darmstadt statt. Sie muß -deshalb vermerkt werden, weil dieses geniale Werk des hessischen Dichters wert ist, der Vergessenheit entrissen zu werden und die Bühne durch eine urkräftlige Dialektkomibdie bereichert, in welcher der Spießer außerordentlich gelungen verulkt wird. , Nette Kompositionen von Alois Häba. Alois H a b a hat ein fünftes Streichquartett im Sechssteltonisystem, eine C-Dur- Suite im Vierteltonsystcm. eine Phantasie für Diolinsolo im Vie-rteltonshstem und eine Klaviersuite für Bierteltonklavier geschrieben. Haba kompouiert, wie man sieht. Werke, die seiirev Theorie über di^ notwendige Erweiterung des üNichen T-onsystems entsprechen. Zusammenbruch der Berliner Opernhaus-A.-G. Die deutsche Opernhaus-Bctrrebs-A.-G. ist zusainmengebrochen. Sie hat sich außerstande ercklärt. ihre Steuern zu zahlen und hat den Behörden ihre Zahlungsunfähigkeit angezeigit. Der Fundus des D e u t s ch e n O P e r n h a u s e s ist daraufhm in der Höhe der fälligen Steuersumme gepfändet worden. Der große Preis der Aeademie franeaise. Aus Paris, 20. d., wird berichtet: Die Aeademie fraucaise hat gestern den großen Literaturpreis dem Schriftstell-er 2t. Bonnard und den Trostpreis dem Schriftsteller Gebert zugesprochen. . Literarisch-musikalischer Abend. Dienstag den 24. d.. 8 Uhr abends, findet im Saal des Schtiftstellevverems, ,Me Scholle", 2. Bez.. Lllienbrunngassi 1, ein literarisch-musikalischer Abcnd Terichtsfaal. Das Gefahrenmoment beim Fnbballsplet. Guttmann freigesprocheu. Einen bemerkenswerten Berlauf nahm gestern beim Strafbezirksgericht 1 eine Verhandlung, in der der -bekannte Fußballspieler-der Hakoah Bela Guttmann wegen, Gefährdung der körperlichen Sicherheit angekl-ci.gt war. Ber einem am 18. November vorigen Jahres stattgehabten MeisterschastSspiel zwilschen Hakoah und Hertha war .Guttmann während deS Spieles mit «dem Mittelläufer der Hercha Max Reiterer bei dem Bestreben, den Ball mit dem Kopfe aufzufau-geu, zusammeugeftoßen. Reiterer stürzte hielbei sounglücklich zu Boden, daß er sich einen beliderseitigen.Muskelriß an den Schultern zuzog und sechs Wochen im Spital lag. In der gestern vor dem.BeMsrichier Dr. Straßner durchg-eführten Verhandlung intervenierte als Verteidiger Guttmauns Dr. Valentin Rosenfeld, als Vertreter der Arbeit-erkrankeukofse, die sich dem Strafverfahren angeschlossen -und die Anzeige -gegen Guttmann erstatt,et hatte, Dr. Heinrich Ovnstein. Der Angeklagte stellte jedes Verschulden an dem Unfall Reiterers.in Abrede. Die als Zeihgen vernommenen Hakohaner Jas-ef Grünfeld und Egon Pollak-bestätigten die Aussagen Guttmauns. Der Leidtragende Max R-viterer gab an, daß es sich um einen Freistoß, der gegen die Hakoah -gegelben war, gehandelt habe. Er sei in die Höhe gesprungen, um den Ball mit dem Kopf zu erreichen, gleichzeitig-sei auch Guttmann zu demselben Zweck in die Höhe gesprungen. Plötzlich habe er, Reiterer, einen Schrei ausgestoßen und fei auf dem Boden gelogen. Es wurde.sodann als Zeuge der Schiedsrichter Dionis Schönecker vemommen. Das Vorgehen Guttmanns, erklärt.der Z-enge, sei vollkommen einwandfrei gewesen wnib habe ihm als Schiedsrichter Leinen Anlaß zum Einschreiten gegeben. Auf Biefragen des staats« auwaltschaMchen.Funktionärs Dr. Klein erklärt der Zeuge, daß Guttmann auch in keiner Weise die Spielregeln verletzt habe. Auf Befragen des Dr. Ornsteird erklärt der Zeuge, daß Guttnrann den Reiterer keineswegs rmderlaufen habe. Als Sachverständiger wurde Prof. Wilhelm Schwieger veruommen und zunächst beeidet. Der Sachverstänidrge erklärte, daß beim Fußballspiel es stets gewisse Gefahvmmomente gebe.und ' der vorliegende Fall sei typisch für eines der Gesähvenmom-ente. Die Verletzung!h,abe sich R-eiterer durch.den Sturz zugezogen und nicht am Körper Grvttmanus. Der Sachverständige erklärte weiter, daß Guttmann nach siiuen ErfahvungLn.öin. sehr fairer Spieler fei Md es ausgeschlossen fei, daß Guttmann den Reiterer absichtlich verletzt habe-und es umwahrfcheiMch ist, daß Guttmann „auch noch fahrlässig vorgsgr-ugsn ist. Der Schiedsrichter Schönecker sid «rner der ältesten Fußballspieler, der -das Spiel sehr gut verstehe und der es gewiß nicht übersehen hätte, wenn - Guttmann unfair oder fahrlässig gespM und den Unfall verschuldet hätte. Der Richter sprach den Angeklag-- t-en frei mit der Begründung, daß «8 sich im vorliegenden talle nach den.Ergebnissen des BeiweiiSverfahrens und den utachten des Sachoerständigen um ebnen normalen, im Rahmen des Gesahr-enmomentes möglichen Unglückssall handelt und daß dm Angeklagten -keinerlei Verschulden an diesem Uw fall treffe. _ Die Klagen eines Epileptikers. Der Bahnbedienstetk Josef Hauzenberger erlitt im Jahre 1899 als Wggenschieber der österreichischen Staatsbahnen einen schweren Unfall beim Absteigen von der'Bremse, der seine Unterbringung i u Heilanstalten, darunter auch am Steinhos, wegen Epilepsie zur Folge hatte. Im Jahre 1922 wurde er von der Buudeslahnoirektion mit einSm Ruhegehalt von 20.985 K. jährlich pensioniert, der dann automatisch erhöht wurde. Seit Jahren führt er einen Kampf gegen^ die Unfallversicherungsanstalt und gegen "die Gerichte um höhere Bemessung und ist bisher überall rechtskräftig ab- - gewiesen worden. Die letzte Klage brachte er ein wegen unrechtnräßig erfolgter Pensionierung mit der Begründung, daß es Wicht der Staatsbahnen, beziehuwgsweise ihrer Nachfolger, gewesen wäre, ihn entsprechend zu entschädigen, und daß die/ Bundesbahn nicht berechtigt war, ihn mit einem so niedrigen Betrage zu pensionieren, sondern vielmehr verpflichtet er- . scheint, ihm euren Betrag als Ruhegehalt festzusetzen, der den Bezügen entspricht, die er bei ununterbrochener Dauer seiner Anstellung gehabt hätte. Da seine Kollegen jetzt zwei Millionen monatlich beziehen, beziffert er den Klageanspruch mit 2g Millionen. Das Landesgericht hat nunmehr beschlossen, den Geisteszustand des bereits viermal auf dem Steinhos interniert Gewesenen untersuchen zu lassen, zumal er infolge seiner epileptische Anfälle nicht in der Lage ist, klare Aussagen abzugeben. Der als Armenvertreter bestellte Rechtsanwalt Dr. Heinrich Schärfmesser beabsichtigt, für den Kranken ein Gnadengesuch wegen gnadenweiser Erhöhung der Pension einzübringen. Eine „Schweinerei" der Erwachenden Ungarn. Au? Budapest wird uns berichtet: Im Sommer vorigen Jahres erschien ein Aufruf -der ungarischen Landesgenossenschaft für Handel, Industrie uud Landwirtschaft, in welchem diese Genossenschaft sich verpflichtete, jedem Teilnehmer, der 180.000 K. einzahlt, hierfür zu Weihnachten ein etwa 120 bis 110 Kilogramm wiegendes Schwein zu liefern. Ms Sitz der Genossen, schaft war das Vereinshaus der Erwachenden Ungarn angegeben und der Aufruf trug auch die Unterschrift der bekannten Leiter des Vereins der Erwachenden, unter anderem des Staatssekretärs Franz Balogh, des Sektionsrates Franz Daranvi nsw. Viele Personen zahlten auch in der Tat die geforderten Beträge ein. doch erhielten sie weder die zugesagten fetten Schweine, noch wurde ihnen ihr Geld rückvergütet. Die-; jenigen, die mit schwerer Not zu ihrem Gelde kamen, erhielten. keinen Schadenersatz. Infolgedessen belangten einige Teilnehmer an der Aktion die Leitung der Genossenschaft.und die' Mitglieder der Direktion der Erwachenden Ungarn, die den , Aufruf unterzeichnet hatten, auf Schadenersatz. Die Affäre erregte .großes Aufsehen, denn die Untersuchung hatte ergeben, daß die Genossenschaft überhaupt nicht protokolliert ist und auch noch keine Statuten hat. In der am Mittwoch vor dem B c. zirksgerichi durchgeführten Verhandlung bestätigte einer der Akqnisiteme dieses Schweinegeschäftes, der Feldmarschalleutnant Julius Phleps, daß er im Verein der Erwachenden Ungarn ermächtigt -worden sei, die Aktion als von den Erwachenden geleitet anszugeben. Die Verhandlung, die vor einem großen Auditorium stattfand, mußte behufs Ergänzung des Beweisverfahrens über die Frage, in wessen Taschen die eingezahltcu Beträge verschwunden sind, vertagt werden.

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