Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1920 (20.6.1924)
- Date
- 1924-06-20
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Skr. 1926 Me«, HMch t»f!?•}; *.: jn Tf 5*.«:- 'f Irr .f*v. SÄlener MorgenzettuM ii. *'trÄ dev" I „M. Worgenzeitustg" IM-ill Das Bolkstted tm Fttm. Do«.Regisseur HtziM Hanus. / '. Alle diojeni^n, deren Mestsdaner bereits einen weiteren Rückblick gestattet. Werdest MeM müssen;;bö$ #u den Motzten Errungenschäften der letzten zwei Dezennien der Mm mit, seinen oft gerade^ ans Wunderbare gvestzenden Möglichkeiten gehört. Aus -k>a-nz bsscheidLsten Anfängen nn!d^. primitivster. Technik hat sich der Filin in zwanM Jahren nach jeder Nick«! tung tzin zur vollsten BNt« entwickelt und niemand kann W, Tatsache ableugn-en,daß-er heute bereits ein Faktor ist. Mit dem . nicht nur die direkt Beteiligten zu rechnen hcwen, sondern, auch: das, gesamt«, -Staatswesen. Der Mm, -der es vermag, - den Menschen Freude und-Vergnügen zu bepei-ten. iveil er imstande ist. Illusionen vorzutauschen, aus dem Alltag in andere, den meisten bischer verschlossene Gebiete zu führen und dadurch däs. Wissen zu Martern, WesltHGchte, illustriert und aüffrischtt/serne Äcinder, -Und ihre Witte« .zeigt urch' die WuWer -per Erf-mdung und Technik offenbart, hat sich im Sturmschritt die Welt erobert. , ®er.: Film <Det-ektiv-, MenMer- -' oder Ki!schfilm)"birgt aber auch eiste- Gr-fahr in sich, die nicht «ttterschäht ' werden darf, denn, erkann die schlechtesten Instinkte minderwertiger Individuen anslösen und durch Vorführung ' Niedrig«' Handlungen auf-Abwege führen, welche sie vielleicht nie brireten hätten. Es kann nicht abgeleugnet werden, daß sich dev Film in,den'Gottsei Dank schon derMergangenheit angchörenden Kriegs- und NachkrieMahren, 'welche den - allgemeinen .Geschmack so ziemlich nach Mer- Richtung; bin verroht hccheN/ viel zuschulden kommen ließ. -, Auch -diese Epoche ist bereits überwunden und überall machtsich schon das Bestreben deutlich fühlbar, drn -Film seinem eigentlichen EndÄnrck Mufubren, d. h.' in, schöner nnd «ntechaltonder Form Gutes upd Edles zu bringe«. Zum Glück kommt - mich-das. Publikum diesen Bestrebungen in lebhaftester und anerk-e-nnungswertester Weise bereits entgegen. Es hat scheinbar die Sensation und, nrrvenüberreizrnde Spannung satt bekommen und will nichts mehr von falscher Sentimentalität wissen, mit der uns namentlich die crmerckanische, Produktion seit langem überschwemmt bat. Die Freude an der Wiedergabe von Naturschönheiten und das große Interesse '• an der Vorsühurng von kulturellen Werken gibt hierfür den besten Bciwms. . Es ist noch gar nicht allzu lange, her, daß die schönsten und künstlerischesten Filnie, wie zum Beispiel „Der müde Tod"/ ,^herrn Arnes Schatz", ,Me Herrenhofsage" uUd viele andere kein Publikum fänden. Heute haben aber bereits Filmkunsttoerke, - wie. „Das Nibelungenlied"' und .-Der verlorene S-chuh" ihren Siegeszug 'durch die Welt 'angetreten. WaS liegt dem, der es mit seiner Kunst und mit, seinem Schafftn ernst meint, näher, als mit seinen Werken . und ernstlichem Wollen Schrittmacher ' ustv Negbereiter zum Serzen des' großen Publikums zu - werden. Aus - diesem«id^älen edauken heraus hat die SchrWtellerin- Tilde Fog l die wundervolle; Jde« - geschöpft, döm volkstümlichen Lied bildhafte Form und Wicdevgabe zu schaffen. Das Volkslied, -schlicht, ein« jeden KxMag fach und, wahr wie die ÄolkSst-elie 'selbst, äus der es entstanden ist,-hat -iirade'im-'-Film^die^Mte Mögl-tchkeii. den-Zauber der Stimmung M illustrieren, -den fgine Melodien in jedem Herzen auSlösen,-dessen Gestalten sich-das Kind bereits zu vergegenwärtigen sucht, in Geist und Gemüt des'Erwachsenen fortlebt und eine goldene Brücke dem alt-ernden Herzen baut. Ein un« heuver 'Mlchtu-m an Schönheit und Poesie ist dem gegeben, der echr'liches Wollest hier als'Einsatz gkbt. Wenn dann nach erfolgter Vorführung das Publikum all die unberührte Kindlichkeit,!all die reine Liebe, alle Luft und, -älles Leid,. jauchzendes Glück, und wahren. tiefen Schmerz erschüttert und beMckt miterlebi haben wird, wird es wohl selbst der -h-e-ft e und größte K-inoreformer-w«rden< „Der Lockvtts des Lebens." . Ein nicht gerade neues und auch nicht originelles Motiv liegt diesem Film-zugrunde. Der jü-Ng-e Manu, der in der Großstadt den., hier auf ihn lauernden Gefahren zur Beute wird, und dann-von seiner, Jugendliebe aus dem puritanischen Dorf« de« gut manikürten Krallen einer Circe entrissen wird, der den unverdorbenen Jungen ein willkommenes Spielzeug ist. - Der Sieaj der felöstgewebten Baumwolle über raffiniert verarbeitet« Seide: Triumph der Moral. - -; ■ Diese unbedeutende Handlung ist aberausgezeichnet inszeniert und bringt eine Beide wirkungsvoller Bilder, die in der Wannten amerckanischrn Manier eine Unmenge von Kleinmalerei und geschickter Detailiftik enthalten.- Außerdem gibt eiy« großzügige .Ausstattung.-der-armen HaMung ein'reiches Milieu, das retuschierend wirkt und so , imstande ist, den Eindruck eines Gesellschaftsspiels herborzurufen, während in Wirklichkeit nur Sentimentalität fnoft fataler Weis« als-Industrie- Produkt ausgeschrotet wird.. Die.Darstellung zeigt schr viel Routine der einzelnen SchaüMel« in diesem bis zum, Ueberdruß abgedroschenen Genre. Den Helden, das, heißt das Opfer wes Geschehens, spielt Richard Barthelmeß Mit seiner rustikalen Grazie; eigentlich nichts anderes, als einen nicht übermäßig intelligenten Bauernjungen mit einem sympäthischen Aeußern, dessen. Typ angeblich , das Ideal der Damen entre deux ages ist. Jn manchen Momenten bietet er darstellerische Leistmgen, deren Qualität gewiß nicht abgeleugnet -werden kann,' ansonsten und- -dies in der Häuptsache bietet er daS ewige Einerlei von Aneinanderreihung bescheidenerschau-» spielerischer Effekte, die wir zur Genüge schon in seinen anderen .Filmen kennen; gelernt haben. Als Rettungsengel mit naiver Stmnpfnase und auf sehr soliden Säulenbei-nen läuft ihm Marjörie,.D o w durch-den Film nach und ,macht in Unschuld gröbsten Kalibers. Ihre Gegenspiclerin gibt ohne, viel Animo eine eigentlich, ziemlich harmlose Kokette. Ms großes Erziehungswerk, wie die amerikanischen Plakate glauben machen möchten, kommt dieser Film, derin den technischen Belangen, übrigens recht gut ist, ^mindestens für Europa nicht in Betracht. Er ist an manchen Stellen ganz üntevhrltend. aber mehr auch nicht. Ein -Sommerpvogramm. 80. Ami IM 3&Mt diese-W^TWelwußwn^dw ip-.ll ÄiAbtzsiDt Mfikngen' -üsid d«hvta'Msn>t«r- PeAMW «genMWW' Mn « Versuchung" und auch „Sie führt -ihn i« Ver-' f n,ch ün g." - AUßeMM flihrt dMS -Mäch,WM Mch dM-'MU versprechenden UnterilÄ „E iÜ D iäMa dev'Ek s'ADvW sei gleich anfangs ertoahnt.'-haßMa^ N a ck, der für die Regie dieses Filmes zeichnet, schon MeüieNd bessere Leistungen geboten hat. Jedenfalls stellt es dem ältesten Rsgisseu-r Deutschlands kein gutes Zeilignis aus, Wenn ersich iitt Film mit Erotika befassen, will. Mer diese find hier eigentlich auch nicht M finden, außer man will vielleicht die Szene,, in der sich Helene Makowskä unnötiger Weise - mit hochgeschürzten Röcken die Strümpfe an und äuszieht als erotisch betrachten, oder die, wo sie ihr betrunkener Galan vergewaltigen will. Das Buch des Films ist herzlich schwach, sucht durch eiur nicht nötige etngeschobene BisionshaMrvwg mit Gewalt Umfang und Tiefe zu gewinnen. .Außerdem setzt st« sich aus dem bösesten und überlebtesten Kitsch zusammen: Die Mitter, die Haus und Gatten um einer Lt-öbe willen verläßt, das daraus prompt evkrankt« Kind, daS nach der Mutter weiwt üud selbstverständlich nur durch Hre Gegenwart gchrült werden kann. Schließlich noch ein guvlend lanaweiliger Selbstmordversuch, dir , nkmiAch durch die große Verzeihung verhindert wird; Uebelstech «.ird abgedroschenster Kitsch. Die Regie arbeitet in dieses Buch voll Mängel und Fchlev oihne Kraft und Originalität hinein. Auch di« Darstellung wird sehr schwächlich von ihr geleitet und kann keine wirklichen Wirkungen erzielen. Es ist bedauerlich,' wmn uw-n zwei so' sympatischr und hübsche Menschen Me Helene Mäks «ska uu-d Öskär- M a t \o n Planlos mit ununterbrochen fehlechaftem Sviel durch den ganzen Film irren sieht. Ein amerikanischer Rögisteur. hatte güviß aus-den beiden ganz äN'dere LsisiuMn herausholm können, sPeM aus der Mak-Swska, die mm guter Führung' schon sehr viel Gutes zu bieten wußte. Rudolf Lettin gen und das Mrige Ensemble mitsamt dem sich. UU-nak'irlich -' Kbärdendtn'Kind sind-ebenfalls stärk unter dem Durchschnitt.- Auch in den technischen BelätMn läßt.dieser Film niS? wenig M wünschen übrig- - t Enttäuschungen jn Hollywood. Di« Handelskammer % Hollywood' (Käbfornien) versendet solgeUde . Warnung: „Man versuche nicht, beim Film änzuEommen, bevor man. nicht von der Handelskammer in Hollywood alle notwendigen Informationen erhalten hat. Man erspart sich damit viele Enttonschungen!" r. ■;• •: Der, nächste LuMsch-Wlm. Ernst Äübitsch wird, wie'.aus LaS Angeles gemeldet wird, für die Firma Pakämoünt eincrr WM, «Das verbotene ParadieS", drehen, mit'Pola N egvt in der Hauptrolle. ' . 8V.Ü0V Dollar für SchMnWecke. Nev Mitglieder de- Schulrates von Chicago werden in der Birdaetkom-mission den Antrag stellen, 5Ö.0&0 Dollar für SchuIN" z wecke zu bewilligen. ...... Die Kilrne der WoHe. . „Wenn Frauen lieben und Hassen.^ — „Di« Tcchier & silbernen See." — ^Ses miserables." ^Ver . erste „Das iudische Grabmal." Malten Farben STOFFE w»NXAOiMaAsifr*i «A^onMkTCXJS^ -v-,v Co Jüdischer pyright Verlag, Berlin. Nachdruck verböte». 2t,-8ortsctznrg. Von Sami Grottnemamr. Von seltsamem Reize warer/ die nächtlichen WanHwrnn-gen durch, das - stille, menschenleere, verschneite Wilna. Eine MzaMrt« Otadt, in der tausend Geheiimnisse wohnen. Ich hatte da ein nächtliches Erlchnis, fv kitsch!^ daß ich mich säst schäme, es M eMihltzn, a>ber ich will es genau wied-ergdben:. -, -Ich höre in einer engen Gasse Musik ich.wundere mich -und gehe dem.-Schallmach. M-e.Hommt aus -dsch ersten St-ck 'eines Hauses> die Fenster sind, erleuchtet. Ich höre den hübschen Klängen.AN: und .trete-dicht pN die Fensterlüden des dunlklen Erdgeschosses. Ans. eimttal-.höre ich da drrnn-en auch^ Tvne'^ -^ -u»ch^ plötzlich bvrcht deutlich der jammernde laute Nus-einer 1 Mädchenstimme durch, die immer wiederholt: „Oi, .mein Mamele, mein Mamele!" Oben spielt.esimmer weiter und unten bricht der Jammer nicht .ßkher kein Mamele tvörtet; -taf HÄchm. ist Mltz'.allerm vielleicht mit der boten odchsteröeyden Mutter! Hgs^^^konnte..'ich Mn? Ich viß mich los und ging weiter, aber.die Taue von oben , und A-nten -verfolgten mich noch lange. .. . .. .In Wilna erWe.,ich„Mch.,eine..WisiKe, die an.-sich bedeutungslos. ist, die aber zeiM -welche tkaTikotttrschett Blüten die - ,BWrpsycholügie"' hetdörbriugen' kann: ' , Äm.^Nebentisch' int jüdischen Nestcrutani hörte ich'Zwei La^ndstutmleute sich! unt-irhälten. M,deÄ einen von ihnen erkannte ich -meinen^ Nachbav Ms der. OtänieÄutgersträße, - WeichseTamn,-'' .besseri -Zri-egemsche -Lraiht'bßo - gar nicht zu seiner behaglichen.. Figur paßte. Es war Sabbat Md er' suchte feiw. Gegenüber, chpN'-döüi ich nachher erfuhr, daß er Schreiber in Diensten desiFeldrxMlners - Dr. LepyxävM,^ zu veranläsien; ÄH sAM Mr durch, diese -UebebJetusig. M'- Nauchverboies -am die Gefühle der.' Mte zu verletzen. ,>Äch to," 'eDlderte'/ btt andere, ,/Was^ brauche ich .auf..-die Gefühle von!-den He-üte-t MW-K.M. mhmeU;'hi-eV sind wir die Sieger."., ' , , fllnter Wr sachkundiger Kllhruwtz, uÄMcGm ich'nachts ' itoch einen Streifzug' durch' allevhand "LöWe^ KwejfeHaften oder auch unZwei-selhaften Rufes. Mein Fühvür, der-WWeV' eines Namens, der ist der s-üddesttschHin' Jstdststrie^ ' Mett guten Klang hat. -war ein Sanitätsoffner, mit ibeüvmr-. dernswerter Ausdauer Md Sachkenntnis für ^derartige Unternehmungen ausgestattet.- Er pflegte in meinen Gesichtslkreis immer zur rechten Zeit zu treten, wenn es sich um derartige Ausflüge handelte. Wir haben einmal in Kowtto das Unmögliche fertiggebracht, Me ganz« Nacht dort um die Ohren zu schla-gert, und fpatechi-st, in Brüssel, im Jahre 1A8, stand er plötzlich auf der Gafse vor mir, als ich eben brav heim wollte, und auch da war es um meine Nachtruhe geschehen. Ist Wilna aber führte er mich wiMich durch Lokälitüten, di« ich stie entdeckt hätte. Mil germanischer Unbekümmertheit spektakelte er - seelenver» gnW durch jene Stätten, in denen ich alles eher Äs Freude oder Vergnügen entdeckte. Es mag ausreichen, wenn, ich sage, ich hatte oft den Emdruch in TttLUerhausLr-zu.tretenl Stumm und unbeweglich sah,man7beim Eintreteu^ an den Wänden entlang ausmiedvigest Schemeln ein« -Neihedöst Frauen sitzen, alle, in Schals gehüllt und mit unsäglich traurigen, verbitterten Augen dle Fremdest anstartend. Nur widerstrebend etMlte die eine' öder andere ihre Geschichte, die so . ganzanders klastg als die Lorettengeschichteu ,des WeMM zu sein pflegen. Ich-häbe--durch vieles, wasich selbst 'erfuhr und Ms ich mir vvtt -GewährMMsterzählen ließ, den EmdvuckHewostnen, daß Mir kaum je etwas porgefchwindelt 'wurde. Es war hichts, als. hie Mäßlichst-e Not, was die - meistendieser Frauen in diese Häuser getrieben hatte! - Ich, beendete den. Nachkbu-mmel -regelMäßlg ist einer Bar gÄtz besonderer Ärt, .di« sich wa>hrend, des Krieges etabliert hat. Das war die Redciktion der. „Wilna er Zeitung". Det'Lesttstünt Wällöstberg hatte seine Sprechstunde zwischen drei -st-np biev^Uhr nachts. LeUtstan-t Wällenhirg Mr> der Ehesropakteur/sind da sich um diese Zeit bet ihm, -pon.:der ReMUMbeit kommend, allerhand geistvoll« Menschen eist^fln^st. pflegten .ich erinnere Mich an Franz Äppmästst — und, eiste-stattliche' Batterie aüsgez-elchnetest Alkohols gastsre-i ausge-fahren wird, erfreute sich «die SpLechßtstM wphafH ZusprüW Ach MvMMist dstvch Slruck WommastdieÄjder' stachüsterbMnteMchett" mehrjährigen AMneMen -dort.wieder --Zu -dem sticht äÜein^ aber in Gesellschafl selig machenden Alkohol bekehrt wprden Mr. „Er hatte «ines Nachts mit.dem FanOisÄl-us -einesMenegatest die. Schnaps« durchproblert und -dabei Mche Standhafligteit bewiesen, daß er baß Staunen erregte. Zur ErMrung svgt-s er, daß - er drei -Jahve einest Tropfest Al- HW' ^chüMn .habe. ,-,Da- .brauchest Sie aber doch sticht 'alles in erster ssiächt 'bei Mir nachholen", meinte Waflerd- Lerg. . Sabbat. ’.'L - Wenn man die Judenstadt zur GeschäflKzeit durch--' wandert, wenn man die Juden i-n ihrer hastigen'Jagd stäch - dem -Lebensunterhalt beobachtet, wenn man Hunderte der, Geschäftslokale und Derikaufsstäude durchgogangen, alle nur denkbaren Variationen des' EÄver'bslebens sich Mgeprägt ' hat, bekommt man wohl ein ungefähres Bild'.der. sozialen^ Schichtung, der besonderen Art des Kampfes uMs Dasein- - wie er sich dort abspielt, aber man kennt weder-die Stadt, noch ihre Bewohner. Denn das alles ist nur Schein'-und Trug. Es gibt.so wenig ein Bild der WiMchkeit, als ävestn man die Londoner City, an einem Sonsttag besichtigt. Lostdöst, Berlin und Wien, Leipzig oder Magdeburgs.muß, <Mn an einem Werktag beschauen» dann, wenn die .Gc- -, schä-stshochflut brandet, die Judenstadt, und ihre BeMhuer.' aper offenbaren sich in ihrer ganzen Eigenart. nur am Sabbat, in der Zeit, da alles Werktagstreiben spu^os verschwunden,: da alles werktägliche Interesse restlos ausgeschaltet ist. Denn am Sabbat, nur am Sabbat, lebt ider Jude recht eigentlich so, wie es feistem Wesen entspricht. Mlch^ML'M'HaMki.ist/^ P Mr erstim Vsten isi der Iudensta-dt klar geworden, mir, der ich von Jugend ans an strenge Sabbachaktung gewohnt bin. Wir' r« Westest keuuett .den Sabbat nicht und st-in« Weihe ,Ms ist die Sabb?.truhe, die wir halten, nur eine Erinnerung an den SabLar, -den unsere VorfaPen ernst Hekannt haben —, Mr feiern Men Ruhetag nach Lem -Mlster der anderen, sie haben 'den Sonntag aufden GaMt verlegt.' Domi-jMtzesti.SMW Muh ich berichten, wie ich ihn gelernt habe. Der Sabbät ist kklst Ruhetag' im gewöhnlichen Sinne des Wortes. Im Gegenteil, möchte ich beinahe sagen. So -imancher^ Handwerker, mancher Lastträger- oder Schstnedegeselle, Fvachtfuhvmürm oder Dachdecker, der die Woche hindurch seinen Wveren Beruf'getvMich äuc-'bl, hak am Sabbat in ungewohnter Arbeit schwerer sich zu Da gve-ist-die schwielige MW zu Ast heiligest Bücherda gilt es unter Anspannung aller geistigen Kräfte, de-iu Vortrag Va'-^Hi'^, ''sM'Md mir konstvchzugchA. Wer^ ListMl HrMst' hat, mit' welcher Scheu KamÄdttt die' ErlMgststg 'einer s^ifliM' TaHM"iiber nahmen, weiß, wie schwer dem Handarbeiter solches Be- - ginnen vor-kmmm. .. Gortsetzwng st>8gt>