Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1920 (20.6.1924)
- Date
- 1924-06-20
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ifc, tm Wm, WeM Erschließung einer neuen Quelle in Baden. In einem erst kürzlich von der Städtgem-eiM Baden erworbenen Objekte ist.eine neue mächtige Kohlensäure-Heilquelle erschlossen wowen.' An der Oberfläche, also, schon im abgekühlten Zustande, hat, .das Wafler'über S8. Grad, .hemnach in der Tiefe wahrscheinlich 38 bis 89 Grade. Nach den bisherigen Messungen ergibt^ dfe Quelle," der zu Ehren der Gattin des Bürgermeisters JösLf Kollmann der Name „Mavien-Quelle" gegeben wurde, in der Stunde 136.800 Liter. Das Wasser hat einen angenehmen, etwas säuerlichen Geschmack und.wird auch zu Trinkkuren gebraucht werden können. An der Fassung der Quelle wird Tag und Nacht gearbeitet/ ' * 25 Jahre niederländischer Zionistenbund. Am 16. d: seirje, wie I. T. A. aus Amsterdam berichtet, die niederländische zionistische Bereinigung das Jubiläum ihres 25jähriaen Bestandes. Aus diesem Anlaß fanden ä> Kundgebungen statt, , die auf die gesamte Bevölkerung ruck machten. Zu den Feierlichkeiten hatte sich, auch namens der Zionistischen Exekutive Nahum S oko l ow eingefunden, dem von der jüdischen BedMerung große Ovationen bereitet wurden. Sokolow sprach,'m einer Massenversammlung und einem Meeting unter freiem Himmel. Sämtliche holländische« Blätter widmeten dem Jubiläum ausführliche Artikel, welche, zugleich eine'.Würdigung der zionistischen Bawegungdarstellten., . MeEMsrMnME.!<■!!• - (1 -*ww t. aus Warschau HU der süldischen Frauen ' trt * Ein Fnmenftwik. Wie I. T. berichte« weiß, hat der Bevern der jüdischen Frauen Warschau als eine Form des Protestes gegen die Ausschließung dkr Mischen stauen von: Wahlrecht m die jüdischen Gemeinden am 16. Juni, ' dem WaUtage, in allen Teilen der Stadt Massendemonstrationen unter freiem Himmel abgehalten. ES' wurden GöschMsse angenommen, die daS St im w rech* für die Frauen fächern. Ferner haben sich alle Mitglieder des FrauenvereineS verpflichtet' am Wahltage keine Hausarbeit zn tun und kein Essen für dw MLmder' voMchereiten, als Demonstration gegen -die Borenthaliung des Wahlrechtes. * Eine ägyptische Quelle der Sprüche Salomos? In dem salomonischen Spruchbuch, besonders in den Kapiteln 22 und 23, findet sich eine Anzahl von Stellen, die sich . auch äußerlich «uftallend mit solchen aus dem MrsheitSbuche des Am-em-rche berühren. Sie dürsten nach einer Mitteilung, die'Professor Adolf Er man in der philosophisch-historischen Klasse der Preußischen Akademie der Wissenschaften machte, aus einer hebräischen Bearbeitung dieses ägyptischen Buches stammen. * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgafir 42. _ (Entgeltlich.) Swetae, Bortröge und Versammlungen. Urania. Heute 5 Uhr (Großer Saal)r Unter Kannibalen. Uhr (Großer Saal) r Rieseneishöhlen im Dachstein. V,8 Uhr (Kleiner Saal): Schriftleiter Karl Sandtnerr Berg- und Wanderfahrten im Wiener Ausflugsgebiet. »/,8 Uhr (Kprssaal): Ing. Gust. Ad. W i t tr Heiteres ans Max Eyths Schriften. Jüdisches Realgymnasium. Die Aufn-ahmspvüfungen in bke lt. Klasse beginnen Märvtag den 83. d. um 8 Uhr nitchmlittagS. Federstiel, und sicher sind mstMvi-Ugen. " Astronomische Nachtwandemng. Morgen findet bei vollkommen klarem Wetter, unter der Leitung von Prof. Dr. Oswald Th o m a S' neuerdings eine astronomische Nachtwanderung,auf dem Sommerhaideuweg statt. Versammlung 10 Uhr abends in PötzleinSdorf, Ende der 41er Linie. Im Falle ungünstiger Wittemng wird die' Wanderung auf den folgenden Samstag verschoben: > Talmud-Thora des 8. Bezirkes. Morgen SamStag um b Uhr Vortrag des Herrn B."J a h r im Bethause, Hetzgasse 40, Über dar Themar Der Mite Perek. Gäste willkommen. RESTAURANT UND PENSION «treng- WD MARKOVICS toeng -,VF SVmrtiei'betHeb“ ab l/Mai eröffnet! - - WlWWS'MSHMrL'' '" 10684' Kurort Gieschenberg HOTEL MAILAND best empfohlenes Haus ersten Ranges, In schönster, zentralsterLa^e / Pension / Vorzügl. Küche / Zivile Preise . JOSEF HÖTZLi Hotelier SteiermarKs herrlichster Erholunssort Sanatorluifi SCHWEIZERHOF. Wetzelsdorf be! Graz Cbofarst : M«d. Rat/KDRT LINNERT , Für Rekonvaleszente, Magendarznkranlce, Blutarme, Spltzeakatarrhe 'Pt&chiige Lage, vorzügliche Verpflegung, Diätküche, alle einschlägigen Kuren, Schwimm- und Sonnenbad, Saisoakonzerte, Sommerfrische. 10693 \ ."Reve-LOn ftzr "* per Orth, w Gasthaus Stern . in Bacj Tatzmannsdorf, Burgenland tocsi wieder eröffnet! ,_.._.,er^ ' Dev MMkoMdd? - HL'dW Hat^ einel-RecheMEeuiettüaKeckiuiS dprFveführt..,Jest yerpftichtet'wupden M 5WeÄ yyeistei F ch aus Btrsel,MH >is.chkchlsche.PaMnW o4 wäk und Me russische SäMeriN^ Alerandrownä7'''Bnä Schülerin;b$x. Kcrmiyevsfingerin^.Elizza. AußerdM"Werden, diel ' KaPellMeistev' ffj’t ls b 'e r g i t ausn-DüssedlSM - R^öH-n-! st.e i n aus Oldenburg und Dr.?J a l P tv. e tz; aus.Prag>,als MästdiÄgenten heräMezoaen. Es sim einer der drei'.Gekanntes späterhin als Kapellmeister.für. hie. By'ASüper""Verpflichtet werden? <] ■' °; " '1 | AtWr Oratoriums „König David" erlebte, jetzt.die Oper „Antigone" von Artur^H on eg K er. im'TyeNter „Vieux Colombier" ihre UrauMhruM M et i MMM das Buch geliefert, von Picasso staMMtn die BühuenbiMr. ’ Ueberraschenderi^erse ging das französische Publikum, mit und bereitetedem vieMMstrittenen^ Kompottrsten eine freuMiche Austtahm^ Synagogen - oder - Theater " Die russische „^ewseikefia", jenes berüchtigte sowjetistische Departement für jüdische Angelegenheitm,. wird mcht müde, dre jüdische Bevölkerung mit den ausgesuchtesten Mitteln zu verfolgen und in .Erregung zu versetzen.. Vor.einiger-Zeit beschlagnahmte die „Jewsükeij-a, in» Eh a r.k.v w die' große Synagoge und richtete in ihr eiu' jüdisches Theater erw'Die Juden der Stadt bechärrgtÄr' den-Boykott'über das Theater', sodatz die Schauspieler allabeMich vor leeren Bänken spielen.mußten.. Die ,Lew!sekeija" war unter solchen. Umständen gezwungen, das Theater zu schließen, Und verkaufte das Gebäude einer armenischen Gesellschaft. Die Ehavkower Judenschaft wandte sichnunmehr direkt an die Sowjetregterung in Moskau, um die ' Zurüchgabe des Shttagogengebüudes zu erlangen. Bühne Md Kunst. He Md«/ Schönbrunner Schloßtheater. Erinnerung an einen Jugendeindruck. Hermann B ahr nur Podium, die schwarze Stirnlocke bis zu den Augenbrauen gesenkt, füf>tt Klage darüber, daß allst Autoren gezwungen wären, sich der Bühne zuzuiwenden. Es war gerade sein erstes Stück durchgefallen. Staunenswert, wie er sich späterhin die Bühne erobert hat. Nach Abenden, wie Mienerinnen", „Das. Konzert", ^Der Meister", und.Wohl auch nach der Wiederbegegnung mit dieser scharfkantigen Problemkomödie „Die Kinder" wird dem militantesten Gegner' dieses Wandlungsreichen die Bahr-Befehdung. wirklich schwer gemacht.; Solche Abende stellen sein literaLisches Anschen wieder her. Gin Krastkerl, höchst erfolgreicher Arzt und Professor, kairn die Ehe seiner Tochter mit einem jungen Grafen nicht zulassen, weil die Heiden Liebenden — Geschwister sind: Der Herr Hofrat, ein Mann von gutem . Bauernschlag, hat es mit den Weibern immer bunt getrieben. Es kam, wie er schmunzelnd und selbstzufrieden feststellt, keine dazu, .sich darüber zu äußern, ob ihr seine Werbung auch genehm wäre. Verschiedmtliche lebendige Zeugen solch-rascher und erfolgreicher Lie'besstundeu gibt es allenthalben, wo HosratDr. Ignaz Scharizer studierte, praktizierte, kurierte.' Er glaubt auch — so weit sich Gelegenheit dazu ergibt —, die Sprossen seiner Lenden an ihrer Lebenskraft zu erkennen. Dem erschütterten jungen Grasen, den die Entdeckung des Hofrates um die Braut, bringt, überläßt er es, seine. Tochter über den Stand der Angelegenl)eit aufzuklären. Es ergibt sich ein^ bemerkenswerter.Dialog zwischen den jungen Leuten. DaS Mädchen will nicht einfehen, daß heiße Liebe aufhören müßte, weil sich plötzlich ergeben habe, daß der Geliebte der illegitime Sohn ihres Vaters sei. Was ist . das für eine Liebe — ruft, sie aus —, die auf einem Mißverständnis beruht?. Durch eine ergötzliche, wenn auch konstruierte Wendung wird es den beiden Liebenden doch ermöglicht,' einander fürs Leben in die Arme zu sinken. Die Tochter des Herrn Hofrates, dieses frische-.kraftvolle Mädchen, divseS „unverfälschte Bauevnblut",' auf das der Herr Professor so ftofyist, ward nämlich nicht von ihm. gezeugt, sondern — höchst seltene. Fügung des Schicksals —. von dem degenerierten. Grastn-Papa deS' jungen Menschen, der bei ihm um die Hand seiner Tochter anhielt. Die-Anssprache zwischen den beiden Vätern der wechselseitigen Kinder ist der^Höhepunft die^r.' btzvs Dialog ist so lebendig (überdies ganz " merkwürdig rebellisck), nach den Anschauungen des Hermann Bahr, von heute gewiß auch „gefährlich"), daß man die fatale Geom-etrie der Fabel vergnüglich in den Kauf nimmt. Auch einige Bedenken unterdrückt, die sich einstellen, so zuiy Exempel das Naheliegendste, woher deNn die beiden Männer und mit ihnen ihr Schöpfer Hermann Bahr so verläßlich wissen, daß der Professor bestimmt der Vater des -Grafensohnes und der alte Graf der Vater der Professorentochter ist. Eine erquickliche Aufführung. Der treffliche Spielleiter. Hans B rahm wage nur noch im ersten Akt einige Striche und veranlasse Herrn'Moser,' den Darsteller eines Dieners, keine Mumie zu spielest', 'wie sie in Strindberg/„Gespenstersonate" am Platze wäre, nicht aber in einer Kahr-Komödie. Hilde Wagen er setzte ihre herrliche unbekümmerte Jugend, ihr köstliches, unschuldsvoll-herbes Mädchentum für die Rolle der NrofesfotStochter! ein? Als sie,, wie das nach KUrgtheaiertradition dem ny«n' Mitgliedern der Bühne gestattet ist — vor dem Vorhang erschien,. d.ankte.:störmischer Beifall der jungen Künstlerin, und wohl auch der. Direktion des Burgcheaters, dir sie der StaatsbHne verpflichtet hat. Auch ihr. Partner,- der.neue.Herr.Ferdingnd Moiteile, hat Qualitäten, schien n«r ein wenig zaghaft seine Gestalt -«formen und die Stimme war „verhängt". Die Gabe, sofort zu vdzwingen wie die glücklichere Wagener, ist ihm jedenfalls nicht , gegeben. Aber wir zweifeln nicht, daß er sich sein Publikum erobern wird. Prachtvoll— es ist nicht Raum, mehr zu sagen — die Herren M a r r> Schmole und Hans Thimig. O. A. ReMBWne. (Raimunid-Theater.) ' Den zweiten Wend ihres Gastspiels im Raimund- Thater bestritt die Exl-Bühne mit der Aufführung von SchönherrS „Glaube und Heimat". Mau kennt hier schon die glänzenden Leistungen des Ferdinand E;l als Christoph Rott, dvr Anna Exl als sein Weib und die ergreiferwe Gestaltung der' Voiterrolle durch.Gduard Köck. (Es berührt nur merkwürdig, wie die Sprache Schostherr'8 durch den realistischen Stil des Exl-Eusembles entlarvt wird und wie ihr Bilderreichtum gerade bei der Wiedergabe im. Tjroler BMerndialekt befremdet.) Das Publikum, erschüttert durch die stark angehäufte Tragik, spendete den Schauspielern reichen Beifall. . dt. I« Abschluß des Frankfurt« roilKnylerfestek Uraufführung von Keußlers „Zebaoth". — Fragmente auZ. Bergs „Wozzek". Aus Frankfurt wird uns berichtet: Im Frankfurter Opernhaus gelangte das Oratorium „Zebaoth" von Gerhard K e u ß l e r für gemischten Chor, zwei Einzelstimmen, großen Knabenchor. Orchester und Orgel zur Uraufführung. Das etwas langatmige Werk Ist das religiäs« Bekenntnis einer geistig-regsamen Natur; die asketische Tonsprache, die jode sinnliche Färbung des Klanges vermeidet, geht nicht auf Publikumswivkung aus. Es eifert die Stimme eines überzeugten .Propheten. Die Uebereaichnng und den gewaltigsten Eindruck des ganzen Festes bra btc die Wiedergabe der drei Bruchstücks aus. der Oper „Wozzek" des Wieners Alban Berg, die unter her .Leitung, von Hermann. Sche r ch en im letzten Konzert erklangen. Man Berg, ein Schüler Arnold SchönbergS, überträgt die Formen des Kanon, der Passacaglia, der Fuge und anderer Jnstrumentalgrbnde auf den Bau der Oper und weiß' dstrch MaNstigsuche scrmake^ Gtiederüng, wie durch perinnttlichte dramatische Tonsprache den Hörer zu fesseln. Reicher Beifall würde dem anwesenden Komponisten zuteil. . Aus den Theatern. Dp e'rnth e a t e r. Morgen. 7 Uhr, „Die t o t e G t a d t". -Musikälische Leitung Direktor Schalk : V d l k s o p e r. Heute >;D o n I u a n". Morgen »P a sifal". Im L u st s p i e l t h e a t e r gelangt Moutag den 33. d. der Schwank „Der keusche Le b c m a n n" von Franz Arnold und C-rnsr zur ersten -'nffübnma- Morv-und Selbftmordankündigung im Herichtssaal. Die TragMe einer ledigen Mutter. . - Die Magistratsbeamtin Gisela S i a r u brachte gegen den Ingenieur Erich Mutter eine-Klage auf Feststellung der Vaterschaft und Alimente für ihr jetzt 16 Monat-e altes Kind ein. Formell trat, den gesetzlichen Vorschriften entsprechend, das Kind als Klägerin aus,- während die Mutter als Zeugin vernomu/ en iourde. Als solche be-zeichnete sie unter'. Eid den Angeklagten den Vater ihres Kindes. Sie-habe ihn im St-adtpark i.-nu-eu gelernt und gestattet, daß er sie bis zu ihrem-, Haustore vegleite, dasselbe war aber schon versperrt und so seien . sie in ein. nahegelegenes Kaffeehaus gegangen, in demsie bis zur. Sperrstunde verblieben. Dann habe sie sich — sw wisse nicht, wie es kam verleiten, lassen, ihm in ein Hotel.zu folgen. Das intime Verhältnis^ sei'.später fortgesetzt' worden ustd' sie habe ben. Geklagten öfters, in seiner Wohnung besucht. Der Geklagte beteuerte, daß es. nie zu Intimitäten rttii der Magerin gekommen sei, allein das Bezirksgericht fand dies iücht' für ' glaubwürdig und erkannte im Sinne des Klagebrgehren^ cmf Feststelluug f einer V at erf ch äst und - Zahlu nß von. At'imentem : V - Ueber ' die^ ' dagegen - ergriffene Benrfüng des ' Geklagten fand-nun vor dem 'Ziviltandesgericht ^dke Verhandlung statt. Der Senatbeschloß-die- Wiederholung der Beweise und' vernahm die Kindesmutter als' Zeugin. Diese war mit ihrem Kinde auf dem Arm erschienen, von dem sie behauptete, es sehe dem Geklagten zum Sprechen ähnlich, „besouders die' Nase — ganz der Papa": Sie wiederholte ihre vor dem Bezirksgerichte gemachten Angaben und gab an, sie sei vom Magistrate entlassen worden, da dieser eine ledige Mütter" nicht, im Amte dulde. Sie. sei aber auch von ihre'n Eltern derstoßen worden, so daß sie -jetzt vollständig mittellos' dastehe und mit.ihrem Kinde hungern müsse. Der Geklagte blieb bei: seinen Angaben.. -Nach mehr als emstündiger Beratung verkündete der. Vorsitzende^ den Gerichtsbeschluß, ' es werde.dem Geklagten ein foitttulierter Eid dahinaufgetragen, daß er weder im Hotelzimmer, noch in seiner Wohnung zu Intimitäten mit der. heutigen. Zeugin gekommen sei/Der. Geklagte wevde -mit all-ev Schärfe aus die sttafgesetzlichen Folgen...eines solchen falschen Eides aufmerksanlgemacht. Der Geklagte erklärte, diesen Eid mit ruhigem Gewissen ablegen zu können. ' Der Vorsitzende verkündete hierauf das Urteil, wonach , der Berufung des Geklagten statt ge geben und die Vaterschafts- und Älimentationsklage ab gewiesen wird. In der Begründung hob der Vorsitzende hervor, der Gerichtshof habe, ohne an der subjektiven Glaubwürdigkeit, der .Kindesmutter Zweifel zu hegen, auf Grund des unmittelbaren, persönlichen Eindruckes den Angaben des Geklagt e n Glauben geschenkt. Es sei glaubwürdig; daß er sich nur für das psychologische Moment bei der Beziehung zwischen Mann und Weib uv., teressierte. Nach der Urteilsverkündigüng erklärte die Mutter, sie gehe mit ihrem Kinde in die Donau, und eilte' davon. Der Klageanwalt Dr.-Kiefer eilte zu de».u uöchsten Rahonsposten, welcher rasch intervenierte. Was stich „Petites"? In einem Kaffeehause wurde'der Kaufmann Strickler von einem Bekannten ans gefordert, er möge einem Verein^ — bei welchem sich auch der Kaufmann Brandes befinde — als Mitglied beitreten. StricNer lehnte ab und bemerkte im lauten Tone: „Dort, wo Brandes Mitglied ist, werde ich es nicht: Er ist ein „P e t i t ent ache r", ich könnte ihm genug ,Hetites" Nachweisen." Wegen, des Borwurfes, daß er.ein „Petitemacher" sei und ihm „PetiteS" nachgöwiefen werden können, erfolgte die ELrenbeleidlgnngsklage worüber kürzlich beim Bezirksgericht Finrfhaus die. Ver- , . - und -sei in den Jargon übergeg-angen Unter „Petites" verstehe marl Handlungen, insbesondere geschäftlicher Natur, die nicht nur. nicht faft, -sondern äerüd^u unebren'haft, hart.an.'...der. Grenze der GtraffSlNEeit, unter allen Umständen an.rüchic feiep. Der B^chuldigte erklärte, den inkriminicrten Ansdruck gebraucht zu,haben, biete aber den Wahrheitsbeweis füi seine Bchaüptung an. Zn diesem Zwecke vertagte de: Richter die Verhandlung.