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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-20 · Heft 1920 (20.6.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1920 (20.6.1924)
Date
1924-06-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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- ' trvwf'!, f ■" i'"«> js«r <*\>»;!-^m *■*«. VW« M«r, FMag Wener Morgenzeitnng. .S ''-. Zer englischeLbmabbmk!Aber die Menderresom. Die fiebentWge Woche. - Me bereits schon mehrfach erwähnt, hat der Völker» (hundrat ebne Kommission eingesetzt, welche sich mit der; ,Bereinhe'itl'ichnng des Kalenderwesens *, bsfaßt. Diese Kommission hat an die e-mzelnen Staaten und ReiligionSgenossenschasten ein Rundschreiben gerichtet, wyitches sie ouffordeot, sich zu dem Vorschläge zu äußern, einheMch den gregorianischen Kalender eiuzuftihren und die Wochentage durch Gnsührnng sogenannter „blanker Tage" füt jedes Jahr zu fixieren, um so eine Vereinfachung des Kalenders herbeiFuftichren. In mehreren Staaten, so in Polen, Litauen, Belgien «. a. haben die religiösen Vertreter der Juden, wie bereits gemeldet, ihre-Stellung Zur Kalenderresovm präzisiert. Nun gibt I. T. A. folgendes offizielle Schreiben des Chief-Rabbi von England; Dr. Hertz, an den .Vorsitzenden dey WSerbundskommissivn wieder: ,^dre wichtige Frage der K a l e n d e r e s o r m ist mit so vielen Konsequentzen in Bezug auf das jüdischeLeden verbinden, daß ich diese Frage mit den jüdischen religio 's e n F ü h r e r n nach jeder Richtung hin durchgesprochen htibe. Es ist nun meine Wicht, Ihnen die allgemeine Ansicht Mer die Angelegenheit zu übermitteln. Die Vorschläge betreffend den gregorianischen Kalender sowie jene Vorschläge, die die Kulmination, die Dauer des Jahres, die Zahl der Monate, das Datum des Jahresanfangs usw. «betreffen, berühren nicht die jüdische Synagoge. Der w i ch t i g st e Punkt, der die Lebensintsvsssen der Juden berührt, ist der: daß in keiner Weise die jetzige Dauer der Woche berührt wird, Die reguläre Linie der siebentägigen Woche dar^Mmals und in keiner Weise durch die Einführung der-Hogenamnten,ch I a n k e n T a g e" unterbrochen werden. Eine «solche Aenderung würde in unserem religiösen Leben eine BerWüstung anrichten, weit mehr alsalle antijüdischen Gesetze der letzten Epochen. Obwohl' ich osfiKiell nur im Namen der großen Majorität der Juden des britischen Imperiums sprechen kann, ist leicht fchzustellen, daß sich meine Erklärung im, Einklang mit den BeschWsen der französischen und holländischen religiösen Führer befindet, ,r Die Frage der absoluten Ersetzung der siebentägigen Woche -ist von so einschneidender religiöser Wichtigkeit für das JuLentum der ganzen.Welt, daß ich den Vorschlag zu machen wage, daß ein von den jüdischen religiösen Autoritäten bestimmter Vertreter an . den Atzungen des Beratungskomitees für Kalenderreftwm teilnehmen soll. Der jüdische Vertreter soll in einem gewissen Sinne nach dem gleichen Grundsatz wie die Vertreteranderer großen religiösen Körperschaften bestimmt werden." Protest der hollrkrrdiscHen Rabbtner gegen die Kalerrderreform. Aus dem Haag berichtet I, T. A.: Die Nieder- /ändischen Oherrabhiner überreichten -der Holländischen' Regierung ein Pro.testmemocandum gegen die vom Völkerbund geplante Kalender re form. In dem Memorandum werden andere positive Pläne zur Gestaltung des Kalenders vorgeschlagen. ' Der »neue Moser". . Ein armes jüdisches Weib wurde za ihrem Ucherstuß «n Not mit einem Knäblem gesegnet. In ihrer großen Sorge um das Neugeborene, dem sie, unterernährt, abgehärmt, wie sie ist, keine entsprechende Nahrung zuzusühren vermochte, erinnerte sie sich an die schöne biblische Geschichte von der Aussetzung des kleinen Moses durch seine. Mutter Jochewed, an seine wundersame Rettung durch die Königstochter und an seinen Ausstieg zum Propheten und Befreier Israels aus der ägyptischen Sklaverei. Und die Jochewed von K o w n o ging hin, bettete ihr KnKblein' in einen Korb und legte diesen in den Fluß. Und um ganz genau nach dem biblischen Vorbild vorzugehen, 'stellte auch sie sich hinter einen Baum, arm zu scheu, was aus dem Kinde werden würde. Auch der Säugling aus Kowno tat, was sein unsterbliches Vorbild in Aegypten getan hatte — er schrie aus Leibeskräften in dem dahinschwimmenden Rchrkörbchen. So weit, so biblisch treu. Aber hier ändert sich grausam das Bild. Die Tochter Pharaos blieb aus. Kowno ist die Haupstadt der litauischen Republik und kann beim besten Willen keine Königstochter schicken, sondern schickte einen schwimmkundigen Schutzmann, der das weinepde - Kind nach einigen kräftigen Tempi erreichte, ans Land holte und zur Polizei brachte. Aus ihren Illusionen gerissen, siel jetzt auch die Kownoer Jechowed aus ihrer biblischen Rolle, raunte zur Polizei und bat flehentlich, ihr ihr Kind, auszufolgen. Sie habe — erzählte sie schluchzend — bloß aus Liebe zu ihrem Kind das Experiment der Jochewed wiederholt, weil sie hoffte, daß Gott auch mit chrem Kinde werde ein Wunder geschehen lassen, wie. einst mit Moses, dem „Diener Gottes .. Die Polizei, von Kowno glaubt leider nicht an Wunder, sondern steckte die Mutter, die so hoch hinaus, wollte, in den Arrest und verweigerte auch die Auslieferung des KindrZ an die wunderst! ästige Mutter. Aber ganz' erfolglos war das Moses-Experrment der modernen Jochswed zum Glück doch nicht. Sitte ansehnliche Zahl,barmherziger jüdischer Frauen meldete sich bei der Polizei, bereit, den „neuen Moses", wie das Kind schon heute in Kowno genannt wird, an Kindesstatt anzunehmen und es zu erzishen. Wer weiß, was aus diesem „neuen Moses" noch werden kann? Mitteilungen am dem Publikum. iselephon 61.198 Telephon 61,198 Bernhard Schimmermann Salon für feine Herrehkleidung nach Mass Laufende Instandhaltung der Kundengarderobe (Bügeln, Entdecken, Reparaturen) ' WIEN, I. 10704. Oraben 29, Trattnerhof 2, Mezzanin 72-74 StammbatlmMger. Die unsicheren Verhältnisse des Krieges, bei denen das Schicksal so manches vermißten oder gefangenen Soldaten in Drittel gehüllt war, haben allerlei Rechtsansprüche entstehen lassen, deren Nachprüfung sehr schwierig war. Besonders meldeten sich Erben für herrenlos gewordene Vermögen und suchten ihre Forderungen als gesetzlich. berechtigt nachzuweisen. In England vergeht noch jetzt kaum eine Woche, in der nicht irgend ein solcher. Fall vor die Gerichte kommt. Der Richter verlangt natürlich ftnen vollgültigen Beweis, dafür, daß der Antragsteller mich wirklich der gesetzliche Erbe des Erblassers ist, und dies nachzuweisen ist manchmal höchst schwierig. Derjenige, der den Anspruch erhebt, wendet sich also an einen Genealogen von Beruf, der ihm die nötigen Dokumente herbeischaffen soll. Wie in einer Londoner Zeitschrift erzählt wird, ist dieser Beruf des Genealogen sehr einträglich und kann zur richtigen Goldmine, werden., - Der S t am mb aum j äger findet sein Jagdgebiet in den großen Archiven, pirscht aber auch aus den Standesämtern und den Gerichten der kleinen Orte herum. Man bedarf dazu großer Geduld^ denn eS dauert oft Monate, che das angestrengte Suchen von Erfolg gekrönt ist. Auch stellt sich oft, wenn der. Genealoge alles zusammen zu haben glaubt, heraus, daß ein wichtiges Glied in der Abfluge der Geschlechter fehlt, und alles ist umsonst. Da große Summen meist nur dann gezahlt werden, wenn die Nachforschung erfolgreich ist, so bedeutet das für diesen „Goldsucher" in alten Papieren eine schwere Enttäuschung. Andererseits aber winken manchmal unvermutete Schätze. Der erfolgreichste „Goldgräber" auf dem Felde der Genealogie ist ein F r anzose, der das Geschäft im großen betreibt; er hält sich eine ganze Schar gelehrter Genealogen, denen er feste Gehälter bezahlt. Er hat Agenten, die ihm sofort Einzelheiten über alle Erbschaften mitteileu, für die sich keine Echen melden, und ermacht es sich zur Ausgäbe, den richtigen Mann für dieses Vermögen zufinden. Macht er einen solchen glücklichen Erben ausfindig, der von seinem künftigen Reichtum keine Ahnung, hat, so. fordert er 80' Prozent von all dem, was er ihm verschaffen wird, und der Ernte, willigt häufig ein, so daß bei einer glücklichen Durchsechttmz des Prozesses die Sache sich sehr lohnt. . 1 Die besten Kunden der Berufsgenossenschaft in England sind gegenwärtig die amerikanischen Neureichen, die' große Summen dafür opfern, daß man ihnen ihre Abstainnming von einem englischen Adelsgeschlecht einwandfrei n-achweist. Ein solcher stattlicher Familienstammbaum, der die Sehnsucht so vieler reichgewordener AankeeS ist, kostet eine Menge Geld, und wenn man gar noch ein schönes Wappen dazu haben will, so muß man ordentlich zahlen/ Dar 8nde der Ngeslom. Im Jahre 1920 wurde unter dem Protektorat der Sowjetregiernng zivm Zwecke der HÄfsarbeit für diie jüdische Bevölkerung. Rußlands das Jüdische gesellschaftliche Komitee" (abgekürzt ,Lidg)lskom" genannt) begründet; es entstand aus Gvnnd smes Vexftcvges zwischen dem Bevollmächtigten der Sowjet» regierung und zjwei Vertretern des Joint Distribution Committee und mnfaßte folgende jüdische Hilfsorganisationen: Die Ekopo (für Notleidende), die O. R. T. (für Wirtschaftlichen Aufbau), die O. Z. F. (für medizmische Hilfe), die. Kuttuvliga, -das jüdische Kommissariat und d,id jüdische ' Untevsektion des Volkskommissariats für ösfttttliche Erziehung. Die beiden zuletzt genannten Organisationen vertraten soziale Hilfsdeparbements der Sowjet- ' regierung. Innerhalb des Jdgeskom, dem das Joint alle aus dsm Auslande nach Rußland gesandten Mittel und Nattnwlspenden überweisen mußte,wurde durch die Vertreter her Sowjet allmählich ein Prozeß, der Kommüniisiernng dmchgefühvt, der di-efe Institution ausschließlich zu einem Organ der berüchtigten jüdischen Sektion der kommunistischen Partei machte. So zogen sich dis anderen Hilfsorgan-ifatronen zurück. Es wurde für das JdgeNom immer schwerer, Hilssgelder vom Ausbande zu erhallten. Vor zwei Jahren erhielt es die letzte-Zuwendung von der Sowjetregierung in der Höhe von etwa 46.009 GMrubel. Dann und wann gab die Regiemny auch Naturalzuwendungen. Seit Ende 1922 hat jede Hilfe dev Regierung für das Jdgeskom ausgehört. Um von der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas Geld zu erlangen, gründete das Jdgeskom vor einiger Zeit eine Sektion in New-Aork; die'Hoffnungen aus diese Sektion erfüllten sich aber nichtda die Mische Arbeiterschaft es ablehnte, einer Organisation, die sich jederKontro ll e entzog, Mittel zur Vevfüigung zu stellen. ES entstanden dann auch noch Differenzen.mit >dem Joint. Da nun dieses seine Avbeit.in Rußland Liquidiert, kann das JdgeSkom ^av keine Mittel.mchr auf'bviugen und stellt nunmehr, wie I. T. A. aus Moskau berichtet, Ende Juni seine Tätigkeit völlig ein. Damit hört eine JnsMutimc zu bestehen auf, deren Gründung zu weitgehenden Hoff, mmgen berechtigte, die aber durch die unheilvolle Tätigkeit der jüdischen Sektion 'bet kommunistischen Partei zugrundegerichtet wurde. Die Auswandernng nach Kuba «MWffi». Nne Warnung ätt AuSwa«d«er.. AuSwanderungsagenten veitsuchen jüdische ÄuÄoaÄeVer auS dem Osten, die gerne nach den Beveinigten Staaten von Nordamevika' gelangen möchten, dazu zu bewegen, zunächst nach Mexiko oder Kuba auLzuwandew, weil: sie von dort angeblich leichter nach Amerika hineingelassen werden. Viek Mische Auswanderer schenken dieser Vevstcherung dev AuswanderungSagenten Glauben, ohne zu ahnen, welchem Elend siesich dadurch auSsetzen. Aus Grund eines Rundschreibens der NewOorker Zentrale der. Mischen . Emwanderungs-Unterstützungsgesellschast „Hias" sei nun festgest-ellt, daß Auswanderer aus Europa fit Kuba! und anderen Nachbarstaaten zumindest ein Jahr und Mexiko zwei Jahve gewoW. haben Msien, ehe sie ein amerikanisches Einreisevisum erhalten. Wichtiger als dieses jedoch ist der Umstand, daß sie trotzalledem, den Quotenbestimmungen unterworfen sind, ttrib nicht nach der Quote für Mexiko, sondern nach derjenigen der Länder behandelt werden, von welchen sie ursprünglich den Reisepaß erhalten ha-ben, das heißt also, daß zum Beispiel ein auS Polen stammender Auswanderer ^hinsichtlich der Quote auch dann als Pole behandelt wird, wenn er nach zwei^ jährigem Warten aus einem füdamerikamschen Staate und nicht direkt aus Polen nach Amerika auswaNderk. Unter solchen Umständen ist es zweckmäßiger und -mit weniger Leiden verbunden, wenn, der Auswanderer zu Hause wartet, . bis. er auf Grund der Quote das GiMifevisum..evWt> als sich in ein mit unnützer GeHye.Wrü>ung und unsäglichen Widerwärtigkeiten verbundenes kübanisches oder nrexikanisches Experiment elnzulassen. ' Ae verschwundene Helene FrShlich. Als Leiche gefunden. Wie gemeldet, verschwand di« Äjährige Helene Froh - l i ch, die bei einem Buchbinder angesttllt war, am-8. Mai ms der elterlichen Wohnung und war seither nicht mehr zurückgekchrt. Die polsteilichen Nachforschungen nach der Vermißten verliefen ergebnislos. Vor zwei Tagen wurden«» bei H a t » b « r g die,L'.e ich e eines Mädchens aus dem Master gezogen, die von der M u Her der Vermißten mit B e ft i m m t h e i t' als dis ihrer.« b gän g i gen Tochter bezeichnet wurde. - ' ■ ' Wien, 26. JwM. . * 80. Geburtstag. MorM Samstag feiert Herr Siegmund Löwh, welcher seit mehr als 90 Jahren im Bethäusvereine, 1. Bez., Schönlaterngaste 6, als Funktionär tätig fit, den. . 80. Geburtstag. Der Vorstand des Vereines beabsichtigt, den Jubilar aus diesem Anlass« -beim Bormittagsgottesdlenste <9 Uhr) zu begrüßen. ‘ : * Die Autoraserei. Vorgestern abends wurde am Neubauaürtel der Schüler 'Franz Uttiuger beim Ueberfetzen des Fahrdammes ton dem Auw A M Medergestoßem Er erlitt mehrfache Verletzungen. Die Rettungsgssellschaft brachte'-ihn in das Sophienspital, — In der Wilhelmmenstraße wurde gestern nachts der 71jährige Maurergehilfe Wenzel. Gegner' von dem Auw A 8 780 niedergestoßen und erheblich verletzt.' Er wurde von der Rettungsgesellschast aus die Unfallstation überführt. — Aus der Philadelphiabrücke, wurde der Schüler Adolf Jedlicka beim Uebersetzen der Fahrbahn von einem Motorrad <A 15 20) erfaßt und niedergestoßen.. Der Knabe erlitt Verletzungn und mußte von der Rettungsgesellschast m dar Spital gebracht weichen. * Eine Männerleiche in Fvauenkleidern. Bei Kiefersfelden wurde die Leiche des Wjähtigen Spedittonsbeamten in Hötting. Rudolf Wifchek aus den'Inn gezogen. Wischer, der im Wahne lebte, eine Frau zu sein entMigte sich in-'der Nähe der Hallerstraße der Wnnerkleider, zog Frauenkleider. an, band sich beide Füße zusammen «nv rutscht« aus de» Knien in den Fluß. * Ein kurioses DienftbotenfachblMt. Daß sich auch dw DiMstmädchen gewerkschaftlich organisieren,ist in unserer Zeit nichts Neues mehr. Mer die Pariser häuskicha'Dienerschaft ist noch weiter gegangen und hat sich für ihren wirtschaftlichen Kampf ein weiteres Mistel geschaffen... Es. wurde ein« Bereinigung Mchaffen, welche nicht weniger als 27,000 Mitglieder zahlt und diese Mt ein eigenes Fa ch blat t unter dem bescheidenen Titel ,Me Dienevtreppe" heraus, welcher, w!« ,-Lxoelsio^^ berichtet, seine besondere- Bedeutung durch eine von den Lesern bediente Rubrff erhält, in welche sie in aller Ofsenhert alle möglichen Erfahrungen von' ftüheren Dienstposten mitteileu. Die betreffende Rubrik enthält Zuschriften, wie die folgende: mäche airf einen ausMeich. neben Posten ausinsrksam: Bai Fra« T (folgt ■ Name und Adveste). Sparsames Haus: urn GcS und Seife zu sparen, nimmt sie eiwmal monatlich ht einem Kruge ein Fußbad. Sie' fordert, daß das Dienstmädchen die schmutzigen Teppiche ausbessere. Hygienisch! Gte ist W allen Stellenvermittlungen von Paris abonniert, denn ihr Dienstpersonal wMest beständig. Ächtung. Genossen! Setzet dieses Haus auf den Index! Pt arte Jvsefim." Ein« andere Zuschrift: ,Herr N, (folgt Name eines 'bekannten dramatischen Schriftstellers, der auch bei den Wahlen kandidiert hat), entläßt sein Personal, ohne es zu 'bezahlen. -So hat er es mit der Köchin und dem Diener getan, DaM wollte er noch die Stimmen seiner Bediensteten. Unterzeichnet L., Chauffeur." Jedenfalls binden sich die Mnschoten. wie man sieht, nicht an ein Dienstgeheimnis. * Auch ein Jubiläum. Schwatzhafte und . Frauen haben im heurigen Jahre Gelegenheit, ein interessantes Jubiläum zu feiern, die Jahrhundertfeier des Verschwindens des .„MundÄrbes" — Maulkorb wäre hier doch zu ungalant! —, den man bis zurm Jahre 1624 in England unib Schottland Frauen anzulegen pflegte, bi,e; allzu viel schwatzten und durch ihr böses Mundwerk dem guten Ruf ihrer Mitmenfchen allzu nahe getreten waren. Solche wurdennämlich einem gerichtlichen Verfahren Mterworfen und von . einem Hüter der -ösfentlrckM Ordnung, an einer Schnur durch -die Straßen geführt, welche an. besagtem Mundko.rb angebracht war, der, zilck warneüden Beispiel für die übrige Weiblichkeit, das Angesicht der Sünderin „zierte",- also -ganz so, wie man heutzuragr m Hunde an der Leim führt. Diese Körbe, von denenman verschiedene Exemplare .in den englischen Provinzfalmuseen sinoer.. waren von verschiedener Art; als .der .-praktischeste" wird ein den Kops 'umschließender eiserner Ring bezeichnet von dem ein Perpendikel' niederhing, an dem wieder eine Metallpiatte angebracht war, die. in den Mund geführt, den G:brauch der bösen Zunge natürlich völlig verhinderte- .i. -.’HiffFmimSTT ""nfiHirrrr" m SaBSSSBI

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