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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-20 · Heft 1920 (20.6.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1920 (20.6.1924)
Date
1924-06-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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■^M r^ - -' «M, MMtz. ,- .; feit Armee ftaüd «vf seiner Serie. Aber er seWft begann sich bald M wandeln. Aus dem Verächter des Parlamentarismus wrvck>e ein Verfechter, ein -Mann, der durch AulSschrekbung und Durchführung von Neuwahlen fein eigenes Bekenntnis aushöhlie. Er Hai gesiegt und ist mit mehr als Zweidrittelmehrheit zurückgÄommen.- Irgendwie mutzte er diese Wandlung rechtfertigen und so erfand, er.hie Formel von der Synthese zwischen FaSziSmus Sowjet, dir er noch vor zwei Wochen m dtt'Emner der Opposition zu Gemüte fiihrte. Aber diese Synthese zwischen zwei Diktaturen kann doch nur, wenn das nicht überhaupt ein Unsinn bleiben fall, die Volksvertretung fein, die FoÄN deS politischen MenS, zu der sich Musiolim selbst zurückgetastet hat; Aber ' er kann von seinen WerHeugen nicht los. Sie wünlschen den Geist auSzuüben, in dem, sie erzogen und berufen wurden, den Geist der. Gewalt, der Verneinung und des Mordes. Damit gerät der FasziKnus in seine letzte PrM,Wer nicht mehr offensiv, sondern defensiv. W faMifche Jirettorium lompromiMett. Gn Mitglied des Quatrumvirais verhaftet. — Dos -fäszsitische Hauptorgan eingestellt. ^igendieust der ,Mener Morgenzettung".) Rom, 19. Juni. Das neueste Ereignis in de-r Affäre Matteotti ist die Verhaftung des Giovanni Maritt elli vom saszistischen Quatrumvirat, der erst kü rzlich von Mussolini ernannt worden war. Man glaubt, daß Marinelli als A n st i f i e r z u m Mord in Frage kommt. Die-Anklage gegen ihn besagt, daß. er andere Personen veranlagt habe, Wdatteotti seiner Freiheit zu berauben. Wenn die Gerichtsbehörden noch w ei t er e -V e r h a f t un g e n bekannter Persönlichkeiten vornehmen sollten, ist eine zweite Kriseunausb-leiblich. - Marinelli war einer der einflußreichsten Faszisten und Sekretär der Verwaltungsabteilung der faszistischen Partei. Er soll aus dem Parteifonds die Mittel für das Komplott zur Entführung Matteottis zur Verfügung gestellt haben. Er stammt ebenso wie Mussolini aus den Peihen der Sozialisten. In Mailand ist heute ein Ausländer verhaftet Wochen, der angibt, von österreichischen Eltern zu staMmen und iu RußlarÄ geboren zu sein. Er hat sich selbst der Polizei gestellt und erzählt, daß er von der fas zi frischen Tscheka als Spion gedungen worden war. Er habe von DUnrini den-Auftrag erhalten, Matteotti zu überwachen und genau Bericht über besten Verkehr und Tätigkeit zu erstatten. Dem ,Mtt'ov o-Paese" zufolge wird die Kam me r i m Jitl iM einer kurzen Tagung Msammentreten. Mussolini wird Erklärungen zur Affäre Matteotti abgeben. Der - „Cor ri«'re Jtal ian o", -bisher das Hauptorgan- -der saszistischen Regiereng, hat vorläufig sein Erscheinen eingestellt, cmgeb- Kch MM sich zu 7 reorganisieren". (Der Chefredakteur F i l l i p e l l i ist bMrntlich verhaftet.) Rossi geflohen. Einer Meldung der Türmer „Stampa" zUsvlge hat Ser' Pressechef R o s s i die Schweizer Grenze überschritten und befindet sich zurzeit aus französischem Boden. Die Turin»-Polizei, die von den Versuchen Rossis, die Grenze zu überschreiten, informiert wurde, nahm sofort seine Verfolgung vuf, konnte aber nur mehr das zurückk« h r« it b c Auto, in dem Rosst geflohen war, auhalten, Der Chauffeur wurde verhaftet. Sie Vnhlen in Südafrika. Herzog übernimmt die Kabinettsbildung. Kapstadt, 19. Juni. Meuter.) Bei den allgemeinen Wahlen wurden bisher 4ß Angehörige der südasrikanrfchen Partei, 4L Nationalisten, 18 ArbeiLspart^ile^ und 1 Unabhängiger gewählt. Da natz den letzten Meldungen die Niederlage des Generals Smu ts.^weifellos ist, wird Herzog die Kabinettsbildung übernehmen. Seine ' Mehrheit beträgt 22 Stimme«. '; , ßin Mommen int engMen Kohlenbergbau. London, 18. Juni. (Reuter.) Die Eigentümer der Kohlenbergwerke und dse Föderation der B e r g a r L tU ter hatten ein Abkommen unterzeichnet, durch das die neuen Arbeitsbedingungen geregelt werden, die bis zum 30. Juni 1926 .Geltung haben. , , Sie Freihmdelsdebatte im Unterhaus. Der Vorstoß der Opposition abgewehrt. London 18, Juni. Meuter.) Im Laufe der Beratmkg über die Vorzugszölle im Unterhaus« trat Baldw in für dey Freihandel ein. Premierminister Mae Donald gab der Meinung Ausdruck,' daß di« Opposition mit den von ihr eingebrachten Resöluttonen daraus abziele, der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten «ud den Schutzzoll zu begünstigen. Asquith verteidigt« namens der Liberalen die. Sache des Freihandels, der von den Konservat i ve n bedroht sei. Das Unterhaus hat die erste Resolution der Opposition, betreffend die BorKugszölle (das ist Zollfvecheit für Wener Morgenzettun^ SBaftrt üUs,.den Dominions, wodurch diese einen ÄvWg , gegen die anderer Länder hätten) mit 276 g e ge N,M8^ Stimmen und sodann auch die übrigen diesen Gtzgenstarrd betreffenden Resolutionen endgültig abgelehnt Der belagerte englische Gesandte. Me mcxikanHch« Regler««,, M KMMrlnr frei. - New-Iork, 19. Juni. Meuter.) Der mexikanische GenevalkMsul in London hat den Premierminister Mac -Donald davon benachrichtigt, daß die mexikanische Regierung hie Abreise des britischen Vertreters, Cum» mins, gestatte. ES verlautet, Cummins sei bereit,'Mexiko zw verkästen, sobald er von^seiner Regierung die Ermächtigung hierzu erhalte. Der Gesandte der, Bereinigten Staaten in Mexiko hat das Archiv des britischen Vertreters, Cummitttz, in Obhut genommen. . Der btttische Kabinettsrat hat beschlossen, den neuen Gesandten Sir Thomas H ohle r nicht nach Mxiko äbzuseuden, wodurch auch der Schein einer diplomatsichen Beziehung zu Mexiko ausgeschlossen sei. Mac Donald Wer die englisch-rMsche »Konferenz.-- -..^.-- ' (EigeNdienst der „Wiener Morgenzettung".) London, 19. Juni. Mae Donald äußette/sichüm Unterhaus über die britisch-russische Äonserenz und sagt«, daß das Verhalten der Russen dadurch Erklärlich sei, daß sie das besteheM Dekret über die Per« 'Weigerung der Bezahlung der zäristischeu Schulden zwar nicht rusheben konnten, aber einige K o m p e n s a t i o- - n e n an britische Staatsangehörige als Gegenleistung für G e g e n k o n z e s s i «o n e u gewähren wollen. Das .Register der britischen Forderungen stehe seit 1018 fest. Die Prüfung der (Änzelforderungen wäre sehr schwierig. Daher wollte man zunächst irgend eine Einigung mit der Sowjetdelegation über die Methode der Befriedigung dieser Forderungen erzielen. HandelspoMische Differenzen? Die ,& i m e s". melden, daß nicht nur die Russo- - Eaueasian Company, sondern 18 andere Firmen verschiedener Naüonalitäten, welche Handelsdepots in Rußland unterhalten, den Auftrag erhielten, innerhalb eines Monats ihre. Betriebe zu liquidieren. Der britische Vertreter der Russo-Cauttlsian Company.muß außerdem innerhalb einer Woche das Land derlasten. i . . Sie Sotvjekegiernng von DZnematt anerkannt. Kopeuhagett, 19.' Juni. (Habas.) Eine amtliche Mid- 'teilung gibt die De jure-A n tt kennung der Sv w j e tregierung durch Dästemart Mannt. Ser Kongreß der kommnnWchen Znternntionaie. Roskan, 19. Juni. Müssische Del.-Korr.) Der Kongreß der kommunistischen Internationale nahm in seiner ersten Sitzung den Vorschlag Sin owjews an, anläßlich der zehnten Wiederkehr des Tages der Kriegserklärung vom 27. Juli bis zum 4. August eine interna t i on a l r Woche gegen den imperialistischenKriegzu vewnstalten, wobei die Demonstvatton in gleicher Weise gegen den Imperialismus und die Führer der internationalen Sozialdemokratie, die am Kriege mitschuldig sei, gerichtet werden soll. Die zweite Sitzung, des Kongresses fand heute, auf dem Raten Platz rn Anwesenheit einer hundertLauseuMpsigen Menge statt. Kalium hielt von der Höhe deS MausolMms Lenins/ welches von den Delegierten besucht wurde, ein Referat Werdie..erste Frage der Tagesordnung des Kongresses: Lenin und die .koMNwristrsche Jnteruattonale., Sie Wirren in Albnnim. (Eigendienstj der ,Mener Movgertzeituug".) Athen, 19. Jum. Die-provisorische Regierung wurde in Valona durch Fan Noli gebildet. .Sie besisht auSvier MitgXtedern, davon sind zwei Christen -und zwei Muselmanen. Sie begibt sich heute noch ■ nach Tirana, wo noch zwei Regierungsmitglieder als Vertreter der' Regentschaft hirMkimmren, und zwar der Führer der Revolution Prengk, ein Orthodoxer und der Katholik Gschumba. Trotz der Erfolge der Aufftändischeu bleibt die Situation verworren, da die Gegmfätze -zwischen dem Süden Und dem Norden groß sind. Der Widerstand Zogus in den Äevgen-wachst einer regelrechten Gegenrevolution atr. - 8in ingoslawisch-bulgarischer Awischenfnll. (GigeNdienst der ,Mener Morgenizestung".) Belgrad, -19. Juni. - Das gesamte Interesse der Belgrader Presse ist aüf eineü jugoslawisch-bulgarischen Zwischenfall gelenkt. Nach Mitteilungerc der BelgMer Zeitungen ist A der Wohnung des südslawische« Militärattaches -in Sofia, Oberstleutnant M i l j I o b i c,, ein Einbruch verübt worden, dessen Zweck Urcht ganz itlargestellt ist. Gestohlen wurde außer einigen wertlosen Papieren nür ein R e v o l v e r, obgleich.sich in der M -Nachschlüsseln geö'ffneten Kaste auch der Schmuck der. Gernahlm des MilitärattacheZ. sich befand. Der bulgarische Außenminister >K a! k o w hat sich wegen dieses Vorfalles in aller Form bei der .südslawischen Gesandtschaft e n tschuldigt. ■0. " ■ J&I99D (Avala.) M >Mtgti«der>.rm! WettatiünaM' Aönaukommistion find.' heute/ um- 8-Uhr MrchS'ÄiHM des Dampfers getvoftsn. Nf Staaten sind durch Mgefähr Orchig Delegierte pertretm, unter ihnen Mllicvm .Martin ' (Frankreich), ■ Daldwi« (Großbritannien), - Rostetti , (Italien), Miller Mchecho^SlawaiW, Seeliyev' ' und Kuhtliu, KsMchland). Das PttME der Internationalen Donaukanfsremz.umfaßt das Statut der. -D o.uäus chiff ahrt, besten Ausarbeitung,bereits auf der PmMrgw ^ftv^-beg^ Wrrrde, und die Frage' der'freien Dü rchfuW auf dem. ganzen -Lauf^ der Dona«. Di« Konftveyz WM morgen durch den, MrUister deS Aeußevn Nme-ie.im Säale-der neuen lim* vevsität feierlich eröffnet Werder^ E. Mbettw wevdsn bi^ zum 26. Juli danem. Die SsterreWsch'MM-NvttMchrn Handels. Mgendienst der ,Mener Ärorgenzestung^) Prag, -19. Juni. Die dritte Lesung per Han d.e I s» vertragSverhandlUntzru. der T.fchecho- Glowakei mit O e st He ml* MHvg in Pst a g ausgenommen wurde, "wird MÄch D MistisWüm U& \ AeußM fo-^tSesetzt. Eine Reihe von Fragen ist noch zu eÄledrgML - Man hofft jedoch, sie durch die dritte Lesung bestimmt 'zu liquidieren und bis Mitte-Juli die BevatuHen-endgültigzu..beenden. ... . , ::, , _; Sie MKehr ans Senk. Minister für - Aeußeres Dr. Grünberger und Finanzminister Dr.. Kienböck.sich.in.Begleitung.,des SektionSchefs Dr. S chü l l e t ürch de's RegierungscateS Bod o heute aus Genf nach Gien, zurückgekehrt. Am 3 Uhr nachmittags trafen die in Wien anwesenden Mtglieder ded MnistermmS unter dem Vorsitze deS Vizekanzlers Frank zu einer Sitzung zusammen, um einen vorläufigen kurzen B e r ich t der beiden' aus Genf zurückgekehrten Minister entgegenzunehmen. Hierauf begaben sich der Vizekanzler, Minister für Aeußeres Dr.'GrÜnberger, Minister M sozial« Verwaltung Schmitz und Finastzmirtister Dr. Kienböck in das Wiedtier Krankenhaus zu Bundeskanzler Dr. Se ipetfDie Minister Dr. Grünberger und Dr. Kienböck erstatteten-'dem Bundeskanzler einenKirzen.Bertcht .srber die.^Tagung des.. Bölkerbundrateß in ***** ''? Eine offiziöse Stimme Wer das Genfer '7. Ergebnis. •;!Ufr . Von einem Mitglied«, der heute zurückgekehrten Astert reichischen Delegation erhalt - die Amtlichf^ Nachrichtenstelle folgend« Mitteilung: Die «rmrittekba«' bevorstehend« p(a r-. lamentarische Berichterstailnny 'West Genf wird Gelegenheit bieten,- Wer. die einzelnen vor dem Völkerbundrat behandelten Fragen M sprechest and ihre Bedeutung für die weite« Entwicklung Varzulegen. ML Gesamterndruck können wir feststellen, daß man O e ft er reich nach wie -vor «in besonders au f r.i ch t ige's und warmes Inter«sfe entg-egenbringt, wenn auch die Ereignisse der letzten Zeit «den Wiinsch hervorgerufen haben, vor der definttiven. Entscheidung über di« Ziffern des Normalbudgets den Finanzdelegierten Gelegenheit zu geben, 'sich an Ort und Stelle zu informieren. Jedenfalls wurde auch diesmal in Genf ein wichtiger S chritt vorwärts getan, indem die unseren tatsächlichen Verhältnissen nicht entsprechende z isfern mL ßitze Bi nd« ug d«S JahreS 1922 Le seitigt wurde. Hitlers Srsan in Konknrs. München, 18^ Juni. (LÄ.-Komp.) Die ,Moßdenffch« Zeitung", das Organ des H-i.tler-Fl.üge.ls ^der Nat-ionalsozralisLen, hat Konkurs angemeldet. DaS Blatt hatte schon, vox einigen Wochen sein Erscheinen .mit der. -Begründung eingestellt, daß seine Wirtschastliche Umstellung notwendig sei. Die Tatsache dieses.Konkurses ist aber «in. Beweis mehr stör-die Zersetzung, -i« der sich die natio-ua'lsosialistis-che Partei befindet. Aus bestimmter Quelle verlautet, daß sich sämtliche bisherigen Geldgeber aus, den Kreisen der Größt UdU st st i« ' Von - der ' Partei zurückgezogen und ihr - die GÄder Pspevrt, halbem Me ein HakenkeMet Wen Mut beweist. IM Amtsgericht m Charlottenbuvg kam es gestern W einer erregten Szene, rn dereü.Mittelpunkt her deuischdölkische Führer und Reichstägsabgeordnete Henning ftand. ^»eUUing erschien mit dem Hakenkreuz am Rocke vor Gericht. Amtsrichter. Dr., FriedläNber forderte Henning auf, das Hakenkreuz abzulegen, da 'es u n-' gehorig sei, so vot Gericht zu 'erscheinen.' Henning weigerte sich, dies zu tun und erklärte, es gebe keiiie Verordnung, die ihm verbiete, das Mzeichen der völkischen Freiheitspartei, daS er auch rm' Reichstag trage, vor Gericht abzulegen. Es kam zu erregte n Ausei nande rsetzüngen. Der Richter erklärte,' Lah das Verha-lten IHenttings,h e r au s f o r d -e r n d . sei und , perhäugte eine Ordnüngsstrafe von,69 Gokdnvark. über Henning. Henning Md sein Verteidiger lehnten hierauf den Richter als besangen ab. ‘ . - Interessant trat auch die Angelegenheit, die Henning vor Gericht führte. Cs handelt sich um eine Beleidigimgskliage gegen einen seiner Parteigenossen,. Bock, der ihm

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