Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-06-19 · Heft 1919 (19.6.1924) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1919 (19.6.1924)
Date
1924-06-19
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981002--19384-3006526
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

<srep, ajfl«»emiit. BERKEL-WAGE! Bn Im MW W» i Million int Gebrauch Eie ist Erlösung und Wohltat fftr Verkäufer und Konsumenten. Sie beschleunigt, kontrolliert, spart und kostet nach 6'Wochen Gebrauch nichts! Wiener MoraknzeltuM. 187 Fun! 192* St 19»' Jedem Wiener Geschäftsmann wird ans -t Lage unverbindlich nnd gratis über Verlangen eine Wage zur Probe znr Berfstgung gestellt BEBKEL-Vertrieb, Wien, I. Biberstr, 9 «w PMftlna. Ärre hebräische Popper-Lhnktzus-Feier in Jerusalem. — Theatevaussühnmgen in den Kolonien. . (EdgeEenst der „Wiener Morgenzes l irrtg".) Jerusalem, 11. Juni 1984. Za Schewuoth in Jerusalem fand in einem der größten Aale (in der Lemelschule) «ine Feier statt, welche dem Wiener Dichterphilosophen Josef Poipper-Lynkeus gewidmet War. Der Name Joses Papper-Lynkeus ist. seit seine große Bibliothek der Jüdischen Nationalbibliothek «iMerleidt wurde, in Palästina sehr populär geworden. Die Feier wurde vom Kulturkomitee der jüdischen Arbeiterschaft veranstaltet. Die Erinnerungsrede ^ielt Herr Salomon Schiller, der frühere Direktor des Jerusalemer hebräischen Gymnasiums. Ebenfalls zu Schewuoth fand im äußersten östlichen Punk re des Emek. in Beth-Alfa. eine Dheateraufführung statt, welche verzeichnet zu werden verdient. Eine aus Mitgliedern, der Siedlungsgemeinschaft des Haschomer Hazair zusammengesetzte Truppe spielte den „G 0 le m" von Leiwi k, der für diese Aufführung aus dem Jüdischen ins Hebräische übersetzt worden War. Die Aufführung wurde mit großer Hingabe durch Monate vorbereitet und stand hoch über allen klufführungen, welche in Tel-Awiw oder in Jerusalem zu sehen sind.. Besonders verdient' auch hervorgehoben zu werden, daß die Szenerie und dir Kostüme, nach . Entwürfen eines der 8enossen der Siedlung angefertigt, künstlerisch hervorragend varen. Die Aufführung soll nun noch in anderen Siedlungen 'e$ Emek und von Galiläa wiederholt werden. öar Rew-Borkek Mische Mnftlertheater und sein Direktor. (Zu dem bevorstehenden Gastspiel in Wien.) .. Das. jüdische Theater ist eine Erscheinung der letzten Aeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts strömten die jüdischen Talente der europäischen Bühne zu und nahmen bald in allen rurc^äischen Staaten einen Ehrenplatz ein. Das jüdische khvaier, welches sich erst am Ende des vorigen Jahrhunderts iu entwickeln begann, stand zunächst auf einer schr niedrigen btufe. Erst mjt der -Entwicklung ^der jüdischen nationalen Be- »egung in den-letzten Jahrzehnten bahnten sich kulturelle, sunge, talentvolle Kräfte den Weg zum jüdischen'Theater. Gegenwärtig kann man das jüdische Theater als einen selbständigen Zweig der allgemeinen europäischen Kunst betrachten. Das jüdische Theater „Habima" in Moskau, au dessen Wiege Stanislawski und Wachtangow als Paten standen, rie auch in Wien wohlbekannte Wilnaer Truppe sind rrnste Kunststätten. Jetzt reiht sich diesen Theatern würdig rin drittes jüdisches Theater an, das in Amerika entstanden ist und demnächst auch in Wien gastieren wird — das „Jüdische Künstlercheater" mit seinem geistigen Führer, dem Schauspieler Moritz Schwarz. Die Kritik wird das Urteil aber diese Bühne fällen, ich will nur flüchtig den Charakter nvses amerikanischen jirisch-künstlerischen Theaters skiWeren, nnd einige Worte dem künstlerischen Leiter dieses Unternehmens widmen. In New-Aork leben 1,506.600 Juden. Das kheaterleben der jüdischen Gesellschaft Ne-W-Darks ist schr intensiv, der Geschmack des breiten jüdischen Publikums schr prinitiv. Die leicht geschürzte Operette, die vulgäre Komödie, Ws Melodrama sind im jüdischen New-Aork beliebt. Moritz Schwarz und sein Ensemble — durchaus ernste. Künstler — fabelt sich zur Ausgabe gestellt, mit dieser Strömung zu kämpfen tutfo das jüdische Theater künstlerisch dem euroväöfchen Theater gleichzustellen. Sie haben ilhr Ziel erreicht. Sie werden von Publikum und Presse anerkannt. Ibsen, Gorki, Andrejew, Schalom Asch, Peretz, Schulawski und die inodernen jüdischen Dichter der Neuzeit — das ist das Repertoire dieses jüdischen Theaters. Die Truppe hat das Londoner Gastspiel hinter sich und spielt gegenwärtig in Paris Im eleganten Theater „Eduard der Siebentes Berlin und Wien sind die nächsten Ziele. In London war das Gastspiel riu künstlerisches Ereignis. Die „Times" schreiben: „Die jüdische künstlerische Bühne und ihr Ensemble hat das Höchste erreicht, was wir bis nun auf der Bühne scchen. Die englischen Schauspieler und Regisseure können bei diesem En sembl? schr viel lernen. Ein derartiges Zusammenspiel sah man nur bei Stanislawski oder bei den Meiningern." Die erste Vorstellung in London wurde zugunsten des Londoner Spitals gegeben — ein Mt der Dankbarkeit des Direktors Moritz Schwarz der Leitung des Londoner Spitals gegenüber, das sich seiner in einem Moment der höchsten Not angenommen hat und dem er alles verdankt. Sein Vater, ein armer polnischer Jude, mit zwölf Kindern gesegnet, verlor Moritz, als er über London nach Amerika auswanderte,, im Trubel des Londoner Hafens und konnte sein.Kind nicht mehr finden. Das vierjAhrige Kind trieb sich einige Tage hungrig im Londoner jüdischen Viertel herum,' bis es von einem Stcaßenbettler ausgenommen wmde. Bis zum 11. Jahre bettelte Moritz Schwarz in den Londoner Straßen. Eines Tages, als er vor dem Volkstheater in London stand, schenkte ihm ein Herr eine Eintrittskarte und er sah zum ersten Male. „Hamlet". Seit der Zeit lernte der talentierte Knabe die.Monologe Hamlets auswendig und deklamierte die Monologe auf., der Straße. Der verträumte Knabe, der deklamierend die Gasse passierte, kam unter einen Wagen, wurde verwundet und ins Londoner Spital transportiert. Dort nahm man sich des begabten Jungen an und als ^H^heilt war, gab ihm die Spitalsleitiing Empfehlungs-. briese an ein Institut. Er wurde dort erzogen und aUKgMIdei, etuierte später den Aufenthalt seines Vaters, wunderte' nach Amerika aus,'arbeitete den ganzen Tag in der SchneiderweÄstätte seines Vaters und in der Nacht studierte er seine Rollen. Mit 19 Jahren trat.er zum ersten Male in New-Aork auf und setzte sich rasch Ä»rch. Heute ist er nicht nur einer der berühmtesten jüdischen Schauspieler, sondern auch der' erfolgreiche Leiter des Jüdischen Künstlertheaters, welches bekanntlich der jüngst verstorbene Emanuel Reicher gegründet hat. Maurice Hirsch ma n n. Frklhjahrsausftellung der Berliner Akademie.; f. AuS Berlin wird uns geschrieben: Max Lieher-i man st, Präsident der Akademie der Künste, hat sich nicht als Diktator gezeigt. Ep hat den „Extremisten" ganze Säle eingeräumt, ohne Rücksicht auf Tradition und mit einer Vorurteilslosigkeit, die dem ewig Jungen zur Ehre gereicht.-Man denke: Max Pechstein und sogar Schmidt-R-ottlu.ff sind kollektiv vertreten! Pechsteins großes Werk, die Frucht der Nachkriegsjahre, zeigt diesen -Ringenden im Kampf mit dem optischen Wirklichkeit 8 bikde; die großen Formate dominieren und die kleineren Bilder, plastisch und leibendig in Form und Farbe, beweisen den immer wachsenden Umfang seiner Probleme. Schmidt-Rottluff führt den expressionistischen'Stil kon- 'eguent fort. Mächtige Umriss? und Farbslächen sind das Resultat seiner naiven und zugleich bewußten Darstellungsart. Neben diesen starken, sinnlichen Naturen erscheint Wilhelm Steinhaufen, dessen Andenken geseicri wird, bläßlich; die volksliedhafte Stimmung seiner Bilder, die Jnnitzkeit und Tiefe seines Herzens deckt eine Persönlichkeit auf, die der Vergangenheit — trotz der Verwandtschaft mit Dhomä — 'angehört.. ' Zwei Bildhauer, Max K r u se und Geord Kolb t, bieten Kollektivausstellungen. Kruses Naturalismus -wüvzelt in der früheren Berliner Schule; er ist. auf verblüffende. Naturtreue angelegt.'Kolbe hebt seine Gestalten in eine fue-iere .Atmosphäre, schmückt sie mit sinnlicher Anmut, ohne in Süßlichkeit zu geraten. ' Ueber Liebermanns fest gefügte, Persönlichkeit läßt sich nichts Neues sagen. Louis'Cor inth, obwohl nicht glänzend vertreten, steht unantastbar da. Karl Hofer setzt den Stil van Goghs höchst eigenartig, voll Charakter fort. Barlach brilliert mit neuen Holzreliefs, Sintenis und Albiker bringen Plastiken kleineren Formats. D.ix, von Lreberman hoch.gehalten, überrascht durch ein. mächtiges Kriegsbild aus dem Besitz des Kölner Museums/Und Kokoschka zeigt m zwei Landschaften voll Musik und Rhyih.nns' ein neues Gesicht. .die sie als. Leistungen eines so großen Genies verdienen, und jede Bereicherung sein« zeichnerischen Werkes ist dahier von - Wichtigkeit. Von. einem neuen Fund macht Curt v: Faver du- Faur in.dbr-bei.Buchen.au und Reichert.erscheinenden Zeit-, schrift „D i e B'M erst» b e"' Mitteilung.. Es chanbelt.sich.um. Isechs prächtige Zeichnungen'in Bleistift, die dann in ^epta.ausiczeführ't sind und-in. Abblldüngen'wiedergegebeN werden.'ES' sind rtalienische Ansichten, zum größten Teil aus der U-nr-gegünd von ^Nettuno. Sie stammen.aus dem Nachlaß des 1898 verstorbenen Frecher« Karl von. Cotta und lagen jn. einem Umschlag, auf dem der Besitzer vermerkt hatte: „Zeichnungen dort' Goethe zur Herausgabe. Italienische Landschaften."'Die'Unterschriften, die die dargestellten Orte bestimmen, sind'in einer Schrift von der Mitte des 19. Jahrhundertsin Bleistift hinzugefugt. „Die Blätter zeigen" sagt Faber hu.Faur, .„mit ihrer.betonten. Trennung von Vorder- und Mittelgrund, besonders, aber in der eigentlichen Wiedergabe des- Blattwerkes" sehr typisch'die'Art von Goethes italienischem'Malerfreundeskreis. Besonders ist die Verwandtschaft .mit Kni.eP. deutlich, dem die Blätter sogar möglicherweise angehören könnten." .. . . Burgtheater. Abenteuer in Eh Aus de« Lheater«. Morgen, 7 Uhr i it ü*. abends, „D a 8 Im Akademietheater veranstaltet die staatliche Akademie für Musik und darstellende Kunst Mittwoch, 25. d., i/*8 Uhr abends, eine Vorstellung ihrer Schauspielschüler. Es gelangt, in Szene gesetzt von Dr. Heinz Schulbaur, Bruno Franks dreiaktige Komödie „Die Schwestern und derFremde" zur Aufführung. . Schönbrunner Schloßtheater. Morgen, V,8 Uhr abends, „DerWiderspenstigenZahmüng". In den Kammerspielen wird als nächste Novität im Rahmen der Nachtvorstellungen die Revue „WaSFrauen träumen" (neun Bilder) von Karl Farkas 'und Dr. Robert Kätscher, Musik von Dr. Robert Kätscher, vorbereitet. V 0 l k s 0 p e r. Heute „DieHugenotte n". Morgen ^D 0 n I u a n". Tbeater in der Josef st ab t. Die Erstaufführung von „Anne Eh r i st i e" findet Montag, 23. d., 7 Uhr abends, statt. _ Jüdische Komponisten aus dem Prager Musiksest. Zu unserer in der Nummer vom 14. d. unter diesem Titel erschienenen Notiz, wird uns von befreundeter Seite mitaeteilt. daß der Franzose Maurice. R a v e l und der Russe Sergej Prokoffjew w eder -Juden sind, noch waren. Alfred Grünfeld-Gedenktafel. Aus Baden bei Wien wird uns berichtet: Die Vereinigung der Badener Musikfreunde hat beschlossen, am Hanse Rennweg 2 (,-Hotel grüner Baum"), in welchem Meister Griinfeld durch fast vier Jahrzehnte während seines hiesigen Aufenthaltes gewohnt hat, eine Gedenktafel anzubringeu. Bildhauer Aronson — Ritter der Ehrenlegion. Wie unS aus Paris berichtet wird, hat der Präsident der französischen Republik auf Vorschlag des Außenministers den berühmten Bildhauer Nahum Aronson zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Bildhauer Aronson wurde in Rußland geboren, lebt jedoch schon seit mehreren Jahren in Paris, wo er durch seine Ausstellungen im Pariser Kunstsalon bald "eine angesehene Stellung als Künstler errang. Der unmittelbare Anlaß zu seiner Auszeichnunü bot eines seiner . jüimsten Werke, die Pasteur-Büste, die anläßlich der letzten Pasteur-Gedenkfeier enthüllt wurde und allgemeine Bewunderung fand. Ein preisgekröntes Kammermusikwerk. Der Cool idge- Preis jm Betrage von 1000 Dollar für das beste Kammer. Musikwerk ist für den Wettbewerb 1924 Wallingsord. R ieg ger :n New-Vvrk zugesprochen worden. Der Te^t der Preiskomposi» tion, die für vier Singstimmen und ein kleines Kammerorchester von sieben Instrumenten geschrieben wurde, ist das Gedicht von Keats „Pa Dame sans Merci". RieWr bat seine musikalische Ausbildung am Institut os Musaoal Art nt New-Nork und an det Hochschule für Musik tu Berlin erfahren und hat sich als Dirigent in Deutschland und Amerika mit Erfolg betätigt. Im Jahre 1922 gewann er den Paderewski-Preis für ein Klavier, trio. Er ist der erste geborene Amerikaner, der diesen^ wertvollen Preis gewonnen hat. Sechs unbekannte Zeichnungen Goethes^ Goethe hat eine Zeitlang geschwankt, ob seine Begabung für düs Zeichnen mehr hie Pflege lohne 018 sein Dichtertalent, und jedenfalls hat er sich viele Jahre der Zeichenkunst mit dem-größten-Eifer ge. widmet. Seme Arbeiten haben heute die Beachtung gefunden, Weber zu lebeuslänglichem Kerler verurteilt. Die Frage «uf . Gattenmord einstimmig bejaht. Der Oberchächmann Weber würde gestern nach dreitägiger Verhandlung' wegen Ermordung feiner Frau zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Die schwere Strafe ist »um nichtgeringen Teil auf das" h a r t n ä ck i g e Len g n e n des Angeklagten auch dort-, wo übereinstimmende' Wssagen von ZengM Vorlagen, 'zurück- Znsühren. Der Vorsitzende, - der Verteidiger -und die, Geichwornen hatten'den AUgeklagten im Verlaufe -der gestrigen Verhandlung -wiederholt aufgefordert,' die Wahrheit zu - ge- ' stehen, da er dadurch seine.Löge-erleichtern könne. Der Arvgeklagte antwortete immer wieder: „G 0 t t i st ck e i n Z e n y e. Ich habe sie zwar brutal behandelt, aber ich h ab e n i ch t an st e Hä nd a n ge leg t." ' ' , Den Gsschwornen wurden zwei Fragen vorgelegt, und.zwar anfM0rd und Totschlag. Ter Antrag des Verteidigers an Zulassung einer prüten Frage wegen schwerer.. Körpe rv^'rletzung wurde dom Gerichtshof abgelehnt. Die Frage aus M 0rd wurde e i nst i m m i g'b ej ah t und die Strafe vom Vorsitzenden,. Hofrat R a m.s e ner, auf lebenslänglichem Kerker, , verschärft, durch Dunkelhaft am Jahrestag der Tai 's ausgesprochen.^ Der - Gerichtshof nahm' als einziger Mil-dcrun gs gr u nd die bisherige U nb esch 0lte uh eitdes Angeklagten, als erschwerend' dagegen an, daß der Mord an der^eigenen Frgu begangen, und xdie. Mordabsichtz lange.vorher^ ^^hegt- Wörden war, weitersdiebesondere ’ Rahei-t,- mit' 'der' das vbrechen vollbracht spürde, UM Wießlich derMmstcond, daß der Angeklagte nicht die geringste. Reue, zeigte. . - Weber nahm dos Urteil r u h i g u n d g e s a ß t entgegen und verharrte' in seiner trotzigen Haltung. Der Vertemgep meldete die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung an.'-' Das Kontrollrecht in der Finanzgebarung der Gemenrde Wien, Beim Verwaltungsgerichtshof-e -brachten sämtliche christlichsoziale Gemeinderatsmitglieoer die Beschwerde gegen einen Beschluß der sozialdemokrattschen Gemeinderatsmajorttät ein,,, mit dem ein Antrag des christlichsozitlen Gemcinderates Zimmer! abgelvhnt wurde, daß jedem Mtglied des Finanzausschusses Einsicht in die Fiuanzgebarung..der-Gemeinde )zu ge-, währen sei. Der Verwalttmgsgerichtshyf. wies diese. Beschwerde Mit der Begründung zurück, daß dieses Recht nur den dazu gewählten Körperschciften, das sind dem Finanzausschuß, dem Stadtse-nat und dem Gemcinderat zustehe. Da dem einzelnen Mitgliede des Finanzausschusses das Beschwerderecht an den Verwaltungsgerichtshof nicht zustehe, war die Beschwerde wegen offenbaren Mangels der Legitimation zurückzuweisen. Der äntisemitische Buchhändler Karl Pichlet. Am 1. April gegen 2 Uhr früh wurde der Assistent der "Hochschule für Bodenkultur Michael Hofmann in der Rotenturmstraße von einem Wachmanne wegen, unanständigen Benehmens aus der Straße beanstandet. Als der Wachmann die Arretierung Hoffmanns, der sein Nationale nicht abgeben wollte, aussprach, mischten sich drei Herren, in deren Begleitung Hofmann aus einem Nachtlokale gekommen war, in die Amtshandlung ein, und zwar in einer Weise, die zur Folge hatte, daß trotz der späten Nachtstunde ein förmlicher Auflaus in der StNiße entstand. Insbesondere soll es der Buchhändler Karl Pichler gewesen sein, der sich des Herrn Hofmann - annahm und den Wachmann an der Arretierung des letzteren abzuhalten versucht haben soll. Nach Inhalt der. vom Wachinspektor Frabergar erstatteten Anzeige, soll - Pichler dem Wachmanue gegenüber unter anderem' zugevwfen haben: ,M s ist ein Blödsinn, den Mann zu Verhalten, die Juden verhafte« sie nichts weil sie mit. Tausendeu herums ch me i ße n k ö n u e n." Gegen Pichler wurde .auf Grund der Wachmeldüüg die Anklage wegen Wachebel-eidigung. und.., Einmengung in eine Amtshandlung erhoben. In der gestern stattgehabten Verhandlung erklärte der Angeklagte, daß er allerdings den Wachmann in höflicher Form ersucht habe, den Hofman, der ziemlich angeheitert war, nicht zu arretieren^ daß er aber in keiner Weise die Amtshandlung des Wachmannes behindert und ihm insbesondere nichdie in der Meldung inkriminierte Aeußeruug zugerufen habe. Der als Zeuge vernommene Riemerghilse Hans E b e n h ö h, der zufällig Zeuge her Szene war, gab an, daß' infolge. Verhaltens der,, Herren, in deren Begleitung-, der.Angeklagte war, eilt förmlicher Straßenexzeß sich herausgebildet habe...Er. selbst, sti von einem der Herren mü de« Worten' angehalten worden:' „W a s ist wit dir, bist du ein'Jude'oder nicht/Wenn du ein Jude bist, wirst'du erschlagen." Auch andere Passanten seien in ähnlicher Weise von oen Herren, die stark angetrunken waren^ belästigt Wörden. 'Der. Feuge 'erklärte,, daß -er aus dem Mun-de einer der Herren die Aeuherung.'gehört habe: Menu die Juden aus demiTabarin angMiterk'herauskommen,-schert sich kein Wachmann drum." Der Angeklagte bestritt entschieden, daß er oder einer seiner Begleiter die vom Zeugen erwähnten j u d -e n f e i n d l i ch en A e u tz 'ii u n g e n gemacht, habe,. Der. als .Zeuge -unter Eid einverno.mmene .Wachtnfpektor Fr ab-er ger erklärte, daß der Angeklagte es war, der ihm die in.der Meldung.erwähnte und als Wachebeleidiöung inkriminierte Aeußerung zugerufen habe; ein Irrtum tu, der Person oder in deck. Inhalte der Aeußerung ser a u sgeschlo.sfejN.-!Der Richter sprach -den Angeklagten von der lieLertr-etung der^Cimnengüng in. eine Amtshandlung, frei, verurteilte ihn dagegen wegen Wachebeleidigung, begangen durch,,die erw.äh-nle ,Aeu;ß.e.run-g,,. .zu einer Geldstrafe.wou 80 0.00st'Kr0nen, eventuell zu 48 Stunden A.r r,e st.. In. der iürteilsbegründunk! führte.der Richter aus, daß', mit Nucksicht aüf dle iganze Apt des Deliktes von der Aüwend.ung det bcd.mgtM Verurteilung, nicht die: Rede sein koyntt- Ms. erschwer-Lnd wurde insbesonoere angenommen, daß durch dre Müß-erung einem. Wachörgan-e der Borwurf der Parteilichkeit gemacht wurde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.