Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1919 (19.6.1924)
- Date
- 1924-06-19
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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"Ffl/p; \i ifa Rv r m.wra. «5WK, DMMrSM - rn ZM;m €WTf Generaldirektor Ing. S i e g m u n d veMes »därdu-f, daß anlWch der'' ÄttentüteS auf den BundeSkrtizler Dr. Seipel die Ausstattung des Rettungszimmers auf^dem Wiener Südbahnhof« vielfach als mangelhaft bvgeichcket wurde. Die Haltlosigkeit dieser 'Behauptung konnte jedoch festgestellt werden. Saniitatsrefermt Hofrat^Dr. B o gdan gab eine Darstellung der Organisation deS Rettungsdienstes der österreichische« EPNahnen. Danach bestehen bei den Oesterreichischen Bundesbahnen dreierlei Arten von Rettungskasten. Für alle Stationen mit Ausschluß der Haltestellen ist eine offene Tra gbahre, fötalle Stationen, in welchen Verletzte in ein Krankenhaus gebracht werden können, eine gedeckte Stadttragbahre - vorgesehen. Diese Organisation erfuhr im Jahre 1901 eine Erweiterung durch die Aufstellung von Sanitätswagen. Die- Standort« dieser Sanitätswagen . sind große Kteu-ungsstationen, von denen, auch ein Hilsszug mit Werkzeugen zur Freimachung der Strecke usw. aibgelassen werden kann. In den Standorten der Sanitätswagen sind aus freiwillig sich meldenden Bediensteten SanitätSk ö r per errichtet, welche von einem Bahnarzte als „Korpsarzt" und einem höhereit Beamten als „Korpsführer" eingeschult werden. Die, Schlagfertigreit der Samtätskorps wird alljährlich durch Alarmierung sowohl zur Tagesals auch zur Nachtzeit erprobte Bei den Bundesbahnen befinden sich gegenwärtig 70 großem Rettungskasten, 300kleine Rettungskasten, 460 Verbandskasten, 160 gedeckt« Tragbahren, 600 offene' Tragbahtzen - und 20 Sanitätswagen. Schließlich bestchen in der Nähe von DchnhÄfen und Werkstätten 38 gut und mchern eingerichtete OMnationszimwer. Die Verwaltung hat im Sommer'1914 die Lieferung neuer RetlmtgLIbchelfe öffentlich ausgeschrieben. Infolge des Ausbruches/ des Krieges wuche die. Durchführung dieser Neugestaltung. des Re^nngSdiensteS unterlassen. Hierauf wurden von den Teilnehmem im Südbahnhof das Rettungsziyrmer, sodann .das . Ordinationszimmer . am Ostbahnhofe, Nordbahnhofe und. schließlich am. Franz Josefs- Bahnhofs besichtigt. In diesen. Bahnhöfen wurden die einzelnes.-Typen hex. vorgeschriebenen Rettungslbchelfe sowie Tragbahren voxge-führt. Den letzten Punkt des Programms, bildete die Besichtigung eines. Rettungswagens der Oesterreichischen Bundesbahnen, der, zum Wtransport Verletzter in eine- Heilanstalt dient. Mitteilungen aus dem Publikum. SCHWEIZERHMJS Caf£-Restaurant im Prater 4ie TÄGLICH IMHf BIT Orchesterkonzert WM n |% Das beste Pilsner Bier in Wien, auch vorzügl. Wiener Biere sowie köstliche Weine / Kalte und warme Speisen dleÄteOlAH JENO Möbelfabrik J. Spira Feine ->- «IlM, HL, MwlWSM 1~3 Wohnungseinrichtungen. 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'' 'Auf dk-e von KaMmerrat Müller vorgebrachte Anregung, nach dem' Beispiele Deutschlands die ' Einführung einer v i e r f e n > K l a s f e auch auf den österreichischen Bahnen in Erwägung zu Ziehen, wies , der Vorsitzende darauf hin, daß diese Neueinführung für die Bundesbahnen mit einem bedeutenden' Einnahmenentgang Verbünden' wäre, und. daher nicht in'Betracht kommen könne. ' ' Im künftigen Winterfahrplan ist «irre Ausgestaltung des Schnellzugsverkehres vorgesehen. So ist ein neuer Dages-D- Zug über Klagenfurt (Mfahrt Wien-Osibahnhof 7 Ilhr 16'Min.'früh, Klagenfurt an 14 Uhr 30 Min., Venedig an 22 Uhr 45 Min., Abfahrt Venedig 6 Uhr 27 Min., Klagenfurt ab 15 Uhr 3 Min., Wien-Ostbahnhof an 22 Uhr 13 Min.)'geplant, der wieder die Verbindung Wieir-^Venedig ohne Nachtfahrt herstellt. . ' Durch einen Auschlußzug Prag—-Brünn —Wien sowie durch einen über Linz—Leoben rollenden Kurswagen werden auch diese direkten Verbindungen bedient. Damit ist ein weiterer bedeutsamer Schritt auf dem bisher schon erfolgreich eiEschlagenen ' Weg getan, den enropäischen Nord -Süd-Reis ev erkeh r über Wien zu lenken. Die Fahrt Wien-Mom erfährt eine neuerliche Kürzung um ungefähr 5 Stunden. ' '■ Der im Sommerfahrplan neu eingeführte Nachmitiagsschnellzug Wien —Graz wird von Wien um edwa 80 Min. früher abgehen und dadurch über St. Michael Anschluß nach Klagenfurt und Villach erhalten, so daß eine neue Nachmittagsverbindung Wien—, bezw. Graz— Kl ag e n f u rt — Pi l l ach (Ankunft : dort noch vor Mitternacht) geschaffen, wodurch einem Wunsche, der Kärntner Jnteresseukreise entsprochen wird. - Eine bedeutende Verbesserung in der Winter-Tagesverbindung Wien—Innsbruck wird mit der Einführung eines in der ganzen Strecke mit Schnellzugsfahrordmmg verkehrenden ^chnellzugspaares. erreicht werden. Wiren, 19. Juni. * Der neue Leiter der Universitätsbibliothek. Wie die .Wiener Zeitung" mitteilt, hat der Bundespräsident dem mit dem Titel eines Regierungsrates bekleideten Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek in Wien, Dr. Gottlieb August Crüwell de« Dienstposten der Besoldungsgruppe 18: Leitung der Univ ersitätsbibliothek Wien, verliehen. * Vom Auto erfaßt. Am Parkrina wurde gestern beim Uebevsetzen der ■ Straße die 14jährige La'ndwirtstochter Leopoldme Weih von. dem Auto A 6 212 erfaßt- und niedergestoßen. Sie erlitt mehrfache Rißwunden. * Demission nationalsozialistischer Gemeinderäte in Baden« Aus Baden bei Wen wird uns berichtet: Die national- Wialistischen Gemeinderäte Bernhofer, Haydn, Baumeister ' Satze und Schilcher haben'' ihre GvmeinderatSman^date niedergelegt. Die DemWon soll >ihre Ursache in Differenzen mit dem Theaterkomitee haben. Die zjwei nationalsozialistischen Vizebürgerimister Dr. Hövd und Gemeinderat Eurtiis haben sich der Demission nicht abgeschlossen. * Motorboote in der Men Dona« verboten. Mit Rucksicht auf die vielen Badeanstalten im Gebiete der alten Donau und auf die immer lebhafter sich entwickelnde Rüder, schiffcchrt hat der Magistrat im Einvernehmen mit der Poln zeibehbrde daS Befahren der Men Donau mit Motornb o t e n Verb o t en, zumal durch die. Motorboote die iy’rfcfandjt in der Men Donau beeinträchtigt und das Dubliui&Dmir. «iEr&BiL7Jf//£(2 Tee von sicherer Wirkung Wirkung, angenehm m Qeschmack, vollständig unschädlich, stellt schlanke, graziöse Figur her ohne Aenderung der Lebensweise, prompte Gewichtsabnahme.. Bei Voreinsendung des Betrages von ö. K. 31.000 für ein Paket, erfolgt die Zustellung franko Waldheims Apotheke, Wien, i. HlmmelpForSgasse 14 58 kum belästigt wird. Ausnahmen von diesem Verbot werden nur in «irrzelnen.Fällen über besonderes Ansuchen zugelassen. * Große Holzdiebstähle. Auf den Hylzlagerplätzen des Ostbahnhofes sind in der/ letzten- Zeit große.Holzdiebstähle vorgekoMMN. Durch, die Erhebungen der Bahngendarmerie wurde .festgestellt, daß die bei det Firma Hecht W Winkler auf dem . Holzplatz der Ostbähn -^beschäftigten Hilstarbeiter Johann Funk und Eduard Mitter egg er seit mehreren Monaten ans den dem Holzplatz der Firma Hecht benachbarten Holz- Plätzen der Firmen Leopold Galner, Leopold Gobdstein, Oskar Weiß und R. Schneider umfangreiche. Diebstähle an Holz verübt haben? Die geschädigten Firmen erleiden eine Einbuße von A) Millionen Kronen. Die Diebe schassten das gestohlene Gut mit, sogenannten „Torzetteln", die ihnen der bei der Firma Hecht beschäftigte Platzmeister Gustav Böhm wider-: rechtlich ausgestellt hat aus dem Bahnhosgelände. Sie ver-' kauften es an eine Reihe von Tischlermeistern im 10. Bezirke, zu bedenklich billigen Preisen. Den^ Erlös teilten sie * Straßenbahnzusammenstotz bei der Belläria. Gestern gegen 8 Uhr früh-erfolgte an der Bellaria ein Straßenbahnzuicnnmenstoß zwischen einem Straßenbahnzug der Linie 49 und einem ihm folgenden der Linie 48. Der Lenker dieses letzten Zuges soll nach Aussage von Zeugen zu raisch gefahren sein. Durch den Anprall wurden d r e i-Per so n e n, die auf der Plattform standen,- auf die- Sstr aß«' gef chleud e r t, und zwar erlitten die Private Rosa Schebor eine Quetschung des rechten Knies, der Skontist August Seufert Wunden am linken Schulterblatt, mutmaßlich mit Rippenbruch, und der Ehauffeur Alois Sk al p i ein« erhebliche Quetschung des Bauches und eine Nervenerschütterung. * Eine Räuberbande überfallt ein Automobil. Aus Gle-iwitz wird über einen kühnen Banditenstreich berichtet, der dem Automobilverbvechen ähnelt, das vor.einigen Jahren bei St. Egvden verübt worden ist.' In der Nacht zum 29. v. M. fuhr ein Personenauto die Straße Gleiwitz—iKieferstädel entlang, als plötzlich das Signal ihm Halt gebot. Quer über die Straße war ein Htvölf Meter langes Drahtseil gespannt von der Art. wie es bei Ciserrbahnstgnäleinrichtuugen verwendet wird. Das Seil war beiderseits an Bäumen befestigt und in der Mitte des Seiles waren in je einem halben Meter Entfernung drei Taschentücher angebracht. Gleich darauf standen etwa acht bis neun Personen, die durchwegs mit Pistolen ausgerlistet waren, rings um das Auto. Während einige die Läufe der Pistolen auf die Insassen richteten, begannen die anderen die drei Fahrgäste anszuplündern, Dem einen nahmen sie die goldene Uhr mit Panzevkette, allen die Brieftaschen mit zusammen 836 Rentenmark, eine goldene Füllfeder und sämtliche Ausweispapiere auf die Namen Isidor May, Valentin Martinus und Georg Kupitzki. Der Rädelsführer war ein etwa 20- bis 22jähriger mittelgroßer Bursche. * Eine jüdische Volksabstimmung in Karpathorußland. Aus Munkacs wird uns berichtet: Bekanntlich bildet die Frage, ob die orthodoxe Judenschast von Karpathorußland der orthodoxen Landeskanzlei von Preßburg unterstellt werde oder eine eigene autonome Landeskanzlei erhalten soll, schon seit langem den Gegenstand schwerer Kämpfe zwischen dom Oberrabbiner Lazar Spira von Munkacs und feinen Anhängern, die für die autonome Landeskanzlei einireten, einerseits und dem Präsidenten der Preßburger Zentralkanzlei, dem Oberrabbiner von Pisthan, Webe r, andererseits. Wie mm aus Prag gemeldet wird, gelang es durchznsetzen, daß diese Frage durch eine jüdische Volksabstimmung in Karpathorußland zur Entscheidung gelange. Die Abstimmung soll gemeindeweise, allgemein und geheim durchgeführt werden, indem an ihr jeder in Karpathovußland wohnende Jude, der in hie Wählerliste für das Parlauient aufge-nommen rst teilnehinen kann. Vor einigen Tagen fand in Ungvar eine Landesvevsammlung der Juden statt, in welcher die Entscheidung mit Genugtuung zur Kenntnis genommen wurde. (Nachfolgende Notizen bis zu der RMVk „Seteittt“ fiä entgeltlich.) -; ■ - * Personalnächricht. Heute um 6 Uhr abends findet i» Tempel, 2. Bez., Leqpoldsgafse 29, die Trauung des Frauleim Erna L ö w mit Herrn B i b r i n a statt. . 7 * Grand-Hotel „Bellevue", Kurort Bösläuangenehmstei Sommeraufenthalt, zivile Preise. .. , * Die Sommerfrische kostet Millionen sowie viel Zeit tml Mühe. Ohne viel Scherereien und Unbequemlichkeiten erhole» Sie sich bei einem Aufenthalt im Schweizevhaus (Prater). Dü beste Wiener Gesellschaft unterhält sich da im Freien bei vorzüglicher warmer und kalter Küche. Erstklassige Getränke. Täglich Konzert des berühmten Deutschmeister-Orchesters Wacek Abwechselnd dirigiert vom jungen und alten Wacek. * Bei Otto Kaserer am Koustantinhügel (Prater) findet der Gesunde unb der Kränke Unterhaltung, Erholung und Genesung. 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Die jüdische Volksschule/ 20, Bez., Deuisgcme Nr. 33, eröffnet im Schuljahr 1924/26 die fünfte Volksschulklaffe. Einschreibungen in alle fünf Klaffen finden täglich von 12 hi? 1 Uhr mittags in der Schulkanzlei, 20. Bez., Denisgasse 33,'. statt. _ Mhne und Kmst. Die tzxl'Bühne. (Raimund-Theater.) Die Exler, geliebte Wiener Sommergäste» haben ihr Gastspiel begonnen und mit einem ihrer besten Abende, Anzengrubers „Die Kreuzelschreibe-r", wieder außerordentlichen Erfolg gehabt. Man kennt die meisterliche Leistung Köcks, die vortrefflichen dcs Ehepaares E x l mp des Herrn Auer und sie winden aus. Anlaß früherer Gastspiele auch von uns wiederholt gewürdigt. Nur die Regie dieser Eröffnungsvorstellung war nich: einwandfrei. Die Kulissen waren schmierenmäßig zusammengestoppclt, die Prügelszene war bestimmt nicht urwüchsig und - die Serie von Esplanade-Dirndeln mit Moidefrisuren und Stöckelschuhen, die sich im Schlußakt auf der Bühne bemerkbar machten, waren alles eher denn „stilecht". Direktor Exl wurde ein Kranz überreicht und mit ihm wuvden die. Hauptdarsteller sehr gefedert. Gastsfeiel fees PMftina-Theaterr in Berlin. (Eigendienst der „Wiener MorgeuMung") Das hebräische Palästina-Tcheater, das, wie wir seinerzeit berichteten, zu Studienzweck'en ans Palästina nach Berlin kam und dort von ersten Kräften, darunter Jeßner, ausgebildet wurde, ist am 15. d. im Balett-i- Theater vor das Berliner Publikum getreten. Der bemerkenswerte Abenid wurde durch eine Ansprache des greisen hebräischen Gelehrteu Bernfeld eingeleilet, der darauf hinwics, diese hebräische Bühne habe in dem großen Kunslzentrum Berlin die letzte Ausbildung e>chalten. Die hebräische Sprache sei zu vollem Leben erwacht und müsse nun auch ihre lebendige Bühne haben. Die Künstler begleitete der Wunsch, das Paläsiina-Theater möge als hebräische Natioualbühnc feine große iKülturausgabe erfüllen. Dann sprach der Direktor des Palästina-Theat-ers, Herr M. Gnesin. Er und feiM Mitarbeiter seien bestrebt, dieses hebräische Theater auf ein« solche Entwicklungsstufe zu dringen, daß es an künstlerischem Werte den europäischen gleichkommt. Die Mitglieder des Palästina- Theaters spielten hierauf die Legende ,/B rlsazar", nach H. Röchet, von David F r i s ch m a n n ins Hebräische übertragen, mit musikalischer Einkleidung von I. Achron. Die dem Buche Daniel entnommene Legende ist in dieser Dramatisierung sehr eindrucksvoll. Die Handlung ist durch die Gestalt einer Gefangenen und eines Hofnarren erweitert. In den Hauptrollen boten Michael Gor, Mwjmn B ernst ei n- Kahan bemerkenswerte, die Herren Kutar Ari und Simeon Finkes hervorragende Leistnugen. Die stivvolle Ausstattung und die von Jutta Klamp studierten Tänze wirkten durch ihre Eigenart und Schönheit außerordentlich. An diesem Abend nahmen nicht nur die hervorragendsten Vertreter des Judentums, sondern auch zahlreiche Persönlichkeiten aus der Berliner Theater- und Kunstwelt teil und der Eindruck, den diese Veranstaltung übte, war sehr stark."