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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-19 · Heft 1919 (19.6.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1919 (19.6.1924)
Date
1924-06-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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itt. 1919_ Wien, DorMerskag_ ix hat nur den gewaltigen Willen des jüdischen Volkes jum Leben in sich und seine nie'verWfchende Liebe zur rlten Heimat. Diese Liebe macht ihn zum Führer. Sie führt chn und durch ihn sein Volk, das Erez Israel ausbaut. Der „harte" Ussischkin schwärmt wie ein Jüngling, wenn er imr das Wort Palästina ausspricht. Dann gibt es für ihn nur noch Superlative. Den klarsten Himmel,, die wunder-' rarste Sonne, die masästetischesten Berge, die anmutigsten Lal-er und die besten Menschen gibt es in Palästina., Wenn es auch hüben und drüben viele gibt, die eine starke Persönlichkeit schwer ertragen, so liegt der , tiefe Sinn Dieses Satzes doch in der Wahrheit, daß wir gerade starke Menschen, wie Ussischkin, hüben und drüben nötig haben and doch nur — einen Ussischkin besitzen. Mar Straus öfter feine AMina-Reise. Der ehemalige amerikanische Botschafter im türkischen lleich, Oskar S. Straus, ist, wie uns.aus New- Aork berichtet wird, aus Palästina, wo er sich zu lllgemeinen Studienzwecken längere Zeit aufgehalten hatte, strrückgekehrt und äußerte sich Pressevertretern gegenüber! iber die Ergebnisse seiner Studien in Palästina so'weit iS die Juden betrifft. Er sagte unter anderem: Palästina hat in den letzten fünf Jahren e i n e n g r oseren A u s s ch w u n g genommen als in den ganzen 500 Jahren os manischer Herrschaft. Er habe während tzims Aufenthaltes im Lande Verhandlungen mit vermiedenen Vertretern der Araber, mit König Hussein, dem Patriarchen Damiams. sowie auch nit den Führern der Juden und nicht zuletzt mit Sir Herbert Samuel gepflogen und habe alle Mühe nffgewendet, um eine Verständigung zwischen den n Palästina lebenden Nationen Herbeizufuhren. Mr. Oskar Ltraus besucht? 62 Wische Kolonien und erklärt, daß die Kuben heute dort genau so fleißig und aufopfernd arbeiten wie seinerzeit nach ihrer Rückkehr aus der ersten Verbannung. Sie arbeiten schwer und verdienen ihr Brot int Schweiße ihres Angesichtes. Es stehe heute außer Zweifel, daß die Juden die Fähigkeit besitzen, Palästina tufz»bauen. Die Hoffnung Palästinas liegt in der Entwicklung der Industrie und des Handels, wozu ja die Juden in der ganzen Welt bereits den vefähigungsNachweis in glänzender Weise erbracht haben, über auch das müßten die Völker zur Kenntnis nehmen, tofj der Aufbau des jüdischen Heimlaudes allen Völkern snuutze kommen, und daß die ungestörte Entwicklung Palästinas auch auf den Fortschritt der ganzen Welt von großer Wirkung sein wird. Wicht der ameri kanisch e n Iud e n fei es, an dieser Entwicklung des Einstigen Wischen Heimlandes mit allen Kräften mitzu- »rberten. Die allgemeine Lage in Palästina hält der ang^ehene tmevikanische Diplomat für glänzend. Aus durchaus sicheren, verläßlichen Quellen ha^be er erfahren, daß die hristlich-arabischen Ag'itatoren, die gegen England, Frarckreich und auch gegen die Juden Hetzen, wwt den türkischen Reaktionären gestützt werten. Diese Hetzpolitik bringt keiner Nation einen Nutzen »nd ist nur geeignet, aus die Entwicklung des Landes Ae SrchestermuW auf dem Prager Zntemationalen Musikfest. Hauslicks Wort von der Musik als tönend bewsgtevs Form, die ästhetische 'Umschreibung des l'art pour l'art- Gedankens, erhält durch die Musik unserer Tage, die sich ihrer Machtfülle und ihrer GvenM bewußt ist, eine neue Deutung, Wie sie Wohl die strengen Wagnerianer nicht: vorausgeahnt haben. Die Orchestevrmrsik, die am Prager Internationalen Muisikfest zum Vortrag gebracht wurde, war zum geringsten Teile Ausdruck dieser Beistrebungen. Es mag dies der Tatsache . zuzuschveiberr sein, daß so starke Begabungen wie H i n d e in i t h, Krenek, Haba, Milhaud und andere nicht vertreten waren. Smetana zu Ehren tauchte sein ,-Prager Karneval" in dem Programm auf. Es ist ein Alterswerk, gerade in der Tanzm-elodie ohne jene rhythmische Frische, die die Stänke des reisen Meisters bildete. Zwei Ehoralvorspiele von Bach m der Instrumentierung durch Arnold Schönberg können nur als Lückenbüßer in diesem Programm angeseihen werden, so großartig es auch dem Wiener Meister ' gelungen ist, den OrgeMang aus das volle Orchester zu übertragen. Gerade an Einzelheiten der Farbengebung, an der Bevorzugung des Celloklanges und der weichen Holzbläser, an rhythmischen Unterstreichungen konnte man die persönliche Wnfühlungsgabe Schönbergs in dm Geist der Bachschen Tonkunst wahrnehmvn. Sprechen Wir zuerst von den Werken der Au8dvucksnmsilk, die noch mchr ober minder Ausläufer der romantischen Periode darstellen. Da gab es eine Symphonietta in fititlf Sätzen von Ota-kar Ostreil, dem Opernches des Prager Nationaltheabers und begeisterten Mahler-Freund. Es ist eigentlich eine große Symphonie, die sich unter diesem Titel verbirgt. Eine klare Polyphome mit wertausholMden Jnstvumentalthemen spiegelt das innerliche Erleben des vornehmen Musikers, denn nur die Ursprünglichkeit der Eingebung fehlt. Der Wiener Schönberg^Schüler Karl Horwitz war mit einem U'edevzykluS für Bariton und Orchester vertreten, dessen sich der Sänger Stephan Chodounsky annahm. Das Werk, dem Gedächtnis Gustav Mahlers gewidmet, braucht nicht ein «,<■ ggrettetr wgggnBmung; > Korpulenz-Fettleibigkeit sind Dr. Kaffflaum EntEettungstnuetten von bester Wirkung, angenehmem Geschmack, vollständig unschädlich, Kein Diätzwang oder Aenderung der Lebensweise, prompte Gewichtsabnahme Keine Schilddrüse! Kein Abführmittel! Depot i Apotlae|ce H. Bayei* schMich einzuwtrken. Palästina schveitet jedoch im allgemeinen kräftig fort, ein modernes Land zu werden, und die verschiedenen Bölkevschichten des Landes beginnen bereits einzusehen, daß die Hetz- und Haßpolitik ihnen vm Schaden zufügen muß. Mr. StrauS zollt der zionistisch en Arbeit in Palästina volles Lob. Was hie Zionisten seit der Balsour-Deklaration in Palästina vollbracht haben, grenze an Wunder und verdiene die dankbare Anerkennung der Welt. Herbert Samuel habe feim großen Verwaltungssähigkeiten bewiesen, seine Unparteilichkeit als Oberkommissär müsse von jedem anerkannt werden. Das Land werde im allgemeinen gut regiert, die Institutionen Naglos, geschäftsmäßig einwandfrei, verwaltet. Die arabische Bevölkerung sei, führte Mr. Straus weiter aus, von dem Wunsche beseelt, mit allen übrigen BevMevungsschichten in Frieden zu Men. Würden die agitatorischen Hetzereien nicht störend einwirken, der Friede zwischen Arabern und Juden hätte niemals eine Trübung erfahren. Die Araber bilden 89 Prozent der Bevölkerung und sind dennoch -mit den neuen Einrichtungen und mit der von England befolgten PoMk zufriedener, da sie sich Überzeugt haben, daß das Land zusehends einen Aufschwung nimmt. Die Wahrheit jedoch ist, schloß Mister StrauS, daß die Hetze der chrisMchen Araber sich mehr gegen Frankreich und England als gegen die Juden richtet. Re letzten Kurse. Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung") London, 18. Juni. Während der Börsenstunden eintreffende südafrikanische Wahlresultate ' zeigten die große Wahrscheinlichkeit einer vollkommenen Niederlage der Smuts- Partsi, so daß Hertzog ein Koalitionskabinett bilden würde. Die Börse war aber so auf die Weiterhervschaft der Partei der Südafrikaner eingestellt, daß, so lange die Endresultate nicht bekannt sind, man doch mit einer kleinen Majorität der Smuts-Partei rechnet. Der südafrikanische Minenmarkt war bei etwas schwächeren Kursen wenig belebt. Kupferaktien, Rio Tinto etwas schwächer, Zinn sank um drei Pfund pro Tonne, was die Zinnaktien beeinflußte. Staatsanleihen i fest. Heimische Bahnen befestigt, nordamerikanische und Argentinier ichwächer. Petroleurnwerie weiter schwach. Wechselkurse: New-York 4,32,12,5, Paris 80,6b, Brüssel 92,66, Berlin 18 Billionen, Wien 306.600, Prag 146,62,5, Amsterdam 11,546, Christiania 32,026, Stockholm 16,26, Kopenhagen 26,616, Schweiz 24,44,6, Finnland 172,60, Rom 99,75, Madrid 82,24, Warschau 22,45, Athen 260,50, Sofia 607,50, Belgrad 865, Bukarests 905, Konstantinopel 845, Budapest 360.000 bis 400,000, Riga 22,38. O e st e r: e i ch is ch e Anleihe 91, tschechische 99, neue Agio 0,37,6, Prag 90, Skoda 93, Bankverein 7,6, Bodenkredit 18,6, Central Mining 10,87,5, General Mining 18, Diamond» Motiv aus Mahlers Zweiter Symphonie zu zitieren, um seine geistige tzertkuust zu verraten. Es ist ein tief Wchempfundenes Lied vom Tode und der Erlösung^ Ernst Blechs 22. Psalm ist eine inspiriert« Musik von starker Ausdruckskraft; das Dhemenmatevial^rwendet hebräische Motive und den rezitierenden Psaknenkou. Bon dem französischen Komponisten Uovent Schmitt wurde das Bacchanale aus der Suite ,Mntomus und Kleopatra" gespielt. Auch wenn man in Erwägung zieht, daß diese Musik nur im Zusammenhang mit der Sßene verständlich ist, wird man der schwachen Sinnlichkeit und der blassen. Farbe dieser Musik nicht froh. Eduard E r d m a n n s zweite Symphonie ist ein problematisches Werk. Dich in sich versponnen, Preßt er aus feinem Innersten ein glühendes Dhemenmaterial hervor, in dessen polyphone Verknüpfung er sich verbohrt. Unreifes, Unausgegorenes sicht neben UebertMgendem, aber der Fanatismus einer reinen Künstle rseele interessiert bis zum hymnenartigen Schluß. Die englische Tonkunst wurde durch eine biersätzige Symphonie von Arnold Bax repräsentiert. Sind schon unsere Nerve»? unfähig, den Bau dieser großen Form bei einer persönlichen Musikalischen Sprache ohne Ermüdung zu erfassen, so ist es ganz unmöglich bei einem Werke, dessen Gedanken sich -in einer Weitschweisighbit ergehen, die im umgelehrten Verhältnis zur inneren Notwendigikeit , steht. Selbst das große Orchester, in dem die Baßslöte, das Heckelphon und das Kontrafagott nicht fehlen, hat nicht die Ueberzeuguugskraft, um wenigstens die Nähte der Arbeit zu verdecken. Das symphonische Gedicht von Joses Suk //Reifendes Leben" ist die Autobiographie eines Meisters, dem eine kostbare Melodiefülle zur Verfügung steht, um seine Erinnerungen ausbreiten zu können. Das Ich des Künstlers ist tief in das Erlebnis der Natur ein gedrungen und hat, ohne teu. Persönlichen Charakter zu verlieren, in der harmonischen Ruhe nach den Erschütterungen durch die Mtagswelt das Los stiller Beschaulichkeit gezogen. Srvks ^lyrische Tonsprache ist reich an ivundervollen, iwerchen, gesangsmäßigen Motiven, die in inniger Verfechtung das ganze Werk durchziehen. Sein Weg ins weitere Msland dürste nach dem Prager Erfolg gesichert sein. Tff. tfirn T9Z*'— [v5\ mt s schwächer 15, DebeerS 12,25, Rio Tinto 32,85, Royal DrUch 28,50, Shell 4,12,5. Metallmarkt: Kupfer Standard Kaffa 61,2,6 bi» 81,6, dreimonatlich 62 bis 62,6, Elirktrolyt 66 bis 67, Zinn Standard Kaffa 223,6 bis 223,10, dreimonatlich 228 MS 223,5, englisch Sani» 227 M» 228, Zinnplatten 22,8 Schilling, Blei englisches 38,10, ausländisches 82,6 bis 30.8, Messing ausländisches 61,18,9 bis 81,13,9. . Baumwolle: Liverpool r Fullmiddling 17,48, amerikanische Termin anfangs 10 bis 15 Punkte niedriger, Juni 16,92, Juli 16,59, Oktober 15,08. Jänner 14,59. lim 11 Uhr 10 Punkte niedriger, mittag» 9 Punkte niedriger. Um 2 Uhr 15 Min. 8 bis 1 Punkt niedriger, Äni 16,95, Juli 16,68, Oktober 15.14, Jänner 14,68. Baumwolle: Schluß. Juli 16.73, Oktober 15,17, Jänner 14,68, März 14,56, New-York eröffnte 1 Punkt höher beziehungsweise 6 Punkte niedriger. New-Orlean» 3 bis 6 Punkte höher. London, 18. Juni. Devifenschlußkurse. Wien 907.500, Prag 146,75. New-York 4,31-«/,., Pari» 81.35' Brüssel 92,75, Rom 99,626, Zürich 24,458, Madrid 82,028, Amsterdam 11,6425, Kopenhagen 25,615, Christiania 32,025, Stockholm 16,26, Helsingsor» 172,50, Berlin 18,725 Billionen. London, Thomas Cook San verwandeln ihre Familiengründung 'in zwei getrennte Aktiengesellschaften und zwar in ein Senteilte» Reisebmea» mit einem Kapital von 800.000 Pfund ein Bankgeschäft. Pari», 18. Juni. Die heutige Börse war weniger fest als an den beiden vorangegamenen Tagen. Allaemem verstärkte sich die Zurückhaltung aller Kreise. Die Regierungserkläruna hat an der Börse kGneswegs lebhaft gestimmt, inSbesonoere war man enttäuscht über die nicht in präziser Form erfolgte Erklärung über oaS Verhältnis zwischen Frankreich und Rußland waS eine allgemeine Schwächung der ruffischeu Werte zur Folge hatte. Französische Werte waren 'geschästslos. Französische Msenbahnm und Bankwerte befestigt. Kohlenwerte widerstandsfähig. In der Zdulisse leichte KurSrückgänge. Wechselkurse: London 80,78, New-York 18,68, Prag 56,80. Wien 26M var«, Lv. Zunu tvramo.) Vfferrenicymymye: Banque de Franee —, Pragobanka 896,—, Credit LyouaiS 1585, Suez 18,400, Platine 765, Dabrowa 750, Banque Ottomane 766, Central Mining 882, Rio Tinto 26,06. Le Naphta Russe 421, Succerie d'Eghpte 1007, Bakou 26,90, CrutchoneS sin 151,—, Chartered 44,50, Debeer» ordin. 990, GoldfieldS 76,—, HuanchakaS 337, Jäger» Fontaiu 235,60, Malaeeaordin. 188,—, Maltzoff 450, Mexican Eagle 70,—, Padang 385,—, Rand Fontain 81,—, Randmine 242,—, Silva plana 147,—. Tanganyika 147,—, Tubice soie 610.—, Utah Copper 1319, Shell 338,—, Royal Dutch 234,50, Bnrmah —. Rew-Vorft» 18. Juni. Effektenbörse. Canada Pacific 146,72,5, Union Pacific 133,25, Union Steels 96.876, Royal Dutsch 47,50, Atchinson 103, Baltimore 56,87,5. Gread Northern 95,8,75, Northern Common 54, Southern Pacific 91,50, Milwaukee 12,50, Eari 27,50. Ausländerlonttolle in Rumönken. Bukarest, 17. Juni. '(Tel.-Komp.) Gestern nachmittags fand im Mmisterium des Innern eine Besprechung statt über die Frage der Einführung einer wirksamen K o nt r o I l e der in Rumänien befindlichen Ausl a n d e r. Abends wurde mit einem großen Polizeiaufgebot in ganz Bukarest eine Razzia veranstaltet und die Fremden wurden zur A u s w e i s I e i st u n g verhalten. Zahlreiche Fremde, die sich nicht genügend legitimieren konnten, wurden zur Polizei gebracht. . , :.' ■' . — ' ' -. '.■'..■■"WgggBa. Eine Symphonie von Albert R o u s s e l berichtet von der Fahrt nach Indien und heimst ihre musikalischen Er? gebmsse ein. Das Kolorit dieses fmnlzösischen Jmpressiomsten hat keinen leuchtenden Glanz, Wohl aber e-ine zarte, fein abgestimmte Tönung^. Der letzte Satz klingt in einer seieÄichen Ode aus, die das Erlebnis asiatisch üppiger Natur vecherrli cht. Mexander Zemlinskys „Lyrische Symphonie" ist das nreifterhast gekonnte Werk einer tielf veranlagten, jeder Banalität ausweichenden Künstlernatur. Es stellt eine Vertonung von sieben Gesänigen nach Rabindranath Tagove für eine Sopran-, Barit-onlstimme und Orchester dar, die, durch orchestrale -Zwischenspiele mite'mandev verbunden, Aar die symphonische Form erkennen lassen. Wie bei jedem Werke Zemlinskys, muß man auch diesmal die meisterliche Faktur 'loben und das Vorhandenem eines Persönlichen Melos schmerzlich vermissen. Es ist doch nur KaPellnreistermusik, wenn auch aus hoher ethischer und geistiger Ebene, denn sie ist mehr reprodMv denn im ursprünglichen Sinne schöpferisch. Werke der Kangspielerischen Musik unserer Tage wurden durch einige interessante Vertreter verschiedener Nationen Präsentiert. Der Italiener Bittorio Riet: hat ein ganz unronrantisches Kontzert für Wäserguintett, Streichorchester, Trompeten und Pauken geschrieben. In der äußeren Erscheinung an die Form des alten Concerto grosso anknüpfend, ist seine Melodik von einer erfreulichen rhythnrischen Frische, die ihren Ursprung von der Tanz- und Marschmusik herleitet. Die Verspottung, der italienischen MlitävmusU im dritten Satz stellt eine witzige, musikalische Groteske dar, die, wie übrigens das ganze Werk, ausgezeichnet klingt. — Artur Honeggers symphonische Komposition „Pacific (Ml)" ist ,^ur Gloriftzierung des gewaltigsten und vollkommensten modernen Lokomotiven-TYPs" geschrieben. Die Technik erMt durch sie ihre musikalische Gechervlichung, sie spricht aus dem Lustempsinden >des Musikers, aus dem Mitschwingen seiner Nerven 'beim Anblick eines sich in Bewegung setzen- 'den Maschinenkolosses. Honegger ist es gelungen, alle realistische Tonmalerei in reinen MUsikaliischeu Klang ausgehen zu lassen. — Sevgjes ProkofjevL VionliH» konzert ist ein ausgÄ'eichnet gearbeitetes, für die Solost'n-.me gut gesetztes Stück, dessen Klarheit und Durchsich-

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