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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-18 · Heft 1918 (18.6.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1918 (18.6.1924)
Date
1924-06-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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mm mm Nr. 1918 Men, WrMöiy Menev MovgenzerLunK? 18. Inn! '1S22 Serie D An beßarabischer Abgeordneter verurteilt. Bukarest, 17. Juni. (Tel.-Komp.) Die Blätter melden, daß der beßarabische regierungsfreundliche Abgeordnete Sbarnea vom Kriegsgericht in Krschinew, ohne daß von der Kammer die Aufhebung seiner Immunität verlangt wurde, zu fünf Jahren Kerker verurteilt wurde. Das Verfahren gegen den Abgeordneten wurde geheim durchgeführt, so daß darüber nichts bekannt geworden ist, welche Verfehlungen ihm zur Last gelegt wurden. __ Zer Revers der ungarische« kmigrante«. Budapest, 17. Juni. (Tel. der ,Wiener Movgenzeitung".) Die ungarische Regierung hat in der jüngsten Zeit in der Auslandspresse die Meldung verbreiten lassen, daß den im Ausland 'lobenden Politischen Emigranten^' die sich an keiner staatsfeindlichen Propaganda beteiligten, die Heimkehr 'bedingungslos gestattet wird. In 'der ent.-.' Montag stattgefundenen Konferenz der ungarischen sozialdemokratischen Parlamentsfraktion wurde festgestellt, daß die Wiener ungarische Gesandtschaft den Emigranten nur unter der Bedingung Reisepässe ausfolgt, daß sie vorher einen Revers unterschreiben, durch welchen sich die Heim'kehrendrn verpflichten, sich in den nächsten fünf Jahren jeder politischen und publizistischen Tätigkeit zu enthalten. Abgeordneter Propper wurde beauftragt, hierüber in der Mittwochsitzung der Nationalversammlung eine Interpellation einzubringen. Zie Fuslizkomödie gegen die Bombeuwerser. Budapest, 17. Juni. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung/O Wie der „Az Est" aus Szeged in meldet, ist die Angelegenheit der Csongrader Bombenattentäter in «we neue Phase der Untersuchung getreten. Der Untersuchungsrichter des Gerichtshofes in Szolnok, welchem bekanntlich der Prozetz statt des Szegedmer Gerichtshöfezugöwiesen wurde, hat heute das Verhör der 70 .Entlastungszeugen begonnen, welche der Verteidiger der angeklagten Bombenwevfer, Dr. Stephan Szechenhi, zur Entlastung der Attentäter namhaft gemacht hat. Die Verteidigung plant einen umfangreichen Alibibeweis für die Attentäter, insbesondere für Johann PiroSka, der bisher als der intellektuelle Urheber des Attentats galt, sowie für Lcckislaus Simko, der nach den Ergebnissen der ersten Untersuchung in Esongrad die verhängnisvolle Bombe in den Saal des Hotels „zum König von Ungarn" am 26. Dezember 1923 geschleudert hat. Nach den Entlastungszeugen der Verteidigung hat Johann Piroska an dem Komplott überhaupt nicht terlgenommen. 15 Zeugen sagen aus, daß Ladislaus Simko am zweiten Weihnachtsfeiertag nicht in Csongrad war, sondern daß die Handgranate in den Ballsaal von einem Automobil geschleudert wurde, welches durch die Stadt an jenem Tag fuhr. Nach Einvernahme der 70 Entlastungszeugen wird die Anklageschrift fertiggestellt, gegen welche die Verteidigung kernen Einspruch erheben wird, so daß die Hauptverhandlung voraussichtlich auf die erste Septemberwoche anberaumt werden dürfte. zeugen für ungarische SffektenWebnngen. Bosel, Feingold, Arkauer, Kals. Budapest, 17. Juni. Heute begann der Preß- Prozeß, den der Budapester Börsen rat gegen den „T ö z s d e i H i r l a P" wegen eines im Juni vorigen Jahres erschienenen Artikels angestrengt hatte, worin der Börsenrat beschuldigt wurde, daß er auf künstliche Weise eine Baisse herbeiführen und ungarische Effekten zu billigen Preisen in österreichische Hände spielen wolle. Der unter Anklage gestellte Verfasser des Artikels erklärte, er habe den Artikel im öffentlichen Interesse geschrieben und bitte um Zulassung des Wahrheitsbeweises. Sein Verteidiger beantragte unter anderem die Einvernahme der Wiener Bankiers Kals, Bosel und Feingold, ferner des Präsidenten der Wiener Devisenzentrale, A r k a u e r, und des Ministerpräsidenten Grafen B e t hl e n. Der Gerichtshof beschloß die teilweise Zulassung des Wahrheitsbeweises und ordnete die Einvernah m e derWienerBankiersan. Der Prager Beurkuprozeß. (Eigendienst der Wiener Movgenzevtung".) Prag, 17. Juni. Bor dem Divisionsgericht wurden heute cm Benzinprozeß die Angeklagten Boubela und Justizoberst Adam verhört, die sich viele Stunden verteidigten. Boubela bestreitet, Geld erhalten zu haben und behauptet, jene 200.000 Kronen, die seine Frau bekommen habe, gingen ihn nichts an, da er mtt seiner Frauso schlecht gelebt habe, daß absolut kein Zusammenhang Mischen chm und ihr konstruiert werden könne. Justizoberst Adam erklärte sich ebenfalls für nicht schuldig. Im Verlaufe seiner Aussage belastete Adam den Kapitän Boubela schwer, ebenso den Ingenieur Nejedly, der im Benzinprozeß vor dem Strafgerichte steht; er behauptet, daß Nejedly chm und den Direktor des tschechischen Nationaltheaters bei jeder Gelegenheit ausgesucht und verfolgt halbe, um sie in die Benzingeschäfte hineinznzichen. Die Sitzung de» NouMsche» AMonsiomiteer. Auf den 22. IM verschoben. London, 17. Juni. C£eT. der „Wiener Morgeni- ,>citung".) Wie bereits gemeldet, ist die für Mitte Juni a ngesetzte Tagung des zionistischenAktion 's k o m it e e s auf den W. Juli verschoben worden. Die Verschieb u ng ist auf Antrag der palästinensischen Mitglieder des Aktionskomitees erfolgt. Herrenwäsche nach Maas Berthold Schee? III. L&ndstr. Gürtel 19. Linien: O, 4, 118 Sie letzte« Karle. Radiodünst der „Wiener Moraenzeikmg*.) London, 17. Juni. Infolge der Sommersttlle wies die fieuHae Börse nur geringe Änderungen auf. Infolge der chwäoheren Franken waren französische Renten und Bahnobligationen abgeschwächt, türkische unifizierte waren viel schwächer, heimische Bahnen, inklusive der Untergrundbahn, abgeschwächt, amerikanische nnd argentinische Bahnpapiere vernachlässigt. Fester waren Tabak- und Petroleumpapiere. LobitoS überstiege« die Zehnpfundgrenze. Die Kurse der Textilpapiere waren schwächer. Zinnaktten steigend. Wechselkurse: New-Uork 4,82,38, Paris 80,85, Brüsiel 92.375, Berlin 18 Billionen, Wien 306.800, Prag 146.76, Amsterdam 11,64,75, Thristiania 32,025, Stockholm 16,27, Kopenhagen 25,605, Schweiz 24,455, Finnland 127,50,. Rom 99,625, Madrid 32,195, Warschau 22,40, Athen 243,50, Sofia 607,50, Belgrad 365, Bukarest 990, Konstantinopel 842,50, Budapest 360.000 Li» 400.000, Riga 22,87. O österreichische Anleihe 91, tschechische 99, neue Agio 0,50, Prag 90, Skoda 93, Bankverein 9, Bobenkredit 18,6, Central Mining 11, DebeerS 12,25, DiamondS 16, General Mining 13, Rio Tinto 32,87,5, Royal Dutch 29, Shell 4.12,6. Metallmarkt: Kupfer Standard Kassa 61,10 bis 61,12,6, dreimonatlich 62.76 bis 62,10, Elektrolyt 66,10 bis 67, Zinn steigend, Standard Kassa 226 bis 226,5, dreimonatlich 225,15 bis 226, Blei schwacher, englisches 34, ausländisches 32,12,6 bis 99,12,6, Messing ausländisches 32,3.9 bis 32. Baumwolle! Liverpool r Fullmiddling 17,60, amerikanische Termin anfangs 6 bis 10 Punkte höher, Juni 17,08, Juli 16,76, Oktober 18,17, Jänner 14,69. Um 11 Uhr 6 bis 10 Punkte höher. Mittags 4 bis 10 Punkte höher. 4000 Ballen Umsatz. 13 Uhr 15 Min. 4 bis 6 Punkte höher. 14 Uhr 16 Min. 4 bis 8 Punkte höher. Juni 17,08, Juli 16,75, Oktober 15,15, Jänner 14,67. London, 17. Juni. Devisenschlnßknrser Wien Prag 146,75, New-York 4,32'/,„ Baris 78.80, Brüssel 91, Rom 99,875. Zürich , Madrid 32,105, Amsterdam 11,565, Kopenhagen 25,605. Christiania 31,975, Stockholm 16,265, HelsingforS 172,60, Berlin 18 Billionen. Paris, 17. Juni. Die leichte Spannung der auswärtigen Devisen hatte die Börse in allen Abteilungen der Marktes günstig beeinflußt. Sowchl französische Renten als auch französische Eisenbahnen waren gebessert und französische Bankwerte behauptet. Die Kurse der' reinen Balutenpapiere standen auch unter dem Einfluß der Spannung der Devisen und vermochten Kursgewinne aufzuweisen. Weniger fest waren russische Werte, da sie unter Gewinnrealisierungen lttten: Wechselkurse: London 80,80, London 18,55, Prag 55,30, Bukarest 8,10, Wien 25/27,5. Paris, 17. Juni. (Radio.) Effektenschlußkurfe: Banque de France —.—, Pragobanka 896,—, Credit Lyonais 1578, Suez 13,800, Platine 785, Dabrowa 750, Banque Ottomane 761, Zentral Mining 695, Rio Tinto 26,39. Le Naphta Rusiv 438, Sueeerie d'Egypte 1040, Bakou 27,40. Ccmtchoues stn 154,—, Chartered 44,75, DebeerS ordtn. 975, GoldfieldS 75,—, HuanchakaS 840, Jägers Fontain 237,—, Malaccaordin. 136,50, Maltzoff 470, Mextcau Eagle 71,-, Padang 338,-, Rand Fontain 81,—, Randmine 247,50, Silva plana 146,—. Tanganyika —, Tubice soie 608.—, Utah Copper 1303, Shell 335,—, Royal Dutch 235,60, Burmah —,—. Aew-Bork» 17. Juni. Effektenbörse. (Saitabc Pacific 146,62,5, Union Pacific 134,75, Union Steels 97,60, Royal Dutsch 4,47,75, Atchinson 104,25. Baltimore 56,87,5, New-Nork Central 104,25, Gread Northern 60,80, Nott-Northern 66, Southern Pacific 74,25, Milwaukee 18, Eavi 28,37,5, Casepeaee 80. Aew-BorK, 17.Juni.(Radio.) Devisevschlußkuriet Taggeld 2%, Wechsel auf London 4,32,26, 60 Tage-Wechsel 4,19,25, Paris 5,36, Amsterdam 37,88, Berliner 23V« bis 24, Prag 2,94»/„ Silber 67. Wim-Prager Clearing. Prag, 17. Juni. Di« seit einigen Wochen im Zuge befindlichen Verhandlungen zwischen der tschechoslowakischen und der österreichische« Finanzverwaltung betreffend die Regelung der aus der Zeit vor der Währungstrennung herrührenden Forderungen und Verbindlichkeiten auf alte Kronen stehen, wie bereits berichtet, unmittelbar vor dem Abschluß. Soweit man bisher erfahren konnte, dürften die tschecho-slowakischen Forderungen gegen österreichische Staatsangehörige nicht weit von einer Milliarde alter Kronen .entfernt sein, wogegen die tschecho-slowakischen Verbindlichkeiten gegenüber österreichischen Recht'sßubjekten mit etwa 300 Millionen alter Kronen zu veranschlagen sein dürften. Die Regelung der Forderungen und Verbindlichkeiten wird im Wege eines .sogenannten Clearings erfolgen. Die tschechischen Schuldner werden ihre Verpflichtungen in tschechischen Kronen, das heißt eine tschechische Krone für eine alte Krone, an das tschechoslowakische Clearinginstitut einzuzahlen haben. Von den österreichischen Schuldnern werden für je 100 alt e Kronen in der Regel 3,50 tschechische Kronen im Wege des Wiener Abrechnungsamtes an das tschechoslowakische Clearing! ustitut zu erlegen sein. Hypothekarschulden werden eine höhere Quote bis zu zehn Kronen für 100 alte Kronen und Aktienbanken werden f ü n f Kr o n e n für je 100 alte Kronen zu bezahlen haben. Die auf diesem Wege bei dem tschechoslowakischen Gläubigerinstitut zu bildende Vermögensmasse wird unter die tschecho-slowakischen Gläubiger zu verteilen sein. Di« näheren Bestimmungen hierüber werden durch innerstaatliche Gesetze, bezw. durch Verordnungen auf Grund des Gesetzes über die Errichtung des Clearinginstiiuts getroffen werden. Diese Art der Regelung wird ftir alle Forderungen und Verpflichtungen gelten, welche am Stichtage, das ist am 26. Februar 1919, zwischen tschecho-slowakischen und österreichischen Staatsangehörigen (Physischen oder juristischen Personen) bestanden haben. Enttäuschung über Senf. In einer christlichsozialen Versammlung beim ,Muge Gottes" kam Abg. Kuns chak auf >das Ergebnis der Verhandlungen in Genf zu sprechen und bemerkte unter anderem: „In den Freudenbecher über den guten Fortgang unserer parlamentarischen Arbeiten ist ein bitterer Wermut'stropfen geträufelt worden. In Genf hat man die einmütige Kundgebung des Hauptausschüsses deS Rationalrates, wie es scheint, nicht nach Gebühr bewertet. Wir waren der Ueberzeugung, daß es gelingen werde, den Völkerbund zu bestimmen, daß auch er das Normalbudget genehmige. Er hat dies nicht getan. Er hat zwar die Genehmigung nicht verweigert, aber er hat sie vertagt, und einen Ausschuß eingesetzt, der dieses Normalbudget in feinen einzelnen Posten auf seine Richtigkeit überprüfen soll. Erft wenn diese Richtigkeit festgestellt wird, soll die Genehmigung des Normalbudgets erfolgen. 'Ich hätte geglaubt, daß der Umstand, daß wir in Wien den Generalkommissär als Bevollmächtigten des Völkerbundes sitzen haben, dem Völkerbund genügen werde, um in die Aufstellungen des Normalbudgets volles Vertrauen zu fassen. Ich muß gestehen, daß die Ueber- Prüfung deS Normalbudgets durch einen Ausschuß mir wie ein Mißtrauensvotum gegen den Generalkommissär erscheint, unter dessen Aufficht und vielfach über dessen Weisungen dieses Normalbudget zustande gekommen ist. Es handelt sich dabei gewiß nur um eine Verspätung von einigen Wochen. Das wäre ohneweiters zu ertragen, wenn in das Normalbudget nicht etwas eingebunden wäre, was einen Aufschub eigentlich nicht mehr verträgt, das ist die Entscheidung darüber, ob unsere öffentlichen Angestellten weiterhin hungern oder endlich einmal ein größeres Stück Brot für sich und ihre Familien erhalten sollen. Sollen wir die Entscheidung des Völkerbundes in dem Sinne auffassen, daß jetzt auch nicht an di« Erledigung der Beamteufvage geschritten werden kann, so wäre das nicht nur außerordentlich bedauernswert, sondern es könnten sich Kr 'das ganze Sanierungswerk Folgen ergeben, die auch di« Herren am Beratungstisch des Völkerbundes außerordentlich bedauern würden." Die gestrigen Besprechungen in Genf. Genf, 17? Juni. Die beiden österreichischen Minister Dr. Grünberger und Dr. Kienböck haben heute den ganzen Tag vielstündige Beratungen mit allen kompetenten Faktoren des Völkerbundes abgehalten. Dr. Grünberger hatte eine längere Besprechung mit dem Präsidenten des Völkerbundrates Minister des Aeußern Dr. Benesch, Minister Dr. Kienböck konferierte mit dem englischen Delegierten im Finanzkomitee N i e m a h e r. .Ferner fanden Besprechungen mit 'dem Vertreter Frankreichs und dem belgische« Vertreter statt. Am Nachmittag nahmen Finanzm'mister Dr. Kienböck und SeMonschef Dr. Schüller an einer Sitzung des Finanzkomitees teil, in der alle Einzelheiten Kr die im August in Wien stattfindende Enquete durchbesprochen'wurden. Die Abreise der österreichischen Delegierten erfolgt am Mittwoch srüh. Minister Dr. Grünberger und Minister Dr. Kienböck sowie Sektionschef Dr. Schüller -treffen Donnerstag um 11 Uhr vormittags in Wien ein. Die Julibezkge der BundesangestMen. Die Regierungsvertreter machten in der gestrigen Sitzung des Fünsundzwanzigerausschuffes Mitteilungen über die JuliauSzahlungen. Sie gaben bekannt, daß die Bundesangestellten am 1. I uliu m 21,8 Märzbezüge mehr erhalten al's im Mai, wo sie 160,4 Märzbezüge bekamen. Die Bundesangestellten bekommen demgemäß am 1. Juli IW,2 Märzbezüge ausbezahlt. Die Entscheidung über die weiteren Auszahlungen behält sich die Regierung bis zur Rückkunft des Finanzmin-isters Dr. Kienböck aus Genf vor. Daraufhin gaben die Mitglieder des Verhandlungsausschusses die Erklärung ab, daß der nunmehr bekanntgegebene Betrag von 182,2 Märzbezügen unzureichend sei und verlangten, daß der Finanzminister sofort nach seiner Rückkunft Verfügungen treffe, damit am 1. Juli den Bunde'sangestellten Beträge ausbezahlt -werden, die entsprechend höher sind als jene, die sie am 1. Juni erhalten haben. Weiters richteten die Vertreter der Beamtenschaft an die Regierungsvertreter das Ersuchen, die Verhandlungen über die neue Besoldungsordnung derart zu beschleunigen, daß die parlamentarische Verabschiedung des Gesetzentwurfes noch vor Eintritt der Sommerserien des Naiionalrates erfolge. Der Verhandlnngsaüsschuß setzt nunmehr seine meritorischen Beratungen fort. Für Freitag wird die Rückkunft des Finanzministers Dr. Kienböck aus Genf erwartet. Vizekanzler Dr. Frank hat für heute 10 Uhr vormittags die Vertreter 'der drei aus dem Fünfundzwanzigerausschuß ausgetretenen Organisationen, 'des Deutschen Beamtenverbandes, des Reichsverbandes der öffentlichen Angestellten und -der Mittelschullehrer, zu einer Besprechung eingeladen. Der Vizekanzler wird in dieser Aussprache die Ansicht der Regierung zu -den Beschlüssen, die diese Organisationen w ihren Versammlungen gefaßt haben, bekanntgeben und vor allem darauf verweisen, daß die dort erhobenen Forderungen, welche sich mit jenen decken, die derzeit im Verhandlungsausschuß beraten werden, nur im Rahmen dieses Ausschusses verhandelt werden können. Mit dieser Erklärung wird die Brücke zur Rückkehr der drei Organisationen in den Verhandlungsausschuß' geschaffen werden.

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