Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1917 (17.6.1924)
- Date
- 1924-06-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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„MW'i i i;', i iu|'j.»yi{in^ui, i'Wijm h n....1 ,„II.LH'W.I|.|,I| iSM'8 Merk, DienMg Wiener Morgenzeikuntz. 17. MM im Skr. 1917 Alle Arten von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Kredit- und Bankgeschäften Mtzx», |. VsitLErgSNS 4 "htaSSST Waren9eschifte Telephone» 60-4-82, 60-4-93, 63-4-85, 64-4-42, 68-4-78, 69-4-82 10465 Telegrammadresse» Frapobank ich jetzt machen? Was mir die Frau alles aittut! Ich habe kein GeV» für die Leiche! Woher soll ich mir das viele Geld verschaffen?!" Als der Zeuge den Angeklagten ersuchte, ihm zu helfen, die Tote auf das Bett zu legen, habe der Angeklagte gesagt: ,Mas glaubst du eigentlich? Jetzt werden wir sie auch noch <rof§ Bett legen?" Der Zeuge glaubt, daß die Schlinge von keinem richtigen Knoten, sondern von einem falschen, sogenannten Merinoknoten, zusammengehalten war, der sich von selbst löst, wenn die Spannung des Strickes auHört. Es sei sehr wahrscheinlich, daß der Angeklagte den Knoten selbst geknüpft habe, weil er ihn so rasch löste. Ter städtische Amtsarzt Dr. Tel che r beschreibt, wie er di« Tote aufgefunden habe. Sie sei damals im siebenten Monat gravid gewesen. Er habe keine äußerlichen Anzeichen eines Verbrechens entdeckt. An dem rechten Mittelfinger der Frau habe noch ein Fingerhut gesteckt. Die Tote habe nicht «inen unreinlichen Eindruck gemacht. Der Sachverständige Professor Hab er da fragte den Zeugen, ob er auch noch heute, nach Idem jetzigen, Stande des Verfahrens, seine im Polizeiprotokolle gemachte Bemerkung, «8 läge zweifelsohne ein Selbstmord vor, aufrecht erhalten könne. Er glaube dies wohl nicht. Der Zeuge onttvortete hierauf, er würde dies mit solcher apodiktischen Sicherheit nicht mehr behaupten. Der Zeuge fügte, sich entschuldigend, noch hinzu, wenn er nicht in ähnlichen Fällen angeben würde, daß zweifelsohne ein Selbstmord vorliege, so würde jedesmal die Polizei die Staatsanwaltschaft verständigen. S t a o 1s a n w a l t: Das wäre kein Unglück! Frau Ennemann, eine Tante der Ermordet-m, erzählte, daß chre Nichte ein ' ' Liebesmstiel, das aus in Blut getauchtem Zucker bestand, verwendet habe, um die Zuneigung ihres Mannes wieder zu erringen. Weber habe geglaubt, daß es sich um Sublimatpillen handle und machte seiner Frau den Vorwurf, daß sie ihn vergiften wolle. Weiters erklärte die Zeugin, daß sich Weber ihr gegenüber geäußert habe, er studiere oft bis in die Nacht, wie er seine Frau beseitigen könne. Die Ermordete klagte öfter ihrer Tante, Weber werfe ihr vor, daß das Kind, welches sie erwarte, nicht von ihm stamme. Die Zeugin hält es für a u sgeschlossen, daß die Ermordete Ehebruch begangen habe. Die Verhandlung wird heute abends oder morgen zu Ende geführt. Volkswirt. Jevisen- und Balntenknrse. (Mitgeteilt von der Oesterretchischen Nationalb anl.) Vista 16. lunt Oeld Ware 13. Jon! Geld Ware 26701.- 26600.— 26700— 840.- p3r,._ 814.— 840. - e30.~ 834.- 17.10 16.85 17.15 3396.- 3264.- 3276.- 0.83 0.77 0.83 317,— 311.- 313— 95r0— 9«8ll— «520- 12020.- U935.- 11975,- 3071*0,— 308100.- 316700,- 307700.- <|48.-)._ 0520.- 9480.- g520,- 3086.- 3039.- 4101.— 71)85.- 70935.- 71185,- 3978.- 3782.- 379?— 7099.- 2033.- 2093— 510.- 504.- 5*8.- 18900.- 18320.- 18880,-- 2f600— 836— £36.- 16.80 3384.- 0.77 315.- 9461.- 11980.— 3074.- 70935.- 3962— 2183,— 606.- 18810,— Amsterdam t, i holl. Gulden Agnm) I"e. Kronen ... Belgrad 1 Dinar . Berlin' 1 deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Francs Budapest 1 ungarische Kronen Bnkarest 1 Lei. Christianla 1 norweg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronor London 1 Pfund Sterling . . Madrid 1 Pesetas . . , ♦ . Mailand t Lire. New York 1 Dollar. Paris 1 Francs ...... Prag! tgcbecho-ßlow. Kronen Sofia 1 Lewa . Stockholm 1 «chwedlscheKronor Warschau** 1 polnische Mark. 2Br!ch 1 schweizerische Francs » Noten Amerlkan, Noten v. 51)oUar autw, _ . . . „ kleinere . . Belgische Noten 100 Francs Bmgarlsche Noten zu 1000 Leva . . „ 100 . . » , kleinere, . Dlnlache Noten f00 Kroner . Deutsche Noten*. » m n 100 i » » » kleinere* . . Engl, Noten von 5 Llvrest. aufw _» , kleinere .... Französische Noten 100 Francs Holländische Noten 100 Gulden Italienische Noten v. 100 Lire aufw.!* kleinere » * Jng08l. Noten ungest. zu 1000 Dinar . . . „ 100 . ... kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten **.. . . , . . » - kleinere** . . . Rumänische Noten zu 1000u.500Lei » , kleinere . . . Russ.Noten (Roman.) zn 500 Rubel . . . . '00 . » „ „ kleinere . , Schwedische Noten lOOKromr . Schweizerische Noten 100 Francs. Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. r,1000 aufw. „ „ kleinere . Ungar. Noten (neueEm.) zu lOOOKr,' . . zu 10.000 Kr. , » . . , kleinere. * Für 1000 «..Marl. ** fiit 1 Zl°t, -mfwiirir. 12550,- 12600— 12525.’- 12573— 7cim,~ 70860— 70469.- 70860.— 70369— 70760— 70361- 7076»— 3347— 3370— 3220. 3250. - 490— 498— 489— 496— 470— 473— 467— 474!- 118*0. — 1192.7— 11790.— 11877— 16.30 16.70 16.20 16.60 16*20 UL60 16! 10 16.50 3053 io— 306970— 304900— 306500— 3051 r0— 306700— 304700— 306300— 3945— 3975— 3745— 3776.— 26300,— 26501— 26300— 26500— 3070— 3090— 3^-95.— 3115— 3040— 3060— 3065.— 3085— 834— 839— 823. — 835— 833.— 879— 819— 82z'.- 9340— 9420— 9360— 9440— 13730— 13870— I373f — 13870— 13530— 13870— 13530.- 13670— 308— 312— 306.- 310— 298— 302— .296.- MO— —— 18630— 18730— 18610— 18710— 12480— 12560,- 12440— 12520— 9360— 9440— 9360— 9440— 2012— 2088— 2072— 2088— 2067.— 2083— 2067— 2083— :;.74 0.80 0.73 0,79 0.69 (.J5 *0!ü *0/74 Neuerliche Frauleustelgeruug. Schon die Ankündigung der französischen Regierungserklärung Herriots für Dienstag hat die Frankenspokulation zur raschen Eindeckung ihrer Engagements bewogen. Die verschonen Hoffnungen auf schwere Eingriffe in das französilsche Privatkapital wurden zunichte gemacht und damit wurde die Flucht vor dem Franken beseitigt. Die Versicherung, in Ruhe und Frieden die Reparationsfragon entsprechend dem Dawes-Vertraig mit Deutschland zu erledigen, hat dies-en Strmrmmgsumschwung verursacht. Die Zusicherung, die Räumung des Ruhrgebietes Mr bei Erfüllung der Zahlungen von seiten Deutschlands vovzunehmen, hat das Zutrauen zur Regierung in Frankreich bedeutend gehoben. So begann schon von Paris aus die Frantkenhausie, die natürlich von den anderen internationalen Devisenplätzen beantwortet wurde. Der Frühkurs des Franken hatte in Zürich bereits steigende Tendenz und wurde mit 80.60 festgesetzt; im weiteren Verlaufe stieg er bis auf 31.30 gegen 80.28 am letzten Samstag. Falsche Gerüchte über den Wiener Finanzmartt. In den letzten Wochen sind im Ausland« vollkommen unwahre Gerüchte Wer einzelne Wiener Banken verbreitet worden. Diese nahmen zum Großteil ihren Ausgang von Prag. Aber auch von Wien aus wurden an ausländische Blätter Nachrichten über die ungünstige Situation einzelner Wiener Banken verbreitet. Gewisse Prager Kreise scheinen damit die Absicht zu verfolgen, den Wiener Finanzmarkt zu diskreditieren. Aber auch in Wien scheinen geheime Kräfte ihre Hand im Spiels zu haben. Hier scheint die Kontermine in diesem Sinne tätig zu sein, um dadurch eine gewisse Bt. unruhigung auf dem Wiener Fimmzmarkte zu schaffen. Inter« essant ist, daß bald die eine, bald die andere Bank Gegenstand dieser Gerüchte bilden. So wurde in der Vorwoche über eine groß« Mittelbank gesprochen. Doch stellte sich bald heraus, daß das Gerücht voMommen unwahr und die betreffende Bank in jeder Hinsicht solvent sei. Das betreffende Bankunternehmen hat auch infolgedessen die Strafanzeige gegen unbekannte Täter erstattet. Es verlautete gestern, daß der Inhaber einer ausländischen Korrespondenz wegen dieser Gerüchte in Untersuchung gezogen sei. Gestern wieder wurden haltlose Märchen über zwei äußerst seriöse, über jeden Verdacht der Insolvenz erhabene Großbanken verbreitet. Es mutz nicht erst betont werden, daß diese Gerüchte vollkommen aus der Lust gegriffen sind. Zolltarif-Enquete. über Eigenproduktion und Effenverbraucher sowie Vertreter der Ar beitnehmevschaff erschienen. Die Experten legten die für die Produktion und den Absatz ihrer Gruppen maßgebenden Gesichtspunkte an der Hand detaillierter Nachweisungen dar. Heute vormittags beginnt die Enquete über Leder und Schuhe. _ Kapitalsvermehrungen. Wiener literarische Anstalt, Aktiengesellschaft. Erhöhung von 200 aus 400 Millionen Kronen. — Johann Eimcher, EisenhandeisMtiengssellschast in Klagenfurt. Erhöhung von 120 aus 400 Millionen Kronen. BeFugsrecht: auf je drei alte Aktien fünf neue Aktien zum Kurs von 6000 K. tel quel. BezuMrist vom 17. bis 24. d. — Glektvlzitäts- und Stvahenbahnge'sellschaff Linz. Erhöhung von 280 auf 860 Millionen Kronen. — ,Dte>inalg", Mtiengesellschaff für Ka-Mandsteinziegel- und KunststedniudiEtrie. Erhöhung von 330 auf 460 Millionen Kronen sowie weitere Erhöhung von 460 aus 600 Millionen Kronen. — Alpine Bau- und HolM.-G. Erhöhung von 200 aus 400 Millionen Kronen. — Burgenländische Zentralbank. Erhöhung auf 1,5 Milliarden Kronen. Die Novelle Mr Körpevschastssteuer. Soeben ist im Verlag Moritz Perles unter dem Titel „Körperschaffssteuernovelle" von Hofrat Dr. Artur Liechtenecker ein Kommentar zu dem neuen Gesetz erschienen, der in gewohnt klarer und übersichtlicher Weise di« wichtigen Neuerungen der Besteuerung der Mtiengefellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaften, Sparkassen, Devsichevungsgesellschaften und anderer Körperschaften darstellt. Lptimistischer Wirtschaftsbericht Doktor Nmmermans. Ser »otenmnlanf zn 88 Prozent gedeckt. - Peffemng der Wirtschaftslage. - AnsKndlsche Käufe an der Börse. Genf, 16. Juni. Der Bericht des Generalsekretärs Doktor Zimmerman, der hie Zeit vom 16. April bis 16. Mai umfaßt und der heute der Bölker'bundratssitznng vovgelegt wurde, beruft sich aus den gemeinsamen, vom Finanzkomitee des Völkerbundes und dem Generalkommissär abgefaßten Bericht. Ms Kontrollor der für die Anleihe vorgesehenen Sicherungen könne sich Dr. Zimmerman zu dem Erträgnis der für den Anleihodienst bestimmten Einnahmen nur beglückwünschen. Als Gmeralkormnissär des Völkerbundes aber müsse er wohl die erreichten Fortschritte aus dem Wege zur finanziellen Gesundung und zur Wiederherstellung des öffentlichen Kredites feststellcn. Er dürft aber nicht die Augen vor den Gefahren verschließen, didem End erfolg noch immer im Wege stchen. Als Berber und als Freund habe er im Vorjahre die erreichten Ergebnisse voll anerkannt und fühle sich ebenso verpflichtet, vor den Klippen zu warnen, die es zu vermeiden gelte. Es sei übrigens sehr erfreulich, daß der österreichische Kredit im Lause des Vorjahres auf so fester Grundlage wieder hergestellt worden sei. Dank diesem Kredit werde auch die finanzielle Krise überwunden-werden, von der im 16. Monatsbericht die Rede war. Diese Krise habe sich zu Beginn des Monats Mai noch gesteigert und energische Maßnahmen seien notwendig gewesen. Der Generalkommissär habe nicht geglaubt, auch weiterhin zur Stützung der Börsekurse Beträge aus der Völkerbundanleihe dem Markt zur Verfügung stellen zu können. Die progressive Rückzahlung des Vorschusses von 300 Milliarden habe sogar schon begonnen und 20 Milliarden seien Ende des Monats zu r ü ck g e floss en. Auch die Darlehen a n D e v i s e n, die aus der Anleihe stammen, Darlehen, die direkt von der Nationalbank gewährt wurden, feien eingeschr änkt worden. Äer Generalkommissär habe den Präsidenten der Nationalbank gebeten, das am 30. April erreichte Niveau von 80 Millionen Goldkronen als ein Maximum zu betrachten. Schließlich habe die Nationalbank ihre Kredite dem Markt nur mit aller.wünschenswerten Vorsicht gewährt. Im übrigen seien die Verbindlichkeiten ans dem Wiener Markte Ende Mai viel geringer als man befürchtet hatt-e. Sie scheinen keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten, was die Lage am Ende des Monats günstig gestaltete. . Wie in den Vormonaten sei auch im April kein Zuschuß notwendig gewesen, um die Defizite zu decken. Die provisorische Aufftellung der Monate Jänner, Februar und März zeige, daß die sehr hohen Eingänge die Ausgaben bedeckt haben, die jedoch höher waren als vorgesehen. Wenn man die Zahlungen in Betracht ziehe, die der Staat auf sein lausendes Konto geleistet Hai, das heißt, die Ausgaben, deren Rückzahlung im Laufe des Jahres gesichert ist, so erreichen die Defizite der drei Monate zusammen 168 Milliarden. Die Deckung sei durch bit, Summe.erreicht worden, die im letzten Vierteljahr 1923 über das wirkliche Defizit hinaus frei gegeben worden sei. Die WochenMSweife der Nattonalbank zeigen eine Ab n ah me des Barschatzes vom 17. April bis zum 7. Mai (16 Millionen GoMronen) und zu gleicher Zvit ein Anwachsen des Portefeuilles von 17,22 Milliarden auf 21,24 Milliarden. Es fei dies die Folge der durch die Finanzkrife notwendi.g gewordenen ausländischen Zahlungen. -Am 7. Mai deckte der- Bavschatz von 37*80 Milliarden (262 Millionen Goldkronen) >den Notenumlauf von 7,148 Milliarden -mit 83 Prozent. Wenn man den Betrag des Girokontos mit 178 Milliarden hiwzufügt, so findet mau die Obligationen durch den Barschah mit 47 Prozent gedeckt, und wenn man entsprechend den Statuten die Staatsschuld abziehe, so ergebe stcki eine -Deckung von 66 Prozent. die Wirtschaftslage anlangt, so -bedeutet die Bilanz auch für März, obgleich sie ein Defizit von 84 Millionen GoMronen aufweist, doch einen Fortschritt gegen das Jänner- und Februardefiz.it von 94 Millionen. Die Ausfuhrzifser sei die höchste bisher erreichte. Die Einfuhren sind durch den -Umstand erhöht, -daß zahlreiche Fabriken, nachdem sie ihr Kapital erhöht haben, dank der Weristabilisierung ihr Material erneuern und ihre maschinellen Einrichtungen verbessern können. Die Zahl der unterstützungsbedürftigen Arbeitslosen ist Ende April 1934 auf 84.000 herabgesunken gegen 107.000 Ende.März' und 132.000 Ende April 1923. Der Index der Engrospreise hat sich nicht geändert. Die Finanzkrise drücke sich im Börsenindex aus, der Mitte Mai um 11 Prozent geringer fei als Mitte April. Dieser Index von 1539 gegen 1 im Jahre 1914 und gegen 2680 im letzten Jänner stelle indessen eine merkliche Besserung gegen die Lage vom 8. Mai dar, wo der Index 1878 betrug. Diese Erhöhung se i auf ausländische Kaufe zurückzufi'chren, was bedeute, daß auch weiterhin in dev Finanz-- kreisen des Auslandes die Zukunft des ö st e r reichtschen Marktes günstig beurteilt wird. STÖfltE AR’ muicv WIEN.I^AOIERCASSS B Telxfcm Mt 73a.G * 0981395749688901