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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-15 · Heft 1915 (15.6.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1915 (15.6.1924)
Date
1924-06-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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I,»» » o r < *. '■'•<*. - a '' ~ " y c 1 / Seite 2 x "- Men, Sonntag A Wiener Morgenzeitung? Zionistisches Landeskomitee — Keren Käjemeth Ztegisräcl (Zentrale fürOesterr.) Mittwoch, 18. Juni 1924,7 Uhr abends, findet im QfOSSeit KOIIZttrttl&USSaal di« einzige öffentliche Volksversammlung statt, bei der MM. USSISCHKIN- Eintrittskarten erhältlich in allen KarterLnreaus; im Bureau deZ Keren Kcrjemeth LejiLrael, II. Zirkusgasse 33; des Zionistischen _LandeskomiteeS, II. Taborstraße 20a; des Keren Hajessod, I. Bauernmarkt 24, und an der Konzerthauskasse. ander des Direkt, des Keren Kajemeth Lejisrael Eräösuns des Bodens von Erez Israel' s p r e c li e n wird Präsident Joumergue. Gafton Doumergue, der am Freitag von der Versailler Ratio nalversamullung zum Presidenten der französischen Republik gewählt wurde, ist in dem kleinen Städtchen Aigues-Vives im Departement Gand im Jahre 1863 geboren. Er wurde im Jahre 1894 in -die Kammer entsendet. Von 1962 bis 1965 war er Kolonienminister,. dann Vizepräsident der Kammer. 1906 übernahm er das Handelsportefeuille, 1968 bis 1969 tvar er Ilnterrichlsminister und 1916 wurde er zum Senator gewühlt. 1913 übcrnahur Doumergue die Kabinettsbildung, 1914 war er Minister des Aeußern, 1914 bis 1916 Kolonienminister und seit 1923 ist er Präsident des Senats.; Dar deutsch-englische Reparationrabkommen verlängert. Berlin, 14. Juni. (Wolfs.) Wie von zuständiger Seite' mitgeteilt wird, ist das am 23. Februar Mischen der d c u tsch e n und englischen Regierung abgeschlossene Uebereinkommen über die Herohsetzung derReparationsabgabe von 26 Prozent auf 5 Prozent vom Wert der aus Deutschland nach England eingoführten Waren bis zur Inkraftsetzung des Sachverständigengutachtens v e r PS n g c r t worden. Zer neue englische Botschafter in Washington. Dublin, 14. Juni. (Reuter.) Die Regierung hat beschlossen, Professor Smiddy zum Vertreter und bevollmächtigten Minister in Washington zu ernennen. Cs steht noch nicht fest, ob die ainerikinifche Regierung ihre Zustimmung dazu erteilen wird. Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie beendet. Berlin, 14. Juni. (Polst.) Der sozialdemokratische Parteitag hat heute seine Verhandlungen beendet. Die Vorstands- Wahlen haben ergeben, daß die Abgeordneten Müller- Franken, Wels und Crispien zu Vorsitzenden gewählt worden sind. Abg. Wels betonte in seinem Schlußwort, daß die Einigkeit der Partei niemals stärker als auf diesem Parteitag zum Ausdruck gekommen sei. Er erklärte weiters, die Partei führe von jetzt an wieder den allen Namen „SoziaLemokratische Partei Deutschlands", weil das Wort „Vereinigte" immer. daran erinnert habe, daß die Partei einmal gespalten war. Ter Redner schloß mit einem Hoch aus die internationale Sozialdemokratie. ' Sistierung der amerikanischen Bisa. Berlin, 14. Juni. Wie der „Lokalanzeiger" aus London meldet, sind alle amerikanischen Konsulate in Europa angewiesen worden, bis Mitte Juli keine Einwanderung s e r l a n b n i s nach Amerika zn erteilen. Nne amerftanisch-Mische Delegation nach europäische» HafeuWten. New-Dork, 12. Juni. (I. T. 9t.) Dos Diwliorimn bet Wtfjen Jmmigranten-Hiljs- und Schutzgesellschaft „H: a s" hat eine Delegation nach Europa entfaubt, die die Bedingungen in den Hafenstädten erforschen, mit den lokalen jüdischen O r g a n i s at i o ii e n in Berührung kommen und ■ eine jüdische E m i g r a t i o n s b e w e g u n g nach Kanada, Argentinien, Brasilien, Peru, Palästina und S-üdasrika organisieren soll. Die Delegation besteht aus den Direktoren der „Hias", Aaron Benjaniin, B. S. Bladook, M. Weinberg und «errn Isaak Ososskh. Die Delegation trat a-m 7. d. an Bord des ,Majeftie" die Reise an. Diese Maßnahme bedeutet eine radikale Erweiterung der Arbeit bet ,Hias", die ich bis jetzt auf die Hilfe an die Immigranten, die schon in Amerika oder auf dein Wege nach Amerika waren, beschränkt «hat. Das Martyrium der Flüchtlinge. In B u ka r e st wurde, wie die Tel.-Komp. meldet, her Leutnant Morarescu verhaftet, gegen den ungeheuerliche Beschuldigungen vorliegen. Morare'scu soll als Kommandant einer Grenzjwache an der beßarabischen Grenze nur solche F l ü ch t l i n g e aus Sowjetrußland auf rumänisches Gebiet kommen lassen haben, die ihm dafür größere G e l b s lt m men zu bezahlen imstande waren. Diejenigen, die über die Beste chungsfmn me nicht verfügten, wurden auf Befehl Morareseus. e -r mordet u n d i n d e n D -n j c ft t gewor f&gg MMrsscu werden übet 20, hauptsächlich an ® reifen, Fr am e n und .Kinder n begangene Morde zur Last gelegt. Der Verhaftete wurde nach Jassy gebracht, wo Men ihn der Militärstaatsanwalt die Untersuchung führt. Arabisch-jüdische Verständigung. Aus Jerusalem berichtet I. T. A.: Im Distrikt Hebron hat sich eine neue arabische Bauernpartei gebildet, die folgendes Programm hat: Anerkennung des britischen Mandats über Palästina, Zusammenarbeit mit der Regierung, eine Politik des Friedens und der Freundschaft mit den Juden und allen anderen Rassen in Palästina. Die Organisatoren der neuen Partei erklären, es sei ihr -Hauptziel, solche Bedingungen des Friedens und der Ordnung in Palästina sichern zu helfen, daß das Volk befähigt werden solle, alle seine Energie auf die En tfaltung der Wirtschaft und auf die aTI* gem ei ne Wohlfahrt de '3 Landes zu konzentrieren. ' ’ Zur Erreichung dieser Zwecke will die Partei au die Regierung mit der Forderung herantreten, Maßnahmen zum Schutze der palästinensischen Produktion, zur Verminderung der Besteuerung und zur landwirtschaftlichen Erziehung zu ergreifen. Die Partei wünscht, daß ein neuer gesetzgebender Rat begründet werde;: soll, in dem a r a b is ch c Vertreter sitzen sollen. Dir Wischen Gemeiudewahle« in Warschau. 56.666 Wähler —- 86 Mandate. Warschau, 13. Juni. (I. T. A.) Im Hi Mick auf die am 15. d.f in Warschau stattsind enden jüdischen Gemeindewahlen ist der Wahlfeldzug. in vollem Gange. 56.585 Pe r-, svnen stcheu auf der Liste als Wähler; ungefähr 4066' sind 'dis^älifiziert worden. Die Zahl der zu wählenden , Kandidaten für. den GeMeindeäusschuß.beträgt fü'n-fzi'g. ' Alle Parteien haben num ihre Kandidatenlisten fertig. Die z i o n i st i s ch e Liste hat zu Spitzenkandidaten die Herren Dr. Buchowski, Mayer Klumel, Gerson Lev in und Leon. L etv i t.e. ... Der geplante Bl o ck. Mischen den.. Zionisten. uyd.,der' Volksparher ist. nllch.t zustandegekommen.. Es besteht ein Mahlblock zwischen der V o l.k s P a r t e i und der jüdischen ^Handwerkerorganisation.. ....... Goldtarife aus den ungarischen Bahnen. Budapest, 14. Juni. Wie die Blätter melden/ treten bei den ungarischen Staatsbahnen am 1. Juli die auf Goldkronen lautenden Tarife in Kraft. Der neue Frachttarif ist uw ungefähr 42 Prozent höhe r als d e r Friedens ta r if, der neue Personentarif um zirka 36 Prozent niedriger als der Friedenstarif. Letzte Nachrichten. Die Ermordung Matteottio. Zwei wichtige Feststellungen wurden gemacht: Die eine, daß Matteotti, was bisher unbekannt war, vor kurzer Zeit ohne Paß in London gewesen ist, und dort der Arbeiterpartei einen Berichtüber die politisch-e. Lage in Italien überreicht habe. Die andere ist sehr schwerwiegend: Samstag abends war ein Polizeiagent, der den Abgeordneten Matteotti stets überwachte, plötzlich verschwunden und wurde nicht mehr gesehen.; Schweres WenbahnungW in Berlin. Zwei Tote, 20 Schwerverwundete. W '.'.,^*.4— ... EM Berlin, 14. Juni. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Heute vormittags, kurz nach 6 Ahr, hat sich ans dem Potsdamer Fernbahnhof ein schweres Eisenbahnunglück ereignet, bei dem nach einer amtlichen Mitteilung bis jetzt 2 Personen als tot, 20 als schwer und 20 als leicht verletzt festgestellt wurden. . Jidfolge des außerordentlich starken Verkehrs um diese Vornnttagsstunde, in der täglich über den Potsdamer nnfo Wannseebähnhof rund eine Viertelmillion in den Vororten wohnender Angestellten nach Berlil: befördert werden, hatte ein Vorortezug keine Einfahrt erhalten, so daß er vor dem Einfahrtssignal warten muhte. Auf diesem Zug fuhr nun der wenige Minuten später eintreffende Persoirenzug ans Hannover-Magdeburg auf, so daß mehrere der überfüllten Waggons zertrümmert und die Passagiere unter den Trümmern begraben wurden. Die Schuld an dem Ullglück trifft den Fahrtdienstleiter des Betrrebsstettwerkes Potsbain-FerUbahtchof, der einen Vorortezug zurnckmeldete/obwohl die Einfahrt des Zuges noch nicht erfolgt war.; . .. 15. Jitnl 1924'V > ... i ... ■ Nr. 191# *—■■■■. ... Der tschecho-slowakische Anleihevorschub mt Sefterreich. KonvertierungsvekhmMuttgen. ' Genf, 14. Juni. Heute beganmn die BechaMungey^ dic vom Sektionschef Dr. Bärenklau und vom Mnisterialrat Dr. S ch r o mm mit dem tfchecho-slowMschen Finar:zdelegierten Genera'ldirektör R o o s ühev die Konvertierung des tschecho-slowa-kischen Vorschusses, der 506 Millionen tschecho-slowaLische Kronen beträgt, in einen Teil der Völterbuudanleihe geführt werden. Diese Verhandlungen, die mchvere Stunde»: in Anspruch nahmen, brachten die Klärung einer Reihe noch offen gebliebenes' Fragen. __ ' Sie MtzmigMdfte an die Wiener Banken. iLeneralkommissär Zimmerman gegen die Marmmeldnnge«. Paris, 14. Juni. Ueber die Modalitäten der Kredite, welche den Wiener Banken eingeräumt wurden, erklärte der Generalkommissär Dr. Zimmerman dem Gmfer Sonderberichterstatter der „Information", mit Rücksicht darauf, daß die Krise der Bövseuwerte durch eine Verschlimmerung der Lage das gesamte Werk des finanziellen Wiederaufbaues Oesterreichs hätte in Frage stellen können, habe ich diesen kurzfristigen Kredit von 300 Milliarden §lroneu, also etwa vier Millionen Dollar an die Nationalbank zugestimmt. Diese Summe wurde von eimr Spezialreserve abgegeben, die von einem Teil der Anleihe gebildet und bereits seit langer Zeit in Papierkronen nmgewechseit worden war. Es hat also unsererseits kein Verkauf, ausländischer Devisen stattgsfunden. Das Bankierkonlitee, das mit der Aufteilung der Fonds betraut ist, steht unter der Kontrolle der Natron albank, der be-. kanntlich im Bevwaltungsrat ein ausländischer Berater und Delegierter des Generalkommisiariats angehört. Dank dieser Unterstützung ioivd ein weiterer Mckgang der Börsenwerte, die einen Teil des österreichischen Vermögens darstellen, anfgehalten werden. Mit der Rückzahlung dieses Kredites, der als eine laufende Bankoperation zu betrachten war, würde begonnen. M Herrenwiiche > nach Mass Scheev pWWWtüMMIII. Landstr. Gürtel 19, Linien: O, 4, 118 Fndex plm 2. . Der Index wurde für dw abgelausene BerichtsPepiM ,' das ist vom 15. Mai bis 16. Juni, .mit plus 1,9 Prozent, abgerundet, plu's 2 Prozent, errechnet. - In den einzelnen Gruppen stellen sich die Detai'lresultate folgendermaßen dar: Eine fühlbare Preissteigerung beim Rindfleisch und beim Bohnen-. kaffee; mäßige Preisrückgäng« bei Reis, Kartoffeln, Schweinefett und Zucker, daher Aenderung in der. Ernährungsgrwppe Plus 2 Prozent. In der Gruppe Bekleidung ist die Wasche gleichgeMs'ben, Oberkleider und Schuhe sind teurer, geworden, so daß in der Gruppe Bekleidung ebenfalls ein« Erhöhung mit plus 2 Prozent ergibt. Der Geheizungs- und Beleuchtungsaufwand ist billiger geworden, und zwar Lei Kohle und Petroleirm, was einer Senkung iu dieser Gruppe ttnt minus 1 Prozent gleichkommt. Hingegen weist die Gruppe Wvhnungsaufwand eine Erhöhung von 38 Prozent auf. Das wird darauf zurückgefuhrt, daß die Instandhaltungskosien und die Erfordernisse für Reparaturen-, nunnlchr zur.Geltung kommen. Sluch der e r h ö h t t Wasserverbrauch kommt in dieser Erhöhung zum Ausdruck. Für den Gesamtindex bedeutet diese Steigerung alleo dings wenig, da ja die Mietzinse der Haupmieter infolge des Mietengesetzes niedrig sind. Schon 'M Berücksichtigung der Erhöhungen für den Wohnungsauswand partizipiert dieser erst an dem Gefamtindex mit andechälb Prozent. Diesmal wurde der Llnfwand pro Kopf und Woche mit' 164.611 K. gegen 161.609 K. im Vormonat scstgestellt. Eine praktische Bedeutung würde diesem Index hinsichtlich der Beamtenbezüge dann zukommen, wenn die Verhandlungen über die Besoldungsreform nicht so zei!- gerecht abgeschlossen werden könnten, daß die Julibezüge auf Grund des Gesetzes ausbezahlt werden müßten, demzufolge der Index vorläufig wieder in Kraft ist. Es ist aber zu erwarten, daß hie Verhandlungen nun rasch zu Ende geführt werden und auch rechtzeitig eine Einigung zwischen Regierung und den Beamtenvertretern zustande kommen werde. Der Iudex betrtlg im Vovtttouat Zlpvil-Mai gleichfalls plus 2 Prozent, während die beiden vorangegangenen richisperioden einen Index gleich 0 aufwiesen. Me Berhandlungen Wer die Besoldung»- resorm. ' Der Reichsverbend der öfseMchien Ailgestellten dev deutsche Beamteirverbanid und der Verband deutschöstervejchischer Mittelfchulbehrer Levufen für morgen Moiitag! den 16. d. um 4 Ahr »rachmittalgs in die BoWhalle des Rathauses eine.Vevsainmkung ein, in der sie die Gründe für ihren Anstritt aus dein 86er-Ausschuß darlegen wollen. Sie erklären, daß sie Beschlüsse, welche ohne ihre Zuftinonmng vom. 25er-8lus>schuß gefaßt werden, nicht als für die Gssamche.lt der BnndeAbeamtenschaft verbindlich anschen Wn«K.

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