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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-14 · Heft 1914 (14.6.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1914 (14.6.1924)
Date
1924-06-14
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Veite 8 Wien, SümStag »A r p f e n st r e i dj". GamStag „©et Boxkampf, „Der Mann der Schicksals". Wochenspielplan de8 Raimund-Theat e.t ß. Sonntag, 8 Uhr nachmittags, „Bruder Martin", V,? Uhr abends, „N o r a" (Gastspiel Irene Trios ch-, Montag „Nora" (letztes Gastspiel Irene T r i e s ch). Dienstag Gastspiel derEzl-Bühner „Die Kreuzelschreiber". Mittwoch „Glaube und H e i m a t". Donnerstag „Stahl und Stein". Freitag Uraufführung „Der G 8 tz e". Samstag zum ersten Male „Die politische Witwe". Wochenspielplan desTbeaters inder I o s e f st a d t. Sonntag „A i m e e". Montag und Dienstag „Der Schwierige. Mittwoch, 7 Uhr, zum ersten Male, Donnerstag, Freitag und SanStag „Dt r. P i m will nicht st 8 r e n", Lustspiel von A. A. M i l n e, deutsch von Helene Richter. _ Richard Strauß' Oper „Intermezzo" — t« Dresden. Richard Strauß' neue Oper „I n t e r m e zg o", eine bürgevliche Konmdie, kommt am 30. Oktober unter Leitung von Generalmusikdirsktor Fritz Busch in Dresden zur UrauMhrunig. Wagners „Parsifal" in der magyarischen Oper. Nach zweijährigem Studium hat die Bndapester Oper Wapners „Parsffal" herausgebracht. Bemerkenswert war die futuristische Ausstattung. Die Aufführung selbst konnte nicht befriedigen. Insbesondere mangelte den Sängern der Wagner-Stil. Unter oen Mitwirkenden ragte besonders Olga H a s e l b e ck als Darstellerin der Kuitdry hervor. Reue Opern. Pierre Maurice, dessen Oper „Andromeda" ihre erfolgreiche Uraufführung Ende April am Baseler Sdadttheater erlebte, vollendete soeben die Komposition einer komischen Oper, „Nachts sind alle Katzen grau^, nach einer Novelle von Matteo Bandello. — Das Württemlbergißche Handesthe ater *m Stuttgart hat zur Uraufführung die szenische Kantate „Zwingburg" von Ernst Kren et und die neue Oper „Die Frau rnt Stein" von James Simon, deren Buch von Rolf L w u ck n e r stammt, erworben. Der neue Caruso. Unter ungewöhnlicher Spannung begann der italienische Tenorist Ben Camino Gigli, dem der Ruf eines zweiten Caruso vorangeht, sein Gastspiel an der Berliner Staatsoper. Der junge Künstler ist tatsächlich ein außerordentlicher Tenor, wenn es auch nicht angebracht ist, ihn als einen Sänger zu bezeichnen, der Caruso durchaus ebenbürtig 'fft. Es sehtt «dem jungen Manne, dessen ausgesprochen lyrische Stimme allerdings Ungewöhnliches für die Ankunft erwarten läßt, wohl vorläufig an der unveraleichllchen Atemiechnrk Carusos und an der Darstellungskunst des töten Meisters. Dafür ist aber die Stimme des neuen, italienischen Stars im höchsten Grade ausdrucksfähig.. Er sang am ersten Wend den Rudolf in Puccinis „Boheme" und wurde stürmisch gefeiert. Es ereignete sich sogar der an der Berliner Staatsöper ungewöhnliche Fall, daß Gigli eine Arie des ersten Mtes wiederholen mußte. Das neue Violinkonzert von Hans Pfitzner. Hans Pfitzners neues Konzert für Violine in H-Woll mit Orchester in einem 'Satz, ap. 34, erzielte bei seiner UrauMhrung in Nürnberg einen starben Erfolg, der zum Teil auch der glänzenden 'Wiedergabe durch die junge Geigerin Alma M o o d i e zuzuschreiiden ist. * s Das Frankfurter TonkAnstlerfest. Aus Frankfurt wird ^uns berichtet: Gleich der erste Tag des Festes brachte ein musikalisch bemerkenswertes Ereignis. Das Frankfurter Opernhaus brachte die komische Oper von Ernst K r e n e k „Sprung über den Schatten" zur UrausWruna. Der junge Wiener Komponist hat den Text des Werkes selbst verfaßt. In der Form der alten Nummern-Qper aufgebaut, ist der Parodistische ©barafter in allen Szenen gewahrt, die die These beweisen sollen, daß niemand über seinen eigenen Schatten springen kaiiü. Die Kraft der frischen Melodik, die aus modernen Tänzen, besonders aus dem Foxtrott, ihre rhythmische Frische bezieht, die verwegene Harmonik, die krasse Instrumentierung, die selbst die Verwerfung der Autohupe und der Jrzz-Pfeffe ausweist, sprechen zwar eine neue Sprache, überzeugen aber auch diesmal von der außerordentlichen Begabung des jungen Wiener Komponisten. Eine glanzvolle Aufrührung, um die sich Ludwig Rottenberg als Kapellmeister und Brüggmann als Regisseur bemühten, der- Haffen dem Werke zu unbestrittener Anerkennung. Am zweiten Tage sprach vormittags Alois Haba Wer das Vierteltonsystem. Der Vortrag wurde durch Beispiele an dem von Grotrian-Sieinweg (Brauwichweig) erzeugten Vierteiltowklavier illustriet. Im Opernhaus fand die Aufführung von Paul H i noemiths Tanzpantomime der „Dämon" und von Igor Stravinskys ./Geschichte vom Soldaten" statt. Im Orchester wirkten bei der Wiedergabe von Paul Hindemiths Werk Walter G i e s e k i n g, am Klavier das A-mar- Quart'ett und fünf Jwstrumentalisten des Opernhauses Mit. Der junge Komponist fand viel Beifall. Eist Pvtzetz um „So Gareonne". Bekanntlich hat eine französische Schriftstellerin .den Verfasser des vielbesprochenen Rontanes ^La Garconne", Viktor Margueritte, gerichtlich wegen Plagiats belangt. Der Prozeß fand nunmchr statt und endete durchaus zugunsten Marguerittes. Artirr Meyers Bibliothek unter dem Hammer. Artur Meyer, der im Winter verstorbene Herausgeber des Pariser „Gaulois", hinterließ eine Sammlung von Büchern, die dadurch einzigartig sind, daß sie« einen Brief oder eine Zeichnung enthalten, die vom Autor herrühren oder mit dem Inhalt des Buches Zusammenhängen. Eines der kostbarsten Stücke ist die erste Ausgabe des Romans „Die drei Musketiere". Das Exemplar enthält einen eigenhändigen Brief des geschichtlichen Helden d'Artagnan dieses berühmten Buches des älteren Dumas. Ein Exemplar des „Don Quixote" enthält ein Blatt mit der Handschrift des Cervantes usw. Ganz merkwürdig aber ist Massons Buch „Napoleon und die Frauen" mit 'Uutographen ausgestattet. Nebst Originalvrieftn Napoleons an Josephine fmb Briese eingelegt, die sich auf die meisten Frauen beziehen, welche dem Herzen Napoleons nahostanden. Eine Sonderabteilung dieser 607 Bücher und 3000 Zeichnungen umfaffenden Bibliothek gilt der französischen Revolution. Diese Bwliothe? gelangt nunmehr zur Versteigerung. Gerichtssaal. Irr Äadlver-Prozch vor dm obersten Gerichtshof. Die Nichtigkeitsbeschwerden verworfen. Gestern hatte sich der Oberst«, «Gerichtshof rr den Nichtigkeitsbes chw erben zu befassen, die geg die Urteil« i,m Falle Kadivec erhoben worden waren. B kanntlich wurden nach dreitägiger geheim' durchgefuhrt Verhandlung dre Hcuvptangeklagte Frau Cdvch Kadivse i&hmt Movgenzeitttng. 1‘4. Fuck 1924 M.MÄ BMaifit in r .vn.ii'HiwuBr Alu Arten von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Kreditmd Bankgeschäften |, ZSStLErgStt« 4 ^tÄT W^jsihäfte Telegrammadresse* Frapobonk Telephonei 60-4-82, 60-4*93, 63-4-85, 644-42, 68-4-78, 694-82 10403 sechs Jahren s ch w e r e n Kerkers, die Mitangeklagten Walter T a u s s ig und Paul Kotanyi hu sechs, beziehungsweise zu acht Monaten strengen Arrests verurteilt. Bei Beginn der Verhandlung stellte der Vertreter der Generalstaatsanwaltschast Dr. S o o s den Antrag, die Verhandlung für die Dauer des Verfahrens aus Gründen der öffentlichen Sittlichkeit als geheim zu erklären. Nach kurzer Beratung wurde der Beschluß auf geheime Durchführung der Verhandlung verkündet. Das Verfahren ergab die «Verwerfung sämtlicher Nichtigkeitsbeschwerden. Die Strafe .der Kadivee wurde aus fünf Jahre herabgesetzt. Das Urteil bezüglich der anderen Angeklagten blieb aufrecht. Die Morvhiumseuche. Verkauf ohne Rezept. Auf Grund einer Anzeige des in Wiener-Neustadt wohnhaften Rechtsanwaltes Doktor G. hatten sich gestern be.m Strafbezirksgericht 1 der Wiener Apotheker Rö'bert Paul und die in dieser Apotheke angestellt gewesenen Magister Josef Müller und Franz Neugebauer wogen Verkaufes von Giften, und zwar von Morphium in großen Mengen ohne ärztliche Anordnung zu verantworten. Der Rechtsanwalt hatte in seiner im Oktober vorigen Jahres erstatteten Anzeige ausgesührt, daß seine Frau im Jahre 1919 nach einer, schweren Operation Morphinistin goworden sei und später Morphium in so größer Menge zu sich genosttmen habe, daß sie zur Entwöhnung im Jahre 1921 drei Monate in eine geschlossene Heilanstalt abgegeben werden mußte. Das Morphium habe sich seine Frau in verschiedener Form, teils in Tabletten, teils in Phiolen bei verschiedenen Apotheken, insbesondere in der Apotheke des Robert Paulselbst ohne Rezept, verschafft. Dr. G. .erklärte, daß er im Jahre 1921 den Apotheker Paul ersucht habe, seiner Frau unter keinen Umständen Morphium auszusolgen. Herr Paul habe auch durch ein Jahr lang seiner Frau kein Morphium ausgesolgt, habe dann aber im Jahre 1928 wiederholt ohne Rezept seiner Frau Morphiumpräparate in großer. Menge ausgesolgt. So habe seine Frau am 4. Oktober 1923 einfach über telephonische Bestellung aus der Apotheke des Herrn Paul zwei Flaschen zu je 100 Gramm einer vierprozentigen M o r p h i u m I ö | u n g. durch einen Vertrauensmann bekommen.' Das Morphiumpräparat sei fälschlich als G e s i ch t's s P i r i t u s deklariert worden. In der gestern stattgehabten Verhandlung erklärte der Apotheker, daß F/au G. bereits im Jahre 1919 ihn in der Apocheke um Ausfolgung von Morphium ersucht habe. Er habe das Morphium, da Frau G. kein Rezept vorweisen konnte, nicht ausfolgen wollen, habe sich jedoch über eindringliches Bitten der Frau G. telephonisch mit einem damals im Sanatorium Löw beschäftigten Arzt in Verbindung gesetzt, der ihm erklärte, daß er der Frau G., die eine hoffnungslose Morphinistin sei; Morphium ausfolgen könne und daß das Rezept Nachfolgen werde. Im Jahre 1921 habe ihn Herr Dr. U ersucht, seiner Frau kein Morphium mehr auszufolgen und chm den Vorschlag gemacht, die Frau in der Weise zu täuschen, daß er ihr statt eines Morphiumpräparates einfach Wasser in Phiolen geben soll. Er habe evklärt, daß er gegen Rezept jedermann Morphium ausfolgen müsse und daß er sich zu einer Täuschung nicht hergeben könne. Die Ausfolgung des Morphiums über telephonische Bestellung sei ohne sein Wissen von dem Magister Müller erfolgt. Der Angeklagte Müller erklärte, daß er allerdings sich dazu verleiten ließ, im Oktober vorigen Jahres der Frau G. über telephonische Bestellung zwei Flaschen eines Morphiumpräparates unter der Bezeichnung „Ge sich t sspi‘t 11« §" durch einen Beamten der Südbahn zu schicken, doch habe er hiervon nachträglich dem Herrn Paul Mitteilung gemacht und habe Herr Paul dies zur Kenntnis genommen. Die im Bovberfahren als Zeugin vernommene Frau hatte'unter anderem angegeben, daß ihr in der Apotheke des Herrn Paul Morphium in verschieldenür Form, im letzten Jahre immer ohne Rezept verabfolgt wurde. Rach Einvernahme des Zeugen Dr. G., welcher dm Jnball seiner Anzeige aufrechthielt, beschloß der Richter, die Verhandlung zur vollständigen Aufklärung des Falles und zur Herbeischaffung zweier Apothekerverordnungen zu vertagen. Gin Feind des Kristallzuckers. Kommt da ein Mann bi Nacht in ein Kaffeehaus, bestellt einen Kaffee und der Krllue bringt ihm Kristallzucker dazu. Wirklich unerhört. Kei Wurwer, daß der Mann angefangen hat, zu toben: „Was briu gen Si« mir denn da für einen Sch.! Ich will Würfel zucker!" Der Cafetier: „Drücken Sie sich gewählter aus! Zum Schluß bekommt der Gast. einen kleinen Stoß in di Brust, daß er über die Stufen auf die Straße fäll Doch es gibt ein Wiedersehen beim Bezirksgericht. De Cafetwr: „Er hat mich grundlos einen blöden Ker genannt. Ich habe ihn znr Tür gezogen und hinaus gedrängt. Möglich, daß er dabpi über die Trepp gestürzt ist." Der Gast: „Ich habe den Cafetier nicht bl leidigt, ich habe nur den. Zucker beanständet. Zn «um Kaffee, der 6000 Kronen kostet, kann man doch gewrß Würfe zucker verlangen. „Ich bin gerade vor dem Kaffeehaus voi über aegangen, als der Herr in großem Bogey au di e Str atze flog und lt e g en vl i eb," jagt ein Zeug! Urteil: 20 0.0 00 Kronen Geldstrafe, ferner Koster und Schadenersatz. Wie fBttttte der KMM«laMeit im Import Handel abgeholfen werde«. Bon Franz Wiener, Teilhaber der Firma Max Wiener und Sohn, Wien. Die wirtschaftliche Situation in welcher wir nnS bL» finden ist sehr ernst, dies beweist nicht nur die große Zahl der täglichen Insolvenzen, mehr noch beweist dies die Vertrauenskrise, welche nunmehr seit Monaten einen regulären Geschäfts-' verkehr hemmend beeinflußt. Die Börse ist das beste Barometer der Wirtschaftslage eines Landes^ sie mag übertreiben, aber die Tendenz als solcht kann unzweffekhaft immer als richtig bezeichnet werden. Ganz falsch wäre es daher zu behaupten, daß an den gegenwärtigen wirtschaftlichen Mißständen die schlechte Börsenlage schuldtragend sei, das hieße Ursache und Wirkung volltonntten verwechseln. Bezeichnenderweise haben ernste Persönlichkeiten deöffentlichen Lebens die Wichtigkeit der Prognose, welche dieser Gradmesser der Wirtschaft schon geraume. Zeit .anzeigte, absolut nicht znr Kenntnis genommen, sondern vielmehr bewußt oder unterbewußt Ergreifung von Maßnahmen, welche geeignet gewesen wären rechtzeitig unserer bedrohten Wirtschaft zu helfen, sabotiert, um Gefühle von Befriedigung daran zu haben, daß so und so viele neuer Reiche durch daS Fallen der Kurse von der stolzen Höhe ihrer Geldmvcht heruntevgefegt werden. Welche Summen durch das Fallen der Börsenpapiere verloren gegangen sind, ist sicherlich nicht so belanglos, almancherseits hinznstellen versucht wird, wenn man bedeiükt, daß diese Zcvhlen in sehr vielen Fällen nicht Fiktionen waren, da ständig große Pakete inländischer Aktien gegen Devisen ihren Weg ins Ausland fanden und so 'zur Verbesserung unserer Zchlungsbilünz wesentlich beitrugen. ^' Sehr belangreich für alle Fälle ist jedoch, daß mit Einsetzen der Panikstimmung an der. Börse ein Mißtrauen allseit? um sich griff, welches selbst vor dett renommiertesten Namen nicht halt machte und eine Sphäre des Unbehagens und der Unsicherheit schuf, welche in nicht wenigen Fällen dazu betgetragen haben mag. daß Firmen, welche die Krise sonst überstanden hätten, wegen Rückzichung von Krediten gezwungen wurden, den Weg zum Handelsgericht zu betreten. Mit Beginn der Stützungsaktion der^ Börse wurde überall auch das Verlangen laus, die Regierung möchte doch, auch dem Handel und der Industrie beispvingen, um dem mancherorts würgenden Kapitalsmangel, welcher keineswegs eine Folge der Zahlungsunfähigkeit, sondern vielmehr eine. Folge der allgemeinen Deroute uyd inckhr oder minder großen Immobilität war, zu begegnen. Man wollte verhüten, daß bestehende Bankkredite gekündigt, dagegen die Eskomptierung von Wechseln seitens der Nationalbank begünstigt werde, damit der Wirtschaft Geld zur Verfügung gestellt werde,, dessen Verzinsung Summen erfordere^ die sich im Einklänge mit den Erträgnissen des Unternehmens befinden. Es wurde ferner verlangt, daß unverbrau^te Teile des Völkrrbundkredites, welche zu lächerlichen Zinsen rat Ausland». liegen, der eigenen Wirtschaft zugeführt werden. Diese Versuche sind vorläufig Äs gescheitert zU betrachten. Die Zinssätze zeigen, begreiflicherweise, vorläufig keine Entspannung, denn Geld ist. sehr rar ÜNd die Zinsenbewertung richtet sich selbstverständlich nach dem ehernen Gesetze von Angebot, und Nachfrage. Selbst die Großbanken verhalten stch ihrer Kunde gegenüber sehr reserviert, neue Kredite werden unter gar keinen Umständen erteilt, früher erteilte jedoch nach Möglichkeit gedrosselt. - Handel und Industrie' aber sind wehr denn ft gezwungen, .um das Geschäft machen zu . können, ihrer Kun'" je nach der Branche lang- oder kurzfristige Kredite einzuräumen, deren Rückzahlungstermine jedoch bedauerlicherweise von der Kundschost in sehr vielen Fällen nicht einge« halten werden können,'ft daß. mit.genauen Kassaeingängen vielleicht in gar keinem Geschäftsbetriebe gerechnet werden kann. ' ‘ Die Regierung, welche der Börse ft)r Stützungszwecke einige hundert Milliarden' übergab, hätte unbedingt, auch dis Schuldigkeit, dem Hand.el. u n d. d. r-JndUstrie durs Gewährung bt lli g e r - K r ed i t e zn helfen, wosie auch nach verschiedentlichen Meldungen ätttzMich bereit si soll, über deren Durchführuitgsart jedoch keine Einigung,^ , zielt werden konnte. Würde die Kreditgewährung, im Wegi/^ Bankenorganisation geschehen, so wäre nicht Nur die G/«ß' heit vorhanden, daß das Geld wegen der großen Verwalffsts-' kosten der Banken bedeutend verteuert, sondern auch, da^lne halbwegs entsprechende Vertetlustg. überhaupt nicht staftden würde. Die Nationalbank .kann deshalb nicht in Fracht kommen,, weil sie statutengemäß nur reine War^chfti, keineswegs aber Finanziernngsakzepte eskomptie« darf. Die Schalffnug von Branchcikreldfforgamsatwnen r ®er* 'teilung durch diese würide derart viele Schwieri/^ ^et* Ursachen, der Protektions- und FreunderlwirtschL^ür . Uftib Tor öffnest, die Sache vevschloppen, daß darauf anr^rt E>er- ' Haupt nicht eingegangen wird. / . ( Will tote Regierung tatsächlich eingreffen/^ «st «gan-gharer Weg offen, welchm ich zeigen mocht^^enÄ'Ms'Ltz^ 5981898419485975

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