Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1914 (14.6.1924)
- Date
- 1924-06-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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®ciSc 9 - ■ - M?e7k, SaKtZüH ' U TAUSENDE ■ verlaflrne. schmucklose Gräber beweisen. Laß die liebevolle Erinnerung an die I Verewigten nuSstirbt. Mt Armut darf niemand seine Gleichgültigkeit und GcfühlSlosigkeit entschuldigen, denn die Kunstkteinfabrik „ASRA", Wien, I. StubenrBng Nr. lg Verkaufsfiliale: XI. Simmermgcr Hauptftr. 351a. ■■■ liefert künstlerisch auigeführte, garantiert wetterfeste Grabsteine zu beispiellos billigen Preisen. II Besichtigt die ständige Ausstellung! die dritte „Geschichte", die der Rabbi auch sofort wie folgt erzählte: - „Präge dir gut ins Gedächtnis ein: Glaube nur das, was. du mit eigenen Augen gesehen hast. Und nun ziehe in Frieden und Gott sei mit dir!" Der 'Lehrer verließ trallrig, enttäuscht das Haus des Rabbi; 'als er jedoch rurterwegs die Sache überdachte, stieg in ihm doch ein Hoffnungsschimmer auf, daß die Worte des Rabbi irgendwelche Bedeutung haben könnten. Wie er so auf der Landstraße dahinwanderte, liefen hinter ihm einige Männer her, die, als sie ihn erreichten, erschrocken fragten, ob er nicht Räubern begegnet sei, und welchen Weg sie genommen hätten. Der Lehrer war wohl keinen Räubern begegnet, doch fiel ihm der erste Spruch des Rabbi ein und er antwortete den Leuten, daß er den Räubern begegnet sei und daß diese sich mit ihrer Beute auf den Weg nach rechts gewendet hätten. Die Männer liefen in der angegebenen Richtung Weiber, erwischten die Räuber mit der geraubten Beute und gaben dem Lehrer aus Dankbarkeit sechshundert Rubel. Der arme Mann war über; diesen unerwarteten Gewinn sehr erfreut und begann nun einzusehen, haß dem Ausspruch des Rabbi ein tieferer Sinn innewohne. Ms er in das nächste Dorf kam, bat er im Gasthaus um Unterkunft. Der Gastwirt war ein alter Mann, sein Weib jedoch war noch jung und 'gerade sie war es, die dem Wanderer das Nachtlager verweigerte. Da ihm auch im Einkehrhaus des nächsten Dorfes keine Unterkunft gewährt wurde, kehrte er in das erste Wirtshaus zurück und streckte sich auf eine Bank hin, die vor dem Hause stand. In der Nacht wurde er durch Wagengerassel aufgeschreckt. Einige dunkle Gestalten klopften am Fenster des Wirtshauses, die Frau gewährte ihnen Einlaß und der Lehrer hörte, wie einer von ihnen sprach: „Draußen auf der Bank liegt ein Mann. Er belauscht uns wahrscheinlich . . Der andere meinte lachend: „Laß ihn doch, er ist sicher besoffen..." Einige traten auf die Gasse, kamen zur Pank und versetzten dem schlafenden Fremden Fußtritte, dieser rührte sich' jedoch nicht, worauf die Männer in die Stube zurückkehrten und dort berieten. Jetzt sah er, wie die Eindringlinge auf das Zimmer zuschritten, in dem der Gastwirt krank im Bette lag. Er schlug Lärm .und -weckte die Hansleute auf. Die Räuber ergriffen die Flucht und der gerettete Wirt ward nicht müde, seinem Retter zu danken, dem er überdies eine Belohnung von 300 Rubel gab. Da erinnerte sich her Lehrer des zweiten Spruches des Rabbi von Berdyczew. Nun hatte er sein ganzes Geld beisammen und kam glücklich m seinem Dorf an. Mer hier erwarteten ihn bloß Trauer und Bitterkeit. Die Leute hatten ihn nicht erkannt unt> erzählten ihm unter verschiedenen anderen Lokalneuigkeiten, daß seine Frau vom Pfade der Ehrbarkeit abgewichen sei. Der arme Lehrer war der Verzweiflung nahe, aber da kam ihm der dritte Spruch des Rabbi in den Sinn und er gab in seinem Herzen der Hoffnung Raum, daß die Mitteilungen über den Lebenswandel seiner Frau nicht der Wahrheit entsprächen. Als Bettler verkleidet erschien «r bei seiner Frau und bat um Quartier. Nach dem Mendbrot tat er, wie wenn er betrunken wäre, fiel vom Sessel zu. Boden und simulierte tiefen Schlaf. Gegen Mitternacht trat ein Bursche ein; mit dem schloß sich die Frau im nächsten Zimmer ein und er verließ es erst bei Morgendämmerung. Dreimal wiederholten sich die nächtlichen Besuche. Da nahm der angebliche Bettler Abschied und kehrte dann ohne VerstelluW als Hausvater in seine Wohnung zurück. Die Frau war über das Wiedersehen außerordentlich erfreut, aber der Gatte wies die Freudeuausbrüche zornig zurück und schrie sein Weib an: „Warum freust du dich so sehr über meine Heimkehr? Du weist ja, wie die Leute über dich sprechen. Ich selbst habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie drei Nächte hintereinander em fremder Mann die Schwelle deines Zimmers übertrat...." Schluchzend antwortete die Frau: ' > ' „Sei nicht voreilig in deinem Urteil, Mann! Du weW fa, daß wir, als du flüchtend in die Fremde gingst, einen kleinen Jungen hatten, den der Gutsherr als Pfand für deine Schuld zu sich genommen hatte. Der Gutsherr erzog unser Kind, aber ich wollte nicht, daß dieses unserer heiligen Religion untreu werde und trug ihm deshalb auf, all- »ächtlich nach Hause zu kommen, auf daß ich ihm im Beten unterrichte. Bleibe hier und du wirst dich überzeugen, ob ich die Wahrheit spreche.^ - > Der Mann tat, wie sein Weib ihm sagte. Bei Einbruch der Nacht erschien der Junge wie gewöhnlich und die beiden, Mutter Md Sohn, lernten einen Abschnitt der Heiligen Schrift. Der heimgekehrte Gat^e und Vater schwelgte irn Glück. Am andern Morgen beglich er seine Schuld beim Gutsherrn und seitdem gehörte er zu den unbedingtesten Anhängern des Rabbi Levi Jizchak von Berdyczew. ' Me Perleudiebe in Baden verhaftet. . Das 660 Mittionen-Kollier zustandegebracht. Wie berichtet, wurde bei dem Juwelier Spitz in der Kmnrnt'rstraße ein Perlenhalsband im Werte vou ~ Wiener MoktzenzertüAgl. ~ " 600 Millionen Kronen aus der Auslage gestohlen. Die Tat wurde von zwei ausländischen Männern mit fremdländischem Aussehen ausgeführt. Die Nachforschungen in sämtlichen Wiener Hotels blieben erfolglos. Vor kurzem wurde in Baden ein internationaler Gauner verhaftet und man brachte diese Verhaftung mit dem Ladendiebstahl in Wien in Zusammenhang. Gestern früh gelang es nun, die Diebe in einer Badener Villa, in der sie wohnten, auszuforschen und zu verhaften. Bei ihrer Festnahme versuchten sie, aus dem Fenster zu springen, wurden jedoch daran gehindert. Die Diebe sind der 31jährige Russe Salomon S m e l i a n s k i und der 27jährige angebliche Kaufmann Ibrahim Mousa, ein Perser. In ihrer Gesellschaft befand sich auch eine Frau, die 50jährige Sara Ritzky. Es gelang, die gesamte Beute zustande zu dringen. In einer Wachspuppe versteckt fand mau die Perlenschnur und verschiedene Schmuckstücke, die aus früheren Diebstählen herrühren. " . Stteikdrohmg der TelchhonMnnen. Nach den neuesten Vorschlägen über die Reihung der Bundesangestellten bei der neuen Vesoldungsvcform soll der reine staatliche Fernsprechdienst in die Werwendungsgruppe 6, der Dienst im Fernamt e soll als Fachdienst gewertet werden und demnach in die Berweu-dungsgruppe 7 kommen. In den Kreisen -der Telephonbeamtinnen hat diese Rückreihung, da die meisten Telephonistinnen sich bereits in der 13. und 14. Berwendungs gruppe befinden, sowie die ungleiche Behandlung zwischen dem Fernamt und den übrigen -Zentralen große Erregung hervorgerufen und es fanden in den letzten Tagen Versammlungen der Tel-ephonbeamtinuen statt, in welchen gegen diese niedrigere Einschätzung des Telephondieustes schärfster Protest erhoben wurde. In einer im Alten Rathaus erbgehaltenen Versammlung der Frauengruppe der Technischen Union machte die Referentin Rabenseifner Mitte-ilung von der beabsichtigten Minderwertung des reinen Fernsprechdienstes, was einen Entrü st nngs sturm unter den Telephonbeamtinnen hervorrief. Cs wurde eine.Resolution einstinunig angenommen, in der gegen die beabsichtigte Ausscheidung des Fernsprechvermi-ttlungsdienstes aus dem übrigen sachtechuischen Dienst schärfstens protestiert und schon jetzt die schävsste Abwehr an-ge« kündigt wird, -die vor Änwendn ng der äußersten gewerkschaftlichen Kampfmittel nicht zurückschrecken werde. Ser Lehrling Topinka freigelaffen. Wie erinnerlich, wurde vor einigen Wochen der Mechaniker P a ch o l i k in seiner Werkstätte in der Florianigasse ermordet und beraubt aufgefunden. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich gegen den Lehrling Brgvbo-Haty, der in seinen widerspruchsvollen-Angaben erklärte, sein Kollege T o p inka fei sein Helfer gewesen, was dieser in Mvede stellte. Beide wurden dem.Landesgerichte eingeliefert. Nunmehr teilt der Verteidiger des Topinka mit, daß ihn die Staatsanwaltschaft benachrichtigt habe, der in Untersuchungshaft befindliche Lehrling wende-auf freien Fuß gefetzt. Abkühlung und Argen. Morgen wahrscheinlich besseres Wetter. Die Verschlechterung des Wetters ist eingetrelen. Gestern regnete es bis in den Nachmittag. Die Voraussage spricht noch von trüber Witterung mit NiÄ>erschlägen, kündigt jedoch für morgen schon besseres Wetter an. Katastrophale Wolkenbrüche in Rumänien und Bulgarien. Bukarest, 13. Iuin-i. (Teil.-Komp.) Ein Wolikenlbvuch von ungeheurer Wucht ging über -einen großen Teil A l 1rumäniens nieder und verursachte bedeutende Schäden. Die Eisenbahnlinien wurden an zahlreichen Stellen unter Wasser gesetzt. In Bukarest überschwemmten die Wassermassen innerhaiM einiger Minuten die Stadt und drangen in zahlreiche niedriger gelegene Häuser ein. In dem Zentrum der Stadt stand das Wasser in den Straßen einen Meter hoch, da die Kanäle vollständig versagten. Aus Bulgarien werden ebenfalls ikaiatstrophckle WÄkenbrüche gvrweldet, die in einzelnen Tellen des Landes große Uebevschwemmuingen Hervorrufen. Der Eisenbahnverkehr Bukarest-Sofia ist unterbrochen. Unwetter in Budapest. Budapest, 16. Juni. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Heute ging in den frühen Morgenstunden ein Gewitter mit W -olkenbruch über die Hauptstadt nieder. Der Blitz schlug zweimal in das Stationsgebäude der Lokalbahn nach Oö-döllö em. Der Schaden der Eisenbaihnge.sellschaft wird auf 20 Millionen, der Scha-den des Stationsvorftand-es auf 8 Millionen Kronen geschätzt. Der Blitz schlug ferner in ein zweistöckiges Zinshaus in der Botondgasse und fetzte den Dachstuhl in Brand. Die Feuerwehr hatte alle Mühe, ein Umsichgreifen des Feuers auf die Nachbarhäuser zu verhindern. Die Feuerwehr mußte auch wiederholt Wohnparkeien zu Hilfe eilen, deren Wohnungen von den emströmenden Wassevmasfen überschwemmt wurden. Wien, 14. Juni. * 300 Millionen entlockt. Der Kaufmann August Bn« resch und seine Gattin Hermine wurden dieser Tage dem Landesgerichte eingeliefert. Das Ehepaar. hat, einer Anzahl Personen unter der .Vorspiegelung, mit ihnen Gesellschafts- Verträge zum Anlkaufe und zum Vertriebe von Kohle abzuschließen, Beträge in der bisher seftigestellten Höhe von 300 Millionen Kronen herausgelockt. Außerdem wunde dem Ehepaar nachgewiesen. in einer Reihe anderer * - 13. gmfl 1SA> - ■ Skr. MH Fälle versucht zu halben, anderen Leuten mit der nämliche« Vorspiegelung Beträge in der Höhe bis zu 100 -Million en zu entlocken. Buresch und Frau traten mit einer Anzahl Stellenwerber in Verbindung und versprachen ihnen, sie in -gutbezahlten Stellungen anfzumhmen, nur um sie um die Kautionen zu prellen. Mit der bisher bekannten Zahl von Opfern scheint die Liste der Geschädigten nicht erschöpft.. Weitere Geschädigte werden ersucht, sich beim Polizeikmnmissariate Schmelz zu melden. * Todesopfer des Automobils. Am 11. d. fuhr der Chauffeur Friedrich Mrazz mit feinem Automobil A7 219 auf der linken Straßenseite tn normalem Tempo über die Obere Donaustraße gegen die Brigittenau. Beim städtischen Steinlagerplatz kam plötzlich der Tapezierevgehikfe Karl Kaftan ek von der Brigittenauerlände und fuhr an das Auto an. Der " Chauffeur bremste, doch Kaftane! wurde' überfahren, schwer verletzt und starb im Spital. * Todessturz im Rausche. Am 12. d. früh wurde der Mechaniker Josef Kraus mit dem Kopfe nach abwärts auf der Stiege seines Wohnhauses anfgefunden. Er wurde in seilkb Wohnung gebracht und ist dort, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben, gestorben. Nach Angabe seiner Familie war Kraus ein sehr starker Trinker. * Beraubte Briefe. , Heim Postamte am Hund sturmplatz in Margareten waren seit längerer Zeit zahlreiche Beschwerden eingelaufen, daß Briessendungen, namentlich aus dem Auslande, spoliiert und ihres Inhaltes beraubt worden seien. Gestern wurde nun der Postunterbeamte Josef Zein dabei beobachtet, wie er mit den ihm pr Beförderung übergebenen Briefen manipulierte. Er wurde schließlich als Täter überführt. * Die Jahreskouferenz der Zionistischen Organisation Jugoslawiens findet am 15. und 10. Juni in Belgrad statt; es ist die erste Tagung der Zionistischen Organisation in der Hauptstadt des jugoslawischen Königreiches. Die Delegierten werden nicht nur von den Vertretern der jüdischen Bevölkerung, sondern auch der Behörden der Stadt und des Staates einen herzlichen Empfang erhalten. * Eine neue politische jiidischnaiiorrale Zeitschrift beginnt in Warschau in der nächsten Zeit i-n polnischer «Sprachezu erscheinen. Als Herausgeber und Redakteur zeichnet Senator Dr. Ringel. * Tschecho-slowakische Pässe und Paßvisa. Mit dem morgigen Dag wird die tschechoslowakische Paßstelle «Nr. 1 im Prater, Kleine Zufahrtsstraße 112, aufgelöst. Die Erteilung von -tschecho-slowakischen Ein- und Durchreisevisa wird nunmehr in folgenden Stellen erfolgen: 1. Durch die Paßstelle im Gebäude des Generalkonsulates, 13. Bez.,. Penzingerstraße 11 und 13, für Bewerber mit dem Wohnsitz in den Bezirken: 6. bis 8., 12. bis 16. und im Bundeslande Niederöfterreich. 2. Durch die Paßstelle, 3. Bez., Vordere Zollamts« straße 6, für Bewetber mit Wohwsitz in den Bezirken 1. lbiS 6., 9., 10., 11., 17. bis 21. und im Bundeslande Niederösterreich. Dieselbe örtliche Kompetenz gilt auch für die Ausstellung (Verlängerung und Eriweiterung) von tschechischen Reisepässen. * Keren Kajemeth l'Jsrael (Jüdischer Nationalfonds). Der Kartenverkauf für die Mittwoch den 18. -d. stattfindende VMsversamwlung bei ^der M. M. Ufsischkin, der Vorsitzende des Direiktoriums des Keren Kajjemeth l'Jsrael, Wer die Erlösung des Bodens Erez Israels" - sprechen wird, hat' bereits begonnen. Eintrittskarten erhältlich in allen Kartenbureaus; im Bureau des Keren Kasemeth l'Jsrael, 2. Bez., Zirkusgasse 33, des Zionistischen Landeskomitees, 2. Boz., Taborstraße 20 a; des Keren Hajessod, 1. Bez., Bauernmarkt 24, und an der Konzerthauskosse. Meine Chronik. * Jedem daS Seine. Das M^angellische Sonnt-agMad -aus Bayern" schreibt to seiner Nummer 14: Der (nämlich der Frangost) verstcht n-ur eine Spruche, und da§ ist die der Kanonen. Sobald wir wieder einmal da-M mit ihm reden können, wird er wieder bescheidener werden. Professor O-mdde, der uns aus der Eisner-Zeit noch llr übelster Erinnerung ist, wurde wegen verräterischer Umtriebe vechalftet. Recht so! Jedem das Seine! Den Äandesverväter in das Zuchthaus oder an den Galgen. An der Stirn trägt das Matt -den Bibelspruch: „Ghre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen!" * Der schwarze Schrecken in London. Seit einiger Zeit gcht in London ein menschliches Gespenst um, bewaffnet mit einer kleinen Spritze, die mit einer Art von Tinte -gefüllt ist, und spritzt die Kleider der ahMugSllos spazierenden Damen mit Tintenflecken voll. DaS neueste Opfer dieses Damenschrecks ist eine Frau aus Cambridge, die sich einige Augenblicke einer Auslage gu-gewondet hatte. Schon war Hr neues Kostüm zugrundegerichtet. * Der -Mensch mit den sechs Zehen. Der amerikanische Gelehrte Dr. Mdrews hatte voriges Jahr in der Wüste Gobi eine Anzahl der sa-genhasten Dinosruruseie-r gefunden urvd di« Kosten seiner mehrjährigen Forschungsreise durch den Verkauf einiger dieser Eier wieder ein-gebracht. Jetzt begibt sich Doktor Andrews auf eine neue Expedition nach China, um den Menschen mit den sechs Zehen zu suchen. Die Forschungsr-erse ist auf fünf Jahre berechnet und soll durch die Mongolei in daS Innerste von Zentralafien gehen. Dort hat nach der im Jahre 1900 formulierten Theorie des Professors Osborn vorn amerikanischen naturhistorifchen Museum die - Wiege des Menschengefchlechtes gestanden. Osborn schildert in seiner damaligen Abhandlung di« verschiedenen Tierarten, .die dort gefunden werden müßten. Von allen Lebewesen, die er -damals beschrieben hat, ist der Mensch mit den sechs Zehen das einzige, das bisher noch nicht entdeckt ist. Dr. Andrews rechnet bcstmemt daraus, den s«chsze!hi-gen Menschen - -zu finden und damit Osboms Theorie auch in diesem Punkte zu bestätigen. * Liebhaber vo-n älteren Damen. In unseren Breitenraden steht man im allgemeinen auf dem Standpunkt, daß ie Frauen etwas jünger sein sollen ms der Mann. Besonders viele Ausnahmen von dieser -ungeschriebenen Regel scheint es in der Schweiz zu geben. Eine soeben erschienene Statistik teilt nämlich nrit, daß bei 8460 Eheschließungen die Braut zehn Jahre älter war als der Bräutigam. Damit ist aber die Altersgrenze in dieser „verkehrten Welt" noch keineswgs erreicht. In 2562 Fällen war der Bräutigam ganze 16 Jahre jünger als die Braut, die ihn auf -Ws Standesamt schleppte. Jenseits di-e-ser Altersgrenze schrumpft die Zahl der jugendlichen Liebhaber älterer Jahrgänge bedeutend zusammen. Der Kuriosität halber seien nur zwei M-ünner erwähnt, die offenbareine nicht ganz normale Vorliebe für das Alter Haben. Der eine Jüngling ist 30 Jahre alt und hat sich mit einer Witwe von 76 Jahren verheiratet. Ein anderes ausgewachsenes Knäblein war noch toUi'chner: der Betreffende befand sich erst irn zarten Alter von 28 Jahren, als er eine holde Maid von 80 Lenzen heimführte. Das Bräutchen hatte acht Jahrzehnte gewartet, bevor sie den Richtigen fand, der sie veranlassen konnte, den Jiliigfernstand aufzugeberi-