Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1913 (13.6.1924)
- Date
- 1924-06-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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1 'V ' - - v. * rro MW vEefc j >_ MUFü-M - Sie sanitäre Arbeit in Palästina. Ulm die finanziellen Wichten der Ziontfft^chen Or- Ka-nffatian in PalDina zu veriftchen, muß man sich stets vor Augen halten, daß diese Aufgaben zu erfüllen hat, die sonst in den Rahwen staa tl i che r Agenden sollen. Hier-" her gehört das sehr wichtige sanitär« Werk, welches von dev medizinischen Organisation Hadassah besorgt wind, über deren Tätigkeit hier bereits mehrfach berichtet wurde. Der letzte ZiomstenLongreß hat für sanitäre Zwecke den Betrag von 29.000 Pfund votiert, der jedoch für die Aufgaben der Hadassah nicht mehr auSreicht. Es ist daher besonders zu dclgrlüßen, daß die Hadasiah von der am« rikanischen Frauenv r g a n is a t i o n Hadassah subventioniert wird, die ihr monatlich 10.000 Dollar M Verfügung stellt. Die palästinensische Hadasiah erhält allgemeine Spitäler mit Kliniken und Laboratorien in Jerusalem, Tel-Äwiw, Haifa und Safed, außerdem ein Ma-. l a r i a i n st i t u t in Liberia s, allgemeine Kliniken in Hebron und Liberias. Im ganzen verfügt sie über 3306 Krankenbetten, deren Zahl jedoch unzulänglich ist, so daß wahrend des abgelaufenen Winters nicht alle Petenten ausgenommen werden konnten. Wohl ist der Bau neuer Spitäler gsplant, doch fehlen derzeit dazu die Mittel. Die Tätigkeit der Hadasiah hat neben der sanitären' auch Politische Bedeutung, indem in ihren Spitälern Kranke ohne Unterschied der Nationalität ausgenommen werden; in den letzten Monaten ist in der Tat eine große Zahl mohammedanischer und christlicher Kranken ausgenommen worden. Selbstverständlich betätigt sich die Hadasiah auch in den Kolonien, wo sie verschiedene sanitäre Stellen eingerichtet hat. Im Verlauf der letzten drei Monate haben die Anstalten der Hadasiah insgesamt 18.651 Kranke besucht, die Zechl der Besuche beträgt 118.227, darunter 6647 Nichtjuden. Ebenso bestehen Hadassah-Heilanstalten auch an Orten,, wo eS fast keine jüdische Bevölkerung gibt, zum Beispiel in Rämleh, Beth Schean usrv. Das Gesundheitsdetachement der Zionistischen Organisation, welches darangeht, alle medizinisch-sanitäre Tätigkeit im Lande zu zentralisieren und in welchem die Zionistische Exekutive, der Waad Lemm. die Hadassah und die Krankenkasse des Hapoel Hamispachi vertreten sein sollen, hat einen allgemeinen Plan für die künftige sanitäre Arbeit im Lande cruZGearbeitet. Salzgewinnung in Athlit. Die palästinensische Regierung hat mit den Salzwevken einen Vertrag abgeschlossen, wonach die Regierung alles in Athlit gewonnene Salz übernimmt. Der Salzimport nach Palästina wurde gesperrt. Die Sailzwerke in Athlit, deren Grundkapital 60.000 Pfund beträgt, nahmen ihren .Betrieb im September vorigen Jahres auf und produzierten in den ersten zwei Monaten, das heißt bis Nrwember — die normale Arbeitszeit ist von Februar bis November —, 1000 Tonnen Salz. Für dieses Jahr sollen die Werke 10.000. Tonnen liefern; für das zweite sind 15.000 Tonnen vorgesehen und vom fünften Jahre ab soll die Produktion auf 40.000 Tonnen gesteigert werden. Von-den der Gesellschaft in Athlit gehörenden 4000 Dunam sind bisher erst 700 verwertet worden, so daß der Betrieb noch genügerü» Platz zur Ausdehnung hat. Für eine eventuelle noch weitere Vergrößerung kommen dann die der Jca gehörenden Sümpfe zwischen Athlit und Tantur in Betracht. Der Boden von Athlit besteht aus wasseMndurchlässigem Lchm (90 Prozent) und 10 Prozent sehr wasserreichem Sand, auf dem der Bau der Arbeiterlös o sei e^ geplant ist. DaS in Athlit gewonnene erstklassige und 98,5 Prozent reines Chlornatrium enthaltende Salz wird nicht nur den palästinensischen Bedarf decken können, sondern auch noch für di« Märkte Aegyptens, Syriens, Mesopotamiens, Indiens und des ferneren Orients in Betracht kommen. Die Gesellschaft in Athlit befaßt sich jetzt ernstlich mit dem Projekt, in Verbindung mit der Salzgewinnung, in Athlit eine FabrÄ für die Herstellung von kaustischer Soda zu errichten--nach welcher -er Bedarf sowohl in Palästina-als auch in seßhen. Nachbarländern sehr groß ist. So zum Beispiel importiere Palästina im Jahre 1923 kaustische Soda -für über 13.000 Pfund Sterling und Aegypten für über 33.000 Pfund Sterling. Die erwartete Verbilligung der elektrischen Kraft wird 'auch Itesen Industriezweig reMabler machen. In der Salzmühle in Athlit sind dauernd 76 Arbeiter beschäftigt, deren Zahl jedoch mitunter auf über 100, ja fogar bis 3f0 steigt. Me palästinensische zementsabril Nesher. Die „Nesh er"-Zementfabrik soll im Juni 1925 fertiggestillt werden. Das Grundkapital der Gesellschaft — die Fabrik wirk bekanntlich in Jadjur bei Kilometer 5 der Chaussee Haifa- Nazareth' gebaut — beträgt 225.000 Pfund Sterling und ist fast ganz von Baron Rothschild und den Herren Pollak und Nassatiss in ausgebracht worden. Die Leistungsfähigkeit der Fabrik wird auf eine Jahresproduktion von 60.000 Tonnen Zement geschätzt. Beim Fabrikbau, der von Bauingenieur Spiegel aus Ungarn geleitet wird, arbeiten dauernd 75 bis 100 Arbeiter, deren Zahl vorübergehend auch auf 200 stieg. Eine Tabakfabrik in Mo. Die Berliner Firma Lublin e t, welche am palästinensischen Tabakbau besonders stark interessiert ist und, wie letztens gemeldet, in Amerika eine Fabrik zur Verarbeitung palästinensischer Tabake gründen will, beabsichtigt auch, eine Tabakfabrik in Akko zu errichten. Eine Gerberei in Tel-Awiw. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat ein Terrain zur Gründung einer Gerberei bestimmt, welche 200 Arbeiter bchchäft-igen soll. _ ggtgwg nyioggeitictnrng- _ Sie deutschen Kolonisten in Palästina. Am Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand in Württemberg eine religiöse Beweguug, die die kirchlichen Fornren des Christentums verurteilte und zur Erneuerung der urchristlichen Gemeinde in Palästina strebte. Die Anhänger der Bewegung, an deren Spitze der Theologe Christoph Hofmann, stand, nannten sich die „Templergemeinde". Im Jahre 1858 wurde eine Abordnung von drei Leuten nach Palästina zur Vorbereitung der Uebersiedluug der ganzen Gemeinte entsaudt. Auf Grund ihrer günstigen Auskünfte brach im Jahre 1868 der Großteil der Gemeinde auf. Sie wollten sich ursprünglich in Nazareth niederlassen, mußten aber bald den Plan fallen lassen. Sie blieben in Haifa und gründeten am Abhang des Karmel die Kolonie ,^karmelheim". Noch bevor sie ihre Häuser tu Haifa aufgebaut haben, schlug man ihnen einen neuen Bodenkauf unter günstigen Bedingungen vor. In der Nähe von Jaffa hatte sich nämlich noch im Jahre 1866 eine amerikanische Gemeinde von Gläubigen in der Stärke von 170 Seelen niedergelassen, die aber von Krankheiten fast dezimiert wurde, so daß die Ueberleberiden da§ Land verlassen mußten. Die Templergemernde kaufte die amerikanische Kolonie an und legten den Grund zur deutschen Kolonie bei Jaffa. Im Jahr« 1878 erwarben sie neuen Boden im Norden Jaffas, der für Saaten sowohl wie für Pflanzungen geeignet war und benannten die neue Kolonie, in der Meinung, daß sich ihre Siedlung am Orte der Ebene von Scharon befinde, Sarona. Die deutschen Siedler ließen sich von der Malaria, die unter ihnen wütete, nicht abschrecken, legten die Sümpfe bei Sarona trocken und dank ihrer Ausbau er entwickelte sich Sarona zu einer prächtigen Kolonie. Im Jahre 1874 kauften die Templer bei Jerusalem ein größeres Areal» wo sie eine städtische Siedlung begründeten, die sie Rephaim nannten. Kurz darauf übersiedelte die Leitung der Templergemeinde nach Jerusalem, wo sie auch eine deutsche Mittelschule eröffnete. Durch ihre Erfolge wurden die Deutschen zu neuen Bodenkäufen ermutigt. Im Jahre 1899 kauften sie in der Nähe der arabischen Kolonie Lira Boden, wo sie die Kolonie Neuhardthof gründeten. Die Siedler litten sehr an Malaria, auch ließen sie die benachbarten arabischen Dörfer nicht zur Ruhe kommen. Vor einigen Jahren verpastteten sie einen Teil von- Neuhardthof an die Zionistische Exekutive, die hier die Siedlung Tirah begründete. Im Jahre 1902 kaufte die Templergemeinde rm Osten Petach Tikwahs ein größeres Areal.und benannt« das Dorf, das st« erbaut, zum Zeichen der Freundschaft mit den Türken Achmed Wikhelma. Sie pflanzten dort einen Eukalyptuswcrld. Wilhelms ist sehr fruchtbar und zeigt eine fortschreitende Entwicklung. Erst im Jahre 1906 sit ihr alter Wunsch, auch in Nazareth eine Gemeinde zu begründen, in Erfüllung gegangen. Sie kauften in der Nähe von Nazareth einen prächtigen Eichenwald und gründeten am Ausgang des Waldes die Kolonie „Waldh e i tu". Eine halbe Stunde von „Waldheim" ist die deutsche Kolonie Bethlehem. Es ist dies das Bethlehem in Zebulun, das der Talmud Bethlehem-Zaraja nennt. Dank dem außerordentlichen Fleiß' und der Anpassungsfähigkeit der Rutschen Siedler haben sich ihre Kolonien Vorzuglich entwickelt. Sie entwickelten aste Zweige der Landwirtschaft, führten im Lande neue Arbeitsgeräte und Arbeitsmethoden ein, von denen auch der jüdische Kolonist so manches gekernt hat. Ein Jrrigationsprojekt der Kolonie Petach TikwA. Laut Haares wurde aus Er kürzlich stattgefnndenen Versammln der Kolonisten in Petach Tkkv,cch über die Durchführung ines groß angelegten Bewässerunasplanes beraten, über den Verhandlungen zwischen der Kolonie und einer ausländischen jesellschaft bereits seit längerer Zeit schweben, mt bm ®mnffen des Bevollmächtigten der betreffenden Gesellschaft durfte iese Angelegenheit jetzt in ein ernsthaftes Stadium getreten ün. Danach soll Petach Tikwah jetzt aus eigenen Mitteln zur )urchführung dieses Projektes eine Aktiengesellschaft ns Leben Büfett und von deren Grundkapital 10.000 Pfund vernehmen. Diese soll dann einen Kredi t von 80.000 Pfund it einem Zinsfuß von 7 bis 8 Prozent auf 25 Jahre erhalten. Zetach Tikwah muß sich verpflichten, dafür eiMustchen, daß ihre LmM-chen Einwohner das Wasier nur durch Diese neue Gesell- Haft ^ziehen. Die Deysamnnliung der Kolonisten faßte «instimmig den Beschluß, mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Bewaswung des Bodens eine solche GeseWschaft mit dem verlangten Kapital ins Leben zu rufen, MS die weiteren Bedingungen siür fe Verwirklichung des ProMes wngennefsen seien. Der Vorstand er Kolonie wurde ermächtigt, in Verbindung mit dem Waad Naklai und der obenerwähnten ausländischen Gesellschaft mit wron R o t h s ch ii l d in Verhandlungen zu treten. Wie der Beollmächtigte der Pica mitteilte, besteht die Möglichkeit, daß ch Rothschild an diesem Unternehmen beteiligt. DaS Grundapital von 10.000 Pfund beabsichtigt man durch eine Umlage ufdie Pflanzer, entsprechend der Größe ihres Grundbesitzes, UMbringen, so daß etwa auf den Dunam ein ägyptisches ffund entfallen würde. Mädchenlehrsirmen des Jüdischen Nationalfonds. Zwei leinere Lehrsarmen, die aber von nicht geringer Bedeutung ir die Verbreitung praktischer Kenntnisse unter der herantachsenden Jugend zu werden versprechen, find seit kurzem aus em Boden des Jüdischen Nationalsonds in Nachlat-Jehuda und it der Sckechunath-Borochow auf einer Fläche von je 80 Duam begründet worden. In diesen beiden Lehrfarmen, die aus en Mitteln des Keren Hajesiod errichtet wurden, werden je 6 in der Hauswirtschaft und in den intensiven Landwirtschaftsweigen (Gemüsebau, Geflügelzucht, Baumzucht ufw.) praktisch nterwiesen. Grundsteinlegung einer neuen Siedlung in Migval. In Migdail, das an den Ufern des Sees vvn Galiläa gelegen ist, wurde am 22. Mai der Grundstein zn zwölf Häusern Wegt, die von einer amerikanischen Gruppe ,Mjit Wegan" erbaut wervrn. Gründung einer amerikanischen Arbeiterkolonie in Palästina. Die amerikanische Arbeitervereinianng National WorkerS Union of America hat laut ,Jewish Chroniole" beschlossen, eine jüdische Kolonie in Palästina zu gründen. Die Matwe-Strickerei-A^-G. legalisiert. Die von eimr Aguda-Delegation au8 Polen gegründete Strickerei Matwe A.-G. in Jerilscrlem wurde von der Negierung legalisiert Für eine orthodoxe Kolonie. In Warschau wurde ek^ Gesellichaft mit dem Namen Nachlath Israel gegründet, mit, der Anfgäbe, für die Schaffung einev orthöxen Kolonie tätig' zu sein. Der Gesellschaft sind bis fetzt 200 Personen beige-- treten, die bisher den Kaufpreis von 400 Dunam Boden gezeichnet haben. . . Die Gesellschaft „Neues Palästina" in Kischinew. Vor; einiger Zeit wurde in Kischinew unter diesem Namen eine Gesellschaft für Handel und Industrie gegründet, die Handelsbeziehungen zwischen Beßarabien und Palästina anknüpfen soll. Au ihrer Spitze stcht Dr., K o h a n - B e r n st e i n. Die vor einigen Wochen nach Palästina gesandten Bevöllmächtiaten der Gesellschaft haben 1000 Dunam vom Boden B'nai B rak zur Gründung einer Gartenstadt für beßarabische Einwohner erworben. — Nach Gründung einer Zweiggesellschast in Palästina wird die Errichtung eines Lagerhauses für rumänische Waren in Angriff genommen werden. ' Palästinensischer Schiffsverkehr. Im lausenden Jahre 1923 haben m-Palästina angelegt: Dampfer: britische 183 mit 888.879 Tonnen, andere 411 mit 824.868 Donnen, insgesamt 594 mit 1,213.247 Tonnen; Segler: britische.29 mit 551 Ton-, üen, andere 1793 mit 29.677 Tonnen, insgesamt 1822 mit 80.121 Tonnen. Nach ihrer Flagge waren diese 2416 Schiff« '(Dampfer und Segller zufammengevechnet): englische 312, belgische 8, holländische 28, ägyptische 128, französische 81, -deutsche 75, -griechische 10, italienische 179, norwegische 1. palästinensische 213, rumänische 32, russische 3, spanische 1, -schwedische 6. syrische 1428, türkische 2. amerikanische 6. (Die Zusammenzrehung der Dampfer und Segler in ein und -dieffelbe Rubrik läßt rein richtiges Bild War me Beteiligung der einzelnen -Länder am pälafttnensischen Schiffsverkehr aufkommen.) Die Misrachi-Bank in Jerusalem. Die Misrachi-Zentrale trifft derzeit die Vorbereitungen zur Eörffnung der bereits registrierten Misrachi-Bank in Palästina. Hauptzweck der Bank rst, Unternehmungen und Gruppen von Arbeitern aller Kreise, die der Misrachi-Organisation angchören, zu helfen, zu unterstützen und zu finanzieren sowie Kausleute, Siedler und Arbeiter, die gleichfalls dieser Organisation angehören, durch Darlehen auf leichte Bedingungen oder aus andere Weise materiell zu fördern; ferner einzelne Personen, Gesellchaften und Genosienschasten bei der Etablierung von landwirtchaftlichen Siedlungen. Dörfern, Gartenstädten usw. zu untertützen und ihnen Kredite zu gewähren. Das Kapital besteht aus Aktien zu 1 Pfund. Die Bank hat das Recht, ihre Geschäftstätigkeit zu beginnen, sobald 10.000 Pfund, einschließlich 100 Grunderaktien, placiert sind, was bereits geschehen ist; die Direktoren haben jedoch beschlossen, mit der Geschäftstätigkeit bis zur Zeichnung des ganzen Kapitals, das heißt 50.000 Pfund, zu warten. Die. Bank wird vermutlich Ende des Sommers endgültig eröffnet werden. Die Gewerbebank in Jaffa. Im Mai d. I. fand in Jaffa die Generailversammlung des kooperativen VerbandeS für Gewerbe. Kleinindustrie und Hauswirtschaft (Gewerbebank) statt. Jnr Bericht heißt es, daß die vom Zionistenkonareß der Bank zugesagten 2000 Pfund voraussichtlich demnächst flüssig gemacht werden. Das Budget für 1924 wurde mit 500 Pfund festgesetzt. Die Milchwirtschaft in Palästina. Die Frage der Milchwirffchaft gchört schon lange zu -den Sorgenkindern der pailästinensischen Landwirtschaft. Das -Mvlkereiwesen. dem sich viele Landwirte als erfolgversprechend zuwandten, erweist sich mangels einer guten Verkaufsorganisation m vielen Fällen als unrentabel. Der Anteil des Produzenten am Verkaufspreis beträgt bloß gegen 40 Prozent, wogegen die Händler 50 Prozente beanspruchen. UM den Bauern das Auskommen bei der Milchwirtschaft zu ermöglichen, tauchte jüngst der Plan der Schaffung eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses der Milchproduzenten auf, um die Verteilung der Milch in eigener Regie zu fuhren. Dadurch würde sich der Preis der Milchprodukte senken und trotzdem wäre den Produzenten ein größeres Einkommen gesichert. Für die paar im Interesse eines ganzen Produktionszweiges geschädigten Milchhändler würde anderweitig gesorgt werden nÄssen. Aufhebung des PatzzwangeS zwischen Palästina und TränSjordanien. Ende Mai wurde der Paßzwang für Reffen von Palästina nach Transjordanien aufgehoben, so daß die bisher geforderten Vffa entfallen. Kaukasische Bergfuden nach Palästina. Beim Palästina, amt in K o n st a n t i n o p e l sind 300 Palästina-Einreiseyertffikate eingelangt, welche zum größten Teil an kaukasische Bergjudeu. die tn Konstantinopel auf die Einreise nach Palästina warten, verteilt werden.Unter den sp a n i o las ch e n Juden in der Tüükei, welche bisher an der Palästina-Frage wenig Jnteresie bekundeten macht sich in letzter Zeit die Ten-, den bemerkbar, nach Palästinaauszuwa-ndern und es melden sich nicht nur junge Spaniolen, sondern auch Familien mit größerem Vermögen. Die Palästina-Kampagne der jüdischen Gewerkschaften tot Amerika. Wie der Leiter der Gewerkschaftskampagne, Max Pine, mittefft, haben die Gewerkschaften der Vereinigten jüdischen Arbeiter in Amerika in ihrer Palästina-Kampagne bisher schon 60.000 Dollar aufgebracht, davon 48.000 in bar. Es wurde eitfftimmlg beschlossen, die ersten 35.000 Dollar au. die jüdischen Arbeiter in Palästina zu überweisen. Ein gleich hoher Betrag soll jeweils am Ende eines jeden Monatüberwiesen werden. Spiegelherstellung in Palästina. Zwei Spiegelfabrikanten aus Lodz sind vor einigen Wochen in Tel-Slwrw eingetroffen mit der Absicht, dort ein Unternehmen für die Herstellung von Spiegeln zu begründe», das günstige Aussichten hat. Ein Teil der nötigen Maschinen und Werkzeuge sind bereits eingetroffen, und sollen dieser Tage montiert werden. Mit der Arbeit soll demnächst begonnen werden. Hebräisch auf dem internationalen Gewerkschaftskongreß. Auf dem vor erniaen Tagen m Wien abgehaltenen internationalen Gewerkschaftskongreß, an welchem, wie gemeldet, auch vier Delegierte Palästinas teilnahmen. hielt der Palästinenser Swserdlow «jm> Referat in hebräischer Sprache, welches Dov H o s ins Englische übersetzte. Es ist dies Wohl idaS erste Mal, daß auf einer internationalen Arbeitertagung hebräisch gesprochen wurde. Radio in Palästina. Am 2. d. wurde «ine Regierungsverordnung veröffentlicht, wonach den Bewohnern eÄanbt wird, Apparate für drahtlose Telegraphie und Radio einzureichten. Es sind bereits so viele Gesuche bei der Regierung eingereicht,. daß mit einem Beginn der privaten Radioeimichtungen demnächst gerechnet werde» kann. (I. T. A.) Ueberfluß an weiblichen Aerzte» in Palästina. In Palastina herrscht ein Ueberangebüt an Aerztinnen, weshalb solchen^ abgeraten werden muß, dort in nächster Zeit Beschäftigung M suchen. So wurden aelegenttich des Beschlusses der Hadasiah, für redes -der vier Hospitäler einen Asifftenzarzt anzustellen, auf 20 Gesuche 15 Bewerbungen von Aerztinnen eingereicht. . medizinisch« Zeitschrift „Harfuah" erscheint vom Mai d. I. an i» PMsttna. Die «rste Nummer enthält mehrere wissenschaftliche Artikel, statistffches Materials und viele praktische Anregungen. Dre Zeiffchrfft wird von der Organisation jüdffcher Aerzte Palästinas heraus gegeben.