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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-13 · Heft 1913 (13.6.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1913 (13.6.1924)
Date
1924-06-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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-'«-t *■ -*■<**' Nr. 1913 Mett, Frettag_ Wand. FW knquetcn über den zM^üf. ' - Der Sonde vausschuß zm Beratung des ZolltarP begann gestern «seine Beratung. Berichterstatter Heinl (chrWchsozial) leitete die VechaMurrgen mit einem eingchsnden Referat ein -und regte an, die Beratung des Entwurfes nach Gruppen dor-unchmen und irn Verläufe der Verhandlungen Experten eiWuvernchmen. Mg. Dr. Bauer (Sozialdemokrat) hieilt es nicht für zweckmäßig, die Enqueten erst in der SpeMdebatte durch- Zufuhren. Es sei notwendig, einige für das GesamGW entscheidende Erhebungen vortwegKUnchmen. Zu diesem Zweck schlage er vor, daß Machst vier Erhebungen, und Kvar vme über die E>isenzöHle, eine übev dre TextilzSlle, eine über die Me auf Leder und Schnhwaren und eine über die Zölle au!f Baumateria- I i e n, durchgeführt werden. Wenn sich weitere Erhebungen alls notwendig erweisen sollten, könnten sie in der SpeKiaWeratung erfolgen. ZvsLesondere di« Enquete über die EifenMe ist außevordenÄich dringend. Die Alpine Monkangesellschaft hat in der letzten Zeit eine Reihe von Betriedseinstellungen vorgenommen. Arbeiter- und Angestelltenentlassungen in Oberlsteiermattk Meuten nicht nur, daß iariisende Menschen unmittelbar ins 'Glend gestürzt «werden, «sondern haben auch zur Folge, daß ganze Ortschaften, die fast ausMeWch von dev Arbeit in 'diesen Werten leben, ruiniert werden. In der Arbeiterschaft und in der Bevölkerung in Obecheievmarik ist der Eindruck sehr stark, daß diese Betriebseinstellungen nicht Nnr durch die ökonomische Lage der. Eisenindustrie verursacht, sondern daß rS Erpressungsmittel sind, deren sich die Alpine Montangssellischaft bedient, um aus das Parlament einen Druck auszuüben, um die Eisenzölle durchzusetzen. Gegenüber dem Vorschlag des Berichterstatters, die Gpezialdebatte m Gruppen abzuführen, machte -Redner den Vorhalt, daß dies nicht ohne Zustimmung aller Mitglieder deS Ausschusses möglich sein werde. Nach einer kurzen Debatte wurde der Beschluß gefaßt, süns Enqueten, und zwar über Eisenzölle, Textilzölle, Leder- und Schutzzölle, Bau? materialzölle und AgrarAv«lle abznhalten. Diese Enqueten beginnem, amkommeniden Montag, und zwar soll jede van ihnen nur einen Tag dauern. Zur Vorbereitung der «Enqueten wurde ein dreigliedriges Komitee eingesetzt. _■ Ser Streit «m die Aesoldungsordmug. Exodus aus dem 25er-A«Sschuß. In der gestrigen Sitzung des 25er-AuSschuffes der Buutesangestellten-Organisattonen verließen die Vertreter des ReichSverbandeS der öffentlichen Angestellten, der Mittelschullehrer und der Deutschen Beamtenverbandes nach einer ungenügenden Antwort, die der Vorsitzende Hoftat Leih auf di« Anfrage, welcher Gesamtbetrag für eine eventuelle Verbesserung der Besoldungsgesetzes von der Regierung zur Verfügung gestellt werde, von den RegierungSvertretern erhalten halt«, den Sitzungssaal. Die Vertreter dieser drei Organisationen haben von ihrer Absicht weder den Vollzugsausschuß noch den Verhandlungsausschuß, noch den Vorsitzenden früher in Kenntnis gesetzt. Sie begründeten ihren Schritt lediglich damit, daß sie sich nicht zu Mitschuldigen an diesem Gesetz machen wollen. Demgegenüber vertrat die im Sitzungssaal« zurückgebliebene Mehrheit des VechandlungSaussHuffes die Auf« sassung, daß es unbedingte. Pflicht der Beamtenvertreter sei, mit aller Kraft an einer Verbesserung des Besoldungsgesetzes mitzuarbeiten, nicht die Regierung auf den Weg des Diktates zu drängen. Die Mehrheit teilt gleichfalls di« Meinung der übrigen Mitglieder des Verhandlungsausschusses, daß die bisherigen Zusagen unzulänglich seien, weshalb sich ein Unterschied zwischen der Auffassung der Mehrheit und der Minderheit wohl nicht in sachlicher, sondern nur in taktischer Beziehmrig ergibt. Nachdem die Minderheit den Saal verlassen hatte, haben die Vertreter der Mehrheit ihr sachliches Urteil über das bisherige VechandlungSergebnis den Regierungsvertret evn dargelegt. Die Vertreter der Mehrheit richteten an die Regierung den dringenden Appell, sie möge angesichts der Erregung, die unter der Beamtenschaft herrscht, in den noch strittigen Fragen ein weiteres Entgegenkommen zeigen. Der Verhandlungsausschuß wird heute vormittags seine internen Beratungen sortsetzen. Um 12 Uhr mittags finden dann weitere Verhandlungen mit der Regierung statt. Die drei aus dem SSer-iAuSschuß ausgsschiedenen Organisationen begründen ihren Schritt damit, daß die Regierung in den aktuellsten Hauptfragen: Gehaltsschema, Pensionsbemessungsgrundlage, AktivilLtSzulagen, OrtMaffenemterlung und Ueberführung der Altpensionisten keinerlei Entgegenkommen zeigte und das Wesen der Verhandlungen lediglich den Charakter des Hinhaltens hatte. Dar Helmatrrecht der Sptauten. In dem Entwurf der Verwaltungsreform, den die Regierung jüngst im Natkonalrate eingebracht hat, werden unter anderem auch Verfügungen über daS Heimatsvecht jener Personen getroffen, die zwar die Bundesbürgerschaft besitzen, aber keine HeinratSgemeinde haben. Jen«, die auf Grund von Staatsverträgen oder auf Grund einer StaatsbürgerschaftScrklänmg Bundesbürger geworden sind, ohne aber bisher ein Wiener Morgenzetiung. Sie letzten Kurse. Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung"? London» 12. Juni. Die Börse, stand unter dem Eindruck der amerikanischen Diskontherabsetzung und der am Anfang gebesserten Frankennotirrung, die später allerdings verloren ging. Die Umsätze waren geringfügig. Die Staatsanleihen um eine Kleinigkeit fest. Bon den ausländischen war die österreichische Völkerbundanleihe erholt. Brasilianische waren weiter schwach wegen des Sinkens der Valuta, während die französischen Papiere im allgemeinen fester waren. Auch englische Bahnpapiere etwas fester in Erwartung des Streikendes, was aber nach den letzten Nachrichten keineswegs sicher ist. Auf dem Petroleummarkt waren Mexikaner Noyal Dutch unb Shells weiter schwach. Am Minenmarkt war Rio Tinto gebeffert, auf Pariser Rückkäufe. Rand FontainS 20 Schilling Dividende, Diamonds vernachlässigt. Am Wechselmarkt war Paris anfangs 79,75. am Schluß 81,20. Wechselkurse: New-Pork 4,31,37,6, BMel 94,60, Berlin 18 Billionen, Wien 306.500, Prag 147.63,6, Amsterdam 11.62.25, Christtania 31.92,6. Stockholm 16,22,6, Kopenhagen 26.67.6, Schwei- 24,83,6. Finnland 171,87,5, Rom 99,06,26, Madrid 82,015, Warschau 22,87,5, Athen 2,61,60, Sofia 6,10, Belgrad 3,65, Bukarest 1006, Konstantinopel 8,43,60, Budapest 860.000 bis 400.000, Riga 22,88. Oesterreich ischeAnleihe 90,60, tschechische 98,60, neue tschechische Agio 0,60, Prag 90, Skoda 93. Bankverein 8 bis 9. Bodenkrevit 19, Royal Dntch 84, Shell 4,26, Central Mining 10,925, Diamonds 16, DedeerS 12,26, General Mining 13,50, Rio Tinto 32,55. Metallmarkt: Kupfer Standard Kassa 61,8,0 bis 61.7.6, dreimonatlich 62,2,6 bis 62,5,0, Elektrolyt 66,10,0 bis 67, Zinn Standard prompt 217 bis 217,5, dreimonatlich 217/ 0, Blei englisches 33,10, ausländisches 32,10 bis 29,10, Messing ausländische, 81,18,9 biS 31,16.3. Baumwolle: Liverpool: Full middling 17,64, amerikanische Juli 16,85, Oktober 15.36, Jänner 14,88, März 14,72. Um 11 Uhr 10 bis 14 Punkte höher, mittags 11 bis 14 Punkte höher. Umsatz 4000 Ballen. Um 13 Uhr 16, 14 bis 10 Punkte, um 14 Uhr 9 bis 14 Punkte höher. Juli 16,84, August 16,35, Oktober 15,29, Jänner 14,61. London, 12. Juni. Devisen schlußkurs er Wien 307,600, Prag 147,78, New-York 4,31'/.. Paris 80,65, BMel 93,37, Rom 98,76, Zürich 24,49, Madrid 32,01, Amsterdam 11,54, Kopenhagen 25,575, Christtania 31,925, Stockholm 16,225, HelfingforS 171V„ Berlin 18 Billionen. Paris, 12. Juni. Die heutige Börse war nach der gestrigen Panikstimmung etwas ruhiger geworben. , In Börsenkreisen wurde klar, daß die gestrigen Kurse ein Niveau erreichten, das nicht dem richtigen Wert der Papiere, und des Franken entsprach. Infolgedessen kehche langsam..die Besserung und damit eine festere Stimmung an der Börse zurück, wenn auch die Umsätze noch sehr gering waren. Bei den meisten Papieren ist keine Wertverbesserung aufzuweisen, die die gestrigen Verluste wettmachen könnten. Französische Renten standen ungefähr auf dem . gestrigen. Niveau. Eisenbahnen waren gebessert. Suezaktien erzielten einen kleinen Fortschritt, ebenso Rio Tinto und Zuckerwerte. Petroleumwerte waren nur wenig verändert. Russenwerte sehr gefragt, auch in der Kulisie. London 84,46, New-York 18,80, Prag 56,80, Bukarest 8,26, Wien 2stM Parts, 12. Juni. (Radio.) Effektenschlußkurfe: Banque de France —, Pragobanka 410,—, Credit Lyonais 1600, Suez 18,550, Plattne 780, Dabrowa 748, Banque Ottomane 758, Central Mining 940, Rio Tinto 26,45, Le Naphta Rüste 434, Succerie d'Eghpte 997, Bakou 2655, CautchoueS fiu 152,50, Charteret» 63,76, DebeerS ordin. 1010, GoldfieldS 77,—, HucmchakaS 834, Jägers Fontain 339,50, Malaceaordin. 187,60, Maltzoff 462, Mexican Eagle 67,25, Padanq 843,—, Rand Fontain 85,—, Randvrine 260,60, Silva plana 144, Tanganyika 149,—, Tubiee soie 610.—, Utah Copper 130, Shell 348,—, Royal Dutch 28,050, Burmah —. New-BorK» 12. Juni. -Effektenbörse. Canadian Pacific 146,8,76, Union Pacific 134,37,5, Union Steels 97.25, Royal Dutsch 48,60, Atchinson 104, Balttmore 56,37,5, Bensilvania 44,50, Northern Pacific 54, Southern Pacific Vorzug» 91,50, .gewöhnliche 60,3.75, Milwaukee 12,76, Sari 28. Aew'DorK» 12.Juni. (Radio.) Devisenschlußkurse Taggeld 2'/„ Wechsel auf London 4,31,35, 60 Tage-Wechsel 28,25 Pari» 5,27, Amsterdam 87,42, Berliner Schlußkur8 23'/. bis 24, Prag 3,93, Silber 66»/,. Heimatsvecht erlangt zu haben, sollen dieses in Hinkunft in jener Gemeinde erhalten, in der sie am 1. Jänner 1924 chrenordentlichen Wohnsitz hatten. Andere Heimatslose erhalten' ebenfalls jederzeit das Heimatsvecht in jener Gemeinde, in der sie sich zuletzt durch vier Jahre freiwillig und ununterbrochen aufgehalten haben, wenn sie während dieser Zeit nicht der öffentlichen Armenversorgung zur Last gefallen sind. Für im Auslande lebende Bundesbürger, die kein Hetmatsrecht besitzen, besteht die Möglichkeit der Zuweisung an eine österreichische Heimatsgemeinde. Heimatslose, die vor dem Zusammenbruch in einer österveichischen Gemeinde eine Heimatsberechtigung besaßen, evlangen in dieser neuerlich das HeimatSrecht. Ae Affäre von Wöllerrdvrf. Der Bericht über die Untersuchung wird veröffentlicht. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, wird die Untersuchung in der Wöllersdorfer A.-G.-Affäre von zwei Gruppen geführt: Die eine besteht aus den Buchsachvevständigen, den Professoren Einörl und Schigut, die andere aus Sachverständigen des Maschinenfaches. Das Ergebnis der Untersuchung, die anfangs kommender Woche abgeschlossen wird, wird Verlautbart werden. Nach den bisherigen Ergebnisten sicht es außer Zweifel, daß der Bund um große Summen geschädigt wurde. Ob böser Wille oder Unfähigkeit die Schuld trägt, wird sich bald Herausstellen. Weiters wird uns mitgeteilt: Der Bund hat durch Ankauf des Aktienpaketes des Ingenieurs Alder die Majorität in der Gesellschaft erlangt, doch bleibt ein bedeutender Teil der Wien längere Zeit hindurch vertragsmäßig gesperrt. Der Bund wird nur aas Stimmrecht ausüben können, wenn er die von Ingenieur Mer eingegangene Verpflichtung, mit der bisherigen Majorität zu stimmen, übernimmt. Der an die Stelle des Sektionschefs H i l l i n g e r getretene Staatskommissär ist Ministerialrat Dr. Rücker. Es ist dies bereits der dritte Staatskommissär, der mit der Wöllersdorfer Angelegenheit betraut wurde. Interessant ist, daß Hilliuger noch immer im Berwaltunsrat der G>»sollschc>fi sitzt, obwohl er längst in Pension nph-n mußte. 13. Juni im _ Seife 8 Herrenwäsche nach Hais Berthold Schaar III. Landstr. Gürtel 19. Linien: O, 4, 11$ Tagesbericht. Ae schön geformten Gabeln. Auf der Reichsausstellung zu Wembley wurde diesk^ Tage ein Fortschrittsjubiläum gefeiert. Offiziell war pS freilich nur die Feier der 50jährigen Zugehörigkeit der Fidschiinseln zum britischen Imperium, effektiv jedoch war es ein Jubiläum des menschlichen Fortschritts. Ein halbes Jahrhundert erst steht der Fidschiarchipel unter englischer Oberhoheit und schon weist dort die Entwicklung erstaunliche Fortschritte auf. In einem eigenen Pavillon der Reichsausstellung zu Wembley werden viele fidschische Sachen gezeigt, die die rasche Entwicklung auf der Inselgruppe deutlich veranschaulichen. Aber von allen Objekten, die zahlreich im Pavillon ausgestellt sind, vermag keines den erzielten Fortschritt soi augenfällig zu machen, wie di« schön geformten Gabeln, die da zu sehen sind. Diese Gabeln, von den Fidschiinsulanern selbst verfertigt, smd des Fortschritts sichtbare Zeichen; sie sind handgreifliche Beweise dafür, daß ein menschlicher Fortschritt möglich ist. Bor fünfzig Jahren noch, in der vorenglischen Periode, da waren die schön geformten Gabeln den Fidschiinsulanern heilige Geräte. Damals waren die Eingeborenen der Inseln, die blauschwarzen australischen Papuas oder Melanesier, notorische Menschenfresser. Sie erschlugen ihre Feinde und spießten deren Fleisch bei ihren religiösen Festgelagd» mtt den schön geformten Gabeln auf. Das war vor.fünfzig Jahren. Heute sind' die Fidschiinsulaner gesittete Menschen, die Rindfleeisch essen und tms Brot mit roter Marmelade bestreichen. Also vor fünfzig Jahren noch waren den Fidschiinsulanern die schön gesonnten Gabeln heilige Geräte; unS sind sie heute ein tröstliches Symbol, ein Merkzeichen, das in eine bessere Zukunft weist. Wer daher aus Zweifel an dem menschlichen Fortschritt an der Menschheit verzweifelt, dem sei der Besuch der Reichsausstellung zu Wembley, wo die schön geformten Gabeln zu sehen sind, wärmstens empfohlen. Der Anblick der schön geformten Gabeln wird chm den Glauben an den Fortschritt der Menschheit, an die Möglichkeit des mensch' lichen Fortschritts wiedergeben. S. Meißels. „Wovon werden Ae letzen?" Eine zeitgemäße Rundfrage. Mt Rücksicht auf die besondere Mualität dieses Themas haben wir eine Reihe von Persönlichkeiten um ihre Meinung befragt nnd geben vorläufig einige der emgelangten Aeußerangen wieder: Ein Bank direkter: Wir leben auf einem Vulkan. Der Boden ist konter» miniert, alles stürzt. Wenn Throne gefallen sind, können schließlich auch wir wackeln. Der Grund: DaS sind die Folgen; die Folge: Zugrundegehen. Wovon ich gelebt habe? Nie sollst du mich befragen. Wovon ich lebe? Ist das ein Leiben? Wovon ich leben werde? Darüber möge sich der Staatsanwalt den Kops zerbrechen. DaS Leben ist bekanntlich ein« Rutschbahn: Hinauf, hinunter, hinaus, hinunter. Die Börse ist anders: Da heißt es: immer hinunter. Jetzt wissen Sie alles. Grüßen Sie mir meine armen Klienten! Ein völkischer Bankier: Ich habe mir ein bißchen die Finger verbrannt. Me iw Hoffnung ist die Politik. Bei der macht es nichts, wenn man umschmeißt. Sonst bin ich gesund. Zum Glück gibt es noch' Psychiater. Ich habe in der letzten Zeit viel mitgemacht, a-bev ich hoffe, mich jetzt am Steinhof wieder zu erholen. Heil uiV Sieg! Durch muß deS Kieles Evz! Ei» Theaterdirektor: Es fft eine Kunst, von der Kunst zu leben. Die große Revue hat zwar gezogen, aber die Damen auf der Bühne haben dabei zu wenig angezogen und das hat schweres Geld gekostet/ so daß ich jetzt ganz ausgezogen bin. Jetzt lebe ich von der Einbildung, daß Leute im Zuschauerraum sind. Bor jeder Vorstellung trinke ich immer noch eins, damit ich wenigstens, doppelt sehe. Dabei gebe ich schon Programme und Garderobe! gratis und der Eintritt ist frei. Nur beim Austritt wird abge- sammelt. Aber alles umsonst. Ein Trost ist mir geblieben: der Breitner kriegt auch nichts. Ich plane jetzt eine Tourneen nach Südafrika, von der ich mir viel verspreche. Uebrigens Ist es unwahr, daß meine Bühne zu haben ist. (Wollen Sie sie? Für Sie sehr billig.) Wien, Meu! Ich denke einen langer ‘ Schlaf zu tun. Ein berühmter Stratege: Wo sind die Zeiten? Als noch die anderen fielen wie di. Fliegen, habe ich gelebt. Jetzt ist es bitter. Von dem Memoirenschreiben wird man auch nicht fett. Ich hoffe zwar, daß die Völker bald zur Raison kommen werden und es für mich wieder Arbeit geben wird. Wenn nicht, dann nehme ick ein Engagement in einem Panoptikum an und lasse mich au« stellen. Hurra, hurra, hurra! Sin Raubmörder: Stiere Zeiten, nichts zu verdienen. Dircki M* -a'.s-r. Erwischt man schon einmal einen ausgefressenen > •. w!ü er sich gleich Geld von einem ansborg.-n. r, . >ohr

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