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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-13 · Heft 1913 (13.6.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1913 (13.6.1924)
Date
1924-06-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wiener MovftenzelfUNg. IS. $mü INA m. 1918 Bar der PrMdententvahl M-n. FrM-s i >■■■' ,.i'>n'”ii.;—-—>-- .- - - ■■■ —— - «aDfche» und "französischen Wählern begonnene Wert der Zertrümmerung des Hasses fortzuführen. Wenn das KMn?tt> Marx gut beraten ist, dann verlangt es ohne BoEehalte und ohne Aufwerfung der Prestigefrage den Abschluß an den Völkerbund, der doch in Zukunft, nach dem Sturze Mllerands und Poinoares eine ganz andere Stellung. M den irrternationalen Problemen wird einnchmen müssen. __ Sie Auberfrage Ist Palästina. Verschiebung des palästinensisch-arabischen Kongresses. — Rach dem Muster der Jabotinsky-Methoden. Der für den 15. Juni nach Jerusalem einberufene tsiebmk paWinenisisch-aEsche Kongreß wurde, wie I. T. A. brichtet, aus den 20. Iuliverschobe n. Die palästineWfch-arabffche nationale (gemäßigte) Partei, die zuerst geneigt war, an dem Kongreß teilzunehmen, hat setzt beschlossen, den Kongreß, weil er von der Palästtnensisch-arabischeü Exekutive einberufen wuvde uM deichakö ein Parteikongreß ist, nicht anzuerkennen. Sie will zur gleichen Zeit ihren eigenen Kongreß abhchten. Die palästinensisch-arabische Bauernpartei hat ebenfalls für Juli einen Kongreß einberufen, an welchem Delegierte aus Jerusalem, Nablus, Jenin, Tulkevam, Hehron und Ramleh teilnehmen werden. Die nationale Partei ist zu diesem Kongreß eingeladen worden, Die Vorschläge zur Aktivierung der arabischen Bewegung in Palästina, welche die Palästi uenstsch-arabische Exekutive für den siebenten palästi nerüsisch-arabischen Kongreß austzearbeitet hat, benützen mit Erfolg die Methoden, für welche. Wladimir Jabotinsky in den zionistischen Reihen Propaganda macht; dies zeigt, wie rasch solche. L, Hoden gegen diejenigen ausgenützt werden können, 'denen sie Herr Jabotinsky zur Pvaktizievung empfiehlt. Die Vorschläge der Arabischen Exekutive umfassen; Aufstellung einer arabischen K a m p f l e g i o n, ähnlich der von Herrn Jabotinsky vorg es Klage neu jüdischen Legion. Es soll e>m arabisch^palästinenstscher Fonds eingerichtet werden und die Araber -er ganzen Wetz sollen zu dessen Unterstützung aufgefordert werden. Es soll auch ein Goldenes Puch nach dem Muster 'deD Goldenen Buches des jüdischen Nationalfonds eingerichtet werden. Außerhalb Palästinas wohnende Araber sollen der pMstinenfisch-natio nalisttschen Bewegung - nahe gebracht werden;, besondere palästinenlsisch-ara'bische Organisationen sollen in den verschiedensten Ländern gebildet, werden.' (Was wohl sehr akademischen Charakter hat. Die Hch.) Die Palastinenisisch-arabische Exekutive soll umovganisiert werden und besondere Abteilungen für Politik, Wirtschaft, .EMieWng und Propagandatätigkeit einrichten. Gm Teilnehmer an den Jaffaev Exzessen freigelassen. '; JKrusslem, 11. Juni. (I. T. A.) Das Ävgan der Palästinensisch-ara'biMn» Exekutive „Felastin^ berichtet, daß der stwstzist Mal Mali, der wegen Teilnahme an den antijüdischen, Exzessen in Jaffa im Mai 19A. zu zähn Iah« ren Gefängni's verurteilt worden war, wegen guter Führung im Gefängnis fveigelassen worden ist. Hie FlüKtlingsfragen vor dem Mkerbnnd. Die «rsiischen, griechischen und armenischen Flüchtlinge. -Senf, 12. Juni. Jwr Laufe der Sitzung des VWerbuNdraies, die heute unter dem Vorsitz des tschecho-slowakischen AußerrmmisterS Dr. Bene sch stattsand, hat sich der Völkerbundrat hauptsächlich mit der Frage der russischen, griechischen und armenischen Flüchtlinge befaßt. Wa's die russischen Flüchtlinge betrifft, hat der Rat nach einem Gedankenaustausch, an devh r sich hauptsächlich Benesch, Branting, Elauzel, Gwani, Lord Parmoor und Souza Dantas beteiligten, eiium Vorschlag des norwegischen Delegierten Nansen angenommen, der di« Stellenvermittlung und die RAckschaffung der Flüchtlinge dem internationalen Arbeitsbureaü zu übertragen wünscht.' Nansen führte aus, daß das internationale Arbeit sbureau bester organisiert sei, um die vielfachen Fragen 'der Arboitsvermittlung und der Auswanderung zu behandele Und die notwendigen Vorkehrungen zu treiffen, damit die FNchKinge nicht ausgebeutst werden. Ohne der «EnDfcheidung des Verwaltung'srateS des internationalen Ar* beitsbureaus vovgveifen zu wollen, hat der Völkerbund beschlossen, den Antrag Nansen anzunehmen. ' Was-die griechischen Flüchtlinge betrifft, hat her Rat beschlossen, die Hilfsorganisationen auf die Notwendigsitit au'fmerksam zu machen ihr karitatives Wirken im Jn-ieresse der griechischen Flüchtlinge fortznsetzen. In der Tai bedürfen noch 600.000 g r i e ch i s ch e F l ü ch t I i n g e der internationalen Hilfe. Was die armenischen Flüchtlinge anlangt, hat der VbKerbundrat beschlossen, die Mitglieder des Pölkerbu^des und auch die anderen interessierten Regierungen außzufprdern, ihre wohlwollende Aufmerksamkeit hem Pleme.einer Identitätskarte für die armenisch e n F l ü ch t l i n g e zuzuwenden, die nach dem. Müswr des Jdentitälsauswe.ses für die russischen Flüchtlinge abgsfccht werden fall. Gnani erstattete sodann über die in Rom stattgefwnldende Auswanderungskonferenz Bericht, an der er'in seiner Eigenschaft als früherer Präsident de? MOWevbundvakes teilgenommen hat. ' Die Sitzung wurde hieraus für nichtöffentlich und der VöKerbnndrai wählte den schweizerischen gierten Leopold Dubais ins Fluarrzkomitee. Die Mehrheit der Linken für Painleve. — Eine Erklärung * Doumergues. Paris, 12. Juni. In der Borversammlung der A inkSgrupp«n ergaben sich 306 Stimmen für Painleve und 149 Stimmen für D oume r gü e. Auf Poin eäre entfiel 1 Stimme, 19 Stimmzettel wapen ltzer. Das Kartell der Hinken hat zu Doumergue eine Abordnung entsendet, um ihn zu ersuchen, zugunsten Painleves von der Kandidatur zurückzutreten. Doumergue erwiderte, er -rauche nicht zurücktreten^ da er von der vorbereitenden Versammlung nicht zum Kandidaten ausgestellt worden sei. Doumergue fügte hinzu, daß er für den Fall einer reaktionären Kandidatur die Verpflichtung übernehme, zugunsten desjenigen republikanischen Kandidaten, der die meisten Aussichten hätte, zurückzutreten, falls er selbst in der Minderheit bliebe. Daraufhin , ersuchte eine Abordnung ds NnkskartM unter Führung Herriots und Briands Painleve, seine Kandidatur zurückzuziehen, um auf diese Weist außerhalb der Personen des Senats- und des Kammevprüsidenten eine dritte Kandidatur zu ermöglichm, die geeignet wäre, die Gesamtheit der republikanischen Stimmen auf sich zu vereinigen, da tM sozialistische Gruppe es ablehne, für D o u m e r g u e zu stimmen. Painleve erklärte sich bereit, seine Kandidatur unter der Bedingung zu r ü ck z u z i e h e n, daß auch Doumergue sich der Bestimmung eines dritten republikanischen Kandidaten füge. Eine Abordnung hat sich zu Doumergue begeben, um ihm die Absichten Painleves bekanntzugeben und ihn um Bekanntgabe.der seinigen zu ersuchen. Doumergue erklärte beim Empfang der MitteAung von den Absichten Painleves, daß er seine Stellungna hm e auf recht.« r halte. Das Linkskartell'wird morgen in Versailles vor Eröffnung des Kongresses eine neuerliche Vollversammlung abhalten und hat beschlosten, die Kandidat n r P a i n l e v e S a u f r e ch t.z u e r h a l 't e n. Begegnung Heniot-Mat Donald. Der stanzösische Premier für eine Bersiändiguug ohne Gewaltmittel. London, 12. Juni. Herriot erklärte hey Pariser Vertretern des „Daily Expreß", er hoffe, am 20. d. M a e Donald in England zu begegnen, und'wird sofort best Da wes-Plan besprechen^ Bezüglich Deutis chländs will Herriot eine innigere Zusiammen- <x r b e i t. Er will sein Bestes tun, um eine' V e r st ä n d iig ung o h ne' Ge waXimi'tt«I zu erKstlem Abgeordneter Blum habe- Herriot die Unterstützung der fran- Mschen SoziaWen versprochen. Herriot will W poHommemn Einverständnis mit chm Vorgehen. , , Deutschland und der Mllerbund. Englands Vorschlag an Berlin. Berlin, 12. Juni. i^TÄ. der ,Wiener MorVenKeiÄvng".) Nach < einer Meldung des ^Dailh Tslegrap^^ soll die englische Begierun-g sich zurzeit in Berlin darum bemühen,; von der deutschen Regierung eine Zusage zu evhalten, daß Dmtlschlänid vor der für den 11. September d. I. in Aussicht genommenen Bollve-rsammlüng dB VHlkeMndeS Zeinen Antrag wegen Aufnahme in den Völkerbund stellen werde. Mar Donald beabsichtige, so heißt eS weiter, die Volkep'bundtaigung als Podium für die Durchßülhvung wichtiger Maßnahmen zur Sicherung des. Fviedens in Europa zu beMtzen, und Mussolini habe bereits zugesagt, her Völkechundversammlmvg persönlich berzuwohnen. Hierzu teilt die Z." mit, an den in Betva'cht kommenden deutschen Stellen sei von/ den angedeuteteir Schritten nichts bekannt, In jüngster Zeit seien Sondierungen, wie sie vor einigen Monaten allerdings v o % wi chtamtliche n - Perisönlichkeiten unternommen wurden, nicht evfolgl Doch ließe sich der augen- Mckliche Stand der Dinge wohl so charakterisieren, daß eine grundsätzliche Neigung zum Beitritt zuM Völkerbund auf deutscher.Seite bestehe, vorausgesetzt, dgß Deutschland als voMerechtigtes Mitglied und unabhängig von der Regelung und Abwicklung der Repa rat io ns frage aufgenommen und entsprechend seiner Bedeutung und Bevölkernngszahl auch in den Rat des Völkerbundes zngÄassen werde. * - ' i'7, fine MtzungraMon der Berliner Großbanken. V e r l i n, 12. Juni. (Tel. der ,Mr. Morgenzeitung".) Die Berliner Großbanken habe» eine Stützungsaktion für tzen BsWner Effektenmarkt beschlossen. Die zur Verfiigung gestellten Gelder dienen dazu, vesynders dringende Angebote ip Effekten anfzuhalten, um die katasttophast Knrsentzv'^lung der letzten . Ta«e einzudämmen. Sie Kandidatur Eoolidges. Clevelattd, 12. Juni. Eoollidäe^ist vM repltt Manischen Konvent zum PräisidenischaftSvaMdaten miniert worden. M Zudrnversolgunge» in RMand. AuSschlnß der jüdischen Studenten aus den UrttversitAe^ Neue Zionsttenverhqfttmgen. Aus Riga berichtet I. T. A.: Wst bekannt, werhen jetzt die rustischen Univ ersitäten von chen . n i ch t P r v l etarischen Elementen gesäubert; diese „SäubevungSaktion" hat ungefähr 80.000 Stüdenteü die Tore der. russischen Universitäten v e rspe r r t; der größte Teil davon sind Juden. In Petersburg bevanistalteten mehrere tausend Studenten einen Protestllmz-ug gegen die „Säubevuntz"; dabei wurden etwa 700 Demonstranten vevhaftet. Ist -er sttzstn Zeit sind steu e Älässenverhast kU'Ngen Unter den Zionisten ist der Ukraine, hauptsächlich unter den Zeire-Zion und Ehaluzim, Vovgelko mmen. Die meisten Verhaftungen geschahen mCharkow, Kiew und Winitza. Auch, in Hestingrad wurden einige Zionisten verhaftet. Es ist dies der erste Fall, daß in Leningrad auf die'se Weife gegen Zionisten 'vovgegaüge» wird. Die zweite Wische kmigrationskonserenz, Beginn am 12. August ln BeMn. In diesen Tagen fand, ^wie I.. T. A. berichtet, in Berlin dir Plenarsitzung des Vereinigten Komitees für Wische Austmudemng (Emigrationsdirektorium) statt,, auf der hauptsächlich die Frage - der Einberufung der zweiten allweltli chen jüdischen GmigvaÄonskonserenz erörtert wurde. - Im Hinblick auf die durch die neuen amerikauiifcheq GinwanderuugSgesetze geschaffene Lage wurde beschlossen^ die zweite jüdische -Emigratlynskonferenz Kr den 12. August 1924 nach Berlin einzuberufm. Zu dieser Konferenz wurden sämtliche jüdischen Enrigvations- und Fmmigratiystsgesellschaften Estrvpas und AmerAaS eingeladen. Die ,HiaS" in Amerika, der Jmmi« granterchiffsverein in Kanada und daS ZenträNMskomitee in Argentinien haben dem GnftgrationMvektorium bereits mi^tgeteilt, haß sie Delegiert« zu dieser Konferenz nominiert haben. , ’ . < " Haisa als Leltankstelle. Mtzendienst der „Mrner MorgestzMeng^- -" Jerusalem, 10. Juni. Me Ihr Korrespondent ersäht ' beabsichtigtdie - englische-.Regierung, von den ErldAffeldern Mofsül'S ustch H aifa eine Röhxestle it^stg lßgey, ko daß Haifst D. ^auifftelle fstr haS östliche. MiftÄ»-. meer filUgieren , Würde.- Wennldiestx Plan duxchgesührf. wird, «würde PaMsüma als Transttplatz -esmefopotamischen GrdM in den MttelPurÄt der hochevastatWest EMMrd« schap gerückt werden.'/ : DK AadK-PaM wird MM. Wie die Grazer ,/Tagespost" aus B e l g r a d. mckdek," beschäftigte sich der gestrige Ministe rrat mit der Frage der Auflösung der jeroatisch-republiLan-ischen. Bau«rnp«rtei. M GvUlNd hiMr wird angeführt, daß der Führer der Partei, Radie, nach Moskau abgereist sei, wo er mit Dhrendm Soiwjetpckitikern Konferenzen abhalte. Auch seine Aeuß^vung, daß er immer «in guter und offener Freu.nd der. Sawjetregie-. rung sein werde, habe in RegieruugSkreisen Perstimmend. gewirkt. Mt Rücksicht daraus, daß die Kommun ist e-u in Kroatien mit der Radie-Partei Hand in Hand gehen, beabsichtigt die Regierulnggegen die Radio- Partei das Gesotz.zum Schutz des Staates auznwenden. Zuerst sollen die Gemeindevertretungen,. wo die. Radie-PaM und die KomMpnisten die Mchchest habere und dann die KrrteileitungM anfg-elöst werden. Eine Einmengung der DonaukommMo« in die ungarische Gesetzgebung. Budapest, 11. Jrmii, (Del. d. ,Mr. Morgeilzeitung".^ In der gestrigen Sitzung ^des -parlamentarischen JustizaüSschuffes wurde dir Verhandlung' Liber die neue Strafnovelle fortgesetzt. § 40 dieser Novelle handelt von den gemeingesährlichen Handlungen, zu welchen in dem Regierungsentwurf auch eine StövuM öffenKcher Betriebe durch Streik oder durch Aussperrung gezählt wird. Zur Uebervaschung der Wi-tgliedhr des Ausschusses beantragte der Referent Miko ve Nh i die Streichung der Bestimmung, welche auch die AuKsperruns unter StraffsMion . stellt. Die Erregung Wuchs, als der Referent, diöse Modifikation damit begrün^ dete, daß die internationale Donau'kommist s i o n einen die'sb^üglichen Wunsch geäußert habe. . JustiMinifter Paul Pesthy unterstützt« den Antrag hes PerichieMtters und erklärte, daß ein Mitglich der Do-mmkommissbon ihm vertraulich mitgeteilt habe, daß die Donaukommission sich einmengen würde', 'wenn der Gefetzesparagraph über die sträfliche Störung von öffentlichen! Betvicheu durch Aussperrung der Arbeiter in Kvcvft treten M, Nach einer läMreu Debatte, ist welcher sich Pie Oppv» sitionsredner auf das schärfste ftwohl gegen Len. PaiM graphen selbst als auch andererseits gegen die fremde Einmischung in inueMlitifche Angelegenheiten Ulbgarns wendeten, nahm der Ju-stizausschuß die beantragth.MMfhkstiott '^es Mragraphen Wt StimmenmehrMt <m»

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