Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1911 (11.6.1924)
- Date
- 1924-06-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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^WWUW^^^s-^M'M^W'^MM^'AMHx-.-SM-sM j'ps Nr. 1911 Wen, Mitttvo'H_ Me er gemacht wird. (Gigendienst der ,Memr Morgenzeitung".) Budapest, 10. Juni.Wie -ereits gemÄdet, kam es vor eimgen Wochen an der Universität von Fünfirrchen zu großen an ti sem ltiisch en SLudeutenkraüvalleu im Zusammenhang mit dem Gerücht, daß jüdische Mchizmer die Leichen in dev Anatomie geschändet hätten. Der Rektor der Universität ordnete eine Untersuchung an, in deren Verlauf der Univevsitätsdiener Hufnagel vor dem Disziplinarausschuß das Geständnis machte, daß er selbst die den jüdischen Stuidenten in die Schuhe geschobenen HaMungen an den Leichen der Anatomie vorgenommen halbe. Der Diener wurde daraufhin sofort entlassen. Kein Paraveisraelit. Budapest, 10. Juni. (Del. b. ,Mr. Morgenzeittting".) In bezug auf die vor einigen Tagen in den Budapester, Matter» erschienene Meldung über die Aufnahme eines jüdischen Mitgliedes in das Kapitel des Heldenvereins, veröffentlicht das Ordenskapitel im Wege deS Ungarischen DelegraPhen^KorrefPondenz'bureaus eilte' Erklärung, in der mitgeteilt wird, daß der Komäder Schnittiwarenhändler Alexander Weiß um stine Ausnahme in den Heldenorden nichtange sucht und sonach 'in den Orden nicht aufgenornmen wurde. Die Finanzlage Polens. Ein Expose des Ministerpräsidenten. (Mgeudieust der ,Mener Morgenizeituug".) Warschau, 10. Juni. In der heutigen Sitzung deS Sejms erstattete Ministerpräsident Grabski ein Expose über die f i n a n z i e ll e L a g e des Staates. Vor der Rede des Ministerpräsidenten erhoben die Ukrainer und Weißrussen stürmischen Obstruktiouslärm. Erst nach längerer Zeit konnte Grabski zu Worte kommen. Er schilderte die gegenwärtige wirtschaftliche Lage des Landes. Ein Beweis für die wirtschaftliche Stärke sei, daß die Außenhandelsbilanz auch weiterhin aktiv bleibe. Wem man berücksichtige, daß demnächst die italienische Anleihe dem Lande zufließen werde, so könne schon heute gesagt werden, daß der Vorratan fremden V a l u- Uti u m 218 Millionen Zloty steigen werde. Sesterreich vor dem Völkerbund. Aus Genf wird uns gemeldet: Die österreichischen Minister Grünberger urd Kienböck, die am Sonntag abends hier eintrafen, hatten gestern «ine längere Besprechung Mit dem tschechischen Außenminister Genesch. Am Mittwoch beginnen die Beratungen des KontroMomitees und de's Finanzausschusses. Freitag wird Generalkom- M'issär Dr. Ziurmerman vor dem Rat des Völkerbundes seinen Bericht über die Sanierung Oesterreichs erstatten. Die österreichische Frage wird dann von der Tagesordnung für so lange abgesetzt werden, bis das Kontrollkomitee fern Referat erstattet haben wird. Gestern abends ist die ungarische Delegation in Genf angekommen. Bon den Fragen, die bei der Tagung des BölkerbundrateS eine Diskussion Hervorrufen werden, ist nach Pariser Meldungen die Frage der Prüfung derdeutschenNote bezüglich des Saar gebietehervorzuheben. Weiters dürften auch die Punkte bezüglich der Militärkontrolle, über die Entwaffnung Oesterreichs, Ungar ns und Bulgariens zur Diskussion führen. Ae österreichisch-tschechische» Vorkriegs, forderungen. Prag, 10. Juni. (Tfchecho-slowak. Preßbnreau.) Seit dem 19. Mai 1924 finden imPvager tschecho-slowakischen Finauzministevium Verhandlungen mit Oesterreich bezüglich der Ausgleichung der gegenseitigen A'Itkronenforderungen und der damit zusammenhängenden Fragen statt. Die Verhandlungen nehmen im ganzen einen günstigen Verlauf und nähern sich dem Abschlüsse. Es ist bereits gelungen, prinzipielle Vereinbarungen nahezu' in allen größtenteils komplizierten und schwierigen Fragen zu erzielen, so daß bereits zur Abfassung des Vertrags textegeschritten werden konnte. Es steht zu erwarten, daß nach der Rückkehr der österreichischen Delegierten, die SaNlstag abends nach Wien gereift sind, auch die noch ausftchenden Fragen einvernehmlich erledigt werden und daß der Vertrag über den gesamten Fragenkomplex in d en nächsten Tagen unterfertigt werden wird. * Bekanntlich ist im Sinne des^von der römischen Konferenz der Nationalstaaten gefaßten Beschlusses zunächst die Anmeldung der Forderungen und Verpflichtungen sowohl in Oesterreich w sein der Tschecho-Slowakei angeordnet worden, um einen Aeberblick über den Stand der gegenseitigen Forderungen und Schulden zu gewinnen und dann bezüglich der Abstattung des Saldos Vereinbarungen zu treffen. Das ist jetzt geschehen. Aus dem Clearing ergab sich ein Passivsaldo für Oesterreich in der Höhe von annähernd einer Milliarde alter Kronen. Aus Prag wurde gemeldet, daß die AusgleichSguote 35 bis 30 Prozent betragen dürste, daß also der österreichische Schuldner den Schuldbetrag in 26 bis 30 Prozent tschechischen Kronen abzu statten haben werde. Für Hypothekarfor- Wiener Morgenzeitung. Herrenwäsche nach Mass BerfthoSd Schaar III. Landstr. Gürtel 19, Linien: O, 4, 118 Ae letzte« Kurse. Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung"? London, 10. Juni. Die Börse war nach den Feiertagen in freundlicher Stimmung, doch waren die Umsätze gering. Minenwerte wäre»; erholt, ebenso auch die. heimischen Eisenbahnen wegen de8 bereits äbkltngenden Streiks. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf die Oelaktien, von denen LobitoS um */» höher waren, in Erwartung des Bonus nach der Generalversammlung Mexi- Äe Eagles waren scharf erholt und stiegen um 14 Schilling, x um 1 Schilling. Hingegen waren Royal Dutsch 35 bis bis 37l/s, Shell 24 bis 25 und Teeaktien um 78 bis 25, Earl um 27 bis 62V, niedriger. Der Wechselmarkt war wegen der unsicheren Pariser Situation abgeschwächt. Wechselkurse: New-Dork 4,30,92V,, Paris am Anfang 86,80, am Schluß 86,60, Brüssel 98,187. Berlin 18 Billionen, Men anfangs schwächer, am Schlüsse 806,600, Prag 147 60 Amsterdam 11,51, Christians« 31,765, Stockholm 16,26, Kopenhagen 26,575, Schweiz 24,495, Finnland 171,75, Rom 99,25, Madrid 32,065, Warschau 22,40, Athen 245.60, Sofia 610, Bukarest 1010, Konstanttrropel 83,5, Budapest 380.000 bis 400.000, Riga 22,38. Oesterreichische Anleihe 89,50, tschechische 98,5o, Prag 90, Skoda 93, Bankverein 8,3 bis 9,4, Bodenkredit 19, Central Mining 11,12V», DianronS 16, Debeers 12,25, General Mining 13,50. Rio Tinto 32,50. Baumwolle: Liverpool: Nm 11 Uhrr Amerikaner 20 bis 31 Punkte niedriger, Juni 17,21, Juli 16,75, Oktober 15,05, Jänner 14,65. März 14,40. Mittags: 33 bis 30 Punkte niedriger. 1 Uhr 16 Min. notierten: Juni 17,08, Juli 16,66, Oktober 15,04, Jänner 14,65, März 14.40, ägyptische 22 bis 20 Punkte niedriger, Juni 21,78, Juli 21,28, August 20,93, Oktober 19,70, November 19,05, Full middling 17,5. Metallmarkt: Standard Kassa 61,15 bis 61,17,6, dreimonatlich 62,12,6 bis 62,16, Elektrolyt 67.6 bis 67,15, Zinn Standard Kassa 216,5 bis 216,10, dreimonatlich 216.5 bis 216,10, Blei englisches 34, ausländisches 33 bis 30, Messing ausländischer 31,16. London, 10. Juni. Devisenschlußkurs er Wien 306.000, Prag 147.50, New-York 4,30*'/„, Paris 86,15, Brüssel 98,25, Rom 99,25, Zürich 24.476. Madrid 32,055, Amsterdam 11.51V«, Kopenhagen 25.575, Christicmia 31,805, Stockholm 16,225, Helsiugfors 172, Berlin 18 Billionen. Paris, 10. Juni. Die heutige Börse war ungemein still und lustlos. Der Mangel an Geschäft ist das Kennzeichen des heutigen Börsetages. Bei der allgemeinen G^schästslosigkeit war es naturgemäß, daß alle Kurse rückgängig waren, besonders französische Renten und französische Banken, ebenso Rio Tinto. Russische Werte sind im allgemeinen iw Fortschritte begriffen, ebenso russische Jndustriepapiere. Wechselkurse. London 85,20, New-Iork 19,875, Wien 26,875. Prag 68,60, Bukarest 8,48. Paris, 10. Sunt. (Radio.) Effektenschlußkurse: Banque de France —, Pragobanka 415,—, Credit Lyonais 1505, Suez 14,110, Platine 757, Dabrowa 762, Banque Ottomane 760, Central Mining 950. Rio Tinto . Le Naphta Russe —, Sueeerie d'Egypte 1016, Bakou 2600, CautchoueS sin 164.60, Chartered 46.—, Debeers ordin. 1064, GoldfieldS 81,50, HuanchakaS 931, Jägers Fontain Malacca ordin. 140,—, Maltzoff 445, Mexiean Eagle , Padang 341.—, Rand Fontaiü 98,25, Randmine 266.25, Silva plana Tanaanhika 163,-, TuLiee soie 615.-, Utah Co pp er 1390, Shell 366.-, Royal Dutch 30.300, Burmah —. Aew-AorK» 10. Juni. Effektenbörse. Canadian Pacific 145,16, Union Pacific 130,50, Union Steels 94,75, Royal Dutsch 49,75, Atchinson 102, Baltimore 54,62'/., Southern Pacific 88,87,6, Milwaukee 11,87, Chasepake 78,25, Eari 27,62'/,. Aew-Dork» 10.Juni. (Radio.) Devisenschlußkurse. Taggeld 2% Wechsel aus London 4,31,60, 60 Tage-Wechsel 4,28, Parts 5,06, Amsterdam 37,37, Berliner Schlußkurs 23'/, bis 24, Prag 2,92, Silber 67. d e r u n g e n soll sich die Quote bitz zu 50 und 60 Prozent bewegen. Mit dem Abschlüsse der Prager Verhandlungen über die alten Kronenforderungen wird eine Frage aus der Welt geschafft, ük seit einer Reihe von Jahren aus der Tagesordnung stand und tu» allmählich der Reise und nunmehr der Entscheidung zugesührt werden konnte. Ser Vizekanzler Wer die Aefoldmgsrefom. Die Donnerstag-Versammlung abgesagt. In dev gestrigen Sitzung des 25eEusischusses der Bundesangestellten erklärte Vizekanzler Dr. Frank, es sei unmöglich, höhere Beträge als die im Normallbudget eingesetzten, beim Völkerbund durchzusetzen. Alle Ausgabenposten seien auf das knappste bestimmt und man könne andere Ausgabenposten zugunsten der Bundesangestelltensorderungen nicht kürzen. Es handle sich diesmal um eine -efinitwe Befoldungsovdnung und die Regierung wolle erreichen, daß die Sanierungsperiode als beendet erklärt werde. Dev MzMchler bat schttetzlich, ihm mitzuteilen, ob die Organisationen bereit seien, auf dieser Grundlage, das heißt ohne weitere finanzielle Aufwendungen,'die Verhandlungen über die Besoldungsreform' weiter Zufuhren. Er zweifle nicht, daß man zu einer Uelbereinstimrrmng gelangen werde. Es fand hierauf eine interne Besprechung des 25er- AusschuffeS statt. Während dieser Beratung sprach der Obmann des 85er-^lusschusses beim Vizekanzler vor. Dr. Frank erklärte, daß Vertreter der Regierung in der heute stattfindenden Sitzung des 25er-Ausschusses mit V o l l m a ch t e n erscheinen und die notwendigen Mitteilungen machen würden. q- Der 25er-Ausschüß verlautbart: Infolge der noch nicht geklärten Situation hat der 25er-Ausschuß in der Sitzung vom 10. d. beschlossen, die für Donnerstag den 12. d. in Aussicht genommene Versammlung sämtlicher Organisationen vor dem Rathause für dielen Zeitpunkt abzu sagen. '11. Juni im_Geil« 8 Tagesbericht. Irr MkIqö, fein Wesen und fein Wes. Herr Oberrabbiner Dr. H. P. ChajeS de» handelte am ersten Tage des Schewuothfestes aufs seiner Kanzel dieses Thema und verband in ge»! dankenreicher Darstellung den Gesichtspunkt der! Wissenschaftlers mit dem lebensvoller Aktuali-j tat. Ueber die wesentlichsten Grundzüge dieser. Rede sei hier sn freier Reproduktion berichtet.; Neben den bekannten beiden Fassungen des Dekalogsi im Exodus und im Deuteronomium, die nur in einzelnen belanglosen Varianten und hauptsächlich in der Begründung des vierten Gebotes eine redaktionelle Verschiedenheit answeisen, befindet sich tat 34. Kapitel des zweiten Buches Mosis eine dem Dekalog an Rang und Bedeutung gleichwertige, gleichfalls auf den Sinai bezogene Grirndverfassung des jüdischen Volkes.,' Sie wird von der Thora ausdrücklich als eine solche bezeichnet,: auf Grund deren Gott mit Mose und Israel den Bund ge-' schloffen hat. Mit dem Dekalog verglichen, weist sie mannig-; fache Unterschiede auf. So ist dort der EiNschärsung der Feier ’ der Festtage ein breiter Raum gewidmet und kultische Verordn nungen mannigfacher Art werden angeführt. Legt man sich nun die Frage vor, was eigentlich für dies Wahl des Dekalogs als Grundtext der Versa sfung Israels zu ungunsten dieses 34. Kapitels tntj Exodus entscheidend war, so gibt uns die Einleitung zum! Zehnwort einen Fingerzeig. „Ihr sollt nur sein ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk." Das jüdische Volk war dazu berufen, diese Verfassung als Botschaft an die Völker der Erde w-r ite rzugeb e n. Es sollte und mußte also der Welt eine Lehre vorlegen, die geeignet ist, sein Priesteramt unter den Völkern zu fördern. Das war aber nicht die Version, wie sie Exodus 34 vorliegt, mit ihren nur dem Mischen Volke eigenen Bräuchen und Lebensformen. Dazu war in höherem Grade der Dekalog tauglich, der die allgemeinen Sätze kultureller Grundsorderungen enthält. Nur dieser war auf die Bedürfnisse der großen jüdischen Propaganda eingestellt. Denn eine Mische Propaganda hat es seit den Tagen des babylonischen Exils immer gegeben. Wohl nicht in dem Sinne, daß wir von den Heiden und Andersgläubigen die Annahme des Judentums gefordert hätten; aber eine sach-! liche Propaganda der Art, daß die Kulturideen deS Judentums der Menschheit vermittelt werden sollten. Hätten wir Juden dies nicht getan, wir wären des Besitzes dieser ewigen Güter nicht würdig gewesen. Der Dekalog nun war das vorzüglichste! Instrument dieser jüdischen Propaganda.! Man halte dem nicht entgegen, daß ja das im Dekalog erneu so breiten Raum einnehmende Sabbatgebot doch ein spezifisches Gesetz einer Religiösität für das jüdische Volk ist. Denn gerade der Sabbat übte auf die heidnische Welt von jeher eine ungeheure Anziehung aus. Der Sabbat war, trotz aller Versuche, seine Existenz auch bei anderen Völkern der alten Welt nachzuweisen, eine einzigartige. Mische Schöpfung.! Und schon der große, unbekannte Prophet des babylonischen^ Exils erwähnt die Sabbatfeier der heidnischen „Gottesfürchtrgen". Das Sabbatgebot widerspricht nicht nur nicht der, Eignung des Dekalogs, das Bundeswort zu sein, welches das^ jüdische Volk an die Völker der Erde weiterzugeben berufenwar, sondern es erhöht geradezu seine Tauglichkeit für diesen' Zweck. Der Dekalog hat seinen Weg über den Erdball arge«' treten. Er hat im Wege der jüdischen Propaganda und durch, die dem Judentum entstammten Religionen die Herrschaft! über die Knlturwelt in wesentlichen Teilen bereits erlangt. So! ist der Sabbat in der Form der Sonntagsruhe als kirchliche und staatliche Einrichtung fast überall zur Anerkennung gelangt. Wird das Zehngebot aber sein Ziel voll und ganz erreichen? Und wird es dies nur mit Hilfe des jüdischen Volkes oder auch ,ohn^ dasselbe erreichen? Zur Beantwortung dieser Frage muß man die Besonderheiten des ZehnwortS in seiner Mischen Auffassung sich vor Augen halten. Wohl haben die Völker die einzelnen Materien des Dekalogs gewissermaßen im Rohstoff sich zu eigen zu machen gewußt; den inneren Sinn und Geist! hat vorerst und bislang nur unser Volk ersaßt. So mögen sie! zum Beispiel den Monotheismus, den das Judentum zuerst! der Wett verkündet hat, als Forderung des zweiten Gebotest angenommen haben; jedoch der vom Judentum verbotene: Bilderdienst harrt noch der allgemeinen Anerkennung. So ist! auch das Verbot des Falscheides und der lügenhaften Zeugen-! aussage noch lange nicht gleichbedeutend mit der absoluten ■ Heilighaltung der Wahrheit in Gedankem und Rede. Im Ber-i halten gegen Ettern gelten allerdings äußere grobe Verstöße' gegen das Klndesgefühl auch schon in den ältesten, dem Zehn-! gebot parallelen Gesetzgebungen als sündhaft. Was aber der' Dekalog fordert, ist weit mehr. Er fordert die Ehrung von | Vater und Mutter und gebietet zugleich den Ettern, sich als; der Ehre würdig zu erweisen. Und ob auch der Mord allgemein | als verwerflich gilt, ist es doch nur das Judentum, das fein-' sinnig lchrt, den Nebenmenschen durch Beschämung in seiner: Ehre töten, ist eine dem Morde gleichwertige Sürche. Und' Ehebruch und Diebstahl sind nur materiell vermieden, solange \ /das im zehnten Gebote verwehrte Begehren Mch dem, was. des Nächsten ist, noch besteht.; So hat das Jridentum der Menschheit vieles noch zu bieten, was zum vollen Erfolg des Dekalogs als der an tie: Menschheit gerichteten Botschaft der wahren Sittlichkeit vonnö ten ist. i Wollte man aber dem entgegeirhalten, daß das Mische; Volk selbst, namentlich dem zweiten Teil der Sinaiverfaffung - und den dort ansgestellten Verboten noch zu wenig bedingungs-! lose Geltung einräumt, als daß die Welt seiner Mithilfe nicht; sollte entraten können, wenn das Zehnwort feinen Endsieg