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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-08 · Heft 1909 (8.6.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1909 (8.6.1924)
Date
1924-06-08
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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V Seite 16 Wien. ©oimte# Ms ältester Kurort der Tschecho-Slowakei 'bezeichnet sich daS Bad Teplih-Schönau. . Heiße Thermen, die auch in -veralteten Fällen von Rheumatismus, Gicht, LLhmmigeu, Neuralgien, Hysterie, Hautkrankheiten, Frauenleiden, Nierenleiden und Blasenkrankheiten wirken. Kosten einer Kur in den Hauptfltranstalten (Kurhotel Steinbad, Städtisches Kurhaus): Einbettige Zimmer chro Woche 120 Lis 210 K., zweibettige 200 bis 300 K., im Stadtbad 25 Prozent billiger. Verpflegung (drei Hauptmahlzeiten) 25 bis 30 K., Thermalbäder 10 K., Radiumbäder 12 K., Moorbäder 20 bis 27 K., Kohlensäurebad 18 K. Gesamtkurkostcn pro Person täglich 50 bis 100 K. Die Kurdirektion schreibt: Die Juden frage konnnt im Kurorte überhaupt nicht in Betracht. Für rituelle K ü ch e i st g e sorg t. Kurtaxe 100 K., für Minderbemitelte 60 bis 20 K. Kurorchester, Theaterauffiihrungen, Sportfeste, herrliche Gebirgsgegend. , Neben Karlsbad ist noch MarLenbad sehr teuer. Der -Bericht des Handelsministeriums besagt: Zimmer 12 bis 60 K., Verköstigung von 40 bis 70 K. aufwärts. Eine Mitteilung von der Kurpachtgescllschaft ist-uns bisher nicht zugekommen, auch nicht von Joachimstal, dessen Zimmerpreise amtlich mit 20 bis 96 K. -und die Verköstigung mit 35 K. aufwärts angegeben werden. Wie man sieht, ist es im allgemeinen in den tschechoslowakischen Kurorten nicht teurer als bei unseren biederen Landleuten. Dafür sind aber alle Annehmlichkeiten eines großen Kurortes vorhanden, weshalb die Wahl nicht einen Augenblick schwer fällt. Wiener Morgeirzeitrmg. 8. Juni IM «. um Die Vorgeschichte meines Bettelganges ist rasch erzählt. Wir hatten uns beide in den Fall verbissen. Das geschieht jedem Fürsorger von Zeit zu Zeit, denn zum Glück stumpft man nicht ab und die Vorstellung der Unbeteiligten, daß Fürsorger daran, „gewöhnt" sind, Kinder, Greise oder Kranke hungern und verzweifeln zu sehen und sich darüber nicht mehr „aufregen." — eine Vorstellung, der man immer wieder begegnet —, zeigt von absoluter Verständnislosigkeit. Wer das kranke Mädchen in seiner Hilflosigkeit gesehen hätte, müßte sich entschlossen haben wie wir: diesem, jungen Menschenkind m ü ß geholfen werden. Aber diese Hilfe konnte nur in einer Kur bestehen, die durch zwölf, vierzehn, vielleicht sogar achtzehn Monate weilergeführt werden müßte. Unfr jeder dieser Monate kostet 1,8 Millionen Kronen. Das ist sehr, viel .Geld und meine Erfahrung hätte mich abhalten sollen, mich ruf die.Sache einzulassen. Gottlob hört man meistens itidjt auf seine Erfahrungen. Aeberdies hatte Freund Max eine vortreffliche Idee, durch die die Geldbeschaffung wesentlich erleichtert wurde. Er stellte nämlich fest, daß man 1,8 Millionen durch zehn dividieren könne, und in weiterer Verfolgung seiner mathematischen Eingebuirgen, daß das Resultat einer Teilung durch 18 nicht widerstrebte. Es gilt also „nur", 18 Menschen ausfindig zu machen, von denen jeder wieder, zehn aufspürte, die bereit wären, je 10.000 Kronen monatlich zu opfern und die Kranke wäre gerettet. Zehntausend Kronen im Monat — 70 .Friedensheller —, eine Lappalie, um die sich memand zweimal bitten lassen würde. Im Nu hatte Mg; die Rollenbesetzung beendet und auch mir den ehrenvollen Auftrag erteilt, zehn „Siebzigheller-Männer" anzuwerben. Nur verläßliche, pünktliche Menschen, womöglich in Wien wohnhaft, mit Telephon und Postscheckkonto äusgestattet nsw. Haarfarbe und Haudschuhnummer blieb mir überlassen. Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg. Ich wußte im vorhinein, daß 70 Friedensheller jetzt zehntausend Kronen.sind, zehn—tau—send. Aber so schwierig habe ich mir die Sache doch nicht vorgestellt. Nummer eins. Sehr erfolgreicher Geschäftsmann, von -Frankenspekulation ungekränkt. Wohlwollend und immer bereit, Witze anzuhören, noch bereiter, sehr kräftige zu erzählen. Nach Austausch der üblichen Höflichkeit'sfragen legte ich den. Zweck meines Besuches dar, erklärte das sinnreiche System, rechnete die 10.000 Kronen in bestrickendster Weise um — der Mann schüttelte immer nachdrücklicher den Kopf. „Nee", sagte er, denn er ist in Wien geboren und ausgewachsen, „nee, faule Sache. Nich zu machen! Auf unbestimmte Dauer lasse ich mich nicht ein.'Das Mädel bleibt dann dreihundert Jahre in der Kur und ich kann zahlen. (Er lachte herzlich.) Aber, wissen Sie was,'damit Sie nicht wieder sagen, ich bin ein Schmntzian (er lachte noch herzlicher, ich kann nicht recht mithalten, denn ich HM mir wirklich etwas Aehnliches gedacht), werd' ich mich mit einer einmaligen Spende loskaufen . . ." Ich bin sehr stolz. Ich Nehme alles, Besonders wenn es viA ist. Ich fühlte mich auch nicht berechtigt, bic 30.000 Kronen 'abzulehnen, die mir der wackere Man«, nt die Hand drückte. Aber ich kvnnte doch nicht umhin, mir den Betrag in aller Stille „umzurechn-Kt" und eine gewisse Enttäuschung zu empfinden. Man darf sich durch Mißerfolge nicht gleich entmutige^ lassen. Also weiter. Nummer zwei traf ich beim Mittagessen in einer geräumigen Veranda im Kreise seiner Familie. Da es einem evfahrungsmäßig alle Menschen übel nehmen, wenn man ihnen während des Essens von" Elendsfällen erzählt, warte ich, bis diese heilige Handlung sich dem Ende nähert. Beim ersten Wort vom Lupus fährt die Dame d>es .Hauses auf: „Trude, Friedl, geht hinaus!" D-ie beiden Sprößlinge entfernen sich' etwas widerstrebend. „Ich möchte nicht, haß Mine Kinder, von 'solchen Dingen erfahren." Mein Eimvüild, daß Lupus zwar ein großes Unglück, aber sicherlich keine Schande ist, wird nicht beachtet. Hautkrankheit — sie weiß, was sie weiß. Was immer ich vorbringe, gegen Vorurteile kommt man nicht auf. Von Nummer drei werde ich! sofort gefragt:" „Ostjüdw?" Als ich bejahe, sagt der Gegner mißla^msch: „Für 'Ostjuden gebe ich nichts, die sollen in Galizren bl-eiben. Wer hat sie gerufen? Wir haben genug mit uns selbst zu tun.". Natürlich hat der Mann vollkommen recht. Niemand hat die kleine Ostjüdin hergebeten, niemand mußte ihr zuredeu, dort Hilfe zu suchen, wo sie sie einzig finden, komrte. Sie hätte ja ruhig zu Hause bleiben können sterben, nach furchtbarem, qualvollem, jahrelangem Siech tüm sterben, das kann man auch in Polen. 'Daß das.Mädchen mit der Kraft ihrer Jugend und der Angst ihrer Jugend vor dem Tod. der Hilfe zustrebte, ist'offenbar nichit so leicht zu verstehen. Um die Sache perfekt zu machen, spricht der Ueberzeugungstreue noch das große Wort: grundsätzlich. Es gibt nichts Schöneres als Grundsätze. Man muß sie respektieren. Auch' wenn sie besagen, 'daß man die Schwester jenseits des Grenzflusses ruhig dem Jammer eines zerstörten Lebens überlassen soll. Auch' der Nächste hat Grundsätze. Sie verbietst hm, Einzelfälle zu berücksichtigen. Er «widmet grundsätzlich nur« Fürsorgevereinen sein Scherslein und da er ein aufgeklärter Mann ist, ebenfalls grundsätzlich nur interkonfessionellen. Für die Juden, „geschieht" ja ohnehin „so viel". Ich denke an die flehenden blauen Augen der kleinen Ostjüdin/ an die Angst, die leise in dem seinen Gesichjt aufzuckt —' und' gehe trotz allem weiter Zur Abwechslung zu einer Dame. Ich habe es gut getroffen. Sie langweilt sich gerade und ist daher über meinen Besuch erfreut. Meiue Darstellung findet sie erschütternd. Schrecklich, schrecklich! murmelt sie immerwieder und ihr Gesicht sagt deutlich: reden wir doch von etwas anderem. Aber jeden Monat — immer wieder daran denken müssen —, nein, nein, die Vorstellung macht sie ganz nervös. Sie würde selbst krank. Ist ja so empfindlich und zart. Zuletzt muß ich sie noch bedauern. Wofür ich wenigstens für meine Kranke einen Hunderttausender bekomme. , Es ist mein einziger Erfolg. Der sechste ist „von allen Seiten.in Anspruch genommen. Sie haben ja keine Ahnung! (Alle.Leute versichern merkwürdigerweise just mir, daß ich keine Ahnung habe, wie viel jüdisches Elend es m Wien gibt.) Nummer sieben: erklärt den Fall für - aussichtslos. Heilt nie. Der Prophet ist zwar kein Arzt, aber das sagt ihm sein gesunder Menschenverstand. Also ist das Urteil inappellabel. Außerdem ist es eine bequeme Ausrede. Nun kommt der einzige Fall, bei dem ich freiwillig verzichte. Ich. hatte die alte Privatlehrerin zufällig getroffen und eigentlich. nur >aus ' Neugier angebettelt. Mit tiefer Rührung und Hschämung aber sah ich, wie das alte Mädchen zu rechnen begann. Ob man nicht vielleicht ein bißchen weniger Butter essen könnte — oder ob es sich an der Kleidung ersparen ließe . . .? Der Neunte wollte sich nicht „unnötig belasten") denn er „wüßte ohnehin nicht, woher er's nehmen sollte." Dle Frau müßte doch ihren Sommerausenthalt haben. . . D>ie Bviturette hätte auch ein Heidengeld gekostet .. . Zum Zehnten bin ich nicht mehr gegangen. Es wäre doch nur eine Variation der anderen neun gewesen. Nur eine Variation über die absolute, die grundsätzliche Verständnislosigkeit für alle Pflichten, die Besitz, die Gesundheit und Arbeitskraft mit sich bringt. Nur eine Variation über Gedankenlosigkeit, Gefühlskargheit und Herzensarmut. * Wie es den andern siebzehn Werbern ergangen ist, weiß ich nicht. Ich habe von meinem Bettelgang nichts heimgebracht, als zehn Friedenskronen und die Ueberzeugung, 'daß' 70 Heller ein unerschwinglicher Betrag sind'. Sogar dann, wenn das Glück und das Leben eines jungen Menschenkindes davon abhängt. > i Klara M a-utner. Verwahrloste staatliche Milliarden- Der bekannte Maler Karl Moll hat im vorigen Jahr ay die Regierung einen Appell gerichtet, daß die Schätze des Hofmobiliendepots besser behütet werden sollen, da die Gefahr einer Verschleppung bestehe. Da dieser Aufruf unberücksichtigt blieb, erscheint es notwendig, die Angelegen- . heit/die sonst ganz in Vergessenheit gerät, der Oeffentlichkeit vorzuführen. Der Palast des Hofinobili-endepots steht in Mariahils und enthält ungeheure Schätze. "Aus verschiedenen Schlössern wurden die Möbel dorthin gebracht und ganze Reihen von eingerichteten Zimmern wärest vorhanden. Man wird, es nicht glauben, aber es ist wahr, und steht ganz im Ginklang mit der Gleichgültigkeit, die in solchen Fragen in Oesterreich herrscht: Es besteht kein ordentliches Inventar der enormen Möbelmengen des Hofmobiliendepots. Das, was als Inventarisierung bezeichnet wird, ist eine ungenaue Numerierung ohne Charakterisierung des Gegenstandes. Nun werden Möbel jedem beliebigen Mnösteriunr auSgesolgt, wenn es diese zu seiner Einrichtung verlangt, andere Möbel werden an Private, ja ^angeblich sogar an Kinos verliehen, und wo liegt die Bürgschaft dafiir, daß dieselben Möbel, wem sie überhaupt zurückgegeben ' werden, abgeliefert werden. Beiin Zusammenbruch waren ganz bedeutende Schätze vorhanden — wohin sind die verschwunden? Man sieht an dem Beispiel der Esthenftschen Sammlung, wie vorgegangen ivurde. Der Erzherzog Franz Ferdinand hatte einfach das Kapital des Stadterweitevungsfonds benützt, M sich dafür Antiquitäten zu kaufen. Diese Scmnnluny:Wird jetzt anyebm. verkauft. Wir sagen angeblich, weil, 'wie die Gngeweihtq wissen, der größte Teil der Sammlung — die wertvolles Gegenstände — gleich nach dem Umsturz veÄaust, dq h^ißt verschleudert wurden. Ein anderes Beispiel: Zur Zeit der Pariser WeltauA - stellung, im Jahre 1900, hat sich Oesterreich mit eines Ulöbelansstellung beteiligt, doch «wurden nicht Original! mvbel ausgestellt, sondern es' wurden Möbel der ver» schi ebenen Schlösser kopiert und eine' Reihe so restauriertes Zimmer ausgestellt. Wo liegen nun jetzt diese wertvoll« und historisch wichtigen Möbel? Im Keller eines Mw' seums, wo sie langsam verfaulen. Dagegen sind im Palasti des Mobiliendepots Riesenräume unibenützt. ErsparungA kommissär Dr. Hornik wußte genau, warum er dii Auflösung des Mobiliendepots verlangte, das in der jetzigst Form unnütz ist.' Wie das Publikum getäuscht wird, ergibt sich mrj folgendem: Man zeigt den Neugierigen in Laxenburg dak echte Zimmer von Kaiser Franz. Nur hereinspazier^ meine Herrschaften! Hier ist zu sehen! Was zu sehen ift ist aber ein Schwindel. Man hat einfach ein paar Mob« aus denr Hostnobiliendepot genommen und dem Publikum wird emgeredet: Hier ist die echte Einrichtung des Kaiser? Franz! Es ist dies eigentlich ein harmloser Bluff. Trauriger aber ist, daß es möglich gewesen wäre, eine wirklich^ wahrhafte Ausstellung der ganzen verflossenen 'Epochen' veranstalten, wenn die wertvollen Möbel nicht verstreut worden wären. Und jetzt, nachdem die einen MöbÄ in den zwölf Appartements des Generalkommissärs Zinmrevman, der sie allerdings sicher zurückgeben wird, die anderen in den Ministerien für soziale Bertvaltung, für Aeußeres und noch sonftwo liegen, wo sie wahrscheinlich ewig liegen bleiben, ist es natürlich unnröglich, infolge des mangelnden. Inventars anWgeben, welche Möbel dort und dort liegen. Hunderttausend^ von Möbeln waren vorhanden und vieles ist durch die geschilderte Gedankenlosigkeit in Verlust geraten, manches natürlich auch gestohlen worden. Diese Gleichgültigkeit der Regierungskrerse zeigt auch der Fall Figdor: Dieser hat eine weltberühmte Sammlung^ kunstgewerblicher Gegenstände, die er dem Staate unter der Bedingung schenken wollte, -aß die Sammlung in einem eigenen Hause untevgebracht Werde.-Der Staat hat — albgelehnt, und so wird die Sammlung einmal verstreut oder an private Liebhaber in Oesterreich verkauft werden. - Bei den meisten der vom Mobiliendchot verliehenen Möbeln ist kein Eigentmnsvernrerk vorhanden^ es besteht also die Gefahr, daß ganz andere, wertlose Möhel statt der echten Mrückgegeben werden. Die Maria Dhevesia-Äsivbef haben einen Stempel, aber wieviele solcher Möbel gibt . eS überhaupt , noch? Das MterrichjSmiimslerütttt: seinerzeit die Absicht gehabt, eine Inventarisierung h der Langen Zrmmerreihe von'Modeln im Depot durchzuführen, doch scheiterte diese Absicht an dem Widerstande der beteiligten Kreise, die fürchteten, dann überflüssig zu werden. Die Miuseumsleitungen habM viele Emgalben gerichtet, um einen UeLerblick über das Material zu erhalten, das in den Depots und den verschiedenen Schlössern liegt, das Unterrichtsministerium hat sie unterstützt, das' kompetente Ministerium hat aber übevhau'pt nicht geantwortet. Und so liegen inden Innsbrucker, SÄzburger und anderen Schlössern Wertgegenstände, die langsam verschwinden, weil die Leiter nicht imstande sind, alles genau in Evidenz zu halten. - « : > Man spricht oft von österreichischer Schlamperei — das hier kurz Geschilderte ist mehr, ist eine Verschleuderung wertvoller Güter. Wir 'haben ein österreichisches Museum für Kunstgewerlbe. Es hat nicht ein einziges eingerichtetes' Zimmer, abgesehen von dem Porzellanzimmer. Es sind wohl sehr viele wertvolle historische Gegenstände da, die aber kein eircheitliches Bll-d geiwähren. Es ist viMeicht nicht die Schuld des Hofrates Leisching, sondern cherdie dev Referenten des Ministeriums, die An ihrer theoretischen Bildung keinen Wert auf das Kunstgewerbe legen. Und damit sind wir bei der Hauptsache angelangt: Die K r i s e im Kunstgewerbe könnde beseitigt werden,, wenn unsere künstlerischen Kräfte genügend Anregungen im Jnlande hätten. Mer Museen, die keine einheMche Darstellung, kein geschlossenes Ganzes bieten, sind für sie wertlos. Mr das Museum für Volkskunde, das Professor H a b e r l a n d 1 geleitet hat, hat sich bemüht, den Charakter des Volkes -zu verfolgen und dal^ustellen. Dafür ist Haberlandt abgebaut, In der Rumpelkammer der Hofburg "wurde vor kurzem ein Bild von Velasquez gefunden, ganz zufällig. Ein Minister verlangte nämlich, für sich einige Möbel und Bilder und unter Liesen befand sich auch dieses Bild, das man ihm geschickt hatte, da man sich dachte, auf diese Weise ein paar wertlose Bilder los zu werden. So kam.der Beläsquez zu einem unserer Minister. Wie viele Velasquez, Van Dyks usw. werden in . den verschiedenen Rumpelkammern der Schlösser und Depots liegen! Untergeordnete Bedienstete haben die Bevwaltung dieser Mlliarderrschätze. Man sieht,' wie sie verwaltet werden! Diese kurze Darstellung war absichtlich rein.objektiv gehalten, ohne die Schuld tragenden zu nennen. Die Informierten werden ' wWn, /wer Schuld an diesen Zuständen trägt. Es ist noch Zeit, eine Organisation der Verwaltung auch hier zu schaffen. Acht^ Mbaukommisfäre haben wir jetzt. Wir brauchen dtingend'. einen' neunten: Den Kommissär für den Abbau -der' Schlamperei! ->_Dr. Fritz Tauber.

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