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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-07 · Heft 1908 (7.6.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1908 (7.6.1924)
Date
1924-06-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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?■»*.**;>p \ y;^ GeWe 8 W'en, BcünZ'iag yrachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" find entgeltlich.) * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 42. * Hotel samt Haus und Wohnung, Leopoldstadt, 80 Zimmer, neu eingerichtet, -zu verkaufen. Selbstrefltttanten melden sich Theresien-Kino. Mariahilferstraße 70, zwischen 8 und 9 Uhr abends. _ Vereine. Vorträge und Versammlungen. Ku'lturyv'Uppe der Z-ionist-ischen Bezirkssektion, 20. Bez., Katt Meißl-Straße 6. Heute, halb 6 Uhr Vortrag Prof. W. Menses über die Bedeutung des Schewuothfestes. Deklamationen von S. Schwager. Dienstag, halb 8 Uhr. im Eatfe Reichshof, 2. Bez.. Praterstvaße 43, infolge der Äbveise unserer erlsten Kollegen nach Palästina Mschredsfeier. — Zionistische Arberterp arten Hitachduth, Wien. 2. Bez.. Zirkusgasse 33..Heute, halb 4 Uhr nachmittags, Waad-Gihung im Cafe Arkaden. We Mitglieder versammeln sich heut«, halb 8 Uhr abends, in der Blümauergasse 1 (8lrberterheim Borochow). Tagesordnung: Das Komitee für das arbeitende Erez Israel. Referenten: Swerdlow und Hos (Ms Ecetz Israel). Erscheinen Wicht. — Zionistische Sektion Zwischenbrücken. Montag, halb 8 Uhr abends, im Vereinslokal. 20. Bez., MerheMgenplatz 3, Cafe Park, Heine-Abend. Programm: Vortrag; Herr Schwager: Vorlesung; Herr Weintraub: Gesang mit Mavierbegleitung; Herr Verlad: Violinvortrüge usto. Eintritt frei. Gäste willkommen! — Union Espanola, 2. Betz., Hotel Continental. Heute, 9 Uhr abends spricht Frau Mirjam Schnabl-Hoesl ich in den Lokalitäten der Union Espanola über das Thema ,Pansemittsmo". Von Mitgliedern eingeführte Gäste willkommen! Wschiedsfeier der Chaluz Kwuzah BrigittenM. Anläßlich der Abfahrt der ersten Mitglieder der Chaluz-Kwuzah nach Erez Israel findet Dienstag den 10. d. um ^/,8 Uhr abends im Festsaale der Caf6 Reichshof, 2. Bez., Praterstraße 60, eine Abschiedsfeier statt. Mitwirken werden Kunstkrafte der Jüdischen Bühne, Schriftsteller Josef Grob, Oberkantor Alter, Dr. Frey u. <t. DaS Reinerträgnis fließt der Kwuzah zu. Die jüdische Privatschule, 20. Bez.. Denisgasse -33, eröffnet im Schulsahr 1934—05 die fünfte Klasse und erlangt damit das OeffentlichkÄtsrecht. Einschreibungen in alle fünf Klassen werden täglich, außer Samstag und Sonntag, von 12 bis 1 Uhr in der SchuAanzlei entgegengenommen. MvskiraNdaMen am Echewuothseste. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetsmpeln zur ,Zaskarah" veranstaltet der Vorstand der Israelitischen Kultusgenveinde Wien am diesjährigen Schcwuochfeste Montag den 9. d., 6 Uhr früh, im Stadttempel, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, und im Leopoldstädter Tempel, 2. Bez., Tempelgasse 5, sowie um dreiviertel, 9 Uhr vormittags, im Olympiasaal, 1. Bez., Rotgasse 9. anläßlich der Maskivaüdachten feierliche Gottesdienste. Oefterreichksches Museum. Sonntag geschloffen. Montag sind dile Sammlungen einschließlich der Schausammlnng ehemaliger Hofmobilien, ferner der Teppiche und Neuerwerbungen-von 9 bis 1 Uhr geöffnet (1000 K.), Bibliothek und Lesesäle von 9 bis 1 Uhr (freier Eintritt); die Archtteikturausstellung ist stets von Dienstag bis Freitag von 9 bis 2 Uhr, an Samstagen von 9 bis 6 Uhr, an. Sonn- und Feiertagen von 9 bis 1 Uhr bei freiem Einritt geöffnet. Die ehemalige Hchtafel- und Silbettammer ist am-Sonntag von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Montag geschlossen. (Inländer 8000 K., Ausländer 10.000 K., illustrierter Führer 8000 K.). Mh«e und Kunst. Begegnung mit Sffenbach. „Pariser Aben" im Modernen Theater. Wenn der Hochsommer kommt, gestattet der Wiener Hperettentruist diesem oder jenem Theaterdirektor, Jacques Offenbach für die Hitzferirn zu verpflichten. Welch Erquickung und Erholung! Das Moderne Theater bringt ein ganz köstliches Offenbachwerk, die Operette pariser Leben", 'heraus. MHt durchaus mit tauglichen Mitteln, aber mit guten Intentionen. Herr Jensen ist ein Künstler von Rang und Kultur. Er spielt den schwedischen Baron, der sich in Paris gütlich tun möchte, in bester Lustspielhaltwng und singt — ohne Stimme, — sehr amüsant. Dem berühmten Couplet des ersten Aktes schließt er eine Strophe an, in der er seine weben angetvetene Operettenlaufba-Hn rechtfertigt. ,Mürz dich in den Strudel, Stmdel 'rein, -Für di« Gage muß auch gesungen sein . . In der Gesellschaftsszene (welche Freude, dieser zur -ochsten Fröhlichkeit gesteigerte C'ha-mpagnerakt!) erwies sich der wackere Mann bemerkenswerte ense-mbleisicher. Um den angenehmen Abend machten sich noch die Herren Pfau n. Schrecker und Ritter, die Damen Bachrich, Gerl und Gering besonders verdient. Merkwürdige Die Aufführung einer Operette, die solche Perlen enthält, wie die Bviesarie oder das Refrainlie>d: ,Ist dir auch Wohl, mein Kommandant" (es sind nur $m Beispiele für viele), kommt völlig ohne Elaque aus. Das Publikum -dankt eigenhändig. Wir wünschen einen Serienerf-olg — schon KU Zwecken der Geschmacks bceinflussuing des Wiener Operetten* publisuins. U. Am den Theatern. Carl-Theater. Heute, V-8 Uhr abends, Erstaufführung des mufikaltschen Schwankes „Die Königin der Nacht". RenaifsanceLühne. An den Pfingstfeiettagm, 8 Uhr abends, „Familie Hatsch e l". Ap olloth eater. Sonntag bis inklusive SaMStag, täglich, V-8 Uhr abends, „Die Königin von Montmartre". Im Theatersaale „Arkadia" (ReichShof), 2. Bez., Praterstraße, wird Sonntag den 8. und Montag den 9. d. von Mitgliedern derWiener Jüdischen Bühne ein Gastspiel absolviert. Sonntag gelangt die Operette „I a nk a l i', Montag unter Mitwirkung von Paula Dreiblatt «Nb Markus Herschkowiezdie Komödie „D e r Amerikaner-Schadchen" zur Aufführung. LViener Modenzeitung. W o ch e n sp ie l p l an d er S t a a t s o p e r. Sonntag, ^/,7 Uhr, „D e r R o s e n k a v a l t e r". Montag, 7 Uhr, „Lohengri n". Dienstag, llß Uhr, ,.S ch l a go b e rs" und „S ch e h e r a z a d e". Mittwoch, 7 Uhr, „D i e Z a u b e r f Ißt e". Donnerstag, 7 Uhr, „Die Königin v o n S a b a". Freitag, 7 Uhr, „Carme n". SamStag, Uhr, „Tose a" W o ch e n s p i e l p l a n im R e d o u t e n s a a l, 7 Uhr, „F i g a r o S H o ch z e i t", Montag, V,8 Uhr, a st i e n und B a st i e n n e", „La S e r v a P ad r o n a". „Abu Hussa.n". Mittwoch, Uhr, Ballett.-Soireer Coupe rin-Ravel-R am eau- Johann Strauß. W o ch e n s p i e l p l a n de 8 B u r g t h e at e r s. Sonntag „Das Abenteuer i n C h i n a". Montag. „Die rote Mühle". Dienstag, „Die Jungfrau v o n O r l e a n s". Mittwoch ..D e r B a u e r a l 8 Milli o n a r". Donnerstag, „Das Abenteuerin China". Freitag, „FlachSmann als Erzieher". SamStag, „Das Abenteuer in China. Wochenspielplan derVolksoper. Sonntag, J/aS Uhr, „©offmann 8. Erzählungen". 7 Uhr, „D i e Fledermaus". Montag, „Die Meistersinger vonNürnberg". Dienstag, „Siegfried". Mittwoch „Rigoletto". Donnerstag „Der Ztt g e n n e rb a r o n". Freitag „Die Götterdämmerung". Samstag „Madame Butterfly". SamStag „Mar- S a r e t e" („Faust). WochenspielplandesDeutschenVolkStheaters. Sonntag, */,3 Uhr, „F a u st", lltS Uhr „Da 8 Tschaperl", Montag, 3 Uhr, „I m weiß e n R Ü ß l", V28 Uhr „D e r Boxkampf" (vorher der „M a n n d e S S ch i ck f a l 8"), Dienstag „D i e B r üb er vonSankt Beruh a r d", Mittwoch „D a 8 T f ch a p e r l", Donnerstag „D er Boxkampf (vorher „Der M a n n d e 8 Schicksals", Freitag „Das T s ch a p e r l", SamStag „Wienerinnen". W o ch e n s p i e l p l a n der K a m m e r s p i e l e. Sonntag, 7 Uhr, „M o n e t t e L C i e. (mit Erika Gläßner), Montag, 7 Uhr, „L i s s y, dieKokotte" (mit Erika Gläßner) Dienstag bis Donnerstag, 7 Uhr, „K a r u s s e l l" (mit Maria Orska), Freitag, 7 Uhr, zum ersten Male, und die folgenden Tage, „Pouch e", Lustspiel in drei Akten von Nene Peter und Henri Falk, Sonntag, 10 Uhr, zum ersten Male, und die folgenden Tage, „Die G a l g e n t o n i", Groteske von Egon Erwin Kisch (mit Rosa Valetti). Wockensvielplan d e s Raimund-Theaters. (Gastspiel Irene Tttesch.) Sonntag bis Dienstag, Y28 Uhr, „N o r a", Mittwoch „H e d d a G a b l e r", Donnerstag „R o sm e r s h o l m". / Wochenspielplan desMo deinen Theaters. Heute und die ganze Woche, 8 Uhr, „Pariser Leben". Theater in der Josef st ad t. Heute. */»& Uhr „Der Kaufmann von Venedi g". Sonntag -„A i m e e". Montag „A i m e e", Dienstag und Mittwoch „Der Schwierige", Donnerstag bis SamStag „DerKaufmannvon Venedig". __ SerichtrW. 6in WeinWschervrozeß. Vor smsm BerufurrgSsenate des Lanidesigevichtes hatten sich gestern die Wemstumen H. Machlup u. Söhne und „Emo" Wei-nhandelsgesellschalft m. b. H. wegen Vengehens gegen das Lelbensmittelgesetz, begangsn durch Wöinfäffchurvg, zu. vewnÄvooten. Der Mtfge ffsgt folgender SiachvechE zugrunde. Im Jahre 1981 erstattete der Kellevrevinspettor Joslvf Trümmer bei der Staatsanwal'tscha'ft gegen die Firmen Machlup u. Söhne und ,,Emo" die Antzetge, daß sie füMeihn Wcvggons Wein auf künstlichem Wege Hergestellt' und außerdem die Steuer hinterzogen hätten. Inspektor Trümmer hatte den bsanständeten Wem siofovt bchchkagucchmt und dem Ackerbauminffteriium die vorgeschriebene Meldung-erstattet. Auch verständigte Inspektor Drummer die staMche Bersuchsanstalt und ersuchte um Borwahm'e einer Revision bei - den genannten Firmen. Emtge Wochen später wurde nun merkmückiHMwerse der konfisHtette Wein den beiden^ Firmen wieder zurüLgsgebew, ohne daß der Referent Trümmer verständigt worden wäre. Als letzterer in der Versuchsanstalt über diese Angelegenheit Informationen Änzog, teilte man. Hm mit, daß die A-nigeileigenhe>tt bereits erledigt wäre. Inspektor Trümmer führte deshalb Beschwerde fretim Ministerium. In tiefer Eingabe teilte er unter anderem mit, daß die We-inhändler bei der chemischen Derifuchsstation nicht noch den Vovschviften des Gesetzes, sondern nach Maßgabe chrer Protektion bei den Leitern dieses Amtes bchandeilt würden. Insibeisondeve bemängelt er, daß der Regierungsvat Fischer Privätanalysen für die Fivnren Machlup und ^Rmo" vovnnhm, wofür er von Hnen bezahlt werde. Diese Beschwerde ga!b Veranlassung zur Einleittmg des Disziplinarverfahrens gegen den Regievungsrat Fischer, das seine Pensionierung im Jahre.1922 zur Folge hatte. Die ,/Smo" We inhandelsg esells chast m. b. H. wurde inzwischen zu einer Gelidistwfe von 2 MilltioMN Kronen vemriM uind der Vers-all des beschlLgnnhnrteu Weines ausgesprochen^ die Firma Machlup aber freigesprochen. Da die Staatsanwaltschafl berufen hatte, kam es gestern zu einer neuerlichen Ver» hand'lung. Der Sachverständige Prof. Fischer gab als Zeuge an, daß Kunstwein von echtem Wein durch eine chemische Untersuchung nur schwer zu unterscheiden sei. Der Arbeiter Scherz, der im Jahre 1921 bei der Firma ,Mmo" Mvbeit«t hatte, sagte aus, daß dort mit dem Wein verischiedene Monipnlattonen vorgenommen wurden. Er seibst habe des öfteren dabei mit geholfen. Zur Herstellung des Kunstiwemes wurden ein Drittel Wein und zwei Drittel Wasser verwendet und dann mit Glyzerin, Zucker, Pottäsche und Weinsteinsäure vermengt. Diese Mischung wurde dann als n alurecht er Wein verkaust. Weiter gäbScherz an, er sei mehrmals mtt dem Geschäftsführer Moritz Ungar der Firma Machlup in der VersuchsstatiE gewesen. Die dentals vom Negierungsrat Fischer vorgenommene Prüfung erwies, daß die Fälschung mangeHaft war. Daraushin veranlaßte der Geschästssührer, 7. Juni 1924 M. IMS keise unä Lommerautentkalt Bad Reichenhall RESTAURANT UND PENSION . .streng i©3 MARKOVICS streng IBS Sommerbetrieb ab 1. Maieröffnet! . Telephon Nr.,262. 10884 £ nga«o-?aradiso(a±srt«iii Pension A. Kempler, Villa Frederico (Aufsicht Rabbiner Dr. Brom, Luzern) lOftSa, SleiermnrRs herrlichster Erholungsort | Sanatorium SCHWEIZERHOF, Wetzelsdorf bei Graz! Chefarzt: Med. Rat KÜRT LINNERT Für Rskonvaleszante, Magendarmkranke, Blutarme, Spitzeokatarrhe | Prächtige Lage, vorzügliche Verpflegung, Diätküche, alle einschlägigen; Kuren, Schwimm- und Sonnenbad, Saisonkonzerte, Sommerfrische. 1069S I Orth, im Gasthaus Stern I in Bad Tatzmannsdorf, Burgenland ivss» I wieder eröffnet! daß der Wem mit den mangelndm ChemiLal'ien zu ergänze«, sei. Der Inspektor Trümmer gab als Zeuge an,, daß er böi beiden Firmen wiederholt Jngredontzien beschlagnahmt habe, die zur Weinfälschung dienen. Der Gerichtshof hob das Urteil gegen die Mrma „E ur o" auf und übetrmittÄte die Men zur neueMchen Verhandlung wieder an das Beziriksgevicht TÄblling. Da der Verdacht einer falschen Zeugenaussage des Scherz zu bestehe« schien, wurde die Staatsanwattschaift behuss des. Verfahrens in Kenntnis gesetzt. Aufhebung einer Verordnung des Mener S1adts«nat«k durch de» Verfassungsgerichtshof. Der VevfassungSgerichtchof hat in der außerordentlichen Session aus Antrag des Derwaltungsgerichtshofes die Verordnung des Wiener Stadt, senats als Landesregierung, womit da§ Wahlrecht der kaufmännischen Lchrkräfte für den Wiener Stadtschulrat auf drr kaufmännischen Bundeslehrkräfte einaeschränkt wurde, auf ihre Gültigkeit geprüft. Durch diese Einschränkung hatten sich d:e nicht an Bundes-, sondern an privaten, mir Oeffentlichkeitsvecht ausgestatteten Handelsschulen wittenden Lchrkräfte. in ihrem Wahlrechte beschwert erachtet. Der Berfassungsgerichtshof hat ettannt, daß die Hinzufügung des Be-' stimmunaAvortes „Bundes" in dem zusammengqetzten' Worte „Bundeslebrkräfte" gesetzwidrig sei, die Verordnung wird daher in diesem Purttte. auf geh oben, das Besttmmungswort ,Mmdes" ist in der Verordnung weMlassen. Der Bürgermeister als Landeshauptmann wrrd verpflichtet, dieses Erkenntnis unverzüglich kundzmnachen. In der Begründung wird hervorgchoben, es widerspreche dem demokratischen Prinzip, welches unsere Verfassung durchdringt, daß die Ächtträfte, die nicht BundeSlchtträfte sind,, von dem Wählrecht für den Stadtschulrat ausgeschauet fern sollen. Der Straßenbettler, der im Hotel wohnen mutz. Der rige, verheiratete Arpad Buchler wurde vmeinem Wachmann i-n oer Nähe des Cafe Westbahn dabei -betreten, wie er gerade eine Geldnote, die ihm ein Passant schenkte, einjteckte. Arpad Buchler ist Kriegs invalid e und zu 76, Prozent arbeitsunfähig. Er hat ein zerschossenes Bein und ein schweres Nervenleiden und kann keine Prothese vertragen. Er bekommt monatlich eine Invalidenrente von 871.600 K. Das Kommis- §:iat Rudolssherm sagt in der Anzeige an die Staatsanwaltast, daß Arpad Buchler „seit einem Monat" im Hotel, eidling Südbahn samt seiner Gattin wohnt und daselbst für, ein Zimmer täglich 26.000 K. zahlt. Zu seiner Verantwortung hat er bei Gericht angege'ben, daß er nicht gebettelt habe; er sei aus dem Trottoir gesessen und sei beschenkt wowen; er bettle überhaupt nicht, man beschenke ihn freiwillig. Er wohne im Hotel, weil er doch irgendwo wohmn müsse, da er keine Wohnung, weder ein Zimmer noch ein Kabinett, bekomme, sei er gezwungen, sich im Hotel „einzulogieren". Die Wohnungsnot treffe eben den Armen am stärksten. Den größten Teil der Invalidenrente müsse er für' das Hotelzimmer bezahlen. Der Richter, vor dem sich der Invalide kürzlich zu verantworten hatte, sprach den Angeklagten frei und bvmettte inder Urteilsbegründung: „Laut polizeiärztlichem Befund ist der Angeklagte weder erwerbsnoch arbeitsfähig. Er bezieht zwar eine Invalidenrente von 871.600 K., muß aber fast den ganzen Betrag für das Zimmer bezahlen. Nachdem er anfolge der Wohnungsnot keine Wohnung bekommt, m u ß er im Hotel wohnen. Den größten Teil der Rente muß er für.das Hotelzimmer bezahlen,^ was übrig bleibt, ist kaum nennenswert. Er ist daher angewiesen, zu betteln, um nicht zu verhungern. Es liegt daher ein unwiderstehlicher Zwang vor. Ein Dach über dem Kopf gehört ebenso zu den Lebensnotwendigkeiten wie Essen und Trinken. Er hat sich schon früher an das Jnvalidenheim um Aufnahme gewendet, ist aber abgowiesen worden.- Wenn man ohne Deckung spekuliert. Der ehemalige Direktor und Verwaltungsrat der Kontinentalen, Bank, Leo Korn blüh, hatte sich vorgestern wegen, Veruntreuung eines Betrages vM 120 Millionen zn verantworten. Der Angeklagte war wohlhabend, lebte über auf schr großem Fuß; ferne kostspielige Lübensführung stand in keirr^.m Elnklang mit seinem Einkommen und er verlor, da anch seine Spekulationen miß- Mckten, in kurzer Zeit ^.in ganzes Bermögen.'Wr dieser ’ Situation nahm Kor Müh Prwatkrodite in Anspruch und eine Schuldenlast betrug zirka 170 Millionen. Die Bvrsenpekulationen betrich er im gcoßeu Stile weiter, wobei chm 'eine Stellung bei der Kontinelillilen Bank sehr zustatten kam, da er seine Spekulatior^en ohne jede Deckung »rte. Die Bank erlitt einen Verlust von mehr ^als lionen Kronen. Anfangs 1923, als die erhofften Börsengewinne ausblieben, e n t n n Jj m .Kornblüh ans der Kasse der Bank gegen Bons Beträge, die zusammen 120 Millionen Kronen aüsmluhien. Er konnte den Schaden der-Bank nicht mehr gutnla'hen. Kornblüh'wurde des ^Verbrechens der Vevuntreunng schuldig besnud-en und zu acht Monaten schweren 5k e v t r $ verurteilt

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