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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-05 · Heft 1906 (5.6.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1906 (5.6.1924)
Date
1924-06-05
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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»VnfS(»»[H|f»?* W("f * f «'* •" I ’ f ’-'F™ »r»> >‘HM » n M. 1906 Wien, Donnerstag Mlener MoMUzMMs. ff..ft«» SM «M*e * gesävbt -und erfährt dadurch eine derartige Enty daß auch die harmloseste Verfehlung als schweres Verb re chen erfcheint. Wir finden in dem. mehrfach zitierten Gesetz nirgends eine Bestimmung, die es als notwendig erweist, s o g ar die Namen Verstorbener und um die Republik Oesterreich zumindest ebenso verdienter Männer, wie es Herr HofratStern ist, an den Pranger zu stellen. JUn Gegenteil, bestimmt der Paragraf 3 des Gesetzes, in taxativer Form die Berechtigungen . der Bankkommission zur Erfüllung ihrer Aufgabe. Trotz größter Anstrengung kann es uns nicht gelingen, einzusehen, daß den BMrsnissen der VMAwrrtschaft mehr M»chnung getragen wird, wenn man in dieser tendenziösen Form chorgeht, als wenn man in aller Stille via faett oder im Wege der Gesetzgebung dafür Sorge trägt, daß sich die von Herrn Hosrat Ster« zum. Teil beanständeten Vorkommnisse nicht wiederholen. Es ist auch zweifellos über's Ziel geschossen, wenn der Paragraph 8 des Gesetzes bestimmt, daß den Kommisstonsmityliedevn ,Ms der pflichtgemäßen Ausübung ihrer Tätigkeit als^ Mitglieder der Kommission keinerlei Nachteil erwachsen" soll. Wenn wir das richtige verstehen, so ist damit auch dem zu unrecht in seiner Ehre schwer gekrankten Bankstmktionar die Möglichkeit genommen, das Kommissionsmitglied mit Aussicht auf Erfolg vor Gericht zur Bevautantwortung zu ziehen, wenn es hierbei in gutem Glauben gehandelt, also „pflichtgemäß" vorgegangen ist. Wie kommt es, daß, trotzdem der Gesetzgeber es für ungefährlich gchalten hat, die Kommissioirsmitglieder zu immunisieren und trotz der sehr strengen Strafbestimmungen des Paragraphen 10 des Gesetzes, jedesmal die ganze Oeffentlichkett nicht nur sofort nach dem Besuch der Bankkommission in einem Bankunternehmen, von diesem Besuche, sondern auch von sämtlichen Beanständiguttgen durch die Kommission Kenntnis Hai? Man hat den Eindruck, als oib die jeweils in einer Bank erscheinenden Funktionäre st e ts s e l bstdafürg eso-rgt hätten,.weil sie sich einerseits durch den Paragraphen 8, andererseits dadurch gesichert fühlten, daß sich «Erlich nie bei Gerüchte« in gerichtsordnungsmatziger Weise Nachweisen läßt, wer der erste geistige Urheber dieses Gerüchtes ist. Zum Schluß möchten wir «och da-rmrf Hinweisen, daß unserer Ueberzeugung «ach ein gleiches Vorgehen seitens der Chqrtered Accountants in England, die die Bankkümmission . zur Einführung empfiehlt, ausgeschlossen erscheint. Ievlsen- und BMtenkurse. (Mitgeteilt von der Oesterreichischen' Nationalbank.) Vista 4. luvi Oeld Ware 26700— 854— 859— ' 17.15 3195— 0.R2 30Ö._ 9fioo,_ 266on— 855.- 855— ‘ 16.85 3184.- 0.76 304— 9560;-. 11781,-. 3. Juni Oeld Ware 26620— 853— 853— 16,83 3169— . 0-76 299— 9581— 11820.- 11930— 26721— 857— 857— 17.15 3181.- 0.82 301 — 9620— 11970— 307100— 308'inn— 3066' 0— Zv76"0, 95D._ 9570— 0530— 0570— 3H6— 3094— 71185— 70035— 3691— 3632— 2089— 2(8«— 3104.- 70935— 3677— 2079— 502— 18570— -Kt. 12485— 596. 502.- 3106— 71185— 3648— 2090.— 506— 18730— 18630,- 18670— 12535— 12475*— 12525— 70463— 70860— 70460— 70860— 70360— 70760— 7Ö360— 70760— 3141. _ 3170— 3125— 3155— *488— 490— 438— 496— 463— 476— 468— 476— 11640— 11720— ll79o— 11870.^ 16.30 16.70 16.40 16.80 16^20 16*00 16^30 l7L70 305200— 366300— 304800— 306410-.. 305001— 3C6600— 3046^0— 306200— 3650.— 3680— 3595— 3625— 26300— 26500— 26220— 26520— 3100— 3|20— 3100— 8120— 3070— 31.90— 3070— 3091— 85t — 857— 849— 855— 841 — , 847*— 839— 845— 0440— 0520— 9460— 9540— 13530. 13670— 13530— 13670— 13330— 13470— 13330— 13471— 298— 362— .294— 298— 283— 292— 284— 283— )836o!- 18460— 18460— 18560*— 12360— 12440— 12360— 12440— 9410— 9491— 9410— 9490— 2062— 2078— 20S2— 2078— 2057— 2073— 2057— 20T3— 0.72 0.78 0.72 0.78 o!ö7 0/73 0,67 *0*73 Amsterdam f. , holl. Gulden Agram 1 j»z.. fronen . , . Belgrad 1 Dinar ..... Berlin* 1 deutsche Reichsmark . »rflssel 1 be1t»lnche Francs . Budapest 1 ungarische Kronen Bukarest 1 Lei ...... Chrlsflanla 1 norwep. Kronen Kopenhagen 1 dflnlsche Kronor Plnnd Sterling . . Madrid 1 Pesetas ... Mailand 1 Lire .... * New York 1 Dollar. Paris 1 Francs ...... Prae 1 tschecho-slow. Kronen »ofla 1 Lewa . . ... . Stockholm 1 schwedlscheKronor Warschau** l polnische Mark. *firlch I schwelgerische Francs Noten Atneiikan. Noten v, 5 Dollar aufw, o . » „ kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . . . „ 100 . ' . . » i. kleinere*. , , P8nlsche Nolen 100 Kroner . . Deutsche Noten* » » . 100 . . J p „ » kleinere* . . . Kngl, Noten von 5 Llvfeflt. aulv7, » * kleinere. F/anzBslsche Noten 100 Francs , Holländische Noten 100 Gulden . italienische Noten v. 100 Lire nufw. T » * kleinere . . . JugOBl. Noten ungest. zu 1000 Dinar * l» p r, 100 „ ,, " p p kleinere . , Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten **.. . . . p p kleinere** .. . . Rumänische Nolen ziilOOOu.SOOLel , „ kleinere . . . Kuss. Noten (Roman.) zu 500 Rubel » » . » 100 ”M >. „ kleinere . , Schwedische Noten’100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow, Not. v.lOOQ aufw, » p kleinere Ungar. Noten (neue Eip.) zu lOOOKr, . . zu 10.000 Kf, .... . . kleinere ..... * Für 1000 Ll.-Mark, ** für 1 Zloty aufwärts. SmerMersamml««» der Mgemeinen österreichischen BodeN-kredit-Aastait. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Rudaif Sieg- Hart Hat gestern die 59. ordentliche GeNeriloersawmlnng der Aktionäre der Boden-Credit-Austalt strttgefunden. Vor Eingehen in , £)ie. Tagesordnung gedachte Präsidc n:. Dr. S i e g h a r t des aus den Bundeskanzler verübten Anschlages und gab unter lebhafter. ällgemeiner.Zustimmung dem imtigsten Wunsche Ausdruik, dästcher Bundeskanzler die Folzen des schwcreü Unfälle^ glücklich überstehen und in naher Z^il seiner staatsmännischen Wirksamkeit wiedergegeben werden möge. Sodann entwarf der Herr Vorsitzende in längerer, mit lebhaftem Beifall ausgenommen er Rede ein Bild der gegenwärtigen Wirtschaftslage. eine überraschende Maßnahme. - Der bisherige entgegengesetzte ötandpuntt der Sankleltnng. — Ler ungeschickteste zeitpmitt für eine solche Maßnahme. - Re Kruiedrignng der Banttonditionen eine Utopie. - Schwele Schüdigung der gesamten Wirtschaft. Der Generalrat der OestsrreichischLN Nationalbank hat I in [einer gestern nachmittags statt gefundenen Sitzung die überraschende Erhöhung des DtlSkomtsatzes von 9 auf 12 Prozent beschlossen. In einem ziemlich gswnndensn offiziellen Communique sucht die Leitung der Nationalbank diese Maßnahme zu rechtfertigen. Sie eMärt, daß sie nnr dann den jetzigen starken Anforderungen auf Kreditgewährung Nachkommen könne, weim entsprechend den Grundsätzen einer soliden Notenbancholitik gleichzeittg auch eine Hinanfsetzung der Banlkrate vorgenommen werde. Man mag Mer die Berechtigung dieser Maßnahme verschiedener Ansicht sein. Es ist Wohl richtig, daß schon vor längerer Zeit im Nahmen der Besprechung der Diskontpolitik Nationalbank die Erwägung angeftellt wurde, ob nicht der bisher geltende Zinsfuß von 9 Prozent deswegen nicht ganz angemessen sei, weil aus dem privaien Geldmarkt viermal so hohe Zinssätze in Geltung seien. Es wurde auch darüber diskutier:, wie die Nationalbank es ermöglichen konnte, daß gerade so wie im Frieden auch jetzt die Zügel des. Gelldmavktes von ihr wieder in die Hand genommen werden könnten. Dabei wurde der Ansicht Ausdruck verliehen, daß dies nur vielleicht auf diese Weise möglich sein könne, daß die Nationalbank sich anfangs dem Geldmarkt nach aber! aichassen solle, um die Leitung des GeKmrarkties wieder in Hre Hände zu bekommen und nachher den Geldmarkt entsprechend den Forderungen der Volkswirtschaft zu regeln. Es muß hervorgchoben werden, daß gerade die Nationalbank es war, welche sich gegen eine solche Maßnahme unzählige Male ausgesprochen hat. Die Leiter der Bank gaben wiederholt die Erklärung ab, daß sie unmoglich einer Erhöhung des Diskonts zustimmen können und daß dies eine unmögliche Maßnahme sei. Jetzt kommt Plötzlich diese rapide Erhöhung um gleich. 26 Prozent. Wäre die österreichische Wirtschaft in dem Zustand wie vor einem Jchre, so hätte sie vielleicht diese exorbitante Zinsfußevhöhung aus sich nchmen können. Cs wäre etne Anpassung gewesen, die vielleicht bei der abnormalen Wirtschast nicht allzuviel bedeutet hätte. Es muß die Frage gestellt werden/ loarum auch tatsächlich damals diese Echöhrmg nicht durchaeführt wurde. Es ist aber mehr als verfehlt, wenn jetzt, zu einer Zeit, wo die Krise das gesamte Wirtschaftsgebäude furchtbar erschüttert, Handel und Verkehr chenso wie -die Produktion Unter einer furchtbaren Geldkalamität leiden, ihnen die KaPltalZtbefchaffung noch durch eine solche Erhöhung fast unmöglich gemacht wird. . Ziemlich lendenlahm ist die Erklärung mit der starken Inanspruchnahme der Notenbank und der dadurch hervorgerustnen Zinsfußevhöhung. Wenn auch der Geldmarkt angespannt war, so sind sicher nicht in diesem Maße die Ansprüche an das Noteniustitut gewachsen, daß sie diese Erhöhung qrrechtfertigt hätten. Es ist merkwürdig und muß besonders folgender Umstand anffallen: Die Tschecho-Slowakei leidet fast unter derselben Wirtschostskrffe wie Oesterreich. Auch dort werden noch immer Insolvenzen gemeldet. Die Kapitalsknappheit ist dort ebenfalls stark zu spüren. And dennoch hat das dortige - Noteninstitut eine Erniedrigung des Zinssatzes vor einer Woche beschlossen. In Oesterreich hingegen wird gerade zur selben Zeit, wo die VerhäAmsse noch krasser sind, eine Er-- Höhung vorgenommen. Man sage ja nicht, daß diese Evhöhuuig nicht allzuviel auf die Privatwirtschaft wirken könne, zumal da dock) das Noteninstitut leider mit der Privatwirtschaft in keinem innigen Kontakt steht und eigentlich nur die Banken als Geldgober in Betracht kommen, welche schließlich mich weiterhin 80 Prozent fordern werden. Es wird vergessen, daß die Banken nnmer diese Differenz von 9 ans 30 Prozent damit entschuldigt haben, daß sie auf die gewaltigen Unkosten und Steuern hingewiesen haben, welche ihnen eine Ermäßigung des Zinsfußes ungemein erschweren. Diese Unkosten sind nicht um ein Jota gesunken, und wenn der offizielle Zinsftiß gestiegen ist, wenn also den Banken von der wichtigsten Geldquelle der Zinssatz um 25 Prozent erhöht wird, so ist ganz sicher zu erwarten, daß dies auch auf die Masse der gesamten Kreditnehmer der Privatwirtschaft abgewälzt Wird. Cs ist schr schön, wenn die Banken erklärt haben, daß sie divse Abwälzung nicht vornehmen wollen, aber man darf nicht vergessen, haß gerade vor kurzer Zeit das Problem sehr aktuell war, wie über- . Haupt die Konditionen der Bank stark erniedrigt wevde^ könnten. Nun nachdem ihnen gleich drei Prozent mehr von der NatioNailbank angevechnet werde«, lverden sie wahrscheinlich mit einer Ermäßigung der Konditionen nicht Vorgehen.. Damit bleibt der Privatwirtschaft der Kredit weitechtn ebenso unerschwinglich, wie dies bisher der Fall ■ gewesen, Die Kaufmannschaft, Gewerbe und Industrie^ werden weiterhin unter denselben Geldkalamitäten leiden, von denen sie bis jetzt schon fast erdrückt wurde« und welche zu dieser Krise geführt haben. Es kann ruhig behauptet werden, daß durch diese Diskontechöhung die Dauer de« Kris« verlängert werden dürstet Man mutz sich wunder«, wie die matzgebenden MrtfchaftSkreife, die im Generalrat der Nationalbank vertrete« find, einer solchen Erhöhung überhaupt zustimmen konnten. So lange der, ZmSfntz dsr Nationalbank im krassen Gegensatz zu den exorbttant hohen Zinssätzen der Bawken stand, konnte' imm^ ven Banken dies vorgeworfen und zum Anlaß der Forderung drr^ Erniedrigung der Bankkonditivnen genommen werden. Jetzt aber wird, dies Mgument zum DeA wsgfallen. Es ist eine Eigenart der österreichische« wirtschaftspolitischen Kreise, daß sie gerade im kritischesten Moment die verkehrteste» Maßnahmen treffen. Ein« solche verkehrte Maßnahme ist auch die Erhöhung der Bankrate. Sie erschwert den Geschäftsgang, verstärkt die Krise. Wenn.in der nächsten Zeit sich die Zahl der Insolvenzen weiter vermehren wird und wen« die Jnsolvenzflut des- Wiener Marktes zur geflügelten Redensart auf den - inber-; Mffonalen Märkten werden wird, werben diejenigen, welche ' die Erhöhrmg dar Bankmte verschuldet haben, sich selbst sagen, s daß sie auch einiges dazu beigetrage« haben. Es ist unbedingt zu wünschen, daß diese Maßnahme sehr bald rückgängig gemacht wird. Das offizielle Kommunique der Nationalbank hat folgenden Wortlaut: Der Generalrat der Oesterreichischen Nationalbank hat sich heute unter dem Vorsitze seines Präsidenten, des Bundesministers «. D. Dr. Richard Reisch, zu seiner regelmäßigen Monatssitzung versammelt. Zu Beginn der Sitzung wurde der Präsidenr ermächtigt, -der Regierung im; Namen des Generalrries anläßlich des Attentates auf den s Herrn Bundeskanzler den Ausdruck wärmster An:ei.nähme und! ausrichtigster Wünsche für die baldige Genesung Dr. Seipels I zu übermitteln. Hierauf stellte der Präsident^ dem Gmeralrate! den an Stelle Herrn von Schnyders vom Bundespräsidenten zum Berater bei der Oesterreichischen NationMrnk ernannten Ünivevsitätsprofessor und Finanzminister a. D. Dr. Anton van Gyn vor. Der Generaldirektor erstattete sodann den laufenden Geschäfsbericht, aus dem sich ergab, daß das! Noteninstitut auch im abgelanfenen Monat dem Markte und! den Geldinstituten die notwendige Stütze geboten hat, um diest Geldknappheit und .die JmmobilisierungserSj sch einun gen zu überwinden. Naturgemäß mußte die Na-! tionalbank ihre Hilfeleistung an einzelne Institute auf solche!! Fälle beschränken, in welchen hinsichtlich der einwandfreien.Ge-! barung und der Aktivität des Standes der betreffenden I nstitutekeinerleiZwerfelbestanden und in welchen-! zugleich die erforderlichen Sicherheiten für die MMlisierungskrvdite der Nationalbank bestellt werden konnten. Wenn auch! infolgedessen die an die Nationalbank gestellten Ansprüche im! Eskont, insbesondere zum Ultimo, eine stärkere Steigeoung aufwetsen, so glaubt die Geschäftsleitung doch, den Kredit der Notenbank in der bisherigen Weife auch weiter-.^ hin zur Verfügung stellen zu sollen; dies ist aber'! nach den erprobten Grundsätzen einer soliden Notenbankpolitik^ nur dann vertretbar, wenn gleichzeitig die auch im Schoße. &ff Generalrates schon wiederholt diskutierte Hin aufsetzüNgs der Bankrate vorgenommen wich. Hinsichtlich des Aus-, maßes einer solchen Hinaufsetzung glaubte die GeschäftsleitUng. soweit als möglich darauf Rücksicht nehmen zu sollen, daß< Störungen in der Produktion vermieden bleiben. Aus diesen Erwägungen ist das Direktorium zu dem Anträge gelangt, .den-, Eskontzinsfuß um drei Prozent, das ist also von 9 ans 12 Pro*? zent, hinauszusetzen, wobei die zw eiprozenti ge Es-s ko n t i er u'ngs g eb üh r für Wechsel mit zwei! Unterschriften aufrecht erhalten werden soll.! An diesen Antrag schloß sich eine längere Debatte, in welcher die möglichen.Rückwirkungen der beantragten Zinsfußechöhnng eingehend erörtert wurden. Die Vertreter von Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft sind hierbei von der Erwartung ausgvgangen, daß es den 'Geldinstituten trotz ihrer? eigenen Lasten möglich sein werde, eine Ueberwälzung der Zinsfußevhöhung wenigstens teilweise zu vermeiden. Die Bankenvertreter erklärten, diesem Wunsche nach Möglichkeit Rechnung^ tragen zu wollen, wobei sie ihrerseits der Hoffnung Ausdruck! gaben, daß sie in diesen Bestrebungen bei allen kompetenten Faktoren verständnisvolle Unterstützung finden werden. Im übrigen drang die Anschauung durch, daß die beantragte Maß- : nähme auch deshalb ins Werk gesetzt werden müsse, um das Vertrauen des Auslandes in dir Solidität der Notenbankpolitik unerschüttert zu erhalten. Der Antrag der Geschüstsleitnng^ wurde sodann mit allen gegen eine Stimme zum Beschlüsse er- hoben. Die übrigen Gegenstände her Tagesordnung betrafen! lausende Angelegenheiten von untergeordneter Bedeutung. Direktor Rudolf Steiner brachte die Anträge des Verwaltuugsrates zur Verlesung, ' 'v : : Nach einer längeren Debatte wurden die Rechnungsab»! schlüsse für das Jahr 1928, sowie die Antrag«, des Berwaltüng^ rates wegen Verwendung dcs .Rtingewluues angenommen. Der Dividendenkoupon pro 1923 gelangt mit dem Betrage von 12.000 K. vom 5. d. an zur Auszahlung. Schließlich wurden die im laufenden Jahre kooptierten Venwaltungsräte Eugene Schneider und Ferdinand R a u x nt ihrer Funktion bestätigt und die turnusmäüia a.rrÄck>eidur. den Perwgltuugsräte für die statutenmäßige FunktionsdauW :! '! (EntgMich? MrialiWBank. Infolge säumiger Zählung einiger Haupdschüldner war die Adriatische Bank in letzter Zeit'immobil, doch stellen ausländische Kapitalisten der Bank die erforderlichen Beträge bei. Im Zusammenhang mit dieser Intervention dürfte der Vizepräsident Saniel Bronner ans dem Präsidium ausscheideu.

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