Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1905 (4.6.1924)
- Date
- 1924-06-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«Metz Msrr,-Mittwoch DSfende Mor-eMttttrktz. Der Revolver. Sie Schlacht vo« Lrksakl. (Eigendienst der „Wienör Morgenzeitung".) Agram, 8. Juni. Der „Oözor" verösfenMcht EingeS- Hkten «Wer die blutigen Zusammenstöße Kwfichen Arbeiterin und jUigoMvHchen FaHiften in T Visa öl. Gonlntag sMte in Tvifäil eine Aribeiter-'Orjuna- - Organisation gegründet und die Fahne der Neuen Ortzanistrtton feierlich eingeweiht werden. Die große Mehrheit der TrifaÄer Bergarbeiter ist komm u nistisch orientiert und empfand die Gründung der Orftma- Ovganistrtiou.als eine Provokation. Die Orjuna wurde Becher schon vor Einigen Tagen dürciNf. aitfinercksam gemacht, daß die Arbeiter die Feier stören werden. Trotzdem wurde die Fahnenweihe albgehalten. Ms stch der Festzug zu dem neuen VeremsiloDail ick Bewegung setzte, entstand zwischen den Orjuna-AühÄngern und den kömm-rmistnischen Anbeitern eine blutige Schlägerei, aus. einMi Hause stÄ ein Revolverschuß, und der Fahnenträger der Orjuna sank zu Tode getroffen zu Boden. Hieraus eÄWicklete sich eine förmliche Schlacht, in welcher dün beiden Seiten aus Revolvern und -Karabinern geschossen und Bomben geworsen wurden. Ms die Gendarmerie eingriff und die Kämpftniden zerstreute, lagen bereits 7 Teilnehmer, 4 KommMnisten und 3 Ovsuna-Anhäuger, tot am Kampfplätze. Die Zahl der BerwNndeten beträgt gegen 20. Die Ovjuna-Anhänger stürment hierauf das Arbeitechsim, Letzten es in Brand, doch gelang es der Feuer- .wehr, das Feuer innechabb kurzer Zeit zu löschen. Bonden getöteten Ovjuna-Anhänge-vn sind zwei Laibacher Studenten. Politische Morde itt Sofia. Sofia, 3. Juni. In den letzten Tagen wurden in Sofia abermals mehrere politische Morde verübt. Der AdivMt Mvlaft G ra. s chvw wurde anfangs voriger Boche in der Hauptstraße bei hMichtam. Tage erschossen. Tem Attentäter gelang es. zu Wehen. Kor- Wern hat sich eine neue Bluttat ereignet. Einer der Mchsten ‘ Sofioter Kaufloute Und Besitzer' des größten Hotels,Mrlgavm", Alfred Efchlenasi, befand sich mit seiner Ivan, seinem IZjährigeO Sohne und mehreren Freunden im Restaurant des Stadtparks. Nach dem Albend- Gesellschaft, den Park.. Eschkenasi und sein Sohn Weben etwas guvück. Plötzlii-ch ertönten fünf Revbliverschiisse aus dem Gebüsch und Gschikenusi und sein Sohn sanken zu Tolde getroffe n zu Boden. Der Attentäter flüchtete. Uelber die Motive dieser Tat verlautet, daß GfchKenasi sich geweigert hat, den mazedonischen Tebrororga nifa ttonen einen ihm «wfgelegten GMbetrag zu bezahlen, weshM er von dem Terrorck-ömitee zum Tode vevurtM wurde. Eine ausgehobene Betschwörerversommlaag. Bukarest, 3. Juni. Die Polizei verhaftete in Jassy 66 faszistische Studenten, die um 8 Uhr früh hn dortigen Lyzeum eine geheime Versammlung «Welten. Nach den Informationen der Blickarester Matter handelt es sich um bk' Ausdeckung eines großangelegten Komplottes. Das Losungswort der Verschwörer lautete: „Mus Leiben und Tod." Nach einem Verhör wurden die verhafteten Stuldenten mit Ausnahme des Sohnes des bekamtten.Antisemitenführers Selea Eodreanu auf freiem Fuß gefetzt. Gegen Selea Eodreanu jnn. wird die Anklage wegen Komplottes gegen die Sicherheit des' Staates erhoben werden. Ser Bombenwerser Marffv. Budapest, 3. Juni. (Tel.-Komp.). Die psychiatrische Untersuchung des Geisteszustandes des Bombenattentäters Josef Marisify und seiner Genossen hat ergeben, daß Mavffy und seine MitschMigen geistig gesund und vollständig zurechnungsfähig seien. Jnfolgedesien wird die HaulPtviechaMumg gegen die Bombenatten-täter in kürzester Zeit neuerdings dnrchgeführt werden. Der letzte Hitler-Mord kn Berlin. Berlin, 3. , Juni. In der Mahllsdovfer Mordangelegenheit hat der am. schwevsten bÄastete Hans Sie* b.e .ck gestern vor der Polizei das Geständnis aibtzetegt, den tötlichen Schuß auf Günther Bayer abgegelben zu haben. Die EvrNittlUWen zur. weiteren Aufklärung des. Mordfalkles, insbesondere hinsichtlich der Beweggründe der Tat, -viuevn fort. von St.-Germain verbietet und solche Verläufe, nur A Mt Bewilligung der in der Liquidierungskommissiou vertretenen Mächte zulässig sind. Die Liquidattonsorgane werden von den Regierungen angewiesen, künftig W af fe ntxansporte aus Oesterreich zu verhindern. Cur zvn ftägt 'Mac Donald, ob er von Poincare Informationen über Deutschlands Kriegsvorbereitung^en erhalten habe. Mac Donald antwortete, die englische Regierung erhalte von der Kontrollkommission über Deutschlands Abrüstung ständig Nachrichten. Sie erhielt aber keine Mitteilung, die Curzons Jnterprlläklon entsprechen würde. Bezüglich der Schiffsneubauten und ihrer Bewaffnung bemerkte Mac Donald, er könne seinen früheren amtlichen Mitteilungen über Deutschlands militärische Abrüstungen nichts mehr hinzufügen. Oberstleutnant Rudkin fragte, ob der Bericht der jHt in Wien tagenden öftere e ich i s ch - r u m ä Nischen Kommission dem Unterhaus vorgelegt werden wird. Mae Donald antwortete: Bezüglich der allgemeinen Lage der gesicherten österweichischen Schuld habe ich meiner Erklärung vom 16. März nichts hinzuzufügen. Ich weiß auch nicht, ob irgendein Bericht über die östlerreichischrmnämschen Verhandlungen in Wien veröffentlicht, wurde. Ser nette russische Gesandte. Wie die Korrespondenz Herzog meldet, hat der neue Russische Gesandte in Wien Herr Auen den. in Wien, weilenden Gesandten Mitteilung von seiner Äkkred!tier ung gemacht und dabei auch jene Gesandtschaften nicht außer Acht gelassen, die zu Rußland derzeit Noch > keim diplomatischen Beziehungen unterhalten. Lediglich drei Gesandtschaften erhielten keine Mitteilung, die der Schweiz, Frankreichs und Rumäniens. Bon den Staaten, die Rußland bisher offiziell noch nicht anerkannt haben, sei Spanien hervorgchoben. Man erblickt in dem Vorgehen des Gesandten einen Beweis dafür, daß die Anerkennung Rußlands durch Spanien ** der allernächsten Zeit bevor steht. 3nier«ationaler GewerWastskongreß.. . In der gestrigen Sitzung des internationalen Gewerkschaftskongresses wurde die Frage des AnschlUssts des allrussischen Gewerkschaftsrates an den internationalen Gewerkschaftsbund einer Kommission zugewiesen. Dem Kongresse wurde von Leon Jouhaux eitve den internationalen Kampf gegen Krieg und Militar i s rn.il s betreffende Resolution vorgrüegt, die die Arbeit-erschaft an die. Pflicht erinnert, sich dem Kriege zu widersetzen durch Stillegung der Waffen- und Mumtionsindustrie, oes Transportes von Kriegsmaterial, durch den wirtschaftlichen Boykott und den Generalstreik. Die Resolution fordert auch M einer nachdrücklichen Propaganda des Friedens sowie zur Organisierung eines am. 21. September zu veranstaltenden iaterncchotmleu Antike iegs tag es auf. Im Referat über den Achtstundentag wurde dessen gesetzliche Einführung in allen Ländern verlangt. Die NachtredaktioU der „Wiener Morgenzeitung" ist (ab 6 Uhr abends) unter den Nummernr neuen iiX>I äi - toi 91-109 zu erreichen LestemichWe Sommerfrischen?) Tirol. Sch.on langen, aus den Sommerfrischen Klagen der Vermieter .ein...' Tirol,' das an der Spitze der' teuren Preise und aller Unverschämtheiten gr.M Sommevsvischlor marschierte, ist auch Heuer hier in erster Reihe. Wohl ist . Tirol lcmpschastlich entzückerid und ein Ideal für die Gäste, doch müssen sie durch die Beha-Mung, die sie dort erfahren, abgeftoßen wenden. Der Bürgermeister von St. Johann in Tirol schrieb im vorigen Jahr: „Jüdische Gäste werden im Gasthof Unterkunft finden, die Bevölkevung ist ihnen aber nicht besonders hold." Diesmal sind die Gäste der Bevölkerung nicht hvld, obwohl Heuer das Bürgermeisteramt schreibt: „©egen jüdische Gäste verhält sich die. Bevölkerung ruhig, auch besteht' gegen solche keinerlei Gemeinlderatsbeschl.lß oder sonstige Vetfügung. Gaschofbesitzet machen gegen jüdische Gäste ebenfalls keine-Ausnahme." Und so Lassen wir den Ort trotz des romantischen Kaisergebirges Und der sonstigen landwirtschaftlichen Reize^ in Rühe und werden wöder den Güsthof „zum Bären" noch beit Gasthof „zum Löwen" belästigen. Kitzbuhel, bekanntlich auch einer der schönsten und entzückend gelegenen Orte Tirols, ist nur in den Preisen der Prospekte billig. Dort , heißt es: „Pension von 6Ö.ÖÖQ K. aufwärts. Es Mpfiehlt sich, direkt genaue Offerte elnzuholen." „Hier wird jeder Fremde," schreibt der Verkchrsverein, „ohne Rücksicht auf Ration und Religion gleich, d. h. als Gast baha-ndelt." ,Jvicher war es jedenfalls anders," fügt der mißtrauische Fremde hinzu. Weiters versichert der Verkehrsverein: „Die LMnsmittckpreise sind hier mit Ausnahme von Gemüse — billiger als iu Wien." Fügen im Zillertal hatte im vorigen Jahr ge» aNbwMet,'daß weder die Gemeinde noch die Bevölkerung er» Was gegen den Ausenchalt Mischer Sommergäste in Fügen *) Vergleiche die „Wr. Morgenzeitung" vom 24. und 27. Dtai und 1. Jiini. JuU I^Ktz Rr. iv05 einzuwenden hat. In. diesem Jahr hat das Bürgermeisteraitz.. keine Antwort auf unsere Anftage geschickt. Es weiß wohl, warum. Um unsere Leser vor dem Zillertal zu warnen, drucken wir hiermit folgende im Jahre 1922 bei Ende der Saison erschienene Notiz des „Allgsmeinen Tiroler Anzeiger" ab: „Wie das ganze Zillertal, war bisher auch Fügen von Jivden.Überschwemmt. Von einer aufdringlichen, die Ruhe des seßhaften Bürgers wie des erholungssuchenden Fremden bei Tag und Nacht störenden, der guten Sitte in Kleidung und Benchmen hohnsprechenden, alle orideMichen Warenvorräte aufkaufenden und die Preise schiebermäßig hinaufschraubenden oft gal izischen Bande, gegen die sich schließlich der Unmut des ganzen Ortes kehrte. Aber je größer dieser Un< mut-wurde, desto zahlreiche ward die Mischpoche,.-desto anmaßender benahm sie sich, bis am letzten Sonntag an allen Ecken und.Eichen Fügens Plakate angeschlagen waren, die in nicht mißzuvevstehenider M MaßregM anNndigten, wenn Fü->. gen Nicht sofort judenrein. würde. Das nützte, denn in Hellen Schüren suchten die israelitischen Preistreiber das Weite. Mögen", schließt der-Bericht, ^die Geschäftsleute der Sommer-- frischen Tirols - überzeugt sein,: damit dem jüdöschen Kehraus nicht nur das Interesse des Landes und jeder einzelnen^ Gemeinde, sondern auch ihr eigenes Interesse gefördert wird, da die vertriebenen Fristen gewiß -gern wiedevkommen, wenn' ihnen das Verbleiben Moralisch, und wirtschaftlich ermöglicht' wird durch das Verschwinden einer Gesellschaft, die - die' größte Gefahr für Tirol bedeutet." Diese größte Gefahr.' Wird wohl diesmal auMeiben. Mederausnahme des BahtthofrundveMres. Verlängerung des Stratzenbahnverkehrs bis IS Uhr nachts von Samstag an. Gestern fand in der BMshalle des Rathauses eine Volle. Versammlung der Straßenbahner statt, in' welcher, wie wir! erfahren, das DerhaMungsEomitee als Ergebnis der Unterhandlungen mit der Gemeinde folgende Anträge vorlegte: Die> Straßenbahner eähalten eine Lohnerhöhung von durch-! schntttlich 10 Prozent. Sie verpflichten sich dafür, einer! Betriebsverlängemnig bis 12 Uhr N üchtS zuzustimmen und! eine Mehrarbeit von einer Stunde in der Woche gegen^ die vertragsmäßige Vergütung unter Beibehaltung der jetzt-> gen Dienstsvlge zu' leisten. Diese Mehravbeit, die früher frei-! willig geleistet wurde, ist jetzt Migatorisch, doch nur so lange,! als das von der Verwaltung neu aufzunehmende Personal! nicht geschult ist. Auch der Bahnhafrundverkehr ist! unverzüglich aufzunehmen. Nach längerer, tieivweise .schr . sturmischer, in der sich eine sehr starke Opposition gegen die Anträge geltend machte, wurden diese Anträge zum Beschluß evhoiben. Es. logen auch ve-rschiedene Gegenanträge vor, die., sich. gegen, .eine Mehrarbeit aussprachen, . davunter einer, demzufoilige. .T.ariferhöhungen nicht ersol^n dürfen;, doch wurden diese . Gegen- , anträge nicht zur Wstilmnung gebracht, was bei .einem Teile, der Anwesenden großen Unwillen hevvorrief. Die. unzuftie-. denen Straßenbahner hielten sodann eine gesonderte Ver-' sammlUng ab. Wie uns weiters nritgeteift wird, wird die Verlängerung des Betriebes bis 12 Uhr bereits diesen S a m §-1 tag erfolgen. Der Bahnho.fvundvenckehr wird heut» wieder ausgenommen werden. . Set Anbruch auf dem Hawauer Postamt. Eine Milliarde Kronen gestohlen. Budapest, 3 .Juni. (Tel.- der „Wiener.Morgenzeitung'".). Die Polizeibehörden von Budapest und Hatvan haben mit großem Apparat die Ausforschung der verwegenen! Einbrecher eingeleitet, die gestern auf dem Postamt von, Hatvan den senfätioltelten EinbruchAdiebstahl mit einer Beute von einer Milliarde-KrMen Bargeld verübt', haben. Der Verdacht, daß Postbeamte an dem Diebstahl, beteiligt seien, hat sich als hinfällig erwiesen. Man fand, im! Garten des Postgebäudes Dietriche und Zentralbohrer' von feinster Konstruktion, wie sie sich nur im Besitz.von gewerbst-, mäßigen Einbrechern befinden können. Fingerabdrücke würden in genügender Zahl gefunden. Die Polizei nimmt'an> daßdie Einbrecher nicht geflohen sind und sich noch in der Stadt ' Hatvan aufhalten. Man rechnet mit der baldigen Au?u forsch ung der Einbrecher.- Das Wetter stcht im Zeichen der Mkühlnug. Gestern fielen in Wien UnbeideutMe NiÄdelschlügo. Die Voraus!,a,ge spricht von wechseMer BÄvöMuug boi niedrigeres Temperaturen, zeitweise mit Regenschauern. Weiterkätaftevphe M Büdapeft. (GiMi^dietisi der „Wiener Morgenzeftung".) Aus Buidüpest wird uuievm 3. d. gemeldet: - D'i^ gestrige Wetterkackastrophe, von der die Hauptstaidt hdimgesucht würide, hat nach den bis-hevigen Festistelluugelr. etüett Sachschäden von. mehreren -M i >l l i ar d e n Kronen, anigellichtet. Die Herstellung der durch' den Wölken-. bouch schwer heimgejsuchten Straßen wirh allein einen Kosten* aüfwänd Von ttunlb M Millionen Kronen evsowern. Zahlrviche Straßen, die an Bevghän.gen börheiMren, sinid durch Erd-' und Felsstürze iUttpasstevbar.' geiwondeu. Das. Un-. Wetter hat' auch ein Menschänleben gesondert.-.Zwei. jllttge Burschen Würden bevm KähNfähren vom'WöÄWÄch überrascht und stürzten ins Wasser;' einer konnte sich durch Schwimnrcn retten, der ztveite ertrank.