Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1904 (3.6.1924)
- Date
- 1924-06-03
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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TMH - MU DienW" kunMit Tiefen des Lchiüsals und des Menschenherzens vev-- ständlich zu machen. Das vollbesetzte Hans zollte dem Stück und den Darstellern ehrlichen Beifall. ' Vortragsabend Willy Nenman-n-Nördlingen. Ter letzte j Bonragsabend „Traumphantasien" . war wieder ein großer , Erfolg. Die einzelnen _ Dichtungen, die mit bemerkenswerter Spieltechnik und GestMungskraft wieidevgecchben wuirden, 'wirkten als Erlebnisse einer starken künstlerischen Persönlich-^ , ‘fcH. Besonders gelangen dem Vortragenden „Ballade von einem Srtntnt" von Stephan Zweig und die „Traumbilder" von Heine. Die Zuhörer dankten mit enthusiastischem Beifall. Eine Schötkberg-Premicre in Prag. Fm Rahmen des . Prager Aiusikftstes gelangt am 6. Juni im Renen Theater Arnold Ichönbergs Monodraina „E r w a r t n n g" zur Uraufführung. Man sieht dieser Premiere mit gespannt'.in Interesse entgegen, da dieses Werk des Wiener Tondichters wegen seiner Schwierigkeit bisnun als uuaufführbar gal:. Die Anhänger Schönbergs betrachten dieses Monodrama als einen Markstein in der Geschichte der dramatischen Musik. Die Tondichtung enthält nur eine einzige Partie, die von Marie G u t-!heil-Schob er gesungen wird. Alexander Zemlinsky wird die Aufführung leiten. Am nämlichen Abend gcht eine einaktige komische Oper von Ravel. „Echeure espagnole" «..Eine spanische Stunde"), zum ersten Mme in deutscher Sprache in Szene. Internationaler Schriftstellerkongretz in Prag. Wie der „Becer" meldet, findet aus Anregung des Syndikats der lschcchs-slowäkischen Schriftsteller in Prag im Oktober dieses Jahres ein internationaler Kongreß der lite>rarische.n und künstlerischen Korporationen statt. Auf diesem Kmrgreß wenden sämtliche Interessen der Schriftsteller und Komponisten behandelt >verden, und es soll zu Beschlüssen kommen, die in die brennendstM literarWen Fragen, A-utorverträge, Bersicherung der Schriftsteller, Honorare nsw., ein^rcifen. Es weriden in erster Reihe die Vertreter der literarischen und künstlerischen Korporationen Frankreichs und Englands erwartet. „Der Schneidergraf." Gottfried Kellers köstliche Novelle „Kleider machen Leute" -gab den Stoff zu Erich Erests Lustspiel „Der Schneidergras", welches am Eisenacher-Stadttheater $ix Uraufführung gelangte. Die feine Milieuschilderung Kellers hat der Autor mit künstlerischem Geschick beibehalten, und es gelang ihm auch, die fröhliche Handlung dramatisch M formen. Das Palästina-Theater in Berlin. Das in Berlin unter der Leitung des Mitbegründers der Moskauer „Habünah", Bk. O ne s i n, ausgebildete Palästina-Dheater wird am 14. d. mit der Uraufführung des Dramas „Belsazar" seine Tätigkeit beginnen. Eine Thratertrauung vom Rabbiner als gültig befunden. Der Moskauer „Eines" erzählt eine eigenartige Episode, die sich in dem ruMcheu Städtchen Podab'rian'ke ' abgespielt hat. Eine füdische Liebhabertruppe führte ein Siück „Die erzwungene T r a n u n g" ans, in welchem der „Held" seine Partnerin genau nach jjeit rituellen Vorschriften sich antraut. Als der, Rabbiner des Städtchens davon erfuhr ließ er in der Synagoge bekannt,geben, daß das auf der Bühne getranie Paar nach jüdischem Ritus als Ehepaar zu betrachten ist. Das ganze Städtchen geriet in Aufregung. Die Stadtverwaltung mischte sich in die Angelegenheit und erteilte dem Rabbiner eine Verwarnung. Das jüdische Kammertheater in Kiew. Am 7. Juni beginnt das Moskauer Kammertheater einen Gastzhklns im Kiewcr Lemn-Thearer. Als erste Vorstellung wird ein Stück nach Schalem AI e chems „Zweihunderttausend" mit Musik von Pulver gegeben. Das Ensemble besteht aus A) Mann. Bon Kiew begibt sich das Kammertheater nach Odessa und Charkow. Intermezzo im Petersburger Alexandra-Theater. Bei der Aufführung -er Oper ,,'Sardanapal" zog ein Herr, der in -u.ner Loge des Alexandra-Theaters faß. den Rock aus und saß seelen ruhig in Hemd arm ein da. Alle Versuch"., ihn zu bewegen, den Rock wieder anzulegen, blieben erfolglos Er rechtfertigte sich damit, daß es keine Verordnung gäbe, welche es einem Manne verbietet, der Vorstellung in Hemdäuuclu anzuwohncn. Die Einwände der Poüzeiorgane seien — meinte er — um so weniger begründet, als ja auf der Bühne d i e D a me n so g u t W i e na ckt er sch i en e n. Wenn dies die Hausordnung nicht störe, könne sein geringer Kleiduugsinangel gewiß nicht anstößig sein. Man Keß in'der freien Republik den Mann gelvähren. 9cur daß die Debatten zwischen ihm und den Hütern der Ordnung während der Zwischenpausen vom Publikum nicht weniger aufmerksam verfolgt wurden, als die Operuvorstellung. Richard Strautz-Fest in Rostock. Die städtischen Bühnen 'in Rostock i. M., die seit Jahren sich der Richard Straußschen Bluse besonders angenommen haben, veranstalten zu Ehren des Meisters ein vreltägiges Fest, in welchem u. a. zur Aufführung gelangen: ..Elektra". „Die Tanzsuite nach Conperin", die „StMpihonie domestica", Szenen aus „Grmtram" und „Felrersnot" und das große WalÄhornLonzert. Ein neues Werk von Igor StrMrrskh. Von Igor Stravinskh gelangte ein Klapieckkouzert in einem Kussiwitzky-Konzert iu de.-: Pariser großen Oper zur Aufführung. Der Komponist spielte das Klavierpart; die Begleitung ist für Blasorchester gesetzt. Italiens musikalische Verherrlichung. Der italienische Komponist Igino Robbrani, der Schöner der Oper „Anna Karenina", arbeitet an einer Qpew-TrLogie, die als eine Art italienischer Epopöe, das kaistMche Rom, das lateinische Acirtelalter und das Rinasermento, die dvsi Hanptphafen drZ italienischen sozialen Lebens, bcharideln wird. ■ _» 99 Das Zelt“ (JledaJäiouEUGEN HO ETZ, ICE, KunetredaTctign t ArchiteU JOSEF MAHN) ist die einzige seriöse illustrierte jüdische Knast- und Literatur-Zeitschrift fl Arnold Zw&ig schreibt Über die jüdische Monatsschrift „Das Zeit* M U in einer grossenBetpreehung unter anderem: %Da» Zelt ist bei wertem die > B beite, allgemein kulturelle Zeitschrift guten Stils, die eon Juden und für ■ B Juden jemeds gemacht worden ist, , . . Da die Ausstattung der Hefte >, fl des Inhalt* würdig nt, wird man jeden, der sich Un den produktiven M' B Werten der jungen Generation wirklich er riehen will, auf diese Zeitschrift M B nachdrüclh'th verweisen ktmen, Sit neigt, uoi für elementare jüdische ■ B Xmetiriebi im QaiMh am Werks sind.11 > JJ Da« eretbieneaB Maiheft brtari «. a. du grosse ■ ■ Tfurapelior-Dram* des arabisehen Dichten AxicDomet Jj Das Maiheft ist soeben erschienen! » ■ b J Einzelnummer K 18.000 / J&hriich (12 Hefte) K 200X100 J : Verlag u. Redaktion; Mn. n. Taborstr. l -3: 'B « IlBIBlRISIIIIII B Bl U, Wiener MorMnzettung. 3. Juni 1924 Mtim Alle Arten von Kommandite dar Kroatischen Eskomptebank, Agram Kredit-and Bankgeschäften WiGR, I. SeitZergafSU 4 ^behn °Qraben)Se Warengeschäfte Telephone: 60-4-82, 60-4*93, 63-4-85, 64-4-42, 68-4-78, 69-4-82 10465 Telegrammadresse: Frapobank Volkswirt Gerichtssaal. Ser Seiseu-Trebitsch Zor Gericht. Der Ttaatsanwalt wünscht die Ausscheidung der Kridafakten. Am gestrigen sechsten BechaMnngstage wurden die letzten Fakten besprochen und mchrere Zeugen vernommen. Es würde Trebitsch zur Last gelegt, daß die Oesterreichischc Volksbank von einem Schweizer ncmrens Rametzberger eine Einlage von 5000 Schweizer Franken übernommen und einen Teil des Betrages nicht rückgezahlt habe. Ter Ausgleichsverwalter Professor Einöhrl erklärte hierzu als Zeuge, daß -Rametzberger Auftrag gegeben habe, Effekten zu kaufen, wozu der genannte Betrag tartociübct wurde. Als die Wertpapiere später über Auftrag des Koanmittenten verkauft wurden, sei ihm der' Erlös in österreichischen Kronen gutgefchrieben worden. Der Direktor der Handelsaküdeinie, Buchsachverständiger -Barta, gab als Zeuge an, daß er im Jahre 1922 in seiner Eigenschaft als Ansgleichsperlvalter einen Status ausgestellt habe, aus welchen^ hervorging, daß alle Unternchmungen des Trebitsch zufammenigenomuren ein ungedecktes Pasfivnm von fünf Millionen Kronen auswiesen. Allerdings sei das Raggendorfcr Werk nur mit dem Fr reden sw ert von 90.000 Kronen in Rechnung gestellt worden. Das Lokal der Bolksbank, das später um 500 Millionen verkauft wurde, sei bei dem Status überhanpt nicht berücksichtigt worden. Dann wurden mehrere Beamte der Ocsterreichischen Volksbank sowie des AerofoiMwerkes als Zeugen über die Art der BuchsÄhrrrng einvernommen. Sie sagten übereinstimmend aus, daß die Geschäftsbücher mangelhaft und unvollständig geführt wurden und Rückstände aufwicfen, was daraus zuvückzuführcn sei, daß sehr viele Geschäfte abgeschlossen wurden und nur ein geringes und dabei ungeschu,lies Personal zur Verfügung stand. Direktor Ellner habe vergebliche Anstreu'gungen gemacht, um in der Volksbank eine geordnete Buchführung zu erreichen. Der Staatsanwalt stellte den Antrag auf AusfchcidunQ sämtlicher Krida- und mehrerer Betrugsfakten aus dem Verfahren, weil diese nicht genügend geklärt seien und weiteres Betveismaierial herbei-geschafst werdenmüsse. Der Gerichtshof 'beschloß, diesen Antrag abzulchnen, weil er nicht genügend präzisiert sei und dem Gericht der Sachverhalt genügend geklärt erscheine. F Das Bew eisvefa h ren wurde sodann geschlossen. Die Plaidoyers beginnen heute vormittags. Das U r- -1i l dürfte in den AbendstmÄen gefällt werden. " Ser Vorwurf des Palkelnr. Ein Konflikt unter Schauspielern. Der Präsident des Bühnenvereins Ludwig Stärk und - 'das Vorstandsmitglied des Vereins, der Regisseur am Rai- > mund-Dheater, Rudolf Zeisel, klagten den Schauspieler des Rastnund-Theaters Willi Schmie'der, weil er in einer Versarstmlung der Mitglieder des Räimund-Theaters erklärt chatte, : Zeiftl und Stärk chätten seinerzeit mit dem Direktor des; Raimund-Theäters. Dr. Beer, gepiackeilt. In der Mrigen . Verhandlung erklärte der Angeklagte, er habe damit nur sagen wollen, daß die beiden, ohne einen Beschluß des - LMBer- - handes eintzuhalen, öfters mit Direktor Beer verhandelt ■ haften. " ' |®cr Jß-crtreler Schmieders, Dr. Klemperer. fragte eine Zeugin, die Schauspielerin Giümh Förster, ob Schbnieider die Mußerpng ans persönlicher Gehässigkeit oder äls Vertreter dsr^.Organisation gemacht habe. .Die Zeugin erWvte, siewisse aas.-nicht, damals habe Herr Schmieder keine FuE'on im Lokolverband gehabt. Es kam zu einer erregten Kontroverse Än dem Präsidenten Stärk .und dem Ber-teiNger DMyr Klemhercr, dem erfterer zuriief: ,Herr Doktor, ehe sie den . Bühnenverein verloren haben, haben sie anders gesprochen." Der Kläger Stärk sagte aüf eine Bemerkung des, Dvkjvr Klemperer: „Herr Doktor, wir sind hier nicht im Theater bei - ibter' Causa Kaiser". Ich habe 11 Jiähre in der Orgaiüiisation gearbeitet, in uneigennützigster Weise die Interessen der>Schauspieler vertreten und setzt wird mir der Vorwurf des Packelns , Wmcht. Das kann ich mir nicht gefallen lassen. Da der Verteidiger sich bereit erklärte, für den Vorwurf des Packelms den Wcchpheits-beweis zu erbringen, erhielt er vom Richter eine Frist von drei Wochen zur Stellung der Beweisantvcitze, worauf die DerhaMnng vertagt wurde. ' Der verschnupfte Hund. Es gcht uns wirklich schlecht, und weil man sich schon gar nichts mehr kaufen kann, kommt man eben auf den Hund, den eine Dame dieser Tage um die Lappalie von 2,5 Millionen Kronen gekauft hat. Ein Spottpreis, wenn.man ^bedenkt, daß laut dem ausgestellten Zeugnis der Hund erst 16 Monate alt und besoivders reinrassig war. Bloß Men kleinen Schnupfen hat der Zwergrättler bei der Uöbernahnre gehabt. Das ist natürlich eine Bagatelle. Reinrassige Viecher find sehr leicht verschnupft. Bald stellte sich jedoch yer- Ms, daß es ein alter Hun>d war mit allen möglichen Gebrechen. die ebnen zwar bei der letzten Musterung nicht ungeöiignet . machten, mit denen man aber nicht einmal den letzten Hund hinaüsjagen darf. Betrngsanzeige vor Gericht. Der 'Vevkäufer bestreitet, daß der Hund so krank sei, was aberein ganzes Konsilium von tierärztlichen Kapazitäten föftgestellt hat. Er soll sechs Jahre alt sein und nicht 16 Monate, an schwerer chronischer Bronchitis leiden — armer Hund! — und außerdem, wie ein Professor erklärt hat, ein ^sonders schlechtes Gebiß haben. (Geschieht der Frau schon recht. Einen: gekauften Hllnd schaut »ran ms Maul!) Ein anderer Fachmann erzählte van Polypen in der Rase des Htuches. Unsere Gerichte gehen aber gewissenhaft vor. Da em Tierarzt, den man vovgÄaden. hatte, nicht evschtemn war, wuchs die.Pechandlung zwecks Komplet- Mmiy des KonMMs tzeftnsL. Die Textilienbranchen gegen den Textilienroll. In einer von allen Branchengruppen des Handels mit Textilien massenhaft besuchten Versammlung, die unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, Kommerzialrat Franz S chaltaü o ef, stattfand, wurde in einmütiger Weise zürn Ausdruck gebracht, daß die Kaufmannschaft unmöglich dir Last, die ihr durch den neuen Zolltarif cmferlcgt wird, tragen könne. Die Diskussionüber den Zolltarifentwurf wurde vom Sekretär Dr. Müller mit einem kurzen Referat ringeleitet. In der Debatte nahm als erster Redner Herr W c i n b e r g!e r gegen die Zollsätze für Banmwollgewebs Stellung. Redner führt aus: Die Kausmannschaft -sei nicht gesonnen, sich so kurzerhand ihre Existenz ivegnehmen zu! lassen, um einzelnen Judustriebraucheu durch prohibitiv Wirkelide Zölle eine Monopolstellung schaffeit zu lassen. Auf, Kokosteppiche wubde der Zoll unl 400 Prozent erhöht, trotz« dem in Oesterreich keine Kokosteppichfäörik besteht. Mall habe diesen hohen Zollsatz offenbar deshalb in den neuen! Tarif eingestellt — bei florartigeu Kokos mailen beträgt der« selbe gar 2,000.000 K. —, damit ein tschechischer Fabrikant, der diese Waren von Sträflingen i nt S t r a f h a u 8 b e iWie n n a (Jj e z it u m s o n st h e r st e i i c it läßt, einen! um so größeren Prosit machen kann. Möbelstoffe will mau! mit einem Zoll von 5,000.000 K. per 100 Kilogramm be-< •leigen. Das bedeutet bei einem Meterpreis von 43.000 K, eine Verteuerung von 25.000 K. per Meter durch den Zoll, Hierzu müsse bemerkt werden, daß in Oesterreich eine einzige MöbelstoffabriL bestcht, die glelchzeiiig Detavlihhnde! betreibt. Namens des DetaMstenverbandeZ vertrat Herv N e u w e l L den Standpunkt, daß die erhöhten Zollsätze etn* fach zurückzuweisen seien. Bei der organischen Zusammen« süguug des Landes hätte die Regierung eigentlich auf hem! Standpunkt des Freihandels zu stehen. Auch sei der Zeit«., Punkt, zu welchem, die Regierung mit derartigen Zoll«' cchöhungerr komme, der denkar ungünstigste. Die Industrie, die ihr Heil nur in der Erzwingung von Eiusuihrverboteu und hohen Zöllen, nicht aber in deck Verbesserung ihrer Produktionsbcidingungen oder in dem! Auffnchen fremder Märkte sucht, wird, "wenn diese hohen! Zollsätze in Kraft treten, keine besonderen Vorteils, daraus ziehen. Schließlich wird alles teurer essen-und sich teurer! kleidetl müsse::, was natürlich nur ans Grund. weisenMH höherer Löhne möglich sein wird. Es sei Überhaupt eine Frage, ob gerade die städtischen Abgeordneten in der gegen« 'wärtlg kritischen Zeit eine solche enorme Berteuernng der Lebenshaltung und eine derartige soziale Unruhe, die zweifellos der neue Zolltarif aus'lösen würde, aus stch nehmen werden. . Es sprachen dann noch die Herren Epistel-st, .Philipp Äohn, Kommerzialrat Schuf ch n y und der Vocksitzmde,' Kommerzialrat Schallabü ck, welch letzterer darauf hin« wies, daß Münister a. D. Hein l, welcher bekanntlich Äs Berichterstatter über den Zolltarif im Na-tionalrat fungiere^ wirid, der Kaufuiannschaft die Zusicherung gegeben habe. Vertreter derselben zur Beratung in den Unterausschuß beizuzieheu. Es wurde fchann ein großes Komitee, beftchend aus Vertretern aller Spezialzweige der Textilieübranche, ge^ wählt, welchem die Aufgabe zufällt, die vorbereitenden Arbeiten für die kaufmännischen Delegierten im Parlament tarischen Unterausschuß zu treffen. Das SchMl^r LauraMe. Das dem tschecho-slowakischen Außenministerium nahe» stehende Organ „Prager Presse", welches tii Wirtschaftsdingen ausgezeichnet iuformiert ist, schreibt in einem die Mrtschaftskvise m Schlesien behandelnden Artikel:- Im Mittelpunkte des öffentlichen IndulstvieinteresseS steht . 'K'- das Schicksal der Vereinigter: Königs- Md LaNrahütte, der größten Werke OberWesten^s. Es ist ja hinlänglich be» kannt, daß die Aktienu:ajobität in Händen der zwei Finanz- Magnaten Bosel und Weinmann liegt, von denen ersterer an der verfehlten FranrkenfpeknlaüoNd einen beträchtlichen Teil seines Vermögens. eiugebüßt haben -soll. Da es gerade nm diese zwei Werke am schlimmsten 'bestellt ist — beide stehen vor lder völligen Stillegung —, nimmt wmi nicht mit Unrecht an, daß diese Betvickbe ein Opfer des schiffbrüchigen Wiener FraMnsPekuläntentnnls sind. In Jndustriekröffen wird mit aller Bestimmtheit behalUptet, -aß die einschneidenden Betriebsrednzi'eruugei: und Abbeiterentlasfungen in der Vereinigten Königsmch Laurähütte - i - auf die Geldnöte Bösels zurückzufiihren sind, der alle Kapitalien moMsieren muß,- um au-s sei',:m iFrankenetrgagewent's heranszusteigen. Gegeliwärtig weilen Bosel und Weinmann in Oberschlesiei:, von wo aus sic sich «nach M-Man begehen Wen, nur mit der Regierung we- ^^26^/.-/9A